IIS rapidFailProtection - Schutz für schnelle Fehler: IIS Administratoren sollten diese Option eventuell deaktivieren

27.11.2020 15:51:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Innerhalb des Internet Information Servers (IIS) gibt es seit langem die Option, ApplicationPools / Anwendungspools mit der Option rapidFailProtection = true zu konfigurieren.

Die Folge: Stürzt eine Gesamtanwendung / Website, die diesen ApplicationPool verwendet, bsp. 5 mal innerhalb von 5 Minuten ab, wird die Website sicherheitshalber angehalten. Üblicherweise wird dann ein 503-Status "Dienst nicht verfügbar" ausgegeben.

Die beiden Werte "5 Abstürze" innerhalb von 5 Minuten lassen sich über die beiden Parameter rapidFailProtectionMaxCrashes / rapidFailProtectionInterval individuell konfigurieren.

Üblich ist die Empfehlung, diese Standardeinstellungen zunächst so zu übernehmen. Soweit die Theorie.

Ergänzend: Der "Absturz" einer Gesamtanwendung ist strikt zu unterscheiden vom Absturz einer einzelnen Seitenausführung. Die Ausführung einer einzelnen Seite kann problemlos wiederholt abstürzen, ohne deshalb die Gesamtanwendung crashen zu lassen.

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Konsequenz: Seit dem Start von Server-Daten 2006 wurde rapidFailProtection = "true" mit diesen beiden Standardwerten genutzt. In den letzten 14 Jahren kam es nie zu einem Anhalten der Website aufgrund von 5 Anwendungsabstürzen innerhalb von 5 Minuten.

Selbst bei neu eingespieltem und noch fehlerhaftem Code auf dem Testsystem stürzte nur die Seitenausführung ab. Lediglich in ganz wenigen Fällen, in welchen Initialisierungscode der Gesamtanwendung geändert und bsp. eine Kapselung mit Try/Catch vergessen wurde, kam es auf dem Testsystem zu Abstürzen des Gesamtsystems. Die nun aber natürlich nicht fünfmal hintereinander ausgeführt wurden, da externe Nutzer keinen Zugriff aufs Testsystem haben. Den Code gefixt, dann funktionierte das wieder.

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Vorgestern, am Mittwochmorgen, gab es innerhalb von wenigen Minuten 5 Crashes der Gesamtanwendung. Die Folge: Aufgrund von rapidFailProtection = true wurde die Website angehalten. Das bemerkt, die Website wieder gestartet, ab dann lief wieder alles wie gewohnt. Das einzigste Problem. Zum Zeitpunkt des Crashs war ich offline. Als ich online war, war das eine Sache von Minuten.

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Ein Nachforschen listete diverse "komische Aufrufe", etwa /.|/.|/.|/winnt.ini mit zusätzlichen Headern. Ferner im EventLog Aufzeichnungen der Crashs, die immer den folgenden StackTrace ausgaben:

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StackTrace:
bei System.Web.CachedPathData.GetPhysicalPath(VirtualPath virtualPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData(String configPath)
bei System.Web.HttpContext.GetFilePathData()
bei System.Web.Configuration.RuntimeConfig.GetConfig(HttpContext context)
bei System.Web.HttpCookie.SetDefaultsFromConfig()
bei System.Web.HttpRequest.CreateCookieFromString(String s, Boolean useConfiguredDefaults)
bei System.Web.HttpRequest.FillInCookiesCollection(HttpCookieCollection cookieCollection, Boolean includeResponse)
bei System.Web.TraceContext.EndRequest()
bei System.Web.Util.Profiler.EndRequest(HttpContext context)
bei System.Web.HttpApplication.ReleaseAppInstance()
bei System.Web.HttpRuntime.FinishPipelineRequest(HttpContext context)
bei System.Web.HttpRuntime.FinishRequestNotification(IIS7WorkerRequest wr, HttpContext context, RequestNotificationStatus& status)
bei System.Web.HttpRuntime.ProcessRequestNotificationPrivate(IIS7WorkerRequest wr, HttpContext context)
bei System.Web.Hosting.PipelineRuntime.ProcessRequestNotificationHelper(IntPtr rootedObjectsPointer, IntPtr nativeRequestContext, IntPtr moduleData, Int32 flags)
bei System.Web.Hosting.PipelineRuntime.ProcessRequestNotification(IntPtr rootedObjectsPointer, IntPtr nativeRequestContext, IntPtr moduleData, Int32 flags)
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Eine StackTrace-Ausgabe zeigt, welche Schachtelung von Funktionen beim Crash grade aufgerufen wurde. Den StackTrace muß man von unten nach oben lesen.

System.Web.HttpApplication.ReleaseAppInstance - Ende der Verarbeitung, gib die Instanz frei.
System.Web.Util.Profiler.EndRequest - Methode, die zum Schluß der Bearbeitung einer Seitenverarbeitung aufgerufen wird
System.Web.HttpRequest.FillInCookiesCollection - Sammeln der zu verschickenden Cookies
System.Web.HttpRequest.CreateCookieFromString - ein Cookie soll erzeugt werden
System.Web.HttpCookie.SetDefaultsFromConfig - dafür wird nach den Standardwerten in der Config-Datei gesucht
System.Web.Configuration.RuntimeConfig.GetConfig - dafür wird auf die aktuelle Konfiguration zugegriffen
System.Web.HttpContext.GetFilePathData - dafür muß der absolute Pfad der Konfigurationsdatei ermittelt werden
System.Web.CachedPathData.GetConfigPathData - dafür werden verschiedene Orte durchsucht
System.Web.CachedPathData.GetPhysicalPath - der Versuch, beim letzten Aufruf den Pfad zu ermitteln, führt zu einem Crash.

Dieser Crash wurde von den früheren Aufrufen nicht abgefangen. Also crashte die Gesamtanwendung. Das wiederholte sich fünf mal. Das stoppte die Gesamtanwendung.

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Man sieht: Es gibt nirgendwo einen Aufruf einer Server-Daten-Methode dazwischen. Das sind nur Aufrufe innerhalb der .NET-Architektur.

Ferner handelt es sich um "Aufräumarbeiten" am Ende der Verarbeitung eines Aufrufs. Vor dem Senden der Daten müssen die Cookies gesendet werden. Dafür muß geprüft werden, ob zu einem Cookienamen Einträge in Konfigurationsdateien existieren. Dafür wird die hierarchische Liste von möglichen Konfigurationsdateien "von unten nach oben" durchlaufen.

Folgerung: Es handelt sich um einen Bug innerhalb der .NET-Architektur, bei dem eine Methode System.Web.CachedPathData.GetPhysicalPath fehlschlägt, das nicht abgefangen ist und deshalb die übergeordnete Anwendung crasht.

Es kann sein, daß der Bug uralt ist und seit Jahren in der .NET-Architektur schlummert. Oder daß der Bug bei einem der letzten Patches neu reingekommen ist. Ferner macht sich der Bug nur dann bemerkbar, wenn gewisse "komische Urls" mit weiteren Headern abgerufen werden. Aber die .NET-Architektur muß es aushalten, wenn irgendwelche "komischen Urls" mit zusätzlichen komischen Headern abgerufen werden, ohne deshalb zu crashen.

Konsequenz: Da nach dem Anhalten der Website ein manuelles Eingreifen für einen Neustart notwendig ist und dies nicht 24 Stunden möglich ist, wurde die Einstellung

rapidFailProtection = false

gesetzt.

Das eigentliche Problem des Crashens läßt sich damit also nicht lösen. Aber mehrere Crashs führen nicht mehr zu dem Seiteneffekt einer gestoppten Anwendung. Wobei es durchaus Fälle geben kann, in denen ein Stoppen der Anwendung und eine Überprüfung des Problems sinnvoller ist als ein simples Neustarten. Etwa dann, wenn eigener Code crasht.

Aber crasht lediglich .NET-Code und können solche Crashs "von außen" her zu jeder beliebigen Uhrzeit ausgelöst werden, dann ist das Risiko zu groß, daß zum Zeitpunkt eines solchen Anhaltens grade nicht eingegriffen werden kann. Deshalb - aufgrund dieser neuen Erfahrungen - nun die Änderung nach 14 Jahren auf rapidFailProtection = false.

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Wer also ebenfalls einen IIS online betreibt und bei sich ab und zu "komische Hackversuche" sieht (die es seit Jahren gibt und die bis jetzt nie zu einem solchen Crash geführt hatten), der sollte prüfen, ob er nicht diese rapidFailProtection ebenfalls abschaltet. Oder die Werte bsp. auf 30 Crashs in einer Minute abändert, so daß zumindest nicht nach 5 Crashs innerhalb von 5 Minuten gestoppt wird.

Ferner läuft innerhalb von Server-Daten schon seit Jahren eine Logik, die bei jedem Neustart von Server-Daten eine Mail verschickt. Da die Anwendung regelmäßig um 03:00 neu gestartet wird, gibt es eine Mail täglich. Ferner gibt es Mails, falls neuer Code eingespielt wird oder die Server gepatcht und neu gestartet werden. Damit können "unerwartete Neustarts" einfach überwacht werden (die es bis jetzt praktisch nie gab).

Fazit: Die Option rapidFailProtection ist "gut gemeint", aber für ein System, bei dem es ständig Hackversuche gibt und bei dem solche versteckten .NET-Bugs getriggert werden können, im Zweifelsfall ungeeignet. Bislang war ich eher davon ausgegangen, daß es solche versteckten .NET-Bugs, welche die Gesamtanwendung abstürzen lassen, nicht gibt. Diese Einschätzung war zu optimistisch. Also wird die Option abgeschaltet.

Code Sun - Hospitals are playing "Here Comes the Sun" if Covid-19 Patients are discharged - Krankenhäuser in New York verabschieden geheilte Patienten mit einem Beatles-Song

17.04.2020 23:59:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Inzwischen hat die Corona-Krise die ganze Welt im Griff. Auch jene, die noch vor ein paar Wochen oder Monaten meinten, daß man das nicht ernst nehmen müsse, verstehen so allmählich, daß das Thema der globalen Pandemie sehr ernstzunehmen ist.

Ganz anders natürlich jene Mitarbeiter in Krankenhäusern, die seit Wochen Covid-19-Patienten betreuen.

In New York gibt es eine schöne Tradition, wenn es Patienten wieder besser geht:

Die ersten Takte des Beatles-Song "Here Comes the Sun" werden per Lautsprecher angespielt, wenn Covid-19 - Patienten die Intensivstation bzw. das Krankenhaus verlassen.

Etwa im Northern Westchester Hospital in Mount Kisco, New York.
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Hospitals Are Playing ‘Here Comes the Sun’ by The Beatles Each Time a COVID-19 Patient is Discharged

https://laughingsquid.com/hospitals-are-playing-here-comes-the-sun/

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Der Instagram-Eintrag des Northern Westchester Hospitals direkt:

https://www.instagram.com/p/B-0bl0gJ0pW/

> Here Comes the Sun! Every person who leaves the hospital is a win and celebrated by our staff. We play “Here Comes the Sun” over the loudspeaker each time. Today we heard the beloved #Beatles song a lot, sounding sweeter each time. Including for 80+ year old Rita shown here.

Das ist als “Code Sun” in Krankenhäusern in New York und in anderen Bundesstaaten der USA bekannt.

Im Lenox Hill Hospital erklingt das bei zwei Anlässen:

> Healthcare workers now play Here Comes The Sun every time a patient gets off a ventilator or recovers and goes home.

Wer den Song ganz hören möchte:

The Beatles - Here Comes The Sun

https://www.youtube.com/watch?v=KQetemT1sWc

Ein schöner Brauch.

Covid-19 - not like the flu - Vergleich Spanische Grippe Philadelphia und St. Louis sowie Bergamo und Lodi in der Lombardei - die Insel Berlin

09.04.2020 23:46:22, Jürgen Auer, 2 Kommentare

Mitte, Ende Februar: Da mögen sich noch viele gedacht haben: Das Coronavirus und die dadurch ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19: Weit weg, unrelevant. Es sei ja doch nur wie eine Grippe.

Inzwischen, nach 6 bis 8 Wochen, hat sich die Welt dramatisch geändert.

Ein Nutzer hatte auf Reddit Grafiken veröffentlicht.

It's Not Just the Flu II - Comparing Weekly Seasonal Influenza-Associated Deaths and COVID-19 Deaths in New York, the US, and other States

https://www.reddit.com/r/dataisbeautiful/comments/fvfsbf/oc_its_not_just_the_flu_ii_comparing_weekly/fmi3ep8/

Eine Grafik zeigt - für den Bundesstaat New York - die Zahl der wöchentlichen Toten als Durchschnittswert der Jahre 2015 - 2019. Das schwankt ungefähr zwischen 1700 und etwas über 2000 Toten.

Dazu die Grippetoten. Diese Linien befinden sich ganz unten. Vielleicht 200 - 300 pro Woche. Sprich: Die Grippetoten sind nur ein Bruchteil derjenigen, die ohnehin in jeder Woche sterben.

Dazu die Covid-19 - Toten: Eine fast senkrechte Linie. Beginnend in der zehnten Woche. Die elfte und zwölfte Woche - da ist das noch klein, unter der Zahl der Grippetoten. Und steigt in Woche 13 und 14 massiv an: Fast 3000.

Bereits in der Vorwoche gab es eine solche Grafik. In den nächsten Wochen wird es wohl Fortsetzungen geben.

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Ein Beitrag vom 18.03.2020 vergleicht die Maßnahmen gegen die Spanische Grippe - frühes versus spätes Social Distancing - in Philadelphia und St. Louis. Ebenso werden die beiden norditalienischen Provinzen Bergamo und Lodi verglichen.

Abstandhalten wegen Corona - Wie Social Distancing schon bei der Spanischen Grippe half

https://www.srf.ch/news/panorama/abstandhalten-wegen-corona-wie-social-distancing-schon-bei-der-spanischen-grippe-half

Philadelphia hatte die ersten Grippefälle in der Stadt ignoriert, sah den Ernst der Lage nicht. Stattdessen gab es noch eine große Parade. Erst mehr als zwei Wochen und tausende Tote später, am 03.10.1918, wurden Maßnahmen ergriffen.

St. Louis war durch das Beispiel Philadelphia gewarnt. Am 05.10.1918 wurden die ersten Fälle bekannt. Zwei Tage später wurden Schulen, Theater und Kirchen geschlossen.

> Die Konsequenz: Die Zahl der Todesfälle blieb weit hinter der in Philadelphia zurück.

Eine Grafik zeigt die wöchentlichen Todesfallzahlen pro 100.000 Einwohner. In Philadelphia ein sehr steiler Anstieg vom 28.09.1918 bis zum 19.10.1918, der ähnlich rasch wieder absinkt. In der Spitze war allerdings das Gesundheitssystem völlig überfordert. 256 zusätzliche Tote pro 100.000 Einwohnern. In St. Louis dagegen zwar ein Anstieg, aber lediglich auf 31 zusätzliche Tote am 02.11.1918, dann ein leichter Rückgang und nochmals ein Anstieg auf 57 zusätzliche Tote am 14.12.1918. Insgesamt eine deutlich flachere Kurve, das Gesundheitssystem war nie überfordert.

Ein Vergleich der beiden norditalienischen Provinzen Lodi und Bergamo zeigt ein ähnliches Bild. Forscher aus Oxford hatten sich beide Provinzen angesehen.

> Lodi setzte bereits am 23. Februar Massnahmen zum Social Distancing durch, Bergamo wurde erst am 8. März aktiv. Die Fallzahlen in beiden Provinzen sprechen eine deutliche Sprache: Bergamo hatte am 15. März rund 3400 nachgewiesene Fälle, Lodi lediglich rund 1300.

Die Kurve von Lodi verläuft relativ linear, ein ganz langsames, kontinuierliches Anwachsen.

Bergamo lag zunächst drunter. Und ging dann steil nach oben.

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Und Berlin? Unter

Corona - Fallstatistik

https://www.berlin.de/corona/fallstatistik/

gibt es die aktuellen Daten. Die Zahl der neuen Fälle:

1. Woche - 37
2. Woche - 261
3. Woche - 846
4. Woche - 1377
5. Woche - 1208
6. Woche - 628 (Mo - Do)

Die 6., laufende Woche ist noch zu unvollständig.

Den ersten Fall gab es am 01.03.2020, einem Sonntag. Anfang der zweiten Woche schlossen bereits Museen, Theater und Opern. Am 13.03 (Ende zweite Woche) wurden die Schulschließungen ab dem 17.03 angekündigt, am 14.03. gab es jene Verordnung, die die sofortige Schließung aller Clubs, Raucherkneipen, Casinos usw. anordnete. Seit dem 20.03.2020 (Ende dritte Woche) gelten die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, die aber keine Ausgangssperre darstellen: Für Sport und Spaziergänge können Einzelpersonen, Zweiergruppen oder Personen aus demselben Haushalt raus.

Stand heute: 4357 Fälle, 559 Personen in Krankenhäusern, von diesen 136 in Intensivbetten, 42 Tote. Zahlen, welche das hiesige Gesundheitssystem (bei allen Mängeln, die sichtbar geworden sind) noch gut bewältigen kann. Die Inanspruchnahme der Krankenhausbetten steigt nur ganz langsam. Teils gingen die Zahlen schon wieder zurück.

Hätte sich die Entwicklung der ersten drei Wochen fortgesetzt oder wäre die Zahl der Infizierten deutlich gestiegen, ohne daß getestet und auf den Anstieg mit Maßnahmen reagiert worden wäre, dann lägen die Zahlen deutlich höher. Mit der Konsequenz, daß "plötzlich" lauter schwere Fälle in die Krankenhäuser kommen und das Gesundheitssystem irgendwann überfordert werden würde.

Aktuell sieht das nicht nach einer solchen kritischen Überforderung der Kliniken und Krankenhäuser aus.

Coronavirus: Covid-19 CT-Scan - Wie sieht eine Lunge eines Covid-19-Patienten aus? Merkwürdige grosse Eintrübungen und Pleuraerguss

27.03.2020 23:43:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche meinen ja noch, die vom Coronavirus ausgelöste Covid-19 - Lungenerkrankung sei harmlos. Oder das sei nur für Ältere kritisch. Sie seien gesund und fitt, ihnen würde nichts passieren.

Ein Radiologe, der auf Imgur als HeyYoMikey8 aktiv ist, hat dort einige Aufnahmen veröffentlicht. Teils wohl Röntgenaufnahmen. Teils CT-Scans.

Hintergrund war, daß ein Patient zu ihm kam. Aus einem Corona-Hotspot. Per Flugzeug, über zwei Flughäfen. Natürlich mit dem Risiko, daß dieser diverse weitere Personen angesteckt haben könnte.
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Angry Radiologist Asks To Share His Message After A Potential Coronavirus Carrier Takes A Plane Full Of People

https://www.boredpanda.com/covid-19-radiologist-perspective-chest-x-ray/

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Ein Hauptproblem: Die Lungen sehen deutlich verändert aus. Und zwar auf eine Art und Weise, bei der noch völlig unklar ist, wie sich das für die Zukunft der Patienten auswirken wird.

Auf den CT-Bildern sieht man das deutlich:

Die Bilder finden sich über das Profil von https://imgur.com/user/HeyYoMikey8

Erste Bilder:

https://imgur.com/gallery/lA6nTzb

Gesunde Teile der Lunge sind dunkel, nur von feinen Linien, den Blutgefäßen durchzogen.

Lungen von Covid-19 - Patienten sind dagegen von merkwürdigen Gewebeveränderungen betroffen, die im CT als weiße Klumpen erscheinen. Ganze Teile der Lunge fallen so praktisch aus. Husten, Fieber, Unwohlsein und Atemnot.

Teil 2: https://imgur.com/gallery/FxkWnWv

Bei schweren Fällen kommt es nicht nur zu solchen ausgedehnten Ausfällen der Lunge.

> Additionally fluid is building up around the outside of the lungs between the chest cavity (Pleural effusion). This is what we worry about, and why many of the severe and hospitalized Covid cases seem to by dying.

Zusätzlich sammelt sich Flüssigkeit um die Außenseiten der Lunge in der Brusthöhle an: Ein Pleuraerguss. Das sei etwas, worüber sie sich große Sorgen machen und wohl ein Grund dafür, weshalb solche Patienten sterben.

> To put it simply, as the inflammation progresses it may get to a point where the innumerable tiny thin-walled sacs that exchange CO2 for Oxygen (alveoli) are so damaged that they begin to fill with fluid. Since humans aren't adapted to breathing under water, you can imagine that the ability to oxygenate the blood and remove the CO2 byproducts is severely hampered.

Um es einfach auszudrücken: Bei fortschreitender Entzündung können die winzigen Lungenbläschen so beschädigt sein, daß sie sich mit Flüssigkeit füllen. Da Menschen nicht dafür angepaßt sind, unter Wasser zu atmen, funktioniert in diesen Lungenbläschen der CO2-Sauerstoff-Austausch nicht mehr.

Die Konsequenz: Die Patienten bekommen keine Luft mehr, der Blutsauerstoffgehalt sinkt. Das Herz versucht, das durch ein schnelleres Pumpen auszugleichen. Das stresst natürlich das Herz. Die Flüssigkeit um die Lunge herum blockiert die Lunge, so daß der Patient nicht mehr tief atmen kann. Das ist der Punkt, an dem Patienten eine Intubation benötigen. In extremen Fällen genügt auch das nicht mehr. Dann müssen Patienten extern beatmet werden. Blut wird aus dem Körper geleitet, außerhalb mit Sauerstoff angereichert und zurückgeleitet.

> I don't mean to be morbid or scare people, but THIS is why the virus is so dangerous (along with it's high rate of transmissibility), and why you are avoiding social situations right now.

Er wolle nicht Leute ängstigen. Aber dies sei ein Grund, weshalb der Virus so gefährlich sei. Reduziert sich die Lungenleistung deutlich, wird das schnell kritisch. Vor allem dann, wenn weitere Organe bereits vorgeschädigt sind. Deshalb ist soziale Isolation derzeit wichtig. Ältere und chronisch Erkrankte sind besonders gefährdet.

Der Teil 3: https://imgur.com/gallery/PpyzwvH

Da geht es um den Patienten, der sich leicht unwohl gefühlt hat, aber noch fliegen mußte. Und damit andere gefährdet.

Das sei derzeit ein einmaliges Ereignis. Die Auswirkungen auch für "geheilte Patienten" sind noch völlig unklar. Und es könne jeden treffen, auch jüngere Leute, die sich gesund und fitt fühlen.

Denmark Supermarket stops hand sanitizer hoarding: One bottle 40 DKK, next bottle 1000 DKK - dänischer Supermarkt stoppt Corona-Hamsterkauf

22.03.2020 23:53:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Ideen sind doch genial. Weltweit verhalten sich Leute in den Industriestaaten völlig absurd und horten Dinge, die man nur begrenzt benötigt: Toilettenpapier, Handreiniger (dabei tut es auch Kernseife) und so manches mehr.

Aber so sehr die aktuelle Entwicklung rund um Corona-Viren in das Leben von jedem Einzelnen eingreift: Es gibt auch neue und originelle Lösungen.

Ein Supermarkt in Dänemark hat eine einfache Regelung gefunden, um Hamsterkäufe zu stoppen:

Eine Flasche Händedesinfektionsmittel kostet 40 DKK, etwa 5,36 Euro. Zwei Flaschen kosten nicht 80 DKK, sondern zusammen 1040 DKK, also etwa 139,23 Euro. Die zweite Flasche kostet also 1000 DKK.
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Supermarket In Denmark Comes Up With A Brilliant Pricing Trick To Stop Hand Sanitizer Hoarding

https://www.boredpanda.com/danish-supermarket-stop-hoarding-hand-sanitizer/

Der Tweet, mit dem ein Nutzer darauf hinwies:

https://twitter.com/_schuermann/status/1239294777452974080

> A supermarket in Denmark got tired of people hoarding hand sanitizer, so came up with their own way of stopping it.
>
> 1 bottle kr40 (€5.50)
> 2 bottles kr1000 (€134.00) each bottle.
>
> Hoarding stopped!

Das ist der Supermarkt "Rotunden - Hellerup Foodmarket". Dort fand sich

https://www.rotunden.com/presse.aspx

ein Link zu

Butik gør oprør mod hamstring - Ekstra Bladet 2020

Butik gør oprør mod hamstring: 1000 kr. pr. ekstra håndsprit

En håndsprit koster 40 kroner - to koster 1040 kroner i nordsjællandsk supermarked

https://ekstrabladet.dk/nyheder/samfund/butik-goer-oproer-mod-hamstring-1000-kr.-pr.-ekstra-haandsprit/8048905

Demnach kostet die erste Flasche 40 DKK, die zweite 1000. Da scheint sich in dem Tweet ein Übersetzungsfehler eingeschlichen zu haben.

Jedenfalls dürfte das zuverlässig dafür sorgen, daß jeder Kunde nur noch eine Flasche mitnimmt.

Irgendwie faszinierend, wie die Corona-Krise einerseits völlig absurde Verhaltensweisen zutage fördert. Sich aber andererseits nun Leute auch solche Ideen einfallen lassen, um solche Dinge zu stoppen.

Iglou - insulated, waterproof shelter for homeless people - isolierte, wasserdichte Unterkunft für Obdachlose - von Geoffroy de Reynal

20.03.2020 23:46:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das ist ja eine verblüffende Lösung. Der französische Designer Geoffroy de Reynal hat Iglou entworfen und erste Prototypen gebaut.

Das ist ein isolierter, wasserdichter Unterschlupf, der wie ein Iglu gebaut ist. Und der sich in wenigen Sekunden aus Einzelteilen zusammenbauen läßt.

Genutzt werden Platten aus Polyethylenschaum, das ist quasi eine dickere Isoliermatte. Drei Platten. Eine bildet den Boden. Zwei andere werden an den Rändern zusammengefügt, durch ein einfaches Muster aus versetzten Blöcken, die ineinandergreifen und mit Bändern gesichert werden.

Das Dach steht damit unter einer gewissen Spannung. Die Seitenflächen werden durch zwei passende Elemente verschlossen.
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iglou is an insulated, waterproof shelter for homeless people

https://www.designboom.com/design/iglou-insulated-shelter-homeless-03-20-2020/

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Er hatte ein Jahr in Montenegro gelebt. Da gab es kaum Obdachlose. Als er nach Paris zurückkam, war er überrascht, wieviele obdachlos auf der Straße lebten. Und beschloss, für diese etwas zu entwickeln.

Schon 2012 wurde eine Studie vom französischen Institut für Statistik veröffentlicht, in der von 140.000 Obdachlosen die Rede war.

Das Material isoliert bekanntlich hervorragend. Innen kann durch die Körperwärme eine bis zu 20°C wärmere Umgebung als draußen entstehen. Ferner ist Iglou innen aluminiumbeschichtet, so daß der das Material feuerfest ist.

Er startete das Projekt vor einigen Monaten, zunächst mit eigenem Geld. Dann startete er eine Crowdfunding-Kampagne, die 20.000 Dollar mehr erhielt als erwartet.

> ‘using my resources and the money from the crowd funding campaign, I built 20 igloos prototypes this winter and distributed 10 in bordeaux, and 10 additional in paris,’

Daraus entstanden 20 Prototypen, von denen zehn in Bordeaux und 10 in Paris verteilt wurden.

Seine Ambitionen: Deutlich mehr davon produzieren und das verbessern. Eventuell Räder drunter, damit die relativ großen Platten leichter transportiert werden können. Oder modulare, größere Elemente für Familien.

Ein Kommentar merkt an, daß das ebenso für Outdoor-Nutzer interessant sein könnte. Mit einer Querfinanzierung: Jeder verkaufte Iglou finanziert einen für Obdachlose.

Why Washing hands with soap kills viruses - UV-Licht zeigt, wie Fett (Virushüllen) nach 20 Sekunden durch Seife zerlegt werden

18.03.2020 23:43:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

20 Sekunden Hände mit normaler Seife waschen. Ein einfaches Rezept. Und eine einfache Lösung, den Coronavirus zu zerstören. Nicht nur, ihn zu entfernen. Sondern ihn zu zerstören.

Warum funktioniert das? Und warum ist das aktuell so wichtig?

Ein Video nutzt UV-Licht, um den Effekt zu demonstrieren.
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Great Demonstration, Using a Black Light, of How Washing Hands With Soap Kills Viruses

https://www.core77.com/posts/96013/Great-Demonstration-Using-a-Black-Light-of-How-Washing-Hands-With-Soap-Kills-Viruses

Das Video direkt auf YouTube:

How soap kills the coronavirus

https://www.youtube.com/watch?v=-LKVUarhtvE

> Plain old soap and water absolutely annihilate coronavirus.
>
> You've been told a thousand times: wash your hands to stop the spread of COVID-19. But why does this work so well? It has to do with the way the soap molecules are able to absolutely demolish viruses, like the coronavirus.

Warum ist Händewaschen mit Seife so wichtig?

Weil jede Seite, ganz simple Kernseife, Viren zerlegt und damit zerstört.

Der Grund: Wie sind Viren aufgebaut: Innen gibt es Material. Drumherum eine Fetthülle. Drumherum angedockte Proteine. Zwischen den Proteinen gibt es aber genügend Platz.

Wäscht man seine Hände nur mit Wasser, dann bleiben die Viren an den Händen. Da die Fetthülle dafür sorgt, daß das Wasser gar nicht an den Virus herankommt.

So, wie wenn man einzelne Tropfen Öl ins Wasser gibt. Das mischt sich nicht.

Kommt dagegen Seife dazu, mischen sich Öl und Wasser. Warum? Seifenmoleküle bestehen aus zwei Teilen. Ein wasserfreundlicher und ein fettfreundlicher Teil. Damit können Fette im Wasser in kleine Teile zerlegt und weggespült werden.

Trifft nun Seife auf Viren, werden die schützenden Fettmoleküle in der Virenhülle von den Seifenmolekülen in Bruchstücke zerlegt.

> Soap literally pulls apart and demolishes these viruses

Die schützende Fetthülle wird vom Virus entfernt. Das Ergebnis sind harmlose Virenbruchstücke, die mit dem Wasser weggespült werden.

Allerdings: Das benötigt Zeit. Nämlich 20 Sekunden.

Dann folgt die eigentliche Demonstration: UV-Licht zeigt kritische Stoffe durch ein Leuchten an. Nutzt man keine Seife, leuchten diverse Stellen an den Händen weiter. Auch nach dem Waschen.

Wäscht man die Hände nur 5 - 10 Sekunden, zeigt das UV-Licht weiterhin diverse leuchtende Stellen an.

Wäscht man dagegen die Hände wirklich 20 Sekunden, dann leuchtet nichts mehr. Die Fette wurden zerlegt und lassen sich durch das Wasser wegspülen.

Mit Desinfizierern geht das auch. Aber die müssen mindestens 60 % Alkohol enthalten. Alkohol hat ebenfalls einen wasserfreundlichen und einen fettfreundlichen Teil. Aber das kann andere, negative Effekte haben.

Deshalb die einfache Lösung: Seife + mindestens 20 Sekunden. Jede einfache Seife genügt. Es muß keine Seife mit "zusätzlichen Fähigkeiten" sein.

Berlin Shutdown - Berlin closes all schools and preschools, universities and clubs - Berlin hat seit gestern das öffentliche Leben lahmgelegt - Coronavirus Covid19

15.03.2020 22:53:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine verblüffende Woche geht hier in Berlin zu Ende.

Am 08.03.2020, am letzten Sonntag, nach der ersten Woche mit steigenden Covid-19-Infizierten, waren das 40 Infizierte.

Nun, eine Woche später, meldet die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung:

Coronavirus: Derzeit 283 bestätigte Fälle in Berlin

https://www.berlin.de/sen/gpg/service/presse/2020/pressemitteilung.906973.php

Stand heute, 16:30.

Noch in der Vorwoche hieß es: Keine Schulschließungen, die Museen und Clubs waren offen, es gab Bundesligaspiele mit Berliner Beteiligung und Zuschauern.

Dann wurden die Museen, Konzerthäuser und Opern geschlossen. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern wurden untersagt. Am Donnerstag meldete das Berghain, daß es für vier Wochen dicht macht.

Dabei ist doch klar, daß das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird. Intensives Tanzen in geschlossenen Räumen mit infizierten Teilnehmern ist ein Fest für jeden Virus. Da klappt die Übertragung auch bei weniger Personen.

In einem Club hatte eine infizierte Person 16 andere Personen angesteckt. In einem anderen Club eine infizierte Person 9 andere.

Am Freitag gab es Verdachtsfälle und erste infizierte Fußball-Bundesligaspieler, daraufhin die Absage des Spieltags. Einige Clubs schlossen sich dem Berghain an und teilten mit, daß sie für ein paar Wochen dicht machen. Ein Club wollte tricksen und eine Veranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern auf zwei Termine mit unter 1000 Teilnehmern aufteilen.

Der Berliner Senat, der bis dahin eher durch Untätigkeit und Zögerlichkeit aufgefallen war, beschloss: Die Schulen und Kindergärten werden geschlossen. Clubs, Kneipen und ähnliche Einrichtungen sollten folgen, aber erst Dienstag, also übermorgen.

Prompt gab es Proteste. Müsse es denn wirklich sein, daß sich übers Wochenende nochmals diverse Leute neu infizieren?

Schließlich gestern eine lange Senatssitzung und eine Verordnung, die "ab sofort", "unverzüglich" gilt. Gestern lag ein Hauch von Mauerfall, von der Schabowski-Pressekonferenz vom 09.11.1989 in der Luft.

Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin

Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin

https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/rathaus-aktuell/2020/meldung.906890.php

Das Infektionsschutzgesetz erlaubt weitreichende Maßnahmen.

- Alle Veranstaltungen ab 50 Teilnehmern sind untersagt.
- Geschlossen sind:
- Tanzlustbarkeiten, Messen, Ausstellungen, Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Unternehmen.
- Kinos, Theater, Konzerthäuser, Museen und ähnliche Einrichtungen dürfen nicht für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Sowie Prostitutionsstätten.
- Rauchergaststätten
- Sonstige Gaststätten dürfen nur dann öffnen, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Gästen sichergestellt ist.
- Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimmbädern, Fitnessstudios u. ä. wird untersagt.

Für Krankenhäuser und Altenheime gibt es neue Besuchsregelungen. Sowie:

> Diese Verordnung tritt vorbehaltlich des Absatzes 2 am Tag ihrer Verkündung ... in Kraft

Bereits gestern abend waren zwei Hundertschaften der Polizei unterwegs, um das Verbot durchzusetzen und die entsprechenden Einrichtungen auf das Verbot hinzuweisen. Manche wußten wohl noch nichts davon. Die Regelung war erst am frühen Abend bekannt geworden. Um 19:01 kündigte die Polizei dies an:

https://twitter.com/PolizeiBerlin_E/status/1238888015214362625

> Zur weiteren Eindämmung von #COVID19 hat der Berliner Senat ab sofort alle öffentlichen & nichtöffentlichen Veranstaltungen ab 50 Teilnehmenden verboten.
> Auch unsere Kolleg. werden zu Ihrer Sicherheit darauf achten, dass alle sich daran halten. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Sowie gegen 20:20:

https://twitter.com/PolizeiBerlin_E/status/1238907851747229697

> Sie können unsere Kolleg. draußen unterstützen, in dem Sie Veranstaltungsorte oder andere Lokalitäten mit mehr als 50 Personen gar nicht erst aufsuchen, auch nicht, um "vorbeizuschauen". > Bleiben Sie am besten zu Hause & vermeiden Sie weitgehend soziale Kontakte. #COVID19

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Das Problem kann man sich sehr einfach klar machen. Derzeit sind das hier in Berlin 283 Infizierte, davon 16 im Krankenhaus. Das ist aktuell eine Quote von 5,6 %.

Gibt es an einem Tag 10.000 Neuinfektionen, dann sind von diesen etwa 500 auf ein Krankenhausbett angewiesen. Bei - geschätzt (aktuell gibt es für DE keine konkreten Zahlen) - 10 - 20 % dieser Patienten entwickelt sich der Verlauf schlecht, diese sind auf Intensivbetten mit künstlicher Beatmung angewiesen. Das sind 50 - 100 Personen. Pro Tag neu dazu kommend.

Bei Covid-19 sind - im Gegensatz zu einer Grippe - oft 5 - 10 Tage künstliche Beatmung notwendig. Die 50 neuen Intensivpatienten pro Tag belegen also 500 Intensivbetten.

Berlin hat derzeit 1050 Intensivbetten, diese wären bei 50 neuen Patienten pro Tag zur Hälfte ausgelastet.

Derzeit wächst die Zahl der Infizierten multiplikativ, teils um 20 - 40 % pro Tag. Bereits ein Wachstum von 12 % pro Tag bedeutet ungefähr eine Verdoppelung nach einer Woche.

Bei einer Verdoppelung pro Woche werden aus heute 1000 nach einer Woche 2000, nach zwei Wochen 4000, nach 3 Wochen 8000 Infizierte. Sprich: Nach etwas mehr als 3 Wochen kann man eine 0 ranhängen. Aus heute 1000 sind in gut 3 Wochen 10.000, in 6 - 7 Wochen 100.000 Infizierte geworden. Nachschub und Infektionsmöglichkeiten gibt es in einer uneingeschränkt genutzten Großstadt mit öffentlichem Nahverkehr, vielen Touristen und Clubs genügend. Hinzu kommt, daß inzwischen diverse Touristen "im Kiez" einkaufen, also mit Bewohnern Kontakt haben und diese infizieren können.

100.000 Infizierte ziehen bei 10 % Wachstum pro Tag mindestens 10.000 Neuinfektionen pro Tag nach sich. Damit sind 50 - 100 % aller Intensivbetten belegt.

Gelingt es also nicht, die Rate der Neuinfektionen deutlich abzusenken und die Ausbreitung des Virus zu bremsen, ist der Kollaps des Gesundheitssystems absehbar.

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Heute wurde im Tagesspiegel-Blog berichtet, daß etwa 1/6 aller Infizierten in Clubs war. Die Clubs und alle Kneipen, in denen es "hinreichend eng" zugeht und in denen sich Touristen und Berliner mischen, sind also kritisch.

Vom Tagesspiegel gibt es inzwischen eine englische und eine arabische Information:

Closures, Hotlines, Contact Points: Coronavirus in Berlin – what you need to know and where you can get help

https://www.tagesspiegel.de/berlin/closures-hotlines-contact-points-coronavirus-in-berlin-what-you-need-to-know-and-where-you-can-get-help/25646676.html

برلين في حالة طوارئ، هذا ما يجب عليكم معرفته، وهنا بإمكانكم الحصول على المساعدة

https://www.tagesspiegel.de/berlin/-----/25646660.html

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Einerseits ist das Coronavirus eine riesige Herausforderung. Andererseits zeigen sich nun auch einige interessante Dinge:

- Alle Menschen sind davon betroffen. Es ist nicht das Problem einzelner Staaten. Durch die Reisen und durch die wirtschaftlichen Verflechtungen (inklusive der dadurch ausgelösten Reisen) verteilt sich das Virus. Asiaten kommen nach Europa und Amerika, Europäer und Amerikaner reisen nach Asien. Oder Leute sind (von DE her) in Südtirol oder von Norwegen her in Berlin, infizieren sich und transportieren die Infektion in ihre Länder.

- Es betrifft auch alle Sportarten. Grade bei internationalen Wettkämpfen. Dort können sich bsp. Fußballer gegenseitig anstecken.

- Die Heftigkeit der Auswirkungen dürfte stark davon abhängen, ob rechtzeitig solche "entschleunigenden Maßnahmen" getroffen werden.

- Die Zahl der offiziell gemeldeten Infizierten dürfte - im Vergleich zwischen den Staaten - nur eine relativ geringe Aussagekraft besitzen. Weitaus relevanter ist die Zahl der Infizierten in Krankenhäusern und die Zahl der Toten. Wenn (siehe älterer Blogbeitrag) in Italien bei etwa 8000 Infizierten bereits 5000 im Krankenhaus oder verstorben sind, in DE dagegen nur 5 % der Infizierten im Krankenhaus sind, dann ist zu befürchten, daß in Italien zu diesem Zeitpunkt bereits 100.000 unerkannt infiziert waren.

- Staaten, die kaum testen, laufen Gefahr, umso heftiger davon überrollt zu werden, daß plötzlich viele Bürger ärztliche Versorgung benötigen. Ignorieren löst das Problem nicht. Weder von der Seite der Regierungen noch von der Seite der Bürger. Kein direkter Kontakt -> kaum ein Infektionsrisiko.

- In ländlichen, dünn besiedelten Gegenden ist das Risiko zwangsläufig deutlich geringer. Dort haben Personen nur mit einer begrenzten Zahl anderer Personen Kontakt, die sie infizieren oder von denen sie infiziert werden können. Kritisch wird es, wenn Personen von Reisen zurückkommen. Daraus hatten sich in den letzten Wochen wiederholt "kleine Infektionsherde" gebildet.

- Wirklich kritisch ist das in Großstädten, in denen Personen mit ständig wechselnden anderen Personen zusammenkommen. Dort hilft nur, die Zahl bzw. die möglichen Folgen dieser Kontakte zu minimieren. Nur auf die "Vernunft" der Bürger zu hoffen klappt allerdings nicht. Das zeigten die beiden letzten Wochen nur zu deutlich.

Octo-Bouncer: Ball Juggling Robot - Ball-jonglierender Robot nutzt waagerecht gehaltene Plexiglasscheibe, um einen Tischtennisball springen zu lassen

12.03.2020 23:56:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit einem ebenen Holzbrett oder einer Plexiglasscheibe kann man einen Tischtennisball springen lassen.

Kommt der Ball zur Platte, kann man diese entweder nach unten bewegen. Und den Ball damit abbremsen, so daß er auf der Platte liegen bleibt.

Oder - gegenteilig - die Platte nach oben bewegen, so daß der Ball einen neuen Stoß nach oben erhält und er höher springt. Dabei muß man allerdings sicherstellen, daß man die Platte hinreichend senkrecht zur Flugbahn bewegt. Sonst bekommt der Ball einen Schubs in die falsche Richtung - und fliegt im Bogen weg.

Der Elektrotechniker Tobias Kuhn hat einen Robot gebaut, der in der Lage ist, eine quadratische Plexiglasscheibe so zu steuern, daß ein aufgelegter Tischtennisball über Stunden hinweg stabil springt.
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An Arduino Based Ball Juggling Robot That Bounces and Balances Ping Pong Balls With Great Control

https://laughingsquid.com/octo-bouncer-ball-juggling-robot/

Das Video:

The Octo-Bouncer

https://www.youtube.com/watch?v=lYyAMDYzJQM

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Am Anfang wird die Platte ohne Ball bewegt. Schließlich wird der Ball von der Seite her aufgelegt. Erst rollt der Ball ein wenig hin und her. Dann fängt die Platte an, den Ball nach oben zu schubsen. Mit teils relativ hohen Sprüngen. Aber es gelingt eben auch, die vertikalen Bewegungen anschließend abzubremsen, so daß der Ball schließlich auf der Platte im Kreis läuft.

Oder daß die Kugel auf der Platte auf gewissen, vordefinierten Wegen rollt.

Genutzt werden ein Microcontroller und Schrittmotoren, um sicherzustellen, daß der Ball bei den 3D-Berechnungen der Maschine immer wie gewünscht in Bewegung bleibt.

In der Mitte des Robots ist eine Kamera montiert.

> The machine calculates the ball's 3D position from the image processing data and uses this information to control the orange ping pong ball.

Der Originalbeitrag:

The finished Octo-Bouncer

https://electrondust.com/2020/03/01/the-octo-bouncer/

Dort finden sich weitere Informationen, wie die Komponenten zusammenarbeiten und wie der gesamte Octo-Bouncer hergestellt wurde.

Coronavirus: Italian Woman says they made a mistake it's not like the flu - Covid-19 ist nicht wie eine Grippe, Norditalien muss Triage nutzen, um über Behandlungen zu entscheiden

11.03.2020 23:42:00, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Norditalien bricht gerade das dortige Gesundheitssystem zusammen. Es gibt so dermaßen viele Covid-19 - Infizierte, die eine Lungenentzündung und Atemprobleme haben, daß die dortigen Krankenhäuser die schiere Anzahl der Patienten nicht mehr bewältigen können.

Mit der Konsequenz, daß es inzwischen Dokumente gibt, die eine "wartime triage" empfehlen. Also eine Auswahl, welche Patienten an die zum Überleben wichtigen Maschinen angeschlossen werden. Und welche nicht. Mit der Konsequenz, daß letztere sterben.
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Italian Woman Says They Made A Mistake By Treating Coronavirus Like The Flu, Warns Others

https://www.boredpanda.com/corona-virus-not-flu-italy-thread/

Eine Folge von Tweets von Yascha_Mounk:

https://twitter.com/Yascha_Mounk/status/1237731864233807872

Mit dem deutlichen Hinweis, daß das Gesundheitssystem praktisch in einer Woche kollabiert ist:

> A week ago, Italy had so few cases of corona that it could give each stricken patient high-quality care.
>
> Today, some hospitals are so overwhelmed that they simply cannot treat every patient. They are starting to do wartime triage.

Vor einer Woche habe es noch so wenige Corona-Fälle gegeben, daß jeder Patient gut versorgt werden konnte.

Heute sind einige Krankenhäuser so überfordert, daß sie nicht mehr jeden Patienten behandeln können. Sie fangen an, Triage zu machen.

Der einleitende Tweet:

> The Italian College of Anesthesia, Analgesia, Resuscitation and Intensive Care just published the most extraordinary medical document I’ve ever seen.
>
> To help people from Germany to America understand what we’re about to face, I am publishing translated extracts here.

Die italienische Gesellschaft für ... Intensivmedizin hat ein Dokument veröffentlicht. Das außergewöhnlichste medizinische Dokument, das ich je gesehen habe.

Um Personen von Deutschland bis Amerika zu helfen, zu verstehen, was hier gerade passiert.

Triage ist ein Verfahren, mit dem in kritischen Situationen, etwa bei einem großen Unglück oder im Krieg, bei reduzierten medizinischen Optionen, Material und Personal entschieden wird, welche Patienten Hilfe bekommen und welche nicht. Etwa ein Ersthelfer, der leicht-, schwer und bereits tödlich verletzte Personen vorfindet. Sehr verkürzt formuliert: Der Ersthelfer konzentriert sich auf die schwer verletzten Personen. Also auf jene, bei denen die Hilfe nicht von vornherein aussichtslos ist.

Der Kernsatz der Auflistung:

> "In a context of grave shortage of medical resources, the allocation criteria need to guarantee that those patients with the highest chance of therapeutic success will retain access to intensive care.
>
> It's a matter of giving priority to 'the highest hope of life and survival.'"

Angesichts des gravierenden Mangels medizinischer Ressourcen müssen die Zuteilungskriterien sicherstellen, daß jene Patienten mit der höchsten Chance auf erfolgreiche Heilung weiterhin Zugang zur Intensivstation haben.

In dem BoredPanda-Beitrag wird ebenfalls eine Folge von Tweets verlinkt. Eine italienische, 23-jährige Frau, @labisbeticah, aus der Nähe von Mailand:

https://twitter.com/labisbeticah/status/1236954229186723840

> Please, please guys. Here in northern #Italy we made one big mistake. Everybody kept saying "It's just flu" and now our intensive care units are collapsing. Everybody kept going outside like nothing happened and now our grandparents and parents are dying.
> #coronavirus is not #flu

Hier in Norditalien haben wir einen großen Fehler gemacht. Jeder sagte: "Es ist nur eine Grippe". Nun kollabieren unsere Intensivstationen. Alle gingen nach draußen als ob nichts passiert wäre. Nun sterben unsere Großeltern und Eltern.

Etwas weiter unten nennt sie einige interessante Zahlen, direkt von einem italienischen Ministerium:

4316 in Krankenhäusern mit Symptomen
733 in Intensivbetten
2936 zuhause isoliert
7985 derzeit infiziert (= 2936 + 4316 + 733)
724 geheilte
463 Tote

Zählt man jene in Krankenhäusern und die Gestorbenen zusammen, dann sind das 5512 Personen. Bei einer angenommenen 10%- bis 20% - Quote von Infizierten mit Problemen wären das etwa 25.000 bis 50.000 Infizierte insgesamt. Folglich wären die meisten Infizierten unbekannt und stecken ihre Umgebungen an. Es gibt ohnehin die Vermutung, daß Covid-19 bereits seit Mitte Januar kursierte und sich massiv ausgebreitet hat, ehe es im Februar den ersten getesteten Patienten gab.

Wenn man dagegen die 1050 Intensivbetten in Berlin stellt, von denen aktuell 800 durch andere Patienten belegt sind und wenn man dazu nimmt, daß kritische Covid-19 - Patienten etwa 7 Tage auf Maschinen angewiesen sind: Dann ist das eine Maximalkapazität von etwa 30 neuen Intensivpatienten pro Tag.

Spätestens dann sollte verständlich werden, warum Christian Drosten schreibt:

https://twitter.com/c_drosten/status/1237650201323737088

> „Tsunami, der uns überwältigt hat“ – der verzweifelte Bericht eines italienischen Arztes https://tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/aus-dem-coronavirus-krisengebiet-tsunami-der-uns-ueberwaeltigt-hat-der-verzweifelte-bericht-eines-italienischen-arztes/25629010.html
>
> #COVID19 wird auch bei uns so ablaufen, wenn wir weiter denken, dass „Deutschland es besser macht“ und deswegen nichts tun.

Insofern sind die heute bekannt gewordenen Schritte - Union:München ohne Zuschauer, das Berghain macht dicht - wesentliche Signale. Die Kurve abflachen:

https://twitter.com/TheSpinoffTV/status/1236726419608100864

> How to play your part minimising the impact of Covid-19, in one simple gif, thanks to @XTOTL & @SiouxsieW

Die Ausbreitung so verlangsamen, daß der Gipfel der Kurve unterhalb der Maximalkapazität des Gesundheitssystems bleibt. In Norditalien hat die Kurve die Maximalkapazität des Gesundheitssystems bereits überschritten. Ohne daß derzeit absehbar ist, wann sich das Wachstum verlangsamt oder die Kurve wieder fällt. Das ist die deutliche Warnung der beiden italienischen Tweets.

Effektiv sind nicht nur Großveranstaltungen / Fußballspiele problematisch, sondern gerade die Veranstaltungen in Clubs, bei denen viele Personen auf engem Raum körperlich aktiv sind. Daß das Berghain von sich her dicht macht, ist hoffentlich ein Signal an alle anderen Clubs. Berliner Amtsärzte hatten sich heute morgen bereits ähnlich geäußert.

Tecla - 3D-printed house like a Wasp nest using locally sourced clay - aus lokalem Lehm und Ton gedruckte 3D-Häuser mit einer Ebene und kuppelförmigem Dach

10.03.2020 23:49:14, Jürgen Auer, keine Kommentare

Konzepte für 3D-gedruckte Häuser gibt es einige. Allerdings stützen sich diese meist auf Beton oder betonähnliche Materialien für den Druck. Dabei gibt es doch Versuche in der Bauindustrie, vom Beton wegzukommen, da der für Beton benötigte Zement eine sehr schlechte CO2-Bilanz hat.

Eine Alternative: Mario Cucinella hat das Konzept für ein Haus entwickelt, das per 3D-Druck erstellt wird. Aber das auf lokal gewonnenem Ton bzw. Lehm basiert.

Tecla wird in diesem Artikel nicht richtig erklärt. Es sei ein mit WASP gebautes Gebäudesystem. Das ist eine Abkürzung für "Worlds Advanced Saving Project".
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Mario Cucinella designs a giant 3D printed wasp's nest of a house

https://www.treehugger.com/green-architecture/mario-cucinella-designs-giant-3d-printed-wasps-nest-house.html

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> It is technology "inspired by the potter wasp, WASP builds houses with natural materials, at a cost tending to zero."

Die Technologie sei inspiriert von der Töpferwespe. WASP baut Häuser mit natürlichen Materialien, zu Kosten, die gegen 0 gehen. Der Kran WASP, der den Druckprozess steuert, sei

> "an innovative technology to print on site eco-districts at low environmental impact."

eine innovative Technologie, um vor Ort einzelne Bereiche zu drucken, mit einer nur geringen Wirkung auf die Umwelt. In einer Zeit, in der so viele Leute in die Städte ziehen, müsse die Idee der Stadt infrage gestellt werden.

WASP entwickelt seit 2012 Bauprozesse nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, mit denen 3D-gedruckte Häuser in kurzer Zeit und möglichst nachhaltig erstellt werden können. Tecla soll der erste Lebensraum sein, der mit mehreren 3D-Druckern gebaut wird. Das Ergebnis soll eine Art autonome Öko-Stadt sein, die vom Stromnetz getrennt ist.

Das Material, das als Druckmaterial verwendet wird, wird von Mapei hergestellt. Das stellt eigentlich Klebstoffe, Dichtungsmittel und chemische Produkte her. Es hat die Tonmaterialien untersucht, um daraus das Druckmaterial zu gewinnen. Teils können Abfälle vom Reisanbau beigemischt werden, um die Isolation zu verbessern.

Auf ein übliches Dach wurde verzichtet. Stattdessen entstand die Kuppelform. So daß Wände und Dach mit derselben Technik erstellt werden können. Das beschränkt allerdings die Höhe immer auf eine Ebene. Ein mehrstöckiges Haus ist damit nicht möglich.

Näheres gibt es hier:

Mario Cucinella Architects and WASP start on site with TECLA. A prototype 3D printed global habitat for sustainable living

https://www.schoolofsustainability.it/mario-cucinella-architects-and-wasp-start-on-site-with-tecla-a-prototype-3d-printed-global-habitat-for-sustainable-living/

Demnach wird seit November auf einem Gelände in der Nähe von Bologna eine Art Prototyp erbaut.

Eigentlich sollte das Anfang 2020 fertig sein. Dazu finden sich allerdings keine weiteren Hinweise. Der Name "Tecla" stammt wohl aus einem Roman.

Ceramic Mugs and Plates with imprinted assemblages of florals - Hessa Al Ajmani erstellt Becher und Schalen ohne Töpferscheibe, geschmückt mit Negativen eingelegter Pflanzen

09.03.2020 23:41:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Künstlerin Hessa Al Ajmani hat eine ganz eigene Technik entwickelt, um Becher und Schalen aus Ton zu verzieren. Sie sammelt im Garten ihrer Mutter kleine Pflanzen. Diese drückt sie in die noch frischen Steingut-Stücke hinein, solange diese noch formbar sind.

Dann läßt sie die Stücke trocknen. Vor dem Brennen werden die Pflanzen entfernt.

Das Ergebnis: Becher und Schalen mit individuellen Negativen kleiner Pflanzen. Teilweise bleibt das so. Teilweise werden die Strukturen bemalt, so daß es aussieht, als sei weiterhin eine grüne Pflanze an der Becher-Außenfläche angebracht.
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Assemblages of Found Florals Imprinted on Ceramic Mugs and Plates by Hessa Al Ajmani

https://www.thisiscolossal.com/2020/03/hessa-al-ajmani-floral-imprint-ceramics/

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Sie lebt in Ajman in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie nutzt keine drehende Töpferscheibe, sondern fertigt ihre Objekte direkt an. Manchmal verwendet sie allerdings selbst hergestellte Gipsformen oder Stempel.

Teils dauert es Stunden oder Tage, bis sie einzelne Teile fertig hat.

> “I’ve been playing with all sorts of clay (air-drying, polymer, earthenware) since I was a child. I learned how to work with it professionally in university, but didn’t pick up the practice until about a year ago,”

Seit ihrer Kindheit spielt sie mit allen möglichen Arten von Ton herum. Sie lernte an der Universität, wie man professionell damit arbeitet. Hat das aber erst vor einem Jahr wieder aufgenommen. Und mußte sich alle Grundlagen erneut beibringen, endlose Tests mit der Konsistenz des Tons, der Form, Texturen und dem Brennen.

Zusätzlich zu ihrer eigenen Tätigkeit hat sie 2019 das Clay Corner Studio gegründet, um Keramik- und Malkurse anzubieten.

Das Formen von Keramikstücken und das Hinzufügen der Blumen sei therapeutisch. Es erfordert Geduld und fördert die Akzeptanz und Wertschätzung von Unvollkommenheit.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/hessaalajmani/

finden sich Beispiele, wo sie die so erstellten Steingut-Objekte genutzt hat, um Stempel für die Herstellung mit demselben Blumenmuster zu herzustellen.

Auf ihrer Website

https://hessaalajmani.com/ceramics

findet sich der Hinweis, daß

> With no two pieces identical, each ceramic piece is unique and holds its own character and charm.

keine zwei Stücke identisch seien. Jedes habe seinen eigenen Charakter.

Bendable cement-free concrete - biegbarer zementfreier Beton - entwickelt an der Swinburne University of Technology in Melbourne

07.03.2020 23:48:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Begriffe gehören - eigentlich - untrennbar zusammen oder niemals zusammen. Etwa: Für die Betonherstellung ist Zement notwendig. Und Beton ist starr, nicht biegbar.

Forschungen an der Swinburne University of Technology in Melbourne, Australien haben eine Art von Beton entwickelt, der biegbar ist und ohne Zement hergestellt wird. Stattdessen werden gewisse "Abfallprodukte" wie Flugasche genutzt. Man kann also andere Stoffe industrieller Prozesse, die derzeit oft noch Abfall sind, als neue Rohstoffe verwenden.
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bendable concrete made from waste materials offers greener alternative to cement

https://www.designboom.com/technology/bendable-concrete-made-from-waste-materials-offers-greener-alternative-to-cement-03-05-2020/

Bei der Swinburne University:

Bendable, safe, long-lasting and green cement-free concrete developed at Swinburne

https://www.swinburne.edu.au/news/latest-news/2020/03/bendable-safe-long-lasting-and-green-cement-free-concrete-developed-at-swinburne.php

Auf Twitter:

https://twitter.com/Swinburne/status/1234992594133798915

> It’s World Engineering Day!!! Did you know that flexible and more sustainable concrete is now a thing? Dr Behzad Nematollahi ( @behcivil83 ) has been working on this new material which uses 36% less energy than regular concrete

Die Biegsamkeit wird in einem kleinen Video gezeigt:

Bendable cement-free concrete

https://www.youtube.com/watch?v=FgJcSlqBnjk

Zunächst eine normale Betonplatte. Diese biegt sich zunächst ganz leicht. Und bricht dann. Der "biegbare Beton" läßt sich dagegen gewaltig verbiegen, ohne zu brechen.

Für den Einsatz in erdbebengefährdeten Gegenden ist so ein Beton geradezu traumhaft.

Ein Bestandteil sind kurze Polymerfasern. Die können unter Spannung oder Biegung zwar haargroße Risse entwickeln. Sie zerbrechen aber nicht in Stücke.

Behzad Nematollahi:

> “Concrete is the most widely used construction material in the world,”
> “In fact, it is the second-most consumed material by human beings after water. Its quality has a massive effect on the resilience of our infrastructure such as buildings, bridges and tunnels.”

Beton ist das am meisten verwendete Baumaterial in der Welt. Es ist das am zweithäufigsten von Menschen genutzte Material nach Wasser. Die Qualität von Beton hat einen massiven Effekt für die Widerstandsfähigkeit unserer Infrastruktur wie Gebäude, Brücken und Tunnel.

Üblicher Beton hat einen gewaltigen CO2-Abdruck, da zur Zementherstellung Kalkstein kalziniert wird. Das produziert CO2. Durch die Nutzung von "Industrieabfällen" wurde wohl der Zementanteil nicht nur reduziert, sondern praktisch auf Null gebracht. Wirkungen: 36 % geringerer Energieeinsatz und 76 % weniger CO2.

Der Beton ist etwa 400 mal biegsamer als normaler Beton. Dabei ist er ähnlich fest.

Das wirkt wie ein "Wundermaterial": Deutlich grüner in der Herstellung, Abfälle können als Rohstoff genutzt werden. Und mit einer Eigenschaft, die in Erdbebenzonen lebensrettend sein dürfte.

Community first - 3D-printed houses to house 40 percent of Austin’s homeless population - 3D-gedruckte Häuser für 40 Prozent der Obdachlosen in Austin

06.03.2020 23:50:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Erst Mitte Februar war das finnische "Housing First" hier Thema. Das Prinzip, daß in Finnland jeder Obdachlose Anspruch auf eine eigene Wohnung ohne Vorbedingungen hat. So daß die Obdachlosen von diesem Problem befreit sind und sich um die anderen Dinge in ihrem Leben kümmern können.

In Austin, Texas hat das 3D-Drucker-Unternehmen ICON zusammen mit Mobile Loaves & Fishes nun die ersten Häuser auf einem 51 Hektar großen Gelände fertiggestellt. Das hört sich nach einem vergleichbaren Projekt an.
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This 3D-Printed Village Aims to House 40% of Austin’s Homeless Population

https://www.dwell.com/article/community-first-3d-printed-houses-icon-mobile-loaves-and-fishes-3f950815

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Die Häuser sind nicht groß. 400 Square Foot, das sind etwa 37 Quadratmeter. Aber jedes verfügt über ein Schlafzimmer, ein Bad, eine Kombination aus Küche und Wohnzimmer und eine große Veranda.

Der folgende Satz von Jason Ballard, Mitgründer und CEO von ICON, erinnert an das finnische Modell:

> "We need a radical rethinking in the way that we approach solving vexing issues in our society like homelessness. At the end of the day, this is all about people and the dignity of human beings."

Wir müssen radikal umdenken, wie wir uns der Lösung von Problemen in unserer Gesellschaft wie der Wohnungsnot nähern können. Am Ende dreht sich alles um Menschen und um die Würde der Menschen.

Die Häuser wurden jeweils in Dreiergruppen auf einer gemeinsamen Bodenplatte von einem Drucker gedruckt. Man sieht das auf einem der Bilder: Am Rand der Betonplatten gibt es eine zusätzliche Stahlschiene, auf dieser fährt der Drucker. Das geht natürlich bedeutend schneller als der übliche Hausbau. Da es nur eine Ebene gibt, müssen die Wände nur sich selbst und das Holzdach tragen, Platz gibt es genügend.

Die Technik war entscheidend, um das so schnell realisieren zu können. Im letzten Jahr wurde ein erstes, zentrales Empfangsgebäude in diesem Komplex erstellt. Die Technik eignet sich damit sowohl dafür, um Häuser für Obdachlose zu erstellen. Als auch um Wohnungen zu erschwinglicheren Preisen zur Verfügung stellen zu können.

Alan Graham, Gründer und CEO von Mobile Loaves & Fishes:

Gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Obdachlose gehören normalerweise nicht zu den Ersten, die Zugang zu neuen Technologien haben. Aber hier in Austin gehören sie zu den Ersten, die in einigen dieser einzigartigen Häuser wohnen werden.

Bei

Mobile Loaves & Fishes

https://mlf.org/community-first/

finden sich Pläne der Anlage. Die wohl in zwei Etappen errichtet werden soll. Die 3D-Drucktechnik findet sich dort jedoch noch nicht. Die zweite Entwicklungsphase läuft seit 2018. Demnach gehören diese Häuser zu jenen 100 RV/Park homes, die es am Ende geben soll. Hinzu kommen 200 Micro-homes ohne Installation. Auf der Anlage gibt es aber einige Gemeinschaftshäuser. Insgesamt stellt der Teil 2 Häuser für 300 Obdachlose bereit, der Teil 1 besteht aus 230 Wohnungen.

Unfoldable Bridge - bridge construction works like an umbrella - balanced lift method - TU Wien entwickelt Brücke zum Aufklappen

05.03.2020 23:48:19, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie baut man eine Brücke, etwa über einen Fluß? Man kann ein Gerüst aufbauen, darauf die eigentliche Brücke. Trägt sich diese selbst, wird das Gerüst wieder abgebaut.

Oder man baut Pfeiler und schiebt Stahlträger Zentimeter um Zentimeter über die Lücken.

Nachteile: Der Aufbau eines Gerüsts kann Monate dauern. Ist das "schwieriges" oder empfindliches Gelände", kann ein solcher Brückenbau einen massiven Eingriff in die Landschaft darstellen.

Forscher an der TU Wien haben eine interessante Alternative entwickelt. Mit dieser Technik wurden kürzlich zwei Brücken erstellt.
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the unfoldable bridge by tu wien unfurls like an umbrella

https://www.designboom.com/architecture/unfoldable-bridge-engineering-tu-wien-03-04-2020/

Ein Beitrag bei der TU Wien:

Die Brücke zum Aufklappen

https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/die-bruecke-zum-aufklappen/

Ein kleines Video zeigt das Aufklappen:

Die Brücke zum Aufklappen

https://www.youtube.com/watch?v=7xAP_vIgxRw

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Das Prinzip: Zwei lange, vorgefertigte und hohle Trägerelemente werden in eine "fast senkrechte" Position gebracht. Oben sind sie mit einem Gelenk verbunden. "Innen" gibt es zwei weitere Elemente, die mit den beiden Hauptelementen ebenfalls per Gelenk verbunden sind.

Die ganze Konstruktion sieht aus wie ein Regenschirm, der nur zwei Speichen hat und quasi zweidimensional ist.

Die Einzelelemente werden anderswo vormontiert, der Aufbau als "Regenschirm" erfolgt vor Ort an der Stelle des späteren Einsatzes.

Ist das soweit fertig, wird die Brücke langsam aufgeklappt. Das Ergebnis: Eine durchgehende Brücke, die auf zwei Schrägpfeilern ruht und deren Enden bsp. auf vorher gefertigten Lagern ruhen. Erst anschließend werden die hohlen Trägerelemente innen mit Beton gefüllt.

Der Zeitunterschied ist gewaltig:

> erecting bridges using scaffolding usually takes months. the elements for the balanced lowering method on the other hand, can be set up in two to three days, and the lowering process takes around three hours.’

Eine Brücke per Gerüst zu bauen dauert normalerweise Monate. Der Aufbau der Elemente für die "balanced lift method" (ausbalanciertes Aufklappen) dauert dagegen nur zwei bis drei Tage. Das eigentliche Aufklappen ist in drei Stunden erledigt.

Die Technik spart also massiv Zeit und Geld. Die Haltbarkeit der Brücke ist dieselbe im Vergleich zu anderen Methoden. Ferner funktioniert das auch in schwierigem Gelände.

Eingesetzt wurde die Technik bei zwei Brücken. Die beiden Einzelelemente sind jeweils 36 Meter lang, so daß sich eine Gesamtspannbreite von 72 Metern ergibt. Jeder Träger wiegt etwa 54 Tonnen. Die Lücken zwischen den entfalteten Trägern und den Widerlagernkönnen mit hängenden Trägern überspannt werden. Bei der Lahnbachbrücke ergibt das eine Gesamtlänge von 100, bei der Lafnitzbrücke eine Gesamtlänge von 116 Metern.

Pro Brücke wurden vier dieser Klappelemente genutzt, um die notwendige Breite für die Schnellstraßen-Fahrbahn zu haben.

Wooden Bathtubs - Nathie Katzoff creates bathtubes with walnut and mahogany - NK Woodworking & Design Studio baut Badewannen aus Holz

04.03.2020 23:57:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Badewannen: Da denkt man üblicherweise an Materialien wie Metall oder Porzellan. Oder an gemauerte, beckenförmige Elemente.

Der Handwerker Nathie Katzoff hat jedoch eine ganz andere Technik entwickelt. Er baut Badewannen aus Holz. In denen das Wasser wohl auch länger warm bleibt als in üblichen Metallwannen.

Das von ihm gegründete NK Woodworking & Design Studio ist eigentlich für seine komplizierten Treppen bekannt. Aber inzwischen gibt es diverse Wannen, die aus einem Mix von Walnuss- und Mahagoni-Holz hergestellt werden.
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This Woodworker Uses His Background In Shipbuilding To Create Stunning Wooden Bathtubs

https://www.boredpanda.com/wooden-bathtubs-nk-woodworking-design/

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Das geht nicht auf die Schnelle. Oft dauert es drei bis vier Monate, bis ein Bad fertig ist. Die Wannen gibt es auch in einer Art Kollektion:

Wood Bathtubs:

http://www.nkwoodworking.com/wood-bathtubs

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Interessant ist der Weg zum heutigen Unternehmen. Erst war es Lego. Mit 16 arbeitete er zum ersten Mal als Tischler beim Bau eines Holzrahmenhauses mit. Mit 18 ging er zu einer Bootsbauschule in Maine. Dort arbeitete er

> After working as a wooden boat builder for many years, in 2011, I decided to start my own business based around my love of fine wood furniture and fine woodwork.

viele Jahre als Holzbootbauer und gründete 2011 sein eigenes Unternehmen. Mit geschwungenen Treppen wurde das Unternehmen schnell bekannt, dafür gab es Preise.

Eine Auswahl gibt es unter

Custom Staircases

http://www.nkwoodworking.com/custom-staircases

Die Inspirationen holt er sich aus der Natur:

> “The unique geometry and forms that are created are present everywhere if we only pay attention.”

Die einzigartige Geometrie und die Formen, die wir erschaffen, sind überall präsent. Wir müssen nur darauf achten.

Gebaut werden die Wannen in Seattle. Geliefert werden sie in die ganze Welt. Ein Boot mit Holzrumpf ist in gewisser Weise auch eine Art Badewanne. Ein älteres Video (von 2015)

Custom Wood Bathtub

https://www.youtube.com/watch?v=8TRjMidb-Qs

zeigt ganz kurz einen Bootsrumpf. Ohne daß allerdings der eigentliche Herstellungsprozess dieser Badewannen deutlich werden würde. Ein Bild zeigt, daß es hölzerne, rechteckige Wannen auch schon in früheren Jahrhunderten gegeben hat.

Letsencrypt must revoke 3 million certificates - kostenlos nutzbare Certificate Authority Letsencrypt muss am 04.03.2020 etwa drei Millionen Zertifikate widerrufen

03.03.2020 23:41:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tja, der morgige Tag, der 04.03.2020, könnte spannend werden.

Bei Letsencrypt, der kostenlos und automatisiert nutzbaren Certificate Authority (CA), gab es einen Fehler im Code. Die Wirkung: Nun müssen etwa 3 Millionen Zertifikate zurückgezogen und neu ausgestellt werden. Das muß bis morgen erledigt sein. Da Letsencrypt ansonsten die Regeln des CA/Browser-Forums nicht mehr einhalten würde.
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Revoking certain certificates on March 4

https://community.letsencrypt.org/t/revoking-certain-certificates-on-march-4/114864?u=juergenauer

Das Problem findet sich in einem Beitrag, der ein paar Tage älter ist:

2020.02.29 CAA Rechecking Bug

https://community.letsencrypt.org/t/2020-02-29-caa-rechecking-bug/114591?u=juergenauer

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Wenn ein Zertifikat ausgestellt werden soll, dann muß die Certificate Authority zweierlei prüfen:

* Kann der Antragsteller nachweisen, daß er die Domain verwaltet?
* Läßt ein CAA Eintrag im DNS es zu, daß diese Certificate Authority ein Zertifikat für die Domain ausstellen darf?

Hat der Nutzer ein SAN-Zertifikat beantragt (Zertifikat mit mehreren Domainnamen), dann müssen beide Prüfungen für jeden Domainnamen durchgeführt werden.

Das Problem: Der Nachweis, daß die Domain vom Antragsteller verwaltet wird, wird von Letsencrypt 30 Tage lang gecacht und wiederverwendet. Innerhalb dieser Zeitspanne erfolgt also keine erneue "Domainverwaltungsprüfung".

Der CAA-Eintrag muß dagegen innerhalb von acht Stunden vor dem Ausstellen des Zertifikats geprüft werden. Das sehen die Regeln des CA/Browser-Forums vor, in dem sich CAs und Browserhersteller auf gemeinsame Regeln verständigen.

Bei der Überprüfung des CAA-Eintrags gab es einen Bug. Mit der Wirkung: Bei einem SAN-Zertifikat mit n Domainnamen wurde nicht jeder Domainname einzeln, sondern ein eher zufällig ausgewählter Domainname n mal geprüft.

Das tauchte im Letsencrypt-Forum als Frage auf, da sich ein Nutzer über die wiederholten Prüfungen zu derselben Domain wunderte. Wurde dann als Bug erkannt und gefixt (29.02.2020).

Nur: Damit gab es "einige" Zertifikate, die ausgestellt wurden, ohne daß der zugehörige CAA innerhalb der 8-Stunden-Frist geprüft wurde. Theoretisch ist es also denkbar, daß

* sich jemand ein Zertifikat mit diversen Domainnamen erstellt, die er soeben verwaltet,
* eine Domain wechselt wenige Tage später den Besitzer,
* der neue Besitzer erstellt einen blockierenden CAA-Eintrag, so daß Letsencrypt keine oder nur ein bestimmter-Letsencrypt-Account Zertifikate ausstellen darf,
* der erste Domainverwalter innerhalb der 30 Tage ein neues Zertifikat erstellt, ohne daß der zugehörige CAA-Eintrag geprüft wurde.

Praktisch ist das zwar unwahrscheinlich, theoretisch aber denkbar.

Damit müssen diese Zertifikate innerhalb von 5 Tagen widerrufen werden. Das ist eine CA/Browser-Forum-Regel.

Das Problem dabei: Es gab wohl gewisse Schwierigkeiten, die Zertifikate zu ermitteln, die von diesem Problem betroffen waren. Erst heute früh, gegen 09:38, gab es einen entsprechenden Beitrag. Plus eine Datei, die man sich herunterladen und durchsuchen kann. Sowie eine erste Version eines Online-Tools, das den Domainnamen prüft, ob dort ein Zertifikat aus der Liste oder ein neueres Zertifikat installiert ist.

Ergebnis: Die Benachrichtigungsmails wurden erst heute in Etappen verschickt. Das ganze Versenden dieser Mails scheint ein "Flaschenhals" zu sein. Die letzten Mails sind wohl erst heute abend rausgegangen.

Insgesamt betrifft das 3.048.289 Zertifikate von 378.325 Accounts. Wobei es bei diesen Zertifikaten auch Duplikate gibt.

Nicht betroffen sind alle Nutzer, die Zertifikate nur alle 60 - 89 Tage neu erstellen. Über diesen Zeitraum wird nichts gecacht, damit wurden alle Prüfungen durchgeführt.

Betroffen sind also nur Zertifikate, bei denen ein Folgezertifikat mit einer überlappenden Menge von Domainnamen innerhalb von 30 Tagen erstellt wurde. Dann ist es denkbar, daß zu einzelnen der CAA-Einträge keine Prüfung durchgeführt wurde.

Kritisch könnte sein, daß sich manche IT-ler auf die automatische Neuerstellung verlassen und bsp. im Urlaub sind. Dann wäre niemand da, der die Neuerstellung der kritischen Zertifikate manuell anstoßen könnte. Ebenso kann es sein, daß manche die Mailbenachrichtigungen abbestellt haben. Um plötzlich feststellen zu müssen, daß ihre Website nicht mehr funktioniert.

Wirkung: Wird die Domain mit dem zurückgezogenen Zertifikat mit FireFox aufgerufen, überprüft FireFox den OCSP-Status. Da das Zertifikat widerrufen ist, wird die Website nicht angezeigt. Chrome dagegen prüft den OCSP-Status nicht. Ruft also der Website-Betreiber seine Seite mit Chrome auf, sieht er gar keinen Fehler.

Server-Daten ist von dem Problem nicht betroffen, da alle Zertifikate nach 60 - 85 Tagen erneuert werden.

Auf der eigenen Check-Seite https://check-your-website.server-daten.de/ wurden die Seriennummern eingespielt. Wird eine Domain getestet und gehört die Seriennummer eines Zertifikats zu der von Letsencrypt veröffentlichten Liste, wird eine zusätzliche Warnung ausgegeben.

Mal sehen, wie sich das morgen entwickelt, wenn die 3 Millionen Zertifikate widerrufen werden.

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Update 05.03.2020, 15:45: In der Nacht (05.03.2020, 02:20 UTC) hat Letsencrypt erklärt, daß zunächst nur jene etwa 1,7 Millionen Zertifikate widerrufen wurden, für die bereits neue Zertifikate erstellt wurden ( https://community.letsencrypt.org/t/2020-02-29-caa-rechecking-bug/114591/3?u=juergenauer ). Diese 1,7 Millionen dürften damit bereits nicht mehr online sein. Ferner wurden etwa 400 Zertifikate widerrufen, zu denen es inzwischen einen einschränkenden CAA-Eintrag gibt.

Der Grund für das Noch-Nicht-Widerrufen der restlichen 1,3 Millionen:

> Rather than potentially break so many sites and cause concern for their visitors, we have determined that it is in the best interest of the health of the Internet for us to not revoke those certificates by the deadline.

Um nicht so viele Websites ungültig zu machen und Probleme für deren Besucher zu produzieren, haben wir uns entschlossen, diese Zertifikate zunächst nicht zurückzuziehen.

Wenn man sich klar macht, daß die ersten Informationen ungefähr am Dienstag gegen 09:00 vorlagen und es bis Dienstag nach 20:00 dauerte, bis alle Mails verschickt worden waren, dann wurden in etwa 1,5 Tagen 1,7 Millionen Zertifikate ersetzt. Wenn das in diesem Tempo heute weitergeht, dann wäre der Großteil der 3 Millionen heute abend ersetzt und könnte problemlos widerrufen werden, ohne deshalb Websites unbrauchbar zu machen.

Das scheint mir eine sinnvollere Regelung zu sein anstelle eines strikten Beharrens auf der 5-Tage-Frist des CA/Browser-Forums.

Tentacle Bot - Octopus-inspired robot - Forscher lassen sich von Oktopus-Armen inspirieren und bauen einen flexiblen Greifarm, der sogar eine lebendige Krabbe sicher ergreifen kann

02.03.2020 23:45:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Oktopus hat ein Gehirn. Aber zwei Drittel der Neuronen befinden sich in den Armen. Jeder Arm hat gewissermaßen seinen eigenen Geist. Oktopusse sind damit in der Lage, Knoten zu lösen, kindersichere Verschlüsse zu öffnen und vieles mehr.

Forscher an der Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences und der Beihang University haben sich von Oktopus-Armen inspirieren lassen, um einen verblüffend leistungsfähigen Greifarm zu entwickeln.

Der weiche Arm verfügt über ein sich verjüngendes Design mit diversen Saugnäpfen, versetzt angeordnet in zwei Reihen und nach außen hin kleiner werdend.
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this octopus-inspired robot soft arm can grip, move, and manipulate objects

https://www.designboom.com/technology/octopus-inspired-robot-soft-arm-harvard-03-02-2020/

Ein kleines Video:

Octopus-inspired soft robot

https://www.youtube.com/watch?v=8IXncY4L_nc


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August Domel, einer der beteiligten Forscher:

> ‘most previous research on octopus-inspired robots focused either on mimicking the suction or the movement of the arm, but not both,’

Die meisten bisherigen Forschungen, die sich von Oktopus-Armen inspirieren ließen, beschränkten sich entweder darauf, das Saugen oder die Bewegungen der Arme nachzuahmen. Aber nicht beides gemeinsam.

Die jetzige Forschung ist die erste, die den Verjüngungswinkel der Arme und die kombinierten Tätigkeiten von Biegen und Saugen nutzt. Damit kann ein einzelner Greifer für eine Vielzahl von Objekten verwendet werden, für die ansonsten mehrere Greifer notwendig wären.

Besonders beeindruckend ist, daß dieser Greifarm sogar in der Lage ist, eine lebendige Krabbe zu ergreifen, ohne daß diese beschädigt oder verletzt wird.

Zhexin Xie von der Beihang University:

> we mimicked the general structure and distribution of these suckers for our soft actuators,’

Wir haben die grundsätzliche Struktur und Verteilung der Saugnäpfe für unsere weichen Actuatoren als Vorbild genutzt.

Das sei zwar deutlich einfacher als das lebendige Vorbild. Aber diese vakuumbasierten Saugnäpfe können mit unterschiedlichsten Objekten interagieren.

Zur Steuerung werden zwei verschiedene Ventile genutzt. Eines baut Druck zum Biegen des Armes auf. Eines erzeugt ein Vakuum für die Saugnäpfe. Durch Anpassungen kann sich der Arm um ein Objekt herumwickeln, dieses tragen und es wieder loslassen.

In dem Video sieht man am Ende, wie der Greifarm ein Stück Papier hochhebt und es durch das Biegen des Arms zu einer Rolle formt. Dann kann diese Rolle einer Person übergeben werden.

Man ahnt, daß so ein Roboter auch mit sehr empfindlichen Gegenständen klarkommen könnte. Das übliche Greifen von der Seite setzt immer voraus, daß der Gegenstand den Druck aushält.

Exploded View Bridge in Cape Town - Paul Cocksedge entwirft Holzbrücke aus invasivem Eukalyptus-Holz für den Upper Liesbeek River Garden in Kapstadt - Südafrika

01.03.2020 23:48:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der britische Designer Paul Cocksedge hat während der Design Indaba 2020 in Südafrika sein erstes dortiges Projekt angekündigt.

Eine Brücke aus Eukalyptus-Holz, die im Liesbeek River Garden den Liesbeek River in Kapstadt überspannt.

Warum Eukalyptus-Holz?

Bei Eukalyptusbäumen denkt man normalerweise an Australien und Indonesien. Allerdings wurden Eukalyptusbäume schon im 19. Jahrhundert in Südafrika angepflanzt. Zunächst zur Holzgewinnung, Eukalyptusbäume wachsen sehr schnell.

Aber dann zeigten sich Probleme. Die Bäume brauchen viel Wasser, das führt zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels und verdrängt andere Pflanzen. Ferner verstärken die Bäume die Waldbrandgefahr.

Deshalb gibt es inzwischen in Südafrika Projekte, die versuchen, Eukalyptusbäume gezielt zurückzudrängen.

Paul Cocksedge will mit Design Indaba, der Baufirma X-Lam und WSP zusammenarbeiten, um aus Eukalyptusholz Cross laminated Timber (CLT), also Brettsperrholz herzustellen. Diese Blöcke sind nachhaltiger als andere Materialien wie Beton, Mauerwerk oder Metall, da für die Herstellung weniger Wasser und Energie benötigt wird.

Mit diesem Holz wird die Brücke gebaut.
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paul cocksedge's exploded view bridge in cape town to use invasive eucalyptus tree wood

https://www.designboom.com/architecture/paul-cocksedge-exploded-view-bridge-design-indaba-02-28-2020/

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Die Struktur der Brücke wurde inspiriert von Stapeln aus Holzbrettern. Damit entsteht nicht nur ein vielfältiges Geländer, sondern es gibt zusätzlich Sitzplätze auf der Brücke.

Der Upper Liesbeek River Garden:

https://www.sa-venues.com/attractionswc/upper-liesbeek-river-garden.php

Der Fluß ist der vermutlich älteste kanalisierte Fluß in Südafrika. Etwa 70 % sind kanalisiert. Der Upper Liesbeek River Garden umfaßt den Teil, der nicht kanalisiert ist.

Bis 2004 war dieser Bereich weitgehend mit "fremder Vegetation" bewachsen, also wohl auch mit Eukalyptus-Bäumen. Ferner diente der Teil als Mülldeponie. Dann begannen Bewohner, die invasiven, fremden Pflanzen zu entfernen und sie durch einheimische Flusspflanzen zu ersetzen.

Inzwischen gibt es am Fluß eine Promenade und eine Vielzahl von Bänken, Picknickplätzen und Wegen.

Die Exploded View Bridge soll dort dauerhaft den Fluß überspannen.

Desserto - Cactus Vegan Leather - veganes Kaktus-Leder - zwei Gründer in Mexiko entwickeln Lederersatz aus reichlich vorhandenen Kakteen

29.02.2020 23:42:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Leder ist eines der am meisten gehandelten Produkte weltweit, Teil einer 80-Milliarden-Dollar-Industrie. Sowohl in der Modeindustrie als auch bsp. im Automobilbau wird Leder viel verwendet.

Allerdings gibt es diverse Kritikpunkte an diesem Rohstoff: Die Haltung von Kühen benötigt viel Wasser, ebenso die Herstellung von Leder. Hinzu kommen problematische Chemikalien beim notwendigen Gerben.

Zwei Mexikaner, der eine in der Modeindustrie, der andere in der Autoindustrie beschäftigt, suchten nach Alternativen. Kunstleder oder Leder aus Plastik waren keine Alternative.

Dann experimentierten sie mit dem, was es in Mexiko reichlich gibt: Kakteen. Und entwickelten daraus "Desserto": Ein veganes Kaktus-Leder.
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Two Men Created “Leather” From Cactus to Save Animals and the Environment

https://mymodernmet.com/vegan-cactus-leather-desserto/

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Adrián López Velarde (Autoindustrie) und Marte Cázarez (Mode) heißen die beiden. Auf ihrer Plantage im mexikanischen Bundesstaat Zacatecas bauen sie Nopal an. Das ist ein spanischer Name für "Opuntia cacti", über hundert Kakteensorten, die in Mexiko wachsen. Laut https://en.wikipedia.org/wiki/Nopal werden die Kakteen in der mexikanischen Küche verwendet. Teils roh als Salate, teils gekocht in Marmeladen, Suppen und Eintöpfen.

> “The idea of using this raw material was conceived because this plant does not need any water to grow, and there is plenty of it throughout the Mexican Republic. Also, symbolically, it represents all of us Mexicans and everybody knows it,”

Die Idee, diese Kakteen als Ausgangspunkt zu nehmen, entstand, weil diese Kakteen kein Wasser zum Wachsene benötigen und es in Mexiko reichlich davon gibt. Die Kaktusart repräsentiert Mexiko.

Um das Material in verschiedenen Branchen nutzen zu können, ist es wichtig, auf eine stabile und reichliche Rohstoffversorgung zurückgreifen zu können. Derzeit werden zwei Hektar bebaut. Bei einer Erweiterungskapazität von 40 Hektar. Mit den zwei Hektar lassen sich 500.000 Laufmeter pro Monat produzieren.

Reife Blätter werden von Kaktuspflanzen abgeschnitten, gereinigt, püriert und drei Tage in der Sonne getrocknet. Dann läßt es sich mit natürlichen Materialien färben. Das Ergebnis ist ein veganes Leder aus kontrolliert biologischem Anbau, das etwa 10 Jahre lang genutzt werden kann.

Preislich ist das Leder mit Tierleder vergleichbar. Bereits hergestellt wurden Autositze, Schuhe, Handtaschen und Bekleidung. Da es aus organischem Material besteht, ist es atmungsaktiv. Etwas, das synthetische Alternativen oft nicht sein können. Ferner ist das Leder teilweise biologisch abbaubar (wobei mir unklar ist, weshalb von "teilweise" die Rede ist). Und es enthält keinen Kunststoff.

2019 wurde das Leder auf der wichtigsten Messe für Lederhersteller vorgestellt.

Ein 3-Minuten-Video zeigt die Entwicklung:

Desserto | Cactus Vegan Leather

https://www.youtube.com/watch?v=x4sGOYbHoXo

Kakteen gibt es in Mexiko im Überfluss. Das Abschneiden und Verarbeiten der Scheiben läßt die eigentliche Pflanze weiterleben, das sei mehr wie ein Haarschnitt. In ein paar Monaten kann die Ernte wohl wiederholt werden.

Auf der Website

Desserto

https://desserto.com.mx/

finden sich genauere Informationen. Nach 6 - 8 Monaten kann die Ernte bei derselben Pflanze wiederholt werden. Es gibt kein Bewässerungssystem. Das Regenwasser genügt. Ferner hält die Kaktussorte den dortigen Winter problemlos aus. Die Dornen sind klein. Die Trocknung erfolgt durch die Sonne, es ist kein zusätzlicher Trocknungsofen bzw. Energieverbrauch erforderlich. Irgendetwas scheint trotzdem übrig zu bleiben. Das wird an die Lebensmittelindustrie verkauft.

Pylonesque - brightly coloured classroom to harvest water - offener Klassenraum in Thailand basiert auf Pylon-Stahlrahmen und sammelt Wasser

28.02.2020 23:49:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie baut man zusätzliche Räume in einer Gegend, in der es das ganze Jahr heiß ist und es immer wieder heftig regnet? Und wo es - trotz der kräftigen Regengüsse - manchmal an Wasser mangelt?

In der thailändischen Provinz Uthai Thani wurde für die Ban Wang Toey School ein zusätzlicher Raum gebaut. Vom Architekturstudio Pareid und Studenten der Chulalongkorn University.

Das "Gebäude" ist vollständig offen, es hat keine Außenwände. Die tragende Stahlkonstruktion bildet zwei trichterartige Strukturen, die Wasser sammeln und in unterirdische Behälter ableiten.

Es entstand im Rahmen der "Design Build for Community collaboration" zwischen dem International Program in Design and Architecture an der Chulalongkorn University in Bangkok und dem Unternehmen Mitsubishi Elevator Thailand.
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Brightly coloured classroom designed to harvest water in Thailand

https://www.dezeen.com/2020/02/25/pareid-brightly-coloured-water-harvesting-classroom-thailand/

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Hadin Charbel, Mitgründer von Pareid, meinte: Das solle sowohl ein neues Gebäude als auch eine Wassersammelstelle sein, um den Schülern die Bedeutung von Wasser zu zeigen.

> "The project is located in a very rural part of Thailand, where running water in some instances is not as easily accessible as one might assume,"

Das Projekt befindet sich in einem sehr ländlichen Teil von Thailand. Dort ist fließendes Wasser manchmal nicht so selbstverständlich, wie man das annehmen könnte.

Im Klassenzimmer gibt es Trainingsgeräte, die Pumpen antreiben. Diese transportieren das Wasser zwischen den verschiedenen unterirdischen Lagern.

Warum die offene Form? Diese ist angepaßt an das thailändische Klima und kommt ohne künstliche Kühlung und Beleuchtung aus.

Co-Founder Deborah López:

> "Thai context is a bit tricky, as it deals with two types of extreme environmental conditions – heavy rains and year-round heat,"
> "Most typical constructions in the area respond to this by being entirely sealed off with some windows, which in turn results in the need for fans and artificial lighting."

Die Umgebungsbedingungen in Thailand seien etwas schwierig, da es zwei extreme Wetterbedingungen gibt: Heftige Regenfälle und ganzjährige Hitze.

Die meisten der typischen Konstruktionen nutzen vollständig abgeschlossene Räume mit wenigen Fenstern. Dann sind aber Ventilatoren und künstliches Licht erforderlich.

Die Idee von Pylonesque bestand dagegen darin, die natürliche Umgebung zu nutzen und gleichzeitig die negativen Effekte zu vermeiden: Hohe Decken, eine offene Form ohne Wände und durchscheinendes Vinyl.

Die Grundstruktur besteht aus einem einfachen Stahlrahmen, der sich an der Konstruktion von Strommasten orientiert und so dem Gebäude seinen Namen gab.

Die maximale Länge von jedem linearen Element beträgt 4 Meter. Das ermöglichte es, daß zwei Personen die Metallstangen bewegen und in die richtige Position bringen, so daß sie verschweißt werden konnten.

Der rote Stahlrahmen ist mit lila Zinkwellplatten und roten Vordächern versehen, um dem Gebäude eine eindeutige Identität zu verleihen.

Die bestehenden Schulgebäude sind meist in Grüntönen gehalten, die sich in die Vegetation einfügen und an den Teil "Toey" = "grünes Bananenblatt" im Namen der Schule anknüpfen.

Der Zweck des Gebäudes sei es, einen neuen Treffpunkt, eine Art neuer Leuchtturm auf dem Schulgelände zu schaffen. Deshalb entschlossen sich die Erbauer zu einer kräftigen, abweichenden Farbgebung.

Im "Raum" gibt es keine fixiert montierten Gegenstände. Stattdessen gibt es einige modulare Gegenstände wie Tische und Stühle, die bei Bedarf umgestellt werden können.

Wood waste used to make recycled concrete stronger - Forschungen an der University of Tokyo mischen Betonreste mit Lignin aus Holzabfall - höhere Biegefestigkeit als Beton

27.02.2020 23:48:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Beton enthält Zement, für dessen Herstellung sehr viel CO2 freigesetzt wird. Je mehr Beton wiederverwendet werden kann, desto besser. Dabei besteht Beton im wesentlichen aus einem Zuschlagsstoff (etwa Kies) und Zement. Das Hinzufügen von Wasser führt zu einer chemischen Reaktion, bei welcher der Zement aushärtet und den Zuschlagsstoff bindet.

Wenn man allerdings Betonreste nur zerkleinert und diese erneut als Zuschlagsstoff nutzt, wird erneut sehr viel Zement als Bindemittel benötigt. Da die Zementherstellung entscheidend für die CO2-Bilanz ist, ist mit der "bloßen Wiederverwendung" von Beton zunächst nichts gewonnen.

In Japan haben Forscher an der University of Tokyo eine interessante Lösung entwickelt, Betonreste wiederzuverwenden.

Betonstücke wurden zu einem Pulver zermahlen. Dazu kam Wasser und Lignin, das aus Holzabfällen gewonnen wurde. Lignin ist ein hochvernetztes organisches Polymer und eine zentrale Komponente des Stützgewebes in vaskularisierten (wasserleitenden) Pflanzen: Es verleiht Holz seine Steifigkeit.

Dieser Mix wurde erhitzt und unter Druck gesetzt. Bei passender Wahl des Beton/Lignin-Verhältnisses, des Wassers, der Temperatur und des Drucks wurde das Lignin zu einer Art Klebstoff, das das Betonpulver zusammenhält.

Die verblüffende Beobachtung: Das Endergebnis hatte eine höhere Biegefestigkeit als der ursprüngliche Beton.
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Wood waste makes recycled concrete stronger than ever

https://newatlas.com/environment/wood-waste-recycled-concrete/

Die Pressemitteilung der University of Tokyo:

“Wood” you like to recycle concrete?

https://www.iis.u-tokyo.ac.jp/en/news/3241/

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Die Wissenschaftler denken, daß auch Lignin aus anderen pflanzlichen Quellen genutzt werden könnte. Etwa landwirtschaftliche Abfälle. Sie spekulieren sogar, ob langfristig damit nicht eine andere Form von Beton möglich sei, bei dem der Zement durch Lignin ersetzt wird.

Ass. Prof. Yuya Sakai:

> "These findings can promote a move toward a greener, more economical construction industry that not only reduces the stores of waste concrete and wood, but also helps address the issue of climate change,"

Die Ergebnisse könnten zu einer umweltfreundlicheren und wirtschaftlicheren Bauindustrie führen. Die nicht nur die Lagerbestände an Beton- und Holzabfällen reduziert, sondern auch hilft, das Problem des Klimawandels anzugehen.

Schon 2018 gab es eine Studie, daß die Zugabe von Holzabfällen zu Zement und Mörtel diese sowohl stärker als auch zugfester macht.

Eventuell ist der so erzeugte "Holz-Beton" sogar wieder biologisch abbaubar. Schließlich besteht der Mix aus Gesteinszuschlag und Lignin.

Washington State proposal would stop bottled water companies - in Washington läuft ein Gesetzgebungsverfahren zum Verbot von Wasserentnahmen für Wasserflaschen

26.02.2020 23:50:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine interessante Entwicklung gibt es in einigen US-Bundesstaaten. Der Bundesstaat Washington, im Nordwesten am Pazifik liegend, hat nun einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht.

Dieser sieht vor, daß es keine neuen Genehmigungen mehr für Grundwasserentnahmen gibt. Der Gesetzentwurf wurde vom Senat mit 28 zu 20 Stimmen verabschiedet. Nun geht das noch durch eine weitere Instanz und muß ausgefertigt und unterschrieben werden.

Das würde rückwirkend für alle neuen Anträge ab dem 01.01.2019 gelten.
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A Washington state proposal would stop bottled water companies from tapping natural water sources

https://edition.cnn.com/2020/02/20/us/washington-bottled-water-trnd/index.html

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> The legislation specifically dictates "any use of water for the commercial production of bottled water is deemed to be detrimental to the public welfare and the public interest."

Jede Verwendung von Wasser zur kommerziellen Herstellung von Wasserflaschen ist schädlich für das öffentliche Gemeinwohl und das öffentliche Interesse.

Ähnliche Gesetze wurden bereits in Michigan und Maine verabschiedet, um die Grundwasserreserven vor ihrer kommerziellen Nutzung zu schützen. In Florida gibt es eine Petition, die verhindern soll, daß Nestle Wasser in Ginnie Springs abfüllt.

Mary Grant, Kampagnendirektorin bei der Non-Profit "Food and Water Watch" - Organisation, bezeichnet den Gesetzentwurf in Washington als "bahnbrechend".

> "It would ban one of the worst corporate water abuses -- the extraction of local water supplies in plastic bottles shipped out of watersheds and around the country."

Es würde einen der schlimmsten Mißbräuche verbieten - Wasser wird aus lokalen Quellen gewonnen, in Plastikflaschen verpackt und im ganzen Land herumtransportiert.

Die Wasserflaschenindustrie findet den Gesetzentwurf natürlich schlecht, er würde auf "falschen Prämissen" beruhen. Ferner seien sie nicht die einzigsten, die Grundwasser nutzen.

Das Problem ist offenkundig: Grundwasser wird entnommen und woanders verbraucht. Also fehlt es dort, wo es entnommen wurde. Und die Unternehmen verdienen daran, weil das praktisch nichts kostet.

2018 gab es einen ähnlichen Konflikt in Michigan. Rep. Yousef Rabhi:

> "Michigan's unique freshwater resources belong to all of us, and they need to be managed in the best interests of the public,"

Michigan's einzigartige Frischwasserreserven gehören uns allen und müssen im besten Interesse der Öffentlichkeit verwaltet werden. Es würde zu einem verantwortungsvollen Wasser-Management gehören, daß kein Wasser aus der Wasserscheide verschifft wird und für die großen Seen verloren ist.

2015 gab es eine Dürre in Kalifornien. Da füllte Nestle in seinen Werken weiterhin 725 Millionen Gallonen Wasser ab. Insgesamt werden dort 3 Milliarden Gallonen pro Jahr abgefüllt, der Hauptteil entfällt auf die Landwirtschaft. Diese starke Nutzung des Grundwassers könnte längerfristig zu einer Erschöpfung des Grundwassers führen.

Server-Daten: Small DDOS and some results - Kleiner DDOS (Distributed Denial of Service) und die Folgen

24.02.2020 23:45:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer Webanwendungen betreibt, der kennt das Problem: Manchmal funktioniert plötzlich etwas nicht. Es ist völlig unklar, was dahintersteckt.

So ging es am Sonntagvormittag mit Server-Daten: Eine Abfrage lieferte nicht das gewünschte Ergebnis. Ich baute eine Weile (direkt auf dem DbServer) daran herum. Als das fertig war, wollte ich die Abfrage in die zugehörige Datenbank einspielen - ganz regulär über die internen blauen Seiten.

Oh: Der Webserver reagierte nicht. Hing irgendwie. Aber warum?

Auf dem Webserver läuft noch ein zweites System, ein Testsystem. Im Prinzip derselbe Code (außer bei Tests). Nur ein anderer Port - 442, von außen her nicht zugänglich. Das funktionierte problemlos. Die Kommunikation zwischen Web- und Datenbankserver funktionierte also, der Webserver war ja auch online. Aber auch der Aufruf einer Seite auf dem Hauptsystem vom Webserver her - hing.

Da nichts funktionierte: Den Application Pool neu gestartet. Ging weiterhin nicht. Auch das Neustarten des Webservers änderte nichts.

Seit September läuft Server-Daten auf neuen Servern mit SSD-Platten. Seither dauert ein richtiger Reboot nur noch etwa eine Minute. Das ist so schnell, daß die Alternative "ohne Ergebnis herumsuchen" nicht so sinnvoll ist.

Also Reboot. Der funktionierte problemlos. Danach - dasselbe. Das Testsystem funktionierte, das Hauptsystem war erneut "irgendwie blockiert". Grund: Nun gänzlich unklar. Dabei war gar keine so großartige Auslastung zu sehen.

Eine Suche mit

> netstat -a -n

listete schließlich ungewöhnlich viele TCP-Verbindungen. Ok, da gibt es einen Stapel. Aber für einen Sonntagmorgen waren das viele. Und: Diverse im Status CLOSE_WAIT / SCHLIESSEN_WARTEN. Einzelne IP-Adressen kurz überprüft: Weltweite Adressen.

Webserver-Log: Lauter verschiedene IP-Adressen, teils 10 pro Sekunde, alle auf die Startseite der inzwischen relativ beliebten https://check-your-website.server-daten.de/ . Da kann man seine Domain, die Nameserver-Konfiguration und einiges mehr testen. Die Seite entstand eigentlich nebenbei Ende Oktober 2018. Wurde ergänzt und erfreut sich inzwischen einer deutlichen Beliebtheit (über 400 Checks pro Tag im Schnitt, werktags teils über 600).

Wurde der Application Pool neu gestartet, ging die Zahl der TCP-Verbindungen kurz runter. Um sofort wieder anzuwachsen, erneut mit CLOSE_WAIT.

Schließlich hing sich die Verwaltung des Application Pools "irgendwie auf". Wirkung: Der Dienst konnte nicht mehr regulär verwaltet werden. "Er kann gerade keine Steuerungsanforderungen entgegennehmen". Wenn ein grundlegendes Windows-Werkzeug blockiert ist, hilft nur noch ein Reboot. Also ein zweites Mal neu gebootet.

Und danach - funktionierte alles wieder. Als ob nichts gewesen wäre. Die ersten fingen an, ihre Domains zu testen. Alles so, wie es sein soll.

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Technisch kann man das als einen kleinen Distributed Denial of Service werten. Als einen Angriff mit unterschiedlichsten IP-Adressen. Der Versuch, die Webanwendung durch pure Überlastung in die Knie zu zwingen. Praktisch muß man damit rechnen. Und vor allem: Warum hat das System so empfindlich reagiert?

Daß sich bsp. die Windows-Werkzeuge aufhängen bzw. daß sich ein Standard-Dienst nicht mehr stoppen läßt, das darf eigentlich nicht passieren. Bug beim letzten Patchday? Irgendwelche schrägen Bugs, die nur temporär in speziellen Situationen auftreten? Oder hatte Windows irgendwelche Wartungsarbeiten durchgeführt, bei denen etwas schief ging? Auch das läßt sich nicht ausschließen.

Insofern ist das immer die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Alles, was man findet, kann auch gänzlich unrelevant sein, wenn es tatsächlich ein Bug wäre.

Weiteres Nachforschen führte zu einigen Einsichten:

1. CLOSE_WAIT: Zu einer TCP-Verbindung zum Server gehören ein Port und ein Socket. Eine eingehende Anfrage -> der Webserver macht einen Port und einen Socket auf, um über diesen Port die Anfrage entgegenzunehmen. Wenn die Gegenseite fertig ist, kann sie die Verbindung schließen. Wenn aber das Programm (hier: Der Webserver) den Socket nicht schließt, verbleibt dieser im Status CLOSE_WAIT. Viele CLOSE_WAIT -> Verbindungen -> irgendetwas hängt lokal. Die Gegenseite hat sich schon verabschiedet, lokal "hängt" womöglich etwas.

Einen kleinen Dienst geschrieben, der alle 30 Sekunden auf dem Webserver prüft, ob es CLOSE_WAIT - Verbindungen gibt. Falls ja, soll der Dienst eine Mail schicken. Ergebnis: Praktisch nichts, einmal ein CLOSE_WAIT vom Mailserver.

2. Die aufgerufene Seite hat sehr viele Abfragen. Das ist auf der Hauptseite nicht direkt sichtbar, da sieht man nur vier Abfragen. Aber die ganzen Details sind ebenfalls nur Abfragen auf derselben Seite. Da der Webserver diese Abfragen parallel zum DbServer schickt, sind das knapp 30 Verbindungen zum DbServer.

3. Das vom Testsystem her getestet. Ein kleines Programm geschrieben, das pro Sekunde 5 - 10 mal die Seite öffnet. Das führte zu einer sichtbaren Last auf dem DbServer. Allerdings wurden die Anfragen abgearbeitet, damit Verbindungen wieder freigegeben. Das wirkte nicht so wirklich kritisch.

4. Die kritischen Anfragen hatten alle denselben Referer. Der läßt sich direkt blocken, gleich am Anfang der Seitenverarbeitung. Damit würde zumindest dieses Botnetz nicht mehr durchkommen. Ohnehin wirkte das eher wie in Referer-Spam mit einem schlecht programmierten System als wie ein tatsächlicher Angriff. Der hätte mit Sicherheit nicht immer denselben Referer geschickt.

5. Schließlich die Frage: Wo könnte es einen Flaschenhals geben? Der Blick in die Konfiguration lehrte: Per ConnectionString waren maximal 500 gleichzeitige Verbindungen vom Webserver zum DbServer zulässig (Max Pool Size=500). Bei 30 benötigten Verbindungen produzieren 10 Anfragen in einer Sekunde schon 300 Verbindungen.

6. Ursprünglicher Standardwert für diese Maximalzahl: 100 Verbindungen. Aber ein MS-SqlServer kann bis zu 32768 gleichzeitige Verbindungen verarbeiten. Warum das beschränken? Das massiv hochgesetzt.

7. Dann schließlich die Einsicht: Es wurde nur ein einziger Connection-Pool genutzt. Heißt: Maximal 500 Verbindungen stehen zur Verfügung. Ein gesonderter Dienst braucht am Anfang der Seitenverarbeitung eventuell Verbindungen. Dann werden Metadaten geholt, teils aus dem Cache, teils von der Datenbank. Schließlich werden die Abfragen ausgeführt. Wenn nun 20 Aufrufe der Seite innerhalb von etwa einer Sekunde produziert werden: Dann blockieren die 600 Verbindungen, 100 müssen also bereits warten. Da alle Zugriffe anonym erfolgen, muß in diesem Fall der gesonderte Dienst nicht mehr auf die Datenbank zugreifen, alle Daten sind im Cache. Wenn aber nun (Sonntagvormittag!) ein Kunde eine Seite erstmals abruft, dann muß der zusätzliche Dienst ermitteln, welche Seite das ist und ob der Nutzer darauf zugreifen darf. Dafür braucht er eine Verbindung aus dem Verbindungspool - und wartet.

Das war genau die eigene Beobachtung: Es gab keinen 500-Fehler (Überlastung), sondern die Seite kam einfach nicht. Aber es gab auch auf dem Webserver keine wahnsinnig große Auslastung. Kein Wunder, Warten kostet keine Ressourcen.

8. Die Konsequenz: Der zusätzliche Dienst hat nun seinen eigenen Verbindungspool. Damit kommen diese Anfragen immer zum DbServer durch. Und für Systemadministratoren: Die von Microsoft vorgeschlagene Begrenzung auf maximal 100 Verbindungen von Webserver zum DbServer ist Quatsch. Das kann so einen Flaschenhals produzieren. Die nach einigen Jahren Betrieb eingeführte Parallelverarbeitung von Abfragen erhöht auch den Bedarf an Verbindungen deutlich.

9. Das getestet: Auf dem Testsystem die maximale Zahl der Verbindungen deutlich runtergesetzt. Erneut die Seite massiv abgerufen. Prompt mußten Aufrufe warten. Das Programm crashte schließlich, weil es Timeouts beim Verbindungsaufbau gab. Und voilà - der neue Dienst auf dem Webserver schickte eine CLOSE_WAIT - Mail.

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Sprich: Man nutzt Konfigurationen, die man teils aus Dokumentationen ableitet. 100 als Maximalwert, 500 sollte doch reichen. Im "normalen Alltag" funktioniert alles ohne Probleme. Die allermeisten Seiten haben auch keine knapp 30 Abfragen, höchstens 3 - 5. Aber dann knallt das. Und man findet solche Flaschenhälse, die im Gesamtsystem geschlummert haben.

Ähnlich das Verbindungspooling: Eigentlich ist das eine gute Sache. Aber bei einem hinreichend großen System lohnt es sich, absichtlich getrennte Verbindungspools zu verwenden. So daß sichergestellt ist, daß bestimmte Anfragen immer durchkommen.

Man könnte sogar so weit gehen, einen Verbindungspool pro Datenbank zu definieren. Wenn sich dann irgendjemand auf einer öffentlichen Domain austobt: Dann mag die etwas lahm sein. Die anderen Datenbanken sind davon nicht betroffen.

Mal sehen, ob sich so etwas in Zukunft nochmals wiederholt.

Kajstaden Tall Timber Building - the tallest timber building in Sweden with 8 storeys - achtstöckiges derzeit höchstes reines Holzgebäude in Schweden

23.02.2020 23:45:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin wird ja fleißig gebaut. Leider ist das meiste - aus Beton. Für den Zement notwendig ist, dieser hat einen sehr hohen CO2-Abdruck.

Ganz anders ging das in Schweden. Dort wurde im letzten Jahr in der Stadt Västerås das derzeit höchste Holzgebäude fertig gestellt. Mit einer Höhe von 8,5 Stockwerken besteht es aus einer Struktur, die vollständig aus cross-laminated timber, also aus Brettsperrholz hergestellt wurde. Die Verbindungen bestehen ausschließlich aus mechanischen Schrauben, so daß das Gebäude über diese Schrauben auch wieder auseinandergenommen werden kann.

Besonders beeindruckend: Der Rohbau für jede Etage entstand in nur drei Tagen.
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CF Møller Architects reveals Sweden's tallest timber building

https://www.dezeen.com/2020/02/17/cf-moller-architects-tallest-kajstaden-tall-timber-building-sweden/

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Entworfen und gebaut wurde das Haus von CF Møller Architects. Diese entschieden sich für Holz, weil es erneuerbar und recycelbar ist und einen geringeren CO2-Abdruck als Beton hat. Das Studio hofft, daß das Haus ein Wahrzeichen für die Region und ein Maßstab für eine nachhaltige Zukunft wird.

Rob Marsh von CF Møller Architects schätzt, daß die gesamten Kohlendioxideinsparungen bei dem Gebäude sich auf 550 Tonnen CO2 über die ganze Lebenszeit summieren.

> "The building in Kajstaden constitutes a new chapter in the history of construction, as it is currently Sweden's tallest solid-timber building,"

Das Gebäude sei ein neues Kapitel in der Baugeschichte, da es derzeit Schwedens höchstes Massivholzgebäude ist.

Innen gibt es auf jeder Etage vier Wohnungen mit einer Größe zwischen einem und fünf Zimmern. Alle Wohnzimmer sind so positioniert, daß sie zum Hafen gehen. Das versetzte Dach entsteht dadurch, daß oben zwei Wohnungen deutlich höher als die beiden anderen sind.

Die dunklere Außenhülle besteht aus Thermowood / Thermally Modified Timber (TMT): Thermisch modifiziertes Holz. Das ist Holz, das unter Sauerstoffmangel auf mindestens 160°C erhitzt wird und damit seine Eigenschaften ändert. Damit gewinnt das Holz eine hohe Fäulnisresistenz, so daß es als Außenhülle eingesetzt werden kann.

Im Gegensatz dazu sind die Balkone und die Wohnungen innen mit hellem Naturholz ausgekleidet. Die Dächer sind als Grünflächen geplant, wobei die Photos zeigen, daß das aktuell noch eher spärlich ist.

In dem Beitrag hat es unten Skizzen, die den Querschnitt zeigen. Demnach sind die beiden mittleren Wohnungen eher kleiner. Das Treppenhaus ist dahinter auf der nördlichen Seite. Die beiden Wohnungen außen sind L-förmig, erstrecken sich über die gesamte Gebäudebreite und belegen noch etwas Platz bis zum inneren Treppenhaus.

Bei CF Møller Architects

Kajstaden, Tall Timber Building

https://www.cfmoller.com/p/Kajstaden-Tall-Timber-Building-i3592.html

gibt es Bilder von der Baustelle. Sowie eine zusätzliche Skizze, die zeigt, wie die Grundholzkonstruktion zusammengesetzt ist. Von außen her kam dann eine dicke Isolierschicht drauf. Dann folgt die Außenverkleidung mit TMT.

> It took an average of three days per floor for three craftsmen to raise the frame.

Drei Tage pro Etage, drei Handwerker.

Letsencrypt starts Multi Perspective Validation - Safari will only accept certificates with max lifetime of 13 months - Domainvalidierung von verschiedenen Perspektiven und Reduktion der maximalen Gültigkeit von Zertifikaten

22.02.2020 23:50:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Zwei Meldungen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Aber doch zusammenhängen.

Letsencrypt bietet kostenlose Zertifikate, die über ein automatisiert nutzbares Protokoll, das "Automatic Certificate Management Environment" (ACME) beantragt, bestätigt und erstellt werden können.

Dazu ist es notwendig, daß der Server, der ein Zertifikat möchte, zunächst automatisiert eine neue Order erstellt. Dabei übermittelt er die Liste der Domainnamen, die im Zertifikat enthalten sein sollen.

Zu jedem Domainnamen gibt es eine Authorization: Der Server muß nachweisen, daß er diesen Domainnamen tatsächlich kontrolliert. Dafür gibt es derzeit drei verschiedene Möglichkeiten:

- Durch die Bereitstellung einer Datei mit einem bestimmten Namen und Inhalt (HTTP-Challenge)
- Durch die Bereitstellung eines DNS-TXT-Eintrags _acme-challenge.Domainname mit einem bestimmten Wert (DNS-Challenge)
- Durch die Bereitstellung eines geeigneten, selbst signierten Zertifikats mit dem Domainnamen (ALPN-Challenge).

Der Server wählt eine Möglichkeit aus und lädt sich ein Token herunter (ein langer, zufälliger Wert), der in der Challenge genutzt werden muß.

Dann stellt der Server den geforderten Inhalt bereit und meldet, welche Challenge geprüft werden soll.

Anschließend prüft Letsencrypt, ob diese Challenge erfüllt wurde. Wurden zu allen gewünschten Domainnamen die Challenges erfüllt, kann der Client einen Zertifikatsrequest hochladen und sich das signierte, 90 Tage gültige Zertifikat herunterladen.

Das Problem: Letsencrypt muß mit Nameservern kommunizieren, eventuell IP-Adressen ermitteln und die IP-Adressen kontaktieren. Auch jeder Browser, der eine Website abfragt, fragt in Wirklichkeit eine zuvor ermittelte IP-Adresse ab und schickt den Domainnamen als Hostheader mit. Bei diesen Anfragen wird das Border Gateway Protocol (BGP) genutzt, mit dem verschiedene Server und Router untereinander kommunizieren, um die Datenpakete richtig weiterzuleiten.

Das BGP ist ein sehr altes Protokoll. Es hat keinerlei Sicherheitsmechanismen. Ergebnis: Es gab bereits Fälle, in denen das Protokoll so manipuliert wurde, daß Anfragen "zum falschen Server" geschickt wurden. Und es gab eine Forschungsarbeit in Princeton, die zeigte, wie man das Protokoll gezielt attackieren kann.

Effekt: Kann sich ein Angreifer per Routing in den Datenverkehr zwischen Letsencrypt und dem Client einklinken, dann kann er die Prüfanfrage auf seine eigene Domain umleiten. Und erhält damit ein Zertifikat für die Domain.

Das Problem existiert auch bei gekauften Zertifikaten. Dort wird entweder auf vergleichbare Techniken gesetzt. Oder es wird eine Mail mit einem langen Bestätigungslink verschickt. Können Routing-Tabellen umgebogen werden, dann kann auch die Mail an einen anderen Empfänger gehen.

Letsencrypt hat deshalb zusammen mit den Princeton-Forschern eine Logik entwickelt, so daß die Überprüfung der Challenge nicht nur vom Letsencrypt-Datencenter, sondern zusätzlich von mehreren anderen Cloud-Servern erfolgt. Aktuell gibt es zusätzlich zum Hauptstandort drei verschiedene Cloud-Standorte. Die Überprüfung vom Hauptstandort und von zweien der Cloud-Standorte muß erfolgreich sein, damit die Challenge erfüllt wurde.

Ergebnis: Für einen erfolgreichen "Hack" müßte ein Angreifer nicht nur die Route zwischen Letsencryt und dem Server umbiegen. Er müßte zusätzlich die Routen von den anderen Cloud-Servern zum Client umbiegen. Etwas, das offenkundig deutlich schwieriger ist.
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Multi-Perspective Validation Improves Domain Validation Security

https://letsencrypt.org/2020/02/19/multi-perspective-validation.html

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> This makes the kind of attack described earlier more difficult because an attacker must successfully compromise three different network paths at the same time (the primary path from our data center, and at least two of the three remote paths). It also increases the likelihood that such an attack will be detected by the Internet topology community.

Drei verschiedene Netzwerkpfade gleichzeitig zu manipulieren ist schwieriger als nur einen.

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Die zweite Meldung hat "eigentlich" damit nichts zu tun. Und hängt doch damit zusammen. Letsencrypt-Zertifikate sind nur 90 Tage gültig. Selbst wenn jemand ein Zertifikat bsp. gestohlen hat, kann er es maximal für diesen Zeitraum nutzen. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber Zertifikaten, die gekauft, manuell beantragt, manuell bestätigt und manuell installiert werden. Weil dieser Prozess immer so umständlich war bzw. ist, gab es früher käufliche Zertifikate mit einer Laufzeit von 3 - 5 Jahren.

2018 konnte Google im zuständigen CA/Browser-Forum zwar durchsetzen, daß Zertifikate eine maximale Laufzeit von zwei Jahren haben. Im letzten Jahr scheiterte jedoch der Versuch von Google, eine Laufzeit von maximal einem Jahr durchzusetzen. Wesentlicher Grund: Diverse IT-Abteilungen hatten sich dagegen ausgesprochen, weil sie den erhöhten Aufwand fürchteten.

Nun hat Apple - einseitig - mitgeteilt, daß der Safari-Browser ab dem 01.09.2020 nach diesem Datum ausgestellte Zertifikate nur noch akzeptiert, falls diese eine Laufzeit von maximal 13 Monaten haben:

Position on 1-Year Certificates - Three, Two, One, Liftoff on One-Year TLS Certificates

https://www.digicert.com/position-on-1-year-certificates/

> At the CA/Browser (CA/B) Forum in Bratislava, Slovakia, this week, Apple announced that beginning Sept. 1, newly issued publicly trusted TLS certificates are valid for no longer than 398 days.

Also ein Jahr plus 32 bzw. 33 Tage, gut 13 Monate. Bereits installierte Zertifikate mit einer Gültigkeit von zwei Jahren werden weiterhin akzeptiert.

Die Folge ist klar: Spätestens ab dem 01.09.2020 dürfte kaum mehr jemand neue, gekaufte Zertifikate installieren, die zwei Jahre lang gültig sind. Da sonst kein Apple-Nutzer mehr die Domain aufrufen kann. Das "Zertifikat" werden Nutzer womöglich noch weiterhin für zwei Jahre kaufen. Aber dann wird der Zertifikatsanbieter nur ein einjähriges Zertifikat ausstellen und nach dieser Zeit ein zweites kostenlos bereitstellen.

Für Websites, die bereits Letsencrypt-Zertifikate nutzen, ist das völlig unrelevant. Die 90 Tage-Gültigkeit liegt weit unter den 398 Tagen.

Sprich: Wer noch keine Letsencrypt-Zertifikate mit Automatisierung nutzt, der hat nun zwei gewichtige Gründe, umzusteigen:

* Validierung von mehreren Perspektiven
* kein Problem mit Apple-Geräten ab dem 01.09.2020

House in Takatsuki (Osaka) with 16 different floor levels - Haus von Tato Architects hat von aussen her scheinbar drei Stockwerke - innen 16 spiralförmig angeordnete Ebenen

21.02.2020 23:48:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Haus in Takatsuki, das von außen her unscheinbar wirkt. Dunkles Holz, eine senkrechte Lattenverkleidung. Nur die Fenster sind nicht "ganz so symmetrisch", wie man das vielleicht erwarten würde.

Ganz anders innen. Da besteht das Haus nicht aus mehreren Räumen mit Türen und Treppen nach oben.

Stattdessen sind das verschiedene dreieckige und rechteckige Ebenen, insgesamt 16 verschiedene Höhen. Über die man von unten nach oben bis zum Dach hochkommt.

Die Böden steigen schrittweise an, in einer Spirale. Dabei gibt es keine richtigen Treppen. Stattdessen sind das teils simple Holzklötze, teils einfache Holzregale. Bei denen mich allerdings wundert, daß die das Gewicht aushalten.
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House in Takatsuki by Tato Architects has 16 different floor levels

https://www.dezeen.com/2020/02/19/house-in-takatsuki-tato-architects-split-level/

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Yo Shimada, der Gründer von Tato Architects:

> "Rather than using walls and different floor levels to clearly divide the space into various functions, everything loosely connects and disconnects from each other through stepped floors,"

Anstatt Wände und verschiedene Bodenebenen zu verwenden, um das Gesamtvolumen klar in verschiedene Funktionen aufzuteilen, verbindet und trennt sich alles lose über Stufenböden.

Die Idee des relativ kleinen Hauses ist es, ein Gefühl der Expansion in diesem Haus zu erzeugen. In dem einen Augenblick befindet man sich auf einem Dach. Dann ist man wieder unter einem Boden versteckt.

Das Innere sei wie eine funktionale Höhle. Technisch ist das Haus ein Rechteck mit 9 x 5,5 Metern, allerdings fehlen zwei Ecken. Innen verlaufen alle Trennwände in einem Winkel von 45 Grad zu den Außenwänden. Das Ergebnis sind dreieckige und viereckige Grundflächen.

Verblüffend ist, wie die Möbel zur Höhe der nächsten Ebene passen. Sowohl ein Esstisch als auch ein langgezogener Schreibtisch schließen an der nächsten Ebene an. So daß man von der nächsten Ebene "im Prinzip" auf den Tisch steigen könnte.

Teils gibt es unter den Ebenen zusätzlichen Stauraum.

> "By overlaying a diagonal grid rotated at 45 degrees on top of a rectangular shell, we attempted to create a simple yet complex, geographical and cave-like labyrinth captured inside a small house."

Durch die Überlagerung eines um 45 Grad gedrehten diagonalen Gitters auf einer rechteckigen Umhüllung haben wir versucht, ein einfaches und komplexes, übersichtliches und höhlenartiges Labyrinth in einem kleinen Haus zu erschaffen.

Das Haus hat eine Nutzfläche von 96 Quadratmetern, drei Schlafzimmer und ein Badezimmer. Oben führen Betonstufen und ein Stahlregal zu einer mehrstöckigen Dachterrasse.

Ganz unten hat es in dem Beitrag ein paar Skizzen. Am ehesten läßt sich die Struktur nachvollziehen, wenn man sich die beiden Querschnitte ansieht. Dort ist allerdings die spiralförmige Struktur nicht zu sehen.

Traditionell gibt es abgeschlossene Zimmer mit Decken, die durch Flure miteinander verbunden sind. Plus treppenartige Elemente, um nach oben zu kommen. In diesem Haus ist dagegen jede Decke begrenzt, weil es noch einen Weg weiter nach oben gibt.

Bei Tato Architects

https://tat-o.com/projects/3468/

finden sich dieselben Bilder und Skizzen im Großformat.

Ein ähnliches und doch ganz andersartiges Haus von Tato Architects ist das "House in Miyamotocho":

House in Miyamotocho - ein eigentlich zweistöckiges Haus bestehend aus 13 Ebenen - als Anti-Decluttering-House - von Yo Shimada von Tato Architects in Osaka

https://blog.server-daten.de/de/2018-03-18/House-in-Miyamotocho---ein-eigentlich-zweistoeckiges-Haus-bestehend-aus-13-Ebenen---als-Anti-Decluttering-House---von-Yo-Shimada-von-Tato-Architects-in-Osaka-208

Dort gibt es auch diverse Ebenen, 13 insgesamt. Aber dort ist das Haus sehr viel flächiger, so daß das eher wie ein großer Raum wirkt, der durch diverse kleine Elemente gegliedert wird.

Das "House in Takatsuki" geht dagegen durch die Spiralform deutlich in die Höhe. Damit liegen Ebenen übereinander, so daß man nicht von einem Punkt alles überblickt.

Bosch Parade - Sailing Parade in the Spirit of Hieronymus Bosch - ’s-Hertogenbosch und die Bosch Parade

20.02.2020 23:58:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin gibt es den Karneval der Kulturen der Welt. Verschiedenste Gruppen planen einen Auftritt, entwerfen teils farbenprächtige und riesengroße Kostüme. Und trainieren in Formationen, um beim großen Aufzug am Pfingstsonntag aufzutreten.

Etwas - sehr grob - ähnliches gibt es in der niederländischen Stadt ’s-Hertogenbosch: Die Bosch Parade. Sie erinnert an den niederländischen Maler Hieronymus Bosch.

Dessen Gemälde könnten als "mysteriöse Cartoons" gelesen werden.

Diverse mystische Konstruktionen sind bei der "Bosch Parade" auf dem Wasser unterwegs. Zuschauer beobachten das vom Ufer her. Teils sind das nur ein oder zwei Personen. Teils größere Gruppen, die auf "irgendwie schwimmbaren Objekten" unterwegs sind.

Teils scheinen sich die Gruppen Ausschnitte von Bosch-Bildern als Ausgangsidee gewählt zu haben.

Die Abstände scheinen unregelmäßig zu sein. Eine Parade gab es im Juni 2016. Die nächste im Jahr 2019. Für 2021 scheint es eine Fortsetzung zu geben. Die
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Stunning Photos From The Bosch Parade, The Sailing Parade In The Spirit Of Jheronimus Bosch

https://designyoutrust.com/2020/02/stunning-photos-from-the-bosch-parade-the-sailing-parade-in-the-spirit-of-jheronimus-bosch/

Die Website:

Bosch Parade:

https://boschparade.nl/en/

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Ein Video von der 2016-Parade:

Bosch Parade 2016

https://www.youtube.com/watch?v=wTLEx_EMAz8

Von der 2019-Ausgabe gibt es unter

Program

https://boschparade.nl/en/program/

Da scheinen das 15 Gruppen gewesen zu sein.

Blättert man etwas rum, dann wirkt das so, als ob bei früheren Paraden noch Anwohner aus der unmittelbaren Umgebung aktiv waren. Bei der 2019-Parade sind dagegen teils Künstler aus anderen Ländern zu sehen, die sehr professionell auftreten und deren Technik sehr leistungsfähig ist.

Map of the world shows where trees greater then 5 meter grow - weltweite Verteilung der Bäume mit einer Mindesthöhe von 5 Metern

19.02.2020 23:43:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wo gibt es Bäume über 5 Meter Höhe? Der Beitrag ist vom letzten September, die angezeigten Daten sind von 2010, also schon zehn Jahre alt.

Aber das Ergebnis ist doch verblüffend:
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This Map of the World Shows Where Our Trees Grow

https://twistedsifter.com/2019/09/where-our-trees-grow-map/

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> In this interesting map of the world we see where our trees grow. More specifically, we see the world’s forest cover density as a percentage (using data from 2010). In this scenario, ‘trees’ are defined as vegetation taller than 5m (16.4 ft) in height.

Die Grafik zeigt die Walddichte in Prozent mit Daten von 2010. "Bäume" sind definiert als Vegetation, die höher ist als 5 Meter.

Das stammt von

Forests

https://ourworldindata.org/forests

Hätte man mich gefragt, wie so eine Karte aussieht, dann wäre da deutlich mehr grün gewesen.

Mehrere Dinge fallen auf:

Die großen, nicht grünen Bereiche in den USA.

Die Leere in Südafrika und Namibia.

Die Leere in weiten Bereichen von China.

Wenn man also bsp. an Kiefernwälder hier in Brandenburg denkt, dann ist das eine Art von Vegetation, die es weltweit eher selten gibt.

Beer Production Waste can be used to make Wastewater Treatment cheaper - Gerstenreste von Brauereien ersetzen Aluminiumsulfat in der Kläranlage

18.02.2020 23:52:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brauereimanager müssen sich mit Chemie auskennen. Damit das Bier schmeckt und damit die Leute das Getränk speziell von dieser Marke wiederholt kaufen.

Ebenso müssen Manager von Kläranlagen fitt in Chemie sein. Hier soll das Wasser am Ende möglichst sauber sein, so daß es ohne Risiko in einen Fluß abgeleitet werden kann.

Eine Technik nutzt eine Lösung aus Aluminiumsulfat, um suspendierte Feststoffe und überschüssige Nährstoffe wie Phosphor per Flockung aus dem Wasser zu entfernen.

Vor einigen Jahren hatte der Abwasseranlagenleiter Drue Newfield in Havre, Montana herausgefunden, daß man diese Nutzung von Aluminiumsulfat dadurch ersetzen kann, daß Gerste mit den Mikroben im Wasser reagiert und es so zu einer ausreichenden Flockung kommt. Nun ist Havre eine kleine Stadt (10.000 Einwohner), dort gab es eine kleine Brauerei, Triple Dog Brewing Co. Nur etwa zwei Meilen von der Kläranlage entfernt.

Er unterhielt sich mit dem Brauereibesitzer Michael Garrity. Dieser stellte gerne seine Gerstenreste - für ihn Abfall - der Kläranlage zur Verfügung.

Zwei Jahre lang experimentierte Newfield mit der Gerste, testete verschiedene Dosierungen und maß die Ergebnisse. Dann funktionierte das.

Die Wirkung: Die bisherigen Kosten für das Aluminiumsulfat verschwanden. Etwa 16.000 US-Dollar pro Jahr. In drei Jahren kamen so 48.000 Dollar zusammen.
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Plant Manager Discovers Beer Production Waste Can Be Used to Make Wastewater Treatment Cheaper …which means that drinking beer is now your civic duty

https://www.core77.com/posts/94002/Plant-Manager-Discovers-Beer-Production-Waste-Can-Be-Used-to-Make-Wastewater-Treatment-Cheaper

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> "The bacteria love it is what I've found, and it just disappears by the end,"

Die Bakterien lieben diese Kombination. Und am Ende verschwindet einfach alles.

Die verbrauchte Gerste ist kostenlos. Lediglich Transportkosten entstehen, die bei 2 Meilen aber gering sind. Diese Nähe scheint ein Schlüssel zu sein.

Die Kläranlage der Stadt Bozeman versuchte, das Ergebnis zu reproduzieren. Dort gelang das nicht permanent, weil die Logistik für den Transport der flüssigen Gersteabfälle zu teuer war.

Allerdings gibt es auch dort 10 Brauereien in einem Umkreis von 8 Kilometern, darunter eine, die relativ nah ist. So ganz ist also noch nicht klar, warum das dort nicht geht.

Aber der Ansatz ist interessant: Gerstenreste von Brauereien füttern die Bakterien, die Brauereien können den Abfall so nutzbringend abgeben.

Café Infinity - repurposed shipping containers to create a Café in Greater Noida - Schiffscontainer für ein Café in Indien

17.02.2020 23:19:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das ist ja ein schickes Café. Greater Noida ist eine Satellitenstadt von Neu Dehli mit etwa 108.000 Einwohnern. Sie entstand in den 1990er Jahren als Erweiterung der Stadt Noida, die erst 1976 gegründet wurde und eine südöstliche Vorstadt von Neu Dehli ist (etwa 25 km zum Zentrum). Greater Noida ist etwa 40 km von Neu Dehli entfernt.

Dort gibt es das Dental College. Und nun ein schickes neues Café Infinity. Das aus ehemaligen Schiffscontainern erstellt wurde. Es hat die Form eines stilisierten Unendlichkeitssymbols, eine liegende Acht.

Der eine Strang ist ebenerdig und besteht aus drei Containern. Die Dächer sind begehbar und mit Holzplanken verkleidet. Der zweite Strang nutzt drei orange gestrichene Schiffscontainer. Der mittlere steht auf dem mittleren Container des anderen Elements verdreht drauf. Die anderen beiden Container sind schräg angeordnet und ermöglichen so den Auf- bzw. Abstieg zum mittleren Container.
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RJDL builds cafe infinity from recycled shipping containers in india

https://www.designboom.com/architecture/rjdl-cafe-infinity-recycled-shipping-containers-india-02-17-2020/

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Gebaut wurde das Café für Studenten, Mitarbeiter und Patienten der Fakultät.

Damit entstehen zwei Innenhöfe, die jeweils auf der einen Seite von dem ebenerdigen Container begrenzt sind. Auf der anderen Seite ist der Zugang offen und unterhalb des mittleren oben postierten Containers möglich.

An den Randflächen schließt jeweils ein Container die Struktur ab. Dort befinden sich Verkaufsflächen.

Die beiden Schiffscontainer, welche die Treppen bereitstellen, sind quasi halbiert. Auf der einen Seite ist die Seitenwand komplett, auf der anderen Seite durch Glasscheiben ersetzt. Und es gibt zwei "Treppen": Eine reguläre, wohl aus Beton oder einem ähnlichen Material. Und eine auf der Fensterseite, mit hölzernen Flächen, die als Sitzgelegenheiten gedacht sind.

Das Gelände dahinter wird immer wieder für Sportveranstaltungen genutzt. So daß das Café bei solchen Veranstaltungen eine perfekte Sicht bieten dürfte.

Genutzt wurden Standard - 40 Fuß-Container, also eine Länge von 12,192 Metern. Eine passive Kühlung mit 50 Millimetern Steinwolle-Isolierung, Gipsverkleidung, Faserzementplatten, getönten Fenstern und mechanischer Kühlung sorgt dafür, daß das Café auch unter den dortigen klimatischen Bedingungen nutzbar ist.

Mir gefällt an dem Café der Mix der verschiedenen Möglichkeiten: Drinnen unten, oben oder auf der Schräge. Draußen im Innenhof oder auf einer der Dachflächen, frei oder überdacht.

Weitere Informationen gibt es unter

College Bistro

https://www.rjdl.in/copy-of-the-college-bistro-1

Da gibt es auch einen Plan, der das gesamte Gelände zeigt.

Die Nutzung des Infinity - Symbols soll die unendlich vielen Möglichkeiten darstellen, die man mit der Nutzung solcher Schiffscontainer erhält.

All-at-once 3D Printing - high-precision objects in a matter of seconds - EPFL-Forschung zu 3D-Druck - Objekt wird in einem Stück per Licht in wenigen Sekunden gedruckt

16.02.2020 23:36:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Übliche 3D-Drucker bauen das Druckergebnis schichtweise auf, von unten nach oben. Mit der Konsequenz, daß das Druckmaterial womöglich etwas auseinanderfließt und daß dieses schichtweise Vorgehen einfach dauert. Man könnte auch sagen: Die bisherigen 3D-Drucker sind in Wirklichkeit 2D-Drucker, sie drucken flächige Gebilde, die eben übereinandergestapelt nun dreidimensionale Objekte erzeugen.

An der EPFL, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, wurde nun ein ganz anderes Verfahren entwickelt. Es basiert - sehr grob - darauf, daß sich ein Zylinder mit einer harzartigen Flüssigkeit dreht und durch Laser einzelne Zonen in diesem Zylinder aushärten.

Die Konsequenz: Das Objekt wird tatsächlich in allen drei Dimensionen gleichzeitig gedruckt. Es ist also ein "richtiger 3D-Druck". Mögliche Probleme mit einem "fließenden Druckstoff" kann es nicht geben. Ferner geht das sehr schnell. Ein Druck ist nach 30 Sekunden fertig.

Der Nachteil: Derzeit sind die Objekte sehr klein. Der Druckzylinder hat einen Durchmesser von etwa 2 Zentimetern, so daß die Objekte entsprechend klein sind.
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All-at-once 3D Printing

https://theawesomer.com/all-at-once-3d-printing/560570/

Bei der EPFL: Printing tiny, high-precision objects in a matter of seconds

https://actu.epfl.ch/news/printing-tiny-high-precision-objects-in-a-matter-o/

Das Video:

Printing tiny, high-precision objects in a matter of seconds

https://www.youtube.com/watch?v=ONBHkzimRbg

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Das gesamte Volumen wird zur gleichen Zeit "gedruckt". Der Zeitbedarf sinkt von Stunden auf 10 - 30 Sekunden. Ferner sind sehr genaue Details möglich. Ferner gibt es Varianten mit "weicheren Materialien", etwa Hydrogelen. Die hohe Auflösung ergibt sich daraus, daß das per Licht / Laser gesteuert wird. Gedruckt wird in abgeschlossenen Containern, so daß das Ergebnis steril ist.

Im Prinzip wird einfach das Harz mit diversen Lichtquellen bombardiert. An den "Kreuzungen" härtet das aus.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit könnten solche Geräte später direkt neben dem Endnutzer stehen. In dem Video wird ein Beispiel genannt: Der Zahnarzt scannt die Zähne in 3D. Die Füllungen werden innerhalb von Minuten direkt daneben erstellt und können sofort eingesetzt werden.

Die EPFL-Meldung erwähnt, daß übliche 3D-Drucktechniken aus "weichen Materialien" ein simples Problem haben:

> “The problem is that soft objects made that way quickly fall apart.”

Die Druckergebnisse sind nicht stabil, sie fallen bald wieder auseinander.

Aktuell können 2-Zentimeter-Objekte mit einer Genauigkeit von 80 Mikrometern hergestellt werden. Das ist ungefähr der Durchmesser eines Haares. Derzeit wird versucht, bis zu 15 Zentimeter große Objekte drucken zu können.

> “The process could also be used to quickly build small silicone or acrylic parts that don’t need finishing after printing”

Man könnte das auch dafür verwenden, um schnell kleine Teile aus Silikon oder Acryl herzustellen, die nach dem Drucken nicht mehr fertiggestellt werden müssen. Offenbar erfordert das klassische Schichtdrucken ein Nachbearbeiten, das bei dieser Drucktechnik komplett entfällt.

Housing First - in Finnland hat jeder Obdachlose Anspruch auf eine eigene Wohnung ohne Vorbedingungen

15.02.2020 23:46:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie geht ein Staat mit dem Thema Obdachlosigkeit um? Hier in Berlin gab es erst kürzlich den Versuch, Obdachlose zu zählen. Mit dem Ergebnis, daß "nur" 1976 Obdachlose angetroffen wurden. Schätzungen davor waren von 6000 - 10.000 ausgegangen. Die eigentliche Straßenzählung ergab lediglich 807 Obdachlose. 942 waren bei der Kältehilfe. Die verbleibenden 227 verteilten sich auf den öffentlichen Nahverkehr (158) und Personen, die bei der Polizei, in Rettungsstellen oder im Wärmeraum in der Gitschiner Straße angetroffen wurden.

Von den 807 ließen sich 288 zu ihrer Situation befragen. Von diesen waren lediglich 39 % deutsch, 49 % stammten aus der EU, 11 % aus Drittländern. Wobei viele von diesen keinen Anspruch auf Leistungen haben. Ferner wurde die "verdeckte Wohnungslosigkeit" (Übernachtungen bei Bekannten) nicht erfasst.

Finnland hat seit 2008 ein deutlich anderes Modell entwickelt. Es ist das Konzept des "Housing-First".
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Finland Solves Its Homelessness by Providing Apartments for Anyone Who Needs One

https://mymodernmet.com/housing-first-finland-homelessness/

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> The concept is simple: everyone is entitled to a small apartment, even those with mental health and financial issues. Since then, the number of homeless people has fallen drastically, and continues to decline.

Das Konzept ist simpel: Jeder hat Anspruch auf eine kleine Wohnung. Auch jene Personen mit psychischen oder finanziellen Problemen. Seither ist die Zahl der obdachlosen Personen drastisch gesunken und nimmt weiter ab.

Wie die meisten anderen Staaten bot Finnland davor Kurzzeitunterkünfte für Obdachlose an. Um - analog zu anderen Staaten - feststellen zu müssen, daß diese schnelle Lösung nicht half, damit Leute dauerhaft aus der Obdachlosigkeit herauskamen.

Erschwingliche Anbieter von Mietwohnungen begannen mit der Renovierung alter Wohnungen. Und es wurden sogar ehemalige Notunterkünfte in Langzeitwohnungen umgewandelt.

Juha Kaakinen, CEO der Y-Foundation, die solche Umwandlungen durchführte:

> “It was clear to everyone that the old system wasn’t working; we needed radical change,”

Es war jedermann klar, daß das alte System nicht funktionierte. Wir benötigten einen radikalen Wandel.

> “We had to get rid of the night shelters and short-term hostels we still had back then. They had a very long history in Finland, and everyone could see they were not getting people out of homelessness. We decided to reverse the assumptions.”

Wir mußten die Nachtunterkünfte und die kurzfristigen Herbergen loswerden, die wir bis dahin noch hatten. Sie hatten eine lange Tradition in Finnland. Aber jeder konnte sehen, daß sie die Menschen nicht aus der Obdachlosigkeit herausholten. Wir hatten beschlossen, die Annahmen umzukehren.

In den letzten zehn Jahren wurden so 4.600 Wohnungen geschaffen. Finnland hat laut Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Finnland ) etwa 5,5 Millionen Einwohner. Ist also etwas größer als Berlin (derzeit etwa 3,7 Millionen). Finnland ist das einzigste Land, in dem die Obdachlosigkeit rückläufig ist. Ferner gibt es Sozialarbeiter für die Beratung und Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen. Die zusätzliche Unterstützung hilft Menschen, einen Job zu finden und finanziell unabhängig zu werden.

Unter

Housing first

https://ysaatio.fi/en/housing-first-finland

gibt es eine interessante Grafik, die das Absinken der Zahlen zeigt. 1987 waren noch etwa 18.000 obdachlos. Davon wohnten etwa 8000 temporär bei Bekannten. Das ging teils auf knapp über 4000 runter, 2016 waren das knapp 6000.

Aber über 4000 waren in Institutionen temporär untergebracht, weitere etwa 4000 übernachteten draußen, in Notunterkünften und ähnlichen Kurzzeiteinrichtungen, insgesamt 10.000 prekär. Deren Gesamtzahl ging 2016 auf unter 1000 zurück. Vergleicht man die Zahlen 2008 und 2016, dann ging das von etwa 4000 prekär auf unter 1000 prekär runter.

Dort wird "Housing first" auch als zentrales Prinzip bzw. Betriebsmodell beschrieben. Davor waren bsp. rauschgiftsüchtige Obdachlose von bestimmten Lösungen ausgeschlossen, was zwangsläufig zu einer langfristigen Obdachlosigkeit führt. Stattdessen ist im Housing-First - Modell die Wohnung keine Belohnung für jemanden, der sein Leben in Ordnung gebracht hat. Sondern sie ist das Fundament, auf dem der Rest des Lebens wieder zusammengesetzt werden kann. Das ist eher möglich, wenn dieses "Dach über dem Kopf" sicher ist.

Daten zur Obdachlosenzählung in Berlin:

Ergebnis der Obdachlosenzählung in Berlin: Warum die Zahl so weit unter den Schätzungen liegt

https://www.tagesspiegel.de/berlin/ergebnis-der-obdachlosenzaehlung-in-berlin-warum-die-zahl-so-weit-unter-den-schaetzungen-liegt/25521782.html

Ähnliche "blockierende Regelungen" gibt es in Berlin. So muß für die Nutzung von Notunterkünften auf Alkohol verzichtet werden. Ferner sind die Angebote nach Geschlechtern getrennt. Ein Ergebnis der Obdachlosenzählung war, daß mehr obdachlose Paare als erwartet aufgefunden wurden. Diese bleiben lieber gemeinsam draußen anstatt getrennt Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wenn man sich über die Konsequenzen des Modells Gedanken macht, müßte man das eigentlich sofort übernehmen bzw. vorhandene Angebote entsprechend umbauen.

Becoming Xerophile - zero-water garden in Sharjah to show how desert plants can thrive in cities - wasserloser Garten für Städte in ariden Gebieten

14.02.2020 23:35:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die warmen und vor allem trockenen beiden letzten Jahre haben hier in Berlin bereits zu so manchen Problemen mit der Wasserversorgung der Bäume geführt.

Aber das, was in Europa üblicherweise vom Himmel kommt, ist viel im Vergleich zu wüstenähnlichen / ariden Gebieten. In denen im langjährigen Mittel weniger Regen fällt als verdunstet. Und in denen es ohnehin nur sehr selten regnet, im Regelfall weniger als 100 mm pro Jahr.

In Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben das Architekturstudio Cooking Sections und die Ingenieure AKT II ein interessantes Experiment gestartet.

Eine Art experimentelle Landschaft, um zu testen und um zu demonstrieren, wie Wüstenpflanzen als Alternative zu wasserhungrigen Pflanzen in trockenen Städten eingesetzt werden können.

Die Installation mit dem Namen "Becoming Xerophile" wurde neben der Al-Qasimiyah-Schule im Rahmen der Sharjah Architecture Triennial in der Stadt Sharjah gebaut.
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Zero-water garden created in Sharjah to show how desert plants can thrive in cities

https://www.dezeen.com/2020/02/14/cooking-sections-akii-zero-water-garden-sharjah-uae/

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Die Cooking Sections Gründer Daniel Fernández Pascual and Alon Schwabe:

> "The installation explores ways of appreciating desert landscapes,"
> "It shows how to incorporate desert plants in the urban environment."

Die Installation versucht, Wüstenlandschaften besser zu schätzen. Sie zeigt, wie Wüstenlandschaften in urbane Umgebungen integriert werden können.

Technisch sind das neun verschiedene Sandschalen unterschiedlicher Form und Größe. Genutzt wurde Erde und Schutt von dem Umbau der Schule, die in den ständigen Hauptsitz der Sharjah Architecture Triennial transformiert wurde.

Jede der Schalen ist mit Pflanzen bepflanzt, die in sehr trockenen Gegenden (xerophil) wachsen können. Keine der Schalen muß bewässert werden.

> "It's a technique that societies have developed over time in many places in the world to live in arid climates or places with no or scarce water sources."

Es wurden Techniken verwendet, die Gesellschaften über viele Jahrhunderte hinweg an verschiedenen Orten der Welt entwickelt haben, um in ariden Klimazonen oder Gegenden mit keinen oder nur seltenen Wasserquellen zurechtzukommen.

Durch Erdhügel und Trockensteinkonstruktionen steuern diese Typen Wind-, Feuchtigkeits- und Wärmewerte. Sie können so den Wasserbedarf der Bäume reduzieren oder lassen das Wasser auf natürliche Weise kondensieren.

Die Pflanzen werden überwacht, um im Jahr 2022 festzustellen, welche der neun Varianten die besten Ergebnisse liefert. Diese könnten dann an anderen Orten ebenfalls gebaut werden.

In dem Garten gibt es eine ganze Reihe von Sensoren, die zu jeder Variante diverse Parameter erfassen: Niederschlag, Sonneneinstrahlung, Windgeschwindigkeit und -richtung, Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Bodenfeuchtigkeit und Blattfeuchtigkeit.

Das wird alle 15 Minuten gesammelt, für die nächsten drei Jahre.

Die Beteiligten meinen, daß solche Experimente äußerst relevant seien, um Lösungen für solche Umweltprobleme in Wüstengebieten zu finden.

Rotary Cellphone - Justine Haupt creates distraction-free rotary cellphone using vintage dial - Telefon mit Wählscheibe und Kurzwahltasten

13.02.2020 23:49:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was macht man, wenn einen die ganzen Smartphones mit ihren Touch-Bildschirmen "etwas nerven"? Man baut sich einfach ein Telefon, mit dem man "nur telefonieren" kann. Sonst nichts.

Und wie wählt man? Mit einer ganz klassischen, oder für viele Jüngere wohl schon unbekannten Wählscheibe.

Justine Haupt, die als Astronomie-Instrumentierungsingenieurin im Brookhaven National Laboratory in New York arbeitet, hat sich so ein "Rotary Cellphone" gebaut.

Genutzt wurde ein selbst hergestelltes Gehäuse, das per 3D-Drucker erstellt wurde. Und eine Wählscheibe aus einem alten Trimline-Telefon.
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space engineer builds distraction-free rotary cellphone using vintage dial

https://www.designboom.com/technology/rotary-cellphone-justine-haupt-02-13-2020/

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Der alte Drehmechanismus wurde mit einem Microcontroller kombiniert. An der Seite gibt es eine LED-Leiste, die wahlweise über den Empfang oder über den Beladungszustand informiert. Ein E-Ink-Display zeigt die Anrufer-ID an. Der Empfang ist wohl hinreichend gut. Das Display ist bistatisch. Das heißt, es verbraucht keinen Strom, wenn eine Nachricht unverändert angezeigt wird.

Man kann einerseits über die Wählscheibe jede beliebige Nummer anwählen. Andererseits gibt es vier Kurzwahltasten, mit denen man schneller ist.

Warum hat sie so ein Telefon gebaut?

> ‘because in a finicky, annoying, touchscreen world of hyperconnected people using phones they have no control over or understanding of, I wanted something that would be entirely mine, personal, and absolutely tactile, while also giving me an excuse for not texting.’

In einer heiklen, nervigen Touchscreen-Welt von hyperverbundenen Personen, die Telefone nutzen, über die sie keine Kontrolle haben, die sie nicht verstehen: In so einer Welt wollte ich etwas, das ganz mir gehört, das persönlich und taktil ist. Und das mir eine Entschuldigung dafür gibt, daß ich nicht Textnachrichten versende.

Es geht ihr nicht darum, daß sie anachronistisch sein möchte. Das Rotary Cellphone soll zeigen, daß man ein perfekt verwendbares Telefon bauen kann, das sehr weit von einem Touchscreen entfernt ist. Und das in gewisser Weise sogar funktionaler als ein übliches Smartphone ist.

Unter

Rotary Cellphone

http://justine-haupt.com/rotarycellphone/index.html

gibt es auf ihrer Website noch einige weitere Informationen.

> When I want a phone I don't have to navigate through menus to get to the phone "application". That's bullshit.

Wenn sie telefonieren möchte, dann muß sie sich nicht durch Menüs hindurchkämpfen, um die "Telefonapplikation" zu öffnen. Das sei Bullshit. Und wenn sie ihren Ehemann anrufen möchte, dann drückt sie eine, spezielle Taste, die für ihn reserviert ist. Kein Menü.

Es sei für sie kein "Zeigen-und-Weitererzählen" - Stück. Sie möchte das Telefon als ihr primäres Telefon nutzen. Es paßt in eine Tasche. Es ist kompakt. Und wenn sie die Leute anrufen möchte, mit denen sie häufig telefoniert, ist dieses Telefon schneller als ihr altes Telefon.

Wer das auch haben möchte: Auf ihrer Website sind diverse Pläne veröffentlicht, wie das konstruiert ist. Die kann man sich herunterladen - und das nachbauen.

Habre Eco Bike - Habre Bamboo Cargo Bike - aus einem E-Bike mit Stahlrahmen wurde ein elektrisch angetriebenes Lastenrad, das weitgehend aus Bambus besteht und nur kleine Stahlelemente hat

12.02.2020 23:44:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den Industriestaaten sind Eisen- und Stahlteile selbstverständlich. Aber wenn man bsp. im ländlichen Nepal ein Fahrrad bauen möchte: Wie kommt man dann zu den passenden Teilen? Womöglich fehlen auch geeignete Werkzeuge und ebene Arbeitsflächen.

Das von Nripal Adhikari und Lance Rake konzipierte Habre Eco Bike wurde als Reaktion auf die städtische Verschmutzung in Kathmandu / Nepal entwickelt. Es kann von lokalen Handwerkern aus regionalem Bambus hergestellt werden und stellt eine Alternative zu gasbetriebenen Autos dar, die für eine hohe Luftverschmutzung sorgen.

Lance Rake ist Professor für Industriedesign an der Universität von Kansas. 2019 erhielt er eine Auszeichnung für die Entwicklung eines elektrischen Lastenfahrrads. Es kann sowohl für die Lieferung von Nahrungsmitteln und Paketen als auch für den Transport von Passagieren durch die Weltkulturerbe von Kathmandu genutzt werden. Das Hauptkonzept des Fahrrads bestand darin, Fahrzeuge mit einem fossilen Antrieb zu ersetzen. Das besonders an empfindlichen historischen Orten.

In Zusammenarbeit mit Studenten der Universität Kathmandu wurde ein Lastenrad entwickelt, das in dieser Umgebung gebaut werden kann.
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habre eco bike is made from local bamboo and is designed to ease pollution in kathmandu

https://www.designboom.com/design/habre-eco-bike-local-bamboo-designed-to-ease-pollution-kathmandu-02-12-2020/

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Über Iterationen von Design und Konstruktion entwickelte sich das Habre Eco Bike von einem Stahlrahmen zu einem dreirädrigen, elektrisch betriebenen Bambus-Lastenrad.

Der Ausgangspunkt war ein Lasten-Dreirad mit Stahlrahmen. Der endgültige Prototyp scheint nur noch relativ kleine stählerne Verbindungselemente zu enthalten.

Eigentlich sollte es bei

http://abari.earth/

noch mehr geben. Das ist das von Nripal Adhikari gegründete Unternehmen, das u.a. diverse Bauten aus Stampflehm und Bambus gebaut hat.

Allerdings gibt es da nur ein Bild, der Link funktioniert nicht.

Das unterste Bild im ersten Beitrag zeigt fünf Kinder in diesem "Transportkorb". Plus ein Erwachsener und zwei weitere Kinder.

Travel Campaign with Inception-like Landscapes - Werbeagentur Cream Electric Art nutzt Inception-Technik für Werbephotos

11.02.2020 23:45:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Juni letzten Jahres gab es einen Blogbeitrag zu einer Bilderfolge "Inception" des russischen Produktionsstudios Lestnica.

Nun hat die Werbeagentur Cream Electric Art die Idee aufgegriffen oder eigenständig neu entwickelt.

Bilder, bei denen der Vordergrund eine Szene in einer Stadt oder einer Landschaft zeigt. Der Hintergrund wird von einer quasi hochgeklappten Luftaufnahme des Stadt- oder Landraums dahinter ausgefüllt.

Das Ergebnis sind eigenwillig-dramatische Bilder.
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Travel Campaign Uses Inception-Like Landscapes to Conjure Wanderlust

https://twistedsifter.com/2020/02/inception-landscapes-travel-campaign-by-cream-electric-art/

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Entstanden sind diese Bilder für eine Reisewerbung von United Airlines.

Bei der Werbeagentur

United Airlines

https://www.creamelectricart.com/united-airlines/

gibt es die Bilder in zwei Versionen:

Einmal im Hochformat. Der "waagerechte" Teil des Bildes füllt maximal ein Drittel der Bildfläche aus. So daß 2/3 des Bildes aus Luftaufnahmen bestehen.

Eine zweite Variante im Querformat: Da entfällt teils die Hälfte des Bildes auf den "waagerechten" Teil. So daß die Luftaufnahmen deutlich kürzer ausfallen.

Vergleicht man beide Varianten miteinander, dann ist die Querformat-Version lediglich ein Ausschnitt der Hochformat-Version. Wobei zusätzlich vom unteren Rand etwas abgeschnitten wurde, so daß der Betrachter scheinbar "näher am Geschehen" dran ist.

Der Beitrag vom Juni 2019:

Inception - Russian Cityscapes tilt at dramatic Angles - Russische Städte, auf dramatische Weise in einer neuen Perspektive dargestellt - von Lestnica

https://blog.server-daten.de/de/2019-06-13/Inception---Russian-Cityscapes-tilt-at-dramatic-Angles---Russische-Staedte--auf-dramatische-Weise-in-einer-neuen-Perspektive-dargestellt---von-Lestnica-660

Allerdings sind die Inception-Bilder aus diversen Einzelbildern zusammengesetzt. Die Photos der Werbeagentur wirken dagegen eher so, als seien zwei Aufnahmen - eine Aufnahme in der Stadt und eine Luftaufnahme - geeignet zusammengefügt worden. Dafür spricht, daß das Hintergrundbild der Werbekampagne immer sehr einheitlich wirkt. Die Inception-Bilder wirken dagege wie "direkte gewölbte Aufnahmen".

Droplet-based electricity generator - Rain as effective source of renewable energy - Forschungen an der City University of Hong Kong zum Regentropfen-Stromgenerator

10.02.2020 23:59:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Aus Regen Strom erzeugen? Forscher in Hong Kong sind da schon ziemlich weit, wie man in dem Video sehen kann. Eine Struktur, aufgebaut wie ein Feldeffekttransistor. Ein einzelner Tropfen kann eine Spannung bis zu 140 Volt erzeugen. Damit können 140 kleine LED-Lampen mit Strom versorgt werden.

In den letzten zwei Jahren wurde die Effizienz dieses "droplet-based electricity generators" stark verbessert. Die Leistungsdichte liegt bei bis zu 50,1 Watt pro Quadratmeter.
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scientists demonstrate rain as an effective source of renewable energy

https://www.designboom.com/technology/raindrop-electricity-generator-renewable-energy-02-10-2020/

Ein kleines Video:

A Drop of Water Can Light Up 100 LED Bulbs

https://www.youtube.com/watch?v=fhj2BN-cbvg

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Technisch besteht das aus einer Aluminiumelektrode und einer Indium-Zinn-Oxid-Elektrode. Letztere ist mit einem PTFE-Film (Polytetrafluorethylen) überzogen, einem Material mit einer quasi permanenten elektrischen Ladung. Wenn ein Tropfen auf die Oberfläche trifft, überbrückt er die Elektroden und erzeugt einen geschlossenen Stromkreislauf.

Professor Wang Auankai:

> ‘our research shows that a drop of 100 microlitres [1 microlitre = one-millionth litre] of water released from a height of 15 cm can generate a voltage of over 140V, and the power generated can light up 100 small led lights,’

Unsere Forschungen zeigen, daß ein Tropfen von 100 Mikrolitern aus einer Höhe von 15 Zentimetern eine Spannung von über 140 Volt erzeugen kann. Genug, um 100 kleine LED leuchten zu lassen.

Er hofft, daß die Technik langfristig dazu führt, daß aus fallendem Wasser Energie gewonnen werden kann.

Ferner hält er es denkbar, daß solche Generatoren überall dort eingesetzt werden, wo Flüssigkeiten im Kontakt mit einem Feststoff kommen.

Das kann die Rumpfoberfläche einer Fähre sein, die Oberfläche von Regenschirmen oder sogar Flüssigkeiten in Wasserflaschen.

Sculpt the World - Striking Stone Arrangements Along the Coast - Jon Foreman baut temporäre Installationen aus Steinen an der irischen Küste

09.02.2020 23:45:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Internet findet man ja so die unterschiedlichsten Dinge. Leute entwickeln Tätigkeiten, die sehr zeitaufwendig sind, um bsp. Objekte zu erschaffen, die extrem detailreich sind. Allerdings sind diese Ergebnisse meist hinreichend permanent.

Anders dagegen die "Sculpt the World" - Kunstwerke, die Jon Foreman erschafft.

Er wohnt in Pembrokeshire, Wales. Das ist der westlichste Zipfel von Wales, der bei einer Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 50 km von drei Seiten von Wasser umgeben ist. Dementsprechend gibt es sehr viele Küsten.

Dort geht er hin, sammelt Steine - und arrangiert sie zu größeren, temporären Kunstwerken. Dabei passen häufig die Farben zueinander. Drei enge Ringe aus bläulich gefärbten Steinen. Dann folgen Ringe aus aus rötlichen Steinen. Die Größe der Steine, die Anordnung zueinander, die Abstände. All das läßt sich geeignet variieren.
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Land Artist Surprises Beach Goers By Leaving Striking Stone Arrangements Along the Coast

https://mymodernmet.com/jon-foreman-stone-land-art/

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Der Untergrund ist meist feiner Sand. So daß er sich die oft vom Wasser rund geschliffenen Steine vom Wasser holt.

Temporär ist das manchmal deshalb, weil er die Standorte seiner Kunstwerke teils relativ nah am Wasser wählt:

> “It often becomes a race towards the end as the waves draw closer,”

Es sei oft gegen Ende ein Rennen, wenn die Wellen näher kommen.

Er arbeitet mit Material aus dieser Umgebung, das für diese Umgebung hergestellt wurde. Die Flut wäscht alles wieder zurück. Am nächsten Tag hat er wieder eine leere Leinwand. Leute hätten ihn schon gefragt, ob ihn das nicht stört. Aber für ihn sei das eher etwas Besonderes, daß diese Objekte nur kurzzeitig existieren.

Er bezeichnet das als eine Art Therapie für sich:

> “The simple act of placing stone upon stone in the sand is very therapeutic. I’m sure we all enjoy a walk on the beach but this process I find to be more immersive; being there in nature, losing myself in the work, having left behind all the stresses of day to day life.”

Die einfache Handlung, Stein um Stein in den Sand zu platzieren, sei sehr therapeutisch. Er sei sich sicher, daß jeder gerne am Stand entlang geht. In der Natur zu sein, sich selbst in der Arbeit zu verlieren. Den Stress des täglichen Lebens hinter sich zu lassen.

Er plant diese Arbeiten nicht großartig. Eher die Zeit, die er am Strand verbringen will - etwa vier Stunden sind das im Schnitt. Was sich dann wieder sehr ambitioniert anhört. Schließlich besteht jedes einzelne Objekt aus diversen Steinen, die erst einmal gesammelt werden und hingetragen werden müssen.

Auf Instagram

sculpttheworld

https://www.instagram.com/sculpttheworld/

finden sich noch andere Typen. Zum einen großflächige Muster im Sand. Dann Steine, die aufeinander balancieren oder bsp. wie ein Brückenbogen zusammengesetzt sind.

Schließlich Objekte, bei denen einzelne Holzstäbe in den Untergrund gesteckt werden und kleine, flache Steine auf der Spitze balancieren. Teils sieht das aus, als wären das Pilze.

Elektro Frosch - electric tricycle with a micro camper home - dreirädriges elektrisches Lastenrad kombiniert mit einem Camping-Set für zwei Personen

08.02.2020 23:56:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tja, das ist ja ein "nettes Auto". Ein dreirädriges Gefährt mit einer geschlossenen Fahrerkabine. Dahinter eine kleine Ladefläche. Angetrieben mit Strom, also deutlich wartungsärmer als übliche Autos mit fossilem Antrieb.

Und ergänzt um ein Camping-Set. Für zwei Personen gibt es ein kleines Zelt. Eine Möglichkeit, ein Sonnensegel aufzuspannen. Sowie ein aufklappbarer Tisch mit Stühlen und eine kleine Kochgelegenheit.
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the 'elektro frosch' electric tricycle doubles as a micro camper home

https://www.designboom.com/technology/elektro-frosch-electric-tricycle-micro-camper-home-02-06-2020/

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Geht man zur Seite

https://www.elektrofrosch-berlin.de/

dann findet sich die Information:

> Elektrofrosch Modelle Basis, Big, Pro und Roller werden hergestellt von VOLTA MOTOR INDUSTRY UND TRADE INC.

Elektro Frosch ist für dieses Unternehmen mit Sitz in der Türkei exklusiver Importeur.

Die E-Transporter gibt es eigenständig in zwei Versionen: Mit Frontfläche, aber ohne Türen an der Seite, so daß von dort her Wind und Regen reinkommen kann.

Oder in der Form der geschlossenen Kabine mit Heizung. Das Modell ist winterfest. Beide Modelle vertragen eine Zuladung von 525 kg, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 40 km/h begrenzt.

Die Reichweite ist mit 60 Kilometern allerdings eher klein. Das hört sich dann doch eher nach einer Lösung an, die ideal ist, um in der Stadt ein paar hundert Kilogramm zu transportieren.

Die offene Variante gibt es ab 2590 Euro, die geschlossene ab 3590 Euro. Das dürfte relativ günstig sein. Interessant ist, daß die Fahrzeuge technisch als Mopeds gelten, so daß eine Mopedversicherung genügt. Bei den geschlossenen Modellen gibt es einen Hinweis auf derzeit längere Lieferzeiten von 14 - 16 Wochen - aufgrund einer sehr hohen Nachfrage.

Das Camping-Zubehör kombiniert einfach einen E-Transporter mit einem Camping-Modul, das sich genau auf der Ladefläche verstauen läßt.

Geht man allerdings davon aus, daß man beim Camping keine Auflademöglichkeit hat, dann sollte man maximal 30 km weit wegfahren, damit man am nächsten Tag wieder zurückkommt. Für jemanden, der in der Stadt wohnt, begrenzt das die Camping-Nutzungsmöglichkeit. Und wer auf dem Land wohnt, wird in dem Fall wohl eher das Camping-Set direkt mit dem Auto transportieren.

Oder es ist eben ein Camping in nur 10 - 15 km Entfernung.

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