Station of Being - Interactive arctic Bus Stop in Umeå - interaktive Bushaltestelle in Schweden weist mit Licht und Geräuschen auf nächsten Bus hin

12.12.2019 23:25:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge sehen an vielen Stellen in der Welt identisch aus. Etwa Bushaltestellen. Einerseits sollen diese Schutz vor dem Wetter bieten.

Andererseits gibt es Sitzgelegenheiten. Die allerdings häufig nicht genutzt werden. Was zu der interessanten Frage führt: Warum eigentlich setzt sich kaum jemand dort hin?

In Schweden haben das Architecture Studio Rombout Frieling Lab und Forschungsinstitute die "Station of Being" entworfen und einen Prototypen dazu in der Stadt Umeå aufgebaut. Die Bushaltestelle hat einige interessante Merkmale.
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Station of Being is an interactive Arctic bus stop

https://www.dezeen.com/2019/12/11/rombout-frieling-lab-arctic-bus-stop-umea-sweden/

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Mit Licht und Geräuschen werden die Wartenden darauf hingewiesen, daß in Kürze ein Bus kommt. Je nach Ziel des Busses ändert sich das Licht und das Geräusch. Die Idee dabei: Die Wartenden sollen sich nicht ständig damit beschäftigen, nach dem Bus Ausschau halten zu müssen.

Rombout Frieling, der Gründer des Studios Rombout Frieling Lab in Eindhoven:

> "Waiting for the bus can be an annoying experience,"
> "You have to continuously be on the lookout in order to ensure you do not miss the bus."

Das Warten auf einen Bus könne eine lästige Erfahrung sein. Man müsse ständig aufpassen, damit man den Bus nicht verpaßt. Stattdessen hält hier die Station Ausschau nach dem Bus - und informiert die Wartenden.

Diese hätten so 'time for just being', Zeit, um einfach zu sein. Das sei ein Bedürfnis der Leute gewesen, die im nahegelegenen Wissenschaftspark arbeiten.

Die Station wurde von der Stadt Umeå als Prototyp in Auftrag gegeben und im Rahmen des EU-Arktisforums am Jahresanfang eröffnet.

Produziert das Dach bsp. Glasklänge, fährt der nächste Bus zur dort bekannten Glasfabrik.

Interessant ist ein zweites Konzept: Es gibt keine Sitzplätze. Das Dach steht auf vier hinreichend massiven Stelzen, an der Decke sind diverse Lampen befestigt. Von der Decke hängen diverse Holzhülsen, die sich drehen lassen.

Die Beobachtung des Rombout Frieling Lab: Leute würden es bevorzugen, zu stehen, anstatt sich hinzusetzen. Die rotierenden Kapseln schützen die Leute vor Wind und bieten bei Bedarf eine gewisse Privatsphäre.

> "In this work we found, for instance, that one of the reasons why people prefer their car above the bus, is the need for privacy and the need to zone off,"

Bei den vorbereitenden Untersuchungen fanden wir heraus, daß ein Grund, weshalb Leute lieber mit dem eigenen Auto anstatt mit dem Bus fahren, das Bedürfnis nach Privatsphäre sei.

Das sei einer der Gründe, weshalb sie diese Holzkapseln erfunden haben. Die Nutzer können sich in ihre Kapsel hineinlehnen und haben ihre Ruhe. Oder sie drehen mehrere Kapseln zueinander, so daß sich eine Gruppe von Leuten unterhalten kann.

Hergestellt ist die Busstation aus lokalem Holz. Die Kapseln können wohl irgendwie so gedreht werden, daß bei heftigem Schneefall sogar ein Schneepflug dort räumen kann.

Interessant ist die Beobachtung nach der Eröffnung: Die Nutzung stieg um 35 %. Fahrgäste nahmen sich Zeit, die Bushaltestelle kennenzulernen und sich dort zu entspannen.

> "We have seen people meditating, people hugging in pods together and people explicitly choosing to miss their bus and stay a bit longer,"

Leute meditierten, umarmten sich in den Kapseln oder ließen Busse aus, um etwas länger dort zu verweilen.

Die Station wurde zwar speziell für die arktische Gegend entworfen. Aber Frieling glaubt, daß die Station für den Einsatz in unterschiedlichsten Gegenden angepaßt werden könnte. Die Bedürfnisse von Wartenden seien universell.

Mir scheinen beide Konzepte - Licht und Klang, um auf den kommenden Bus hinzuweisen sowie das Konzept der Holzkapseln - sehr interessant zu sein. Die Schutzwirkung der Berliner Bus- und Straßenbahnhaltestellen bei hinreichend scharfem Wind und Regen ist jedenfalls bescheiden.

DISRUPT - Amsterdam Light Festival - achtes Light Festival in Amsterdam zeigt noch bis zum 19.01.2020 20 Installationen auf einem 6-km-Rundweg

11.12.2019 23:41:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Amsterdam hat das diesjährige Amsterdam Light Festival begonnen. Die achte Version des Festivals läuft noch bis zum 19.01.2020.

Wie beim Amsterdamer Festival üblich: Die Skulpturen werden aus Bewerbungen ausgewählt und können über einen relativ kleinen Rundweg besichtigt werden.
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8th Annual Light Festival Illuminates Amsterdam with Glowing Sculptural Installations

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/amsterdam-light-festival/

Der Rundweg:

https://amsterdamlightfestival.com/en/map

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Die Route kann sowohl mit dem Boot als auch zu Fuß bewältigt werden - bei 6,3 Kilometern sollte man da gut zu Fuß sein.

Es gibt insgesamt 20 Installationen:

https://amsterdamlightfestival.com/en/artworks/edition/edition-8

Teils an Land, teils an Brücken. Teils auf dem Wasser. Das diesjährige Thema: DISRUPT. Ein häufiges Thema: Der Klimawandel.

In Amsterdam sind die Tage grade kurz, gegenüber Berlin deutlich verschoben: Sonnenaufgang ist um 08:40, Sonnenuntergang um 16:27. Hier in Berlin ist das alles grade etwa eine halbe Stunde früher. Die Installationen sind allerdings nur von 17:00 bis 23:00 eingeschaltet.

Sehr schön finde ich ja diese Installation "Butterfly Effect", die auch auf dem Vorschaubild zu sehen ist. Von Masamichi Shimada. Sieben große Schmetterlinge auf kleinen Flächen über dem Wasser. Eine magische Szene. Der Butterfly Effect, die Erzeugung von Strukturen aus "kleinen Zufällen", taucht bei dieser Installation direkt auf. Denn die Art und Weise, wie die Flügel leuchten und wie sie Reflektionen auf dem Wasser produzieren, hängt von den vorbeifahrenden Booten ab.

Der Schmetterlingseffekt ist damit nicht Ursache für Zerstörung, sondern erzeugt

> unpredictably beautiful light patterns

unvorhersehbare schöne Lichtmuster.

Ähnlich magisch, aber mit einem anderen Hintergrund: Atlantis von Utskottet. Eine internationale Metropole, am Wasser gebaut. Und es ist nicht klar, ob nicht Atlantis bald in den Fluten versinken wird.

> The title of the artwork, Atlantis, refers to the mythical narrative of an island empire that disappeared following a series of natural disasters.

Interessant ist auch die Skulptur "FEEL LIKE THE KARDASHIANS" von Laila Azra. Ein Kanal wird von beiden Seiten her von je einer großen Gruppe von Menschen-Skulpturen beobachtet, der Kanal wird zum "Roten Teppich".

> Photographers and fans have flocked to the docks on either side of the Amstel lock passage, surprising passengers in passing boats with the flashes of their cameras.

Wenn Boote vorbeifahren, dann reagieren Sensoren und schalten die Lichter ein. Mit dem Ergebnis, daß plötzlich das Boot beleuchtet wird, die Lichter blenden. Und der Blick zum Ufer gegen diese Lichter schwer fällt. So eben, wie es Künstler erleben, wenn sie plötzlich von Paparazzi belagert werden.

Man sieht an diesen Beschreibungen, daß hinter jeder einzelnen Installation mehr steckt als nur ein interessanter Lichteffekt. Das unterscheidet das Amsterdam Light Festival deutlich bsp. vom Berliner Festival of Lights.

World Heritage BVG - Berliner Verkehrsbetriebe will Weltkulturerbe werden - als Idee absurd, als Werbekampagne cool

10.12.2019 23:40:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Man kann ja rätseln: Ist das absurd oder ist das genial? Die BVG, die Berliner Verkehrsbetriebe, haben eine Aktion gestartet.

Die BVG will Weltkulturerbe werden. Also rauf auf jene Liste, auf der in Berlin die Museumsinsel, die Schlösser in Parks in Berlin und Potsdam und die Siedlungen der Berliner Moderne bereits drauf sind.

Allerdings sieht man bereits an diesen aufgenommenen Objekten: Unternehmen gehören eher nicht auf diese Liste.
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Die Website: Nächster Halt: Weltkulturerbe

https://www.bvg-weltkulturerbe.de/

Das - schräge und gute - Video:

BVG – Nächster Halt: Weltkulturerbe

https://www.youtube.com/watch?v=1Pipy_7nyr0

> Du denkst, wir sind komplett bescheuert? Ja, vielleicht. Aber Weltkulturerbe wollen wir trotzdem werden! Denn schließlich gibt es genug Gründe, die für uns sprechen.

Berlin ändert sich ständig. Aber es gibt eine unterschütterliche Konstante: Die BVG. Hält die Mundart am Leben (ein Döner-futternder Fahrgast wird angeraunzt), prägt das Stadtbild und hat ein zeitloses Design. Alle gesprochenen Kommentare sind staatstragend ernst, die dazu gezeigten Szenen sind eher von der Rubrik "Was Berliner mit der BVG durchmachen". "Wir bewegen die Berliner" - der rennt vergeblich zum Bus, der ihm vor der Nase wegfährt.

Man kann dann auch abstimmen: Entweder mit "Ja" oder mit "Ja!".

Das zweite Kriterium der UNESCO (es gibt ein paar, mindestens eines muß man erfüllen):

> die Stätte muss (ii) für einen Zeitraum oder in einem Kulturgebiet der Erde einen bedeutenden Schnittpunkt menschlicher Werte in Bezug auf Entwicklung der Architektur oder Technik, der Großplastik, des Städtebaus oder der Landschaftsgestaltung aufzeigen;

Schnittpunkt menschlicher Werte in Bezug auf die Entwicklung der ... Technik.

> Mobilität ist ein wesentlicher Wert der Menschen. Mobilität ist ein persönliches, soziales und wirtschaftliches Grundbedürfnis. Die BVG bietet diese Mobilität im Kulturraum Berlin 24 Stunden am Tag an.

Damit könnte sich natürlich jedes öffentliche Verkehrsnetz bewerben.

Auf das vierte UNESCO-Kriterium wird ebenfalls Bezug genommen:

> die Stätte muss (iv) ein hervorragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden, architektonischen oder technologischen Ensembles oder Landschaften darstellen, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheitsgeschichte versinnbildlichen;

Da wird auf die Leuchtturmfunktion während der deutsch-deutschen Geschichte verwiesen. Und die Geisterbahnhöfe, die es während der Mauerzeit gab. Das ist einerseits etwas, das es wohl tatsächlich nur hier in Berlin gegeben haben dürfte. Andererseits sind diese Geisterbahnhöfe eben längst Geschichte. Sie sind heute nicht mehr als solche zu erkennen.

Auf die berechtigte Frage

> Wäre die Métro Paris oder die London Underground nicht viel geeigneter?

gibt es nur ein simples "Nö."

Sieht man sich die Liste bei der UNESCO an:

World Heritage List

https://whc.unesco.org/en/list/

dann scheint mir ein Unternehmen, das eben seiner Kerndienstleistung "Öffentlicher Nahverkehr" betreibt, da nicht draufzugehören.

Die offiziellen Regularien:

https://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe

> Für jedes Jahr darf jeder Vertragsstaat zwei Vorschläge zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe einreichen. Diese Vorschläge müssen jedoch bereits zwei Jahre auf der Vorschlagsliste (Tentativliste) enthalten gewesen sein, die jedes Land bei der UNESCO hinterlegt und regelmäßig aktualisiert.

Ein Vorschlag für Deutschland müßte es also erst einmal auf die deutsche Liste schaffen, da müßte er zwei Jahre drauf bleiben. Dann könnte der Vorschlag eine Ebene höher wandern.

Als Werbekampagne ist die Geschichte natürlich eher von der Rubrik "ziemlich gut gemacht".

Liquide Liquide - Céleste Boursier-Mougenot in der Fondation François Schneider im Sommer 2019

09.12.2019 23:40:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Kunstwerke sind schon erstaunlich. Von der Fondation François Schneider, einem privaten Kunstinstitut, gibt es The Contemporary Art Centre. Eine Villa im französischen Wattwiller, die für Ausstellungen rund um das Thema "Wasser" genutzt wird.

Quasi die gesamte Villa wurde dem französischen Künstler Céleste Boursier-Mougenot für eine "Ausstellung" vom 08.06.2019 bis zum 22.09.2019 zur Verfügung gestellt.

"Ausstellung" deshalb, weil die Kunstwerke nur einmalig für die dortige Umgebung konzipiert und erstellt wurden.

Das kleine Video auf Twitter zeigt einen Ausschnitt aus der Ausstellung.
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https://twitter.com/iatemuggles/status/1203746786436890627

> no phone in sight, just bowls vibing

Das ist ein großes Becken, gefüllt mit Wasser und Zu- und Abfluss. In diesem Becken schwimmen diverse tönerne Schalen. Stoßen diese aneinander, erzeugt das einzelne Töne. Manchmal gibt es gar keinen Ton. Dann wieder sehr viele.

Bei der Fondation François Schneider

Céleste Boursier-Mougenot - Liquide Liquide

https://www.fondationfrancoisschneider.org/de/celeste-boursier-mougenot-liquide-liquide/

gibt es leider nur relativ knappe Hinweise. Für die Ausstellung habe Céleste Boursier-Mougenot eine "Carte blanche" erhalten. Er konnte die gesamte Villa nutzen.

Genauere Ausführungen gibt es in einem 10-minütigen Video von Marie Terrieux, Director of the Fondation François Schneider und Kuratorin der Ausstellung:

Céleste Boursier-Mougenot: Liquide Liquide / Fondation François Schneider

https://www.youtube.com/watch?v=Cf0_MRlT38w

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Wasser fließt vom Dach der Villa über Teile der Treppenstufen schrittweise nach unten, bewegt auf diesem Weg u.a. das große Becken.

Besucher betreten die Ausstellung auf umgekehrtem Weg: Gestartet wird im Keller. Dort geht es über einen dunklen Raum nach oben. Ein Element ist eine große Fläche, die mit kleinen Glasstücken belegt ist. Wie ein Sandstrand, nur eben aus Glas. 30 Tonnen Glas liegen da rum. Und 130 Tonnen Wasser. 100 Tonnen davon sind stabil, 30 Tonnen sind in Bewegung.

Allen Elementen der Ausstellung ist es eigen, daß die zufällig produzierten Töne eine wesentliche Rolle spielen. Die Geräusche des Wassers, die Geräusche, wenn man auf Glas läuft.

Das Konzept dieser Schüsseln im Wasser, die wie Glocken wirken, findet sich bei YouTube:

Variation, Piscines, Céleste Boursier-Mougenot

https://www.youtube.com/watch?v=mpwBbm22_y0

Ein Video von Anfang 2010, drei kreisförmige Becken.

Und 2013, in Melbourne:

CLINAMEN 2013 by Céleste Boursier-Mougenot at National Gallery of Victoria - Melbourne, Australia

https://www.youtube.com/watch?v=RdCutpuUrX4

> Crockery drifts across the surface of "clinamen", and when gentle currents get these white porcelain bowls clinking, French artist Celeste Boursier-Mougenot creates a changing, chiming soundscape.

Da findet sich eine treffende Beschreibung:

> Céleste Boursier-Mougenot is a French artist and composer who creates large-scale acoustic installations and environments which draw upon laws of nature and the rhythms of everyday life to produce new forms of art and music.

Er erschafft große akustische Installationen und Umgebungen. Diese stützen sich auf Naturgesetze und den Rhythmus des täglichen Lebens, um neue Formen von Kunst und Musik zu erschaffen.

Earth's Place in the Universe - 27 Bilder von der NASA und anderen Quellen zum Verhältnis der Erde zum Universum

08.12.2019 23:35:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kürzlich gab es einen interessanten Hinweis: Die "Lichtverschmutzung" in Städten würde dafür sorgen, daß wir kaum mehr die Sterne am Himmel sehen. Und uns damit abkoppeln von jahrtausealten Erfahrungen, bei denen die Sterne und die Dimensionen des Universums manch eine menschliche Frage doch relativiert.

Bei BoredPanda fand sich eine Sammlung von 27 Photos: Wie groß oder winzig sind die Erde, die Planeten, die Sonne zueinander. Und wie groß im Verhältnis zum "restlichen Universum"? Der Text enthält u.a. ein paar gute Vergleiche.
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27 Photos That Will Make You Understand Earth’s Place In The Universe

https://www.boredpanda.com/earth-compared-to-other-objects-in-universe/

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Unser Sonnensystem besteht aus einem Stern (der Sonne), acht Planeten, drei allgemein anerkannten Zwergplaneten (Ceres, Pluto, Eris). Und diversen Monden, Asteroiden und ähnlichem. Die Masse beträgt 1,0014 Sonnenmassen. Heißt: 99,86 % der Gesamtmasse ist in der Sonne.

Jupiter, der größte Planet: Ein Radius von 69.911 Km, eine Oberfläche von 6,1419 × 1010 km², etwa 122 Erden. Im Vergleich zur Sonne aber winzig, da er nur etwa ein Tausendstel der Sonnenmasse enthält.

Die Sonne ist "etwas größer": Etwa 12.000 mal die Erde.

Der Mond ist etwa 384.400 km von der Erde entfernt. In diesen "Zwischenraum" passen alle Planeten nebeneinander rein.

Eine Photomontage zeigt Nordamerika auf der Jupiter-Oberfläche. Ein kleiner grüner Fleck. Die Saturnringe sind so breit, daß die Erde sechsmal hineinpassen würde.

Wenn die Erde Ringe wie Saturn hätte: Wie würden diese aussehen? Von Equador, Alaska, dem Nordpol oder Washington?

Interessant ist die Entwicklung der Beobachtungstechnik: Ein Bild von Pluto von 1994 versus eines von 2018: 1994 gab es nur grobe Pixel. 2018 sieht das wie ein Mond- oder Mars-Aufnahme aus.

Das Titelbild ist nicht Sciene Fiction. Es zeigt den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko, der von der Rosetta-Sonde untersucht wurde. In Relation zur Größe von Los Angeles Downtown. Man ahnt, was passieren könnte, wenn ein Komet auf die Erde krachen würde.

Photomontagen - neben der Sonne direkt die Planeten. Die Planeten sind Winzlinge.

Die Erde, vom Mond her gesehen: Einigermaßen sichtbar. Die Erde, vom Mars her gesehen: Nur ein winziger Punkt am Himmel.

Die Erde, vom Saturn her gesehen: Ebenfalls ein winziger Punkt.

> Around 2.9 billion miles away, just beyond Neptune, we seem smaller than a grain of salt.

Die Erde, direkt neben der Sonne montiert: Ein Winzling.

Allerdings: Das Sonnensystem ist nur eines. Die Zahl der Sterne im Universum ist höher als die Zahl der Sandkörner an den Stränden der Erde.

Das bedeutet:

> Which means that our sun is just a grain of sand in the whole picture, especially compared to such giants like VY Canis Majoris.

Unsere Sonne ist nur ein Sandkorn im "ganzen Bild". Speziell dann, wenn man die Sonne mit einigen "großen Sternen" vergleicht. Da ist die Sonne nur ein kleiner Winzling. Würde VY Canis Majoris im Zentrum unseres Sonnensystems postiert werden, würde er bis zur Umlaufbahn des Saturn reichen.

> If the Sun was scaled down to the size of a white blood cell, the Milky Way would be the size of the continental United States

Würde man die Sonne auf die Größe einer weißen Blutzelle verkleinern, dann hätte die Milchstraße die Größe der USA.

Allerdings sehen wir von der Milchstraße auch nur einen winzigen Ausschnitt. Auf der ganzen Milchstraße ist ein kleiner gelber Kreis montiert: Nur Sterne dort können wir überhaupt sehen.

Eine weitere Photomontage zeigt die winzige Milchstraße im Vergleich zum Andromeda-Nebel und zwei weiteren Galaxien: M87 und IC 1101. Die Milchstraße - ein kleiner Fleck. Andromeda - deutlich größer, wie ein Reiskorn. M87 ist kugelförmig, erheblich größer, aber noch weniger als eine halbe Fingerkuppe. IC 1101 - da passen vier Finger drüber.

Schließlich die Größe eines Schwarzen Loches: Bei 4 Licht-Tagen nimmt die Neptun-Umlaufbahn (8,3 Lichtstunden) nur einen kleinen Teil davon ein.

Chicken Caravan - solar powered coop on wheels - Designers on Holiday bauen solargetriebenen mobilen Hühnerstall, der sich morgens automatisch öffnet

07.12.2019 23:42:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hühner im Freien zu halten: Das hört sich einerseits gut an. Andererseits führt das zwangsläufig zu einem Problem. Denn Hühner würden in der Natur eher am Waldrand leben. So daß einerseits das Feld erreichbar ist. Andererseits aber der geschützte, sichere Bereich immer in unmittelbarer Nähe ist.

Die Wirkung: Gibt es einen Stall, dann bleiben die Hüher immer in der Nähe des Stalls, so daß dieser Bereich völlig überweidet werden würde.

Also funktioniert es nicht, wenn man einen festen Stall und bsp. eine Wiese von 500 Quadratmetern hat. Die Hüher würden nur unmittelbar in der Nähe des Stalles picken.

Eine Lösung: Mobile Ställe, die ihren Standort wechseln können.

Designers on Holiday in Kalifornien haben so eine Lösung gebaut: Den Chicken Caravan, einen Hühnerkorb auf Rädern. Entwickelt für das Ökologiezentrum in San Juan Capistrano.
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a solar-powered chicken caravan by doh studio is a 'coop on wheels'

https://www.designboom.com/design/solar-powered-chicken-caravan-doh-studio-coop-12-06-2019/

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Das Prinzip: Dort gibt es Felder, die bewirtschaftet werden. Sind diese abgeerntet, wird der Hühnerstall dorthin geschoben. Die Reste werden zur Nahrung für die Hühner, diese düngen den Boden gleichzeitig. Ist dort alles weg, kann der Wagen woanders hingeschoben werden.

Ein Sensor öffnet die Tür des Stalls automatisch beim ersten Sonnenlicht und schließt sie am Abend wieder. Sonarpaneele laden den Motor auf. Ferner gibt es einen tragbaren Zaun, der aber auf den Bildern nicht zu sehen ist. Die Seitenflächen sind von oben her beweglich eingehängt und können von unten her aufgeklappt werden. Damit steht zusätzlicher, schattiger Raum am Boden zur Verfügung. Ferner wird der Stall so belüftet.

Die Aluminiumverkleidung sorgt dafür, daß der Stall nicht zu warm wird. Ferner ist er so leicht, daß er per Hand geschoben werden kann.

Der Chicken Caravan erinnert an den älteren Beitrag:

Huhn an Bord - Torflok zieht mobilen Hühnerstall für 1000 Hennen herum - Geflügelhof Onken in Friedeburg Ostfriesland mit tierfreundlichem Eigenbau

https://blog.server-daten.de/de/2017-11-08/Huhn-an-Bord---Torflok-zieht-mobilen-Huehnerstall-fuer-1000-Hennen-herum---Gefluegelhof-Onken-in-Friedeburg-Ostfriesland-mit-tierfreundlichem-Eigenbau-78

Mit demselben Problem: 1000 Hühner, die meist nur im Bereich von 20 - 30 Meter um den mobilen Hühnerstall herum picken.

Interessant daran ist, daß dieses "natürliche Verhalten" der Hühner zwangsläufig dafür sorgt, daß die Hühner nicht da picken, wo gerade frisch gepflanzt wurde. Sofern nur der Chicken Caravan richtig platziert wird.

Beim

The Ecology Center

https://www.theecologycenter.org/

finden sich noch keine Hinweise auf den Chicken Caravan.

Prehistoric Safari - Holographic Dinosaurs Stalk the Streets of Paris - Julien Nonnon erzeugt dynamische 3D-Projektionen von Dinosauriern im Jardin d'Acclimatation - Park in Paris

06.12.2019 23:24:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Großflächige Fassaden gibt es einerseits in Großstädten reichlich. Andererseits sind Murals, große Wandbilder auf Brandwänden, meist sehr aufwendig. Der französische Künstler Julien Nonnon hat eine eigene, temporäre Lösung entwickelt, mit der er bis zum 05.01.2020 Häuser in Paris gestaltet.

Er nutzt eine "video-mapping technology", die sich aus Fotografie, Video, Architektur und Szenografie zusammensetzt, um 17 3D-Projektionen von Arten aus der Kreidezeit zu erstellen.

Diese projiziert er auf Wände im Jardin d'Acclimatation, einem traditionsreichen Pariser Vergnügungspark.

Dort sind nun T-Rex, ein Triceratops und weitere ausgestorbene Arten zu sehen. Allerdings erst bei Einbruch der Dunkelheit, von 18:00 - 22:00.
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Towering Holographic Dinosaurs Stalk the Streets of Paris in Projections by Julien Nonnon

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/julien-nonnon-holographic-dinosaurs/

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Inspirieren ließ er sich von den Büchern von Sir Arthur Conan Doyle, Jules Verne und Michael Crichton. Ebenso von Filmen von Steven Spielberg.

Auf Instagram

juliennonnon

https://www.instagram.com/juliennonnon/

finden sich einige wenige Bilder. Teils sind die 3D-Projektionen auch dynamisch.

https://www.instagram.com/p/B42a88dKLzH/

Da versucht ein Dinosaurier, zuzuschnappen.

Auf Instagram gibt es auch ältere Arbeiten von ihm zu sehen, welche dieselbe Grundtechnik nutzen. Etwa ein Elefant auf einer Brandwand.

Oder Tiere wie Eulen, Füchse, Adler oder Hirsche, die auf Berghügel projiziert wurden.

Auf YouTube gibt es ein kleines Video:

PREHISTORIC SAFARI // REVEAL // JARDIN D'ACCLIMATATION - PARIS

https://www.youtube.com/watch?v=NRn57DdPUwk

In dem Park gibt es wohl ohnehin ein Fahrgeschäft, so daß Zuschauer an fauchenden Dinosauriern vorbeifahren.

Weitere Informationen gibt es beim Jardin d'Acclimatation:

Prehistoric Safari

https://www.jardindacclimatation.fr/agenda/prehistoric-safari

Demnach sind die relativ statisch auf die Häuser projizierten Dinosaurier, die bei ThisIsColossal zu sehen sind, eher nur Beiwerk zur eigentlichen Show im Jardin d'Acclimatation.

Coconut Octopus: How a coconut is used to roll away - Amphioctopus marginatus versteckt sich in zwei Kokosnuss-Schalen und rollt einen Hang hinunter

05.12.2019 22:09:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Werkzeugverwendung bei Tieren gilt üblicherweise als ein Kriterium dafür, daß diese Tierart besonders intelligent ist: Ein Werkzeug erfüllt seinen Zweck nur indirekt, über den Gebrauch. Manche Oktopus-Arten haben da erstaunliche Kompetenzen entwickelt.

So gibt es im westlichen Pazifischen Ozean den Amphioctopus marginatus, einen mittelgroßen Oktopus mit einer Mantellänge von 8 Zentimetern und Fangarmen von etwa 15 Zentimetern. Von diesen war seit 2009 bekannt, daß sie halbe Kokosschalen, die im Wasser lagen, sammelten und für sich daraus "kleine Hütten" bauten.

Der Amphioctopus marginatus wird deshalb im Englischen auch Coconut Octopus ( https://en.wikipedia.org/wiki/Amphioctopus_marginatus ) genannt.

Aber es gab - ausgebuddelt vom Octolab.tv und bei Laughingsquid gepostet - 2013 eine noch weitaus faszinierendere Beobachtung, die bei der Suche nach "Coconut Octopus" noch gar nicht auftaucht.

Ein Oktopus, der zwei halbe Kokosschalen um sich herum hält. Mit seinen Saugnäpfen hält er sich im Inneren der beiden Schalen fest. Und mit dieser "kugelförmigen Umhüllung" rollt er einen Hang im Wasser hinunter.
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How Coconut Octopuses Use Their Namesake Shell

https://laughingsquid.com/how-coconut-octopuses-use-their-shell/

Das Video direkt auf YouTube:

The Crafty Coconut Octopus

https://www.youtube.com/watch?v=biuoagnGCFQ

> The Coconut octopus has learned to use a coconut shell as a true mobile home.
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Am Anfang ist der Oktopus noch "etwas schief" in den beiden Kokosnuss-Hälften versteckt. Auf der einen Seite gibt es einen großen Spalt zwischen den beiden Schalen. Irgendwann bremst er ab und fängt an zu laufen, die eine Kokosnussschale auf der linken Seite, die andere auf der rechten Seite so halb untergeklemmt. So bei etwa 01:12 irritiert ihn irgendetwas. Er zieht die beiden Kokosnusschalen über sich drüber. Und diesmal paßt das fast schon perfekt. Eine "fast geschlossene Kokosnuss" rollt den Hang hinunter.

Das Octolab scheint das Video vor drei Wochen ausgebuddelt zu haben:

The Crafty Coconut Octopus

https://octolab.tv/the-crafty-coconut-octopus/

Da sich ein Oktopus auf seinen Beinen staksend fortbewegen kann, kann er gleichzeitig die Kokosnussschalen transportieren. Diese sind einerseits ein Schutzschild, andererseits eine Art Camouflage / Tarnung. Denn mögliche Feinde sehen womöglich nur die Kokosnussschalen, die scheinbar vom Wasser bewegt werden.

> This small engineer has transformed his coconut into a true mobile home. It has become the wheel itself! Pulling the breaks is also a piece of cake: taking a couple of its eight suckered arms out does the trick.

Dieser kleine Ingenieur hat seine Kokosnuss in ein wirklich mobiles Heim verwandelt.

How much costs US Healthcare? Brits try to guess and react with great surprise when they hear the real price - Briten, gefragt nach den Kosten des US-Gesundheitssystems

04.12.2019 22:23:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Verschiedene Industriestaaten haben historisch unterschiedliche Lösungen für einige der zentralen Fragen entwickelt, mit denen sich eine Gesellschaft beschäftigt.

Angefangen beim Wahlsystem und den großen Parteien, fortgesetzt beim Rechtssystem, bei Fragen der Polizeiorganisation und diverser sozialer Fragen. Wie werden Schulen organisiert? Wie Universitäten und Ausbildungen?

Ein zentrales Thema ist das Gesundheitssystem. Gibt es eine Krankenversicherung? Und wenn Zuzahlungen notwendig sind: Wieviel kostet das?

JOE, ein Verleger aus Großbritannien, hat gestern ein Video veröffentlicht. Briten wurden gebeten, zu schätzen, wieviel bestimmte medizinische Leistungen kosten. Leistungen, die bsp. in Großbritannien oder auch in Deutschland im Rahmen der Krankenversicherung kostenlos sind.

Dann wurden ihnen die tatsächlich in Rechnung gestellten Kosten genannt. Und sie waren "sehr überrascht". Würde man dieselbe Umfrage in Deutschland durchführen, wäre das Ergebnis sicherlich ähnlich.
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Brits Try To Guess How Much US Healthcare Costs, React With Great Surprise When They Hear The Real Prices

https://www.boredpanda.com/british-people-guess-healthcare-services-us-price/

Das Video direkt auf YouTube:

True cost of US healthcare shocks the British public

https://www.youtube.com/watch?v=Kll-yYQwmuM

> In the UK, an ambulance callout costs you £0 in medical bills. The birth of your child costs you £0 in medical bills. In the USA, it's a different story.

Einmal die Ambulanz rufen? In Großbritannien ist das kostenlos. In den USA kostet das 2.500 Dollar. Ein zweiter Passant schätzte 100 - 200 Dollar.

Zweimal einen EpiPen nutzen (einen Epinephrin-Autoinjektor nutzen, um eine ernste allergische Reaktion zu stoppen): Geschätzt 80 Dollar, tatsächlich 600 Dollar.

Eine Geburt: Geschätzt wurden 100 - 200 Dollar. Tatsächlich liegt der Schnitt bei etwa 10.000 Dollar und kann bis auf 30.000 Dollar hochgehen.

Im Durchschnitt geben andere Industrieländer etwa die Hälfte des US-Wertes für Behandlungen aus.

Interessant ist ein Blick auf die Gründe:

In den USA werden Ärzte und Krankenpflegepersonal deutlich besser bezahlt als anderswo. So verdienten Allgemeinmediziner 2016 im Schnitt 218.173 Dollar im Jahr, das entspricht dem doppelten Durchschnitt der Werte anderer Länder. Etwa 86.607 USD in Schweden und 154.126 USD in Deutschland.

Bemerkenswert hoch sind die Verwaltungskosten. Diese machen 8 % der gesamten Gesundheitsausgaben aus. In anderen Ländern liegt diese Quote bei 1 - 3 Prozent. Ferner berichten Personen aus dem Gesundheitsbereich über einen hohen eigenen Verwaltungsaufwand. Viel Zeit wird aufgewendet, um sich mit Versicherungsansprüchen zu beschäftigen und klinische Daten zu melden.

Schließlich werden pro Kopf 1443 Dollar für Medikamente ausgegeben. Die durchschnittlichen Ausgaben von 11 verglichenen Ländern lagen bei 749 Dollar. Die Schweiz war mit 939 Dollar am nächsten im Bereich der US-Kosten.

Die höhere Bezahlung von medizinischem und pflegerischem Personal ist natürlich positiv. Da liegt in Deutschland einiges im Argen.

Hand-Stitched Photographs mimic the Opacity and Divisiveness of the Berlin Wall - Diane Meyer bestickt Photographien, um zu zeigen, wo früher die Berliner Mauer die Umgebung zweigeteilt hat

03.12.2019 23:53:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einerseits ist die Berliner Mauer längst Geschichte. Grade hier in Berlin, vor Ort, geht es um zukünftige Dinge. Die Berliner Mauer stand 10.316 Tage. Seit dem 06.02.2018 war die Mauer dieselbe Zeit wieder offen bzw. wurde abgerissen und entsorgt.

Andererseits ist die Vorstellung einer durch eine Mauer geteilten Stadt so irreal, daß dies für jüngere Leute heute kaum mehr vorstellbar ist. Vor allem dann, wenn man die Gegenden, die durch die Mauer getrennt waren, nur von Photos kennt.

Die Künstlerin Diane Meyer hat eine faszinierende Methode entwickelt, die Mauer auf heutigen Bildern wieder sichtbar zu machen.
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Hand-Stitched Photographs by Diane Meyer Mimic the Opacity and Divisiveness of the Berlin Wall

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/stitched-photographs-diane-meyer/

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Sie bestickt Photos, wobei sie Garn aus Farben verwendet, das den Originalbildern hinreichend nahe kommt. Das Ergebnis sind verblüffende "verschwommene Bilder", die markieren, wo die Mauer ursprünglich stand und den Blick auf "das dahinter" verwehrt hat.

43 Bilder hat sie so erstellt.

In der New Yorker Klompching Gallery sind diese Arbeiten aktuell ausgestellt:

DIANE MEYER: BERLIN - NOVEMBER 14, 2019 – JANUARY 10, 2020

https://www.klompching.com/diane-meyer-berlin-exhibition-2019

Teile der Photographie wurden durch Kreuzstichstickereien verdeckt, die direkt in das Photo eingenäht wurden. Die Stickerei ähnelt Pixeln und kombiniert die digitale Bildgebung mit einem analogen, taktilen Prozess.

> In many images, the embroidered sections represent the exact scale and location of the former Wall offering a pixelated view of what lies behind. In this way, the embroidery appears as a translucent trace in the landscape of something that no longer exists but is a weight on history and memory.

In vielen Bildern (nicht in allen) markieren die gestickten Bereiche den genauen Maßstab und die Position der ehemaligen Mauer. Damit erscheint die Stickerei als eine durchscheinende Spur in der Landschaft von etwas, das nicht mehr länger existiert, aber Gewicht in der Historie und im Gedächtnis hat.

Auf der Gallerieseite finden sich alle 43 Bilder. Darunter sind auch einige Bilder, bei denen nur kleine quadratische Bereiche bestickt sind. Etwa ein Bild vom Tempelhofer Flughafen oder ein Bild aus Hohenschönhausen, wohl von der dortigen Gedenkstätte.

Das allererste Bild von den Galleriebildern (Bernauer Straße) zeigt die Stickereien sehr genau.

1/3 House - House in Norway with 2/3 empty space - Paar lässt sich in Norwegen ein Drittel-Haus bauen, das später unter dem bestehenden Dach um weitere Räume erweitert werden kann

02.12.2019 23:16:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Lösungen sind so verblüffend, daß man sich fragt: Warum sind Leute nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen.

Ein junges Paar im ländlichen Norwegen möchte sich ein Haus bauen. Aber sie haben kein großes Budget zur Verfügung. Allerdings gibt es genügend Platz.

Und "eigentlich" wollten sie zunächst ein kleines Haus, das sich aber später, wenn Kinder dazu kommen würden, erweitern ließe.

Die - verblüffende und doch logische - Lösung von Rever & Drage: Es wurden eine Bodenplatte und ein Haus mit einem Dach erstellt. Aber 2/3 des Volumens ist lediglich überdacht, darunter leer. Im hinteren Drittel gibt es ein kleines Haus mit Erdgeschoss und einem Stockwerk.

Der Effekt: Wenn später Kinder dazu kommen, kann das Haus innerhalb dieser Außenhülle ausgebaut werden.
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Rever & Drage builds one third of a house for a deer hunter in Norway

https://www.dezeen.com/2019/11/29/rever-drage-1-3-house-deer-hunter-norway/

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Die Architekten:

> "The simple economic concept is that the owners have now built the part that they could afford, while the rest has untapped potential for what life might bring"

Die Eigentümer haben ein simples ökonomisches Konzept berücksichtigt: Sie haben sich nur das bauen lassen, was ihr Budget derzeit zulässt. Der Rest ist ungenutztes Potential für das, was das Leben bringen mag.

Außerdem läßt sich dieser "Vorraum" für diverse andere Zwecke nutzen. So wollte der Mann ein gemütliches Zuhause. Die Frau arbeitet als Hirschjägerin und wollte praktische Räume, um Waffen und Fleischwerkzeuge lagern zu können.

Das Haus ist traditionell gebaut, mit asymmetrischen Fensterkreuzen und vertikalen Außenhölzern in einem hellgrau-braunen Ton. Der offene Teil wirkt dagegen sehr abstrakt, mit großen, dreieckigen Eingängen. Hier wurden lange Hölzer horizontal verarbeitet, die sehr dunkel gefärbt sind.

Gebaut wurde es in Øksendal, einem von Bergen überschatteten Gebiet in Sunndal. Das Haus hat - wie üblich in der dortigen Gegend - einen Holzrahmen. Aber die Architekten nutzten Brettschichtholz, um das Haus effizienter zu machen.

Derzeit basiert das Haus auf einem "warmen Kern": Im Erdgeschoß umgeben die Küche und ein großer Esstisch U-förmig einen Raum mit Toilette, Waschbecken und Waschmaschine. Dieser Raum hat auch einen Ausgang zum unbebauten, überdachten Bereich. Eine Treppe führt nach oben. Im ersten Stock sind das Schlafzimmer, ein großer Wohnraum und ein TV-Raum um das Badezimmer mit Dusche herum angeordnet.

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Fazit: Hätte sich das Paar nur ein geschlossenes Haus bauen lassen, dann wäre das für Kinder zu klein gewesen. Ein "richtig großes Haus" wäre nicht finanzierbar gewesen. So gibt es ein Mittelding. Und die Option, das Haus später deutlich zu erweitern.

New South Wales (Australia) starts world first mobile phone detection cameras - Handynutzung am Steuer durch Infrarotaufnahmen erkennen - in der Testphase bereits 100000 erwischte Autofahrer

01.12.2019 22:46:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

New South Wales, der australische Bundesstaat an der Südostküste von Australien, in dem auch Sydney liegt, macht nun Ernst. Seit heute sind erste Kameras aktiv, die Autofahrer automatisch erfassen und darauf scannen, ob sich diese während der Fahrt mit Smartphones beschäftigen.

Die Kameras sollen die erste Sitzreihe in Autos auswerten. Anschließend untersucht Software per künstlicher Intelligenz, ob womöglich eine - in Australien ebenfalls verbotene - Smartphonenutzung des Fahrers vorliegt. Falls ja, werden die Daten jemandem zur Überprüfung vorgelegt. Bestätigt sich die Einschätzung der Software, dann gibt es in den ersten drei Monaten (also bis Ende Februar) "nur" eine Verwarnung. Ab dann kostet das: Strafpunkte und Geld.

Ein Artikel in einer australischen Zeitung vom 30.10.2019:
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Mobile phone detection cameras to start targeting drivers by year's end

https://www.9news.com.au/national/mobile-phone-detection-cameras-to-start-targeting-drivers-by-years-end/7bb75013-6b08-4394-8147-36b13a01eee7

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Dort ist noch von einem Start Ende des Jahres die Rede.

Die Seite der zuständigen Behörde:

Mobile phone detection cameras: Cameras targeting illegal phone use across NSW

https://roadsafety.transport.nsw.gov.au/stayingsafe/mobilephones/technology.html

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> Mobile phone detection cameras will start targeting illegal phone use across NSW on 1 December and will include fixed and transportable trailer-mounted cameras. Together, these cameras will target illegal mobile phone use anywhere, anytime.

Das System funktioniert sowohl bei Tag als auch bei Nacht, ferner bei jedem Wetter.

Die Konsequenzen:

> Warning letters will be issued for the first three months. Following this period, the penalty for offending drivers is five demerit points and a $344 fine ($457 in a school zone). The penalty increases to 10 demerit points during double-demerit periods.

Erst gibt es schriftliche Warnungen. Dann gibt es fünf Punkte und 344 Dollar. Wird jemand in einer Schulzone damit erwischt, sind das 457 Dollar. Bei einer Wiederholung gibt es 10 Punkte.

Während der Testphase wurden bereits mehr als 100.000 Fahrer beim illegalen Smartphone-Nutzen ertappt. Das wären mal flott 34 Millionen Dollar Einnahmen, das System dürfte sich schnell rechnen.

Ziel: Die Zahl der schweren Verletzungen bis 2021 um 30 % abzusenken (im Vergleich zum Niveau 2008-2010).

Schätzungen eines Forschungszentrums (Monash University Accident Research Centre) gehen davon aus, daß etwa 100 tödliche und schwere Verletzungen innerhalb von fünf Jahren vermieden werden können. Laut einem Guardian-Artikel gab es im letzten Jahr insgesamt 354 Todesopfer in NSW, in diesem Jahr bislang 329.

Das Programm soll über drei Jahre ausgebaut werden, so daß am Ende (2022/2023) 45 Kameras aktiv sind, die etwa 135 Millionen Autos pro Jahr checken. Bilder, auf denen die Software nichts Verdächtiges entdeckt, sollen innerhalb einer Stunde endgültig gelöscht werden. Diese werden "unbetrachtet durch Menschen" gelöscht. Technisch werden Infrarot-Aufnahmen genutzt.

> In NSW from 2012 to 2018 (provisional) , there were 158 casualty crashes involving a driver or rider using a handheld mobile phone, resulting in 12 deaths and 212 injuries.

Es gab zwischen 2012 und 2018 158 Unfälle, bei denen ein Fahrer mit Smartphone-Nutzung involviert war. Damit 12 Tote und 212 Verletzte. New South Wales hat etwa 7,5 Millionen Einwohner.

Schätzungen (aus dem ersten Link) gehen davon aus, daß über 1 Million Fahrer pro Jahr erwischt werden. Was auch bedeutet: Mehr als 300 Millionen Einnahmen.

Assistant NSW Police Commissioner Michael Corboy:

"What we need is a system to change the culture"

Dem kann man nur zustimmen. Wenn man hier in Berlin sieht, wieviele Autofahrer am Steuer ein Smartphone nutzen und damit sich und andere gefährden: Australien sollte das System weltweit exportieren.

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