FDDB - Fietsen door de Bomen - Cycling through the trees - eine Doppelschleife für Radfahrer und Fussgänger in der Nähe von Limburg - Belgien

15.09.2019 23:53:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einmal als Fahrradfahrer in Höhe der Baumwipfel unterwegs sein? Ok, nicht ganz, aber immerhin auf einer Höhe von etwa 10 Metern.

In Pijnven, Bosland, in der Nähe von Hechtel-Eksel in Belgien gibt es große Waldgebiete. Und dort eine Doppelschleife mit einem Durchmesser von etwa 100 Metern. Erst schrauben sich die Radfahrer in einer Runde auf etwa 10 Meter Höhe hoch. Dann geht es in der zweiten Runde wieder langsam nach unten.

Von den Architekten Burolandschap, im Auftrag von "Visit Limburg". Dort gibt es ein umfangreiches Netz von Radwegen, das durch diese Schleife einen neuen "Höhepunkt" erhält.
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Cycling through the Trees / Burolandschap

https://www.archdaily.com/924605/cycling-through-the-trees-burolandschap

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Die Steigung liegt bei etwa 3 - 4 %, ist also für Radfahrer gut zu bewältigen.

Die technische Struktur wirkt sehr simpel und transparent: Drei Reihen von Stahlsäulen, die im Boden verankert sind, tragen die beiden Fahrspuren. Die Benutzung erfolgt nur in eine Richtung, so daß es nicht Kollisionen mit dem Gegenverkehr geben kann. Ferner gibt es einen durchgehenden Handlauf und Netze an den Rändern.

Insgesamt sind 449 Stahlsäulen verbaut. Diese wirken in ihrer "verrosteten Form" wie die Stämme der Bäume, die gefällt werden mußten. Deren Stämme wurde für einen Pavillon genutzt, der für Fußgänger ein paar Sitzgelegenheiten bietet.

Bei Google Maps fand sich die Schleife noch nicht. Stattdessen ist bei

Bosland - Wandelen - Pijnven

https://www.bosland.be/ontdek-bosland/wandelen/pijnven/33/

eine Karte drin. Die zeigt allerdings die Schleife auch nur in einer Skizze, die Satellitenaufnahme zeigt diese noch nicht.

Ein kleines Video zeigt Luftaufnahmen von der Schleife:

Fietsen door de Bomen

https://www.youtube.com/watch?v=fGdjU1CGf8U

Auf der Seite Visit Limburg

https://www.visitlimburg.be/nl/fietsendoordebomen

gibt es das Video ebenfalls. "Fietsen door de Bomen" heißt "Radfahren durch die Bäume". Das erklärt auch das Kürzel #fddb.

Ersetzt man das /nl/ durch /de/ oder /en/, kann man die Informationen in anderen Sprachen lesen.

Die dortigen Wälder bestehen größtenteils aus Nadelbäumen, die Anfang des vorigen Jahrhunderts gepflanzt wurden, um später als Grubenholz verwendet zu werden. Dann schlossen die Bergwerke - und die Bäume wurden nicht gefällt. Inzwischen werden gezielt neue Bäume gepflanzt, damit ein ausgewogener Waldbestand mit verschieden hohen Bäumen entsteht.

Bei Burolandschap

https://www.burolandschap.com/fddb

gibt es ein kleines Video, das Bilder von den Bauarbeiten zeigt. In der Mitte des Doppelkreises war ein hoher Kran aufgebaut, mit dem die Stahlpfähle gesetzt wurden.

Coral inspired Vessels created from porcelain fragments - Schalen mit korallenartigen Erweiterungen - die Porzellanarbeiten von Olivia Walker

14.09.2019 23:57:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Porzellan denkt man üblicherweise an glatte Schüsseln und Teller. Oder an runde Gegenstände, wie sie beim Drehen auf einer Töpferscheibe entstehen. Und auch Figuren aus Porzellan sind üblicherweise eher durch eine glatte, nicht zu komplexe Oberfläche gekennzeichnet.

Ganz anders dagegen die Porzellangefäße von Olivia Walker.

Da ist die "glatte, gewohnte Gefäßstruktur" nur der Ausgangspunkt. Diese glatte Struktur wird unterbrochen durch Strukturen, die aus vielen dünnen Blättern bestehen. Die quasi aus der glatten Porzellanschicht herauswachsen, aber selbst ebenfalls aus Porzellan bestehen.

Bei dem Objekt aus dem Vorschaubild existiert schließlich außen praktisch keine typische glatte Porzellanstruktur mehr.
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Olivia Walker Balances Minimalism and Tactile Textures in Ceramics Showcased on her Squarespace Portfolio Site

https://www.thisiscolossal.com/2019/09/olivia-walker-squarespace/

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> Olivia Walker creates highly tactile unglazed ceramic vessels using a unique layering technique that edges her pieces with organic ridged “growths”.

Eine einzigartige "Schichttechnik", welche die Gefäße mit organischen, gerippten "Gewächsen" umrandet.

Auf Keramik war sie zufällig gestoßen. Nach Abschluß eines ersten Studiums arbeitete sie in einem Sommer in einer Kunsthandwerksgalerie. Dort war sie von der Keramik angetan, schrieb sich in einen Abendkurs ein. Dann folgte ein Master-Studium in zeitgenössischer Keramik.

> “All of my pieces start by being thrown on the wheel, before being built-upon with thousands of individually-applied fragments of porcelain, that work together to create an organic texture that eats into or grows over the original form,”

Der Ausgangspunkt ist immer eine Form, die auf der Töpferscheibe entsteht. Dann folgen tausende individueller Porzellanfragmente. Diese bilden eine organische Textur, die sich in die bestehende Struktur einpaßt oder über diese hinauswächst.

Sie verwendet nur natürliches Porzellan mit handgemischten Oxiden als Farbe.

Auf Instagram:

oliviawalker_ceramics

https://www.instagram.com/oliviawalker_ceramics/

und auf der Website

https://www.oliviawalker.co.uk/

gibt es weitere Beispiele. Diese Gefäße, bei denen sich solche Strukturen nur an einer Stelle entwickeln, wirken irgendwie noch nachvollziehbar. Aber diese Gefäße, zu denen auch das Beispiel aus dem Vorschaubild zählt: Bei denen sich die gesamte äußere Struktur in solche feine Blattstrukturen auflöst. Das wirkt eigentlich wie etwas, für das man Wochen oder Monate bräuchte. Das kann aber eigentlich nicht sein, weil in der Zeit das Porzellan längst getrocknet wäre. Deshalb müßte sie die Technik so perfektioniert haben, daß sie das "hinreichend schnell" erstellen kann.

Borden Park Natural Swimming Pool - first chemical free public outdoor pool in Canada - erstes Freibad mit natürlicher Wasserreinigung in Edmonton, Alberta, Kanada

13.09.2019 23:44:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hallen- und Freibäder, die mit einem Wasserkreislauf arbeiten, verwenden Chemikalien, um das Wasser zu reinigen. Die hygienischen Anforderungen sind hoch. Im Wasser landet alles mögliche, das darf nicht zu Infektionen führen.

Strenge Bestimmungen gibt es - natürlich - auch in Kanada. Trotzdem wurde 2018 in Edmonton, Alberta das erste Freibad eröffnet, das ohne chemische Wasseraufbereitung auskommt.

Stattdessen wird das Wasser mit Stein-, Kies- und Sandfiltern sowie Pflanzen und Plankton gereinigt. Federführend war das Architekturunternehmen gh3* aus Toronto.
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Canada unveils its first chemical-free public outdoor pool and it’s gorgeous

https://inhabitat.com/canada-unveils-its-first-chemical-free-public-outdoor-pool-and-its-gorgeous/

Bei gh3*:

Natural Swimming Pool

https://www.gh3.ca/work/natural-swimming-pool-02

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Der Borden Park Natural Swimming Pool ersetzt einen Pool, der aus den 1950ern stammte. Er bietet Platz für bis zu 400 Schwimmer und hat ein großes Becken und ein Kinderbecken. Die gesamte Anlage hat eine Größe von 64.465 Quadratmetern. Neben den eigentlichen Schwimmbecken gibt es ein großes Gebäude, das Umkleidekabinen, Duschen und Badezimmer bereitstellt. Drumherum gibt es noch einen Sandstrand, einen Picknickplatz und einen Volleyballplatz.

Um die hygienischen Anforderungen zu erfüllen, wurde ein Kreislaufsystem entwickelt, bei dem Pflanzen, Mikroorganismen und Nährstoffe zusammen ein “living water” bilden.

Einerseits gibt es ein biologisch-mechanisches System. Andererseits ein mit Zooplankton gefülltes Feuchtsystem.

Bei gh3* gibt es eine Skizze, die den Wasserkreislauf zeigt:

Demnach wird das Überlaufwasser, das "graue Wasser", erst einmal über eine Pumpanlage auf Dachniveau hochbefördert und sickert dort durch ein Steinbett. Von dort fließt es durch zwei verschiedene Wasserbecken. Das damit vollständig gereinigte Wasser wird wieder über die Pumpanlage in den dortigen Testraum gepumpt. Von dort wird es über den Boden wieder dem Pool zugeführt.

Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal sind Gabionenwände. Also Wände, die aus Steinen gebildet werden, zusammengehalten von Drahtkörben. Diese Gabionenwände werden sowohl für die Außenwände des großen Gebäudes (mit Umkleidekabinen und Duschen), für die Abgrenzung des Schwimmbads nach außen und - deutlich niedriger - für die Abgrenzung der beiden Wasseraufbereitungsteiche genutzt.

Das Klima in Edmonton kennt nur drei richtige Sommermonate - Juni bis August.

Sushi Takigawa - former dry cleaner's store transformed in a minimal Sushi Restaurant with 20 qm - ehemalige chemische Reinigung wird zum kleinen Sushi-Restaurant - Fukuoka, Japan

12.09.2019 23:56:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein kleines - oder bald schon winziges - Häuschen, mit einer krummen Außenwand. Eigentlich ist das Häuschen fast quadratisch. Aber die Ecke, die zur Straßenecke zeigt, ist abgeschrägt, so daß sich eine Gesamtfläche von grade mal 19,27 Quadratmetern ergibt.

Genutzt wurde das Häuschen früher für eine chemische Reinigung. Was macht man damit? Abreißen und neu bauen?

Das Architekturunternehmen Case-Real hat das Häuschen umgestaltet: Zu einer minimalistischen Sushi-Bar. "Restaurant" ist eigentlich etwas zu groß, innen ist das wie eine Bar gestaltet.

Denn im Inneren gibt es nicht ein paar Tische und einen Küchenbereich. Stattdessen eine viertelkreisförmige Bar, die sich an der Außenwand mit der "abgeschrägten Ecke" orientiert. Vor der Bar gibt es grade mal 8 Sitzplätze. Hinter der Bar hat der Koch seinen Platz, hinter dem es eine weitere viertelkreisförmige Wand gibt. Dahinter - für die Gäste nicht mehr sichtbar - gibt es eine kleine Küchenecke und einen hinteren, eigenen Eingang.
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CASE-REAL converts dry cleaner's store into 20 sqm sushi restaurant in fukuoka

https://www.designboom.com/architecture/case-real-20-sqm-sushi-restaurant-fukuoka-japan-09-12-2019/

Bei Case-Real:

SUSHI TAKIGAWA / FUKUOKA, 2019

http://www.casereal.com/en/works/interior/takigawa/

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Die Bilder sind in beiden Artikeln dieselben: Mit zwei Ausnahmen: Bei Case-Real findet sich ein Bild, wie das Häuschen davor aussah. Und ein Grundriß, der das zeigt, was man auf den Bildern nicht sieht: In der einen Ecke gibt es eine kleine Toilette. Und die Anordnung der Küche hinter der viertelkreisförmigen Wand.

Bei der Neugestaltung blieb das Äußere unverändert, die Außenwände wurden mit Stuck verputzt. Ferner wurde das ursprüngliche Dach durch Metallplatten ersetzt.

Innen zieht sich die große Bartheke durch, aus Gingko-Holz: Ein Bereich für die Gäste, dazwischen ein höherer Teil als Grenze, dahinter der Bereich für den Koch. Die Decke ist abgehängt und geht schräg nach hinten hoch, verbirgt vorne bsp. eine Klimaanlage.

Die Wände innen sind aus Holz der japanischen Zypresse gestaltet. Die Rundwand hinten ist eine Lehmwand, in einem ähnlichen Farbton wie das Holz.

Von außen her ist das damit weiterhin ein "kleines graues Häuschen", das sich unscheinbar in seine Umgebung einfügt. Innen ist das dagegen zu einem Schmuckstück mit einer ganz anderen Atmosphäre geworden.

3D-printed robotic fish swims by mimicking a tuna - 3D-gedruckter Fisch schwimmt, indem er die Bewegungen eines Thunfisches nachahmt - Rekord von 0,85 Metern pro Sekunde - Delft University of Technology

11.09.2019 23:54:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie können sich autonome Unterwasser-Drohnen fortbewegen? Normalerweise denkt man an Propeller. Aber Propellerantriebe haben gewisse Nachteile. U.a. produzieren sie Verwirbelungen, die bsp. in stehenden Gewässern zu Schäden führen können.

An der Delft University of Technology wurde nun ein Roboterfisch entwickelt, der mit einem relativ hohen Tempo unterwegs ist: 0,85 Meter pro Sekunde schafft er. Das sind 51 Meter in einer Minute bzw. 3060 Meter pro Stunde. Die Arbeit stammt von Sander van den Berg, Industrial Design Engineering Masterstudent.
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3D-printed robotic fish swims through water by mimicking the movement of a tuna

https://www.dezeen.com/2019/09/11/robotic-fish-rosander-van-den-berg-tu-delft-robotic-underwater-drone/

Ein Video zeigt den Einsatz:

World's fastest soft robotic fish

https://www.youtube.com/watch?v=crEHoWgwXX0

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Der Robotic Fish bewegt sich durch das Schlagen der Rückenflosse fort. Das ist deutlich effizienter als ein Antrieb durch Propeller. Und es führt dazu, daß der Fisch deutlich unempfindlicher ist, weil keine extern rotierenden Teile benötigt werden. Wenn irgendwelche schwimmenden Teile im Wasser in den Propeller reinkommen, kann das zu Problemen führen. Etwa Algen, kleinere Fische oder Pflanzen, die im Wasser treiben. Ein einziger Motor ist für den Antrieb notwendig.

Die Zusammensetzung:

> The low-cost prototype is made using 3D-printed plastic for the rigid body, a piece of pliable sheet plastic for the passive segment and a soft silicone skin for the active segment.

Der starre Körper ist per 3D-Druck aus Kunststoff hergestellt, einem Stück biegsamen Kunststoff für den passiven Teil und einer weichen Silikonhülle für das aktive Segment.

Für die Geschwindigkeit entscheidend ist das Design hinten: Dort ist das Verhältnis von starren zu flexiblen Teilen entscheidend. Dafür wurden Computermodelle genutzt, um die fließende, S-förmige Bewegung von Thunfischen nachzuahmen.

Das "sieht" einfach aus: Ein Problem bei so einem Antrieb ist aber, daß ein fehlerhaftes Design dazu führt, daß die Stabilität des Roboterfisches beeinträchtigt ist: Dann schwankt und rollt er, anstatt daß er sich relativ geradlinig fortbewegt.

So ein Antrieb ist effizienter, schneller und sicherer für richtige Fische und Menschen, wenn sie mit der Drohne in Kontakt kommen. Ferner entfällt das surrende Geräusch. Und die Konstruktion funktioniert auch in der Tiefe, wenn der Wasserdruck zunimmt. Propellerantrieb schwächelt dort.

Feel the Peel - Orange Squeezer serves juice in bioplastic cups made from the peel - Orangenpresse liefert Orangensaft in Bechern aus der Orangenschale per 3D-Druck - von Carlo Ratti Associati

10.09.2019 23:45:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

Orangensaft ist beliebt. Eine Maschine, die einen Stapel frischer Orangen - dekorativ in Form einer mehrfach gewundenen Schlange als Dach - in Orangensaft verwandelt, ist damit für verschiedenste Unternehmen gut zu gebrauchen. Etwa bei größeren Veranstaltungen.

Aber wie serviert man so etwas? Aus Plastikbechern? Das italienische Studio Carlo Ratti Associati hat so eine Maschine als Prototypen entwickelt. Da wird aus den Orangenschalen ein Becher gemacht. Den Orangensaft gibt es damit im Orangenhüllen-Becher serviert.
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Carlo Ratti's orange squeezer serves juice in bioplastic cups made from the peel

https://www.dezeen.com/2019/09/10/carlo-ratti-feel-the-peel-circular-orange-juice-bar-design/

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Gebaut wurde der Prototyp für Eni. 3,10 hoch, oben passen 1500 Orangen rein. Bestellt jemand einen Orangensaft, rutschen ein paar Orangen runter, werden halbiert und ausgedrückt. Die übriggebliebenen Hälften landen unten in einem durchsichtigen Bereich. Dort werden sie getrocknet und gemahlen, daraus wird "Orangenstaub" hergestellt, der mit Polylactic Acid (PLA) (Polymilchsäure) gemischt den Rohstoff bildet.

Der Mix wird erhitzt und geschmolzen und kann als Ausgangspunkt für einen 3D-Drucker verwendet werden.

Dem Druckprozess können Besucher zusehen. Ist das fertig, läßt sich der Becher wohl relativ schnell zum Trinken verwenden.

Das Ergebnis: Von der Orange wird weitaus mehr als nur der Saft genutzt. Und der Becher ist am Ende vollständig biologisch abbaubar.

Die Maschine soll auf dem Singularity University Summit in Mailand vom 08.-09.10.2019 zu sehen sein. Dann soll sie durch Italien touren.

Ein kleines Video

Feel the Peel

https://www.youtube.com/watch?v=Bx9missz73A

zeigt die Details der Maschine.

Eigentlich interessant daran ist, daß man getrocknete Orangenschalen als Basis für 3D-Druck verwenden kann. Wenn das damit geht, dann geht das wahrscheinlich auch noch mit diversen anderen Materialien, die biologisch abbaubar sind.

Pino - wooden multi-functional kitchen appliance that run without electricity - multifunktionale Küchenmaschine, die per Hand angetrieben wird - von Manuel Immler

09.09.2019 23:11:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Küchengeräte zum Rühren und Kneten sind oft aus Kunststoff oder Metall. Und werden elektrisch angetrieben.

Eine ganz andere Lösung hat der Designer Manuel Immler entwickelt: Eine multifunktionale Küchenmaschine, mit der man rühren, kneten und mahlen kann. Aber nicht mit einem elektrischen Antrieb. Sondern per Handantrieb. Und teilweise unter Verwendung von austauschbaren Holzteilen.
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manuel immler crafts wooden appliances that run without electricity

https://www.designboom.com/design/manuel-immler-pino-multifunctional-kitchen-appliance-ecofriendly-germany-09-09-2019/

Den inneren Aufbau zeigt das Video des "fliegenden Zusammenbauens":

Pino Zusammenbau

https://vimeo.com/347798976

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Vorne kann man einen Schneebesen, eine Mühle oder andere Werkzeuge anbringen. Innen gibt es ein dreistufiges Getriebe, das die Kurbelbewegungen entweder in Umdrehungen von bis zu 1000 Umdrehungen / Minute umwandelt. Eiweiß und Sahne lassen sich damit problemlos schlagen. Oder es geht langsamer, dafür aber mit mehr Kraft.

Als Designer interessiert er sich für Geräte, die nicht kurzlebig, sondern langlebig sind. Und die so aus einzelnen Komponenten zusammengesetzt sind, daß jede Komponente ausgetauscht und das Gerät damit repariert werden kann.

Das Gehäuse besteht größtenteils aus Holz. Der Fuß ist aus Gusseisen, innen gibt es Stahlbleche und Zahnräder aus Messing.

Die Seite

Pino

https://manuelimmlerdesign.de/portfolio/pino/

nennt einen Drehzahlbereich von 50 - 1000 Umdrehungen pro Minute. Wobei der Fuß des Prototypen wohl nicht aus Gußeisen, sondern aus gefrästem Uriolschaum besteht.

First lightweight 3D printed Fibre Reinforced Polymer bridge - 3D printed polymer pedestrian Bridge - erste 3D-gedruckte Fussgängerbrücke, die faserverstärktes Polymer nutzt

08.09.2019 23:57:46, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Fußgängerbrücke, per 3D-Druck hergestellt aus Kunststoff? Drei niederländische Unternehmen, das Ingenieurbüro Royal Haskoning DHV, die Polymerfirma DSM und die 3D-Druckerei CEAD entwickeln gerade gemeinsam solche Druckverfahren.

CEAD hat ein CFAM-Prime-Verfahren, mit dem glasfaser- oder kohlefaserverstärkte Teile in einer Größe von 4 x 2 x 1,5 Metern hergestellt werden können. Aus solchen Einzelteilen lassen sich größere Brückenteile zusammenbauen.
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first polymer pedestrian bridge to be 3D printed by royal haskoningDHV, DSM and CEAD

https://www.designboom.com/design/royal-haskoning-dhv-dsm-cead-polymer-3d-printed-pedestrian-bridge-delft-netherlands-09-03-2019/

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Große Polymerdrucker wurden zwar schon eingesetzt, um Schalungsformen zu erstellen, mit denen bsp. großflächige Teile für Tunnel hergestellt werden konnten. Jedoch gab es bislang noch keine direkten Versuche, eine gesamte Fußgängerbrücke per 3D-Druck aus Polymeren herzustellen.

Die Kombination von Polymeren und Endlosfasern kann es ermöglichen, relativ leichte und trotzdem hinreichend feste Elemente zu erstellen, so daß man damit so ein Infrastrukturobjekt wie eine Brücke zusammenbauen kann. Bei früheren Versuchen hatten 3D-gedruckte Gebäude bsp. mit extremen Temperaturen Schwierigkeiten. Diese Technologie könnte das besser lösen.

Maurice Kardas, Business development Manager bei Royal Haskoning DHV, berichtet, daß faserverstärkte Brücken eine längere Lebensdauer und geringere Gesamtkosten im Vergleich zu Stahlbrücken hätten. Bei der Herstellung werden Sensoren hinzugefügt, so daß die Brücke einen "digitalen Zwilling" hat. Damit lassen sich Wartungsaufgaben überwachen, die Sicherheit gewährleisten und die Lebensdauer der Brücken verlängern.

Patric Duis von DSM erwähnt, daß Arnite genutzt werden. Eine Suche:

Arnite:

https://www.resinex.de/produkte/arnite.html

listet Eigenschaften dieser Kunststoffe:

Äußerst geringe Wasseraufnahme
Außerordentliche Maßstabilität
Große Festigkeit und Steifigkeit, auch unter Umgebungsbedingungen
Sehr gute Wärmebeständigkeit und Beständigkeit gegen thermische Alterung
Ausgezeichnete elektrische Eigenschaften
Ausgezeichnete Farbstabilität
Schöner Oberflächenglanz
Ausgezeichnete Beständigkeit gegen chemische Beanspruchung
Ausgezeichnete Verschleißeigenschaften

Hergestellt werden diese von DSM. Da wird erwähnt, daß Arnite in der Autoindustrie für diverse Kleinteile verwendet werden.

Patric Duis:

> ‘using arnite has significant advantages in bridge building. instead of traditional materials such as steel and concrete, we can make more environmentally friendly bridges with more flexible design and through using recyclable materials. designs that would before have been challenging or even impossible..can now be made through 3d printing.’

Anstelle der traditionellen Materialien wie Stahl und Beton lassen sich so umweltfreundlichere Brücken mit flexiblem Design und unter der Nutzung recycelbaren Materials herstellen. Entwürfe, die früher schwierig oder unmöglich waren, sind nun umsetzbar.

Unter

NEXT GENERATION BRIDGE DESIGN

https://www.royalhaskoningdhv.com/en-gb/specials/3d-printed-frp-bridges

finden sich ein paar weitere Informationen.

Miniature Castles created from burled wood as kinetic Sculptures - Miniatur-Burgen erstellt aus Baumknoten als kinetische Skulpturen - Uli Kirchler

07.09.2019 23:41:12, Jürgen Auer, keine Kommentare

Aus Holz etwas zu schnitzen: Das ist schon "kompliziert genug". Das gilt erst recht, wenn man nicht einfach nur Holz, sondern Burl ( https://en.wikipedia.org/wiki/Burl ), im Deutschen wohl Baumknoten bzw. Maserknollen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Maserknolle ) als Grundmaterial verwendet: Das ist Holz, das durch starke Zellwucherungen entsteht, so daß es intensiv gemasert ist.

Da ist jedes Holzstück völlig individuell.

Aus solchen Holzstücken erstellt Uli Kirchler kinetische Skulpturen. Aus einer Holzfläche wachsen diverse kleine, burgartige Häuser heraus. Und die - lassen sich zusammenschieben, so daß die Holzfläche flach ist.
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Miniature Castles Emerge from Burled Wood in Carved Kinetic Sculptures by Uli Kirchler

https://www.thisiscolossal.com/2019/09/castles-by-uli-kirchler/

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Auf Instagram

ulikirchler

https://www.instagram.com/ulikirchler/

gibt es diverse kleine Videos. Wie das hergestellt wird, ist mir ein Rätsel.

Etwa

https://www.instagram.com/p/B0rBBR0AaeU/

Sind die "Türme" eingeschoben, ist das eine relativ flache Holzscheibe. Aus diesem Rohmaterial wird irgendwie eine Scheibe so "teilweise ausgesägt", daß sie ein Stück nach oben rutschen kann, ohne daß sie ganz rausfliegt. Dasselbe Prinzip angewandt auf die Scheibe ergibt die nächste Ebene, nun etwas kleiner.

Ursprünglich stammt er aus Italien. Inzwischen wohnt er in Portland, Oregon. Dort ist er auf dem Portland Saturday Market zu finden.

Uli Kirchler at Portland Saturday Market

https://www.youtube.com/watch?v=KQTFSMLm3Pw

Auf Instagram finden sich auch Bilder von Vasen, die er herstellt.

Auf seiner Website

http://ulikirchler.com/bio.htm

finden sich weitere Informationen. Demnach stammt er aus Südtirol, war 10 Jahre lang als "Ein-Mann-Band" unterwegs und machte Musik. Kam nach San Franciso, blieb dort hängen. Lernte seine Frau kennen, mit der er nun in Oregon lebt. Seit etwa zehn Jahren beschäftigt er sich mit diesen Holzarbeiten.

Vile creates Graffiti that makes walls appear transparent - portugisischer Graffiti Künstler erstellt optische Illusionen, bei denen Wände scheinbar Löcher haben

06.09.2019 23:58:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Hauswand ist eine Hauswand. Fest, undurchdringlich. Aber man kann natürlich auf die Hauswand ein Bild aufmalen, das die Struktur des Hintergrundes hinter dem Haus aufgreift. Oder auch die Struktur des Vordergrundes. Ist vor der Mauer eine Wiese, dann ist es naheliegend, daß auch hinter der Mauer eine Wiese ist.

Greift das Graffiti solche Elemente auf, dann wirkt das plötzlich - wie eine deutlich durchlöcherte Wand.

Der portugisische Künstler Vile, der vollständig Rodrigo Miguel Sepúlveda Nunes heißt, wohnt in Vila Franca de Xira in Portugal. Eine Stadt, die etwa 35 Kilometer nordöstlich von Lissabon liegt.

Auf - natürlich - festen Wänden erstellt er Graffitis, die den Anschein erwecken, als gäbe es in der Wand bsp. große Löcher, welche die Buchstaben VILE ergeben. Liegt vor der Wand etwas Müll herum, dann liegt es nahe, daß durch die "Buchstabenlöcher" ebenfalls Müll sichtbar wird. Oder ist vor der alten Wand eine Wiese, dann zeigen die Buchstaben als "Inhalt" ebenfalls eine Wiese. Das kombiniert mit einer scheinbar dreidimensionalen Darstellung der Buchstaben führt zu völlig einzigartigen Graffitis.
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This Graffiti Artist Makes Walls Appear Transparent Using Nothing But Spray Paint

https://www.boredpanda.com/graffiti-artist-transparent-wall-art-vile/

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Angefangen hatte Vile, als er 14 war, inzwischen ist er 34.

Oft nutzt er verfallene und verlassene Gebäude für seine Kunst. So daß man daran hängen bleibt, weil sich scheinbar jemand die Mühe gemacht hat, riesengroße Buchstaben aus der Wand auszusägen. Und man blickt - scheinbar - in das Innere eines Gebäudes, von dem man sonst nichts zu Gesicht bekommen hätte.

Bei einem Bild wie #5 in der obigen Sammlung läuft man schon bald Gefahr, ins Innere steigen zu wollen. Da dient ein vorhandenes Loch als "dunkle Basis" für den unteren Teil des V.

Bild #12 "kann eigentlich" durch das Haus dahinter nicht stimmen. Trotzdem wirkt das auf mich so, als ob mein Gehirn lieber das Haus ausblenden möchte anstatt auf die Illusion der "großen Wasserfläche hinter der Mauer" zu verzichten.

Auf Instagram:

vile_graffiti:

https://www.instagram.com/vile_graffiti/

Dort gibt es sowohl Vorher-Nachher-Kombinationen. Als auch kleine Videos, etwa:

https://www.instagram.com/p/B1MTNn5gjFz/

Da ist die Kamera in Bewegung. Die Ansicht durch das "tatsächliche Loch" der Tür ändert sich ständig. Das Graffiti bleibt natürlich starr.

Diverse weitere Arbeiten gibt es auf der Website:

http://vilegraffiti.com/

Das sind also Graffitis, die exakt auf den Ort zugeschnitten sind, an dem sie erstellt werden. Graffitis anderer Künstler greifen zwar bsp. die Form des Hauses auf, das als Leinwand dient. Aber hier kann sich der Inhalt nur durch die Umgebung ergeben, weil erst dann die Illusion der "durchlöcherten Wand" funktioniert.

Grasshopper Mouse eats scorpions and howl at the moon - Grashüpfermäuse ernähren sich fleischlich, fressen Skorpione und heulen den Mond an - Video von National Geographic Wild

05.09.2019 23:24:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Gibt es Werwölfe? Klar, die gibt es nicht. Aber was ist mit Werwolf-Mäusen? Es gibt die Grashüpfermäuse. Und diese haben - den Spitznamen Werwolf-Maus.

Gehört hatte ich von diesen Mäusen bislang nichts. Es gibt drei Unterarten, die in Kanada, im Westen der USA und im nördlichen Mexiko leben. Prärien und trockene Buschländer sind ihr Wohngebiet. Sie sehen ähnlich aus wie Hausmäuse, eine Kopf-Rumpf-Länge von 9 - 13 Zentimetern.

Aber sie ernähren sich von Fleisch. Von Grashüpfern, anderen Mäusen. Aber auch von Skorpionen. Gegen deren Gift sie immun sind.

Und sie heulen den Mond an.
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Meet The Most Hardcore Mice You’ve Ever Seen That Hunt Scorpions And Howl At The Moon

https://www.boredpanda.com/grasshopper-mouse-nat-geo-wild-national-geographic/

Das Video auf YouTube (02:18):

The Grasshopper Mouse Is a Killer Howling Rodent | Nat Geo Wild

https://www.youtube.com/watch?v=1K9mO5QzOIQ

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Dort ist die Aussage deutlich:

> Don't be deceived by the tiny grasshopper mouse's stature because they are anything but your average house mouse. They're natural born killers.

Man möge sich nicht von dem Aussehen der Mäuse täuschen lassen. Sie sind geborene Killer.

Insekten, Eidechsen, Skorpione. Alles, was es in diesen trockenen Buschländern so an Kleintieren gibt. Und Tausendfüßler, auch die sind giftig.

Die Tausendfüßler töten normalerweise Nagetiere durch Gift. Aber die Tausendfüßler geben ihr Gift nur dann ab, wenn sie ihre Beute gefangen haben. Darauf haben sich die Grashüpfermäuse eingestellt. Und greifen die Tausendfüßler nur so lange aus der Entfernung an, bis sich diese nicht mehr bewegen können.

Die andere Variante gibt es gegenüber dem Arizona-Rindenskorpion. Eine Art der Grashüpfermäuse verfügt über ein Glycoprotein, das durch einen Bestandteil des Gifts aktiviert wird. Das blockiert die schmerzerzeugende Wirkung des Giftes.

Das "Anheulen des Mondes" sind hohe Frequenzen, die die Maus zur Reviermarkierung ausstößt.

Ein paar Hinweise gibt es in der deutschen Wikipedia:

Grashüpfermäuse

https://de.wikipedia.org/wiki/Grash%C3%BCpferm%C3%A4use

 

Irland will plant 440 million trees in 20 years - Irland möchte in 20 Jahren 440 Millionen neue Bäume pflanzen

04.09.2019 23:41:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die irische Regierung hatte bereits versprochen, als Maßnahme gegen den Klimawandel zusätzliche Bäume zu pflanzen. Im Juni wurde ein "Climate Action Plan" verabschiedet.

Aber der Plan nannte keine genaue Zahl. Nun gab es diese: Eine Vertreterin vom Department of Communications Climate Action and Environment nannte eine Zielgröße von 22 Millionen Bäumen pro Jahr. Also 440 Millionen in 20 Jahren. Bzw. 8000 Hektar mit neuen Bäumen pro Jahr.
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Climate change: Ireland plans to plant 440m trees by 2040

https://www.irishtimes.com/news/environment/climate-change-ireland-plans-to-plant-440m-trees-by-2040-1.4003940

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> "The target for new forestation is approximately 22 million trees per year. Over the next 20 years, the target is to plant 440 million,"

Zu 70 % sollen das Nadelbäume, zu 30 % Laubbäume werden. Bzw. 2.500 Nadelbäume oder 3.300 Laubbäume pro bepflanztem Hektar.

Bei

Ireland to Plant 440 Million Trees in 20 Years to Fight Climate Change

https://www.ecowatch.com/ireland-planting-trees-2640173016.html

fanden sich weitere Informationen.

Das schließt sich an ähnliche Vorhaben aus anderen Ländern an. In Äthiopien wurden im Juli an einem einzigen Tag 350 Millionen Bäume gepflanzt. Schottland hatte 2018 11.200 Hektar bepflanzt, das waren mehr als die geplanten 10.000 Hektar. Da gab es insgesamt mehr als 22 Millionen Bäume.

In England gab es einen ähnlichen Plan. Da blieb aber die Umsetzung um 70 % hinter dem Plan zurück.

Wenn das in Irland erfolgreich sein soll, dann müßten die Landwirte davon überzeugt werden, daß sie mehr Bäume auf ihrem Land pflanzen. Das sei aber derzeit nicht populär.

Allerdings ist das durchaus umstritten. Pádraic Fogarty vom Irish Wildlife Trust:

> "People are not good at planting trees and trees do not like being planted. They prefer to plant themselves,"

Leute seien nicht gut darin, Bäume zu pflanzen. Und Bäume mögen es nicht, gepflanzt zu werden. Sie bevorzugen es, sich selbst auszupflanzen.

Besser sei es, die Landwirte dafür zu bezahlen, daß sie nichts anbauen. Dann gibt es ein interessantes Zitat:

> "We have a mental block about letting nature do its thing. We see a space recovered by nature and we think it's scrub and wasteland and want to get it back 'under control' whereas if we just left it alone, the forest would come back all by itself,"

Wir seien mental darin blockiert, die Natur ihre eigenen Dinge tun zu lassen. Wir sehen einen Raum, der von der Natur wieder erobert wurde. Und denken, das sei Gestrüpp oder Ödland. Wir wollen diesen Raum wieder "unter Kontrolle" bringen. Würden wir ihn sich selbst überlassen, käme der Wald von sich her wieder zurück.

Seeing Spheres - Creating multilayered reflected spaces - Olafur Eliasson und seine Skulptur aus fünf polierten Stahlkugeln mit Spiegeln am Golden State Warriors and Chase Center in San Francisco

03.09.2019 23:46:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie gestaltet man öffentliche Räume? So daß diese nicht bloß "windige Durchgangsstationen" sind, die man möglichst schnell wieder verläßt. Sondern daß sie zu eigenständigen Aufenthaltsräumen, zu tatsächlichen "public spaces" werden?

Die vom Künstler Olafur Eliasson gestaltete Installation "Seeing Spheres" wurde am Golden State Warriors and Chase Center in San Francisco für die Öffentlichkeit freigegeben.

Die Installation besteht aus 5 15,5 Fuß großen (Durchmesser etwa 4,72 Meter) polierten Stahlkugeln, die in einem Kreis um einen zentralen Platz aufgebaut sind. Allerdings sind das keine vollständigen Kugeln. Sondern sie sind immer dort, wo sie sich den anderen Kugeln hinwenden, abgeschnitten. Dort befindet sich eine große Spiegelfläche, die mit einem LED-Lichtrand abgegrenzt ist.

Angesichts der Größe der Kugeln heißt das, daß Menschen, die davor stehen, mit dem Kopf deutlich unterhalb der Kugelmitte bleiben. Gleichzeitig gibt es damit genügend "Spiegelfläche" für "Spiegel im Spiegel" - Effekte.
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olafur eliasson's seeing spheres create multilayered, reflected spaces in san francisco

https://www.designboom.com/art/olafur-eliasson-seeing-spheres-san-francisco-09-03-2019/

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Der zentrale Gedanke von Olafur Eliasson:

> we often think of public space as empty, negative space in the city, viewed from a car or crossed on the way to somewhere else. seeing spheres offers a place to pause, where you see yourself from the outside, as a participant in society.’

Der öffentliche Raum würde häufig als leer, als negativer Raum in der City betrachtet. Aus einem Auto heraus oder gekreuzt, wenn man in eine andere Richtung unterwegs ist. "Seeing Spheres" schafft einen Raum, um zu verweilen, zu pausieren. Wo man sich selbst von außen her sehen könne, als ein Teil der Gesellschaft.

Der Platz ist vor dem Chase Center, östlich davon, zwischen Center und Wasser. Östlich davon ist also die Bucht von San Francisco, nicht der Atlantik. Dort gibt es einen 25.000 Quadratmeter großen, dreieckigen Platz, auf dem die Kugeln installiert wurden.

So, wie das aussieht, ist das Chase Center erst ganz neu eröffnet worden:

https://chasecenter.com/

Unter "News" gibt es zwar diverse Bilder mit Künstlern. Aber das sind alles nur Vorankündigungen oder Besuche von Künstlern und Sportlern auf der Baustelle.

Auch bei Google-Maps findet man nur Bilder mit Bauarbeiten.

Die spannende Frage ist, ob dieser "öffentliche Raum" in Zukunft tatsächlich genutzt wird. Ob die "Seeing Spheres" Besucher anlocken, die sich von den Beobachtungen und Reflexionen leiten lassen.

RT1 Camper Edition - Electric Pickup Truck Camper with pull out kitchen - elektrischer Pickup mit integrierter Küche und Kochfeld - von Rivian

02.09.2019 23:31:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Pickup Truck ist ein Geländewagen, der hinten eine ebene, offene Ladefläche (Pritsche) hat. In den USA gibt es Rivian. Ein Unternehmen, das erst 2009 gegründet wurde und das Pickup Trucks mit elektrischem Antrieb entwickelt.

Da gibt es zusätzlich eine Art Camping Version. Und diese hat - eine ausziehbare elektrische Küchenzeile, mit der man Mahlzeiten zubereiten kann.
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rivian adds pull-out kitchen option to its electric pickup-truck camper

https://www.designboom.com/technology/rivian-electric-pickup-truck-camper-pull-out-kitchen-09-02-2019/

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Da ist von einem Promotion-Video die Rede, demnach soll es das Auto als "Camper Edition" ab Ende 2020 geben.

Das Video direkt auf YouTube:

Cooking in the Wild

https://www.youtube.com/watch?v=PH2PfXdCqnk

Das Küchenelement ist am vorderen Ende der Pritschenfläche eingebaut und läßt sich zur Seite herausziehen. Ebenso ist ein Zelt integriert, so daß man auf der Pritschenfläche übernachten kann.

Das Küchenelement:

> ‘it features a slide-out cabinet with an induction cooktop, built-in sink, dish rack, five-gallon water tank, and storage for all the camp utensils and tools you need to build a proper feast.’

Ein Induktionskochfeld, eingebautes Spülbecken, Geschirrkorb, ein 5-Gallonen-Wassertank und Stauraum für Materialien.

Es soll drei verschiedene Batterien geben - 105 kWh, 130 kWh und 180 kWh. Mit einer vollen Ladung sind damit 230+ miles, 300+ miles und 400+ miles möglich.

In einem älteren Artikel ( https://www.designboom.com/technology/rivian-r1t-electric-pickup-truck-11-26-2018/ ) ist davon die Rede, daß das Auto mit diversen Kameras, Radar und GPS ausgestattet sei und daß diese Hardware "level 3" Autonomie auf dem Highway ermöglichen würde. Also dasselbe, was kürzlich in einem Artikel von einem japanischen Auto berichtet wurde: Auf dem Highway ohne die Hände am Steuer.

In einem deutschen Artikel

RIVIAN R1T IM ERSTEN CHECK - Elektro-Pickup mit optionaler Küche

https://www.auto-motor-und-sport.de/neuheiten/rivian-r1t-elektro-pickup-check/

gibt es diverse weitere Hinweise. U.a. ist das, was üblicherweise den Platz für den Motor belegt, hier zusätzlicher Stauraum - 330 Liter.

Diverse Bilder plus das Video gibt es auch direkt:

R1T

https://rivian.com/r1t/

Der Preis soll - abzüglich der Zuschüsse für E-Autos - bei 69.000 Dollar anfangen.

Die Kombination Pickup Truck plus Elektroantrieb ist insofern interessant, weil damit der Platz, den sonst der Motor belegt, als zusätzlicher, geschützter Stauraum zur Verfügung steht. Und ein Auto mit "integrierter Küchenzeile" könnte dafür sorgen, daß das Auto für ganz neue Käuferschichten interessant ist.

Laview commuter train with giant windows to take advantage of panoramic views - Pritzker-Preisträgerin Kazuyo Sejima gestaltet den neuen Pendlerzug zwischen Tokio und Chichibu

01.09.2019 23:46:46, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einen Zug zu designen, der als Pendlerzug für Berufstätige eingesetzt wird. Mit dem Wunsch des Auftraggebers Seibu, der die Linie zwischen Tokio und dem etwa 60 Meilen entfernten Chichibu in der Präfektur Saitama betreibt: Ein "niemals zuvor gesehenes Design" zu entwickeln.

Die Pritzker-Preisträgerin Kazuyo Sejima wurde damit beauftragt, diesen Zug, der zum hundertsten Geburtstag von Seibu fahren sollte, zu entwerfen.

Das Ergebnis: Ein Zug mit ungewöhnlich großen Panoramafenstern. Und vorne eine 1,5 Meter breite, gebogene Glasscheibe als Front, die die erste ihrer Art in Japan ist. Der erste Zug ist seit Anfang dieses Jahres unterwegs.
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Kazuyo Sejima creates commuter train with giant windows to take advantage of panoramic views

https://www.dezeen.com/2019/08/27/laview-kazuyo-sejima-train-design/

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> "This is my first time to design a train and the most obvious difference with building design is that the train can move to different places,"

Das sei das erste Mal für sie gewesen, daß sie einen Zug entworfen habe. Der offensichtlichste Unterschied zum Design von Gebäuden besteht darin, daß der Zug zu verschiedenen Orten fahren kann.

> "This train moves through the city to the mountains of Chichibu and I thought it would be nice for the train to be able to respond and blend into the surroundings in a soft way,"

Der Zug fährt von der Stadt in die Berge von Chichibu und ich dachte, es wäre schön, wenn sich der Zug sanft in die Umgebung einfügen würde.

Fenster gibt es in regelmäßigen Abständen an beiden Seiten. Jedes Fenster ist 135 x 158 Zentimeter groß. Die untere Kante von jedem Fenster liegt weit unter dem Wert, der sonst in Nahverkehrszügen üblich ist. So daß die Passagiere einen "großen Panoramablick" genießen können.

Jeder Zug besteht aus 8 Wagen - Gesamtkapazität 422 Sitzplätze. Innen gibt es sofaartige Sitze, die mit einem hellgelben Material überzogen sind.

Die Polsterung der Sitze wurde in Zusammenarbeit mit dem Textildesigner Yoko Ando entworfen. Wände und Decken im Inneren des Zugs sind weiß, so daß das Innere sehr hell wirkt.

Das Innere sollte so wirken, daß sich die Fahrgäste wie zuhause fühlen. Nicht, wie in einem öffentlichen Verkehrsmittel.

> "I wanted to make a train which feels like a living room where passengers can freely relax and feel motivated to ride the train,"

Wie ein Wohnraum solle der Raum wirken.

Die Beleuchtung ist indirekt, da wirkt sich die gewölbte Zugdecke aus. Die Beleuchtung paßt sich im Laufe des Tages an, so daß zu jeder Tageszeit die entspannteste Atmosphäre erzeugt wird.

Das Photo von dem Zugeingang finde ich besonders eindrücklich. Das wirkt extrem weit, mit viel Platz. Von meinen wenigen Zugfahrten kenne ich diese "Eingangsbereiche" eigentlich immer nur als eng und verwinkelt.

Das verspiegelte Äußere des Zuges wurde mit einer speziell entwickelten Aluminiumfarbe gestaltet. Der Reflexionsgrad, den die Außenhülle bietet, wurde sorgfältig untersucht, damit der Zug einen neuen Eindruck von der Landschaft bietet.

Der Betreiber Seibu will bis Ende des Jahres alle sieben Züge durch den neuen Lavie-Zug ersetzen, die auf dieser Strecke verkehren.

Bei

Kazuyo Sejima designed Laview train to travel floating into landscape

https://www.metalocus.es/en/news/kazuyo-sejima-designed-laview-train-travel-floating-landscape

gibt es diverse weitere Bilder.

Und ein kleines Werbevideo von Seibu:

西武鉄道CM「ちちんぶいぶい 2019年 新型特急篇 15秒」

https://www.youtube.com/watch?v=DUDA_QH7SY4

Erst da sieht man so richtig die Dimensionen dieser Fenster, wenn Leute im Zug sind.

Bei Seibu

https://www.seiburailway.jp/railways/tvcm/

gibt es diverse weitere Informationen und Videos.

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