Amour Éternel - eternal love - Giant Birdhouse with an oversized mistletoe rises above Lausanne - Grosses Vogelhaus mit Mistelkugel weist auf den Grünflächenverlust in Lausanne hin

19.09.2019 23:40:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Städte wachsen. Grünflächen werden bebaut und verschwinden. Lausanne sieht eigentlich auf Google-Maps noch relativ grün aus. Aber die beiden Architekten Adrien Comte und Adrien Meuwly sehen das anders.

Und haben deshalb ein 18 Meter hohes Vogelhaus aufgestellt. Es fungiert als ein künstlicher Baum und thematisiert die Bodenverknappung in Städten. Oben gibt es - unter einem schützenden Dach - eine große Mistelkugel. Diese dient einerseits als Nistkasten für Vögel, andererseits wird damit die Mistel unterstützt.

Daraus leitet sich der Name ab: Amour Éternel = ewige Liebe. Denn die Mistel ist darauf angewiesen, daß sie auf anderen Pflanzen wächst und daß es genügend Vögel gibt, die ihre Beeren fressen und den unverdauten Samen an anderen Stellen wieder ausscheiden.
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a giant birdhouse rises above lausanne to address soil scarcity in urban areas

https://www.designboom.com/architecture/comte-meuwly-birdhouse-amour-eternel-eternal-love-lausanne-09-19-2019/

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Der Standort ist eine ehemals grüne Promenade, diese wurde in den letzten Jahren stark verstädtert. Übriggeblieben ist eine relativ kleine Wiese, "Messidorwiese" genannt. Dort lassen sich die verbliebenen Vögel der Stadt nieder.

Eigentlich müßte die Messidorwiese fruchtbar sein. Aber davon sei heute nicht mehr allzuviel übrig geblieben.

> its territory is being gradually gnawed by buildings, the school, its large gym hall and its bitumen yard.’

Das Gelände sei zernagt worden. Von Häusern, einer Schule, einer großen Sporthalle und einem Bitumenhof.

Das Stativ beschränkt seinen Platzbedarf auf drei Punkte am Boden. Damit dient das von Menschenhand geschaffene Bauwerk als Zufluchtsort für Vögel, wo diese Nahrung finden und damit die Mistelsamen in der Stadt verteilen.

Wenn ich mir allerdings so manche Projekte ansehe, die ich im hiesigen Blog bereits vorgestellt hatte: Dann müßte die Lösung für Städte so aussehen, daß "grüner" gebaut wird. Also nicht hier Parks, dort Häuser mit glatten Steinfassaden. Sondern viel mehr Häuser, die von vornherein darauf ausgelegt sind, daß die Fassaden viele Balkone mit Bäumen und Sträuchern haben.

Plus begehbare, grüne Dächer. So daß ein Haus zwar den Platz blockiert, der dem Grundriß entspricht. Aber dafür neuen, vertikalen Platz schafft, der zusammen mit dem grünen Dach in der Summe größer als die Bodenfläche sein kann.

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