Make Weeds Great Again - Coffee from dandelions to promote biodversity - Daisy Newdick entwickelt einen Kaffee aus gerösteten Löwenzahnwurzeln

20.10.2019 23:12:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Löwenzahnwurzeln als Alternative zum Bohnenkaffee? Die britische Designerin Daisy Newdick hatte festgestellt, daß alleine in Großbritannien 95 Millionen Tassen Kaffee pro Tag getrunken werden.

Aber das bedeutet, daß große Mengen von Bohnen verschifft werden müssen. Daß der Anbau womöglich zu Abholzungen und Umweltschäden führt. Und daß all diese Effekte in den westlichen Ländern, insbesondere in den Großstädten unsichtbar sind.

Sie forschte deshalb nach und fand in den Wurzeln des Löwenzahns eine Alternative. Das führte zum Projekt "Make Weeds Great Again" - die übersehenen Eigenschaften von Unkräutern neu nutzen.
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Daisy Newdick makes coffee from dandelions to promote biodiversity

https://www.dezeen.com/2019/10/19/daisy-newdick-dandelion-coffee/

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> "In the West, and especially in cities, we take for granted the immense distances and complex supply-chains foodstuffs travel before they reach us,"

Im Westen, speziell in Städten, nehmen wir die großen Distanzen und die komplexen Lieferketten als selbstverständlich hin, bevor diese uns erreichen.

Die sozialen und ökologischen Kosten von Massenprodukten hängen oft mit der Bequemlichkeit zusammen.

Das gelte besonders für Kaffee: Ein Getränk, das so stark in die westliche Kultur eingebettet ist, daß die Ausbeutung von Arbeitern, die Verunreinigung von Wasserressourcen und die Abholzung, die sich aus dem Anbau ergibt, übersehen wird.

Bei der Recherche nach Pflanzen, die in Großbritannien wachsen könnten, stieß sie auf Löwenzahn. Dessen Wurzeln enthalten Inulin, das enthält Verbindungen, die dem Kaffee eine ähnliche Bitterkeit und einen leicht schokoladigen Geschmack verleiht.

Dabei fand sie heraus, daß Chicoree (biologisch mit dem Löwenzahn verwandt) und Klettenwurzeln ebenfalls Inulin enthalten und als Kaffeeersatz geeignet sind.

Der eigentliche Herstellungsprozeß ist ziemlich ähnlich: Rösten, mahlen und brauen. Der wesentliche Unterschied liegt im Anbau.

Sie suchte in Gärten und Feldern nach Löwenzahn, um sicherzustellen, daß keine Unkrautvernichter verwendet worden waren. Ferner ließ sie immer einen Teil der Wurzeln im Boden, damit im nächsten Jahr neue Pflanzen entstehen.

Die beste Zeit für das Sammeln ist der Herbst. Da enthalten die Wurzeln besonders viel Inulin. Nach dem Sammeln werden die Wurzeln gewaschen, gehackt und getrocknet. Danach müssen sie geröstet werden.

Daisy Newdick entwickelte einen Röster, der auf einem Rocket Stove / Raketenofen basiert. Oben kommt eine handgetriebene Trommel zum Rösten dazu. Sind die Wurzeln geröstet, können sie gemahlen und für Kaffee verwendet werden.

Die Designerin hofft, daß ihr handbetriebenes Wurzeln-zu-Kaffee-System die Menschen dazu einlädt, aus Löwenzahnwurzeln ihren eigenen Kaffee herzustellen.

Auf der Website

https://www.daisynewdick.com/

finden sich keine weiteren Informationen.

Wenn man nach Inulin sucht, stellt sich heraus, daß diverse weitere Pflanzen Inulin in ihren Wurzeln speichern. Etwa Topinambur und Pastinaken. Ferner wird Inulin als Zutat in der Lebensmittelherstellung verwendet.

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