Mud Frontiers: 3D printed objects with mud - 3D-gedruckte Hauselemente aus Erdschlamm - Experimente zur Mud Architecture von Rael San Fratello

03.10.2019 23:54:46, Jürgen Auer, keine Kommentare

Beim 3D-Drucken wird als Ausgangsmaterial meist auf Kunststoff, Metall oder flüssigen Beton zurückgegriffen. Aber all das sind Stoffe, die unter dem Gesichtspunkt der Umweltfreundlichkeit ambivalent sind. Häuser werden dagegen in diversen Gegenden nicht aus Beton, sondern aus Erde bzw. aus Erdschlamm gebaut. Rael San Fratello hat deshalb mit einigen Unterstützern experimentiert, ob sich 3D-Druck auch mit Erdschlamm als Ausgangsstoff nutzen läßt.

Es wurden mehrere 3D-gedruckte Objekte erstellt, die sich an historischen Lehmbauten entlang des Rio Grande orientieren.
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Rael San Fratello 3D prints earth structures to demonstrate potential of mud architecture

https://www.dezeen.com/2019/10/03/mud-frontiers-rael-san-fratello-3d-printed-low-cost-construction/

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Das Projekt "Mud Frontiers" erstellte 4 Entwürfe: Hearth, Beacon, Lookout und Kiln. Mit denen ein deutlich kostengünstigeres Bauen möglich sein könnte.

Das Team begann mit der Erforschung regionaler Prozesse. Etwa handmodellierte Objekte aus Schlamm und Keramik, die Ton aus den Bergen von Sangre de Christo und San Juan nutzten.

Dann arbeiteten sie mit der 3D-Keramikdruckfirma 3D Potter zusammen, um einen kleinen, tragbaren Roboter mit dem Namen Potterbot XLS-1 zu entwickeln.

> "What we learned was really how accessible, robust, and powerful it was to print large scale structures so quickly using the soil just beneath our feet"

Wir lernten, daß wir schnell, robust und leistungsstark große Strukturen drucken konnten. Mit dem Boden unter den Füßen als Ausgangsmaterial.

Hearth besteht aus einer Schlammwand, die mit fäulnisbeständigem Wacholderholz verstärkt wird. Die Hölzer sind nach außen hin sichtbar, nicht jedoch innen. Innen gibt es eine Feuerstelle, in der Wacholderholz verbrannt werden kann. Sowie eine umlaufende Bank zum Sitzen.

Beacon nutzt eine andere Struktur der Wand, um diese möglichst dünn zu machen.

Lookout verwendet ein Schlangenmuster, um eine begehbare Treppe zu erstellen.

Das sieht man in dem Video:

Mud Frontiers

https://vimeo.com/358696406

Da steigt eine Frau diese "gedruckte Treppe" hoch und steht damit eine Etage höher.

Da sind die Wände relativ breit und haben große Luftzellen, die isolierend wirken. Im Winter kann es im San Luis Valley unter -20° F kalt werden (etwa -28° Celsius).

Kiln ist ein Ofen, der zum Brennen von kleinen 3D-gedruckten Objekten genutzt werden kann. Von diesen sind einige in dem Video zu sehen. Da gibt es Stellen, an denen der Kohlenstoff nicht ausgebrannt ist. So daß das Gefäß dort tiefschwarz ist.

> "The end goal of this endeavour is to demonstrate low-cost and low-labour construction that is accessible, economical and safe is possible."

Das Ziel dieses Projektes ist es, kostengünstige und arbeitsarme Konstruktionen zu erstellen, die zugänglich, wirtschaftlich und sicher sind.

Die Idee zu dem Projekt entstand, nachdem es in dem Smithsonian Magazin einen Artikel mit dem Titel "40 Things You Need to Know About the Next 40 Years" gab. Der erste Punkt in dieser Liste: "Sophisticated buildings will be made of mud".

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