Wattana Panich Restaurant in Bangkok - renowned Beef Noodle Soup is simmering for 45 years - Restaurant in Bangkok ist für die eigene Rind-Nudel-Suppe berühmt - die köchelt seit 45 Jahren

22.07.2019 23:37:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Thailand, genauer gesagt in Bangkok, gibt es es Restaurant, das für seine Rind-Nudelsuppe bekannt ist. Die wird nach einem eigenen Rezept hergestellt.

Aber das eigentliche "Geheimnis" der Suppe ist etwas, das in der heutigen, schnelllebigen Zeit kaum zu glauben ist.

Denn das "besondere Aroma" verdankt die Suppe Bestandteilen, die lange köcheln. Doch was heißt "lange"? Das Rezept: Die Suppe, die am Abend übrig bleibt, kommt wieder in den sehr großen Topf. Und wird am nächsten Tag wiederverwendet. So köchelt das Restaurant seit 45 Jahren in inzwischen der dritten Generation - an einer Suppe.
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A Restaurant in Bangkok Has Been Simmering Their Renowned Beef Noodle Soup for 45 Years

https://laughingsquid.com/beef-noodle-soup-has-been-simmering-for-45-years/

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Für eine gute Suppe sind gute Zutaten wichtig. Und Zeit, viel Zeit. Das eigentlich Besondere ist dann die Brühe.

Die Suppe wird also nicht pro Gast hergestellt. Sondern es gibt einen sehr großen Topf, in dem die Suppe köchelt. Immer wieder werden frische Bestandteile hinzugefügt. Gekochte Teile und Brühe werden abgeschöpft und serviert.

Die Mutter des jetzigen Inhabers ist für die morgendliche Schicht zuständig. Er kocht die Suppe am Nachmittag und am Abend, seine Frau ist für die sonstigen Abläufe im Restaurant zuständig.

Die beiden haben drei Kinder. Und hoffen, daß diese später ebenfalls einsteigen werden.

Das Video direkt auf YouTube:

This Soup Has Been Simmering for 45 Years

https://www.youtube.com/watch?v=dfgS2N5yIDQ

Auf Instagram gibt es einige Bilder:

https://www.instagram.com/p/B0DgWy7HCRu/

Dieser merkwürdig erscheinende dunkle Rand? Das sind die Tropfen von 45 Jahren, die sich in dieser Zeit zu so einem Rand aufgeschichtet habe.

Wenn man bei Google-Maps nach

Wattana Panich Restaurant, Ekkamai Road, Khlong Tan Nuea, Watthana, Bangkok, Thailand

sucht, gibt es den Standort.

Wattana Panich Restaurant, Ekkamai Road, Khlong Tan Nuea, Watthana, Bangkok, Thailand

Links oben ist ein Bild eingeblendet, das ebenfalls diesen großen Suppentopf zeigt. Diese Technik des Wiederverwendens von Suppenresten ist sehr alt. Und sorgt damit für ein unvergleichliches Aroma.

10 Cal Tower - Watching Tower in a seaside public park in Bangsaen, Thailand - Aussichtsturm, der Kindern verschiedenste Routen nach oben bietet - von Supermachine Studio

21.07.2019 23:24:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der folgende "Watching Tower" entstand 2014 im thailändischen Bangsaen. Dort gibt es einen langgestreckten Strand und den Bangsaen Lang Beach Public Park. Der sieht - zumindest bei Google-Maps - nach einer Aufschüttung im Meer aus.

Dort wurde 2014, zum hundertjährigen Jubiläum der Siam Cement Group (SCG), von den Architekten von Supermachine Studio ein interessanter Aussichtsturm gestaltet. Finanziert von SCG, die zwei weitere kommunale Projekte zu ihrem Jubiläum finanzierten.
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10 Cal Tower / Supermachine Studio

https://www.archdaily.com/594809/10cal-tower-supermachine-studio

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Die Architekten stellten sich die Frage: Wie kann ein "Playground" gestaltet werden, der Kinder zu großer Aktivität ermutigt und der es umgekehrt Eltern ermöglicht, relativ passiv zu sein.

Das Ergebnis ist ein Aussichtsturm, der wie ein Labyrinth gestaltet ist. Man kann auf verschiedensten Wegen nach oben kommen. Gleichzeitig sind die Ränder der Treppen so hoch, daß kleine Kinder, die das Risiko noch nicht einschätzen können, da auch sicher unterwegs sind.

> The structure offers some tens combinations of routes for families to redefine their relationships. Playing hide and seek in the labyrinth is, for us, an activity that allow parents to spend more time with their kids.

Es gibt diverse Routen, so daß Eltern mit ihren Kindern Verstecken spielen können.

Den Namen 10Cal Tower hat er deshalb, weil ein normaler Weg nach oben 10 Kalorien verbraucht.

Relativ nahe gibt es zwei größere Bäume. Die wachsen mit der Zeit hoch, so daß die oberen Zweige in den Turm hineinragen.

Wenn man bei Google-Maps nach

10 Cal Tower

10 Cal Tower

sucht, sieht man den Turm von oben.

Auf den Skizzen bei Archdaily sieht man, wie die verschiedenen Ebenen miteinander verknüpft sind. Durch die relativ hohen Wände wirkt der Turm höher, als er in Wirklichkeit ist.

Bei YouTube gibt es ein Drohnenvideo:

The Labyrinth, 10 Cal Tower by Supermachine studio

https://www.youtube.com/watch?v=LY4W11VQAyw

Demnach ist der Turm grade mal 8 Meter hoch.

Cork House - Carbon neutral house in Berkshire made almost out of cork - Haus in Berkshire das wesentlich aus Kork hergestellt wurde

20.07.2019 23:42:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Kork denkt man vielleicht an Weinflaschen und die dort verwendeten Korkverschlüsse. Oder an Korkböden, bei denen die isolierende Wirkung von Kork genutzt wird.

Aber ein Haus größtenteils aus Kork herstellen?

Im britischen Berkshire wurde ein solches Haus gebaut. Die tragenden Wände sind aus Korkblöcken, ebenso das Dach. So daß das Haus der Versuch ist, die tragenden Teile eines Hauses (Wände + Dächer) ausschließlich aus einem einzigen nachwachsenden Rohstoffen herzustellen.

Entworfen und gebaut wurde das von Matthew Barnett Howland, Dido Milne und Oliver Wilton. Das Haus basiert auf einem baukastenartigen Prinzip.
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this experimental, carbon-neutral house is made almost entirely out of cork

https://www.designboom.com/architecture/carbon-neutral-house-cork-07-19-2019/

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Wesentlich dabei:

> with a focus on simplicity and sustainability, the project provides an inventive solution to the complexities and conventions of modern house construction, built almost entirely from a single bio-renewable material instead of an array of materials, products and specialist sub-systems.

Das Projekt bietet eine Lösung für die Komplexität des modernen Hausbaus, da größtenteils auf ein einziges nachwachsendes Material zurückgegriffen wird. Anstatt daß man sich mit einem Mix aus Materialien, Produkten und speziellen Teilsystemen beschäftigen muß.

Design, Entwicklung und Tests wurden gemeinsam mit der Bartlett School of Architecture UCL durchgeführt. Das Haus verfügt über ein Konstruktionssystem, so daß alle 1268 Korkblöcke am Ende der Lebensdauer wiederverwendet, recycelt - oder einfach kompostiert werden können.

Das Haus ist als vorgefertigter Bausatz konzipiert. Die Einzelteile können vor Ort ohne Mörtel oder Kleber montiert werden. Die Struktur erinnert an jene einfachen Konstruktionsprinzipien, die auch bei alten Steinstrukturen verwendet wurden. Und der freiliegende Kork führt dazu, daß sich die Wände sanft anfühlen, gut riechen und dämpfend wirken.

Am Ende des Beitrags gibt es eine Skizze, die das Haus zerlegt in die Einzelteile zeigt. Ein Rahmen am Boden, da drauf der Hausboden. Dann folgen die Wände, die gewissermaßen aus Korkblöcken zusammengebaut sind. Die Wände werden von oben her durch einen zweiten Rahmen zusammengehalten, der ähnliche Dimensionen wie der Rahmen am Boden hat. Drüber folgen die 5 Dachelemente.

Bei den Photos vom Innenraum sieht man, daß diese beiden Rahmenelemente aus Holz bestehen.

Das Haus ist eines von 6 Einträgen auf der diesjährigen Shortlist zum 2019 RIBA Stirling Prize.

The Beach and the Time - Copacabana Beach Installation - eine Sitzbank als 31-Meter-Quadrat und umgeschichteter Sand - eine Installation von Pedro Varella in Rio de Janeiro

19.07.2019 23:08:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Flaches Gelände mag manchmal ganz angenehm sein. Aber das "flache Gelände" kann dann auch dazu tendieren, strukturlos zu sein. So daß sich Leute im "flachen Gelände" verlieren.

Das gilt - natürlich - auch für flache Strände. Der Künstler und Architekt Pedro Varella hatte an der Copacabana in Rio de Janeiro eine interessante Installation aufgebaut.

Eigentlich war der Strand dort flach. Also ohne jede Struktur.

Dann gab es zwei Änderungen. Zum einen wurde ein 31 x 31 Meter großes Quadrat mit einer Höhe von 50 Zentimetern aufgestellt. Im Prinzip ist das "nur" eine Sitzbank, bestehend aus einer metallischen Struktur und oben aufgebrachten Holzbrettern. Davon eben vier Stück, angeordnet als großes Quadrat.

Dann kam ein Bagger. Der hob im Inneren dieses Quadrats ein größeres Loch aus. Und schaufelte den Sand an einer Ecke zu einem Haufen auf. Dieser Haufen bedeckt das Quadrat an dieser Ecke.

Ferner wurde unter der gegenüberliegenden Ecke ebenfalls Sand weggegraben. Dort ist die Ecke des Quadrats nun in der Luft. Kinder können von unten an den Metallstangen hangeln.

So daß sich insgesamt ein abgegrenzter Bereich mit einem Hügel und einer kleinen Arena ergibt.
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pedro varella's copacabana beach installation results in a new topographic landscape

https://www.designboom.com/art/pedro-varella-copacabana-beach-installation-rio-de-janeiro-07-19-2019/

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Das war zunächst Teil des "Tempo Festivals" im Oktober 2018. Da war dies der Platz für eine Performance von Julie Desprairies.

Der Strand als Lebensmittelpunkt:

> the beach is the place of leisure, work, meetings, sexuality, repression, sleeping, playing, the place of the sun and much more,’

Auf der Seite des Festivals

Tempo Festival

http://tempofestival.com.br/

findet sich zwar auf der Startseite ein Bild von "The Beach and the Time". Sonst sind aber keine weiteren Informationen auffindbar.

Dafür gibt es bei Pedro Varella

Tempo Festival

http://www.grua.arq.br/projetos/tempo-festival

weitergehende Skizzen und eine Drohnenaufnahme aus der Luft.

Drones to create world's first crowdsourced graffiti - four unmanned aerial vehicles - vier Drohnen erzeugen ein Graffiti - von Carlo Ratti Associati in Turin

18.07.2019 23:35:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Große Graffiti erfordern einen nicht unbeträchtlichen Aufwand. Das Bild wird geplant, dann gibt es erste Orientierungslinien auf der Fläche, die gestaltet werden soll. Schließlich folgen die Details.

In Turin wurde nun ein 12 x 14 Meter großes Graffiti im Rahmen der "Urban Flying Opera" (UFO) erstellt.

Vier Drohnen flogen zwei Tage am Stück und erstellten das Graffiti. Jede Drohne hatte einen Farbtank und besprühte damit die Leinwand. Diese war im Aurelio Peccei Park aufgebaut. Innerhalb einer Struktur, die früher vom Autohersteller Iveco genutzt worden war.
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Carlo Ratti uses drones to create "world's first crowdsourced graffiti"

https://www.dezeen.com/2019/07/16/carlo-ratti-drone-swarm-crowdsourced-graffiti-turin/

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Das Bild besteht aus drei Ebenen. Eine graue Ebene legt eine Geschichte fest. Eine magnetafarbene Ebene repräsentiert Communities und öffentliche Räume. Eine hellblaue Ebene verbindet diverse Elemente.

Gemacht wurde das vom italienischen Studio Carlo Ratti Associati zusammen mit einem lokalen Unternehmen und dem russischen Unternehmen Tsuru Robotics.

Die Drohnen wurden von einem zentralen Managementsystem koordiniert. Ein Monitoringsystem trackte die genauen Koordinaten, um die Real-time-Koordination der 4 Drohnen zu ermöglichen.

Laut dem Studio ist dies das erste Beispiel, bei dem Drohnen genutzt werden, um ein kollaboratives Kunstwerk auf einer vertikalen Leinwand zu erstellen.

Die Gestaltung hatte wohl einen Vorlauf:

> More than a thousand participants submitted their visions for the future of cities to the project's organisers, who worked with the University of Turin and the Polytechnic University of Turin to select around 100 examples for inclusion in the final design.

Mehr als tausend Teilnehmer hatten ihre Visionen über die Zukunft von Städten mitgeteilt. Daraus wurden etwa 100 Beispiele ausgewählt, die in das spätere Bild übernommen wurden.

> "The city is an open canvas, where people can inscribe their stories in many ways,"

Die City sei wie eine offene Leinwand. Wo Menschen ihre Geschichten auf vielfältige Weise einschreiben könnten.

Und weiter:

> "Such processes have always been happening; however, with UFO we tried to accelerate them, using drone technology to allow for a new use of painting as a means of expression."

Solche Prozesse habe es immer schon gegeben. Aber mit UFO haben wir versucht, diese zu beschleunigen. Drohnentechnologie wird genutzt, um eine neue Art des Malens als Ausdrucksmittel verwenden zu können.

Abstract Aerial Art - Manmade Patterns and shadows - drone images - Bilder, die wie abstrakte Gemälde wirken - per Drohne erstellt - von JP und Mike Andrews

17.07.2019 23:14:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wann ist ein Photo beeindruckend? Vielleicht dann, wenn man es nur zur Hälfte sieht und mit der Vermutung, was das Photo zeigen könnte, völlig daneben liegt.

So ging es mir mit dem Photo, das als Vorschaubild oben zu sehen ist.

Das ist im Originalartikel so groß eingebunden, daß es im Browser auf der Bildschirmmitte beginnt. Und man zunächst nur diese senkrechten Streifen sieht.

Aber was ist das? Eine bedrohliche, unheimliche Botschaft auf einer Wand?

Nein, ein Containerschiff im Wasser, bei dem die Sonne genau von der Seite kommt, so daß die Lücken zwischen den Containern diesen Streifeneffekt produzieren.

Das ist eines von diversen Bilder, welche die beiden Briten und Brüder JP und Mike Andrews per Drohne aufgenommen haben.
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Manmade Patterns and Uncanny Shadows Photographed From Above by JP and Mike Andrews

https://www.thisiscolossal.com/2019/07/manmade-patterns-and-uncanny-shadows-photographed-from-above-by-jp-and-mike-andrews/

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Die beiden begannen, Luftaufnahmen zu erstellen, nachdem sie in Australien unterwegs waren.

Spezialisiert haben sie sich darauf, einzigartige Strukturen und Muster zu entdecken, die nur aus der Luft sichtbar sind.

Etwa das zweite Bild - diverse Ruderboote, die eine kreisförmige Struktur bilden.

Das dritte Bild mit den Autos auf einem Parkplatz wirkt, als ob die Autos von Software-Umrissen erfaßt werden. Bis man begreift: Diese "Umrisse" sind ja dort auf dem Asphalt aufgebracht.

Und die Straße, die von Sandbergen verschluckt wird: In nördlichen Ländern oder in den Alpen mag es Schnee geben, der Straßen unpassierbar macht. Dort ist es die Wüste, die Straßen mit Sand "überflutet".

Wenn das Containerschiff nicht direkt senkrecht von der Sonne angestrahlt wird, sondern das Schiff schräg zu den Sonnenstrahlen unterwegs ist: Dann wird der Schatten zur zerklüfteten, mittelalterlichen Burg.

Und das Kamel in der Wüste, fast genau von oben her aufgenommen? Da ist das Kamel selbst fast nicht zu sehen. Aber stattdessen gibt es einen perfekten Schattenriß.

Noch viel mehr gibt es auf dem Instagram-Account

AbstractaerialArt

https://www.instagram.com/abstractaerialart/

Manche Photos sind "verständlich". Man versteht, was abgebildet wurde. Bei anderen Aufnahmen ist das "deutlich anders".

Die Website

https://www.abstractaerialart.com/

bietet Druckversionen dieser Bilder zum Kaufen.

House in Kyoto - Family House in Kyoto with a tree growing in the middle - Haus für eine fünfköpfige Familie mit einem jungen Baum in der Mitte - von 07BEACH

16.07.2019 23:47:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Häuser, die um bestehende, teils sehr alte Bäume herumgebaut werden. Das ist die Alternative zum Abholzen: Der Baum wird in die Planung integriert.

Eine zweite Variante hat eine fünfköpfige Familie im japanischen Kyoto gewählt. Sie ließen sich ein neues Haus bauen. In dessen Mitte ein noch relativ kleiner Baum wächst.

Der Baum scheint zwei Stämme zu haben, die beide noch ziemlich dünn sind.
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A Family House in Kyoto with a Tree Growing in the Middle

https://design-milk.com/a-family-house-in-kyoto-with-a-tree-growing-in-the-middle/

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Ganz unten in dem Beitrag gibt es eine Querschnittszeichnung. Das Haus ist um einen zentralen offenen Raum herum gebaut, der Erdgeschoss und erstes Stockwerk umfasst. Dort steht auch der Baum, der nach oben hin Platz hat.

Die drüberliegende Dachschräge hat sechs sehr große Fenster, die geöffnet werden können.

So daß dieser zentrale Raum nicht nur Licht von den Fenstern an der Seite, sondern zusätzlich durchs Dach bekommt.

Ferner sind in diesem Bereich ein großer Esstisch und eine Küchenecke untergebracht. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es eine Badewanne, die wohl auch abgetrennt werden kann. Dahinter ist das Schlafzimmer für die Eltern.

Im ersten Stock gibt es auf der einen Seite drei identische Räume für die drei Kinder. Auf der anderen Seite einen "Tatami Raum", also einen Raum, der mit japanischen Reismatten ausgelegt ist.

Interessant ist der Weg nach oben: Es gibt eine relativ flache Treppe von unten, die sich folglich durch den halben zentralen Raum mit dem Baum zieht. Diese Treppe führt zum "Tatami-Raum". Auf der anderen Seite des zentralen Raums geht eine hölzerne Schräge zur anderen Seite zu den Kinderzimmern. Die beiden Raumelemente im ersten Stock sind also nicht gleich hoch, die Kinderzimmer sind etwas höher.

Damit ist der Weg zu den Kinderzimmern auch relativ weit: Die Treppe hoch, einmal die Querseite des zentralen Raums durchqueren, dann die Längsseite des zentralen Raumes.

Da die ganzen Elemente aus hellem Holz gemacht sind, wirkt das am Abend mit runden Kugellampen sehr schön.

Die Quelle:

House in Kyoto (ENGLISH)

https://zero7beach.blogspot.com/2019/06/house-in-kyoto.html

Da findet sich der Hinweis, daß das Grundstück einen Parkplatz für ein Auto bieten mußte. Damit gab es kaum mehr Platz für einen Garten, da vom Nachbarn gleich die Wand folgte. Deshalb die Idee eines solchen großen Innenhofes. Der Baum ist gewissermaßen ein Stück Garten im Haus.

Und:

> It is expected that the tree which will grow close to three children will strengthen the relationship between the family and the house as if the tree is another member of the family.

Wenn der Baum wie die Kinder wächst, dann ist der Baum so etwas wie ein weiteres Familienmitglied.

Ganz unten findet sich eine weitere Skizze, die das Haus im Querschnitt zeigt.

Man hätte auch zwei Treppen bauen können: Je eine pro erstem Stock. Durch das gewählte "Zwischenstück" ergibt sich eine ganz andere Raumaufteilung.

Concrete Choreography - Robots 3D print different concrete Columns without formwork - 3D-Drucker drucken 9 individuelle Betonsäulen ohne die Verwendung von Verschalungen

15.07.2019 23:58:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Sieht man sich Gebäude an, die im wesentlichen aus Beton gebaut wurden, dann fällt auf, daß diese meist rechteckige Formen haben. Der Grund dafür ist konstruktionsbedingt:

Betonbauten werden normalerweise so erstellt, daß Verschalungen (Formworks) erstellt werden, in die der halb flüssige Beton hineingegossen wird. Dann härtet er aus.

Diese Herstellungstechnik führt zwangsläufig dazu, daß Säulenelemente einen rechteckigen oder einen runden Querschnitt haben. Andere Formen lassen sich durch Verschalungen praktisch nicht erzeugen.

Ganz anders sieht dies jedoch aus, wenn man 3D-Druck verwendet. An der ETH Zürich wurden nun 9 verschiedenartige Betonsäulen per 3D-Druck hergestellt. Jede hat eine individuelle Gestaltung. Die Herstellung verläuft völlig automatisiert. Ferner läßt sich Material einsparen, da es nicht notwendig ist, den gesamten Innenraum mit Beton zu füllen.
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robots 3D-print nine different concrete columns without any formwork

https://www.designboom.com/architecture/3d-printed-concrete-columns-switzerland-eth-zurich-07-15-2019/

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Das Video auf YouTube:

Concrete Choreography

https://www.youtube.com/watch?v=rvd20U-QgKw

Jede Säule hat eine Höhe von 2,7 Metern und wurde in 2,5 Stunden gedruckt.

Das wurde in Zusammenarbeit mit dem Origen Festival in Riom gemacht, dorthin wurden die Säulen auch gebracht.

Die Säulen erinnern an antike Säulen, die aus Stein gehauen wurden. Allerdings ist der Zeitaufwand natürlich verschwindend.

Dem Satz

> computationally designed material ornament and surface texture exemplify the versatility and significant aesthetic potential 3D concrete printing holds when used in large-scale structures.

kann man nur zustimmen: Am PC entworfene Strukturen und die durch den 3D-Druck erzeugte Oberflächenstruktur veranschaulichen die Vielseitigkeit und das ästhetische Potential, das durch solche 3D-Drucktechniken bei der Entwicklung und Gestaltung solcher größerer Strukturen möglich ist.

Auf einem der späteren Photos sieht man auch, daß eine der Säulen nur aus zwei "Betonwürsten" besteht. Das ist also deutlich weniger Material im Vergleich zu einer vollständig ausgefüllten Säule.

In dem Video ist zu sehen, daß nach der Fertigstellung ein rundes Stahlgitter in eine Säule geschoben wurde. Ferner wurde die Säule wohl mit steinernem "Füllmaterial" aufgefüllt.

Wenn man sich klar macht, daß die Entwicklung von 3D-Drucktechniken derzeit noch sehr jung ist. Dann könnten über kurz oder lang mit solchen Techniken ganz neue Gestaltungen von Gebäuden aus Beton möglich sein.

Utrecht turns 316 Bus Stops into Bee Stops - Utrecht begrünt Dächer von 316 Bushaltestellen, um Bienen und anderen Insekten zusätzlichen Lebensraum zu bieten

14.07.2019 23:44:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tja, so schnell kann das gehen: Im Juni gab es die Idee eines französischen Studios, Bushaltestellen mit Dächern zu begrünen, um mehr Platz für Insekten zu schaffen.

Das Konzept sah aber auch vor, die Wände aus porösen Materialien zu erstellen, so daß dort weitere Nischen entstehen. Damit wären aber Neubauten notwendig gewesen.

Die niederländische Stadt Utrecht hat nun eine Lösung gefunden, die sich deutlich schneller umsetzen ließ:

316 vorhandene Bushaltestellen mit Dächern wurden begrünt.
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The Netherlands Turns 316 Bus Stops Into Bee Stops

https://www.boredpanda.com/city-in-netherlands-transforms-bus-stops-into-bee-stops-utrecht/

Ein Text beim Polis-Magazin:

UTRECHT: 316 BUSHALTESTELLEN IN BIENENWIESEN VERWANDELT

https://polis-magazin.com/2019/07/utrecht-316-bushaltestellen-in-bienenwiesen-verwandelt/

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Die Dächer speichern damit Wasser, kühlen im Sommer und fangen Feinstaub ein. Meist wurden Mauerpfeffer für die Bepflanzung gewählt. Also Dickblattgewächse, die Wasser gut speichern können und auch eine Weile ohne Wasser auskommen können.

Ferner wurden die Haltestellen mit einer LED-Beleuchtung und Bambussitzplätzen ausgestattet.

Laut

In Utrecht sollen Bushaltestellen Bienen retten

https://www.jetzt.de/umwelt/niederlande-wollen-bienen-mit-bepflanzten-bushaltestellen-retten

übernehmen städtische Bedienstete die Wartung der Dächer. Sie fahren dazu in E-Autos durch die Stadt.

Die Frage ist zwangsläufig: Warum wird das nicht schon längst in diversen Städten gemacht?

Mal sehen, ob die Idee tatsächlich von anderen Städten aufgegriffen wird. So daß es eine Art Wettbewerb für solche Initiativen gäbe. Oder ob auch in ein paar Jahren Utrecht die einzigste Stadt mit solchen begrünten Bushaltestellen ist.

Wenn man sehr vage eine Dimension von 2 Metern Breite und 5 Metern Länge annimmt, dann hätte so ein Dach eine Fläche von etwa 10 Quadratmetern. Eine einzelne Bushaltestelle bringt also sehr wenig zusätzlichen Platz. Sind das allerdings 300 Bushaltestellen, dann sind das 3000 Quadratmeter zusätzliche Grünfläche.

Zum Vergleich: Ein Fußballfeld darf zwischen 90 x 45 Metern und 120 x 90 Metern groß sein. Das sind 4050 - 10800 Quadratmeter. Die 316 begrünten Bushaltestellen liegen also - sehr grob - im Bereich der Größe eines kleinen Fußballfeldes.

Das ist einerseits nicht so viel. Andererseits werden damit versiegelte Böden wieder teilweise "entsiegelt" - nun nicht am Boden, sonder eine Ebene höher.

TTC Elite Saigon Kindergarten in Ho Chi Minh City - farbenprächtiger Kindergarten von Kientruc O mit unterschiedlichsten farbigen Fenstern

13.07.2019 23:55:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ich mir hier in Berlin manche Kindergärten ansehe (einen beim Blick aus dem Fenster), dann sind das graue Standardkästen.

Ganz anders Kindergärten, die in anderen Ländern neu gebaut werden. Etwa in Vietnam, in Ho Chin Minh.

Dort hat das Architekturunternehmen Kientruc O einen Kindergarten fertiggestellt.

Auf den ersten Blick könnte man sagen: Ok, daß ist auch nur ein rechteckiger Klotz. Aber das vierstöckige Gebäude hat eine weiße Fassade, in der es verschiedenste geometrische Formen gibt. Die alle auch noch unterschiedlich farbig gestaltet sind.

So daß bereits die Fassade ein Hingucker ist.
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kientruc o introduces vibrant 'playhouse' kindergarten to ho chi minh city

https://www.designboom.com/architecture/kientruc-o-elite-saigon-kindergarten-ho-chi-minh-city-07-11-2019/

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Auf den ersten Blick wirken diese rundlichen Fenster wie willkürlich angeordnet. Tatsächlich sorgen sie aber dafür, daß sowohl Licht als auch Luft ausreichend ins Gebäude hineinkommt.

Von innen her wirken diese Fensteröffnungen geradezu magisch. Da sieht man, daß manche der "Fenster" innen am Fußboden ansetzen. Andere sind wie großzügige "Türen nach draußen" gestaltet. Inklusive eines kleinen Gitters, so daß sich eine Art "Mini-Balkon" ergibt. Dritte sind Fenster in "üblicher Höhe".

Mit dem Effekt, daß die Fenster, die am Fußboden ansetzen, auch für die kleinen Kinder einen Blick nach draußen ermöglichen. Etwas, das bei normal hohen Fenstern für Kinder nicht möglich ist.

In der Nacht bzw. am frühen Morgen scheint der Kindergarten von innen her zu leuchten.

Auf einem Fassadenphoto sieht man, daß manche der Fenster einen Rahmen haben, der relativ weit nach draußen ragt. So daß sich der Platz, der für die farbige Bemalung zur Verfügung steht, gegenüber einer einfachen Lösung verdoppelt.

Ziemlich weit unten gibt es Skizzen, welche die Fassade als Fläche zeigen. Da sieht man, wieviele Fenster es insgesamt gibt.

Bei Dezeen:

Kientruc O designs colourful kindergarten in Ho Chi Minh City

https://www.dezeen.com/2019/07/11/ttc-elite-saigon-kindergarten-kientruc-o/

findet sich eine interessante Formulierung:

> "It is simply conceived in a pure geometric shape to provoke a sense of curiosity for the kids, as they interact with it on a daily basis,"

Eine pure, geometrische Form, die bei den Kindern eine Art von Neugier wecken soll. Wenn sie täglich diese Formen sehen und mit ihnen interagieren.

Insgesamt hat das Haus fünf Ebenen, ein Erdgeschoss und vier Etagen drüber.

Solar Egg - golden mirrored sauna returns to Sweden - hölzerne, goldverkleidete mobile Sauna in Eiform geht zurück nach Schweden - von Bigert & Bergström

12.07.2019 23:46:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Sauna, die auf Reisen war. So könnte man die beiden ersten Lebensjahre des "Solar Egg" bezeichnen.

Gebaut von Bigert & Bergström, war die Sauna seit April 2017 unterwegs: In Paris, Stockholm, Kopenhagen und Minnesota. Nun kehrt sie zurück nach Schweden, in die Stadt Rättvik.
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bigert & bergström's solar egg, a golden mirrored sauna, returns to sweden

https://www.designboom.com/design/bigert-bergstroms-solar-egg-golden-sauna-sweden-07-12-2019/

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Die Sauna ist 5 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 4 Metern. Die Hülle besteht aus 69 einzelnen Holzteilen, die die zusammen eine Eifläche bilden.

Die ganze Konstruktion steht auf einem Ständer auf 6 Stahlstreben.

Eine etwas eingelassene Tür kann über eine Treppe betreten werden.

Innen ist alles mit Holz ausgekleidet. Zwei Sitzreihen, in der Mitte ein Holzofen, über den in einem Metallbehälter diverse Steine geschichtet sind.

Bei den beiden Künstlern finden sich weitere Hinweise.

Solar Egg at American Swedish Institute, Minneapolis

http://www.bigertbergstrom.com/solar-egg-at-american-swedish-institute-minneapolis

Da stand die mobile Sauna

> From March 6 to April 28, 2019

Beim American Swedish Institute finden sich weitere Informationen:

Solar Egg Sauna: Bigert & Bergström

https://www.asimn.org/exhibitions-collections/exhibitions/solar-egg-sauna-bigert-bergstrom

Innen gibt es eine Saunatemperatur von 75°C - 85°C. Gäste konnten dort Mittwoch und an den Wochenenden Saunagänge buchen.

Da findet sich ein Link auf den initialen Artikel 2017:

Solar Egg

http://www.bigertbergstrom.com/solar-egg-2017

In dem gibt es Skizzen zur Konstruktion des Solar Eggs.

Zuerst wurde Solar Egg in Kiruna aufgestellt, der nördlichsten Stadt von Schweden. Diese steht vor radikalen Wandlungen. No mine, no town. Die dortige Erzlagerstätte verläuft quer unter der Stadt, so daß die Stadt in den nächsten Jahrzehnten "umziehen" muß. 2007 gab es einen ersten Beschluß, das Stadtzentrum zu verschieben. 2010 wurde das konkretisiert, das Stadtzentrum solle um 5 km nach Osten verschoben werden.

> Solar Egg has been made as a social sculpture where local people and visitors to the town can meet and, for instance, discuss these challenges. In the arctic climate of Lapland the sauna occupies a key position, as a room for warmth and reflection.

Ein weiterer Standort des Solar Eggs:

Solar Egg at Kunsthal Charlottenborg 12 October—13 January 2019

http://www.bigertbergstrom.com/solar-egg-at-kunsthal-charlottenborg-12-october%E2%80%9413-january-2019

> Bigert & Bergström originally designed the Solar Egg for the Swedish housing developer Riksbyggen to stand as a symbol of new beginnings in the town of Kiruna.

Rättvik, der endgültige Standort des Solar Eggs, ist eine Kleinstadt (~5000 Einwohner) in Mittelschweden am See Siljan.

World Infrastructure - Five Maps that show how small our world is - Peter Atwood zeigt in fünf Weltkarten interessante statistische Verteilungen

11.07.2019 23:40:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

"Eigentlich" kennt man die Daten ja einigermaßen. Europa ist dicht besiedelt, in Afrika gibt es Wüsten und die Sahara, in Australien gibt es das Outback.

Aber wie sind Bevölkerung und Verknüpfungen wie Straßen, Eisenbahnlinien, Flughäfen und Seehäfen verteilt?

Peter Atwood hat sich für solche Fragen interessiert. Und fünf Weltkarten erstellt.
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I Created 5 Maps That Show How Small Our World Actually Is

https://www.boredpanda.com/5-maps-show-how-connected-world-is-peter-atwood/

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Diese zeigen:

1. Die Verteilung der Bevölkerung
2. Die Verteilung der Straßen
3. Die Eisenbahnlinien
4. Die Flughäfen
5. und die Seehäfen.

Die Karten sind bei BoredPanda relativ klein.

Unter

Peter Atwood Projects - World Infrastructure

https://peteratwoodprojects.wordpress.com/world-infrastructure/

gibt es eine große Grafik, die alle fünf Einzelgrafiken enthält.

Bei der Bevölkerungsverteilung gibt es "große schwarze Löcher" - in Südamerika, in Afrika in der Sahara und in einem Korridor nach Süden, in Asien abseits der dicht bevölkerten Gegenden in China. Und in Australien, das in mehrere Teile zu zerfallen scheint. In den USA gibt es die Westküste sowie - ausgehend von der Ostküste - einen breiten Streifen. Dazwischen nur relativ wenige große Zentren.

Wenn man die Daten bsp. mit Wikipedia vergleicht, dann hat Afrika zwar mit ~1,2 Milliarden deutlich mehr Einwohner als Europa (~~746 Millionen). Aber diese konzentrieren sich deutlich stärker auf wenige Regionen.

Straßen gibt es mehr als 60 Millionen Kilometer. Dabei fällt auf, daß Straßen oft auch durch Gebiete gehen, die praktisch nicht besiedelt sind. Lediglich in Südamerika und Australien gibt es hinreichend große Gebiete ohne Straßen.

Deutlich anders ist das Eisenbahnnetz. In Europa sehr dicht, ebenso an der Ostküste von Australien, im Süden von Südamerika und in Südafrika. Aber große Gebiete in Südamerika, Afrika und Australien sind fernab von jeder Eisenbahn. In Afrika und auch in Südamerika fällt auf, daß es viele kleine "Bruchstücke" gibt, aber keine durchgehenden Linien.

> Europe shines brightest with its advanced network of high speed trains which make it possible to travel almost anywhere without a car. In North America on the other hand, trains are mostly used to carry freight across enormous distances. In Africa, most of the railroads were built by European colonizers to carry goods to the coast to be shipped back to Europe. And in Australia the longest trains in the world with more than 500 cars carry coal and minerals across the outback.

In Europa kommt man überall ohne Auto mit dem Zug hin. In Nordamerika dienen Züge dazu, Waren über große Distanzen zu transportieren. In Afrika liegen die Ursprünge des Schienennetzes in der Kolonialzeit. Güter sollten zu den Seehäfen transportiert werden. Und in Australien werden Kohle und Mineralien aus dem Outback per Eisenbahn transportiert.

Sehr verblüffend finde ich das Bild mit den Flughäfen. Da sieht die Verteilung plötzlich anders aus.

Manche der isolierten Gegenden sind nur per Flugzeug erreichbar.

> Cities in the Amazon rain forest, the middle of the Australian Outback, and the Canadian North aren’t connected to the rest of the world by roads or rails. Instead, people, food, and supplies have to travel by air.

Städte im südamerikanischen Regenwald, in Australien und im kanadischen Norden sind nicht an das Straßen- oder Schienennetz angeschlossen. Aber der Transport per Flugzeug funktioniert.

Die letzte Karte zeigt schließlich die Seehäfen. Die gibt es so gut wie überall.

Le Voyeur - Inverted Watch Tower with a trampoline and a mirror - Aussichtsturm mit einem Spiegel, der den Blick ins Gelände ermöglicht - Drocourt, Frankreich

10.07.2019 23:24:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einem Aussichtsturm denkt man normalerweise an ein hohes Gebäude oder Gestell, das man besteigen kann. Oben angekommen hat man einen guten Blick auf die umliegende Landschaft.

Das französische "Atelier Ari" hat dieses Konzept deutlich verändert, um eine Art "inversen Aussichtsturm" in einem neuen Park zu erschaffen. Der Park ist auf dem Gelände einer ehemaligen Kohlengrube oder einem ehemaligen Hochofen neu entstanden. Das liegt in Drocourt, im Nordosten von Frankreich

Das Prinzip: Ein senkrechter Turm, der aber nicht bestiegen werden kann, sondern hohl ist. Oben ist eine schräge Fläche angebracht, die innen als großer Spiegel gestaltet ist.

Die Fläche am Boden - ist ein Trampolin, auf dem Kinder herumhüpfen oder Erwachsene sitzen oder sich auf den Rücken hinlegen können.
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atelier ari builds inverted watch tower in france using a trampoline and a mirror

https://www.designboom.com/architecture/atelier-ari-le-voyeur-odysee-des-cabanes-drocourt-france-07-09-2019/

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Die Wirkung ist doppelt: Die Besucher, die innen auf dem Trampolin sind, sehen die umgebende Landschaft aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Als ob sie ein hohes Teleskoprohr nutzen würden und mit diesem die Landschaft erkunden würden.

Für Besucher, die außen stehen, werden dagegen die Besucher aus dem Inneren im Spiegel angezeigt.

Der Turm ist 6 Meter hoch, also nicht allzu hoch. Das ist eine Struktur aus Sperrholz, oben mit der Schräge. Von innen her hat man Ausblick auf Abraumberge. Die sind zwar nicht zugänglich, können mitsamt dem Wasser und den Inseln davor aber "neu gesehen" werden.

Die runde Form und die gewölbten Ecken von "Le Voyeur" sollen an die verschwundenen Gebäude erinnern, die dem Bergbau weichen mußten.

Ein kleines Drohnenvideo zeigt "Le Voyeur" von oben:

Le Voyeur _ drone movie close

https://vimeo.com/346821753

"L Voyeur" ist Teil des "odyssée des cabanes" - Wettbewerbs. Dieser lädt Künstler und Architekten ein, temporäre Pavillons zu gestalten. Diese sollen die umgestalteten Naturräume in dieser Gegend in Nordfrankreich erlebbar machen.

Wenn man bei Google-Maps nach

Drocourt, Frankreich

sucht und eine Stufe rauszoomt, sieht man, daß es nördlich vom Ort wohl einen großen Tagebau gegeben hat. Von der Umgestaltung ist aktuell noch nichts zu sehen.

Aerochk - Airport Escalator can perform the security check - Konzept für eine Rolltreppe zum Gateway, die den Security Check erledigt

09.07.2019 23:44:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Am Flughafen gibt es Sicherheitsüberprüfungen. Wie läßt sich das beschleunigen und vereinfachen?

Bei Imaginactive gibt es ein Konzept, das sich "Aerochk" nennt. Es soll die Schlangen vor Sicherheitsüberprüfungen an Flughäfen reduzieren.
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Aerochk

http://imaginactive.org/2019/02/aerochk/

Bei Yankodesign:

THIS FUTURISTIC AIRPORT-ESCALATOR CAN PERFORM YOUR SECURITY CHECK AS YOU STAND ON IT

https://www.yankodesign.com/2019/07/09/this-futuristic-airport-escalator-can-perform-your-security-check-as-you-stand-on-it/

Das Prinzip:

Fluggäste, die zum Gateway wollen, müssen die passende Rolltreppe nach oben nutzen. Ihr Gepäck stellen sie auf ein Rollband, das rechts neben ihnen hoch fährt. Während diesem Hochfahren wird das Gepäck automatisch durchleuchtet.

An einer Stelle muß der Ausweis oder Reisepass eingelegt werden. Dieser wird elektronisch geprüft und kann am Ende der Rolltreppe wieder entnommen werden.

Anschließend folgt ein Bereich, in dem der Fluggast "durchleuchtet" wird.

Wenn er oben angekommen ist, nimmt er seinen Ausweis und sein Gepäck und geht weiter in Richtung Flugzeug.

Als Kontext wird dort beschrieben: Leute, die regelmäßig fliegen, verbringen endlos viel Zeit damit, durch diese manuellen Sicherheitschecks durchzukommen. Das könne man doch automatisieren.

Ein Gedanke: Die Fehlerminimierung:

> The Aerochk also reduces the likelihood of human error which is prevalent in areas where large volumes of people are passing though. It is very easy for workers in airport security to miss contraband in luggage simply due to the excessive volumes that they have to process every hour.

Eine solche Technik reduziert die Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler in Situationen, wo sehr viele Passagiere abzufertigen sind. Es sei sehr einfach, im Gepäch Schmuggelware zu übersehen. Einfach deshalb, weil die Mitarbeiter pro Stunde ein sehr großes Volumen bewältigen müssen.

Das System könnte überall dort eingesetzt werden, wo eine große Zahl von Personen überprüft werden muß. Der Artikel nennt Flughäfen, Bus- und Eisenbahnfahrgäste. Eine "kleinere Variante" könnte in größeren Shoppingcentern, Sportstätten oder Theatern genutzt werden.

Das Konzept stammt in einer ersten Version von 2016 von Charles Bombardier, das Design von dem Industriedesigner Ashish Thulkar.

Selfie fever - Selfie Seekers are destroying California farmers' sunflower fields - Selfie-Fanatiker zertrampeln Sonnenblumen auf Feldern und unterbrechen die Bestäubung

08.07.2019 23:47:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit dem Aufkommen von Smartphones wurden auch Kameras immer leistungsfähiger. Aber das scheint - neben Selfie-Toten - nun zu weiteren problematischen Entwicklungen zu führen.

So gibt es in Kalifornien Farmer, die Sonnenblumen auf großen Feldern anbauen. Sie berichten über rücksichtslose Selfie-Touristen, die Selfies mit Sonnenblumen erstellen möchten.
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Farmers Fed Up With People Taking Selfies In Their Sunflower Fields

https://sacramento.cbslocal.com/2019/07/02/farmers-fed-up-with-people-taking-selfies-in-their-sunflower-fields/

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Farmer berichten, daß ihre Felder nahe Dixon im Solano County wie öffentliche Parks behandelt werden und sie ihre Ernte verlieren. Manche Leute kämen für Photoshootings inklusive entsprechender Ausrüstung. Andere machen Picknicks auf Feldern und ignorieren die "Betreten verboten" - Schilder.

> One woman taking selfies Tuesday in a field near Curry Road described the sunflower fields as an “amazing landscape.”

Aber Farmern geht diese "Liebe zu Sonnenblumen" zu weit. Zu weit in ihre Felder hinein.

Von Picknicks mit Wein und Käse berichtet ein Farmer.

Leute zerstören die Pflanzen und unterbrechen die Bestäubung, das tötet die Pflanzen.

Entweder blockieren sie den Highway. Oder sie betreten verbotenes Gelände.

Manchmal parken bis zu 150 Autos zu entsprechenden Zeiten. Etwa bei Sonnenaufgang am Wochenende. Woher wissen diese Leute von den Feldern?

> Farmers said selfie seekers are posting the location to social media and on popular blogging sites.

Per Social Media werden die Adressen weitergegeben.

Reporter meinten, man könne die Straßen doch blockieren. Aber das lehnen die Farmer ab. Sie müssen mit ihren eigenen Maschinen problemlos hinein- und herauskommen.

In dem Beitrag gibt es ein Video, das auch einige Aufnahmen dieser Selfie-Touristen zeigt.

First Class Bus Stop - Turning Bus Stop into a free Coffee Shop - George Barratt-Jones verwandelt eine Bushaltestelle in eine morgendliche Bar mit Kaffee, Tee und Keksen

07.07.2019 23:47:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man auf einen Bus wartet: Dann lesen die einen Zeitung oder Bücher. Die anderen beschäftigen sich mit ihren Smartphones. Dritte langweilen sich.

Wer dagegen in der Straße wohnt, in der auch George Barratt-Jones wohnt, der hatte an einem Tag Glück: Dieser hat eine kleine Bar eingerichtet.
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Guy Turns Bus Stop Into A Free Coffee Shop And Spreads A Little Joy

https://designyoutrust.com/2019/07/guy-turns-bus-stop-into-a-free-coffee-shop-and-spreads-a-little-joy/

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> “I created a First Class Bar at the bus stop in my street. Serving people coffee, thee and a home made cookies. While cafe music is being played in the background.”

Leute hätten angefangen, sich miteinander zu unterhalten. Über ihre Jobs, ihre Pläne für den Tag.

Auf seiner Domain hat er dazu ein kleines Video veröffentlicht:

First Class Bus Stop

https://www.georgious.nl/first-class-bus-stop

Das Video auf Vimeo:

First Class Bus Stop by George Barratt-Jones

https://vimeo.com/345066412

Die erste Wartende hat er noch mit seiner Bar vertrieben, weil er den Platz vor den beiden Sitzgelegenheiten belegte.

Und am Ende - ist wieder alles weg.

Der Hinweis:

> Public Installation - June, 8 2019

zeigt, daß das auch nur als eine einmalige Aktion gedacht ist.

Wem der Name bekannt vorkommt: Von George Barratt-Jones stammt auch der Cyclo Knitter:

Cyclo Knitter - in fünf Minuten auf dem Bahnsteig per Fahrradfahren einen Winterschal stricken - ein praktisches Kunstwerk von George Barratt-Jones

https://blog.server-daten.de/de/2018-06-12/Cyclo-Knitter---in-fuenf-Minuten-auf-dem-Bahnsteig-per-Fahrradfahren-einen-Winterschal-stricken---ein-praktisches-Kunstwerk-von-George-Barratt-Jones-294

der hier vor gut einem Jahr Thema war.

Optical Illusion Murals - Three-Dimensional Murals - Stadt.Wand.Kust mural project in Mannheim - Peeta zaubert auf einer flachen Hauswand dreidimensionale Illusion

06.07.2019 23:59:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hauswände in Klein- und Mittelstädten pflegen normalerweise glatt, also senkrecht zu sein. Höchstens unterbrochen von Balkonen oder Fenstern.

Ganz anders wirken sie allerdings, wenn sie von dem Künstler Peeta "bemalt" werden. Aber "bemalt" wird dem eigentlich nicht gerecht. Man müßte eher von einem "Neugestalten" sprechen.

Die senkrechte Hauswand ist die Leinwand. Und am Ende ist das Haus ein anderes geworden.
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Italian Artist Peeta Blends Graffiti and Abstract Forms Into Optical Illusion Murals

https://www.thisiscolossal.com/2019/07/peeta-abstract-illusion-murals/

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In Mannheim gibt es das Stadt.Wand.Kunst - Projekt.

Die Idee von Stadt.Wand.Kunst – Open Urban Art Gallery Mannheim

https://www.stadt-wand-kunst.de/die-idee/

Grauer Städte Mauern zu einer öffentlichen Galerie zu machen - das ist die Grundidee und das Ziel dieses Projektes. Seit 2013 werden jährlich Künstler eingeladen, um Hauswände zu gestalten.

Ein Ziel:

> das erste frei zugängliche Museum für Fassadenkunst in ganz Baden-Württemberg zu errichten.

Die Open Urban Art Gallery Mannheim.

2019 entstand das Bild von Peeta.

Abstrakte Elemente ziehen sich nun über die Fassade und erschaffen eine scheinbare Dreidimensionalität, obwohl die Hauswand - natürlich weiterhin flach ist.

Teils scheint es um einzelne Fenster herum nun deutlich nach hinten zu gehen. Und die eigentlich vorhandene 90°-Kante an der Hausecke löst sich völlig auf.

Unter

Mit einem Mural von PEETA startet STADT.WAND.KUNST 2019

https://www.stadt-wand-kunst.de/mit-einem-mural-von-peeta-startet-stadt-wand-kunst-2019/

gibt unten in der durchklickbaren Liste der Bilder ein Bild des Hauses vor seiner "Neugestaltung". Ein simples Haus, in grau und zwei Blautönen gestrichen

Da findet sich eine schöne Formulierung:

> die statische Wirkung des Hauses innerhalb von nur einer Woche aufzubrechen, ohne die Substanz des Gebäudes zu verändern.

Auf Instagram

peeta_ead

https://www.instagram.com/peeta_ead/

gibt es unter

Mannheim, Germany

https://www.instagram.com/p/BzYVz3gI7Lr/

eine Bilderfolge zu dem Mannheimer Mural.

Moses Bridge (Mozesbrug) - invisible Pedestrian Bridge in Halsteren - Unsichtbare Brücke die wie ein Graben im ehemaligen Burggraben liegt - RO&AD Architecten

05.07.2019 23:44:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Süden von Holland gibt es die "West Brabant Water Line", eine Verteidigungslinie, die aus einer Reihe von Festungen besteht. Erbaut wurden diese im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert verfielen die Anlagen. Später wurden die Wassergräben wiederhergestellt. Aber zum Gelände des Fort de Roovere, das noch von drei Seiten von einem Wassergraben umgeben war, war auf der Ostseite eine neue Fußgängerbrücke notwendig.

Das Fort existiert zwar nicht mehr. Aber das Gelände wird zur Erholung genutzt. Routen für Fahrradfahrer und Jogger gehen über das Gelände.

Aber wie baut man eine Brücke über einen ehemaligen Burggraben, ohne daß die Brücke die Landschaft stört? Die Lösung, die RO&AD Architecten 2011 ersonnen hatten, ist bis heute faszinierend:

Die Brücke ragt nicht aus dem Gelände hervor. Sondern ist in die beiden Deiche eingeschnitten, so daß die Oberkante der des Wegs zur Brücke auf der gleichen Höhe wie die Deichfläche liegt.

Im Wasserabschnitt verschwindet die Brücke im Wasser. So daß die Köpfe von Fußgängern nur knapp über der Wasserlinie erscheinen und man von der Brücke aus direkt ins Wasser fassen kann.
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Moses Bridge / RO&AD Architecten

https://www.archdaily.com/184921/moses-bridge-road-architecten

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Deshalb die Bezeichnung "Moses Bridge" - die Brücke teilt das Wasser und ermöglicht ein trockenes Überqueren. Die Brücke besteht aus Holz, abgedichtet mit EPDM Folie. Sie liegt wie ein Graben im Burggraben.

Aus der Entfernung betrachtet ist die Brücke damit unsichtbar. Erst beim Näherkommen sieht man die schmalen Holzstreifen, die nur relativ knapp über der Wasseroberfläche verlaufen.

Der Beitrag bei Archdaily wurde 2011 erstveröffentlicht. Damals waren die beiden Deiche am Rand des Burggrabens noch erdfarben und nicht bewachsen.

Inzwischen sind wohl neue Bilder dazugekommen. Die beiden Deiche sind inzwischen vollständig grün.

Wenn man sich die Gegend bei Google Maps ansieht:

Fort De Roovere, Halsteren, Niederlande

Die Seite mit den Bäumen ist die Seite im Osten, außerhalb vom Fort de Roovere. Von diesem sieht man nur noch den ehemaligen Grundriß.

Man kann nur hoffen, daß die dortige Gegend bei einem kräftigen Regen genügend Wasser aufnehmen kann. Sollte sich der Wasserspiegel im Burggraben zu sehr heben, würde das die Brücke überschwemmen.

ReDeStu - soy sauce dishes with hidden paintings visible after pouring soy sauce - 3D Real Design Studio erstellt kleine Teller für Soßen mit versteckten Bildern

04.07.2019 23:23:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei 3D Druck mag man an alles mögliche denken - kleine Prototypen, Einzelteile, ganze Häuser oder Brücken, Prothesen. Das japanische "3D Real Design Studio" hat eine sehr eigene Methode gefunden, 3D Druck für Produkte einzusetzen.

Es stellt soy sauce dishes, also kleine Schüsseln für Sojasoße, her. Füllt man in diese etwas Sojasoße ein, dann werden Bilder sichtbar. Teils nationale Symbole (Mount Fuji, Itsukushima Shrine), teils Katzenbilder und ähnliches.
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After Pouring Soy Sauce Into These Plates, Entire “Hidden Paintings” Appear

https://www.boredpanda.com/dishes-sauce-images-appear-3d-print-japanese-redestu/

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Verblüffend ist, wieviele verschiedene Farbtöne entstehen.

Auf YouTube gibt es ein kleines Video:

フォトリアル醤油皿にお醤油を入れてみました

https://www.youtube.com/watch?v=5GmhLYiOckM

Da sieht man, daß nur relativ wenig Soße in die kleine Schüssel hineingefüllt wird. Anschließend wird diese durch leichtes Schütteln verteilt. So daß der "weiße Schnee" beim Mount Fuji dadurch zustande kommt, daß das weiße Porzellan nicht mit Soße bedeckt ist.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/re_de_stu/

gibt es noch mehr davon zu sehen.

Eine komplette Mahlzeit, die so eine Schüssel nutzt:

https://www.instagram.com/p/BsW-B5xB2WQ/

Ein Hauptgericht mit Fleisch- oder Fischscheiben, Nudeln und kleinen Beilagen. Dazu eine zweite Schüssel plus zwei kleine Schalen mit Soßen.

Auf der Website

Works

http://www.re-de-stu.com/subpage/works.html

sieht man, daß sich das Studio auf solche kleinen, per 3D-Drucker hergestellten Objekte spezialisiert hat.

Ribbons of Life - A living bridge for Canberra - bestehende Brücke ergänzt durch zwei neue Brücken - für die Natur und für Fussgänger

03.07.2019 23:51:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Brücken denkt man normalerweise daran, daß diese für Eisenbahnen, Autos oder Fußgänger und Fahrradfahrer errichtet werden.

Einen Vorschlag für eine ganz andere Brücke gibt es nun für Canberra in Australien.

Dort veranstaltet das Australian Institute of Landscape Architects (AILA) den "Remaking Lost Connections design competition". Ein Wettbewerb, der verlorene Verbindungen wiederherstellen soll. CX Landscape hat dazu eine interessante Idee vorgestellt.

In Canberra gibt es den großen Lake Burley Griffin. Der entstand, als der durch das Stadtzentrum fließende Molonglo River 1963/1964 aufgestaut wurde. Das Ergebnis ist ein langgestreckter See (11,2 km), der sich quer durch das Zentrum von Canberra erstreckt. Und an dessen Ufern bzw. in unmittelbarer Nähe diverse wichtige Institutionen zu finden sind.

Der See kann nur an drei Stellen überquert werden. Im Westen geht eine Straße über die Staumauer. Im Osten gibt es die Kings Avenue Bridge, dazwischen die Commonwealth Avenue Bridge.

Die letztere, die Commonwealth Avenue Bridge, besteht eigentlich aus zwei Brücken. Eine pro Fahrtrichtung, dazwischen ist Wasser. Sie soll durch zwei Bänderbrücken - Ribbons - überbaut werden.

Das eine Band ist mit Bäumen bepflanzt und ist für die Natur reserviert. Das andere Band schlängelt sich im Süden zwischen dem oberen Band und der Straßenbrücke durch und ermöglicht Fußgängern und Radfahrern die Überquerung.
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CX Landscape Creates a Biodiverse "Ribbon Bridge" in Canberra

https://www.archdaily.com/920023/cx-landscape-create-a-biodiverse-ribbon-bridge-in-canberra

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Die Position des Sees in Canberra:

Lake Burley Griffin, Canberra

Die Commonwealth Avenue Bridge ist die Brücke, die fast in Süd-Nord-Richtung den See überquert.

Der "Remaking Lost Connections design competition" hat das Ziel, neue Ideen für die zukünftige Stadtgestaltung zu sammeln.

Das Brückenband für die Natur soll sich in der Bepflanzung am Buschland orientieren, das es in der Nähe des Molonglo Rivers gibt. So daß ein geschützter Korridor für Pflanzen und Tiere in einer Breite von 30 - 100 Metern entsteht. Auf der Westseite soll die Schleife soweit runtergezogen werden, daß sie bis ins Wasser geht.

Das andere Brückenband ist ein relativ linearer Park für Personen. Dort soll es diverse Möglichkeiten für Veranstaltungen geben.

> Key components of the park include a bird observation tower, water-facing plaza, laser projection art, and a water life observation channel.

Ein interessantes Konzept. Die vorhandene Brücke, die für Fußgänger und Tiere unüberwindbar ist, ergänzen durch zwei neue Brücken, die ineinander verschlungen sind.

Die bisherige Brücke gehört zum Modell der "autogerechten Stadt". Die "Ribbons of Life" lassen die Autobrücke verschwinden.

The Wave - Los Angeles is testing 3D road markings to protect cyclists - Los Angeles testet eine per 3D-Drucker hergestellte Barriere zum Schutz von Fahrradfahrern

02.07.2019 23:35:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin geht die Diskussion grade erst langsam los, wie man Radspuren sicher vom Autoverkehr abtrennt. Ein kleines Modellprojekt in Los Angeles ist da einen Schritt weiter.

Eine Barriere aus einer "Doppelwelle". Diese Doppelwelle mündet an den Enden in eine Halterung, die flach auf dem Boden aufliegt.
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los angeles is testing 3D road markings in order to protect cyclists

https://www.designboom.com/art/los-angeles-bike-lanes-the-wave-3d-road-markings-07-02-2019/

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Zuständig ist das LADOT, das Los Angeles Department of Transportation. "The Wave" wurde am Sonntag auf einer Drei-Block-Strecke installiert.

Etwas mehr fand sich hier:

LA tests wavy bike barrier to protect cyclists from passing cars

https://la.curbed.com/2019/7/1/20677791/los-angeles-bike-lanes-the-wave-delineator

Da findet sich unten ein Hinweis zum Material:

> in fact, the barriers are made from ABS thermoplastic, a flexible material which is designed to collapse flat for transportation and storage.

Das sind ABS-Kunststoffe (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer), die sonst für diverse Haushaltsgegenstände und Konsumprodukte bis hin zu Lego-Bausteinen verwendet werden. Ferner eignet sich dieser Kunststoff gut, um in 3D-Druckern eingesetzt zu werden.

> The “pop-up bikeway delineator” is aimed at providing a “more attractive and easily portable alternative” to the orange cones or plastic barricades that the transportation department might otherwise install to shield cyclists.

Diese Pop-Up - Absperrung für Fahrradwege sei eine attraktivere und einfach transportierbare Alternative zu den orangenen Kegeln oder Kunststoffabsperrungen, die das LADOT sonst installiert, um Radfahrer zu schützen.

Ferner soll getestet werden, ob diese Art von Barrieren effektiv ist. Falls ja, könnten solche Elemente permanent auf den Radwegen von Los Angeles installiert werden.

Wie in Berlin, sind auch in Los Angeles Radwege meist nur durch einen weißen Strich abgetrennt. Das sorgt zwar für eine klare Grenze. Aber eine Studie aus Australien legt nahe, daß Autofahrer bei einer solchen weißen Linie dazu tendieren, näher an der Linie zu fahren.

Praktisch dürfte so eine mechanische Barriere, die eben über einen aufgemalten Streifen hinausgeht, Autofahrer deutlich davon abhalten, dieser Barriere zu nahe zu kommen. Eine Linie zu überfahren führt nicht zu einem Schaden am Auto. Bei so einer Barriere sieht das anders aus.

Von oben sieht "The Wave" schick aus:

Ride The Wave to CicLAvia!

http://bike.lacity.org/ride-wave-bikeway-delineator-ciclavia/

Saris Infrastructure scheint das entwickelt zu haben:

Saris Infrastructure Shines at Battle of CamRock

https://www.sarisinfrastructure.com/post/blog-battle-of-camrock

Das wird auch als eine Art mobile Abtrennung für Fußgänger eingesetzt. Der ABS-Kunststoff hat den Vorteil, daß er unempfindlich gegen UV-Licht und gegen extreme Temperaturen ist.

Ein Argument: Solche "Absperrungen" sehen sehr viel schöner aus.

> It’s simple: events that look good in-person and on film, demand higher sponsorship levels, attract more participants and ultimately generate more revenue.

Und Autofahrer gehen "The Wave" aus dem Weg:

> When driving past, the Waves create a solid visual barrier which drivers respect and take care to avoid. The Wave design is intuitive, polished, elegant and it gets the job done.

Für jedes einzelne Element werden nur ein paar Handgriffe benötigt, um es aufzubauen und es mit dem vorherigen Element zu verbinden. 5 Mitarbeiter hatten 100 Elemente in 20 Minuten aufgebaut.

Eine Zielgruppe: Events, die relativ weit draußen stattfinden. Da kommen Leute zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Auto. Auf den Straßen gibt es keine gesonderten Gehwege. Die übliche Situation: Fußgänger und Radfahrer laufen auf der Straße, das wird schnell gefährlich. So wird mit "The Wave" temporär ein gesonderter Bereich erstellt, von dem Autos fernbleiben.

Könnte man wirklich auch anderswo gebrauchen. Und das nicht nur temporär, sondern permanent.

Nava Bharat Office - Office wrapped around a massive granite boulder in Hyderabad - Pentaspace baut ein neues Bürogebäude um einen Findling herum

01.07.2019 23:51:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Auf einem Grundstück soll ein Bürogebäude entstehen. Bei der Besichtigung des Geländes stellt die beauftragte Architekturfirma Pentaspace fest: Oh, da liegt ja etwas. Ein großer Granitfindling befindet sich auf dem Grundstück.

Die übliche Reaktion wäre sicherlich: Der muß weg, wird eben zerlegt, in Stücke zersprengt.

Die Entscheidung bei dem neuen Nava Bharat Office: Das Gebäude wird um den Findling herumgebaut.
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pentaspace wraps an office around a massive granite boulder in india

https://www.designboom.com/architecture/pentaspace-consultants-nava-bharat-office-hyderabad-india-06-28-2019/

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Das Büro sollte ohnehin eine große Nutzfläche haben. Also war auch genügend Platz, den Findling als zusätzliches Gestaltungselement zu berücksichtigen. Damit führt das zu einem interessanten Mix: Hier die neuen Büros mit Schreibtischen. Dort der ursprüngliche, archaische Stein.

Leider gibt es auf der Website von Pentaspace

http://www.pentaspace.co.in/

keine weiteren Bilder bzw. Planzeichnungen.

Manche der Schreibtische sind "ziemlich nah" am Stein. Ferner scheint das Gebäude aus mindestens Erdgeschoss und zwei weiteren Stockwerken zu bestehen. Wobei das Erdgeschoss mit dem Findling eine Art Innenhof für die anderen Stockwerke bildet. Direkt über dem Stein scheint es keine weiteren Büros zu geben.

Eine Wirkung: Der Findling ist nicht nur von den Schreibtischen im Erdgeschoss, sondern durch den Innenhof auch von diversen anderen Stellen im Gebäude zu sehen. Er wird zum "zentralen Objekt".

Die tragenden Fundamente liegen damit wohl alle außerhalb der Fläche, die vom Findling belegt ist.

Eine interessante Lösung. Hätte man den Findling beseitigt, dann hätte man das Gebäude völlig frei planen können. Aber dann wäre es auch ein Gebäude geworden, das auf jeder vergleichbar großen Grundfläche hätte gebaut werden können. Austauschbar.

So dagegen ist das eine einzigartige Planung und ein einzigartiges Gebäude. Weil eben der Findling in seinen Dimensionen einzigartig ist.

Und die Mitarbeiter, die in dem Haus arbeiten: Die haben einen "ganz besonderen" Arbeitsplatz.

Mutig von beiden Beteiligten: Der Architekturfirma und Nava Bharat als Auftraggeber.

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