1/3 House - House in Norway with 2/3 empty space - Paar lässt sich in Norwegen ein Drittel-Haus bauen, das später unter dem bestehenden Dach um weitere Räume erweitert werden kann

02.12.2019 23:16:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Lösungen sind so verblüffend, daß man sich fragt: Warum sind Leute nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen.

Ein junges Paar im ländlichen Norwegen möchte sich ein Haus bauen. Aber sie haben kein großes Budget zur Verfügung. Allerdings gibt es genügend Platz.

Und "eigentlich" wollten sie zunächst ein kleines Haus, das sich aber später, wenn Kinder dazu kommen würden, erweitern ließe.

Die - verblüffende und doch logische - Lösung von Rever & Drage: Es wurden eine Bodenplatte und ein Haus mit einem Dach erstellt. Aber 2/3 des Volumens ist lediglich überdacht, darunter leer. Im hinteren Drittel gibt es ein kleines Haus mit Erdgeschoss und einem Stockwerk.

Der Effekt: Wenn später Kinder dazu kommen, kann das Haus innerhalb dieser Außenhülle ausgebaut werden.
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Rever & Drage builds one third of a house for a deer hunter in Norway

https://www.dezeen.com/2019/11/29/rever-drage-1-3-house-deer-hunter-norway/

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Die Architekten:

> "The simple economic concept is that the owners have now built the part that they could afford, while the rest has untapped potential for what life might bring"

Die Eigentümer haben ein simples ökonomisches Konzept berücksichtigt: Sie haben sich nur das bauen lassen, was ihr Budget derzeit zulässt. Der Rest ist ungenutztes Potential für das, was das Leben bringen mag.

Außerdem läßt sich dieser "Vorraum" für diverse andere Zwecke nutzen. So wollte der Mann ein gemütliches Zuhause. Die Frau arbeitet als Hirschjägerin und wollte praktische Räume, um Waffen und Fleischwerkzeuge lagern zu können.

Das Haus ist traditionell gebaut, mit asymmetrischen Fensterkreuzen und vertikalen Außenhölzern in einem hellgrau-braunen Ton. Der offene Teil wirkt dagegen sehr abstrakt, mit großen, dreieckigen Eingängen. Hier wurden lange Hölzer horizontal verarbeitet, die sehr dunkel gefärbt sind.

Gebaut wurde es in Øksendal, einem von Bergen überschatteten Gebiet in Sunndal. Das Haus hat - wie üblich in der dortigen Gegend - einen Holzrahmen. Aber die Architekten nutzten Brettschichtholz, um das Haus effizienter zu machen.

Derzeit basiert das Haus auf einem "warmen Kern": Im Erdgeschoß umgeben die Küche und ein großer Esstisch U-förmig einen Raum mit Toilette, Waschbecken und Waschmaschine. Dieser Raum hat auch einen Ausgang zum unbebauten, überdachten Bereich. Eine Treppe führt nach oben. Im ersten Stock sind das Schlafzimmer, ein großer Wohnraum und ein TV-Raum um das Badezimmer mit Dusche herum angeordnet.

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Fazit: Hätte sich das Paar nur ein geschlossenes Haus bauen lassen, dann wäre das für Kinder zu klein gewesen. Ein "richtig großes Haus" wäre nicht finanzierbar gewesen. So gibt es ein Mittelding. Und die Option, das Haus später deutlich zu erweitern.

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