New Access to Gironella's Historic Center - Gironella in Spanien ist zweigeteilt, das historische Zentrum auf einer 20-Meter-Anhöhe - 2015 gebauter Aufzug ermöglicht direkten Zugang vom Flussufer

03.11.2019 23:41:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin ist ja alles flach, da kennt man das Problem nicht. Aber in Gironella, etwa 100 Kilometer nördlich von Barcelona, gibt es den Fluß Llobregat. Am linken Flußufer gibt es einen 20 Meter hohen Steilhang, dahinter das historische Zentrum. Da gab es eine mittelalterliche Burg, deren Mauern sind zum BCIN erklärt worden, die werden wohl unter Denkmalschutz stehen.

Das rechte Flußufer ist dagegen flach und wuchs in den vergangenen Jahren kräftig. Dort gibt es eine Autobahn von Berga (weiter nördlich) nach Barcelona. Folglich expandierte dieser Stadtteil deutlich.

Diese 20 Meter Höhenunterschied führten dazu, daß das historische Zentrum in den letzten Jahren abgehängt wurde. Es entwickelte sich ein sozialer Bruch. Auf dem Weg zum Plaça de la Vila sind diverse Stufen zu überwinden, beschwerlich für Ältere und Jüngere.

2015 wurde schließlich ein Aufzug eröffnet. Der nun den direkten Weg vom Flußufer zum Plaça de la Vila ermöglicht.
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New Access to Gironella's Historic Center / Carles Enrich

https://www.archdaily.com/776902/new-access-to-gironellas-historic-center-carles-enrich

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Sucht man bei Google-Maps nach

Plaça de la Vila Gironella, Katalonien

und zoomt sich rein, dann sieht man die Spitze des Aufzugs.

Technisch basiert das auf einer tragenden Stahlkonstruktion. Die wurde lokal hergestellt, in vier Teilen vor Ort gebracht und dort zusammengeschweißt. Ein Keramikgitter aus Lochsteinen sorgt für eine Fassade, die wie ein Haus aus Ziegelsteinen wirkt. So daß sich der Aufzug in die Umgebung einpaßt und bald schon unsichtbar wirkt, jedenfalls nicht störend auffällt. Das Gitter gibt es aber nur an den drei Außenseiten. Die vierte Seite ist gläsern, so daß man bei der Nutzung auf die historische Mauer sehen kann. Ein Bereich von 16 Metern ist damit verkleidet.

Die unteren 8 Meter sind verglast, so daß man von dort direkt zum Fluß sehen kann.

Sieht man sich das ohne weitere Details auf Google-Maps an, dann sieht man aus der Luftperspektive diesen 20-Meter-Höhenunterschied natürlich nicht. Je nachdem, wie man sich reinzoomt, landet man entweder auf dem schmalen Weg am Flußufer oder oben auf dem Platz.

Wäre interessant, zu wissen, welche Wirkung der Aufzug in den letzten vier Jahren gehabt hat.

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