Moses Bridge (Mozesbrug) - invisible Pedestrian Bridge in Halsteren - Unsichtbare Brücke die wie ein Graben im ehemaligen Burggraben liegt - RO&AD Architecten

05.07.2019 23:44:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Süden von Holland gibt es die "West Brabant Water Line", eine Verteidigungslinie, die aus einer Reihe von Festungen besteht. Erbaut wurden diese im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert verfielen die Anlagen. Später wurden die Wassergräben wiederhergestellt. Aber zum Gelände des Fort de Roovere, das noch von drei Seiten von einem Wassergraben umgeben war, war auf der Ostseite eine neue Fußgängerbrücke notwendig.

Das Fort existiert zwar nicht mehr. Aber das Gelände wird zur Erholung genutzt. Routen für Fahrradfahrer und Jogger gehen über das Gelände.

Aber wie baut man eine Brücke über einen ehemaligen Burggraben, ohne daß die Brücke die Landschaft stört? Die Lösung, die RO&AD Architecten 2011 ersonnen hatten, ist bis heute faszinierend:

Die Brücke ragt nicht aus dem Gelände hervor. Sondern ist in die beiden Deiche eingeschnitten, so daß die Oberkante der des Wegs zur Brücke auf der gleichen Höhe wie die Deichfläche liegt.

Im Wasserabschnitt verschwindet die Brücke im Wasser. So daß die Köpfe von Fußgängern nur knapp über der Wasserlinie erscheinen und man von der Brücke aus direkt ins Wasser fassen kann.
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Moses Bridge / RO&AD Architecten

https://www.archdaily.com/184921/moses-bridge-road-architecten

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Deshalb die Bezeichnung "Moses Bridge" - die Brücke teilt das Wasser und ermöglicht ein trockenes Überqueren. Die Brücke besteht aus Holz, abgedichtet mit EPDM Folie. Sie liegt wie ein Graben im Burggraben.

Aus der Entfernung betrachtet ist die Brücke damit unsichtbar. Erst beim Näherkommen sieht man die schmalen Holzstreifen, die nur relativ knapp über der Wasseroberfläche verlaufen.

Der Beitrag bei Archdaily wurde 2011 erstveröffentlicht. Damals waren die beiden Deiche am Rand des Burggrabens noch erdfarben und nicht bewachsen.

Inzwischen sind wohl neue Bilder dazugekommen. Die beiden Deiche sind inzwischen vollständig grün.

Wenn man sich die Gegend bei Google Maps ansieht:

Fort De Roovere, Halsteren, Niederlande

Die Seite mit den Bäumen ist die Seite im Osten, außerhalb vom Fort de Roovere. Von diesem sieht man nur noch den ehemaligen Grundriß.

Man kann nur hoffen, daß die dortige Gegend bei einem kräftigen Regen genügend Wasser aufnehmen kann. Sollte sich der Wasserspiegel im Burggraben zu sehr heben, würde das die Brücke überschwemmen.

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