SchachtRacoon - Berlin Underworlds - spectacular railway tunnels in Berlin - Photograph SchachtRacoon lichtet gigantische Bahntunnel unter Berlin ab

29.08.2019 23:23:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer Berlin besucht, der nutzt sie meist. Einen der Bahntunnel, die bsp. den Berliner Hauptbahnhof vom Norden und Süden her unterirdisch erreichen. Oder eine der S- oder U-Bahn-Linien. Etwa die S-Bahn, die vom Südwesten der Stadt über die Yorkbrücken kommt, dort überall oberirdisch fährt, dann abtaucht zum Anhalter Bahnhof und über den Potsdamer Platz weiter zur Friedrichstraße bis zum Nordbahnhof fährt. Dort taucht die S-Bahn wieder auf und fährt oberirdisch weiter.

Ebenso die U-Bahnlinien. Jene Linien U6 und U8, die zu Mauerzeiten den Ostteil der Stadt unterfuhren, an verlassenen Bahnhöfen vorbeikamen. Nach dem Mauerfall wurden diese Bahnhöfe wieder reaktiviert.

Der Berliner Photograph SchachtRacoon hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Berliner Unterwelten zu photographieren.
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Berliner Unterwelten – Unterwegs in Berlins spektakulärsten Bahntunneln

http://urbanshit.de/berliner-unterwelten-bahntunneln/

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Er steigt dafür mehrmals pro Woche nach unten und geht "schachten", wie er das nennt. Er ist fasziniert von diesen riesigen, endlosen Bauwerken, die kaum jemand zu Gesicht bekommt. Zu dem Thema kam er durch einen anderen Photograph, der ebenfalls Tunnel ablichtet und der ihn zu einer Tour mitgenommen hatte.

Er findet es dort ruhig, friedlich und entspannend. Wie in einer komplett anderen Welt - obwohl man nur teils wenige Meter unter der Stadt ist.

Dieses "wenige Meter" stammt von mir: Wenn man bsp. an die U6 denkt, die sich vom Süden her kommend am Halleschen Tor, Kochstraße (Checkpoint Charlie) über Stadtmitte und Französische Straße zur Friedrichstraße erstreckt, dann muß man nur an einer dieser Stationen aussteigen, ein Stück die Friedrichstraße entlanglaufen und an der nächsten Station wieder zur U6 wechseln.

Dann sieht man, wie dicht die U6 unterhalb der Straße verläuft.

Wie kommt er zu seinen Bildern? Zu 60 % sei er angemeldet. Lokführer oder andere Bahnmitarbeiter klären das. Etwa, weil ein Gleis gesperrt ist oder weil bereits Betriebsschluß ist.

Die anderen 40 % macht er auf "Racoon Art". Also ohne offizielle Genehmigung. Dazu fährt er eine Strecke häufig ab, beobachtet, was los ist. Sei das gut geplant, würde das auch niemand merken. Die Lokführer würden ihn ohnehin nicht sehen, wenn sie vorbeirasen und gradeaus sehen müssen.

Einmal habe es eine brenzlige Situation gegeben. Er war mit einem Kollegen in einer Tunnelröhre unterwegs. Das Signal sprang auf Grün, weil ein Zug, der eigentlich Verspätung hatte, doch früher durchfuhr. Sie hatten sich dann flach auf den Boden neben den Gleisen hingelegt, der Zug rauschte mit 50 km/h durch. Das ging problemlos, weil noch genügend Platz war.

Er sieht sich eher als ein Künstler, der Dinge zeigt, die eigentlich niemand sehen soll bzw. sehen darf.

Meistens ist er alleine unterwegs. Nur selten kommen ein oder zwei Freunde mit. Die anderen hätten zu viel Panik.

Der beeindruckendste Tunnel: Im Herzen von Berlin, die Hauptschlagader des Berliner Bahnverkehrs. Das wird wohl der S-Bahn-Tunnel sein.

Die Bilder aus dem Beitrag kann ich nicht zuordnen. Abstellanlagen für U-Bahnzüge gibt es an diversen Stellen.

Ein kleines Video in dem Beitrag

ICE Tunnel Berlin

https://www.youtube.com/watch?v=e1kORDwWGag

zeigt, wie das so ist, wenn in einem Tunnel ein ICE vorbeikommt. Dabei wirkt der Zug eher langsam. Die innerstädtischen Bahnhöfe liegen hier so dicht beieinander, daß für ein "richtiges Beschleunigen" die Strecken viel zu kurz sind.

Sprich: Wer da ruhig bleibt und weiß, was er zu tun hat, um sich nicht zu gefährden, für den ist das unproblematisch. Wer bei einem herannahenden Zug in Panik gerät, für den ist das nichts.

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