Hand-Stitched Photographs mimic the Opacity and Divisiveness of the Berlin Wall - Diane Meyer bestickt Photographien, um zu zeigen, wo früher die Berliner Mauer die Umgebung zweigeteilt hat

03.12.2019 23:53:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einerseits ist die Berliner Mauer längst Geschichte. Grade hier in Berlin, vor Ort, geht es um zukünftige Dinge. Die Berliner Mauer stand 10.316 Tage. Seit dem 06.02.2018 war die Mauer dieselbe Zeit wieder offen bzw. wurde abgerissen und entsorgt.

Andererseits ist die Vorstellung einer durch eine Mauer geteilten Stadt so irreal, daß dies für jüngere Leute heute kaum mehr vorstellbar ist. Vor allem dann, wenn man die Gegenden, die durch die Mauer getrennt waren, nur von Photos kennt.

Die Künstlerin Diane Meyer hat eine faszinierende Methode entwickelt, die Mauer auf heutigen Bildern wieder sichtbar zu machen.
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Hand-Stitched Photographs by Diane Meyer Mimic the Opacity and Divisiveness of the Berlin Wall

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/stitched-photographs-diane-meyer/

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Sie bestickt Photos, wobei sie Garn aus Farben verwendet, das den Originalbildern hinreichend nahe kommt. Das Ergebnis sind verblüffende "verschwommene Bilder", die markieren, wo die Mauer ursprünglich stand und den Blick auf "das dahinter" verwehrt hat.

43 Bilder hat sie so erstellt.

In der New Yorker Klompching Gallery sind diese Arbeiten aktuell ausgestellt:

DIANE MEYER: BERLIN - NOVEMBER 14, 2019 – JANUARY 10, 2020

https://www.klompching.com/diane-meyer-berlin-exhibition-2019

Teile der Photographie wurden durch Kreuzstichstickereien verdeckt, die direkt in das Photo eingenäht wurden. Die Stickerei ähnelt Pixeln und kombiniert die digitale Bildgebung mit einem analogen, taktilen Prozess.

> In many images, the embroidered sections represent the exact scale and location of the former Wall offering a pixelated view of what lies behind. In this way, the embroidery appears as a translucent trace in the landscape of something that no longer exists but is a weight on history and memory.

In vielen Bildern (nicht in allen) markieren die gestickten Bereiche den genauen Maßstab und die Position der ehemaligen Mauer. Damit erscheint die Stickerei als eine durchscheinende Spur in der Landschaft von etwas, das nicht mehr länger existiert, aber Gewicht in der Historie und im Gedächtnis hat.

Auf der Gallerieseite finden sich alle 43 Bilder. Darunter sind auch einige Bilder, bei denen nur kleine quadratische Bereiche bestickt sind. Etwa ein Bild vom Tempelhofer Flughafen oder ein Bild aus Hohenschönhausen, wohl von der dortigen Gedenkstätte.

Das allererste Bild von den Galleriebildern (Bernauer Straße) zeigt die Stickereien sehr genau.

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