Shade Balls - Why are 96 Million Black Plastic Balls in this Water Reservoir? Wasserbehörde von Los Angeles deckt Wasserreservoir mit knapp 100 Millionen schwarzen Plastikbällen ab

13.05.2019 23:48:00, Jürgen Auer, keine Kommentare

Trinkwasser ist kostbar. Man kann es aus dem Grundwasser hochpumpen. Aber was macht man in Ländern, wo das nicht möglich ist? Und wo ein Wasserreservoir so groß ist, daß man das auch nicht in "üblichen Dimensionen" von Wasserspeichern speichern kann?

In Los Angeles werden dazu freie Wasserreservoirs genutzt. Eines dieser - ist mit 96 Millionen schwarzer Kunststoffbälle bedeckt. Aber warum?

Derek Muller hat sich schlau gemacht, daraus entstand ein etwa zehnminütiges Video. Das Video zeigt gleich am Anfang, wie eine ganze Lastwagenladung dieser Bälle in das Reservoir gekippt werden.
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A Boat Tour of a Reservoir Filled With 96 Million Black Plastic Balls That Keep the Water Safe for Consumption

https://laughingsquid.com/reservoir-filled-with-96-million-black-plastic-balls/

Das Video auf YouTube: (mit 12 Millionen Aufrufen seit dem 10.05.2019).

Why Are 96,000,000 Black Balls on This Reservoir?

https://www.youtube.com/watch?v=uxPdPpi5W4o

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Die Ausgangstechnik:

> The balls are made of high density polyethylene (HDPE) which is less dense than water so they float on the surface of the reservoir even if they break apart. They are 10cm (4 inches) in diameter and contain about 210ml of water.

Die Bälle sind aus einem Kunststoffmaterial gemacht, so daß sie auf dem Wasser schwimmen. Der Durchmesser - 10 Zentimeter, also nicht so ganz klein. Jeder Ball enthält 210 Milliliter Wasser. Der Grund wird im Video genannt: Wäre da kein Wasser drin, würden die Bälle bei den dortigen kräftigen Winden weggeweht werden.

Ein Grund: Die Bälle stoppen deutlich die Verdunstung. Aber das ist nicht alles.

Das Problem ist, daß das dortige Wasser eigentlich harmlose Bromide enthält. Aber gleichzeitig wird Chlor zugesetzt. Das Ergebnis: Unter Sonnenlicht wandelt sich diese Kombination in krebserregende Bromate um. Und von diesen wurde die Konzentration zu hoch.

Es hatte wohl diverse Versuche gegeben: Ein Abdecken mit Folien. Mit rollenförmigen Elementen. Das Entfernen der Bromide war nicht möglich, wohl, weil die Konzentration viel zu gering war. Aber auf das Chlor konnte auch nicht verzichtet werden.

Verantwortlich für das Reservoir ist das Los Angeles Department of Water and Power (LADP). Dessen Chief Operations Officer Marty Adams erläutert ein paar Hintergründe.

> So we made this unfortunate scientific discovery that actually was not part of any regulatory scheme and so here we are at the reservoir. We have a water source that’s got bromide in it but it’s harmless. We have chlorine, we have to have to disinfect the water, and we have sunlight because it’s open. The only choice we have is to remove sunlight. …Doctor Brian White did some research and he found the shade ball.

Eine Wasserquelle mit eigentlich harmlosen Bromiden. Chlor ist vorgeschrieben zur Desinfektion. In Südkalifornien scheint die Sonne kräftig. Da war es die einzigste verbleibende Option, das Sonnenlicht zu entfernen.

Zu den Shade Balls gibt es bereits einen deutschen Wikipedia-Artikel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Shade_balls

Demnach wurden die Bälle zwischen 2012 und 2015 in das Reservoir eingebracht. Das ist der größte Trinkwasserspeicher, den das LADP betreibt. 13 Millionen Kubikmeter Wasser würden Los Angeles drei Wochen lang mit Wasser versorgen.

Die Gesamtoberfläche liegt bei 700.000 Quadratmetern. Die Verdunstung reduziert sich um 85 - 90 %, das spart eine Million Kubikmeter Wasser pro Jahr. Ferner bremsen die Kugeln das Algenwachstum und halten Vögel ab. Schließlich wird der Chlorbedarf durch die Kugeln deutlich reduziert.

Manche Flughäfen nutzen Shade Balls, um Vögel von Wasserflächen auf dem Flughafengelände abzuhalten.

Die Gesamtkosten der Bälle lagen bei 34,5 Millionen Dollar. Andere Abdeckungen wären um 250 Millionen Dollar teurer geworden.

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