Salmon Cannon - Whooshh Passage Portal to transport Fish over a dam - Fische flexibel über einen Damm transportieren - per Lachskanone

15.08.2019 23:34:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ein Fluß aufgestaut wird, um die Wasserkraft zu nutzen, dann führt das zu dem Problem, daß Fische, die zum Laichen stromaufwärts schwimmen, blockiert werden.

Es können Fischleitern (fish ladder) genutzt werden. So daß Fische kleine Stufen nach oben bewältigen. Allerdings führten solche Konstruktionen dazu, daß sich auch Raubtiere gerne an den Fischen bedienten. Andere Maßnahmen wie Fischlifte (Trog, der regelmäßig hochgefahren wird) sind baulich komplizierter.

Whooshh Innovations in Seattle hat dagegen eine ganz andere Methode entwickelt. Die Fische werden im Wasser gescannt und können sortiert werden. Nur die gewünschten Fischarten werden anschließend über eine "Fischkanone" nach oben transportiert. Das Unternehmen hat nun mit dem Whooshh Passage Portal eine integrierte Lösung, die diverse Einzelbausteine kombiniert.
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Whooshh Passage Portal uses AI to shoot fish through a tube over dams

https://www.dezeen.com/2019/08/15/whooshh-passage-portal-fish-tube-dams-artificial-intelligence/

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Das Video auf YouTube:

Whooshh Passage Portal - (smart, selective fish passage)

https://www.youtube.com/watch?v=zOulqloRRTI

Interessant ist der Hinweis:

> The modular, portable system offers a faster and less arduous alternative to fish ladders or fish being transported in tanks by trucks or helicopters.

Offenbar gibt es auch Systeme, die Tanks nutzen. Diese werden anschließend per Lastwagen oder Helikopter transportiert. Das ist natürlich deutlich aufwendiger. Für die Fische dürfte das auch eher problematisch sein.

Das Prinzip: Fische schwimmen über eine Rampe, die auf einem schwimmenden Ponton montiert ist, in das System hinein. Dort kommen sie in einen Scanner, der 18 Bilder erstellt. Damit können die Länge und der Umfang des Fisches bestimmt werden. Handelt es sich um Brut- oder Wildfische? Oder womöglich um eine invasive Art?

Letzteres finde ich besonders interessant. Damit kann man die Ausbreitung invasiver Arten an solchen Stellen gezielt unterbinden.

Die KI sortiert die Fische, invasive Arten werden freigelassen, die anderen nach ihrer Größe sortiert.

Durch die Verwendung von Software können die Scan- und Sortieralgorithmen jederzeit aktualisiert werden. Ferner werden die Fische nicht von Menschen angefaßt.

Über ein Plastikrohr mit Unterdruck wird der Fisch dann nach oben transportiert, wo er wieder im Wasser landet.

Mike Messina, Mitarbeiter von Whooshh Innovations:

> "The soft flexible tube is misted every 1.5 metres,"
> "The mist is important so that the fish can glide, still exchange oxygen through it’s gills, and have the colder water they typically seek."

Der weiche, flexible Schlauch wird alle 1,5 Meter besprüht. Das ist wichtig, daß die Fische gut gleiten, über die Kiemen Sauerstoff austauschen und das kältere Wasser haben, das sie normalerweise suchen.

Abhängig von der Röhrenlänge dauert der Transport 15 - 20 Sekunden.

Für einen Fisch, der 3000 - 5000 Eier trägt, ist so ein Transport von 20 Sekunden deutlich schonender als der Aufwand, den der Fisch betreiben muß, um über Fischleitern den Höhenunterschied zu überwinden. Oder gar die Variante, daß der Fisch per Lastwagen transportiert wird.

Ein großer Vorteil: Das System verbraucht sehr wenig Wasser. Fischleitern verbrauchen 5 - 10 % der Wassermenge des Flusses, wenn sie permanent betrieben werden. Diese 5 - 10 % lassen sich nun zur Energiegewinnung oder für andere Zwecke einsetzen.

> "It's like adding a turbocharger to an already-existing engine – you're able to squeeze a bit more power out of what you already have."

Es sei wie das Hinzufügen eines Turboladers zu einem bestehenden System. Man kann mehr aus dem System herausholen, das man bereits hat.

Unter

Whooshh - Products

https://www.whooshh.com/products

gibt es mehr Informationen. Diverse Einzelbausteine sind in dem "Whooshh Passage Portal" zusammengefaßt.

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