Sea Turtles - why have they so terrifying mouths? It's a reverse filter - Helen Kairo / Anatomika Science erklärt, warum Meeresschildkröten so schreckliche Münder haben

16.09.2019 23:46:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge bekommt man ja normalerweise nicht zu Gesicht. Und sieht man sie doch, dann stellt sich die Frage: Was ist der Zweck?

Im Internet kursierten Bilder, die den geöffneten Mund einer Meeresschildkröte zeigten: Das wirkt wie ein Wust aus Stacheln, gegen die jedes Haifischgebiss übersichtlich aussieht. Dabei gelten Meeresschildkröten nicht unbedingt als großartige Jäger, die ihre Beute mit kräftigen Zähnen festhalten und zerlegen.

Aber was ist der Zweck dieser Stacheln? Die Künstlerin und Biologin Helen Kairo, die auch als "Anatomika Science" veröffentlicht, hat den Zweck in einigen Illustrationen erläutert.
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Sea Turtles Have Terrifying Mouths And This Person Explains The Science Behind It

https://www.boredpanda.com/sea-turtles-anti-barfing-spikes-plastic-bags-problem/

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Der Zweck dieser "Widerhaken" ist eigentlich ganz einfach: Meeresschildkröten schlucken sehr viel Wasser, wenn sie fressen. Eine kleine Qualle - und viel Wasser dazu. Das Wasser speien sie immer wieder aus. Die Widerhaken oder Stacheln, die wohl nicht hart, wie Zähne, sondern weicher sind, sind alle nach hinten gerichtet.

Und sorgen dafür, daß das Wasser rausgepresst werden kann. Die hinreichend feste Nahrung jedoch hängen bleibt und weiterverdaut werden kann.

Da gibt es auch ein Bild einer Meeresschildkröte an Land, die scheinbar rotes Blut ausgespuckt hat. In Wirklichkeit hat die Schildkröte roten Seetang gefressen. Durch das Rausdrücken des Wassers kommt auch feiner roter Seetang mit raus - und färbt das rot.

Das Problem haben alle Tiere, die im Wasser leben. Fische lösen es, indem das Wasser wieder durch die Kiemen entweicht und nur die festeren Bestandteile gefressen werden. Seeschildkröten schlucken erst Wasser und Nahrung. Dann befördern sie das Wasser wieder rückwärts raus. Die Widerhaken sorgen dafür, daß die Nahrung drin bleibt. Wale nutzen ihre Barten, um Plankton und Wasser zu trennen.

Und das Problem sieht man damit natürlich auch: Enthält das geschluckte Wasser Plastikteile, dann bleiben diese ebenfalls im Magen.

Auf dem Instagram-Account

https://www.instagram.com/anatomika.science/

gibt es die Bilderfolge zusammenhängend:

Anti-Barfing Spikes

https://www.instagram.com/p/B1pqpCnBaYK/

Helen Kairo hatte erst Kunst studiert, einen BFA in Illustration gemacht und in der Spielebranche gearbeitet. Dann folgte ein Master in Biologie. In den letzten zehn Jahren hat sie in diesem Spannungsfeld zwischen Biologie und Kunst gearbeitet.

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