Laview commuter train with giant windows to take advantage of panoramic views - Pritzker-Preisträgerin Kazuyo Sejima gestaltet den neuen Pendlerzug zwischen Tokio und Chichibu

01.09.2019 23:46:46, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einen Zug zu designen, der als Pendlerzug für Berufstätige eingesetzt wird. Mit dem Wunsch des Auftraggebers Seibu, der die Linie zwischen Tokio und dem etwa 60 Meilen entfernten Chichibu in der Präfektur Saitama betreibt: Ein "niemals zuvor gesehenes Design" zu entwickeln.

Die Pritzker-Preisträgerin Kazuyo Sejima wurde damit beauftragt, diesen Zug, der zum hundertsten Geburtstag von Seibu fahren sollte, zu entwerfen.

Das Ergebnis: Ein Zug mit ungewöhnlich großen Panoramafenstern. Und vorne eine 1,5 Meter breite, gebogene Glasscheibe als Front, die die erste ihrer Art in Japan ist. Der erste Zug ist seit Anfang dieses Jahres unterwegs.
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Kazuyo Sejima creates commuter train with giant windows to take advantage of panoramic views

https://www.dezeen.com/2019/08/27/laview-kazuyo-sejima-train-design/

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> "This is my first time to design a train and the most obvious difference with building design is that the train can move to different places,"

Das sei das erste Mal für sie gewesen, daß sie einen Zug entworfen habe. Der offensichtlichste Unterschied zum Design von Gebäuden besteht darin, daß der Zug zu verschiedenen Orten fahren kann.

> "This train moves through the city to the mountains of Chichibu and I thought it would be nice for the train to be able to respond and blend into the surroundings in a soft way,"

Der Zug fährt von der Stadt in die Berge von Chichibu und ich dachte, es wäre schön, wenn sich der Zug sanft in die Umgebung einfügen würde.

Fenster gibt es in regelmäßigen Abständen an beiden Seiten. Jedes Fenster ist 135 x 158 Zentimeter groß. Die untere Kante von jedem Fenster liegt weit unter dem Wert, der sonst in Nahverkehrszügen üblich ist. So daß die Passagiere einen "großen Panoramablick" genießen können.

Jeder Zug besteht aus 8 Wagen - Gesamtkapazität 422 Sitzplätze. Innen gibt es sofaartige Sitze, die mit einem hellgelben Material überzogen sind.

Die Polsterung der Sitze wurde in Zusammenarbeit mit dem Textildesigner Yoko Ando entworfen. Wände und Decken im Inneren des Zugs sind weiß, so daß das Innere sehr hell wirkt.

Das Innere sollte so wirken, daß sich die Fahrgäste wie zuhause fühlen. Nicht, wie in einem öffentlichen Verkehrsmittel.

> "I wanted to make a train which feels like a living room where passengers can freely relax and feel motivated to ride the train,"

Wie ein Wohnraum solle der Raum wirken.

Die Beleuchtung ist indirekt, da wirkt sich die gewölbte Zugdecke aus. Die Beleuchtung paßt sich im Laufe des Tages an, so daß zu jeder Tageszeit die entspannteste Atmosphäre erzeugt wird.

Das Photo von dem Zugeingang finde ich besonders eindrücklich. Das wirkt extrem weit, mit viel Platz. Von meinen wenigen Zugfahrten kenne ich diese "Eingangsbereiche" eigentlich immer nur als eng und verwinkelt.

Das verspiegelte Äußere des Zuges wurde mit einer speziell entwickelten Aluminiumfarbe gestaltet. Der Reflexionsgrad, den die Außenhülle bietet, wurde sorgfältig untersucht, damit der Zug einen neuen Eindruck von der Landschaft bietet.

Der Betreiber Seibu will bis Ende des Jahres alle sieben Züge durch den neuen Lavie-Zug ersetzen, die auf dieser Strecke verkehren.

Bei

Kazuyo Sejima designed Laview train to travel floating into landscape

https://www.metalocus.es/en/news/kazuyo-sejima-designed-laview-train-travel-floating-landscape

gibt es diverse weitere Bilder.

Und ein kleines Werbevideo von Seibu:

西武鉄道CM「ちちんぶいぶい 2019年 新型特急篇 15秒」

https://www.youtube.com/watch?v=DUDA_QH7SY4

Erst da sieht man so richtig die Dimensionen dieser Fenster, wenn Leute im Zug sind.

Bei Seibu

https://www.seiburailway.jp/railways/tvcm/

gibt es diverse weitere Informationen und Videos.

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