Chrome 77 and FireFox 70 remove the Extended Validation certificate indicator from the url - Chrome und FireFox entfernen die Hinweise auf EV-Zertifikate in der Url

12.08.2019 23:28:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Websites sollten heutzutage verschlüsselt erreichbar sein. Und zwar ausschließlich und korrekt. Also ohne Zertifikatsfehler, ohne Mixed Content Warnungen und ohne sonstige Fehler, die dadurch entstehen, daß Browser manche Fehler gar nicht so genau anzeigen, aber die entsprechende Datei eben nicht laden.

Aber genügt für diese Zwecke ein "einfaches", domainvalidiertes Zertifikat (DV)? Etwa eines von Letsencrypt, das kostenlos erhältlich ist?

Oder sollte man besser ein OV (organisationsvalidiertes) oder ein EV (Extended Validation) - Zertifikat nutzen? Letztere sind deutlich teurer und erfordern eine Überprüfung des Domaininhabers auf anderen Wegen.

Meine Position war da schon seit Jahren: Ein domainvalidiertes Zertifikat genügt völlig. EV-Zertifikate sind deutlich teurer, ohne daß sie einen wirklichen Mehrwert bieten.

Die beiden großen Browser Chrome und FireFox sehen das ähnlich.

Beide Browser werden in Kürze EV-Zertifikate nicht mehr "besonders" anzeigen.

Aktuell erscheint bei Websites, die ein EV-Zertifikat nutzen, im FireFox zwischen dem Schloß und der Url ein zusätzlicher Text. Dieser bezieht sich meist auf die Rechtsform.

Bei PayPal steht dort bsp. "PayPal, Inc (US)".

Aber schon bei der Postbank steht etwas da, das zwar sachlich korrekt sein dürfte. Das aber ebenso irritierend sein könnte: "DB Privat- und Firmenkundenbank AG". Da die Postbank von der Deutschen Bank gekauft wurde, ist das nun eine Unter-AG der Deutschen Bank (DB).

Jedenfalls werden beide Browser diese "besondere Darstellung" entfernen.

Zu Chrome:

Upcoming Change to Chrome's Identity Indicators

https://groups.google.com/a/chromium.org/forum/m/#!msg/security-dev/h1bTcoTpfeI/jUTk1z7VAAAJ

> Starting in Version 77, Chrome will move this UI to Page Info, which is accessed by clicking the lock icon:

Bei Chrome wird die "gesonderte Darstellung" nicht mehr in der Adresszeile angezeigt. Sie wird nur noch dann sichtbar, wenn man sich das Zertifikat explizit ansieht.

> Through our own research as well as a survey of prior academic work, the Chrome Security UX team has determined that the EV UI does not protect users as intended (see Further Reading in the Chromium document). Users do not appear to make secure choices (such as not entering password or credit card information) when the UI is altered or removed, as would be necessary for EV UI to provide meaningful protection.

Die EV-Darstellung schützt Nutzer nicht so, wie das eigentlich mal gedacht war. Nutzer stoppen nicht die Passworteingabe, wenn die EV-Darstellung entfernt wird.

Bei Mozilla:

Intent to Ship: Move Extended Validation Information out of the URL bar

https://groups.google.com/forum/?fromgroups=&hl=en#!topic/firefox-dev/6wAg_PpnlY4

> In desktop Firefox 70, we intend to remove Extended Validation (EV) indicators from the identity block (the left hand side of the URL bar which is used to display security / privacy information). We will add additional EV information to the identity panel instead, effectively reducing the exposure of EV information to users while keeping it easily accessible.

Beide Texte verweisen darauf, daß Safari den EV-Sondernamen ebenfalls schon nicht mehr anzeigt.

Warum halte ich EV-Zertifikate für überflüssig?

Ein Zertifikat hat zwei unterschiedliche Aufgaben:

1. Es soll verschlüsseln. Dafür sind ein Schlüsselpaar (Kombination aus öffentlichem und privatem Schlüssel) und ein paar weitere Dinge notwendig. Die "Qualität" eines Zertifikats hängt auf dieser Ebene lediglich an der Schlüssellänge und dem genutzten Hash-Algorithmus (nicht mehr SHA1, sondern SHA256). Beide Bedingungen werden aber von allen Unternehmen erfüllt, die Zertifikate ausgeben. Mögliche weitere Probleme, die sich auf die Qualität der Verschlüsselung auswirken, hängen nicht mehr vom Zertifikat, sondern von der lokalen Konfiguration ab. Dasselbe Zertifikat kann Basis einer sehr sicheren und einer sehr unsicheren Konfiguration sein.

Konsequenz: Auch ein privat erstelltes, selbst signiertes oder abgelaufenes Zertifikat stellt dieselbe Verschlüsselungslogik bereit wie ein DV-, OV- oder EV-Zertifikat. Auf dieser Ebene gibt es keinen Unterschied zwischen verschiedenen, heutzutage erstellten Zertifikaten.

2. Es soll sicherstellen, daß man sich mit der Domain verbindet, die man tatsächlich besuchen möchte. Daß man also die Bank-Zugangsdaten nicht auf einer fremden Seite eingibt. Da wird gerne auf die zusätzliche Schutzfunktion der EV-Zertifikate verwiesen. Allerdings zeigt mein eigenes Beispiel: Selbst mir war das bis jetzt nie aufgefallen, daß bei der Postbank nicht mehr "Postbank", sondern eine AG der Deutschen Bank als Unternehmen ausgegeben wird. Niemand achtet auf EV-Labels, nicht mal IT-ler.

Gegen Phishing ist effektiv etwas anderes relevant: Keinen Links in Mails folgen. Die eigene Bankseite immer nur per Eintippen oder per eigenem Bookmark aufrufen. Und hinreichend mißtrauisch sein, wenn man per Mail zu irgendwelchen Aktionen und Passworteingaben aufgefordert wird. Sprich: Solche Mails kommentarlos entsorgen.

Facebook und Twitter verwenden übrigens ebenfalls schon keine EV-Zertifikate mehr. Wobei ich gar nicht weiß, ob die jemals welche hatten.

Wenn Sie also ein kleines Unternehmen sind und sich überlegen, aus "optischen Gründen" ein EV-Zertifikat zuzulegen: Dieser "optische Grund" wird in Kürze wegfallen.

Womöglich werden OV- und EV-Zertifikate in einigen Jahren aussterben.

Stattdessen haben DV-Zertifikate (Domain-validated certificates) mit kurzer Gültigkeitsdauer den Vorteil, daß man die gesamte Beantragung und Zertifikatserstellung über das ACME-Protokoll automatisieren kann. Damit das klappt, muß aber die Webserver-Konfiguration "hinreichend bug-frei" sein, sonst scheitert die Automatisierung. Bei manuell beantragten, gekauften Zertifikaten ist die Webserver-Konfiguration dagegen irrelevant. Mit der Folge, daß es dort manches an "unentdeckten Konfigurationsfehlern" geben kann, die auffallen, wenn jemand zum ersten Mal ein Letsencrypt - Zertifikat erstellt.

Advertising banner showing things you do not know - Werbebanner verraten Dinge über die eigene Umgebung, die man selbst noch nicht weiss

11.08.2019 23:09:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer - wie ich - im Internet nur relativ selten etwas einkauft und einen Adblocker nutzt, der bekommt das so gar nicht mit. Weil er die Werbung gar nicht sieht. Hinzu kommt, daß ich Facebook nur sehr sporadisch nutze. Zusätzlich immer in einem FireFox - Container, so daß die Facebook-Aktivitäten separiert sind.

Bei Schlecky Silberstein gab es einen interessanten Bericht. Mit dem Hinweis, daß das eine Geschichte sei, die den Verfasser nicht mehr loslassen würde. Da muß ich sagen: Das geht mir genauso.
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WIE EIN WERBEBANNER DEINE ZUKUNFT VORHERSAGEN KANN

http://www.schleckysilberstein.com/2019/08/wie-ein-werbebanner-deine-zukunft-vorhersagen-kann/

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Die Geschichte besteht quasi aus zwei Teilen. Eine "Bekannte über Ecken" hatte den Autor im Januar gefragt, warum sie denn immer Bettenwerbung sehen würde. Obwohl sie weder danach gegoogelt hatte noch sich für irgendwelche dazugehörigen Themen (bsp. Schlafstörungen) interessiert hatte. Seine Antwort war zwangsläufig allgemein: Irgendetwas in den gesammelten Daten gibt es, das darauf schließen läßt, daß sie sich für Betten interessieren könnte.

Ok, manchmal scheinen solche Algorithmen daneben zu liegen. Sie ignorierte das nach dem Motto: "Doofer Algorithmus".

Einige Monate später erfuhr sie, daß ihr Freund sie betrog. Es folgte die Trennung. Und sie - suchte bei Ikea nach Betten. Mit anderen Worten: Nun paßte die Bettenwerbung plötzlich.

Die Vermutung liegt nahe: Der Freund, der fremd gegangen war, hatte diverse neue Online-Spuren hinterlassen. Sich für neue Dinge interessiert, vielleicht auch für Betten. Plötzlich mit einer anderen Frau sehr intensiv kommuniziert. Mit der bisherigen Freundin vielleicht weniger, vielleicht verändert.

Das sind alles Spuren, die sich in Korrelationen auswirken können. Wenn sich bei diversen Paaren so ein Muster zeigt: Erst ist das ein Paar. Dann fängt einer der beiden eine intensive Beziehung mit einer anderen Person an. Dann trennen sich beide und der andere sucht nach einem Bett.

Dann ist es "völlig logisch", daß der Algorithmus einer Person, deren Partner nun dasselbe Verhaltensmuster zeigt, ebenfalls Betten vorschlägt.

Oder anders gesagt: Algorithmen ziehen nicht nur das eigene Verhalten zur Einschätzung heran. Sondern zusätzlich das Verhalten anderer Personen, mit denen man selbst interagiert. Damit ein Verhalten, von dem man selbst womöglich gar nichts weiß. Das aber längerfristig Auswirkungen auf einen selbst haben kann bzw. hat.

Und da solche Algorithmen zwangsläufig keine "Geheimnistuerei" betreiben, können über die angezeigten Werbebanner Dinge sichtbar werden, die man auf anderen Wegen jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt erfahren hätte.

Umgekehrt bedeutet das auch: Wer online entsprechend aktiv ist und fleißig Daten produziert. Der teilt womöglich seinen Bekannten über die dort ausgespielte Werbung Dinge mit, die er gar nicht mitteilen möchte.

Wer also ohne Adblocker surft und sich wiederholt über "merkwürdig unpassende Werbung" wundert: Vielleicht deutet die Werbung auf eine Veränderung hin, die in Kürze auf einen zukommen wird.

Tintagel Castle Brigde in Cornwall - Fussgängerbrücke verbindet zwei Teile des Tintage Castle über eine Höhe von 190 Metern und eine Spanne von 60 Metern

10.08.2019 23:06:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Historische Ruinen aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert. Und eine heutige Brücke, die eine Höhe von 190 Metern überspannt.

Das ist die Mischung, die nun die Tintagel Castle Bridge in Cornwall bietet.
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Tintagel Castle Bridge in Cornwall has a gap where it meets in the middle

https://www.dezeen.com/2019/08/09/tintagel-castle-bridge-william-matthews-associates-cornwall/

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In Tintagel im britischen Cornwall gibt es eine Halbinsel. Der Legende nach wurde dort der mythische König Artus gezeugt.

Heute ist die Halbinsel durch einen tiefen Graben vom Festland getrennt. Aber im Mittelalter gab es dort noch Land, so daß es einen relativ waagerechten Zugang vom Land zur Halbinsel gab. Dieser Bereich erodierte, so daß die Halbinsel heute nur über einen schmalen Weg und deutlichem Höhenunterschied erreichbar ist.

Vor ein paar Jahren gab es einen Wettbewerb, dort eine Fußgängerbrücke zu bauen. Die Brücke sollte auf der Höhe des ursprünglichen Weges die Halbinsel wieder mit dem Festland verbinden. Den Zuschlag erhielten William Matthews Associates sowie Ney & Partners.

Die Brücke ist nun fertig und ab morgen nutzbar.

Irgendwann zwischen dem 15. und dem 16. Jahrhundert verschwand diese historische Brücke.

Die neue Brücke hat in der Mitte, dort, wo sich die beiden Teile treffen, einen Spalt von 40 Millimetern. Damit sie sich ausdehnen und zusammenziehen kann.

Die Brücke nutzt zwei Ausleger, die aus Stahl gefertigt sind. Der Belag ist ungewöhnlich: Schiefer aus einem nahegelegenen Steinbruch. Aber die Schieferplatten sind senkrecht eingebaut, so daß man auf den Kanten läuft. Durch die Technik mit den zwei Auslegern waren keine lokalen Gerüste notwendig.

Die beiden Ausleger wurden in Devon innerhalb eines Jahres gebaut und in 5-Tonnen-Stücken transportiert.

In der deutschen Wikipedia

Tintagel Castle

https://de.wikipedia.org/wiki/Tintagel_Castle

ist unten ein Bild eingebunden, das einen Ausschnitt von den Bauarbeiten zeigt. Demnach wurde deutlich höher ein waagerechtes Stahlseil gespannt, an dem ein Kran entlang fuhr. Das scheint ausgereicht zu haben, um die vorproduzierten Brückenteile zu montieren.

Diverse weitere Informationen gibt es unter

Tintagel Bridge

https://www.english-heritage.org.uk/visit/places/tintagel-castle/tintagel-bridge/

Da gibt es auch historische Rekonstruktionen. Die Halbinsel wurde wohl im 5.-7. Jahrhundert genutzt, blieb dann über 500 Jahre lang ungenutzt, bis etwa 1230 eine Burg gebaut wurde, deren Ruinen teilweise heute noch zu besichtigen sind.

Zu den Bauarbeiten fanden sich zwei Videos.

Tintagel Castle - The Making of the New Bridge

https://www.youtube.com/watch?v=WCI7iSe4M5I

Das erste ist eher offiziell und allgemein.

Tintagel Bridge - Everything Must Change (Sometime)

https://www.youtube.com/watch?v=CGTFVj3aCjM

Das zweite zeigt Details des Zusammenbaus. Wo es schon einigen Aufwand erfordert, so ein Fünf-Tonnen-Teil in die Nähe dieses oberen Krans zu bekommen, der das Teil an den Einsatzort bringt. Erst die eine Hälfte von der Landseite. Dann die Hälfte von der Halbinsel her.

World's biggest bicycle parking in Utrecht - 12500 bikes - unter dem Hauptbahnhof von Utrecht gibt es eine dreistöckige Fahrradgarage mit Platz für 12500 Fahrräder

09.08.2019 23:54:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei so einem Bauwerk staunt man nicht schlecht. In Utrecht gibt es einen Hauptbahnhof. Direkt daneben die Hoog Catharijne, ein Einkaufszentrum.

Und unter dem Platz dazwischen - entstand ein dreickstöckiges Parkhaus. Aber nicht für Autos, wie das wohl in Deutschland üblich wäre. Sondern für Fahrräder. Die für deutsche Verhältnisse kaum vorstellbare Zahl von 12.500 Fahrrädern kann dort untergestellt werden.
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ector hoogstad architecten builds the world's biggest bicycle parking in utrecht

https://www.designboom.com/architecture/ector-hoogstad-architecten-the-worlds-biggest-bicycle-parking-utrecht-08-06-2019/

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Das Design konzentriert sich auf drei Aspekte:

> convenience, speed and safety

Komfort, Geschwindigkeit und Sicherheit.

Rot sind die Wege für die Radfahrer in Richtung der Abstellmöglichkeiten markiert. So daß die Radfahrer, die nach dem Abstellen ihrer Räder zu Fußgängern werden, nicht mit Fußgängern kollidieren. Die Anlage enthält nicht zu steile Rampen, die es den Radfahrern ermöglicht, von unten nach oben zu fahren. Für die Fußgänger gibt es Treppen.

Das Innere der Fahrradgarage ist durch Sichtbeton und Stahl gekennzeichnet, so daß sich eine industrielle Ästhetik ergibt. Hinzu kommen Holzverkleidungen und Wände aus Glas, die es ermöglichen, daß die Fußgänger im Treppenhaus auf die Radwege blicken können.

Die Pfeiler, welche diese Konstruktion stützen, setzen sich an der Erdoberfläche in Säulen fort, die einen Baldachin aus großen, kreisförmigen Elementen aufspannen. Damit bekommt der Platz eine bessere Struktur als Treffpunkt für Anwohner und Besucher.

Wenn man nach

Utrecht Central Station

bei Google-Maps sucht, sieht man den Baldachin grade im Bau.

Ector Hoogstad Architecten hatten 2011 den Wettbewerb für die Gestaltung des Fahrradstellplatzes für den Hauptbahnhof gewonnen. Anfang August 2017 wurde der erste Teil der Anlage eröffnet. Nun - im Sommer 2019 - ist das endgültig fertig.

Man sieht an diesem Bauwerk, wie sehr Deutschland bei der Förderung des Fahrradverkehrs und der dafür notwendigen Stadtplanung hinterherhinkt.

Cody Dock Rolling Bridge - Stahlbrücke über dem Verbindungskanal vom River Lea zum Cody Dock im Osten von London, die gerollt werden kann, um Schiffe passieren zu lassen

08.08.2019 22:54:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Gewässer in Städten sind einerseits schön. Andererseits sind sie natürliche Barrieren, die große Umwege bis zur nächsten Brücke notwendig machen können. Brücken wiederum können zwar gebaut werden. Wenn aber drunter Schiffe durchpassen sollen, dann brauchen Brücken womöglich viel Platz und werden teuer.

Im Londoner Osten gibt es das Cody Dock. Eine gemeinnützige Organisation, die verschiedene Veranstaltungen anbietet. Mittelpunkt ist ein wohl ehemaliges Dock, dessen Wasserzufahrt vom River Lea abzweigt. Der Wasserkanal hat gemauerte Ränder, ab und zu fahren dort Schiffe durch. Nicht sonderlich breit. Aber natürlich so breit, daß ein Schiff durchpaßt.

Aber: Da gibt es keine Brücke. Die Folge: Die beiden Teilflächen links und rechts vom Dock, die eigentlich zusammengehören, sind voneinander getrennt. Ferner müßte die Brücke "relativ hoch" sein, was entsprechend Platz benötigen würde.

Die Alternative: Die "Cody Dock Rolling Bridge".
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Cody Dock Rolling Bridge set to revive former industrial site in east London

https://www.dezeen.com/2019/08/07/thomas-randall-page-cody-dock-rolling-bridge-architecture/

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Das Prinzip: Eine Stahlbrücke, die angesichts der kurzen zu überquerenden Wasserfläche ohne weitere Stützen auskommt. Personen können ebenerdig von einer zur anderen Seite gehen und die Wasserfläche damit überqueren.

Zusätzlich hat die Brücke auf beiden Seiten große rechteckige Stahlbügel, die nach oben gehen. Soll ein Schiff durchfahren, gibt es eine Möglichkeit, die Brücke zu bewegen. An den beiden Rändern gibt es Führungsschienen. Per Seilzug wird das Brückenelement gekippt. Auf den rechteckigen Stahlbügeln kippt die Brücke auf den Führungsschienen. Am Ende steht die Brücke auf den beiden rechteckigen Stahlbügeln. Die Fläche, über die Fußgänger gehen, ist nach oben gewandert. Für ein Schiff gibt es nun deutlich mehr Platz.

Hat das Schiff die Engstelle passiert, läßt sich die Brücke wieder zurückklappen. Und erneut von Fußgängern nutzen.

Die Rolling Bridge ist das Herzstück des Masterplans für das Gelände, mit dem dieses viktorianische Dock wiederbelebt werden soll. Gegengewichte in der Rahmenarchitektur sollen dafür sorgen, daß die Brücke ohne Motoren oder Elektrizität in die gewünschte Position gebracht werden kann.

Cody Dock wurde etwa 1870 gebaut, aber in den letzten Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Die Gegend vermüllte. Es gab dann eine Wohltätigkeitsorganisation "Gasworks Docks", die die Gegend zusammen mit PUP Architects wiederbelebte.

Der Masterplan ist Teil der größeren River Lea - Parkentwicklung, die 2006 begann. Entlang der Wasserstraßen werden diverse Gehwege, Radwege und Parks entwickelt. Die Cody Dock Rolling Bridge verbindet zwei dieser Wege und bildet mit Künstlerateliers, Werkstätten, Ausstellungsräumen und einem Café einen Eingang zu diesem Gelände.

Londons Bürgermeister Sadiq Kahn hat Unterstützung angeboten

> with the belief that "the bridge will become an instantly iconic landmark for London".

Auf

Cody Dock Rolling Bridge

https://www.spacehive.com/cody-dock

wurde eine Kampagne gestartet, um Geld für das Projekt zu sammeln. Knappe 200.000 Pfund werden benötigt, der größte Betrag kommt aktuell von der Stadt mit 40.000 Pfund.

Bei Cody Dock

Rolling Bridge Project

https://codydock.org.uk/rolling-bridge-project/

finden sich weitere Informationen.

Wenn die Brücke tatsächlich erstellt wird, dürfte das eine ziemlich einmalige Konstruktion werden.

E-Scooter in Berlin nicht mehr auf Gehwegen, nur noch auf Parkplätzen abstellen - Umwidmung oder grundsätzliche Erlaubnis?

07.08.2019 23:48:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tja, so schnell kann es gehen. Seit Mitte Juni sind E-Scooter zulässig. Hier in Berlin gibt es die Dinger in den Innenstadtbezirken reichlich. Zusätzlich zu den ebenfalls inflationär vorhandenen Leihrädern und E-Bikes.

Was dazu führt, daß an manchen Kreuzungen sehr viele dieser Fahrzeuge herumstehen.

Mit der Konsequenz, daß sich der Platz auf dem Gehweg deutlich reduziert.

Nun gab es eine Runde von drei Bezirksbürgermeistern (Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln) mit der zuständigen Senatorin und den Betreibern.

https://twitter.com/BA_Mitte_Berlin/status/1159072251406368768

> für E-Scooter soll es ausgewiesene Stellflächen auf Straßenland/Parkplätzen geben, kein Abstellen mehr auf Gehwegen, no-park-Zonen zum Beispiel am Brandenburger Tor.

Im Tagesspiegel:

Gespräche mit Vermieterfirmen: Berlin dämmt das E-Roller-Chaos ein

https://www.tagesspiegel.de/berlin/gespraeche-mit-vermieterfirmen-berlin-daemmt-das-e-roller-chaos-ein/24880130.html

Eine Maßnahme: Die Betreiberfirmen deaktivieren die Abstellfunktion an bestimmten Orten, so daß die Roller bsp. nicht mehr am Brandenburger Tor oder am Holocaustmahnmal abgestellt werden können. Die Roller können auf wenige Meter genau geortet werden. Das ist laut einem Tweet bereits von Lime umgesetzt.

Eine zweite Maßnahme sieht sehr vielversprechend aus: Abstellen nur noch auf Parkplätzen, nicht mehr auf Gehwegen. Bzw. in Bereichen, die bislang ohnehin nicht genutzt werden.

Bei letzterem ist davon die Rede, daß man Roller an Kreuzungen, im dortigen 5-Meter-Bereich abstellen könnte. Das halte ich persönlich für aberwitzig. Das Parkverbot für Autos gibt es dort ja nicht ohne Grund. LKW und Busse brauchen zum Abbiegen deutlich mehr Platz.

Allerdings hört sich das im Tagesspiegel etwas ambivalent an:

> Perspektivisch soll das Parkverbot nicht nur auf weitere historisch bedeutsame Orte ausgedehnt werden, sondern auf sämtliche Gehwege, kündigte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) an.

Nämlich nach einem sehr langen Herausschieben.

Ich sehe dagegen eine andere Lösung als "deutlich einfacher": Parkplätze auf der Straße dürfen bzw. müssen sowohl von Autos (wie bisher) als auch von allen Sharing-Fahrzeugen genutzt werden.

Mit der Konsequenz, daß kein einziges Sharing-Fahrzeug mehr auf einem Gehweg abgestellt werden darf. Erst recht nicht in Grünanlagen und ähnlichen Gebieten.

Ferner hat diese Lösung den Charme, daß sie "sofort" umgesetzt werden könnte. Und daß sie sofort zu deutlichen Wirkungen führen könnte. Ohne daß für jede bisherige Parkfläche eine große Diskussion losgeht: Umwidmen oder nicht umwidmen.

Der Zeitraum, den Monika Herrmann (Grüne) ausgibt, halte ich für viel zu lang:

> Ziel sei, „dass wir zum Saisonbeginn 2020 ausreichend Plätze zur Verfügung haben werden“

Da ist eine Veränderung deutlich schneller notwendig. Leute fahren mit Leihrädern in Parks hinein, stellen die Dinger ab. Verlassen den Park auf anderen Wegen. Und das Leihrad findet man einen Tag später im Gebüsch wieder. Können die Nutzer das ausgeliehene Stück nicht mehr im Park abstellen, weil die Uhr weitertickt und Kosten verursacht: Dann landen die Dinger auch nicht mehr an Stellen, wo sie nicht hingehören.

First self driving cars in New York transport passengers at the Brooklyn Navy Yard - erstes Projekt mit autonomen Bussen startet in Brooklyn

06.08.2019 23:54:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

So, der Wettstreit ist eröffnet. Das könnte man angesichts der morgigen Eröffnung in New York festhalten.

Im Navy Yard in Brooklyn, New York, sind ab morgen 7 autonome Kleinbusse unterwegs. Das ist ein 300 Acre (etwa 1,2 Quadratkilometer) großer Industriepark mit mehr als 400 produzierenden Unternehmen.

Die Kleinbusse fahren zwischen diversen Punkten. Unter anderem der NYC Ferry Stop, eine Fähranlegestelle an Dock 72. Und dem Cumberland Gate an der Flushing Avenue. Das sind wesentliche Verbindungspunkte für die dortigen etwa 10.000 Angestellten.
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new york's first self-driving cars transport passengers at the brooklyn navy yard

https://www.designboom.com/technology/new-york-first-self-driving-cars-brooklyn-navy-yard-optimus-ride-08-06-2019/

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Zunächst fährt noch eine Aufsichtsperson mit, die gegebenenfalls eingreifen kann.

Das ist ein gemeinsames Projekt von Brooklyn Navy Yard mit dem Bushersteller Optimus Ride, der auch die Fahrzeuge bereitstellt. Erwartet wird ein Transport von 500 Personen pro Tag und mehr als 16.000 pro Monat.

Werktags wird zwischen 07:00 und 22:30 zwischen dem Dock 72 und dem Cumberland Gate gefahren. Am Wochenende geht die Route vom Dock 72 zum Building 77. Es findet sich allerdings nirgendwo ein Hinweis, wieviele Personen reinpassen. Das müßten 3 * 2, also 6 Personen sein.

Bei Optimus Ride

Optimus Ride Launches New York State’s First Commercial Self-Driving Vehicle System at the Brooklyn Navy Yard

https://www.optimusride.com/press/optimus-ride-launches-new-york-states-first-commercial-self-driving-vehicle-system-at-the-brooklyn-navy-yard

gibt es zwar eine lange Pressemitteilung. Die ist allerdings nicht sonderlich aufschlußreich. Informativer ist ein Beitrag in der New York Times:

Driverless Cars Arrive in New York City

https://www.nytimes.com/2019/08/06/nyregion/driverless-cars-new-york-city.html

Demnach ist der Navy Yard ein privates Gelände. Die Strecke ist etwa eine Meile lang (etwa 1,6 Kilometer), die Nutzung ist kostenlos, jeder kann das nutzen. Aber auch: Dort sind eher wenige andere Autos, Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Die Strecke ist also "hinreichend einfach".

Da wird Samuel I. Schwartz zitiert, der u.a. ein Buch zu dem Thema geschrieben hat:

> “In 2017, autonomous vehicles were two years away from hitting the street,” Mr. Schwartz said. “In 2019, they are at least five years away. Just about everybody that promised autonomous vehicles by 2019 has retrenched. It’s far more complicated than they imagined.”

2017 dachte man, daß bereits 2019 autonome Fahrzeuge auf Straßen eingesetzt werden. Heute geht man eher von einem Zeitpunkt in fünf Jahren aus.

Demnach sind sogar zwei Begleitpersonen an Bord - ein Fahrer und ein Software-Operator.

Das Brooklyn Navy Yard gilt ohnehin als ein Laboratorium für neue Technologien. U.a., weil es Privatgelände ist, so daß geringere Regulationen als auf öffentlichen Straßen gelten. Es setzt sich also das fort, was auch hier in Berlin gilt: Erste Einsätze auf privatem Gelände.

Zu den Brooklyn Navy Yard:

> It is a city within a city, with 400 companies and 10,000 workers. Citi Bike, the bike-share program, was first tried out at the yard before launching in Manhattan. Drones have also been used to inspect buildings.

Die Navy Yard sind damit der perfekte Platz für so einen "ersten Test". Das soll erst einmal über zwei Jahre laufen. Öffentliche Gelder wurden nicht eingesetzt.

Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 15 Meilen (= 24,1 km/h) begrenzt.

Mal sehen, wann die Technologie so weit entwickelt ist, daß diese Fahrzeuge tatsächlich im öffentlichen Bereich eingesetzt werden.

Hier in Berlin soll das allerdings noch im August starten.

Fahrerloser Kleinbus der BVG rollt bald durch Tegel

https://www.tagesspiegel.de/berlin/autonomes-fahren-fahrerloser-kleinbus-der-bvg-rollt-bald-durch-tegel/24861888.html

Seit dem 02.08.2019 ist in Tegel ein autonomer Kleinbus unterwegs, derzeit noch ohne Passagiere. Die sollen in Kürze zugelassen werden. Der Berliner Bus fährt allerdings nur 15 km/h und stammt von Easymile.

Vanke Design Community - Cluster of Workspaces topped by parks - Cluster von Bürogebäuden in Shenzhen, das von oben wie ein grosser Park wirkt

05.08.2019 23:06:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was ist das, was man da in dem Vorschaubild sieht? Es sieht aus wie ein interessant gestalteter, vielfältiger Park.

Aber in Wirklichkeit ist das kein Park, sondern eine ganze Ansammlung von Bürogebäuden. Bei denen sämtliche Dächer begrünt sind. Wobei das Vorschaubild, vergleicht man es mit dem folgenden Bild von der Seite, höchstens die Hälfte der Gebäude zeigt.
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Vanke Design Community is cluster of workspaces topped by parks

https://www.dezeen.com/2019/08/05/vanke-design-community-fcha-shenzhen-china-green-roof-offices/

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Die Gebäude gehören alle zu Vanke, dem größten Immobilienunternehmen in China. Das Ganze ist wie ein Campus gestaltet.

Die Gebäude bieten Platz für Büros, Ausstellungen, Konferenzsäle, einen Hörsaal und eine Werkstatt. Die Gebäude sind so gestaltet, daß es grüne, parkänliche Räume im Erdgeschoss gibt

FCHA, eine der beteiligten Architekturfirmen:

> The design means users can work below ground level "without really thinking you are underground"

Nutzer können im Untergeschoss arbeiten, ohne wirklich zu denken, daß sie im Untergeschoss arbeiten.

Erdgeschosse und Untergeschosse sind durch "große, grüne Hänge" miteinander verbunden. Die Formulierung

> "A balance is made between ensuring the continuity of the public green space on the roof and providing a good environment for underground office space."

legt nahe, daß weite Teile der Grünflächen öffentlich zugänglich sind.

In der Mitte gibt es eine Art Freilufttheater. Ein abgestufter Bereich mit Sitzplätzen und Pflanzen. Flankiert von breiten Betontreppen.

Direkt daneben gibt es ziemlich tief runtergehende schmale Schlitze, welche die danebenliegenden Büros mit Licht versorgen.

Die Büros bieten sowohl durchgehende, offene Büroräume als auch kleinere, abgeschottetere Bereiche für bis zu 30 Personen.

Die Gestaltung ist relativ einheitlich: Heller Sichtbeton, Glas und Stahl.

Bei dem untersten Bild sieht man, wie tief die Gebäude in den Boden eingelassen sind. Links die Fassaden, dazwischen ein Weg. Rechts eine senkrechte Steinwand.

Hinzu kommt eine Stahlbrücke, die sich über einen Teil des Geländes schlängelt und zwei Seiten miteinander verbindet.

Wenn man das mit den derzeit entstehenden typischen Berliner Neubauten vergleicht, dann wirkt so eine Grundkonzeption um Dimensionen fortschrittlicher.

Bei dem Unternehmen Urbanus, das für den Masterplan verantwortlich war, gibt es ein Bild, das den gesamten Komplex zeigt.

VANKE Liuxiandong North Green Belt Landscape Design 2018

http://www.urbanus.com.cn/projects/liuxiandong-north-green-belt/?lang=en

Die Verhältnisse sind beeindruckend: Auf einer Fläche von 37017 Quadratmetern scheinen 29102 Quadratmeter grün zu sein.

 

Gatehouse Road - Shipping Container Micro Homes with green roofs - Schiffscontainer als Mikro-Häuser mit grünen Dächern - Projekt in Aylesbury, um schlecht genutzte Flächen besser zu nutzen

04.08.2019 23:37:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der Bau von Häusern ist teuer. Eine Alternative ist die Nutzung von Strukturen, die bereits vorhanden und "nur" umgerüstet werden müssen. Etwa von ehemaligen Schiffscontainern, die für verschiedenste Wohnprojekte als "Ausgangsmaterial" dienen.

Im britischen Aylesbury, etwa 72 Kilometer nordwestlich von London, hat nun Fraser Brown MacKenna Architects die Baugenehmigung dafür erhalten, diverse Mikro-Häuser basierend auf Schiffscontainern zu erstellen. Ferner sollen die Schiffscontainer mit "grünen Dächern" ausgestattet werden.
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Shipping-container micro homes with green roofs planned for UK

https://www.dezeen.com/2019/07/31/shipping-container-micro-home-fraser-brown-mackenna-architects/

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Auftraggeber ist der "Vale of Aylesbury Housing Trust", ein Unternehmen, das dort diverse Häuser und Flächen besitzt. Gatehouse Road ist ein kostengünstiges Wohnprojekt, das zu einer Reihe von Sanierungsmaßnahmen gehört, mit denen nicht ausreichend genutzte Flächen aufgewertet werden sollen. Der Standort ist derzeit von Garagen belegt.

Jeder Container wird mit einem Innenleben von 26,2 Quadratmetern ausgestattet: Bett und Schränke, eine kleine Nasszelle, eine kleine Küchenecke, daneben Platz für einen Schreibtisch und eine Sitzgelegenheit.

Diese Studios mit einem Schlafzimmer sollen als Sozialwohnungen oder an Studenten vermietet werden.

Schiffscontainer wurden als Basis gewählt, um die Kosten für das Gesamtprojekt zu senken und um eine Vorabfertigung zu ermöglichen.

Die Container werden terrassenförmig angeordnet. Jeweils gegeneinander versetzt, so daß sich ein kleiner privater Bereich vor jedem Container ergibt. An beiden schmalen Seiten gibt es eine kleine Veranda.

Die Schiffscontainer werden an allen vier Längsseiten isoliert, die beiden Querseiten bekommen doppelt verglaste Fenster, um die Heizkosten niedrig zu halten.

Die Dächer werden mir Sedumpflanzen bepflanzt, also Dickblattgewächse wie Fetthennen und Mauerpfeffer.

Drumherum sollen weitere Bäume gepflanzt werden. Ferner gibt es eine Gemeinschaftseinheit mit Waschmöglichkeiten. Farbiger Asphalt und Pflastersteine sollen das Gelände aufwerten. Weg von dem bisherigen "unsozialen Gebiet", hin zu einer "Home-Zone".

Bei den Architekten:

Gatehouse Road - Aylesbury:

https://www.fbmarchitects.com/project/gatehouse-road-aylesbury/

Demnach sollen das nur sieben Container werden. Plus ein hinzugefügter Container, der Waschmaschinen und Fahrradständer enthält.

> The Vale of Aylesbury Housing Trust have a rolling programme of regenerating problematic garage-sites within their portfolio and were interested in the use of off-site construction to accelerate the programme and to reduce costs.

Demnach gibt es da einige problematische "Garagen-Gegenden", die durch solche kleinen Wohneinheiten ersetzt werden sollen.

Ein Bild zeigt die spätere Gesamtansicht.

The Tanks at Bushwick Inlet Park - ten decommissioned oil tanks on the brooklyn waterfront - Gruppe setzt sich für den Erhalt und die Neugestaltung von 10 Öltanks in Brooklyn ein

03.08.2019 23:46:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Abreißen und die Flächen komplett neu gestalten? Oder diese alten Industrieanlagen erhalten, neu gestalten und sie für neue Zwecke nutzen?

Dieser Konflikt, den jede Großstadt kennt, gibt es seit 2015 in Brooklyn, New York.

Sucht man bei Google-Maps nach

Bushwick Inlet Park, Kent Avenue, Brooklyn, New York, USA

Dann sieht man sofort die Herausforderung:

Am nördlichen Ende von Williamsburg verläuft die Kent Avenue einigermaßen parallel zum East River. Gekreuzt von lauter Querstraßen, die nur mit Nummern versehen sind: N 7th Street - N 10th Street: In dem Bereich liegt der Bushwick Inlet Park. Nordöstlich davon gibt es zwei weitere Streifen. Dann folgt ein unregelmäßiges Grundstück, das im Norden von einem kleinen Meeresarm begrenzt ist, dem Bushwick Inlet.

Dort stehen 10 ehemalige Öltanks. Plus ein altes, wohl schon seit Jahren nicht mehr genutztes Gebäude, eine große Freifläche und ein zweites, ebenfalls verwarlostes Gebäude.

In der Stadt gibt es wohl Pläne für einen Abriß. Aber eine Gruppe, bestehend aus STUDIO V, ein Architekturunternehmen und die Landschaftsarchitekten von Ken Smith Workshop, will diese Öltanks in einen 21-Jahrhundert-Park einbinden.
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Architects Propose to Repurpose Decommissioned Industrial Tanks on Brooklyn’s Waterfront

https://www.archdaily.com/922294/architects-propose-to-repurpose-decommissioned-industrial-tanks-on-brooklyns-waterfront

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Zwischen der Parzelle mit den Öltanks und dem bisherigen Bushwick Inlet Park liegen noch zwei weitere streifenförmige Grundstücke. Der eine scheint bereits begrünt zu sein und wird als "Bushwick Inlet Popup Park" genutzt. Auf der zweiten Parzelle, direkt neben dem bisherigen Park, ist bislang noch eine große Halle.

Die Idee: Die Öltanks für verschiedene Zwecke umgestalten. Vertikale Gärten, Kunst- und Aufführungsräume. Oder sogar "Bruträume" für Austern:

> The tanks can house a picnic grove of birch trees and wildflowers, reflecting pools of water with hanging vines, a theater that seats 250, rocky landscapes and adventure playgrounds, and even an Oyster Farm to help regrow the devastated Oyster population in the New York Harbor.

Möglichkeiten für Birken und Wildblumen, Wasserbecken mit hängenden Weinreben. Ein Theater mit 250 Plätzen. Ein Abenteuerspielplatz. Austern gab es wohl früher im New Yorker Hafen. Die könnten mit einer Austernfarm wiederbelebt werden.

Die Tanks stehen selbst immer in einer Umhüllung aus Stahl drin. So daß das immer Doppelstrukturen aus einem äußeren Ring und dem eigentlichen Inneren des Tanks sind.

Für den Umgang mit solchen alten Industrienachlässen gibt es kein Patentrezept. Allerdings sieht man das ja auch hier in Berlin: Jene Gebäude und Industriedenkmäler, die erhalten blieben und die heute bsp. Platz für Veranstaltungen bieten, bringen immer eine ganz eigene Atmosphäre mit, die in Neubauten einfach nicht zu finden ist.

Beim Durchklicken durch die Bilder sieht man: Manche Tanks sollen auf der Seite teilweise aufgeschnitten werden, um direkte Zugänge zu bieten. Andere sind über Außentreppen nur von oben her zugänglich, innen führt eine Treppe nach unten. Der große Tank mit dem Lastarm soll Körbe im Wasser enthalten, die für Austern als ruhige Brutstätten dienen. Der Tank ist über einen Kanal ans Wasser angebunden. Zwischen den vier Tanks am Ende gibt es Brücken ganz oben, über die man von einem Tank zum nächsten kommen kann.

Ein Video zeigt Diskussionen und diverse Bilder.

#SaveTheTanks - The Tanks

https://www.youtube.com/watch?v=9FelVeyBlao

Weitere Informationen gibt es auf der Website:

The Tanks

http://thetanksbk.com/

Ferner gibt es eine Petition auf change.org, um die Tanks zu erhalten.

Cockroach-inspired robot - Mini-Roboter, der sich an Kakerlaken orientiert, sehr schnell und sehr robust ist - Ergebnisse von der University of California, Berkeley

02.08.2019 23:59:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Robotern denkt man schnell an "hinreichend große" Konstruktionen. Die stabil sind und die genügend tragen können. An der University of California, Berkeley haben Forscher aus den USA und China nun einen anderen Weg eingeschlagen.

Und sich Kakerlaken als Vorbild genommen.

Und zwar in zweifacher Hinsicht: Zum einen können sich Insekten, relativ zu ihrer Körpergröße, sehr schnell bewegen. Zum anderen sind sie vergleichsweise widerständig. Wenn man auf eine Kakerlake tritt, kann diese das durchaus überleben.
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You can’t squash this roach-inspired robot

https://news.berkeley.edu/2019/07/31/you-cant-squash-this-roach-inspired-robot/

Das Video direkt auf YouTube:

This robot has some eerie similarities to cockroaches

https://www.youtube.com/watch?v=UtjlbI_dIYI

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Liwei Lin, ein an der Studie beteiligter Professor:

> “Most of the robots at this particular small scale are very fragile. If you step on them, you pretty much destroy the robot,”

Die meisten Roboter in dieser Größenordnung sind sehr fragil. Tritt man auf einen drauf, ist er kaputt. Ganz anders dieser Robot. Da treten Leute mit 50 kg Gewicht drauf - und er bleibt stabil.

Der Roboter, der etwa die Größe einer Briefmarke hat, besteht aus einer dünnen Schicht eines piezoelektrischen Materials, genannt Polyvinylidene Fluoride (PVDF). Wird an diese ein Wechselstrom angelegt, streckt sich das Stück oder zieht sich wieder zusammen. Hinzu kommt eine Art "Fuß" am vorderen Ende und eine Beschichtung mit eine elastischen Kunststoff. Das Ergebnis:

> The researchers coated the PVDF in a layer of an elastic polymer, which causes the entire sheet to bend, instead of to expand or contract. They then added a front leg so that, as the material bends and straightens under an electric field, the oscillations propel the device forward in a “leapfrogging” motion.

Das "Tierchen" biegt und streckt sich und kann sich damit fortbewegen.

Der Roboter sieht erst einmal sehr simpel aus. Aber er hat ein paar interessante Eigenschaften. So ist er schnell - das Zwanzigfache der eigenen Länge pro Sekunde. Das ist ähnlich schnell, wie sich Kakerlaken fortbewegen können. Er kommt überall durch, kann gewisse Steigungen bewältigen und kann geringe Lasten tragen, etwa Erdnüsse.

Eigentlich faszinierend:

> Perhaps most impressively, the robot, which weighs less than one tenth of a gram, can withstand a weight of around 60 kg — about the weight of an average human — which is approximately 1 million times the weight of the robot.

Bei einem Eigengewicht von weniger als 0,1 Gramm verkraftet er das Gewicht eines 60-kg schweren Menschen, etwa das einmillionfache des eigenen Gewichts.

Das könne man auch bei Kakerlaken beobachten:

> “People may have experienced that, if you step on the cockroach, you may have to grind it up a little bit, otherwise the cockroach may still survive and run away,” Lin said. “Somebody stepping on our robot is applying an extraordinarily large weight, but [the robot] still works, it still functions. So, in that particular sense, it’s very similar to a cockroach.”

Wenn man nur auf eine Kakerlake tritt, muß man etwas den Fuß drehen. Wenn nicht, kann sie überleben und rennt weg. Ähnlich der Robot: Ein hohes Gewicht zerstört nicht die Funktionalität.

Aktuell erfolgt die Stromversorgung noch über einen dünnen Draht, den man auf dem Bild mit dem drauftretenden Fuß sieht. Das soll durch eine kleine Batterie ersetzt werden. Ferner soll ein Gas-Sensor dazu kommen. Und eine Möglichkeit, wie der Roboter Objekten ausweichen kann.

Einsatzmöglichkeiten sind Erkundungen und Rettungseinsätze. In Situationen, die für Menschen oder Hunde zu gefährlich sind.

> “For example, if an earthquake happens, it’s very hard for the big machines, or the big dogs, to find life underneath debris, so that’s why we need a small-sized robot that is agile and robust,”

Wenn es bsp. ein Erdbeben gab, sind "schwere Maschinen" oder große Hunde kaum einsetzbar, um Verschüttete zu finden. Dafür ist ein sehr kleiner Roboter, der agil und robust ist, hilfreich.

Color Assimilation Grid Illusion - Black and white Photo with Color - optical illusion - Schwarz-Weiss-Photo wirkt wie ein Farbphoto

01.08.2019 23:46:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das, was man da in dem Vorschaubild sieht: Ist das ein Schwarz-Weiß-Photo oder ist das ein Farbphoto?

Ok, die Verkleinerung im Browser sorgt für eine zusätzliche Verzerrung.

Aber wenn man sich das Bild in der Originalgröße ansieht: Das ist ein Schwarz-Weiß-Photo, das mit einzelnen farbigen Gitterlinien überzogen ist. Und was macht das menschliche Gehirn daraus? Farbige Flächen.
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Black And White Photo Goes Viral Because People Are Seeing It In Color Due To An Optical Illusion

https://designyoutrust.com/2019/07/black-and-white-photo-goes-viral-because-people-are-seeing-it-in-color-due-to-an-optical-illusion/

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Wobei das wohl für die einen besser klappt als für andere.

Der Autor bei Designyoutrust meint:

> I say apparently because somehow it doesn’t quite work for me, I only see annoying colored grids all over the photo!

Für ihn funktioniert das nicht so richtig. Er sieht nur nervige farbige Gitter auf dem Photo.

Für mich funktionieren die Blau-, Grün- und Gelbtöne wunderbar. Da werden die farbigen Linien ausgedehnt auf die ganze Fläche, so daß das T-Shirt blau, grün oder hellgelb wirkt.

Rot funktioniert für mich dagegen gar nicht. Da bleibt das ein "nerviges Gitter".

Wenn man sich das Bild abspeichert und bsp. mit Paint öffnet: Dann kann man mit der Pipette Stellen auswählen. Alle Stellen zwischen den Gitterlinien - sind nur Grautöne, da ist nichts farbiges dabei.

Das Prinzip:

> The image, created by digital media artist and software developer Øyvind Kolås, tricks your brain into ‘filling in the gaps,’ taking the cues from the colored lines to predict what the rest of the picture should look like.

Das Bild trickst das Gehirn aus. Die Hinweise der farbigen Linien "sagen" dem Gehirn, wie es die Umgebung drumherum wahrnehmen solle.

Øyvind Kolås, der das entwickelt hat, nennt das eine "Color Assimilation Grid Illusion".

Drunter folgen zwei weitere Bilder. Interessant ist bei dem ersten für mich, daß hier das blaue Gitter gar nicht funktioniert, das dunkelrote direkt daneben aber wunderbar. Die feineren schrägen Linien (gleiches Bild, andere Bearbeitung) erzeugen dagegen weitaus besser die Illusion einer gleichmässigen Farbfläche.

Der ursprüngliche Blogbeitrag:

Color Assimilation Grid Illusion

https://www.patreon.com/posts/color-grid-28734535

Da gibt es auch das - im Original farbige - und das auf Grautöne herunterskalierte Bild.

Three pink Seesaws on US Mexico Border Wall - Ronald Rael installiert drei pinkfarbene Schaukeln an der Grenze USA-Mexiko, die es Kindern ermöglichen, zu wippen

31.07.2019 23:52:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den USA sind die Pläne zum Bau einer Mauer zwischen der USA und Mexiko höchst umstritten. Ronald Rael, Architekt und Anti-Border-Wall Aktivist, hat nun eine verblüffende kleine Lösung installiert.

In El Paso, im westlichsten Zipfel von Texas, verläuft die Grenze zwischen den USA und Mexiko direkt durch die Stadt, deren mexikanischer Teil Ciudad Juárez heißt. Sieht man sich das bei Google-Maps an, dürfte das historisch eine Stadt gewesen sein, die irgendwann einmal in zwei Teile aufgeteilt wurde. Der südwestliche Teil liegt nun in Mexiko, der nordöstliche Teil in den USA.

Dort gibt es bereits eine Mauer, die dort aus hohen Stahlstreben besteht. So daß man auf die andere Seite durchsehen kann, aber nicht durchkommt. Ferner sind diese senkrechten Stahlstreben unten durch einen waagerechten Strang miteinander verbunden.

Der Platz reicht jedoch aus, um eine schmale Schaukel durchzuschieben. Die hat in der Mitte ein Gelenk, das auf dem waagerechten Strang aufgelegt werden kann.

Ergebnis: Zwei Kinder - eines in Mexiko, das andere in den USA - können miteinander wippen.
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rael san fratello installs pink seesaws on US-mexico border wall

https://www.designboom.com/architecture/ronald-rael-san-fratello-installs-seesaws-on-us-mexico-border-wall-07-31-2019/

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> ‘the wall became a literal fulcrum for US-mexico relations and children and adults were connected in meaningful ways on both sides with the recognition that the actions that take place on one side have a direct consequence on the other side.’

Die Mauer wurde zu einem Dreh- und Angelpunkt im Sinne des Wortes. Für das Verhältnis der USA zu Mexiko. Aktionen auf der einen Seite haben direkte Konsequenzen auf der anderen Seite.

Auf Instagram hatte Ronald Rael einen zusammengesetzten Beitrag gepostet: Zwei Videos, darunter eine Drohnenaufnahme. Und einige Bilder.

rrael:

https://www.instagram.com/p/B0fY2R6hfKr/

Der Account:

Ronald Rael

https://www.instagram.com/rrael/

Es gab wohl schon 2009 die Idee für einen "Border Play Park".

Der Blick von oben

El Paso, Texas, USA

zeigt, daß die Grenze direkt am Fluß, am Rio Grande verläuft. So daß die beiden Siedlungen auf beiden Flußseiten eigentlich zusammengehören, nun aber zu zwei verschiedenen Ländern gehören.

WaterGunChallenge - wenn es heiss ist - gefüllte Wasserpistolen verteilen und sehen, wer wie reagiert

30.07.2019 22:43:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Ideen sind doch köstlich. Es ist Sommer, es ist heiß. Ab und zu ist es sehr heiß. Was braucht es da? Abkühlung, Wasser. Am besten fein zerstäubt aus einer Wasserpistole.

In Richmond, Virginia (VA) hatten sich deshalb zwei Leute zwei Wasserpistolen gekauft. Diese mit Wasser gefüllt. Und Leute auf der Straße "zum Duell aufgefordert".
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Leute auf der Straße zu einem Wasserpistolenduell herausfordern

https://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/leute-auf-der-strasse-zu-einem-wasserpistolenduell-herausfordern/

Das Video auf YouTube:

#WaterGunChallenge Richmond, VA - WATER GUN FIGHTS

https://www.youtube.com/watch?v=cHqsAw-EX3E

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Die einen wollten nicht. Ok, vielleicht Termine. Die zweiten winkten auch ab. Aber einige ließen sich mit großem Vergnügen darauf ein.

Bei 00:47 wird eine Gruppe angesprochen. Die einen wehren ab - aber einer ergreift die Wasserpistole und hat viel Spaß.

Ganz zum Schluß wird ein älterer Herr aufgefordert, der Hemd und eine schicke Hose anhat. Er scheint kaum etwas abbekommen zu haben.

Auf Twitter:

Einer der Initiatoren:

https://twitter.com/_jRoth/status/1155135083008942080

Der ältere Herr hat das auf seinem Twitter-Account retweetet:

https://twitter.com/mhjb4/status/1156008712605061121

 

Ob so etwas auch in Berlin funktionieren würde?

Balanced Gourds and stacked Loaves - ChangKi Chung creates bountiful still lifes - balancierende Früchte als üppige Stilleben

29.07.2019 23:30:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

Beim Begriff "Stilleben" denke zumindest ich an klassische Gemälde, die verschiedenste Früchte, Obst oder ähnliches zeigen. Eventuell in schönen Schüsseln oder sorgfältig auf Tellern angeordnet.

ChangKi Chung aus Korea schafft eine ganz eigene Welt von "Stilleben": Er baut Türme, vergleichbar kleinen Türmen aus Steinen, aus verschiedensten Früchten und Gemüse. Oder stapelt unterschiedliche Brotlaibe übereinander.
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Balanced Gourds and Stacked Loaves Compose Bountiful Still Lifes by ChangKi Chung

https://www.thisiscolossal.com/2019/07/still-lifes-by-chang-ki-chung/

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Ein Bild zeigt gestapelte Steine. Auf dem obersten Stein ist ein Bündel Weintrauben. Oder Kürbisse, abgestützt durch eine Spargelstange.

Und gekochte Eier: Auf dem herausgelösten Eigelb liegt ein ganzes Ei. Drüber ein halbiertes und nochmals höher wieder ein ganzes Eigelb.

Die "roten, übereinandergestapelten Blöcke" sind Würfel aus Roter Bete.

Für eine Serie wurde der Künstler von der französischen Zeitung "Le Monde" beauftragt, pro Woche ein neues Stilleben zu erschaffen.

Auf Instagram

changki_chung

https://www.instagram.com/changki_chung/

gibt es noch diverse weitere dieser Bilder zu sehen. Darunter auch einige, bei denen diese Stilleben als Illustration für Artikel dienen. Etwa, wenn ein Bündel Weintrauben einen Stab schräg balanciert, auf dem zwei Weingläser stehen.

Ältere Arbeiten

https://www.instagram.com/p/BhRTh97l5gB/

erinnern an klassische Konzepte von Stilleben. Nur daß diese Bilder eben nicht gemalt, sondern photographiert sind. So daß ein Bild zwei Künste vereinigt: Das Auswählen und Arrangieren der Objekte sowie das Photographieren.

Diverse weitere Bilder gibt es auf der Website:

Images:

http://www.chungchang-ki.com/chang_ki_chung_still_life_01.php?lang=en

Da gibt es auch Serien zu Kornblumen. Schwarz-Weiß-Stilleben mit Schmetterling auf einer Birne.

Oder

http://www.chungchang-ki.com/chang_ki_chung_amsterdamholic.php?lang=en

teils gestapelte Früchte, auf einem fast schwarzen Brett vor einem schwarzen Hintergrund angeordnet.

Luum Temple - Bamboo Pavilion for practising yoga - Yoga Pavillon in Tulum - Mexiko - vom CO-Lab Design Office

28.07.2019 23:32:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin gibt es im Sommer diverse Sportgruppen, die draußen unterwegs sind. Teils Zirkeltraining-Gruppen, teils Laufgruppen. Aber auch Yoga-Gruppen, die sich - mit Trainingsmatten ausgerüstet - auf der Wiese im Kreis anordnen.

Im mexikanischen Tulum gibt es die Luum Zamá Siedlung. Dort in der Nähe, mitten im Wald bzw. Dschungel, wurde dieser Pavillon vom örtlichen Studio CO-Lab Design Office entworfen und gebaut.

Der Pavillon soll sowohl für Yoga, Meditationen als auch für Workshops und andere Gemeindeversammlungen genutzt werden.
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CO-LAB Design Office creates bamboo yoga pavilion in Tulum

https://www.dezeen.com/2019/07/26/luum-temple-co-lab-design-bamboo-yoga-pavilion-tulum/

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Der Bambus stammt aus dem benachbarten Bundesstaat Chiapa und wurde dort nachhaltig angebaut. Die Entscheidung fiel u.a. deshalb auf Bambus, weil dieser Hurrikanen widerstehen kann.

Flache Teile aus Bambus wurden vor Ort gebogen und verschraubt, um die Struktur zu erschaffen.

Der Pavillon ist völlig symmetrisch aufgebaut. 5 Hauptbalken, die sich gegenseitig stützen, sind kreisförmig angeordnet. Diese bilden aber nicht Dachgiebel, sondern gehen bis zum Boden herunter. Die Abschnitte dazwischen sind als große Bögen gestaltet.

Bei den Bildern des Pavillons kann man leicht die Orientierung verlieren. Da das Gebäude zu beeindruckend wirkt. Hilfreich sind die Skizzen ganz am Ende des Beitrags. Diese zeigen, wie der Pavillon insgesamt aufgebaut ist.

Das Studio stellte fest: Bambus wächst sehr schnell, läßt sich rasch ernten. Und hat ein sehr gutes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht. Das macht sich besonders beim Zusammenbauen bemerkbar.

> bamboo is a leading sustainable material with amazing potentials

Bambus sei deshalb ein führendes nachhaltiges Material mit großem Potential.

Bedeckt ist die Bambuskonstruktion mit einem Strohdach, bestehend aus dem lokal verfügbaren Zacate Gras. Das gibt es in der Region reichhaltig. Diese Technik schützt die Struktur vor Regen und Sonne, ist aber gleichzeitig genügend luftdurchlässig.

Die Konstruktion wurde mit Software entwickelt. Ferner wurden lokale Bauherren hinzugezogen sowie ein Ingenieur, der auf Bambusstrukturen spezialisiert ist.

Nachdem die Bögen angehoben worden waren, wurden sie durch dieses relativ kleingliedrige Dreiecksmuster miteinander verbunden. Dann kamen noch zwei Schichten eines eng verwobenen Bambusgitters dazu.

Die Website

http://www.luumzama.com/

zeigt, daß Luum Zamá ganz im Südosten von Mexiko liegt. Östlich ist der Atlantik, leicht nördlich Kuba. Da ist mit teils rauhen Wetterbedingungen zu rechnen.

M.I. Bookstore with large Book Tower - Buchladen in Harbin in der Provinz Heilongjiang in China - Innengestaltung von HMA Architects & Designers

27.07.2019 23:58:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie gestaltet man einen Buchladen im Inneren? In Deutschland mag man an die teils kleinen innerstädtischen Buchläden denken. Mit wenig Platz und vielen Büchern.

Anderswo dagegen werden "Buchläden" zu Tempeln des Lesens. So wurde in Harbin in Chinas nordöstlichster Provinz Heilongjiang ein "Buchladen" eröffnet.

Der in seiner Mitte einen großen "Bücherturm" hat. Wie ein hoch aufragender Baum, an dem man allerdings über die drumrum führende Treppe langsam nach oben gehen kann.
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M.I. Bookstore / HMA Architects & Designers

https://www.archdaily.com/921738/mi-bookstore-hma-architects-and-designers

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Durch die Milchglasscheiben auf der Südseite fällt Sonnenschein in die Etage und produziert Licht und Schatteneffekte.

Inspiriert waren die Innenarchitekten von den Greater Khingan Mountains, einem langgestreckten Bergzug, der im nordwestlichsten Teil der Provinz Heilongjiang beginnt. Dort wird im Winter unter Schnee neues Leben geboren, das Land ist fruchtbar, es gibt viel Sonne und viel Wasser. Natürliche und einfache Materialien wurden genutzt, gemasertes Holz und Stahl.

Der Buchladen erstreckt sich eigentlich über eine Fläche von drei Stockwerken. Wobei auf der Ebene des Bücherturms zwei Stockwerke zu einem zusammengezogen wurden.

Man kann langsam den Weg um den Bücherturm hochgehen. Nach draußen auf die belebte Straße sehen. Oder schließlich auf der Ebene des nächsten Stockwerks abzweigen und eine der beiden kleinen "Leseplattformen" nutzen.

Das sind zwei Gebilde, die wie langgezogene Kugeln aussehen. Am Rand gibt es Platz für diverse grüne Pflanzen. Innen Bänke zum Lesen. Die obere Hälfte der Kugeln wird durch gebogene Hölzer gebildet. So daß aufragende Pflanzen Halt finden.

Aus den Skizzen geht hervor, daß der Bookstore die Etagen 7 - 9 belegt.

Ferner gibt es in der Mitte des Bücherturms weitere Sitzgelegenheiten zum Lesen.

Es gibt also unzählige Möglichkeiten, wie man sich innerhalb dieser drei Stockwerke bewegen kann.

1000 Color Wave - Emmanuelle Moureaux creates 1000 colors for auditorium seats - japanische Designerin gestaltet Sitzplätze im Imabari City Auditorium farbig

26.07.2019 23:49:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge sind einfach weltweit einheitlich. Bis dann jemand kommt - und das ganz anders macht.

So sehen wahrscheinlich die allermeisten Veranstaltungssäle beim Blick auf die Stühle einheitlich aus: Alle Stühle sind auf dieselbe Art und Weise hergestellt und nutzen dieselben Farben.

Ganz anders dagegen ist die neue Bestuhlung im Imabari City Auditorium, einem Veranstaltungs- und Theaterhaus, gestaltet. Das liegt in der Stadt Imabari in der Präfektur Ehime.

Dort hat die Designerin Emmanuelle Moureaux ihre "1000 Color Wave" verwirklicht.
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emmanuelle moureaux crafts 1000 different colors for japanese auditorium seats

https://www.designboom.com/design/emmanuelle-moureaux-1000-colors-wave-imabari-color-show-japan-07-23-2019/

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Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Imabari hat eine führende Textilfärbeindustrie.

Und das Auditorium hat 1002 Sitzplätze. Wie man einem PDF entnehmen kann, das den Veranstaltungsraum beschreibt.

https://www.city.imabari.ehime.jp/kanzai/kokaido/

Ferner ist dort das Auditorium im ursprünglichen Zustand zu sehen. Da sind die Stühle noch alle einheitlich.

Für die Installation hatte Emmanuelle Moureaux 1000 Farbtöne geschaffen und jeden Sitz individuell eingefärbt. Das Problem dabei:

> even though the same water, formula, and environment that are employed during the dyeing process, the slightest change in weather or temperacture can completely disrupt the result of the pigmentation.

Auch wenn dasselbe Wasser, dieselbe Formel und dieselben Umgebungsbedingungen beim Färbeprozess verwendet werden, können geringste Abweichungen des Wetters oder der Temperatur zu unerwünschten Effekten bei der Einfärbung führen.

Diese Farbpalette erzeugt eine Welle, welche die Welle an der Decke verlängert. Die Stühle sind im Original mit Stoff bezogen. Dieser wurde umgefärbt. Normalerweise findet die Show auf der Bühne statt. Nun sind die Sitze die Show.

Von der Designerin gibt es mehr auf ihrer Website zu sehen:

Emmanuelle Moureaux

https://www.emmanuellemoureaux.com/

Dieses Muster von 100 oder mehr Farbtönen taucht in diversen Arbeiten und Installationen auf.

Balance - Basketball Court Mural in Lisbon - portugisischer Künstler AkaCorleone gestaltet ein öffentliches Basketball-Feld in Lissabon als Mural

25.07.2019 23:41:32, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Murals denkt man zunächst an Bilder, die auf Hauswänden, Brücken, Unterführungen oder ähnlichem angebracht sind. So daß die "Leinwand" für das Mural senkrecht ist.

Eine andere Variante von Murals sind jene Bilder, die auf ebenen Flächen erstellt werden. So daß sich das ganze Bild erst aus der Luft erschließt. Noch etwas komplizierter wird es, wenn die zu gestaltende Fläche eine explizite Funktion hat, die weiterhin erhalten bleiben muß.

Etwa, wenn es sich um ein Basketballfeld im öffentlichen Raum handelt. Der portugisische Künstler AkaCorleone hat ein solches öffentliches Basketball-Feld in Lissabon gestaltet.
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Competing Points of View Find Unity in a Basketball Court Mural by AkaCorleone

https://www.thisiscolossal.com/2019/07/basketball-mural-by-akacorleone/

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Das Basketballfeld liegt im "Campo dos Mártires da Pátria".

Campo dos Mártires da Pátria, Lissabon

Das ist ein Park, der sich in Lissabon ungefähr in Nord-Süd-Richtung erstreckt. Der Park besteht aus zwei Teilen, einem kleinen im Norden, einem deutlich größeren Teil im Süden, dazwischen eine Straße.

Bei Google-Maps sieht man, daß im oberen Teil ein Basketballfeld vorhanden ist - noch ohne das Mural.

Das Mural besteht aus relativ wenigen, kräftigen Farben. Es zeigt stilisiert eine Frau, die eine Erdkugel hält. Und auf der gegenüberliegenden Seite einen Mann mit Brille.

Die Anordnung ist so ähnlich, wie man das von Spielkarten her kennt, auf denen zwei Figuren zu sehen sind.

Der Titel "Balance" soll auf das "Zusammenkommen" und Ausbalancieren hinweisen: Im Basketballspiel und beim Zusammenkommen der Nachbarn.

> “The search for a true balance, a perfect duality between two people, two teams, two sides, two realities, is hard to achieve, but it’s possible.”

Die Suche nach einer wahren Balance, einer perfekten Dualität zwischen zwei Personen, zwei Teams, zwei Seiten oder Realitäten. Schwer zu erreichen, aber möglich.

> “The concept behind the art for this project was to play with the notion of duality, of two different points of view, two different sides that complement each other like to opposite versions of the same reality that can only be understood as one.”

Das Konzept hinter diesem Bild war das Spiel mit der Dualität: Verschiedene Blickwinkel, verschiedene Seiten, die sich komplementär zueinander verhalten. Die nur als Ganzes verstanden werden können.

Ein Blick auf den Instagram-Account

akacorleone

https://www.instagram.com/akacorleone/

zeigt diverse Murals mit ähnlichen, kräftigen Farben und relativ großen Farbflächen.

Bei StreetArtNews

“Balance” BasketBall Court by AKACORLEONE in Lisbon, Portugal

https://streetartnews.net/2019/07/balance-basketball-court-by-akacorleone-in-lisbon-portugal.html

gibt es weitere Bilder. Da sieht man auch Luftaufnahmen, aus denen deutlich wird, daß es sich tatsächlich um das Basketballfeld im oberen Teil des Parks handelt.

Cheer Project - Pine Needles transformed into biodegradable composite material - Gaurav MK Wali aus Indien nutzt Kiefernnadeln für verschiedenste Alltagsgegenstände

24.07.2019 23:47:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Kiefernnadeln mag man an Weihnachten denken. Aber im Norden von Indien sind Kiefernnadeln ein ernsthaftes Problem.

In den beiden nördlichen Regionen Himachal Pradesh und Uttarakhand gibt es ausgedehnte Kiefernwälder, etwa 40.000 Quadratkilometer. In jeder Saison (wohl eine Saison pro Jahr) gibt es 500 Brände, die dadurch entstehen, daß die trockenen Kiefernnadeln auf dem Waldboden in Brand geraten. Das Problem ist ziemlich unkalkulierbar und ungelöst.

Der indische Designer Gaurav MK Wali hatte sich mit dem Thema beschäftigt. Die sehr langen Kiefernnadeln lassen sich trennen. Mittels natürlicher Bindemittel und Wachse läßt sich daraus ein Material entwickeln, das mit natürlichen Farbstoffen aus Nahrungsmitteln und Gewürzen gefärbt werden kann.

Das Ergebnis: Ein zu hundert Prozent biobasiertes Material, das vollständig biologisch abbaubar ist und recycelt werden kann. Das trotz seiner Ausgangsstoffe feuerhemmend und wasserabweisend ist. Und dessen Herstellungsprozeß keine Umweltverschmutzung oder Abfall produziert.
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gaurav mk wali transforms pine needles into biodegradable composite material

https://www.designboom.com/design/gaura-vm-kwali-pine-needles-material-cheer-project-07-23-2019/

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Der gesamte Produktionsprozess soll als nachhaltiges Handwerk betrieben werden, um Arbeitsmöglichkeiten für die Bewohner in Himachal Pradesh zu schaffen.

Es sei ein Experiment, basierend auf einem lokalen Material zu testen, ob man die ständig wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Materialien so erfüllen könne.

Das Konzept verschmilzt damit lokale Handwerkskunst und die nachhaltige Nutzung eines vorhandenen, natürlichen Materials. Das bislang eher als Störfaktor oder unverwendbar betrachtet wurde.

"Die Wiederentdeckung der Kiefernnadel".

Auf der Website

Cheer Project

https://www.gauravmkwali.com/cheer-project

gibt es ein Bild von so einem Feuer.

Ferner ein paar weitere Bilder von der "Zerkleinerungsmaschine" und dem Material, das wie Erde oder Ton wirkt.

Berkeley City is first US city that bans natural gas in new homes - Berkeley verbietet ab 2020 als erste Stadt Gas in neuen Häusern

23.07.2019 00:23:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Erdgas ist eine - bsp. hier in Berlin - weit verbreitete Lösung, mit der geheizt, gekocht und warmes Wasser bereitgestellt wird.

Aber Erdgas ist auch ein fossiler Energieträger. Die US-Stadt Berkeley hat deshalb - als erste Stadt in den USA - nun beschlossen, ab dem 01.01.2020 alle Gasnutzungen in niedrigen Gebäuden zu verbieten.
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Berkeley becomes first U.S. city to ban natural gas in new homes

https://www.sfchronicle.com/bayarea/article/Berkeley-becomes-first-U-S-city-to-ban-natural-14102242.php?psid=dINLG

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Stattdessen soll in neuen Gebäuden ausschließlich Strom für diese Zwecke genutzt werden.

> The natural gas ordinance, introduced by Councilwoman Kate Harrison, requires all new single-family homes, town homes and small apartment buildings to have electric infrastructure.

Nach der erfolgreichen Verabschiedung dankte Kate Harrison allen

> “for making Berkeley the first city in California and the United States to prohibit natural gas infrastructure in new buildings.”

Kommerzielle, größere Gebäude und größere Wohnkomplexe sollen von dieser Regelung ebenfalls erfaßt werden, wenn es dafür entsprechende Vorschriften gibt.

Laut dem California Energy Commission Chairman David Hochschild, denken 50 weitere Städte in Kalifornien über ähnliche Regelungen nach. Die Entscheidung von Berkeley ebnet den Weg in die Zukunft ähnlicher Gesetzesvorhaben.

Hochschild:

> “Right now, in California, we have a big focus on cleaning up the building sector because there are more emissions coming from combustion natural gas in our buildings than our entire state power plant fleet.”

Kalifornien konzentriert sich gerade sehr darauf, den Gebäudesektor umzugestalten. Denn Gebäude produzieren mehr Emissionen aus der Verbrennung von Erdgas als die gesamten staatlichen Kraftwerke produzieren.

Ben Gould, the chairman of Berkeley’s Community Environmental Advisory Commission:

> “This policy is really important and critical. It helps address one of the largest sources of emissions in Berkeley.”

Eine der größten Ursachen für Emissionen wird damit angegangen.

Berkeley wächst und baut neue Häuser. Aufgrund des Bevölkerungswachstums war der Gasverbrauch seit dem Jahr 2000 um 18 % gestiegen. Der Anteil der Gas-Emissionen machte im Jahr 2016 27 % aller Emissionen von Berkeley aus.

Stattdessen sollen Häusern Wärmepumpen und Induktionsherde eingebaut werden.

Restaurantbesitzer sagen, daß Köche zwar die offene Flamme bevorzugen. Aber nur deshalb, weil sie diese gewohnt seien. Das ließe sich auch ändern.

In

Berkeley Passes Nation’s 1st All-Electric Building Ordinance

https://www.nrdc.org/experts/pierre-delforge/berkeley-passes-nations-1st-all-electric-building-ordinance

gibt es eine Grafik. Demnach erzeugen alle Kraftwerke 10 Tonnen NOX pro Tag. Haushalte und kommerzielle Gebäude produzieren aber 84 Tonnen pro Tag.

Man hat den Eindruck, daß Kalifornien bei solchen Fragen um Dimensionen weiter ist als deutsche Städte oder hier: Berlin. Und das bei einem RRG-Senat.

Wattana Panich Restaurant in Bangkok - renowned Beef Noodle Soup is simmering for 45 years - Restaurant in Bangkok ist für die eigene Rind-Nudel-Suppe berühmt - die köchelt seit 45 Jahren

22.07.2019 23:37:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Thailand, genauer gesagt in Bangkok, gibt es es Restaurant, das für seine Rind-Nudelsuppe bekannt ist. Die wird nach einem eigenen Rezept hergestellt.

Aber das eigentliche "Geheimnis" der Suppe ist etwas, das in der heutigen, schnelllebigen Zeit kaum zu glauben ist.

Denn das "besondere Aroma" verdankt die Suppe Bestandteilen, die lange köcheln. Doch was heißt "lange"? Das Rezept: Die Suppe, die am Abend übrig bleibt, kommt wieder in den sehr großen Topf. Und wird am nächsten Tag wiederverwendet. So köchelt das Restaurant seit 45 Jahren in inzwischen der dritten Generation - an einer Suppe.
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A Restaurant in Bangkok Has Been Simmering Their Renowned Beef Noodle Soup for 45 Years

https://laughingsquid.com/beef-noodle-soup-has-been-simmering-for-45-years/

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Für eine gute Suppe sind gute Zutaten wichtig. Und Zeit, viel Zeit. Das eigentlich Besondere ist dann die Brühe.

Die Suppe wird also nicht pro Gast hergestellt. Sondern es gibt einen sehr großen Topf, in dem die Suppe köchelt. Immer wieder werden frische Bestandteile hinzugefügt. Gekochte Teile und Brühe werden abgeschöpft und serviert.

Die Mutter des jetzigen Inhabers ist für die morgendliche Schicht zuständig. Er kocht die Suppe am Nachmittag und am Abend, seine Frau ist für die sonstigen Abläufe im Restaurant zuständig.

Die beiden haben drei Kinder. Und hoffen, daß diese später ebenfalls einsteigen werden.

Das Video direkt auf YouTube:

This Soup Has Been Simmering for 45 Years

https://www.youtube.com/watch?v=dfgS2N5yIDQ

Auf Instagram gibt es einige Bilder:

https://www.instagram.com/p/B0DgWy7HCRu/

Dieser merkwürdig erscheinende dunkle Rand? Das sind die Tropfen von 45 Jahren, die sich in dieser Zeit zu so einem Rand aufgeschichtet habe.

Wenn man bei Google-Maps nach

Wattana Panich Restaurant, Ekkamai Road, Khlong Tan Nuea, Watthana, Bangkok, Thailand

sucht, gibt es den Standort.

Wattana Panich Restaurant, Ekkamai Road, Khlong Tan Nuea, Watthana, Bangkok, Thailand

Links oben ist ein Bild eingeblendet, das ebenfalls diesen großen Suppentopf zeigt. Diese Technik des Wiederverwendens von Suppenresten ist sehr alt. Und sorgt damit für ein unvergleichliches Aroma.

10 Cal Tower - Watching Tower in a seaside public park in Bangsaen, Thailand - Aussichtsturm, der Kindern verschiedenste Routen nach oben bietet - von Supermachine Studio

21.07.2019 23:24:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der folgende "Watching Tower" entstand 2014 im thailändischen Bangsaen. Dort gibt es einen langgestreckten Strand und den Bangsaen Lang Beach Public Park. Der sieht - zumindest bei Google-Maps - nach einer Aufschüttung im Meer aus.

Dort wurde 2014, zum hundertjährigen Jubiläum der Siam Cement Group (SCG), von den Architekten von Supermachine Studio ein interessanter Aussichtsturm gestaltet. Finanziert von SCG, die zwei weitere kommunale Projekte zu ihrem Jubiläum finanzierten.
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10 Cal Tower / Supermachine Studio

https://www.archdaily.com/594809/10cal-tower-supermachine-studio

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Die Architekten stellten sich die Frage: Wie kann ein "Playground" gestaltet werden, der Kinder zu großer Aktivität ermutigt und der es umgekehrt Eltern ermöglicht, relativ passiv zu sein.

Das Ergebnis ist ein Aussichtsturm, der wie ein Labyrinth gestaltet ist. Man kann auf verschiedensten Wegen nach oben kommen. Gleichzeitig sind die Ränder der Treppen so hoch, daß kleine Kinder, die das Risiko noch nicht einschätzen können, da auch sicher unterwegs sind.

> The structure offers some tens combinations of routes for families to redefine their relationships. Playing hide and seek in the labyrinth is, for us, an activity that allow parents to spend more time with their kids.

Es gibt diverse Routen, so daß Eltern mit ihren Kindern Verstecken spielen können.

Den Namen 10Cal Tower hat er deshalb, weil ein normaler Weg nach oben 10 Kalorien verbraucht.

Relativ nahe gibt es zwei größere Bäume. Die wachsen mit der Zeit hoch, so daß die oberen Zweige in den Turm hineinragen.

Wenn man bei Google-Maps nach

10 Cal Tower

10 Cal Tower

sucht, sieht man den Turm von oben.

Auf den Skizzen bei Archdaily sieht man, wie die verschiedenen Ebenen miteinander verknüpft sind. Durch die relativ hohen Wände wirkt der Turm höher, als er in Wirklichkeit ist.

Bei YouTube gibt es ein Drohnenvideo:

The Labyrinth, 10 Cal Tower by Supermachine studio

https://www.youtube.com/watch?v=LY4W11VQAyw

Demnach ist der Turm grade mal 8 Meter hoch.

Cork House - Carbon neutral house in Berkshire made almost out of cork - Haus in Berkshire das wesentlich aus Kork hergestellt wurde

20.07.2019 23:42:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Kork denkt man vielleicht an Weinflaschen und die dort verwendeten Korkverschlüsse. Oder an Korkböden, bei denen die isolierende Wirkung von Kork genutzt wird.

Aber ein Haus größtenteils aus Kork herstellen?

Im britischen Berkshire wurde ein solches Haus gebaut. Die tragenden Wände sind aus Korkblöcken, ebenso das Dach. So daß das Haus der Versuch ist, die tragenden Teile eines Hauses (Wände + Dächer) ausschließlich aus einem einzigen nachwachsenden Rohstoffen herzustellen.

Entworfen und gebaut wurde das von Matthew Barnett Howland, Dido Milne und Oliver Wilton. Das Haus basiert auf einem baukastenartigen Prinzip.
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this experimental, carbon-neutral house is made almost entirely out of cork

https://www.designboom.com/architecture/carbon-neutral-house-cork-07-19-2019/

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Wesentlich dabei:

> with a focus on simplicity and sustainability, the project provides an inventive solution to the complexities and conventions of modern house construction, built almost entirely from a single bio-renewable material instead of an array of materials, products and specialist sub-systems.

Das Projekt bietet eine Lösung für die Komplexität des modernen Hausbaus, da größtenteils auf ein einziges nachwachsendes Material zurückgegriffen wird. Anstatt daß man sich mit einem Mix aus Materialien, Produkten und speziellen Teilsystemen beschäftigen muß.

Design, Entwicklung und Tests wurden gemeinsam mit der Bartlett School of Architecture UCL durchgeführt. Das Haus verfügt über ein Konstruktionssystem, so daß alle 1268 Korkblöcke am Ende der Lebensdauer wiederverwendet, recycelt - oder einfach kompostiert werden können.

Das Haus ist als vorgefertigter Bausatz konzipiert. Die Einzelteile können vor Ort ohne Mörtel oder Kleber montiert werden. Die Struktur erinnert an jene einfachen Konstruktionsprinzipien, die auch bei alten Steinstrukturen verwendet wurden. Und der freiliegende Kork führt dazu, daß sich die Wände sanft anfühlen, gut riechen und dämpfend wirken.

Am Ende des Beitrags gibt es eine Skizze, die das Haus zerlegt in die Einzelteile zeigt. Ein Rahmen am Boden, da drauf der Hausboden. Dann folgen die Wände, die gewissermaßen aus Korkblöcken zusammengebaut sind. Die Wände werden von oben her durch einen zweiten Rahmen zusammengehalten, der ähnliche Dimensionen wie der Rahmen am Boden hat. Drüber folgen die 5 Dachelemente.

Bei den Photos vom Innenraum sieht man, daß diese beiden Rahmenelemente aus Holz bestehen.

Das Haus ist eines von 6 Einträgen auf der diesjährigen Shortlist zum 2019 RIBA Stirling Prize.

The Beach and the Time - Copacabana Beach Installation - eine Sitzbank als 31-Meter-Quadrat und umgeschichteter Sand - eine Installation von Pedro Varella in Rio de Janeiro

19.07.2019 23:08:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Flaches Gelände mag manchmal ganz angenehm sein. Aber das "flache Gelände" kann dann auch dazu tendieren, strukturlos zu sein. So daß sich Leute im "flachen Gelände" verlieren.

Das gilt - natürlich - auch für flache Strände. Der Künstler und Architekt Pedro Varella hatte an der Copacabana in Rio de Janeiro eine interessante Installation aufgebaut.

Eigentlich war der Strand dort flach. Also ohne jede Struktur.

Dann gab es zwei Änderungen. Zum einen wurde ein 31 x 31 Meter großes Quadrat mit einer Höhe von 50 Zentimetern aufgestellt. Im Prinzip ist das "nur" eine Sitzbank, bestehend aus einer metallischen Struktur und oben aufgebrachten Holzbrettern. Davon eben vier Stück, angeordnet als großes Quadrat.

Dann kam ein Bagger. Der hob im Inneren dieses Quadrats ein größeres Loch aus. Und schaufelte den Sand an einer Ecke zu einem Haufen auf. Dieser Haufen bedeckt das Quadrat an dieser Ecke.

Ferner wurde unter der gegenüberliegenden Ecke ebenfalls Sand weggegraben. Dort ist die Ecke des Quadrats nun in der Luft. Kinder können von unten an den Metallstangen hangeln.

So daß sich insgesamt ein abgegrenzter Bereich mit einem Hügel und einer kleinen Arena ergibt.
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pedro varella's copacabana beach installation results in a new topographic landscape

https://www.designboom.com/art/pedro-varella-copacabana-beach-installation-rio-de-janeiro-07-19-2019/

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Das war zunächst Teil des "Tempo Festivals" im Oktober 2018. Da war dies der Platz für eine Performance von Julie Desprairies.

Der Strand als Lebensmittelpunkt:

> the beach is the place of leisure, work, meetings, sexuality, repression, sleeping, playing, the place of the sun and much more,’

Auf der Seite des Festivals

Tempo Festival

http://tempofestival.com.br/

findet sich zwar auf der Startseite ein Bild von "The Beach and the Time". Sonst sind aber keine weiteren Informationen auffindbar.

Dafür gibt es bei Pedro Varella

Tempo Festival

http://www.grua.arq.br/projetos/tempo-festival

weitergehende Skizzen und eine Drohnenaufnahme aus der Luft.

Drones to create world's first crowdsourced graffiti - four unmanned aerial vehicles - vier Drohnen erzeugen ein Graffiti - von Carlo Ratti Associati in Turin

18.07.2019 23:35:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Große Graffiti erfordern einen nicht unbeträchtlichen Aufwand. Das Bild wird geplant, dann gibt es erste Orientierungslinien auf der Fläche, die gestaltet werden soll. Schließlich folgen die Details.

In Turin wurde nun ein 12 x 14 Meter großes Graffiti im Rahmen der "Urban Flying Opera" (UFO) erstellt.

Vier Drohnen flogen zwei Tage am Stück und erstellten das Graffiti. Jede Drohne hatte einen Farbtank und besprühte damit die Leinwand. Diese war im Aurelio Peccei Park aufgebaut. Innerhalb einer Struktur, die früher vom Autohersteller Iveco genutzt worden war.
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Carlo Ratti uses drones to create "world's first crowdsourced graffiti"

https://www.dezeen.com/2019/07/16/carlo-ratti-drone-swarm-crowdsourced-graffiti-turin/

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Das Bild besteht aus drei Ebenen. Eine graue Ebene legt eine Geschichte fest. Eine magnetafarbene Ebene repräsentiert Communities und öffentliche Räume. Eine hellblaue Ebene verbindet diverse Elemente.

Gemacht wurde das vom italienischen Studio Carlo Ratti Associati zusammen mit einem lokalen Unternehmen und dem russischen Unternehmen Tsuru Robotics.

Die Drohnen wurden von einem zentralen Managementsystem koordiniert. Ein Monitoringsystem trackte die genauen Koordinaten, um die Real-time-Koordination der 4 Drohnen zu ermöglichen.

Laut dem Studio ist dies das erste Beispiel, bei dem Drohnen genutzt werden, um ein kollaboratives Kunstwerk auf einer vertikalen Leinwand zu erstellen.

Die Gestaltung hatte wohl einen Vorlauf:

> More than a thousand participants submitted their visions for the future of cities to the project's organisers, who worked with the University of Turin and the Polytechnic University of Turin to select around 100 examples for inclusion in the final design.

Mehr als tausend Teilnehmer hatten ihre Visionen über die Zukunft von Städten mitgeteilt. Daraus wurden etwa 100 Beispiele ausgewählt, die in das spätere Bild übernommen wurden.

> "The city is an open canvas, where people can inscribe their stories in many ways,"

Die City sei wie eine offene Leinwand. Wo Menschen ihre Geschichten auf vielfältige Weise einschreiben könnten.

Und weiter:

> "Such processes have always been happening; however, with UFO we tried to accelerate them, using drone technology to allow for a new use of painting as a means of expression."

Solche Prozesse habe es immer schon gegeben. Aber mit UFO haben wir versucht, diese zu beschleunigen. Drohnentechnologie wird genutzt, um eine neue Art des Malens als Ausdrucksmittel verwenden zu können.

Abstract Aerial Art - Manmade Patterns and shadows - drone images - Bilder, die wie abstrakte Gemälde wirken - per Drohne erstellt - von JP und Mike Andrews

17.07.2019 23:14:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wann ist ein Photo beeindruckend? Vielleicht dann, wenn man es nur zur Hälfte sieht und mit der Vermutung, was das Photo zeigen könnte, völlig daneben liegt.

So ging es mir mit dem Photo, das als Vorschaubild oben zu sehen ist.

Das ist im Originalartikel so groß eingebunden, daß es im Browser auf der Bildschirmmitte beginnt. Und man zunächst nur diese senkrechten Streifen sieht.

Aber was ist das? Eine bedrohliche, unheimliche Botschaft auf einer Wand?

Nein, ein Containerschiff im Wasser, bei dem die Sonne genau von der Seite kommt, so daß die Lücken zwischen den Containern diesen Streifeneffekt produzieren.

Das ist eines von diversen Bilder, welche die beiden Briten und Brüder JP und Mike Andrews per Drohne aufgenommen haben.
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Manmade Patterns and Uncanny Shadows Photographed From Above by JP and Mike Andrews

https://www.thisiscolossal.com/2019/07/manmade-patterns-and-uncanny-shadows-photographed-from-above-by-jp-and-mike-andrews/

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Die beiden begannen, Luftaufnahmen zu erstellen, nachdem sie in Australien unterwegs waren.

Spezialisiert haben sie sich darauf, einzigartige Strukturen und Muster zu entdecken, die nur aus der Luft sichtbar sind.

Etwa das zweite Bild - diverse Ruderboote, die eine kreisförmige Struktur bilden.

Das dritte Bild mit den Autos auf einem Parkplatz wirkt, als ob die Autos von Software-Umrissen erfaßt werden. Bis man begreift: Diese "Umrisse" sind ja dort auf dem Asphalt aufgebracht.

Und die Straße, die von Sandbergen verschluckt wird: In nördlichen Ländern oder in den Alpen mag es Schnee geben, der Straßen unpassierbar macht. Dort ist es die Wüste, die Straßen mit Sand "überflutet".

Wenn das Containerschiff nicht direkt senkrecht von der Sonne angestrahlt wird, sondern das Schiff schräg zu den Sonnenstrahlen unterwegs ist: Dann wird der Schatten zur zerklüfteten, mittelalterlichen Burg.

Und das Kamel in der Wüste, fast genau von oben her aufgenommen? Da ist das Kamel selbst fast nicht zu sehen. Aber stattdessen gibt es einen perfekten Schattenriß.

Noch viel mehr gibt es auf dem Instagram-Account

AbstractaerialArt

https://www.instagram.com/abstractaerialart/

Manche Photos sind "verständlich". Man versteht, was abgebildet wurde. Bei anderen Aufnahmen ist das "deutlich anders".

Die Website

https://www.abstractaerialart.com/

bietet Druckversionen dieser Bilder zum Kaufen.

House in Kyoto - Family House in Kyoto with a tree growing in the middle - Haus für eine fünfköpfige Familie mit einem jungen Baum in der Mitte - von 07BEACH

16.07.2019 23:47:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Häuser, die um bestehende, teils sehr alte Bäume herumgebaut werden. Das ist die Alternative zum Abholzen: Der Baum wird in die Planung integriert.

Eine zweite Variante hat eine fünfköpfige Familie im japanischen Kyoto gewählt. Sie ließen sich ein neues Haus bauen. In dessen Mitte ein noch relativ kleiner Baum wächst.

Der Baum scheint zwei Stämme zu haben, die beide noch ziemlich dünn sind.
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A Family House in Kyoto with a Tree Growing in the Middle

https://design-milk.com/a-family-house-in-kyoto-with-a-tree-growing-in-the-middle/

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Ganz unten in dem Beitrag gibt es eine Querschnittszeichnung. Das Haus ist um einen zentralen offenen Raum herum gebaut, der Erdgeschoss und erstes Stockwerk umfasst. Dort steht auch der Baum, der nach oben hin Platz hat.

Die drüberliegende Dachschräge hat sechs sehr große Fenster, die geöffnet werden können.

So daß dieser zentrale Raum nicht nur Licht von den Fenstern an der Seite, sondern zusätzlich durchs Dach bekommt.

Ferner sind in diesem Bereich ein großer Esstisch und eine Küchenecke untergebracht. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es eine Badewanne, die wohl auch abgetrennt werden kann. Dahinter ist das Schlafzimmer für die Eltern.

Im ersten Stock gibt es auf der einen Seite drei identische Räume für die drei Kinder. Auf der anderen Seite einen "Tatami Raum", also einen Raum, der mit japanischen Reismatten ausgelegt ist.

Interessant ist der Weg nach oben: Es gibt eine relativ flache Treppe von unten, die sich folglich durch den halben zentralen Raum mit dem Baum zieht. Diese Treppe führt zum "Tatami-Raum". Auf der anderen Seite des zentralen Raums geht eine hölzerne Schräge zur anderen Seite zu den Kinderzimmern. Die beiden Raumelemente im ersten Stock sind also nicht gleich hoch, die Kinderzimmer sind etwas höher.

Damit ist der Weg zu den Kinderzimmern auch relativ weit: Die Treppe hoch, einmal die Querseite des zentralen Raums durchqueren, dann die Längsseite des zentralen Raumes.

Da die ganzen Elemente aus hellem Holz gemacht sind, wirkt das am Abend mit runden Kugellampen sehr schön.

Die Quelle:

House in Kyoto (ENGLISH)

https://zero7beach.blogspot.com/2019/06/house-in-kyoto.html

Da findet sich der Hinweis, daß das Grundstück einen Parkplatz für ein Auto bieten mußte. Damit gab es kaum mehr Platz für einen Garten, da vom Nachbarn gleich die Wand folgte. Deshalb die Idee eines solchen großen Innenhofes. Der Baum ist gewissermaßen ein Stück Garten im Haus.

Und:

> It is expected that the tree which will grow close to three children will strengthen the relationship between the family and the house as if the tree is another member of the family.

Wenn der Baum wie die Kinder wächst, dann ist der Baum so etwas wie ein weiteres Familienmitglied.

Ganz unten findet sich eine weitere Skizze, die das Haus im Querschnitt zeigt.

Man hätte auch zwei Treppen bauen können: Je eine pro erstem Stock. Durch das gewählte "Zwischenstück" ergibt sich eine ganz andere Raumaufteilung.

Concrete Choreography - Robots 3D print different concrete Columns without formwork - 3D-Drucker drucken 9 individuelle Betonsäulen ohne die Verwendung von Verschalungen

15.07.2019 23:58:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Sieht man sich Gebäude an, die im wesentlichen aus Beton gebaut wurden, dann fällt auf, daß diese meist rechteckige Formen haben. Der Grund dafür ist konstruktionsbedingt:

Betonbauten werden normalerweise so erstellt, daß Verschalungen (Formworks) erstellt werden, in die der halb flüssige Beton hineingegossen wird. Dann härtet er aus.

Diese Herstellungstechnik führt zwangsläufig dazu, daß Säulenelemente einen rechteckigen oder einen runden Querschnitt haben. Andere Formen lassen sich durch Verschalungen praktisch nicht erzeugen.

Ganz anders sieht dies jedoch aus, wenn man 3D-Druck verwendet. An der ETH Zürich wurden nun 9 verschiedenartige Betonsäulen per 3D-Druck hergestellt. Jede hat eine individuelle Gestaltung. Die Herstellung verläuft völlig automatisiert. Ferner läßt sich Material einsparen, da es nicht notwendig ist, den gesamten Innenraum mit Beton zu füllen.
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robots 3D-print nine different concrete columns without any formwork

https://www.designboom.com/architecture/3d-printed-concrete-columns-switzerland-eth-zurich-07-15-2019/

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Das Video auf YouTube:

Concrete Choreography

https://www.youtube.com/watch?v=rvd20U-QgKw

Jede Säule hat eine Höhe von 2,7 Metern und wurde in 2,5 Stunden gedruckt.

Das wurde in Zusammenarbeit mit dem Origen Festival in Riom gemacht, dorthin wurden die Säulen auch gebracht.

Die Säulen erinnern an antike Säulen, die aus Stein gehauen wurden. Allerdings ist der Zeitaufwand natürlich verschwindend.

Dem Satz

> computationally designed material ornament and surface texture exemplify the versatility and significant aesthetic potential 3D concrete printing holds when used in large-scale structures.

kann man nur zustimmen: Am PC entworfene Strukturen und die durch den 3D-Druck erzeugte Oberflächenstruktur veranschaulichen die Vielseitigkeit und das ästhetische Potential, das durch solche 3D-Drucktechniken bei der Entwicklung und Gestaltung solcher größerer Strukturen möglich ist.

Auf einem der späteren Photos sieht man auch, daß eine der Säulen nur aus zwei "Betonwürsten" besteht. Das ist also deutlich weniger Material im Vergleich zu einer vollständig ausgefüllten Säule.

In dem Video ist zu sehen, daß nach der Fertigstellung ein rundes Stahlgitter in eine Säule geschoben wurde. Ferner wurde die Säule wohl mit steinernem "Füllmaterial" aufgefüllt.

Wenn man sich klar macht, daß die Entwicklung von 3D-Drucktechniken derzeit noch sehr jung ist. Dann könnten über kurz oder lang mit solchen Techniken ganz neue Gestaltungen von Gebäuden aus Beton möglich sein.

Utrecht turns 316 Bus Stops into Bee Stops - Utrecht begrünt Dächer von 316 Bushaltestellen, um Bienen und anderen Insekten zusätzlichen Lebensraum zu bieten

14.07.2019 23:44:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Tja, so schnell kann das gehen: Im Juni gab es die Idee eines französischen Studios, Bushaltestellen mit Dächern zu begrünen, um mehr Platz für Insekten zu schaffen.

Das Konzept sah aber auch vor, die Wände aus porösen Materialien zu erstellen, so daß dort weitere Nischen entstehen. Damit wären aber Neubauten notwendig gewesen.

Die niederländische Stadt Utrecht hat nun eine Lösung gefunden, die sich deutlich schneller umsetzen ließ:

316 vorhandene Bushaltestellen mit Dächern wurden begrünt.
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The Netherlands Turns 316 Bus Stops Into Bee Stops

https://www.boredpanda.com/city-in-netherlands-transforms-bus-stops-into-bee-stops-utrecht/

Ein Text beim Polis-Magazin:

UTRECHT: 316 BUSHALTESTELLEN IN BIENENWIESEN VERWANDELT

https://polis-magazin.com/2019/07/utrecht-316-bushaltestellen-in-bienenwiesen-verwandelt/

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Die Dächer speichern damit Wasser, kühlen im Sommer und fangen Feinstaub ein. Meist wurden Mauerpfeffer für die Bepflanzung gewählt. Also Dickblattgewächse, die Wasser gut speichern können und auch eine Weile ohne Wasser auskommen können.

Ferner wurden die Haltestellen mit einer LED-Beleuchtung und Bambussitzplätzen ausgestattet.

Laut

In Utrecht sollen Bushaltestellen Bienen retten

https://www.jetzt.de/umwelt/niederlande-wollen-bienen-mit-bepflanzten-bushaltestellen-retten

übernehmen städtische Bedienstete die Wartung der Dächer. Sie fahren dazu in E-Autos durch die Stadt.

Die Frage ist zwangsläufig: Warum wird das nicht schon längst in diversen Städten gemacht?

Mal sehen, ob die Idee tatsächlich von anderen Städten aufgegriffen wird. So daß es eine Art Wettbewerb für solche Initiativen gäbe. Oder ob auch in ein paar Jahren Utrecht die einzigste Stadt mit solchen begrünten Bushaltestellen ist.

Wenn man sehr vage eine Dimension von 2 Metern Breite und 5 Metern Länge annimmt, dann hätte so ein Dach eine Fläche von etwa 10 Quadratmetern. Eine einzelne Bushaltestelle bringt also sehr wenig zusätzlichen Platz. Sind das allerdings 300 Bushaltestellen, dann sind das 3000 Quadratmeter zusätzliche Grünfläche.

Zum Vergleich: Ein Fußballfeld darf zwischen 90 x 45 Metern und 120 x 90 Metern groß sein. Das sind 4050 - 10800 Quadratmeter. Die 316 begrünten Bushaltestellen liegen also - sehr grob - im Bereich der Größe eines kleinen Fußballfeldes.

Das ist einerseits nicht so viel. Andererseits werden damit versiegelte Böden wieder teilweise "entsiegelt" - nun nicht am Boden, sonder eine Ebene höher.

TTC Elite Saigon Kindergarten in Ho Chi Minh City - farbenprächtiger Kindergarten von Kientruc O mit unterschiedlichsten farbigen Fenstern

13.07.2019 23:55:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ich mir hier in Berlin manche Kindergärten ansehe (einen beim Blick aus dem Fenster), dann sind das graue Standardkästen.

Ganz anders Kindergärten, die in anderen Ländern neu gebaut werden. Etwa in Vietnam, in Ho Chin Minh.

Dort hat das Architekturunternehmen Kientruc O einen Kindergarten fertiggestellt.

Auf den ersten Blick könnte man sagen: Ok, daß ist auch nur ein rechteckiger Klotz. Aber das vierstöckige Gebäude hat eine weiße Fassade, in der es verschiedenste geometrische Formen gibt. Die alle auch noch unterschiedlich farbig gestaltet sind.

So daß bereits die Fassade ein Hingucker ist.
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kientruc o introduces vibrant 'playhouse' kindergarten to ho chi minh city

https://www.designboom.com/architecture/kientruc-o-elite-saigon-kindergarten-ho-chi-minh-city-07-11-2019/

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Auf den ersten Blick wirken diese rundlichen Fenster wie willkürlich angeordnet. Tatsächlich sorgen sie aber dafür, daß sowohl Licht als auch Luft ausreichend ins Gebäude hineinkommt.

Von innen her wirken diese Fensteröffnungen geradezu magisch. Da sieht man, daß manche der "Fenster" innen am Fußboden ansetzen. Andere sind wie großzügige "Türen nach draußen" gestaltet. Inklusive eines kleinen Gitters, so daß sich eine Art "Mini-Balkon" ergibt. Dritte sind Fenster in "üblicher Höhe".

Mit dem Effekt, daß die Fenster, die am Fußboden ansetzen, auch für die kleinen Kinder einen Blick nach draußen ermöglichen. Etwas, das bei normal hohen Fenstern für Kinder nicht möglich ist.

In der Nacht bzw. am frühen Morgen scheint der Kindergarten von innen her zu leuchten.

Auf einem Fassadenphoto sieht man, daß manche der Fenster einen Rahmen haben, der relativ weit nach draußen ragt. So daß sich der Platz, der für die farbige Bemalung zur Verfügung steht, gegenüber einer einfachen Lösung verdoppelt.

Ziemlich weit unten gibt es Skizzen, welche die Fassade als Fläche zeigen. Da sieht man, wieviele Fenster es insgesamt gibt.

Bei Dezeen:

Kientruc O designs colourful kindergarten in Ho Chi Minh City

https://www.dezeen.com/2019/07/11/ttc-elite-saigon-kindergarten-kientruc-o/

findet sich eine interessante Formulierung:

> "It is simply conceived in a pure geometric shape to provoke a sense of curiosity for the kids, as they interact with it on a daily basis,"

Eine pure, geometrische Form, die bei den Kindern eine Art von Neugier wecken soll. Wenn sie täglich diese Formen sehen und mit ihnen interagieren.

Insgesamt hat das Haus fünf Ebenen, ein Erdgeschoss und vier Etagen drüber.

Solar Egg - golden mirrored sauna returns to Sweden - hölzerne, goldverkleidete mobile Sauna in Eiform geht zurück nach Schweden - von Bigert & Bergström

12.07.2019 23:46:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Sauna, die auf Reisen war. So könnte man die beiden ersten Lebensjahre des "Solar Egg" bezeichnen.

Gebaut von Bigert & Bergström, war die Sauna seit April 2017 unterwegs: In Paris, Stockholm, Kopenhagen und Minnesota. Nun kehrt sie zurück nach Schweden, in die Stadt Rättvik.
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bigert & bergström's solar egg, a golden mirrored sauna, returns to sweden

https://www.designboom.com/design/bigert-bergstroms-solar-egg-golden-sauna-sweden-07-12-2019/

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Die Sauna ist 5 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 4 Metern. Die Hülle besteht aus 69 einzelnen Holzteilen, die die zusammen eine Eifläche bilden.

Die ganze Konstruktion steht auf einem Ständer auf 6 Stahlstreben.

Eine etwas eingelassene Tür kann über eine Treppe betreten werden.

Innen ist alles mit Holz ausgekleidet. Zwei Sitzreihen, in der Mitte ein Holzofen, über den in einem Metallbehälter diverse Steine geschichtet sind.

Bei den beiden Künstlern finden sich weitere Hinweise.

Solar Egg at American Swedish Institute, Minneapolis

http://www.bigertbergstrom.com/solar-egg-at-american-swedish-institute-minneapolis

Da stand die mobile Sauna

> From March 6 to April 28, 2019

Beim American Swedish Institute finden sich weitere Informationen:

Solar Egg Sauna: Bigert & Bergström

https://www.asimn.org/exhibitions-collections/exhibitions/solar-egg-sauna-bigert-bergstrom

Innen gibt es eine Saunatemperatur von 75°C - 85°C. Gäste konnten dort Mittwoch und an den Wochenenden Saunagänge buchen.

Da findet sich ein Link auf den initialen Artikel 2017:

Solar Egg

http://www.bigertbergstrom.com/solar-egg-2017

In dem gibt es Skizzen zur Konstruktion des Solar Eggs.

Zuerst wurde Solar Egg in Kiruna aufgestellt, der nördlichsten Stadt von Schweden. Diese steht vor radikalen Wandlungen. No mine, no town. Die dortige Erzlagerstätte verläuft quer unter der Stadt, so daß die Stadt in den nächsten Jahrzehnten "umziehen" muß. 2007 gab es einen ersten Beschluß, das Stadtzentrum zu verschieben. 2010 wurde das konkretisiert, das Stadtzentrum solle um 5 km nach Osten verschoben werden.

> Solar Egg has been made as a social sculpture where local people and visitors to the town can meet and, for instance, discuss these challenges. In the arctic climate of Lapland the sauna occupies a key position, as a room for warmth and reflection.

Ein weiterer Standort des Solar Eggs:

Solar Egg at Kunsthal Charlottenborg 12 October—13 January 2019

http://www.bigertbergstrom.com/solar-egg-at-kunsthal-charlottenborg-12-october%E2%80%9413-january-2019

> Bigert & Bergström originally designed the Solar Egg for the Swedish housing developer Riksbyggen to stand as a symbol of new beginnings in the town of Kiruna.

Rättvik, der endgültige Standort des Solar Eggs, ist eine Kleinstadt (~5000 Einwohner) in Mittelschweden am See Siljan.

World Infrastructure - Five Maps that show how small our world is - Peter Atwood zeigt in fünf Weltkarten interessante statistische Verteilungen

11.07.2019 23:40:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

"Eigentlich" kennt man die Daten ja einigermaßen. Europa ist dicht besiedelt, in Afrika gibt es Wüsten und die Sahara, in Australien gibt es das Outback.

Aber wie sind Bevölkerung und Verknüpfungen wie Straßen, Eisenbahnlinien, Flughäfen und Seehäfen verteilt?

Peter Atwood hat sich für solche Fragen interessiert. Und fünf Weltkarten erstellt.
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I Created 5 Maps That Show How Small Our World Actually Is

https://www.boredpanda.com/5-maps-show-how-connected-world-is-peter-atwood/

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Diese zeigen:

1. Die Verteilung der Bevölkerung
2. Die Verteilung der Straßen
3. Die Eisenbahnlinien
4. Die Flughäfen
5. und die Seehäfen.

Die Karten sind bei BoredPanda relativ klein.

Unter

Peter Atwood Projects - World Infrastructure

https://peteratwoodprojects.wordpress.com/world-infrastructure/

gibt es eine große Grafik, die alle fünf Einzelgrafiken enthält.

Bei der Bevölkerungsverteilung gibt es "große schwarze Löcher" - in Südamerika, in Afrika in der Sahara und in einem Korridor nach Süden, in Asien abseits der dicht bevölkerten Gegenden in China. Und in Australien, das in mehrere Teile zu zerfallen scheint. In den USA gibt es die Westküste sowie - ausgehend von der Ostküste - einen breiten Streifen. Dazwischen nur relativ wenige große Zentren.

Wenn man die Daten bsp. mit Wikipedia vergleicht, dann hat Afrika zwar mit ~1,2 Milliarden deutlich mehr Einwohner als Europa (~~746 Millionen). Aber diese konzentrieren sich deutlich stärker auf wenige Regionen.

Straßen gibt es mehr als 60 Millionen Kilometer. Dabei fällt auf, daß Straßen oft auch durch Gebiete gehen, die praktisch nicht besiedelt sind. Lediglich in Südamerika und Australien gibt es hinreichend große Gebiete ohne Straßen.

Deutlich anders ist das Eisenbahnnetz. In Europa sehr dicht, ebenso an der Ostküste von Australien, im Süden von Südamerika und in Südafrika. Aber große Gebiete in Südamerika, Afrika und Australien sind fernab von jeder Eisenbahn. In Afrika und auch in Südamerika fällt auf, daß es viele kleine "Bruchstücke" gibt, aber keine durchgehenden Linien.

> Europe shines brightest with its advanced network of high speed trains which make it possible to travel almost anywhere without a car. In North America on the other hand, trains are mostly used to carry freight across enormous distances. In Africa, most of the railroads were built by European colonizers to carry goods to the coast to be shipped back to Europe. And in Australia the longest trains in the world with more than 500 cars carry coal and minerals across the outback.

In Europa kommt man überall ohne Auto mit dem Zug hin. In Nordamerika dienen Züge dazu, Waren über große Distanzen zu transportieren. In Afrika liegen die Ursprünge des Schienennetzes in der Kolonialzeit. Güter sollten zu den Seehäfen transportiert werden. Und in Australien werden Kohle und Mineralien aus dem Outback per Eisenbahn transportiert.

Sehr verblüffend finde ich das Bild mit den Flughäfen. Da sieht die Verteilung plötzlich anders aus.

Manche der isolierten Gegenden sind nur per Flugzeug erreichbar.

> Cities in the Amazon rain forest, the middle of the Australian Outback, and the Canadian North aren’t connected to the rest of the world by roads or rails. Instead, people, food, and supplies have to travel by air.

Städte im südamerikanischen Regenwald, in Australien und im kanadischen Norden sind nicht an das Straßen- oder Schienennetz angeschlossen. Aber der Transport per Flugzeug funktioniert.

Die letzte Karte zeigt schließlich die Seehäfen. Die gibt es so gut wie überall.

Le Voyeur - Inverted Watch Tower with a trampoline and a mirror - Aussichtsturm mit einem Spiegel, der den Blick ins Gelände ermöglicht - Drocourt, Frankreich

10.07.2019 23:24:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einem Aussichtsturm denkt man normalerweise an ein hohes Gebäude oder Gestell, das man besteigen kann. Oben angekommen hat man einen guten Blick auf die umliegende Landschaft.

Das französische "Atelier Ari" hat dieses Konzept deutlich verändert, um eine Art "inversen Aussichtsturm" in einem neuen Park zu erschaffen. Der Park ist auf dem Gelände einer ehemaligen Kohlengrube oder einem ehemaligen Hochofen neu entstanden. Das liegt in Drocourt, im Nordosten von Frankreich

Das Prinzip: Ein senkrechter Turm, der aber nicht bestiegen werden kann, sondern hohl ist. Oben ist eine schräge Fläche angebracht, die innen als großer Spiegel gestaltet ist.

Die Fläche am Boden - ist ein Trampolin, auf dem Kinder herumhüpfen oder Erwachsene sitzen oder sich auf den Rücken hinlegen können.
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atelier ari builds inverted watch tower in france using a trampoline and a mirror

https://www.designboom.com/architecture/atelier-ari-le-voyeur-odysee-des-cabanes-drocourt-france-07-09-2019/

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Die Wirkung ist doppelt: Die Besucher, die innen auf dem Trampolin sind, sehen die umgebende Landschaft aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Als ob sie ein hohes Teleskoprohr nutzen würden und mit diesem die Landschaft erkunden würden.

Für Besucher, die außen stehen, werden dagegen die Besucher aus dem Inneren im Spiegel angezeigt.

Der Turm ist 6 Meter hoch, also nicht allzu hoch. Das ist eine Struktur aus Sperrholz, oben mit der Schräge. Von innen her hat man Ausblick auf Abraumberge. Die sind zwar nicht zugänglich, können mitsamt dem Wasser und den Inseln davor aber "neu gesehen" werden.

Die runde Form und die gewölbten Ecken von "Le Voyeur" sollen an die verschwundenen Gebäude erinnern, die dem Bergbau weichen mußten.

Ein kleines Drohnenvideo zeigt "Le Voyeur" von oben:

Le Voyeur _ drone movie close

https://vimeo.com/346821753

"L Voyeur" ist Teil des "odyssée des cabanes" - Wettbewerbs. Dieser lädt Künstler und Architekten ein, temporäre Pavillons zu gestalten. Diese sollen die umgestalteten Naturräume in dieser Gegend in Nordfrankreich erlebbar machen.

Wenn man bei Google-Maps nach

Drocourt, Frankreich

sucht und eine Stufe rauszoomt, sieht man, daß es nördlich vom Ort wohl einen großen Tagebau gegeben hat. Von der Umgestaltung ist aktuell noch nichts zu sehen.

Aerochk - Airport Escalator can perform the security check - Konzept für eine Rolltreppe zum Gateway, die den Security Check erledigt

09.07.2019 23:44:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Am Flughafen gibt es Sicherheitsüberprüfungen. Wie läßt sich das beschleunigen und vereinfachen?

Bei Imaginactive gibt es ein Konzept, das sich "Aerochk" nennt. Es soll die Schlangen vor Sicherheitsüberprüfungen an Flughäfen reduzieren.
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Aerochk

http://imaginactive.org/2019/02/aerochk/

Bei Yankodesign:

THIS FUTURISTIC AIRPORT-ESCALATOR CAN PERFORM YOUR SECURITY CHECK AS YOU STAND ON IT

https://www.yankodesign.com/2019/07/09/this-futuristic-airport-escalator-can-perform-your-security-check-as-you-stand-on-it/

Das Prinzip:

Fluggäste, die zum Gateway wollen, müssen die passende Rolltreppe nach oben nutzen. Ihr Gepäck stellen sie auf ein Rollband, das rechts neben ihnen hoch fährt. Während diesem Hochfahren wird das Gepäck automatisch durchleuchtet.

An einer Stelle muß der Ausweis oder Reisepass eingelegt werden. Dieser wird elektronisch geprüft und kann am Ende der Rolltreppe wieder entnommen werden.

Anschließend folgt ein Bereich, in dem der Fluggast "durchleuchtet" wird.

Wenn er oben angekommen ist, nimmt er seinen Ausweis und sein Gepäck und geht weiter in Richtung Flugzeug.

Als Kontext wird dort beschrieben: Leute, die regelmäßig fliegen, verbringen endlos viel Zeit damit, durch diese manuellen Sicherheitschecks durchzukommen. Das könne man doch automatisieren.

Ein Gedanke: Die Fehlerminimierung:

> The Aerochk also reduces the likelihood of human error which is prevalent in areas where large volumes of people are passing though. It is very easy for workers in airport security to miss contraband in luggage simply due to the excessive volumes that they have to process every hour.

Eine solche Technik reduziert die Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler in Situationen, wo sehr viele Passagiere abzufertigen sind. Es sei sehr einfach, im Gepäch Schmuggelware zu übersehen. Einfach deshalb, weil die Mitarbeiter pro Stunde ein sehr großes Volumen bewältigen müssen.

Das System könnte überall dort eingesetzt werden, wo eine große Zahl von Personen überprüft werden muß. Der Artikel nennt Flughäfen, Bus- und Eisenbahnfahrgäste. Eine "kleinere Variante" könnte in größeren Shoppingcentern, Sportstätten oder Theatern genutzt werden.

Das Konzept stammt in einer ersten Version von 2016 von Charles Bombardier, das Design von dem Industriedesigner Ashish Thulkar.

Selfie fever - Selfie Seekers are destroying California farmers' sunflower fields - Selfie-Fanatiker zertrampeln Sonnenblumen auf Feldern und unterbrechen die Bestäubung

08.07.2019 23:47:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit dem Aufkommen von Smartphones wurden auch Kameras immer leistungsfähiger. Aber das scheint - neben Selfie-Toten - nun zu weiteren problematischen Entwicklungen zu führen.

So gibt es in Kalifornien Farmer, die Sonnenblumen auf großen Feldern anbauen. Sie berichten über rücksichtslose Selfie-Touristen, die Selfies mit Sonnenblumen erstellen möchten.
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Farmers Fed Up With People Taking Selfies In Their Sunflower Fields

https://sacramento.cbslocal.com/2019/07/02/farmers-fed-up-with-people-taking-selfies-in-their-sunflower-fields/

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Farmer berichten, daß ihre Felder nahe Dixon im Solano County wie öffentliche Parks behandelt werden und sie ihre Ernte verlieren. Manche Leute kämen für Photoshootings inklusive entsprechender Ausrüstung. Andere machen Picknicks auf Feldern und ignorieren die "Betreten verboten" - Schilder.

> One woman taking selfies Tuesday in a field near Curry Road described the sunflower fields as an “amazing landscape.”

Aber Farmern geht diese "Liebe zu Sonnenblumen" zu weit. Zu weit in ihre Felder hinein.

Von Picknicks mit Wein und Käse berichtet ein Farmer.

Leute zerstören die Pflanzen und unterbrechen die Bestäubung, das tötet die Pflanzen.

Entweder blockieren sie den Highway. Oder sie betreten verbotenes Gelände.

Manchmal parken bis zu 150 Autos zu entsprechenden Zeiten. Etwa bei Sonnenaufgang am Wochenende. Woher wissen diese Leute von den Feldern?

> Farmers said selfie seekers are posting the location to social media and on popular blogging sites.

Per Social Media werden die Adressen weitergegeben.

Reporter meinten, man könne die Straßen doch blockieren. Aber das lehnen die Farmer ab. Sie müssen mit ihren eigenen Maschinen problemlos hinein- und herauskommen.

In dem Beitrag gibt es ein Video, das auch einige Aufnahmen dieser Selfie-Touristen zeigt.

First Class Bus Stop - Turning Bus Stop into a free Coffee Shop - George Barratt-Jones verwandelt eine Bushaltestelle in eine morgendliche Bar mit Kaffee, Tee und Keksen

07.07.2019 23:47:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man auf einen Bus wartet: Dann lesen die einen Zeitung oder Bücher. Die anderen beschäftigen sich mit ihren Smartphones. Dritte langweilen sich.

Wer dagegen in der Straße wohnt, in der auch George Barratt-Jones wohnt, der hatte an einem Tag Glück: Dieser hat eine kleine Bar eingerichtet.
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Guy Turns Bus Stop Into A Free Coffee Shop And Spreads A Little Joy

https://designyoutrust.com/2019/07/guy-turns-bus-stop-into-a-free-coffee-shop-and-spreads-a-little-joy/

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> “I created a First Class Bar at the bus stop in my street. Serving people coffee, thee and a home made cookies. While cafe music is being played in the background.”

Leute hätten angefangen, sich miteinander zu unterhalten. Über ihre Jobs, ihre Pläne für den Tag.

Auf seiner Domain hat er dazu ein kleines Video veröffentlicht:

First Class Bus Stop

https://www.georgious.nl/first-class-bus-stop

Das Video auf Vimeo:

First Class Bus Stop by George Barratt-Jones

https://vimeo.com/345066412

Die erste Wartende hat er noch mit seiner Bar vertrieben, weil er den Platz vor den beiden Sitzgelegenheiten belegte.

Und am Ende - ist wieder alles weg.

Der Hinweis:

> Public Installation - June, 8 2019

zeigt, daß das auch nur als eine einmalige Aktion gedacht ist.

Wem der Name bekannt vorkommt: Von George Barratt-Jones stammt auch der Cyclo Knitter:

Cyclo Knitter - in fünf Minuten auf dem Bahnsteig per Fahrradfahren einen Winterschal stricken - ein praktisches Kunstwerk von George Barratt-Jones

https://blog.server-daten.de/de/2018-06-12/Cyclo-Knitter---in-fuenf-Minuten-auf-dem-Bahnsteig-per-Fahrradfahren-einen-Winterschal-stricken---ein-praktisches-Kunstwerk-von-George-Barratt-Jones-294

der hier vor gut einem Jahr Thema war.

Optical Illusion Murals - Three-Dimensional Murals - Stadt.Wand.Kust mural project in Mannheim - Peeta zaubert auf einer flachen Hauswand dreidimensionale Illusion

06.07.2019 23:59:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hauswände in Klein- und Mittelstädten pflegen normalerweise glatt, also senkrecht zu sein. Höchstens unterbrochen von Balkonen oder Fenstern.

Ganz anders wirken sie allerdings, wenn sie von dem Künstler Peeta "bemalt" werden. Aber "bemalt" wird dem eigentlich nicht gerecht. Man müßte eher von einem "Neugestalten" sprechen.

Die senkrechte Hauswand ist die Leinwand. Und am Ende ist das Haus ein anderes geworden.
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Italian Artist Peeta Blends Graffiti and Abstract Forms Into Optical Illusion Murals

https://www.thisiscolossal.com/2019/07/peeta-abstract-illusion-murals/

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In Mannheim gibt es das Stadt.Wand.Kunst - Projekt.

Die Idee von Stadt.Wand.Kunst – Open Urban Art Gallery Mannheim

https://www.stadt-wand-kunst.de/die-idee/

Grauer Städte Mauern zu einer öffentlichen Galerie zu machen - das ist die Grundidee und das Ziel dieses Projektes. Seit 2013 werden jährlich Künstler eingeladen, um Hauswände zu gestalten.

Ein Ziel:

> das erste frei zugängliche Museum für Fassadenkunst in ganz Baden-Württemberg zu errichten.

Die Open Urban Art Gallery Mannheim.

2019 entstand das Bild von Peeta.

Abstrakte Elemente ziehen sich nun über die Fassade und erschaffen eine scheinbare Dreidimensionalität, obwohl die Hauswand - natürlich weiterhin flach ist.

Teils scheint es um einzelne Fenster herum nun deutlich nach hinten zu gehen. Und die eigentlich vorhandene 90°-Kante an der Hausecke löst sich völlig auf.

Unter

Mit einem Mural von PEETA startet STADT.WAND.KUNST 2019

https://www.stadt-wand-kunst.de/mit-einem-mural-von-peeta-startet-stadt-wand-kunst-2019/

gibt unten in der durchklickbaren Liste der Bilder ein Bild des Hauses vor seiner "Neugestaltung". Ein simples Haus, in grau und zwei Blautönen gestrichen

Da findet sich eine schöne Formulierung:

> die statische Wirkung des Hauses innerhalb von nur einer Woche aufzubrechen, ohne die Substanz des Gebäudes zu verändern.

Auf Instagram

peeta_ead

https://www.instagram.com/peeta_ead/

gibt es unter

Mannheim, Germany

https://www.instagram.com/p/BzYVz3gI7Lr/

eine Bilderfolge zu dem Mannheimer Mural.

Moses Bridge (Mozesbrug) - invisible Pedestrian Bridge in Halsteren - Unsichtbare Brücke die wie ein Graben im ehemaligen Burggraben liegt - RO&AD Architecten

05.07.2019 23:44:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Süden von Holland gibt es die "West Brabant Water Line", eine Verteidigungslinie, die aus einer Reihe von Festungen besteht. Erbaut wurden diese im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert verfielen die Anlagen. Später wurden die Wassergräben wiederhergestellt. Aber zum Gelände des Fort de Roovere, das noch von drei Seiten von einem Wassergraben umgeben war, war auf der Ostseite eine neue Fußgängerbrücke notwendig.

Das Fort existiert zwar nicht mehr. Aber das Gelände wird zur Erholung genutzt. Routen für Fahrradfahrer und Jogger gehen über das Gelände.

Aber wie baut man eine Brücke über einen ehemaligen Burggraben, ohne daß die Brücke die Landschaft stört? Die Lösung, die RO&AD Architecten 2011 ersonnen hatten, ist bis heute faszinierend:

Die Brücke ragt nicht aus dem Gelände hervor. Sondern ist in die beiden Deiche eingeschnitten, so daß die Oberkante der des Wegs zur Brücke auf der gleichen Höhe wie die Deichfläche liegt.

Im Wasserabschnitt verschwindet die Brücke im Wasser. So daß die Köpfe von Fußgängern nur knapp über der Wasserlinie erscheinen und man von der Brücke aus direkt ins Wasser fassen kann.
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Moses Bridge / RO&AD Architecten

https://www.archdaily.com/184921/moses-bridge-road-architecten

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Deshalb die Bezeichnung "Moses Bridge" - die Brücke teilt das Wasser und ermöglicht ein trockenes Überqueren. Die Brücke besteht aus Holz, abgedichtet mit EPDM Folie. Sie liegt wie ein Graben im Burggraben.

Aus der Entfernung betrachtet ist die Brücke damit unsichtbar. Erst beim Näherkommen sieht man die schmalen Holzstreifen, die nur relativ knapp über der Wasseroberfläche verlaufen.

Der Beitrag bei Archdaily wurde 2011 erstveröffentlicht. Damals waren die beiden Deiche am Rand des Burggrabens noch erdfarben und nicht bewachsen.

Inzwischen sind wohl neue Bilder dazugekommen. Die beiden Deiche sind inzwischen vollständig grün.

Wenn man sich die Gegend bei Google Maps ansieht:

Fort De Roovere, Halsteren, Niederlande

Die Seite mit den Bäumen ist die Seite im Osten, außerhalb vom Fort de Roovere. Von diesem sieht man nur noch den ehemaligen Grundriß.

Man kann nur hoffen, daß die dortige Gegend bei einem kräftigen Regen genügend Wasser aufnehmen kann. Sollte sich der Wasserspiegel im Burggraben zu sehr heben, würde das die Brücke überschwemmen.

ReDeStu - soy sauce dishes with hidden paintings visible after pouring soy sauce - 3D Real Design Studio erstellt kleine Teller für Soßen mit versteckten Bildern

04.07.2019 23:23:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei 3D Druck mag man an alles mögliche denken - kleine Prototypen, Einzelteile, ganze Häuser oder Brücken, Prothesen. Das japanische "3D Real Design Studio" hat eine sehr eigene Methode gefunden, 3D Druck für Produkte einzusetzen.

Es stellt soy sauce dishes, also kleine Schüsseln für Sojasoße, her. Füllt man in diese etwas Sojasoße ein, dann werden Bilder sichtbar. Teils nationale Symbole (Mount Fuji, Itsukushima Shrine), teils Katzenbilder und ähnliches.
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After Pouring Soy Sauce Into These Plates, Entire “Hidden Paintings” Appear

https://www.boredpanda.com/dishes-sauce-images-appear-3d-print-japanese-redestu/

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Verblüffend ist, wieviele verschiedene Farbtöne entstehen.

Auf YouTube gibt es ein kleines Video:

フォトリアル醤油皿にお醤油を入れてみました

https://www.youtube.com/watch?v=5GmhLYiOckM

Da sieht man, daß nur relativ wenig Soße in die kleine Schüssel hineingefüllt wird. Anschließend wird diese durch leichtes Schütteln verteilt. So daß der "weiße Schnee" beim Mount Fuji dadurch zustande kommt, daß das weiße Porzellan nicht mit Soße bedeckt ist.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/re_de_stu/

gibt es noch mehr davon zu sehen.

Eine komplette Mahlzeit, die so eine Schüssel nutzt:

https://www.instagram.com/p/BsW-B5xB2WQ/

Ein Hauptgericht mit Fleisch- oder Fischscheiben, Nudeln und kleinen Beilagen. Dazu eine zweite Schüssel plus zwei kleine Schalen mit Soßen.

Auf der Website

Works

http://www.re-de-stu.com/subpage/works.html

sieht man, daß sich das Studio auf solche kleinen, per 3D-Drucker hergestellten Objekte spezialisiert hat.

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