Everything rust on this poster - but not the product - a Tyrolit mysterious metal billboard - rostende Metall-Werbetafel gibt nicht rostendes Messer frei

23.10.2019 23:29:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Werbung soll auffallen und im Gedächtnis hängenbleiben. Ersteres führt manchmal zu einem Übermaß an lauten Effekten oder ständigen Wiederholungen. Und verhindert damit, daß man sich an das Produkt erinnert.

Eine ganz andere Werbung hat dagegen die Werbeagentur Heimat Wien Austria für Tyrolit entwickelt.
.

Everything Rust On This Poster In 30 Days… Except The Product

https://designyoutrust.com/2019/10/everything-rust-on-this-poster-in-30-days-except-the-product/

.
Eine metallische Wandfläche im schicken Silber, nur klein etwas versetzt von der Mitte das Wort Tyrolit. Sonst nichts. Aber nach einigen Tagen fängt diese Fläche an, zu rosten.

So daß ein Messer sichtbar wird. Das natürlich nicht rostet.

Beworben wurden die Iceline knives:

https://www.tyrolitlife.com/stories/neu-iceline-messersets/

Die Besonderheit:

> Die rostfreien Klingen sind aus einem Stück hochwertigstem Edelstahl hergestellt und durch mehrphasige Eishärtung mit bestem Schutz gegen Korrosion versehen.

Allerdings findet sich weder bei der Werbeagentur noch bei Tyrolit ein weiterer Hinweis. Auf der Seite gibt es ein Video, das etwa ein Jahr alt ist. Demnach könnte diese Plakataktion ähnlich alt sein.

Etwas unklar ist mir, wie dieses Plakat gemacht wurde. Das müßte irgendeine Farbe mit vielen Metallpartikeln sein, die auf natürliche Weise sehr schnell rostet.

Praktisch ist das damit eine "ganz leise", stille Werbung. Eine langsam vor sich hinrostende Plakatfläche.

Permanent Glow of LED Greenhouses in the Netherlands - ständig beleuchtete LED-Gewächshäuser strahlen Licht ab - Lichtverschmutzung durch Gewächshäuser - Bilder von Tom Hegen

22.10.2019 23:43:46, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Großstädten pflegt es meist nicht so richtig dunkel zu werden. Zwar geht in den meisten Wohnungen in der Nacht das Licht aus. Aber Straßenlampen, permanente Außenbeleuchtungen und ähnliches stellt ständige Lichtquellen bereit. So daß man bsp. in der Stadt kaum die Sterne sieht, weil es eigentlich zu hell ist.

Anders könnte das - in der Theorie - auf dem flachen Land sein. Aber dort kann es eine - relativ neue - Lichtquelle geben:

Gewächshäuser, in denen permanent LED angeschaltet sind. In den Niederlanden gibt es einige dieser Gewächshäuser.

Der Luftphotograph Tom Hegen hat diese aus einem Hubschrauber heraus dokumentiert.
.

The Ever-Present Glow of LED Greenhouses Documented by Aerial Photographer Tom Hegen

https://www.thisiscolossal.com/2019/10/greenhouse-series/

.
Dauernde LED-Beleuchtungen in Gewächshäusern können das Pflanzenwachstum deutlich beschleunigen. Ist das eine "Rundum-Beleuchtung", müssen sich die Pflanzen nicht nach dem Licht ausrichten. Ferner können gezielt gewisse Wellenlängen ausgewählt werden. So benötigen Pflanzen vorrangig Licht im blauen und roten Bereich für die Photosynthese. Früher wurden oft Natriumdampf-Hochdrucklampen genutzt. Aber die erzeugen Licht über ein großes Spektrum und werden warm, so daß ein deutlicher Abstand zu den Pflanzen eingehalten werden muß.

In den Niederlanden wird damit die Fläche von Gewächshäusern effizienter genutzt. Die Niederlande sind - nach den USA - die zweitgrößten Exporteure von Nahrungsmitteln.

Aber: Das produziert eben auch eine deutliche Lichtverschmutzung.

Die großen, gleichmäßigen Flächen, die wie Ufos in der Landschaft liegen.

Ein kleines Video:

Tom Hegen - The Greenhouse Series

https://vimeo.com/366571811

Der dortige Begleittext nennt weitere Details:

> At inside temperatures above 20 degrees, constant humidity of around 80 percent time and the use of LED lighting to permit precisely cultivation, in order to produce year-round. The indoor gardens provide growing conditions for plants like tomatoes, peppers or strawberries around the clock and in every kind of weather, which doubles the average yield of an outdoor farm. The Netherlands is the globe’s number two exporter of food as measured by value, second only to the United States, which has 270 times its landmass.

20° Celsius als permanente Temperatur, eine konstante Luftfeuchtigkeit von 80 % und der Einsatz von LED Lampen ermöglicht eine Ganzjahresproduktion. Das verdoppelt den Durchschnittsertrag eines Freilandbetriebs. Obwohl die USA 270 mal so groß sind, sind die Niederlande der zweitgrößte Exporteur.

In dem Video sieht man auch (letzter Abschnitt): Sobald es etwas dunstiger ist, führen diese großen Lichtflächen auf dem Boden zu erheblichen Reflexionen in der Luft drüber. So daß etwas wie eine "helle, strahlende Wolke" entsteht.

Weitere Luftaufnahmen gibt es auf Instagram:

https://www.instagram.com/tomhegen.de/

und Behance:

https://www.behance.net/TomHegen

 

Aaranya Farmstay Resort - sloping Terracotta roofs connected to the ground - Bauernhof in Indien mit Häusern zwischen Mangobäumen und heruntergezogenen Terrakotta-Dächern

21.10.2019 23:27:12, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein ländlicher Bauernhof in Indien, am Rande des Gir Nationalparks gelegen. Bestehend aus einzelnen Häusern, die passend in die bestehenden Mangobäume "hineingebaut" wurden.

Die Struktur wirkt erst einmal verblüffend: Heruntergezogene Dächer, die bis zum Boden gehen. Aus Terrakotta. Ein Baumaterial, das in fast einer halben Million indischer Dörfer verwendet wird.

Die Logik der Häuser: Diese sind von Norden nach Süden angeordnet. Damit der Wärmegewinn minimiert und der Luftstrom aus den angrenzenden Feldern maximiert wird. Da es dort Erdbeben gibt, haben die Häuser nur ein Erdgeschoss. Das heruntergezogene Dach: Dort gibt es während der Monsunzeit immer wieder starke Regenfälle. Und große Hitze im Sommer. Das heruntergezogene Dach schafft so einen zusätzlichen, trockenen Außenbereich.
.

connected to the ground, the sloping roofs of these cottages in india bridge nature + architecture

https://www.designboom.com/architecture/agriculture-farmstay-india-d6thd-design-studio-10-07-2019/

.
Genutzt wurden Bautechniken, die seit langem in der Gegend verwendet wurden. Fundamente aus gepacktem Schutt, tragende Sandsteinwände und ein Terrakottadach. Alles Techniken, die relativ günstig sind und die den Bewohnern die Möglichkeit geben, die Häuser selbst zu bauen. Architekt ist Himanshu Patel vom d6thd Design Studio.

Interessant ist der Satz:

> the building will virtually disappear in the near future, when the entire roof becomes fully covered with plants

Auf manchen Schrägdächern sind bereits erste Pflanzen zu sehen. Die sollen sich dort ausbreiten. So daß schließlich das gesamte Dach von Pflanzen bedeckt ist.

Ein kleines Video

Aaranya Farmstay Resort

https://www.youtube.com/watch?v=5R90BICspmU

zeigt die Anlage aus der Luft. Zusätzlich gibt es einen Swimming Pool, der in dem Text nicht erwähnt wurde.

Leicht von den Häusern abgesetzt gibt es Duschen. Durch einen kleinen Weg mit dem Hauptgebäude verbunden, mit farbigen Gläsern, so daß der Blick von außen nicht möglich ist. Und mit kuppelförmigen Dächern und einen kleinen Luftloch ganz oben.

Ein ganzes Haus, bestehend aus zwei symmetrischen Hälften, paßt so genau in den Bereich zwischen vier Bäumen rein. Zwischen den Bäumen ist auf der Feldseite Platz, so daß von dort Luft zum Haus kommen kann.

Make Weeds Great Again - Coffee from dandelions to promote biodversity - Daisy Newdick entwickelt einen Kaffee aus gerösteten Löwenzahnwurzeln

20.10.2019 23:12:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Löwenzahnwurzeln als Alternative zum Bohnenkaffee? Die britische Designerin Daisy Newdick hatte festgestellt, daß alleine in Großbritannien 95 Millionen Tassen Kaffee pro Tag getrunken werden.

Aber das bedeutet, daß große Mengen von Bohnen verschifft werden müssen. Daß der Anbau womöglich zu Abholzungen und Umweltschäden führt. Und daß all diese Effekte in den westlichen Ländern, insbesondere in den Großstädten unsichtbar sind.

Sie forschte deshalb nach und fand in den Wurzeln des Löwenzahns eine Alternative. Das führte zum Projekt "Make Weeds Great Again" - die übersehenen Eigenschaften von Unkräutern neu nutzen.
.

Daisy Newdick makes coffee from dandelions to promote biodiversity

https://www.dezeen.com/2019/10/19/daisy-newdick-dandelion-coffee/

.
> "In the West, and especially in cities, we take for granted the immense distances and complex supply-chains foodstuffs travel before they reach us,"

Im Westen, speziell in Städten, nehmen wir die großen Distanzen und die komplexen Lieferketten als selbstverständlich hin, bevor diese uns erreichen.

Die sozialen und ökologischen Kosten von Massenprodukten hängen oft mit der Bequemlichkeit zusammen.

Das gelte besonders für Kaffee: Ein Getränk, das so stark in die westliche Kultur eingebettet ist, daß die Ausbeutung von Arbeitern, die Verunreinigung von Wasserressourcen und die Abholzung, die sich aus dem Anbau ergibt, übersehen wird.

Bei der Recherche nach Pflanzen, die in Großbritannien wachsen könnten, stieß sie auf Löwenzahn. Dessen Wurzeln enthalten Inulin, das enthält Verbindungen, die dem Kaffee eine ähnliche Bitterkeit und einen leicht schokoladigen Geschmack verleiht.

Dabei fand sie heraus, daß Chicoree (biologisch mit dem Löwenzahn verwandt) und Klettenwurzeln ebenfalls Inulin enthalten und als Kaffeeersatz geeignet sind.

Der eigentliche Herstellungsprozeß ist ziemlich ähnlich: Rösten, mahlen und brauen. Der wesentliche Unterschied liegt im Anbau.

Sie suchte in Gärten und Feldern nach Löwenzahn, um sicherzustellen, daß keine Unkrautvernichter verwendet worden waren. Ferner ließ sie immer einen Teil der Wurzeln im Boden, damit im nächsten Jahr neue Pflanzen entstehen.

Die beste Zeit für das Sammeln ist der Herbst. Da enthalten die Wurzeln besonders viel Inulin. Nach dem Sammeln werden die Wurzeln gewaschen, gehackt und getrocknet. Danach müssen sie geröstet werden.

Daisy Newdick entwickelte einen Röster, der auf einem Rocket Stove / Raketenofen basiert. Oben kommt eine handgetriebene Trommel zum Rösten dazu. Sind die Wurzeln geröstet, können sie gemahlen und für Kaffee verwendet werden.

Die Designerin hofft, daß ihr handbetriebenes Wurzeln-zu-Kaffee-System die Menschen dazu einlädt, aus Löwenzahnwurzeln ihren eigenen Kaffee herzustellen.

Auf der Website

https://www.daisynewdick.com/

finden sich keine weiteren Informationen.

Wenn man nach Inulin sucht, stellt sich heraus, daß diverse weitere Pflanzen Inulin in ihren Wurzeln speichern. Etwa Topinambur und Pastinaken. Ferner wird Inulin als Zutat in der Lebensmittelherstellung verwendet.

Designed Fork specifically for Cup Noodle - Nissin entwirft eine Gabel speziell zum Cup Noodle - Essen

19.10.2019 23:36:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann man ein Alltagsprodukt wie eine Gabel verbessern? Oder ist das ein Produkt, das existiert und bei dem sich keine Frage nach einer Anpassung stellt?

In Asien gab es 1958 erste "Instant noodles" von dem Unternehmen Nissin Foods. Ein ähnliches Produkt - "Cup Noodles" - wurde 1970 von Nissin Foods (USA) für die USA entwickelt und dort verkauft. Ein Becher mit trockenem Inhalt - Nudeln, Gewürzen, getrocknetem Fleisch. Man öffnet den Deckel etwas, gießt kochendheißes Wasser hinein. Schließt den Deckel wieder, läßt das drei Minuten ziehen. Dann kann man das essen.

Nissin hat nun - aufgrund von diversen Beobachtungen - für speziell diesen Zweck eine neue Gabel entwickelt. Also eine Gabel, die speziell dafür geeignet ist, solche "Cup Noodles" zu essen.
.

Nissin is releasing an obsessively designed fork specifically for Cup Noodle

http://www.spoon-tamago.com/2019/10/17/nissin-cup-noodle-fork/

Das Video auf YouTube:

カップヌードル THE FORK

https://www.youtube.com/watch?v=ADsxz0fgl7U

.
Zum einen ist der vordere Teil der Gabel um 128° abgewinkelt. Ferner geht der Griff nicht senkrecht hoch, sondern ist ebenfalls um 128° abgewinkelt. Der Effekt ist, daß man wohl mit einer so gebauten Gabel besser in so einem kleinen Topf hantieren kann.

Die Außenlinie des vorderen Teils der Gabel ist nicht gerade. Stattdessen ist sie genauso gebogen wie die Außenlinie der Cup Noodles. Man kann also mit einer vorne waagerecht gehaltenen Gabel in dem Topf von unten nach oben fahren und "alles mitnehmen".

Dasselbe gilt für die Vorderfront. Die ist nicht grade, sondern ebenfalls wie die Außenlinie des Topfes gestaltet.

Die Gabel hat ingesamt vier Zinken, zwei außen, zwei innen. Die Zinken sind aber nicht glatt, sondern haben kleine Ausbuchtungen, so daß die Nudeln eher hängen bleiben.

Ferner ist die Gabel nicht "flach", sondern hat eine kleine, löffelartige Struktur, so daß man Nudeln und weitere Zutaten mit etwas Brühe löffeln kann.

Nicht ganz verstanden habe ich die Möglichkeit, daß man mit der geriffelten Rückseite des Griffs den Deckel während der Garzeit sichern kann.

Schließlich gibt es eine Version für Rechtshänder, eine für Linkshänder.

Zu kaufen gibt es die Gabeln nicht. Die werden nur in einer limitierten Edition von 3000 Exemplaren hergestellt und Bestellungen von 3 - 5 Cup Noodles beigelegt, die ab Ende Oktober über die Nissin - Website verkauft werden.

Beim Lesen denkt man: "Klingt ja alles logisch". In der Summe dürfte das Essen einer solchen Cup Noodles - Mahlzeit mit so einer Gabel deutlich angenehmer sein. Aber draufgekommen - wäre ich nie.

Everett Grand Avenue Pedestrian Bridge - Fussgängerbrücke in Everett / Washington überspannt Straße und Gleise und endet oberhalb eines steilen Hanges

18.10.2019 23:41:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

An Küsten kann es unterschiedlichste Gegebenheiten geben. Da gibt es einen flachen Hafen, ein paar Meter Grundstücke davor. Dann folgt eine vielbefahrene Straße, die sich an der Küste entlangschlängelt. Daneben Eisenbahngleise. Und direkt daneben gibt es einen steilen Hang. Auf der Hochfläche dahinter folgen diverse Häuser.

Aber wie kommt man von einem der vielen Häuser zum Hafen? Ins Auto setzen, über Umwege auf die Straße kommen, dann zum Hafen?

Sieht man sich den Grand Avenue Park in Everett im US-Bundesstaat Washington bei Google-Maps an, dann ist die Schwierigkeit offenkundig: Man kommt nicht von den Häusern über den Hang über die Gleise und die Straße zum Hafen.

Die Lösung: Eine Fußgängerbrücke. Die ist wohl aktuell noch im Bau, soll 2020 fertiggestellt werden. Aber der Kern, eine Stahlkonstruktion, steht bereits.
.

LMN architects utilizes weathered steel trusses to build pedestrian bridge in washington

https://www.designboom.com/architecture/lmn-architects-everett-pedestrian-bridge-washington-us-10-15-2019/

.

Bei Google-Maps:

Grand Avenue Park, Everett, Washington


Die Brücke ist 86 Meter lang, die Plateaufläche im Osten 23 Meter höher als die Straße unten. Die Brücke wird jahrzehntealte Wünsche erfüllen: Ein bequemer Zugang zur Uferpromenade. Zur dortigen, wachsenden Siedlung, den Everett Bauernmarkt und zum größten öffentlichen Yachthafen an der Westküste.

Das Design der Brücke besteht aus einer Art stählerner Fachwerkstruktur. Die liegt am Hang und auf der anderen Seite auf einem Betonsockel auf. Es erinnert an eine Eisenbahnbrücke. Ferner läßt sich damit der Weg so gestalten, daß keine Aufzüge notwendig sind.

Wie man allerdings auf einem Querschnittsbild sieht, ist diese Stahlstruktur nicht waagerecht, sondern leicht schräg gelagert. Mit einem Anstieg hin zur Hangseite.

Ferner schließt der obere Teil der Stahlstruktur am Hang mit der dortigen Erdoberfläche ab. Ergebnis: Die Fußgänger gehen nicht direkt in der Stahlstruktur. Sondern in einem inneren Element, das erst fast bis zum Hang geht, dann zurück eine Ebene höher. Dann wieder waagerecht zum Hang.

Die flachere Neigung führt also zu einem Weg, der bald doppelt so lang sein dürfte wie die direkte Luftlinie: Einmal rüber, dann bis zur Mitte der Brücke zurück und schließlich waagerecht zum Hang.

Ferner ist die Brücke damit vom Hang her kaum zu sehen. Das Geländer des Weges besteht aus perforierten Aluminiumplatten, die sehr luftig sind. Nur diese sind oberhalb der Hangfläche zu sehen.

Ein kleines Video

https://player.vimeo.com/video/363439071

zeigt den Einbau der Stahlstruktur. Zum Einbau wurde die gesamte Stahlstruktur angefahren. Dann mußten die Gleise belegt werden, damit sie befahrbar waren. Und die Stromkabel wurden nach oben verschoben, damit die Brücke drunter durchpaßt.

Bei LMN Architects

https://lmnarchitects.com/project/everett-grand-avenue-pedestrian-bridge

ist eine Montage zu sehen, wie das von oben her auf dem ersten Teilstück in Richtung Hafen aussieht. Da ist die tragende Stahlkonstruktion völlig unsichtbar.

Bundesgerichtshof: Bäckereifilialen mit Cafébetrieb dürfen an Sonntagen ganztägig Backwaren verkaufen - keine Beschränkung auf drei Stunden wie bei reinen Verkaufsstellen - I ZR 44/19

17.10.2019 23:27:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Frage, wer am Wochenende welche Waren verkaufen darf, sorgt immer wieder für Konflikte. Ferner gibt es Bundes- und mögliche abweichende Länderregelungen. So daß das, was in dem einen Bundesland gilt, noch lange nicht in einem anderen Bundesland gültig sein muß.

In Bayern hatte es einen langen Konflikt zwischen einem Bäckereibetrieb mit mehreren Filialen und der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs gegeben.

Der Bäckereibetrieb hatte in Filialen über einen Zeitraum von mehr als drei Stunden an einem Sonntag Brote und unbelegte Brötchen verkauft. Das fand die Wettbewerbszentrale unlauter und mahnte ab bzw. klagte.

LG München und OLG München hatten die Klage bereits abgewiesen, das OLG München hatte aber Revision zugelassen, um das Thema klären zu können.

Der Bundesgerichtshof hat die Ablehnung der Klage nun bestätigt.
.

Sonntagsverkauf von Backwaren in Bäckereifilialen mit Cafébetrieb zulässig - Urteil vom 17. Oktober 2019 - I ZR 44/19

https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2019&Sort=3&nr=100415&pos=0&anz=135

.
Der Sachverhalt: In Bayern gibt es kein eigenes Landesgesetz zum Ladenschluß. Damit gilt Bundesrecht. Das sieht vor, das Verkaufsstellen, die Backwaren anbieten, sonntags nur drei Stunden geöffnet sein dürfen.

Das beklagte Unternehmen hatte aber über einen deutlich längeren Zeitraum verkauft. Und begründete dies damit, daß es sich nicht nur um Verkaufsstellen, sondern zusätzlich um Cafés handeln würde. Es gäbe dort Speisen und Getränke zum sofortigen Verzehr. Damit sei das ein Gaststättengewerbe. Da gibt es höchstens die Einschränkung der Sperrzeit. Ansonsten könne so eine Gaststätte jederzeit Speisen und Getränke verkaufen.

Dieser Auffassung schloß sich der Bundesgerichtshof an. Wer ein Café betreibt, der darf auch in demselben Raum eine Bäckerei-Verkaufsstelle betreiben.

Ferner handele es sich bei Brötchen und Broten um "zubereitete Speisen":

> Nach der vom Berufungsgericht rechtsfehlerfrei festgestellten Verkehrsanschauung handelt es sich bei Brötchen und Broten um zubereitete Speisen, also um - durch den Backvorgang - essfertig gemachte Lebensmittel.

Daß im Café einzelne belegte Brotscheiben oder Brötchen verkauft wurden, in der Bäckerei-Verkaufsstelle dagegen "nur" Brötchen bzw. Brot, das der Käufer selbst belegt, spielt keine Rolle. Ferner setzt es die Zulässigkeit als Straßenverkauf nicht voraus, daß die verkauften Brötchen bzw. Brote auch vor Ort zubereitet werden müssen.

Bei der Wettbewerbszentrale gibt es noch nichts zum Urteil, lediglich ein Hinweis zur Verhandlung.

11.10.2019 // BGH verhandelt am 17.10. über zeitlichen Umfang des Brötchenverkaufs an Sonntagen

https://www.wettbewerbszentrale.de/de/home/_news/?id=3258

Da wurde das Verfahren nach den beiden LG/OLG-Verfahren weitergeführt, um Rechtssicherheit zu schaffen:

> Zur Entscheidung steht die Frage, ob die Beklagte auch außerhalb der erlaubten drei Stunden Backwaren verkaufen darf, während alle anderen Bäckereien ohne Sitz- und Verzehrgelegenheiten geschlossen sind und auch sein müssen. Die Klärung dieser Rechtsfrage soll für die gesamte Branche Rechtssicherheit schaffen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle zu gewährleisten.

Sprich: "Kleine" Bäckereien, die nur Brot und Brötchen verkaufen, dürfen an Sonntagen nur 3 Stunden verkaufen. Gibt es dagegen zusätzlich einen Cafébetrieb (was wahrscheinlich mindestens Getränke sowie eventuell belegte Brötchen usw. plus gewisse Sitzgelegenheiten erfordert), kann sehr viel länger verkauft werden.

Hier in Berlin gibt es solche Kombi-Verkaufsstellen ohnehin relativ häufig. Die öffnen auch an Sonntagen länger. Allerdings sieht das Berliner Ladenöffnungsgesetz

Berliner Ladenöffnungsgesetz (BerlLadÖffG) Vom 14. November 2006

http://gesetze.berlin.de/jportal/?quelle=jlink&query=L%C3%96G+BE&psml=bsbeprod.psml&max=true&aiz=true

bereits jetzt eine Verkaufsmöglichkeit für Bäcker von 07:00 - 16:00 vor. Das sind also bereits jetzt 9 Stunden.

Die Konsequenz des Urteils ist damit allerdings verblüffend: In Bayern könnte ein solches Café von 10:00 - 21:00 geöffnet sein. In Berlin ginge dies nur bis 16:00.

Please Stand By - sculptural chairs as hotels for city-dwelling insects - Marlène Huissoud baut insektenfreundliche Skulpturen mit diversen kleinen Löchern

16.10.2019 23:48:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Gegenstände, die wie Stühle und ähnliche Sitzgelegenheiten aussehen, aber bei denen es "Please stand by" - "Bitte stehen Sie" heißt. Das sind einige Skulpturen, welche die französische Designerin Marlène Huissoud entwickelt hat.

Jedes Objekt wurde aus einer Kombination aus naturfreundlichen Materialien wie ungebranntem Ton, natürlichen Bindemitteln und Holz hergestellt.

Ferner gibt es diverse Löcher mit einer Tiefe von 5 - 10 Zentimetern. Das schafft Raum für diverse Insekten: Bienen, Wespen und Schmetterlinge finden so Platz.
.

Marlène Huissoud creates sculptural chairs as hotels for city-dwelling insects

https://www.dezeen.com/2019/10/08/marlene-huissoud-please-stand-by-insect-shelters/

.
> "As a designer it is important to design a chair at some point in your career, and I liked the idea of dedicating my first chair to insects and not humans, asking humans to 'Please Stand By' and look at nature and wildlife in general with a new eye," she added.

Jeder Designer muß irgendwann einmal in seiner Karriere einen Stuhl designen. Ihr gefiel die Idee, ihren ersten Stuhl nicht Menschen, sondern Insekten zu widmen. So daß die Menschen aufgefordert werden, stehen zu bleiben und die Natur mit einem anderen Auge zu betrachten.

Beteiligt waren Robert Francis und Mak Brandon, Forscher am King's College London. Die Materialien entsprechen dem, was Insekten bevorzugen.

Jedes Stück wurde aus Ton hergestellt, der allerdings nicht gebrannt wurde, um das so einfach wie möglich zu halten. Dann wurde das mit einem natürlichen Bindemittel überzogen, um die Skulptur vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Die Stühle wurden während des diesjährigen London Design Festivals im Thurloe Square Garden gezeigt.

Sie sind nun in das Pariser Studio von Marlène Huissoud zurückgekehrt. Die Designerin versucht nun, permanente Plätze für die Skulpturen zu finden.

> "It is important for me that these pieces are going to museums and institutions for their gardens to open a dialogue with the public," said Huissoud. "These sculptural pieces are encouraging biodiversity in the gardens and increase the ecosystem productivity."

Für sie sei es wichtig, daß diese Stücke nun in Museen und andere Institutionen kommen und dort im Garten Platz finden. Die Skulpturen fördern die Artenvielfalt und verbessern das Ökosystem.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/marlenehuissoud/

gibt es ebenfalls einige Photos. Auf der Website

https://www.marlene-huissoud.com/

ist dazu noch fast nichts zu finden. Unter

A chair for insects by Marlène Huissoud

https://scienceofthetime.com/a-chair-for-insects-by-marlene-huissoud/

scheint es eine Art Ausschnittsphoto von der Herstellung zu geben. Tonförmige Elemente und Holz, das wohl Bambusholz sein dürfte. Also kleine Röhren in einer Länge von 5 - 10 Zentimetern. Beides zusammengebaut ergibt Elemente der Skulptur.

Und ein interessanter Satz:

> People think of nature as something that is far away from city life, like woods, the beach or the countryside with all the farms and animals.

Menschen würden Natur als etwas betrachten, das weit weg vom städtischen Leben ist. In Wäldern, am Strand oder in ländlichen Gegenden. Die Artenvielfalt ist teils in Städten größer als auf dem Land, wenn es dort große Monokulturen gibt.

California bans single use hotel toiletries to reduce plastic waste - Kalifornien verbietet in einigen Jahren Mini-Körperpflegeprodukte in allen Arten von Hotels und Unterkünften

15.10.2019 23:46:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in ein paar Jahren nach Kalifornien fliegt, dem dürfte der Unterschied auffallen. Sofern bis dahin nicht andere Staaten nachgezogen haben.

Kalifornien hat als erster US-Bundesstaat ein Gesetz verabschiedet. Demnach sind die Verwendung und der Vertrieb von Mini-Körperpflegeprodukten wie Shampoos oder flüssigen Badeseifen in Hotels und Unterkünften in Zukunft nicht mehr zulässig.
.

Golden State bans hotel mini-toiletries in effort to minimize waste

https://inhabitat.com/golden-state-bans-hotel-mini-toiletries-in-effort-to-minimize-waste/

Die Quelle:

California Becomes First State to Ban Single-Use Hotel Toiletries

https://www.ecowatch.com/california-bans-mini-plastic-toiletries-2640926594.html

Am 10.10.2019 wurde das verabschiedet, also in der letzten Woche:

https://twitter.com/Ash_Kalra/status/1182344748377362432

> Thank you Governor @GavinNewsom for signing #ab1162 to ban single use toiletry bottles in the hotel industry! This bill moves us one step closer to phasing out single use plastic in our society. Thank you to California Hotel & Lodging Association for the support.

Die Details (von EcoWatch):

> The bill gives large hotels until Jan. 2023 to phase out the tiny shampoos, conditioners and soaps. Hotels with fewer than 50 beds will have until Jan. 2024. After that date, hotels found in violation will face fines. The first violation would trigger a warning and a $500 fine for every day the law is violated. A second violation would cost the establishment $2,000, CNN explained. The law will not apply to nursing homes, hospitals, prisons or homeless shelters.

Bis Januar 2023 müssen die großen Hotels diese Miniartikel ausgemustert haben. Hotels mit weniger als 50 Betten haben ein Jahr mehr Zeit. Bei Gesetzesverstößen drohen Strafen von 500 Dollar pro Tag. Das gilt nicht für Pflegeheime, Krankenhäuser, Gefängnisse und Obdachlosenheime.

In Hotels soll es als Ersatz bsp. fest montierte Wandspender geben, die wiederauffüllbar sind.

Größere Hotelketten haben bereits begonnen, diese Einmalverpackungen auszusondern. So daß die Wirkung nicht an der kalifornischen Bundesstaatsgrenze Halt machen dürfte. Laut

California bans hotels from using tiny plastic bottles

https://eu.usatoday.com/story/travel/hotels/2019/10/10/california-hotel-bottle-ban-law-prohibits-tiny-plastic-bottles/3928360002/

will Mariott Ende 2020 damit fertig sein.

Todd Kaminsky, Senator in New York, kündigt ähnliches für seinen Bundesstaat an:

https://twitter.com/toddkaminsky/status/1182460895965995008

> Getting rid of disposable toiletries will take tens of millions of plastics out of our oceans and landfills and help build a sustainable planet. Great to see CA taking bold action and with my bill, NY should do the same this year.

Politisch interessant ist, daß zwar andere US-Bundesstaaten bzw. andere Länder in der Welt diesem Gesetz nicht folgen müssen (und einige sicherlich absichtlich nicht folgen werden). Die großen, weltweit agierenden Hotelketten werden das jedoch einheitlich handhaben, so daß sich über diesen Weg Auswirkungen auf andere Staaten ergeben werden.

Vitraaze - Handpainted Glassware with heat-set-paint - handbemalte Glasware, die mit Heißfixierfarbe farbenfroh gestaltet wird

14.10.2019 23:41:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Internet pflegt ja regelmäßig ins Gerede zu kommen. Wegen diverser problematischer Dinge, Fakenachrichten, Hasskommentaren und dem grundlegenden Problem, daß Nischen zu Verstärkern werden und sich Leute darüber radikalisieren, bis schließlich aus Worten Taten werden.

Allerdings hat BoredPanda schon recht: Für alle Leute, die handwerklich begabt sind und die einzigartige Dinge herstellen, ist das Internet mit einigen darauf spezialisierten Plattformen zu einer unverzichtbaren Anlaufstelle geworden. Waren solche Künstler früher nur in ihrem Umfeld bekannt, können sie heute ein weltweites Publikum finden und über diese Plattformen Bestellungen generieren.

So daß aus etwas, das früher nur ein Hobby war, nun ein Zuverdienst oder sogar ein neuer Vollzeitjob werden kann.

Etwa die Künstlerin Vitraaze aus Kiew, Ukraine. Sie stellt Teekannen, Becher, Teller und diverse andere Glaswaren her und dekoriert diese mit Heißfixierfarbe (heat-set paint). Zu diesen Farben findet sich fast nichts bei Google. Die Farben werden aufgetragen und können anschließend im Ofen ausgehärtet werden.

Das Ergebnis sind sehr farbenfrohe Glasgegenstände. Teils sind die Muster eher einfach - kleine Flächen. Teils sind das aber auch komplexere Blumen oder Tiermotive mit diversen, verschiedenen Farben.
.

This Ukrainian Artist Handpaints Glassware And Here Are The 30 Most Intricate Designs

https://www.boredpanda.com/hand-painted-glass-teapots-mugs-plates-vita-vitraaze/

.
Der Etsy-Shop:

https://www.etsy.com/uk/shop/Vitraaze

.
Dort kann man auch bsp. ein Photo des eigenen Hundes einsenden, das dann als Grundlage für die Glasbemalung dient.

Als Basisprodukt scheint nur Genesis Heat Set Oil Paints auffindbar zu sein. Eine Art Ölfarbe, von der man nur winzige Mengen benötigt. Unter

http://www.genesisoilpaints.com/how_to_use_genesis.html

ist das beschrieben:

> The paint needs to be heated to 130 degrees using either a heat gun or in an oven.

Entweder mit einer Heißluftpistole oder im Ofen auf 130 Grad erhitzen, um die Farbe auszuhärten. Das sieht fast danach aus, als ob Vitraaze eine relativ neue Technik nutzt, die noch kaum bekannt ist.

Stirling Prize 2019: Goldsmith Street Social Housing in Norwich from Mikhail Riches - Architekturpreis für Sozialwohnungen in Norwich, die den Passivhaus-Standard erfüllen - Mikhail Riches und Cathy Hawley

13.10.2019 23:50:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Großbritannien hat es in der vergangenen Woche eine interessante Entscheidung gegeben. Der Stirling Prize 2019 wurde verliehen. Er ist benannt nach dem Architekten James Stirling und gilt als der bedeutendste Architekturpreis in Großbritannien. Verliehen wird er vom Royal Institute of British Architects (RIBA). Der Preisträger muß RIBA-Mitglied sein, das Gebäude muß sich in der EU befinden.

Den Preis erhält

> "der Architekt des Gebäudes, welches den größten Beitrag zur britischen Architektur des Vorjahres darstellt."

Ausgezeichnet wurde nicht etwa die Macallan Distillery oder das Cork House (beide waren Thema in älteren Beiträgen). Sondern ein Projekt für Sozialwohnungen in der Goldsmith Street in Norwich. Auftraggeber war "Norwich City Council", also die Stadt Norwich.
.

Mikhail Riches' Goldsmith Street social housing wins Stirling Prize 2019

https://www.dezeen.com/2019/10/08/stirling-prize-2019-winner-goldsmith-street-social-housing/

.
Das sind Niedrigenergiehäuser, die den Standard von Passivhäusern erfüllen.

Der RIBA-Präsident Alan Jones spricht von einem "beacon of hope".

> "Faced with a global climate emergency, the worst housing crisis for generations and crippling local authority cuts, Goldsmith Street is a beacon of hope," he said. "It is commended not just as a transformative social housing scheme and eco-development, but a pioneering exemplar for other local authorities to follow."

Angesichts einer globalen Klimakrise, der schlimmsten Wohnungsnot seit Generationen und lähmenden Kürzungen durch lokale Behörden, sei die Goldsmith Street ein Hoffnungsschimmer.

Es wird nicht nur als transformierendes soziales Wohnungsbauprojekt gewürdigt, sondern es ist auch ein wegweisendes Beispiel, dem andere Gemeinden folgen sollten.

Die Goldsmith Street ist in der Nähe des Stadtzentrums von Norwich zu finden. Sie soll eine erschwingliche Alternative zu Wohnblöcken mit hoher Dichte sein.

Das sind 7 Reihenhäuser in vier Reihen, insgesamt 45 Häuser und 60 Wohnungen. Auf einer Fläche von weniger als einem Hektar.

Jedes Haus ist nach Süden ausgerichtet, damit die Sonnenergie maximal genutzt wird. Ferner erfüllt es die Regeln für Passivhäuser.

Mehr als ein Viertel des Geländes ist als öffentlicher Raum konzipiert. Einschließlich einer offenen Gasse, die sich in der Mitte durchzieht und die sowohl als Gemeinschaftsgarten als auch als sicherer Spielplatz für Kinder dient.

Die Jury beschreibt das Projekt als "a modest masterpiece", als ein "bescheidenes Meisterstück".

> "It is high-quality architecture in its purest most environmentally and socially-conscious form. Behind restrained creamy facades are impeccably detailed, highly sustainable homes – an incredible achievement for a development of this scale," the jury added.

Es ist qualitativ hochwertige Architektur in ihrer reinsten Form. Hinter zurückhaltenden, cremefarbenen Fassaden stecken makellos detaillierte, höchst nachhaltige Häuser. Eine unglaubliche Leistung für eine Entwicklung in dieser Größenordnung.

Das ist das erste Mal, daß ein Projekt für Sozialwohnungen den Stirling Prize gewinnt.

In einem späteren Artikel

Architects celebrate Goldsmith Street's Stirling Prize win as a "game changer"

https://www.dezeen.com/2019/10/09/goldsmith-street-stirling-prize-reactions-twitter-news/

ist die Rede davon, daß verschiedenste Architekten die Entscheidung auf Twitter gefeiert hätten.

> It has been widely celebrated as a significant moment in the 23-year-history of the prize, with TV architect George Clarke hailing it as "a game changer".

Die Entscheidung als "game changer". Das Projekt demonstriert, daß Sozialwohnungen eine hohe architektonische und ökologische Qualität erreichen können und trotzdem erschwinglich sein können. Da das Passivhäuser sind, sind die Nebenkosten relativ gering.

Bei

Goldsmith street wins RIBA stirling prize 2019

https://www.architecture.com/awards-and-competitions-landing-page/awards/riba-stirling-prize

gibt es ein kleines Video von den Häusern. Ganz am Anfang gibt es einen kleinen Blick von oben.

Die Heizkosten dürften um 70 % unter den üblichen Werten liegen.

Auf

Goldsmith Street

https://www.architecture.com/awards-and-competitions-landing-page/awards/riba-regional-awards/riba-east-award-winners/2019/goldsmith-street

finden sich ganz unten zwei interessante Skizzen.

Die erste Skizze zeigt den Gesamtplan der Anlage.

Die zweite Skizze erläutert die Dachform, die auf den ersten Blick merkwürdig asymmetrisch erscheint. Die Häuser sind alle nach Süden ausgerichtet. Die Dachform ist so, daß im Winter die niedrig stehende Sonne nicht vom Dach des Hauses davor "eingefangen" wird, so daß nur das Dach geheizt wird. Stattdessen bleiben die flachen Sonnenstrahlen über dem Dach und treffen das Erdgeschoss des Hauses dahinter.

Den gegenteiligen Effekt sieht man oft hier in Berlin. Im Winter kommt die Sonne nur noch zu den weit oben liegenden Wohnungen typischer Hausblöcke. Die Wohnungen in den ersten Stockwerken liegen im Winter völlig im Dunkeln, da sie von den Hausblöcken auf der gegenüberliegenden Straßenseite verschattet werden. Und sind entsprechend kühl.

Ricicli+Viaggi - Recycle+Travel - Consumers in Rome can recycle plastic bottles to get free public transportation travel tickets - Plastikflaschen gegen Bustickets in Rom

12.10.2019 23:45:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

Surabaya in Indonesien hatte es vorgemacht: Nun ist das auch in Rom möglich: Leute können Plastikflaschen abgeben und erhalten 5 Cents pro Flasche.

Die gibt es aber nicht in bar, sondern stattdessen gibt es ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. "Ricicli + Viaggi" nennt sich das auf italienisch, "Recycle + Travel" auf englisch.

Es gibt Automaten, die Flaschen entgegennehmen. Das Geld wird in Form von Bonuspunkten aufs Handy aufgeladen. Bei 30 Flaschen macht das 1,50 Euro, das ist eine U-Bahnfahrt bzw. 100 Minuten mit einem römischen Bus.
.

When in Rome, recycle more to earn free metro and bus travel tickets

https://inhabitat.com/when-in-rome-recycle-more-to-earn-free-metro-and-bus-travel-tickets/

.
In Rom stecken solche Dinge noch ziemlich in den Kinderschuhen. Eine Studie von 2017 ergab, daß Italien den vierten Platz unter den am meisten verschwenderischen Ländern in Europa belegt. Ferner ist das Müllmanagement schlecht, Recycling gibt es bislang kaum.

Stefano Ciafani, Präsident einer Umweltgruppe:

> “Rome has failed to create an efficient system for differentiated waste collection, as Milan has done, and it has not built the recycling plants that are fundamental for a city where three million people live.”

Rom hat es bislang nicht geschafft, ein effizientes System für ein differenziertes Recycling zu entwickeln. Und es hat nicht die Recyclingfabriken, die für eine Stadt mit 3 Millionen Einwohnern notwendig wären. Mailand sei da weiter.

Das scheint sich seit dem Amtsantritt der neuen Bürgermeisterin 2016 langsam zu verbessern.

Aktuell gibt es allerdings nur 3 Standorte mit solchen Automaten. Dort wurden mehr als 350.000 Flaschen zurückgegeben.

Die Bürgermeisterin Virginia Raggi:

> Raggi happily shared, “We are the first major European capital to present this innovation.”

Rom sei nun die erste große europäische Stadt mit so einer Innovation.

Ein Video bei BBC

Plastic waste: Rome metro offers tickets for trash

https://www.bbc.com/news/av/world-europe-49924309/plastic-waste-rome-metro-offers-tickets-for-trash

zeigt lange Schlangen vor einem der drei Automaten. Das System soll ausgebaut werden. Allerdings ist das damit eher etwas wie der erste, elementare Aufbau eines Recycling-Systems, das es bsp. in Deutschland schon seit langem flächendeckend gibt.

Neben Surabaya gibt es ähnliche Projekte in Peking und Istanbul.

Der Artikel zu Surabaya:

Plastic to ride - Indonesians collect bottles and get bus tickets - In Surabaya können Fahrgäste Bustickets mit Plastikflaschen bezahlen - die Umgebung ist sauberer

https://blog.server-daten.de/de/2018-10-24/Plastic-to-ride---Indonesians-collect-bottles-and-get-bus-tickets---In-Surabaya-koennen-Fahrgaeste-Bustickets-mit-Plastikflaschen-bezahlen---die-Umgebung-ist-sauberer-428

Dort kostet ein 2-Stunden-Ticket 10 Plastikbecher oder 5 Plastikflaschen. Dort gibt es sichtbare Effekte auf die Umgebung, die ist seither sauberer.

Lux Noctis: Drone LEDs to illuminate Bolivia's remote Landscapes - Reuben Wu verwendet Drohnenlicht für Aufnahmen der bolivischen Landschaft

11.10.2019 23:46:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man für Photographien etwas Licht braucht, was macht man dann? Scheinwerfer sind eine Möglichkeit. Nur gibt es die nicht, wenn man Landschaftsaufnahmen an sehr abgelegenen Orten erstellt. Der in Chicago wohnende Photograph Reuben Wu wollte ursprünglich "nur" Landschaftsaufnahmen in der Nacht machen und nutzte dafür die Beleuchtung durch Drohnen, die mit LEDs ausgestattet waren.

Dann fing er an, den Flugweg der Drohne zu beachten. Und diesen als neues, gestalterisches Element zu nutzen.
.

reuben wu uses drone LEDs to illuminate bolivia's remote landscapes

https://www.designboom.com/art/reuben-wu-lux-noctis-phase-one-10-08-2019/

.
> ‘I didn’t include the actual light paths. but then I noticed how the different shapes created by the light interacted with the landscape and decided to keep them in the final image. now I see it as a way to involve myself with the landscape, as the personal mark I add to a specific scenery.’

Erst hatte er den Flugweg ignoriert. Dann fiel ihm auf, daß die verschiedenen Flugwege mit der Landschaft interagierten und beschloss, diese in das endgültige Bild aufzunehmen.

Nun betrachtet er das als eine Möglichkeit, sich mit der Landschaft zu befassen und dieser ein "persönliches Zeichen" hinzuzufügen.

Mit den gleichmäßig fliegenden LED-Drohnen erzeugt er Lichtwege, deren geometrische Formen wie zusätzliche Objekte über der Landschaft schweben. Abgelegene Landschaften wie Berge und Täler beleuchtet er so.

Für die Lux Noctis - Serie reiste er nach Bolivien, gesponsort von dem dänischen Unternehmen Phase One. Das stellt hochwertige digitale Phototechnik her. Er nutzte das XT-Kamerasystem der Marke, ein 150 Megapixel Gerät.

Ein Video

Phase One XT: Seek extraordinary

https://www.youtube.com/watch?v=QWh9bmI6ohI

zeigt Ausschnitte aus dem dortigen Arbeiten. Mit dem Auto an völlig abgelegene Orte fahren, dort nachts oder bei Sonnenaufgang / Sonnenuntergang zu photographieren.

Am faszinierendsten fand er die Aufnahmen des Salzsees bei Sonnenuntergang. Das Salz bildet dort solche polygonartigen Strukturen. Bei Sonnenuntergang wurden die Schatten der Salzkämme immer länger. Damit sah die Landschaft alle paar Sekunden wieder anders aus.

Auf seiner Website

Lux Noctis

https://reubenwu.com/projects/22/lux-noctis

gibt es weitere Bilder aus dieser Serie, die wohl schon länger läuft. Die Bilder aus Bolivien sind dort nicht mit dabei.

Chrome starts to block mixed Content - Chrome wird Mixed Content (nicht aktive http Ressourcen in https Seiten wie Bilder, Audio und Video-Dateien) ab Februar 2020 vollständig blockieren

10.10.2019 23:22:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Persönlich wundere ich mich darüber ja eher: Da stellen Leute ihre Websites von http auf https um, verschlüsseln diese also.

Und dann werden in der Seite diverse aktive Ressourcen - CSS-Dateien, JavaScript und Fonts - weiterhin per http, also unverschlüsselt eingebunden. Diese blocken Browser bereits standardmäßig.

Aber Bilder, Audio- und Videodateien können weiterhin per http eingebunden werden.

Mit dem Ergebnis, daß das in jedem Browser "häßlich" aussieht, wenn der Browser nicht ein Schloß, sondern etwas wie "nicht sicher" anzeigt.

Chrome will diesen "Mixed Content" (gemischtem Inhalt) nun jedenfalls grundsätzlich nicht mehr anzeigen.
.

No More Mixed Messages About HTTPS

https://blog.chromium.org/2019/10/no-more-mixed-messages-about-https.html

.
Das Endergebnis: Websites, die per https geladen werden, können auch nur noch Inhalte per https laden.

In den letzten Jahren hat das "verschlüsselte Web" große Fortschritte gemacht. Chrome-Nutzer verbringen inzwischen mehr als 90 % ihrer Zeit auf verschlüsselten Seiten.

Aber: Aktive Inhalte (zu den obigen kommen noch iFrames dazu) werden von Browsern bereits blockiert. Nicht aktive Inhalte sind jedoch noch zulässig. Das führt zu Sicherheitsproblemen:

> For example, an attacker could tamper with a mixed image of a stock chart to mislead investors, or inject a tracking cookie into a mixed resource load.

Ein Angreifer kann Bilder mit Aktienkursen manipulieren. Oder ein Tracking Cookie über so einen mixed Content einschleusen.

Ferner ist die Browser-UI unklar: Die Seite ist weder sicher noch unsicher, sondern irgendetwas dazwischen.

In Chrome 79 (Dezember 2019) wird es eine Option geben, mit der blockierter Mixed Content auf einzelnen Seiten zulässig sein wird. Das soll auch für Scripte und iFrames gelten, die Chrome aktuell standardmäßig blockiert. Das ist also erst einmal eine Aufweichung.

Chrome 80 (Januar 2020) wird eine Autoupgrade-Funktion bekommen: Mixed Audio- und Videodateien werden blockiert, aber der Browser prüft, ob die Ressource per https erreichbar ist. Falls ja, wird die https - Version geladen. Wenn Seiten weiterhin Ressourcen per http einbinden, können Nutzer Ausnahmen definieren.

Ferner werden Seiten mit Mixed Content als "Not Secure" angezeigt. Entwickler sollen dazu gebracht werden, die Sites komplett auf https umzustellen.

Chrome 81 (Februar 2020) wird ebenfalls die Autoupgrade-Funktion nutzen. Gibt es keine https-Version, wird die http-Version blockiert. Das hieße, daß es Nutzern ab Februar 2020 nicht mehr möglich ist, eine Ausnahme zu definieren.

Tools zum Aufspüren von Mixed Content gibt es diverse. Beim Herumbauen an meiner Testseite https://check-your-website.server-daten.de/ fiel allerdings auf, daß Browser die Quelle für Mixed Content manchmal falsch anzeigen. Denn eine Seite kann JavaScript ausführen, der Code lädt CSS-Definitionen. Diese haben url("http://bildressource") - Definitionen. In so einem Fall zeigen Chrome und FireFox das JavaScript als Quelle an. Nicht die CSS-Datei, die geändert werden muß. Der Test innerhalb von "check-your-website" zeigt stattdessen die korrekte CSS-Datei an.

Mal sehen, ob FireFox und Safari nachziehen werden.

Copenhill Power Plant topped with rooftop ski slope - Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen als öffentliche Infrastruktur mit nutzbarem Schrägdach - von Bjarke Ingels Group

09.10.2019 23:27:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Müllverbrennungsanlagen? Nichts, was man in Deutschland mit "öffentlicher Infrastruktur" in Verbindung bringen würde. Stattdessen "janz weit draußen", möglichst unsichtbar.

Ganz anders dagegen seit neuestem in Kopenhagen. Dort wurde die Müllverbrennungsanlage Coppenhill eröffnet, konzipiert von der Bjarke Ingels Group (BIG).

Das ist ein Kraftwerk an einer industriellen Uferpromenade, das jährlich 440.000 Tonnen Abfall verarbeitet. Es ist als öffentlich nutzbares Gebäude konzipiert: Von Bäumen gesäumte Wanderwege, eine Skipiste, auf der man ganzjährig nach unten fahren kann und die "höchste künstliche Kletterwand der Welt" an der Fassade.
.

BIG opens Copenhill power plant topped with rooftop ski slope in Copenhagen

https://www.dezeen.com/2019/10/08/big-copenhill-power-plant-ski-slope-copenhagen/

.
Bjarke Ingels:

> "CopenHill is a blatant architectural expression of something that would otherwise have remained invisible: that it is the cleanest waste-to-energy power plant in the world,"

Etwas, das sonst unsichtbar geblieben wäre: Das sauberste Müllkraftwerk der Welt.

Im Inneren gibt es die neueste Technologie zur Abfallverbrennung. 440.000 Tonnen versorgen jährlich 150.000 Haushalte mit Strom und Fernwärme. Die Maschinen sind so angeordnet, daß sich daraus das schräge Dach ergibt. Dort gibt es ein 9000 Quadratmeter großes Skigebiet.

Die ist 400 Meter lang und geht von der 90 Meter hohen Spitze zur Basis. Dabei gibt es eine 180° Grad Kurve.

Um nach oben zu kommen, gibt es Lifte und einen gläseren Aufzug, der durch das Gebäude führt.

Nicht-Skifahrer finden üppiges Grün, eine Bar auf dem Dach, eine 85 Meter hohe Kletterwand und ein 490 Meter langer Wander- und Laufpfad.

Damit ist das Dach hinreichend begrünt, so daß das Abfließen von Regenwasser minimiert wird. Ferner schafft das Platz für Vögel und Insekten.

Innen gibt es 10 Verwaltungsetagen und ein 600 Quadratmeter großes Bildungszentrum.

Die Fassade besteht aus 1,2 Meter hohen und 3,3 Meter breiten Aluminiumelementen, die wie überdimensionale Backsteine wirken. Dazwischen gibt es eine Verglasung, die für eine natürliche Beleuchtung der dahinter liegenden Räume sorgt.

2011 hatte es einen internationalen Wettbewerb gegeben, da gewann dieser Entwurf den ersten Preis. Zwei Jahre später begannen die Bauarbeiten.

Bei Google-Maps

CopenHill A/S

ist das Gebäude in der Luftaufnahme bereits geschlossen.

Wenn man sich diese "Vorlaufzeit" ansieht, dann hat man den Eindruck, daß Deutschland da um 20 - 40 Jahre hinterherhinkt.

Bars in Italy: Using Pasta Straws to reduce Plastic Waste - Bars in Italien nutzen Nudelstrohhalme, um Plastikmüll zu reduzieren

08.10.2019 23:33:12, Jürgen Auer, keine Kommentare

Persönlich bin ich weder der große Urlauber noch der große Barbesucher. Aber in Bars gibt es kalte Getränke - und dazu häufig Strohhalme. Die natürlich nicht aus Stroh, sondern aus Plastik hergestellt werden.

Ein Nutzer auf Reddit hatte nun ein Bild gepostet: Ein Kaltgetränk in einem Plastikbecher. Aber mit einer dicken Nudel als Strohhalm. Darunter diverse Kommentare.

Demnach gibt es inzwischen einige Bars in Italien, die Getränke mit Nudelstrohhalmen ausgeben.
.

Bars In Italy Are Starting To Use Pasta Straws To Reduce Plastic Waste

https://www.boredpanda.com/pasta-straws-reduce-plastic-waste-italy-bars/

.
Kommentare verweisen darauf, daß Nutzer auch schon in deutschen Bars solche Nudelstrohhalme gesehen hätten.

Ebenso:

> We used Noodle straws at Paradise Cove Cafe in Malibu! They were awesome! Didn’t disintegrate, and you could eat them.

Auf der dortigen Website (die leider sehr langsam ist)

Paradise Cove Cafe - Malibu

https://www.paradisecovemalibu.com

gibt es auch ein Bild, das Cocktails mit Nudelstrohhalmen zeigt. Auf Instagram

https://www.instagram.com/p/BiTY6onh0Zp/

gibt es ein Bild mit einer Bestätigung:

> Don't be part of the problem, be part of the solution, thank you @celiadoesstuff for giving our Amazing Pasta Straws a try!

Eine Kundin schlürft aus einer Ananas einen Cocktail per Nudelstrohhalm. Wobei das Bild schon vom Mai 2018 ist.

Ein anderer Reddit-Kommentar verweist darauf, daß in Asien Reisstrohhalme zur Norm werden:

> Rice straws are also increasingly becoming the norm here in Asia, too.

Ferner gibt es in Großbritannien ein Unternehmen Stroodles, das solche Nudelstrohhalme explizit herstellt. Deren Nudelstrohhalme halten eine Stunde, sind geschmacklos und können anschließend auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Sie bestehen nur aus Weizen und Wasser.

https://stroodles.co.uk

Man soll sie natürlich nur für kalte Getränke nutzen. Außer, wenn man eine Nudelsuppe zubereiten möchte.

Retro-Futurismus - FIT - freie internationale tankstelle bemalt vom Künstlerduo Low Bros als Future Flashback Installation

07.10.2019 22:39:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Low Brows sind ein Künstlerduo mit einer ganz eigenen Bildersprache. Zur Urban Art Week hier in Berlin haben sie die FIT, die freie internationale tankstelle, bemalt.

Die FIT, in der Schwedter Str. 261 in 10119 Berlin zu finden, wird schon seit 15 Jahren nicht mehr als Tankstelle genutzt. Stattdessen kann man dort "Kunst und Kultur" tanken.

Die Tankstelle wird immer mal wieder von Künstlern neu bemalt. So daß auch die jetzige Gestaltung der Low Brows irgendwann wieder verschwinden wird.
.

Low Bros verwandeln Berliner Tankstelle in Future Flashback Kunstinstallation

https://urbanshit.de/low-bros-verwandeln-berliner-tankstelle-in-retro-futurismus-kunstinstallation/

.
Der Stil ist völlig eigenwillig. Manches erinnert an frühere Jahre, ein stilisierter Pink Panther. Die Säulen mit ihrer Klötzchenbemalung, die sich auf der anderen Seite scheinbar dreidimensional fortsetzen.

Das kräftige Dunkelrot am Fuß des Gebäudes versus der neonrote Streifen unter dem Dach. Die eine Säule wirkt unten wie eine Kaugummipackung. Die scheinbar von der Decke herabhängende "Spirit" - Dose, die es in einer zweiten Versin an einer Gebäudeseite gibt. Dort wird der Kopf des eckigen Pink Panther befüllt.

Eine umfangreiche Liste von Urban Art findet sich auf der Website:

Low Brow

http://www.lowbros.de

Auf Instagram

https://www.instagram.com/low_bros/

gibt es die Tankstelle ebenfalls:

FIT freie internationale tankstelle

https://www.instagram.com/p/B2exl1riG14/

Wenn man bei Google-Maps die

Freie internationale Tankstelle

aufruft, dann gibt es links oben noch ein Bild einer vorherigen Gestaltung. Urban Art ist eben temporäre Kunst, nichts für die Ewigkeit.

Http/2 and Push - some problems with browsers - Umstellung von Server-Daten auf http/2 - an zu vielen Pushs scheinen sich FireFox und Chrome zu verschlucken

06.10.2019 23:53:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kürzlich war es mal wieder so weit: Server-Daten bekam neue Server, die wurden eingerichtet. Am letzten Wochenende wurde umgezogen.

Damit der Wechsel von Windows 2012 R2 auf die aktuelle Version Windows 2019 Server.

Und das führte zu der Möglichkeit, Http/2 nutzen zu können.

Http/2 ist das Nachfolgeprotokoll von Http 1.1. Das stammte von 1999 und bildete seither eine technische Basis für alle Websites. Es hatte aber ein paar grundsätzliche Einschränkungen. Die waren 1999 noch ok. Führten aber in der Folgezeit immer wieder zu Problemen bzw. zu "merkwürdigen Workarounds".

Http/2 ist deshalb einerseits vollständig abwärtskompatibel. Heißt: Man muß überhaupt nichts ändern und kann Http/2 trotzdem sofort nutzen.

Es ist aber anders aufgebaut und beschleunigt damit bestehende Anwendungen sofort.

Ein Prinzip bei Http.1.1: Pro Anforderung wird eine neue Tcp-Verbindung benötigt. Heißt: Der Browser öffnet eine Tcp-Verbindung. Dann wird darüber eine SSL-Verbindung hergestellt. Dann sagt der Browser, was er haben möchte:

> GET /de/ HTTP/1.1
> Host: blog.server-daten.de

und der Server schickt das ganze Dokument (hier: Die Startseite des Blogs) zurück. Der Browser parst das, stößt auf CSS- und JavaScript-Dateien sowie auf Bilder. Und öffnet für jedes dieser Objekte ... eine neue Tcp-Verbindung, über die eine SSL-Verbindung hergestellt wird, über welche die Ressource abgerufen wird.

Das zentrale Problem: Jedes Herstellen dieser Kombination aus Tcp-Verbindung und SSL-Verbindung benötigt ein paar Roundtrips, eine Art Pingpong-Spiel zwischen Browser und Server. Das dauert zwangsläufig.

Http/2 räumt damit radikal auf, indem nur noch eine Tcp-Verbindung hergestellt wird, darüber eine Verschlüsselung - und über diese wird alles abgewickelt.

Wobei man sich eine bestehende Tcp-Verbindung nicht wie eine Telefonverbindung vorstellen darf, bei der immer nur einer reden kann. Eher ist das wie der Austausch von Briefkastenadressen: "Das ist mein Briefkasten für Dich, da liefere bitte die Daten ein". Es kann also parallel viel gesendet und viel empfangen werden.

Ein zweites Feature sind "komprimierte Header". Das nimmt man mit, ohne daß man dazu viel machen könnte.

Ein drittes, neues und verwendbares Feature sind "Server Pushs". Die Idee: Wenn ein Browser eine Html-Seite abruft, dann kann es sein, daß der Server weiß: "Jetzt werden auch eine JavaScript- und eine CSS-Datei benötigt". Weil beide Dateien in der Html-Seite als weitere Ressourcen eingebunden sind.

Also liegt es nahe, daß der Webserver dem Browser "vorschlägt", er möge sich diese Dateien auch gleich herunterladen.

Das ließ sich auch schnell einbauen: Weil so gut wie jede Seite innerhalb von Server-Daten eine Standard-JS-Datei nutzt, kann diese per Push vorgeschlagen werden. Weil ferner zur Subdomain blog immer eine CSS-Datei /css/blog.css existiert, die aber über einen Aufruf der Form /css/blog.20191006220025.css erfolgt, kann auch die letztere Datei als Push vorgeschlagen werden.

Das eingebaut, das funktionierte soweit. Bei ausgeschaltetem lokalen Cache zeigt FireFox bei diesen beiden Dateien merkwürdig leere Einträge an: Kein Http-Status, kein Typ, keine Größe. Keine Kopfzeilen, kein Waterfall.

Dann stolperte ich über diesen Beitrag:

HTTP/2: the difference between HTTP/1.1, benefits and how to use it

https://medium.com/@factoryhr/http-2-the-difference-between-http-1-1-benefits-and-how-to-use-it-38094fa0e95b

Eine Testseite mit 100 kleinen Bildern. Bei Http.1.1 sieht man deutlich die "sequentielle Verarbeitung". 12 Sekunden insgesamt. Bei Http/2 ohne Push: Ebenfalls knapp 12 Sekunden Gesamtladezeit. Etwas wunderte mich das. Ich hatte mit einer schnelleren Verarbeitung gerechnet.

Bei http/2 mit Push dagegen: Etwa 3 Sekunden Gesamtladezeit. Das Dokument ist geladen, dann folgen quasi alle Bilder parallel.

Allerdings war das schnell ernüchternd: Beim hiesigen Blog einen Push für alle eingebundenen (knapp 40) Bilder eingebaut, der zu einem Zeitpunkt ausgeführt wird, zu dem die Seite noch gar nicht an den Client geschickt wurde. Sowohl FireFox als auch Chrome "gurkten rum". Den Code ans Ende verschoben, in den Render-Abschnitt, aber nach der Ausführung der zentralen Xsl-Transformation: FireFox war stabiler, Chrome gurkte erneut. Bei FireFox funktionierte das stabil, wenn die Netzwerkkonsole zu war. Bei offener Netzwerkkonsole führte das eher zu einem Aufhänger.

Es scheint, daß zu viele bzw. zu große Pakete entweder auf dem Server oder beim Browser zu einem "Verschlucken" führen. Eventuell muß man eine Art "Arbeitsthread" starten, nachdem die eigentliche Seite komplett ausgeliefert wurde. Dieser Arbeitsthread schickt anschließend die Push-Nachrichten ab.

Ferner scheint Chrome eine Art interne Drosselung auf maximal 10 Dateien zu nutzen.

Sprich: Die Frage, an welcher Stelle im Seitencode die Pushs eingebaut werden, ist für eine funktionierende Lösung entscheidend. Mal sehen, ob sich das in den nächsten Wochen noch genauer herausfinden läßt.

Weitaus wichtiger (und innerhalb von Server-Daten schon vor ein paar Jahren implementiert) sind drei andere Dinge:

Zum einen, daß eingebundene Ressourcen mit einem langen Expires-Header ausgeliefert werden (ein halbes Jahr). So daß der Browser diese Ressourcen cacht. Ein Bild oder eine JS-Datei mit "Expires: 0" auszuliefern ist Unsinn.

Zum zweiten wird eine Logik benötigt, die bei Änderungen in CSS- und JS-Dateien den Dateinamen ändert. So daß man trotz des Cachings Daten ändern kann.

Und zum dritten die korrekte Auslieferung mit GZip (CSS-, JS und unkomprimierte Bildformate).

Alle drei Punkte sind Vorarbeiten, die relevanter sind als ein Server-Push. Denn wenn die Daten korrekt gecacht werden und der Browser weiß, daß sich diese nicht ändern, dann werden die Dateien gar nicht abgerufen.

---

Kleines Update, einen Tag später: Es stellte sich heraus, daß man die zusätzlichen Bilder-Pushs nicht im Render-Abschnitt, sondern erst im Unload-Teil unterbringen sollte. Macht man das im Render-Block, scheint sich der Browser erst um diese Push-Urls zu kümmern, der Server schließt die Seite erst später ab. Macht man das im Unload-Block, dann ist der Seitencode komplett verarbeitet und zum Client geschickt worden. Dort kann man die obersten 5 Bilder per Push absenden (plus die Standard-JS und die CSS-Datei). Wenn die Zahl der Pushs nicht zu hoch ist, wird das stabil von beiden Browsern verarbeitet. Alle 40 Bilder zu pushen führte erneut zu Hängern. 5 Pushs funktionierten.

The Art Biotop Water Garden - Bäume umgeben von diversen Teichen - im Art Biotop in Japan - von Junya Ishigami

05.10.2019 23:43:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Nördlich von Tokio, am Fuß der Nasu-Berge, gibt es das Art Biotop. Ein Kunstresort und eine Künstlerresidenz. Es gibt Kurse zu Keramik und Glasbläserei, ferner Radfahren und Wellnessanwendungen. Eines der Highlights ist jedoch der "Art Biotop Water Garden", entworfen von dem Architekten Junya Ishigami.

Der Garten besteht aus 318 Bäumen und 160 einzelnen Teichen. Auf "natürliche Weise" ginge das gar nicht, denn das Wasser würde normalerweise dazu führen, daß sich diese Bäume dort gar nicht mehr entwickeln könnten. Der Garten ist auch nicht natürlich gewachsen, sondern wurde innerhalb von 4 Jahren "zusammengebaut": Aus Bäumen, Wasser und Moos.
.

The Art Biotop Water Garden Designed by Junya Ishigami

http://www.spoon-tamago.com/2019/10/04/art-biotop-water-garden/

.
Auf dem Grundstück wurde ein Hotel gebaut. Damit mußten diverse Bäume weichen.

Anstatt diese aber zu fällen und anderweitig zu verarbeiten, wurde jeder Baum vermessen, entwurzelt, transportiert und nach einem vorherigen Plan wieder gepflanzt. Hinzu kamen diverse Teiche. Plus Moosdecken, die die Zwischenräume zwischen den Teichen und den Bäumen füllen.

Das Ergebnis ist eine kontemplative Umgebung, die Natur, Kunst und menschliche Technologie vereint. Auf natürliche Art hätte dieser Garten nie entstehen können.

Gäste des Resorts können den Garten direkt nutzen. Für Besucher gibt es Touren, die gebucht werden können.

Beim Art Biotop:

Water Garden

https://www.artbiotop.jp/water_garden

Ein Beitrag bei DesignBoom aus dem letzten Jahr:

junya ishigami's art biotop project of a water garden in tochigi, japan opens

https://www.designboom.com/architecture/junya-ishigami-architecture-biotop-garden-project-in-nasu-japan-06-04-2018/

Unten gibt es Bilder von den Baumausgrabungen und von der Gestaltung, noch ohne Wasser, aber bereits mit den Teichumrandungen. Und Modelle aus dem Büro des Architekten.

Path to emissions free cement - Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickeln Elektrolyse-Methode zur Zementherstellung

04.10.2019 23:45:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Zement ist der Baustoff, der weltweit am häufigsten eingesetzt wird. Allerdings erzeugt die Herstellung von Zement große Mengen an Treibhausgas. Etwa 8 Prozent aller Treibhausgasemissionen entfallen auf die Zementproduktion. Wäre das ein eigenes Land, dann wäre das der drittgrößte Emittent der Welt.

Ein Forscherteam am Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat nun eine Grundidee entwickelt, wie Zement auf eine andere Art hergestellt werden könnte. Mit der Wirkung, daß die Gesamtemissionen wegfallen würden.
.

MIT researchers find new approach suggesting path to emissions-free cement

https://www.designboom.com/technology/mit-researchers-emissions-free-cement-10-04-2019/

Beim MIT:

New approach suggests path to emissions-free cement

http://news.mit.edu/2019/carbon-dioxide-emissions-free-cement-0916

.
Zement wird durch Mahlen von Kalkstein, Vermischen mit anderen Stoffen und Erhitzen auf etwa 1.400°C - 1450°C gebrannt. Das Brennen benötigt einerseits Kohle, andererseits wird das im Kalk gebundene Kohlendioxid freigesetzt. Anschließend wird das gekühlt und gemahlen, das Ergebnis ist Zement.

Yet-Ming Chiang vom MIT:

> “About 1 kilogram of carbon dioxide is released for every kilogram of cement made today,”

Ein Kilogramm Zement setzt etwa ein Kilogramm Kohlendioxid frei. Weltweit sind das 3 - 4 Gigatonnen Zement und Kohlendioxid pro Jahr. Es wird erwartet, daß diese Menge noch zunehmen wird, da sich die Zahl der Gebäude bis 2060 verdoppeln dürfte. Das ist eine Stadt wie New York alle 30 Tage.

Die Alternative:

Per Elektrolyse den Ausgangsstoff Calciumcarbonat (CaCO3) in Calciumhydroxid (Ca (OH) 2) umwandeln. Daraus kann Portlandzement hergestellt werden. Damit entfällt die Verbrennung von Kohle.

> “In many geographies renewable electricity is the lowest-cost electricity we have today, and its cost is still dropping,”

In vielen Regionen ist erneuerbare Elektrizität der kostengünstigte Strom, die Kosten sinken weiterhin. Ferner produziert der Prozess denselben Zement. Das würde die Akzeptanz eines solchen neuen Herstellungsprozesses deutlich verbessern.

Pulverisierter Kalkstein wird an einer Elektrode in der Säure gelöst. Das Ergebnis: Einerseits wird hochreines Kohlendioxid freigesetzt. Andererseits fällt Calciumhydroxid (Kalk) als Feststoff aus. Aus diesem kann Zement hergestellt werden.

Das Kohlendioxid kann, da es sehr rein ist, weiterverwendet werden. Etwa als flüssiger Ersatzstoff für Benzin oder für andere Anwendungen. Eine Wirkung: Es wird nicht freigesetzt.

> By contrast, the carbon dioxide emitted from conventional cement plants is highly contaminated with nitrogen oxides, sulfur oxides, carbon monoxide and other material that make it impractical to “scrub” to make the carbon dioxide usable.

Im Gegensatz dazu ist das Kohlendioxid, das bei der üblichen Zementherstellung entsteht, hochgradig mit verschiedenen anderen Stoffen kontaminiert. So daß es unmöglich ist, das Kohlendioxid für andere Zwecke weiterzuverwenden.

Die im Prozess zusätzlich erzeugten Mengen an Wasserstoff und Sauerstoff könnten verwendet werden, um in Brennstoffzellen genügend Energie bereitzustellen, um die restlichen Prozesse zu befeuern. Das Ergebnis - reines Wasser.

Bei der Labordemonstration wurde gezeigt, daß die wichtigsten chemischen Prozesse funktionieren.

Unklar ist allerdings noch, wie die Forscher "einen Fuß in die Tür der großen Zementfabriken" bekommen könnten. Ein Ansatz: Nicht den gesamten Prozess umkrempeln, sondern nur einen Schritt.

Mud Frontiers: 3D printed objects with mud - 3D-gedruckte Hauselemente aus Erdschlamm - Experimente zur Mud Architecture von Rael San Fratello

03.10.2019 23:54:46, Jürgen Auer, keine Kommentare

Beim 3D-Drucken wird als Ausgangsmaterial meist auf Kunststoff, Metall oder flüssigen Beton zurückgegriffen. Aber all das sind Stoffe, die unter dem Gesichtspunkt der Umweltfreundlichkeit ambivalent sind. Häuser werden dagegen in diversen Gegenden nicht aus Beton, sondern aus Erde bzw. aus Erdschlamm gebaut. Rael San Fratello hat deshalb mit einigen Unterstützern experimentiert, ob sich 3D-Druck auch mit Erdschlamm als Ausgangsstoff nutzen läßt.

Es wurden mehrere 3D-gedruckte Objekte erstellt, die sich an historischen Lehmbauten entlang des Rio Grande orientieren.
.

Rael San Fratello 3D prints earth structures to demonstrate potential of mud architecture

https://www.dezeen.com/2019/10/03/mud-frontiers-rael-san-fratello-3d-printed-low-cost-construction/

.
Das Projekt "Mud Frontiers" erstellte 4 Entwürfe: Hearth, Beacon, Lookout und Kiln. Mit denen ein deutlich kostengünstigeres Bauen möglich sein könnte.

Das Team begann mit der Erforschung regionaler Prozesse. Etwa handmodellierte Objekte aus Schlamm und Keramik, die Ton aus den Bergen von Sangre de Christo und San Juan nutzten.

Dann arbeiteten sie mit der 3D-Keramikdruckfirma 3D Potter zusammen, um einen kleinen, tragbaren Roboter mit dem Namen Potterbot XLS-1 zu entwickeln.

> "What we learned was really how accessible, robust, and powerful it was to print large scale structures so quickly using the soil just beneath our feet"

Wir lernten, daß wir schnell, robust und leistungsstark große Strukturen drucken konnten. Mit dem Boden unter den Füßen als Ausgangsmaterial.

Hearth besteht aus einer Schlammwand, die mit fäulnisbeständigem Wacholderholz verstärkt wird. Die Hölzer sind nach außen hin sichtbar, nicht jedoch innen. Innen gibt es eine Feuerstelle, in der Wacholderholz verbrannt werden kann. Sowie eine umlaufende Bank zum Sitzen.

Beacon nutzt eine andere Struktur der Wand, um diese möglichst dünn zu machen.

Lookout verwendet ein Schlangenmuster, um eine begehbare Treppe zu erstellen.

Das sieht man in dem Video:

Mud Frontiers

https://vimeo.com/358696406

Da steigt eine Frau diese "gedruckte Treppe" hoch und steht damit eine Etage höher.

Da sind die Wände relativ breit und haben große Luftzellen, die isolierend wirken. Im Winter kann es im San Luis Valley unter -20° F kalt werden (etwa -28° Celsius).

Kiln ist ein Ofen, der zum Brennen von kleinen 3D-gedruckten Objekten genutzt werden kann. Von diesen sind einige in dem Video zu sehen. Da gibt es Stellen, an denen der Kohlenstoff nicht ausgebrannt ist. So daß das Gefäß dort tiefschwarz ist.

> "The end goal of this endeavour is to demonstrate low-cost and low-labour construction that is accessible, economical and safe is possible."

Das Ziel dieses Projektes ist es, kostengünstige und arbeitsarme Konstruktionen zu erstellen, die zugänglich, wirtschaftlich und sicher sind.

Die Idee zu dem Projekt entstand, nachdem es in dem Smithsonian Magazin einen Artikel mit dem Titel "40 Things You Need to Know About the Next 40 Years" gab. Der erste Punkt in dieser Liste: "Sophisticated buildings will be made of mud".

Tondo - Tilted circular footbridge coated with mirrors connects House of Representatives with extensions on the other side - kreisförmige Fussgängerbrücke in Brüssel - von KGDVS

02.10.2019 23:56:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Großstädten gibt es in dicht bebauten Gegenden wenig Platz. Wenn dann - wie in einer Stadt wie Brüssel - das "House of Representatives", eine Kammer des Parlaments, in einem historischen Gebäude untergebracht ist, dann gibt es dort nur begrenzt Platz für Büros. Dafür gab es neue Büros auf der anderen Seite des Leuvenseweg bzw. der Rue de Louvain in Brüssel im neuen "Forum".

Und nun eine neue Art "Fußgängerbrücke". Die ist noch nicht fertig, aber im Bau.

Genannt "Tondo". Nach jenen kreisrunden Bildern, die es bereits in der Antike gab. Denn die Brücke ist selbst kreisförmig gestaltet.

Die Brücke verbindet den historischen Bau mit dem Gebäude auf der anderen Straßenseite. Sie ist im historischen Gebäude wohl etwa im zweiten Stock eingehängt. Im neuen Gebäude dagegen im ersten Stock. So daß sich eine leichte Schrägneigung von 4° ergibt, wobei die Einhängung am historischen Gebäude höher ist.
.

office KGDVS plans 'tondo', a tilted circular footbridge coated with mirrors in brussels

https://www.designboom.com/architecture/office-kgdvs-tondo-footbridge-brussels-10-02-2019/

.
Außen ist der Ring mit verspiegelten Paneelen überzogen, so daß man die Nutzer der Brücke nicht sehen kann. Stattdessen spiegelt sich die Umgebung in dieser Hülle. Die Brücke kann sowohl als zusätzlicher Fluchtweg als auch für kleine Treffen genutzt werden.

Die Brücke ist allerdings "invers" konstruiert: Das Büro KGDVS, das den Wettbewerb 2017 gewonnen hatte:

> ‘structurally, the bridge can be described as a stiff disc, the roof, on which the floor hangs with a minimal presence of structure: a near ephemeral pavilion between the buildings,’

Die Brücke ist eine "steife Scheibe", das Dach der Brücke ist eine Stahlkonstruktion, die zwischen die beiden Gebäude eingehängt wird. Der Boden der Brücke wird an diese Decke angehängt. Ein beinahe schon flüchtiger Pavillon zwischen den beiden Gebäuden.

Von oben her ist das jedoch als Kreis sichtbar: Ein "Auge" auf die Welt.

Wenn man bei Google-Maps nach

Leuvenseweg, Brüssel, Belgien

sucht und das mit der Skizze in dem Beitrag vergleicht, dann sieht man, wo die Brücke eingehängt werden soll.

What the world looks like for dogs, snakes or night geckos? Wie sehen verschiedene Tiere die Welt?

01.10.2019 23:30:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie sehen Tiere die Welt? Jedenfalls meistens nicht so, wie wir Menschen. Aber wie dann? Einerseits spielen für Tiere manche der anderen Sinne eine größere Rolle. Andererseits haben Tiere ja ebenfalls Augen. Also werden die Informationen auch verarbeitet.

Bei DesignYouTrust fand sich eine interessante Liste mit Beispielen: Ein Bild, wie wir es sehen. Und wie es bsp. ein Hund sieht.
.

What The World Looks Like Through The Eyes Of Different Animals

https://designyoutrust.com/2019/10/what-the-world-looks-like-through-the-eyes-of-different-animals/

.
Hunde: Sie sehen eher schlecht, sehen die meisten Farben nicht. Die Welt sieht eher blaß aus. Aber sie können nachts relativ gut sehen, Perspektive und Tiefe besser abschätzen.

Fische können ultraviolette Farben wahrnehmen. Alles, was in unmittelbarer Nähe ist, wird vergrößert.

Vögel können scharf sehen. Nachtvögel sehen auch dann noch sehr gut, wenn es praktisch kein Licht mehr gibt. Tagsüber können sie Farbschattierungen sehen, die für Menschen unsichtbar sind. Ebenso gibt es Vögel, die ultraviolette Farben sehen können.

Schlangen sehen eigentlich schlecht. Aber nachts können sie zehnmal besser Wärmestrahlungen sehen als dies moderne Infrarottechnologie schafft. Tagsüber reagieren sie dagegen nur auf Bewegungen. Eine Beute, die sich nicht bewegt, wird nicht gefangen. Wobei grade bei Schlangen die anderen Sinne (Züngeln) eine wesentliche Rolle spielen.

Das Vorschaubild zeigt, wie eine Schlange eine Katze sieht.

Mäuse können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen, so daß sie zwei verschiedene Bilder sehen. Die Welt ist eher verschwommen, bewegt sich langsam und ist blaugrün eingefärbt.

Kühe sehen Wiesen nicht grün, sondern eher in orangenen und roten Tönen. Dafür sehen sie alles etwas vergrößert.

Pferde haben ihre Augen an der Seite des Kopfes. Damit sehen sie sehr viel. Aber alles, was direkt vor ihrer Nase ist, sehen sie nicht.

Bienen können die Welt dreimal schneller erfassen als wir. Und sie sehen ultraviolette Farben, so daß die Welt deutlich anders aussieht.

Fliegen können mit ihren Facettenaugen ebenfalls ultraviolette Farben sehen. Die Welt ist für sie etwas langsamer.

Raubtiere unter Wasser wie Haie können keine Farben sehen. Sie sehen dafür aber deutlich schärfer als Menschen.

Chamäleons können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen. Das sorgt für eine 360°-Sicht.

Nacht-Geckos sind nächtliche Jäger. Sie können 350 mal besser sehen als Menschen. Wir sehen ein paar Sterne. Nacht-Geckos sehen die ganze Milchstraße.

Schmetterlinge sehen zwar nicht sehr scharf. Aber sie können viel mehr Farben und Schattierungen sehen. Ferner können sie ultraviolette Farben sehen.

Eine interessante Liste. Ein paar Dinge waren für mich neu. Das Original scheint

WE COMPARED THE HUMAN EYES AGAINST OTHER ANIMALS. THE RESULT WILL SHOCK YOU.

https://ausquerry.com/2016/11/01/we-compared-the-human-eyes-against-other-animals-the-result-will-shock-you/

vom 01.11.2016 zu sein

|<<>>|1 / 231