Bundesverband Breitbandkommunikation - Breko Marktanalyse 19 - Festnetz wickelt 99 Prozent des Traffics ab - 128 GB Traffic pro Monat und Haushalt, nur 3 Prozent der Haushalte ohne Festnetz

21.08.2019 23:19:12, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tja, alle Welt redet vom Mobilfunk. Aber über welche Technik läuft wieviel Traffic? Das Ergebnis der Breko Marktanalyse 19 ist deutlich: Weniger als 1 % des Traffics ist "richtiger mobiler" Traffic.

Die Einschränkung mit dem "richtigen mobilen Traffic" stammt von mir. Denn wenn man bsp. an einem privaten Festnetzanschluß per WLan ein mobiles Gerät nutzt, dann nutzt man zwar dieses mobile Gerät (und nicht den PC). Aber der produzierte Traffic ist Festnetz-Traffic, weil das über das WLan zum Router geht.
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BREKO Marktanalyse19 - Netzbetreiber der BREKO mit Investitionsrekord in zukunftssichere Glasfasernetze

https://brekoverband.de/themen/breko-research/breko-breitbandstudie

Die eigentliche Marktanalyse ist dort als PDF verlinkt:

BREKO Marktanalyse19 - Marktbefragung der BREKO-Netzbetreiber

https://brekoverband.de/wp-content/uploads/2019/08/BREKOMarktanalyse19_final.pdf

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Deutschlandweit wurden 183 Netzbetreiber befragt. Ferner wurden Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen herangezogen.

Von einem "Aussterben" des Festnetzes kann keine Rede sein. In den letzten drei Jahren kamen 1,8 Millionen Festnetzanschlüsse dazu. Nur 3 % der Haushalte haben keinen Festnetzanschluß, sondern nutzen ausschließlich mobile Zugänge.

Das Datenvolumen in GB:

2014 - 34 GB
2015 - 47 GB
2016 - 74 GB
2017 - 98 GB
2018 - 128 GB

Das Verhältnis mobiles Datenvolumen / Festnetz lag immer unter 1 %: 1,21 GB mobiles Datenvolumen 2018.

Gefragt wurde:

> Was glauben Sie, wie sich für Geschäftskunden (GK) und Privatkunden (PK) a) die nachgefragte Download-und b) die nachgefragte Upload Bandbreite in den folgenden Jahren entwickeln wird?

Bei Geschäftskunden wird mit einem fast symmetrischen Verhältnis von Upload zu Download gerechnet: 133 MBit/s Download zu 190 MBit/s Upload für das Jahr 2019. Bei Privatkunden wird das noch auf 29 / 84 geschätzt. Für 2025 wird aber vermutet, daß das auch bei Privatnutzern auf ein Verhältnis von 223 MBit/s Upload / 505 MBit/s Download ansteigt. In dem Maße, in dem Bilder und Videos "geteilt" werden, müssen diese natürlich hochgeladen werden. Das soll schnell gehen.

Der Doppelausbau (mehrere Technologien pro Haushalt wie DSL und Kabel) stieg deutlich: 2014 gab es 7,8 Mio Haushalte mit Doppelausbau, 2018 sind das 22,6 Mio. Da die Gesamtzahl der Haushalte im Bereich von ~~40 Mio liegt, hat bereits jeder zweite Haushalt mehrere Möglichkeiten.

Von den möglichen Anschlüssen sind etwa 30 % tatsächlich geschaltet. Bei Glasfaser liegt diese Rate mit 43 % allerdings deutlich höher.

Bei der Bitrate hatten 2014 noch 43 % einen Anschluß < 10 MBit/s. Das sank 2018 auf 12 % ab. Dafür liegen 10-30 MBit und 30-100 MBit mit 33 und 35 % fast gleichauf. Mehr als 100 MBit haben bereits 20 % gebucht.

Interessante Zahlen. Meine eigene Nutzung scheint da noch sehr hinterherzuhinken. Dafür dürfte ich zu wenige Filme und Videos sehen (so gut wie gar nicht).

Ferner ist in DE die mobile Nutzung bis heute vergleichsweise teuer. Das Festnetz ist dagegen (im Vergleich zu anderen Ländern) eher günstig. Und es kann sich auf die vorhandene Telefon- und Kabelinfrastruktur stützen, die in den letzten Jahren ausgebaut wurde. Die sehr geringe mobile Nutzungsquote dürfte eine Folge dieser Infrastruktur sein.

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