The Wave - Los Angeles is testing 3D road markings to protect cyclists - Los Angeles testet eine per 3D-Drucker hergestellte Barriere zum Schutz von Fahrradfahrern

02.07.2019 23:35:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin geht die Diskussion grade erst langsam los, wie man Radspuren sicher vom Autoverkehr abtrennt. Ein kleines Modellprojekt in Los Angeles ist da einen Schritt weiter.

Eine Barriere aus einer "Doppelwelle". Diese Doppelwelle mündet an den Enden in eine Halterung, die flach auf dem Boden aufliegt.
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los angeles is testing 3D road markings in order to protect cyclists

https://www.designboom.com/art/los-angeles-bike-lanes-the-wave-3d-road-markings-07-02-2019/

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Zuständig ist das LADOT, das Los Angeles Department of Transportation. "The Wave" wurde am Sonntag auf einer Drei-Block-Strecke installiert.

Etwas mehr fand sich hier:

LA tests wavy bike barrier to protect cyclists from passing cars

https://la.curbed.com/2019/7/1/20677791/los-angeles-bike-lanes-the-wave-delineator

Da findet sich unten ein Hinweis zum Material:

> in fact, the barriers are made from ABS thermoplastic, a flexible material which is designed to collapse flat for transportation and storage.

Das sind ABS-Kunststoffe (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer), die sonst für diverse Haushaltsgegenstände und Konsumprodukte bis hin zu Lego-Bausteinen verwendet werden. Ferner eignet sich dieser Kunststoff gut, um in 3D-Druckern eingesetzt zu werden.

> The “pop-up bikeway delineator” is aimed at providing a “more attractive and easily portable alternative” to the orange cones or plastic barricades that the transportation department might otherwise install to shield cyclists.

Diese Pop-Up - Absperrung für Fahrradwege sei eine attraktivere und einfach transportierbare Alternative zu den orangenen Kegeln oder Kunststoffabsperrungen, die das LADOT sonst installiert, um Radfahrer zu schützen.

Ferner soll getestet werden, ob diese Art von Barrieren effektiv ist. Falls ja, könnten solche Elemente permanent auf den Radwegen von Los Angeles installiert werden.

Wie in Berlin, sind auch in Los Angeles Radwege meist nur durch einen weißen Strich abgetrennt. Das sorgt zwar für eine klare Grenze. Aber eine Studie aus Australien legt nahe, daß Autofahrer bei einer solchen weißen Linie dazu tendieren, näher an der Linie zu fahren.

Praktisch dürfte so eine mechanische Barriere, die eben über einen aufgemalten Streifen hinausgeht, Autofahrer deutlich davon abhalten, dieser Barriere zu nahe zu kommen. Eine Linie zu überfahren führt nicht zu einem Schaden am Auto. Bei so einer Barriere sieht das anders aus.

Von oben sieht "The Wave" schick aus:

Ride The Wave to CicLAvia!

http://bike.lacity.org/ride-wave-bikeway-delineator-ciclavia/

Saris Infrastructure scheint das entwickelt zu haben:

Saris Infrastructure Shines at Battle of CamRock

https://www.sarisinfrastructure.com/post/blog-battle-of-camrock

Das wird auch als eine Art mobile Abtrennung für Fußgänger eingesetzt. Der ABS-Kunststoff hat den Vorteil, daß er unempfindlich gegen UV-Licht und gegen extreme Temperaturen ist.

Ein Argument: Solche "Absperrungen" sehen sehr viel schöner aus.

> It’s simple: events that look good in-person and on film, demand higher sponsorship levels, attract more participants and ultimately generate more revenue.

Und Autofahrer gehen "The Wave" aus dem Weg:

> When driving past, the Waves create a solid visual barrier which drivers respect and take care to avoid. The Wave design is intuitive, polished, elegant and it gets the job done.

Für jedes einzelne Element werden nur ein paar Handgriffe benötigt, um es aufzubauen und es mit dem vorherigen Element zu verbinden. 5 Mitarbeiter hatten 100 Elemente in 20 Minuten aufgebaut.

Eine Zielgruppe: Events, die relativ weit draußen stattfinden. Da kommen Leute zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Auto. Auf den Straßen gibt es keine gesonderten Gehwege. Die übliche Situation: Fußgänger und Radfahrer laufen auf der Straße, das wird schnell gefährlich. So wird mit "The Wave" temporär ein gesonderter Bereich erstellt, von dem Autos fernbleiben.

Könnte man wirklich auch anderswo gebrauchen. Und das nicht nur temporär, sondern permanent.

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