Bottle recycling in Oregon - 90 percent recycling rate - Oregon hatte bereits 1971 Rückgabepfand für Flaschen eingeführt, 2018 wurde die 90-Prozent-Quote erreicht

08.02.2019 23:15:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der US-Bundesstaat Oregon, an der Westküste der USA zwischen Washington im Norden und Kalifornien im Süden liegend, hatte bereits 1971 ein Rückgabepfand für Flaschen eingeführt. Und war damals der erst US-Bundesstaat, der dieses Prinzip nutzte: Leute zahlen etwas mehr für Flaschen, bekommen das Geld aber zurück, wenn sie die Flaschen wieder abgeben.

Ursprünglich hieß das Gesetz der "Oregon Bottle Bill". Es verpflichtete alle Getränkelieferanten (mit einigen Ausnahmen), auf den Preis einen erstattbaren Aufschlag draufzuschlagen. Von 1971 bis 2017 waren das fünf Cent pro Behälter, so daß ein Sixpack um 30 Cent teurer wurde. 2017 wurde das auf 10 Cent pro Behälter erhöht. Das führte zu einer Rückgabequote von 82 Prozent, der nationale Durchschnitt liegt bei 33 Prozent.
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Bottle recycling in Oregon hits 90 percent record high

https://inhabitat.com/bottle-recycling-in-oregon-hits-90-percent-record-high/

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Vor der Einführung des Gesetzes waren Flaschen und Behälter für 40 Prozent des Mülls am Straßenrand verantwortlich. Das ging runter auf 6 Prozent.

2018 wurde die 90%-Quote erreicht. In Zahlen sind das 2 Milliarden Flaschen und Behälter, die zurückgegeben wurden.

Oregon ist da ein ziemlich progressiver Staat. 2018 wurde das Rückgabepfand deutlich ausgeweitet: Auf alle Behälter aus Kunststoff, Aluminium und Glas. Daß trotzdem die 90 % erreicht wurden, spricht für die Effizienz des dortigen Systems.

> After 2014 clocked 68.3 percent and a 2015 return rate of 64.5 percent

Gegenüber diesen beiden Jahren stieg die Rückgabequote deutlich an. Die Gesetzgebung blieb eher unverändert. Aber:

> What once began as hand-counting returned containers later became automated, as return machines were installed in most major retail locations.

Die Verarbeitung hat sich, analog wie in DE, deutlich verändert. Früher waren das manuelle Zählungen, heute sammeln Automaten die Flaschen ein.

> The machines accept the different types of materials, read the barcode and keep an electronic tally of the return value. A printed slip is then taken to a cashier who exchanges it for cash.

Die Maschinen erkennen verschiedene Materialien, lesen den Barcode und erzeugen einen Zettel mit der Gutschrift.

Es gibt diverse gepoolte Ressourcen und zentrale Standorte, die als BottleDrop bezeichnet werden. Das sind zusätzliche Rückgabemöglichkeiten, die außerhalb der Geschäfte zu finden sind.

> These return centers are located away from retail establishments, meaning that consumers have to make a special stop to return cans rather than being able to return them at the store where they shop.

Behälter werden also nicht dort zurückgegeben, wo man sie gekauft hat. Sondern in solchen BottleDrops. Dort gibt es noch speziellere Maschinen und Personal.

Kunden können Behälter entweder selbst einwerfen oder sie stellen diese auf den Boden und lassen sie von Mitarbeitern zählen.

Obwohl die Erfolge in Oregon offenkundig sind, ist das eher die Ausnahme. In Kanada gibt es solche Systeme größtenteils ebenfalls. In den USA gibt es insgesamt nur elf Bundesstaaten, die so etwas machen. Neben Oregon sind dies

> Vermont, Maine, Michigan, Connecticut, Iowa, Massachusetts, New York, Delaware, California and Hawaii.

The Bunker Project - Oil tank to live in - waagerecht gelagerter Öltank umgebaut zur Mini Wohnung - von Martin Marro

07.02.2019 23:50:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ist das Diogenes in der Tonne, im heutigen Großformat? Der Architekt Martin Marro hat jedenfalls in Argentinien einen alten Öltank zu einer kleinen Wohnung umgebaut. Das Projekt "Bunker" begann 2012, als er sich mit der Geschichte seines Familienhauses beschäftigte. Das war nämlich eine typische Servicestation von 1940.

Von außen her ist der ehemalige Öltank unverändert, wobei es oben eine Öffnung gibt, die wohl dazugekommen ist. Innen gibt es eine große Schlaffläche. An den Wänden wurden diverse Regale angebracht.

Der Bunker ist allerdings nicht statisch, sondern kann transportiert werden. So wurde er 2018 bei einer Ausstellung in Córdoba gezeigt.
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the 'bunker' project by martin marro is an oil tank you can live in

https://www.designboom.com/architecture/martin-marro-transforms-diesel-tank-bunker-cabin-02-07-2019/

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Ein kleines Video:

the ‘bunker’ project by martin marro is an oil tank you can live in

https://vimeo.com/315844524

Der Öltank steht einfach waagerecht hinter dem Haus. Und wirkt erst einmal wie ein ganz normaler Öltank.

Interessant ist der Effekt bei einer "Standortverlagerung", wohl im Rahmen der Ausstellung 2018. Wenn der Bunker so neben einem Haus steht und Leute neugierig durch die kleine, wohl gläserne Öffnung oben hineinsehen oder den "Bunker" durch die geöffnete Bodenplatte von innen betrachten.

Wenn man die Tür von innen her stabil verriegeln kann, ist man drinnen gut geschützt. Allerdings darf einem dann auch nichts passieren. Denn von außen her kommt niemand mehr rein, insofern ist der Name "Bunker" sehr treffend.

Auf

MartinMarro

https://martinmarro.blogspot.com/

gibt es weitere Bilder. Da sieht man auch, wie solche Öltanks wohl früher von solchen Tankstellen genutzt wurden.

Behind the Scenes - Photographer shows Pictures and the Reality - Was steckt eigentlich hinter vielen Hochglanzphotos? Calob Castellon zeigt Bilder und Bilder von den Aufnahmen

06.02.2019 23:05:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Internet ist voller "schöner Bilder". Aber was steckt eigentlich hinter diesen? Der Photograph Calob Castellon hat einerseits Aufnahmen veröffentlicht, die er erstellt hat. Und zeigt andererseits Photos von dem "Drumherum der Aufnahme".

So daß dieselbe Person auf zwei Bildern in zweimal derselben Umgebung erscheint. Dabei wird deutlich: Die Wirkung von "Hochglanzphotos" besteht vielfach daraus, daß der Ausschnitt relativ eng gewählt wird und der Hintergrund unscharf, damit unwirklich wird. Hinzu kommen teils zusätzliche Beleuchtungen, die ein Gesicht gezielt aufhellen.
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Photographer Reveals The Behind-The-Scenes Of His Instagram-Worthy Photos (18 Pics)

https://www.boredpanda.com/photography-reality-behind-the-scenes-calob-castellon/

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Ein Prinzip:

> Quite unexpected places like the grocery store aisle turn into dreamlike backgrounds, a TV screen creates an out-of-this-world atmosphere and ATM seems to stand for ‘automated time machine’ when a photo-shoot is in talented hands and an artistic mind.

Unerwartete Plätze wie ein Lebensmittelgeschäft oder ein großes Geschäft mit Blumen werden zu Traum-Backgrounds. Oder ein TV-Screen wird mit entsprechenden Bildern (Bild der Milchstraße) zu einem Out-of-this-world-Bild. Und bückt sich der am Geldautomaten herunter und wird dabei geschickt ausschnittsweise photographiert, dann wird der schnöde, uns allen bekannte Geldautomat zur Kommunikationsmaschine mit Außerirdischen.

Grade dieses Geldautomatenbeispiel ist verblüffend: Weil der Mann in die Hocke geht, wirkt der Geldautomat deutlich größer.

> Calipatria-based photographer and graphic designer Calob Castellon shows that we shouldn’t believe everything we see on social media and reveals the truth behind perfect photos. In his series, he shows the behind-the-scenes of how a simple picture is transformed into an eye-catching work of art, and over 300k Instagram followers appreciate it.

Das Muster ist immer dasselbe: Ein relativ enger Bildausschnitt, so daß die photographierte Person das Bild größtenteils ausfüllt und die Umgebung dahinter unscharf wird.

Plus gezielte Beleuchtung. Dafür ist immer wieder eine weitere Person notwendig, die bsp. eine kleine Strahllampe über dem Kopf der photographierten Person hält. So daß der Kopf gezielt heller wird, ohne daß die Lichtquelle später sichtbar ist.

Hinzu kommt eine spätere Bearbeitung des Hintergrundes.

In seinem Instagram-Account

Calop_

https://www.instagram.com/calop_/

gibt es teilweise zu einem Bild mehrere Behind the Scenes - Bilder.

Wir sollten nicht alles glauben, was wir an Bildern sehen. Allerdings gibt es einen ständigen Strom von Bildern, der ja fast nur noch aus solchen reduzierten Aufnahmen besteht.

Breaking the Box - the credenzas and cabinets of Sebastian ErraZuriz - Möbel, die sich zu Skulpturen auffächern oder ein riesiges Innenleben entfalten

05.02.2019 22:56:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Schrank ist ein Schrank. Er hat eine oder vielleicht zwei Türen, unten eventuell eine Schublade. Und wird mit Inhalt befüllt.

Die Möbelstücke von Sebastian ErraZuriz sind dagegen "etwas anders". Eigene Kunstwerke, die bald schon unglaublich wirken.

Da gibt es einen scheinbar kompakten Holzblock. Dann fächert sich dieser in unzählige Lamellen auf, so daß ein Fächer aus Holz entsteht.

Oder sechs gleichartig aussehende Elemente stehen übereinander. Dann läßt sich das oberste Element zur Seite wegdrehen. Die weiteren Elemente folgen, so daß schließlich sechs Schubladen für diverse kleine Gegenstände zur Verfügung stehen.
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Wooden Credenzas and Cabinets Elegantly Open into Surprising Silhouettes

https://www.thisiscolossal.com/2019/02/mechanical-cabinets-by-sebastian-errazuriz/

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"Breaking the Box" ist der Titel einer Soloausstellung, die im Augenblick in New York bei R & Company zu sehen ist.

> “We tend to understand reality by constraining meaning into closed and simplified boxes defined by previous cultural conventions,”

Wir tendieren dazu, Realität als geschlossene und simplifizierende Boxen zu betrachten, vorgeformt aufgrund vorheriger kultureller Konventionen.

> “We live within these pre-established cognitive borders, where we only tend to see, recognize, and accept as true that which has been previously ordered and defined.”

Wir leben innerhalb dieser vorgefertigten kognitiven Grenzen, wo wir dazu tendieren, nur das zu sehen, wahrzunehmen und zu akzeptieren, was nach bisherigen Regeln geordnet und definiert wurde.

Extrem wird dieses Auffächern bei dem kompakten dunkelroten Möbelstück. Das läßt sich mehrfach auseinanderklappen und auffächern.

Zusammengeklappt sind das zwei Elemente nebeneinander, fünf übereinander. Ausgeklappt sind das zwölf Elemente nebeneinander in verschiedenen Höhen.

Auf seiner Website unter

Cabinets - Furnitures

http://www.meetsebastian.com/cabinets-furnitures/

gibt es diese Stücke zu sehen. Plus noch ein paar mehr. Jeweils mit einer Unterseite, die das Auffächern schrittweise zeigt.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/sebastianstudio/

gibt es ebenfalls diverse Beispiele seiner Arbeiten zu sehen.

TransBorda: How to enter the Museum of Art in Rio de Janeiro - Climb the walls - Ausstellung "Art, Democracy and Utopia" lässt Besucher das Museum über Kletterwände betreten

04.02.2019 21:50:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie betritt man ein Museum? Ehrfürchtig? Freudig in der Hoffnung auf viele spannende Ausstellungsobjekte? In Rio de Janeiro in Brasilien gibt es im dortigen Museum of Art (MAR) eine Ausstellung "Art, Democracy and Utopia". Estudio Chao hat sich dazu die Installation Transborda einfallen lassen.

Das Erdgeschoss des Museums ist eigentlich frei zugänglich. Es besteht nur aus diversen Säulen, die Museumsräume beginnen im ersten Stock. Lediglich eine Treppe führt hoch.

Aber der Bereich zwischen den äußeren Säulen - wurde mit senkrechten Glasplatten abgesperrt. Ins Museum kommt man damit nur, wenn man eine der Klettermöglichkeiten nutzt, die über diese Glasplatten führen.
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transborda installation by estudio chao invites people to climb the walls of a museum in rio

https://www.designboom.com/architecture/transborda-installation-estudio-chao-people-walls-museum-rio-02-04-2019/

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Man kann entweder eine Art schräge Leiter hoch- und wieder runtersteigen. Oder man wählt den Weg durch ein Netz aus dicken Schnüren. Schließlich gibt es schräg angebrachte Bretter mit einzelnen waagerechten Trittstufen. Auf der anderen Seite geht es entweder auf dieselbe Weise abwärts. Oder man wählt die Rutsche. An einer Stelle gibt es auch gewöhnliche Stufen, die man hoch- und wieder hinunterschreiten kann.

Oder man setzt sich eine Weile auf eine dieser Stufen und sieht den anderen Besuchern beim Klettern zu.

Die stählernen Rahmenteile sind alle in demselben hellblau-grünen Farbton gestrichen, in dem sich auch die Außenfassade des Museums präsentiert.

"Transborda" ist portugisisch und heißt "überfließen", "overflow".

> Transborda acts as a poetic device to provoke reality and make a call to the imagination, putting bodies of all shapes and ages in movement on feet and hands to cross the glass wall of the pilotis.

Ein poetisches Gerät, das die Realität provoziert und die Imagination befeuert. Körper in jedem Alter und in jeder Form verwenden Hände und Füße, um die gläserne Mauer zu überwinden.

Im Innenhof (der von der anderen Seite wohl frei zugänglich ist) gibt es zusätzlich ein Gerüst, das aus diversen waagerecht und senkrecht angebrachten Stangen besteht. Dazwischen immer wieder Sitzflächen, so daß sich kleinere Gruppen niederlassen können.

Auf der Seite von Estudio Chao

TransBorda

http://www.estudiochao.com/TransBorda

sieht man noch einiges mehr. Das, was im ersten Link wie ein Gestell im Innenhof wirkt, ist fahrbar, auf Rollen. Das wurde als mobile Tribünen für diverse kleine Veranstaltungen genutzt. Bei Diskussionen, kleinen Aufführungen oder für Infostände.

Erwachsene mögen da leicht drüber kommen oder den freien Zugang daneben wählen. Auf den Bildern sieht man, daß das für Kinder eine teils große Herausforderung ist:

Die Elbphilharmonie in Hamburg aus ungewohnten städtischen Perspektiven - die Bilder von Sugar Ray Banister

03.02.2019 22:14:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Phänomen kenne ich hier von Berlin. Touristen lichten den Fernsehturm aus bestimmten Perspektiven ab. Aber der Blick aus meinem Fenster auf den Fernsehturm im Winter, der nur deshalb möglich ist, weil die Bäume ohne Blätter sind: Den kennen Touristen nicht. Irgendwann im April haben diese sehr hohen Bäume dann so viele Blätter, daß der Fernsehturm nicht mehr sichtbar ist. Und erst im Oktober oder November wieder auftaucht. Wobei die roten Lampen manchmal schon früher durch die Blätter hindurch blinken.

Der Blogger und Photograph Dirk Murschall, der unter dem Künstlernamen Sugar Ray Banister aktiv ist, war nach Hamburg gezogen. Und begann, die allseits bekannte Elbphilharmonie unter "ungewöhnlichen Blickwinkeln" abzulichten.

Auch das ist ein Gebäude, das sehr rasch weltweit als "Bild von und für Hamburg" bekannt geworden ist. Was eben auch dazu führt: Meist werden die Aufnahmen von nahe beieinanderliegenden Standorten gemacht, so daß das Ergebnis immer "irgendwie ähnlich aussieht".

Aber in unmittelbarer Nähe gibt es Industrieanlagen. So daß eine Aufnahme aus dieser Richtung die Elbphilharmonie in einen sehr ungewöhnlichen Kontext stellt.
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Blicke auf die Elbphilharmonie aus anderen Perspektiven als die immer gleiche Glanzpose

http://urbanshit.de/blicke-auf-die-hamburger-elbphilharmonie-aus-anderen-perspektiven/

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Sieht man sich die obersten Ergebnisse der Google-Bildersuche

Elbphilharmonie

an, dann sieht man nirgendwo Stellen, wo diese Industrieanlagen sein könnten.

Weitere Bilder gibt es auf dem Blog:

Alternative Blicke Auf Die Elbphilharmonie

https://www.sugarraybanister.de/fotografie/alternative-blicke-auf-die-elbphilharmonie

Das allerletzte Bild im Blog zeigt, daß es in "ziemlicher Nähe" ein sehr altes Gebäude gibt, das mit zugemauerten Fenstern einen deutlich anderen Eindruck hinterläßt.

Von der gegenüberliegenden Seite her betrachtet wirkt die Elbphilharmonie wie ein Solitär, der wie ein Schiff ins Wasser ragt. Aus diesen anderen Perspektiven ergibt sich eher der Eindruck, daß sie "mittendrin", in der rauhen Stadt eingebettet ist.

Sucht man auf Instagram nach #Elbphilharmonie - Tags

https://www.instagram.com/explore/tags/elbphilharmonie/

dann finden sich dort Bilder aus den typischen Perspektiven, teils aus deutlich größerer Entfernung. Und Bilder von innen bzw. Selfies. Aber zumindest grade beim Runterscrollen fanden sich auch dort - keine Bilder mit Industrieanlagen.

House in Afife - Geometric white house as abstract sculpture - Haus in Portugal, das mit geschlossenen Fenstern einheitlich weiss ist - von Guilherme Machado Vaz in Afife, Portugal

02.02.2019 23:20:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Architekturformen sind nur in bestimmten Gegenden bzw. bei bestimmten klimatischen Bedingungen denkbar. So hat der Architekt Guilherme Machado Vaz nun in Afife (Portugal) ein Haus fertiggestellt, das man sich hier in Berlin so gar nicht vorstellen kann.

Mit geschlossenen Fensterläden ist das Haus ein geometrischer Würfel. Komplett glatt, komplett weiß. Lediglich feine Linien deuten auf den weißen Flächen an, daß es da noch etwas anderes geben könnte.

Hinter den Linien verbergen sich Türen nach draußen bzw. Fenster. Die mit Fensterläden geschlossen sind. Letztere sind so glatt in die Außenwand eingebaut, daß sie wie eine Fortsetzung der Hauswand erscheinen.

Aber sie lassen sich öffnen und komplett aufklappen. Dann werden große Fenster sichtbar. Und diese Fensterläden sind auf den Innenseiten jeweils einheitlich gestrichen.

Die Wirkung: Da, wo es bis grade noch eine glatte und einheitliche weiße Fassade gab, gibt es nun mehrere Fenster, die von gleichartigen, relativ flachen Fensterläden eingerahmt sind.

So daß das Haus einen gänzlich anderen Eindruck vermittelt.
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Guilherme Machado Vaz designs geometric white house as "abstract sculpture"

https://www.dezeen.com/2019/02/01/house-in-afife-guilherme-machado-vaz-architecture-portugal/

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Direkt daneben gibt es eine alte Kapelle, die von einer alten Mauer von Steinen umgeben ist.

> "The chapel stands on a base of granite walls, and it imposes itself in that area. Its presence had an influence on the project, particularly as regards the design of the volume"

Das Haus:

> "The house sought not to disturb the harmony of this religious space, but at the same time it did not want to be submissive to its presence."

sollte nicht die Harmonie dieses religiösen Platzes stören, aber es sollte auch nicht seine eigene Anwesenheit verstecken.

Auf der Südseite des Hauses - in dieser Richtung steht die Kapelle - sind die Fensterläden von innen her goldgelb gestrichen.

> The interiors of the house are split over a series of half floors, inspired by Austrian and Czech architect Adolf Loos' Raumplan concept.

Innen gibt es diverse halbe Stockwerke, die sich an dem Konzept der Raumplanung von Adolf Loos orientieren.

Eine Holztreppe führt innen von der ersten Ebene (mit Türen zum Garten) zur nächsten Halbebene, von dort die nächste Stufe hoch.

Oben gibt es eine Dachterrasse.

Ein kleiner Film

Window shutters transform geometric white House in Afife into "abstract sculpture"

https://www.youtube.com/watch?v=jdX59f3cbJM

zeigt die Verwandlung des Hauses vom "weißen Würfel" in ein Haus mit strukturierter Fassade.

Auf der Seite des Architekten

Casa em Afife

http://www.guilhermemachadovaz.pt/portfolio/casa-em-afife/

gibt es noch einige weitere Bilder.

Polar Vortex - How cold is it in the Midwest - Photos that show the temperature - Wie kalt ist es im Mittleren Westen der USA?

01.02.2019 23:35:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin pflegt ja die große Verkehrskrise auszubrechen, wenn es mal drei Zentimeter Schnee bei -5°C gibt. Aber im "Mittleren Westen" der USA, den US-Bundesstaaten, die nicht an der Ostküste, stattdessen beginnend mit Ohio bis zu den vier Staaten North Dakota, South Dakota, Nebraska und Kansas reicht, gibt es aktuell arktische Temperaturen. -35°C und noch kälter.

Das führt, etwa für Chicago, zu ungewohnten Bildern. BoredPanda hat 50 davon zusammengestellt.
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50 Photos That Show Just How Insanely Cold It Is In America Right Now

https://www.boredpanda.com/freezing-temperature-polar-vortex-usa-2019/

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Aktuell zuoberst: Seifenblasen gefrieren sofort zu kleinen Eiskugeln, die sich in der Luft bewegen.

Allerdings ist die Kälte so heftig, daß es selbst in Innenräumen Minusgrade und gefrierendes Wasser gibt. In einer Toilette fror das Wasser im Spülkanister - und sprengte diesen ab, so daß nun ein Eisblock dasteht.

Jemand wagt sich mit einer Schüssel Spaghetti nach draußen, hebt sie mit der Gabel hoch. Sie gefrieren - und halten die Gabel schwebend in der Luft.

Nach zwei Tagen gefrierendem Regen: Von einem Autorad löst sich eine riesige Eiskappe.

Jemand wirft wohl aus einer Flasche Flüssigkeit in die Luft. Die gefriert zu einer riesigen Skulptur.

Auf mehreren Bildern ist zu sehen, wie nasse Haare in der Luft gefrieren oder wie nasse Hosen draußen senkrecht stehen.

Türen entwickeln innen riesige Eisflächen - weil sie von außen her massiv gekühlt werden.

Faszinierend sehen aufgeschlagene Hühnereier aus. Das Innere ist komplett gefroren.

Aus einem offenen Hydranten fließt kein Wasser mehr - weil es komplett gefroren ist. Eine Feuertür - die innen an diversen Stellen mit Reif und Eis bedeckt ist.

Eine Tür mit einem Guckloch: Um das Guckloch herum hat sich innen eine Eisschicht gebildet.

Dagegen ist das, was ich hier in Berlin als Minimaltemperatur erlebt habe (etwa -10 bis -12°C), eher lau.

In der Arktis oder in Grönland sind die Bewohner eher an solche Temperaturen gewöhnt und auch entsprechend ausgestattet. Aber wer solche Temperaturen nicht kennt, der kann nur zu Hause bleiben.

MIT Robot plays Jenga combining vision and touch to learn the game - Roboter spielt Jenga und lernt per Ausprobieren - Forschung am Massachusetts Institute of Technology

31.01.2019 23:15:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

Jenga ist dieses kleine Spiel, das mit 60 gleichartigen hölzernen Rechtecken startet. 7,5 × 2,5 × 1,5 cm sind die Maße. Drei legt man nebeneinander, darauf die nächsten drei um 90° versetzt, so wird erst einmal der Turm gebaut.

Dann muß jeder Mitspieler irgendwo ein hölzernes Element herausziehen und es oben auflegen. Von ganz oben darf nichts entfernt werden, von der Ebene drunter nur dann, wenn die Ebene drüber aus drei Bausteinen besteht. Verloren hat der, der den Turm zum Einsturz bringt.

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurde nun ein Roboter entwickelt, der sich dieses Spiel in relativ kurzer Zeit beibringen konnte. Die Besonderheit daran: Bisherige Modelle waren davon ausgegangen, daß traditionelle Techniken des "Maschinenlernens" dafür zehntausende von Versuchen bräuchten.
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watch this MIT robot 'cheat' at jenga

https://www.designboom.com/technology/mit-jenga-robot-machine-learning-01-31-2019/

Die Site beim MIT:

MIT robot combines vision and touch to learn the game of Jenga

Machine-learning approach could help robots assemble cellphones and other small parts in a manufacturing line.

http://news.mit.edu/2019/robot-jenga-0130

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Die Forscher näherten sich diesem Thema aus einer menschlichen Perspektive an:

> the MIT engineers approached this project from a human perspective. we use our eyes to study the tower. we use are fingers to pry and poke

Es wurde wohl ein Standard

> ‘industry-standard ABB IRB 120 robotic arm.’

genutzt, der optische und mechanische Informationen verarbeiten kann. Ergebnis:

> the MIT jenga robot quickly learned clusters of data by focusing on the different behaviors the blocks exhibited when they were pushed, pulled, tapped and toppled.

Der Jenga Robot lernte rasch, verschiedene Verhaltensweisen zu unterscheiden. Wie verhalten sich die Blöcke, wenn sie geschoben, herausgezogen, angeklopft werden und wenn sie umstürzen.

Es waren nur etwa 300 Versuche notwendig, bis der Roboter das Spiel hinreichend gut beherrschte.

Das Video auf YouTube:

MIT Robot Learns How to Play Jenga

https://www.youtube.com/watch?v=o1j_amoldMs

Die Besonderheit:

> the ability to quickly learn the best way to carry out a task, not just from visual cues, as it is commonly studied today, but also from tactile, physical interactions.

Im Gegensatz zu anderen Spielen, wo viele Züge vorausberechnet werden und versucht wird, den besten nächsten Zug zu ermitteln, geht es hier darum, auszuprobieren: Welche Steine sind locker, welche kann man herausschieben oder herausziehen. Der Roboter muß interagieren, damit er lernen kann.

Später könnten solche Roboter bsp. in Fertigungsprozessen eingesetzt werden. Etwa bei der Herstellung von Smartphones. Wo es darum geht, kleine Bewegungen angepaßt und hinreichend korrekt auszuführen.

Bundesfinanzhof: Ermässigter Umsatzsteuersatz für Museumsbesuch gilt auf für vergängliche Kunstsammlungen wie Eisskulpturen - V R 29/17

30.01.2019 23:19:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Passend zum Winter hat der Bundesfinanzhof nun über eine Entscheidung vom November informiert. Wenn ein Museum Ausstellungsstücke zusammenstellt und für den Besuch Eintrittsgelder erhebt, dann sind diese Eintrittsgelder mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz zu behandeln.

Aber was ist unter "Ausstellungsstücken" zu verstehen? Gilt das auch für Ausstellungsstücke, die extra für die Ausstellung erschaffen wurden und später vergehen?

Im konkreten Fall ging es um ein Eismuseum. Es gab im Jahr 2010 zwei themenbezogene Ausstellungen mit Eisskulpturen, die von internationalen Künstlern extra angefertigt wurden. Diese wurden später "witterungsbedingt zerstört", sie schmolzen dahin.

Der Veranstalter rechnete das mit 7 % Umsatzsteuer ab. Finanzamt und Finanzgericht sahen das anders. Es handele sich zwar um Kunstgegenstände. Es sei aber keine Sammlung gewesen, das wäre Voraussetzung für die Anwendung des Museumsbegriffs gewesen. Deshalb unterhalte der Kläger keine (dauerhafte) eigene Sammlung, sondern das sei nur eine vorübergehende Ausstellung gewesen.

Der Bundesfinanzhof entschied gegenteilig:
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Ermäßigter Umsatzsteuersatz für Eisskulpturensammlung als Museum - Urteil vom 22.11.2018 V R 29/17

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&nr=39054&pos=0&anz=4

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Die Begründung beschäftigte sich mit dem Begriff der "Eintrittsberechtigung für Museen". Diese umfaßt

> auch den Eintritt zu einer Sammlung von Kunstgegenständen, die eigens für die Ausstellung und damit nur vorübergehend, nicht aber dauerhaft zusammengestellt wurden.

Für die Steuersatzermäßigung kommt es deshalb nicht darauf an, ob die Kunstwerke aus eigenen oder aus anderen Sammlungsbeständen stammen. Was auch nachvollziehbar ist: Sonst wären Ausstellungen, die aus eigenen Sammlungen bestückt werden, bevorzugt gegenüber Ausstellungen, die sich vorrangig aus Leihgaben zusammensetzen. Dabei sind doch gerade solche Ausstellungen relevant, da sie Kunstwerke aus verschiedenen Sammlungen für einen begrenzten Zeitraum zusammenführen.

Darauf weist auch der BFH hin:

> Die Entscheidung des BFH kann auch für sog. Wanderausstellungen von Bedeutung sein, die an unterschiedlichen Orten gegen Eintrittsgeld zugänglich sind.

Interessant ist die umfangreiche Argumentation des Finanzamtes in der Urteilsbegründung:

BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.11.2018, V R 29/17
ECLI:DE:BFH:2018:U.221118.VR29.17.0

Umsatzsteuer im Eismuseum

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&anz=4&pos=0&nr=39066&linked=urt

Es müsse die Ausstellung einer Kunstsammlung und nicht nur die Ausstellung von Kunstwerken sein. Eine Kunstsammlung sehr mehr als eine Ausstellung. Hier läge nur eine Ansammlung von Kunstwerken vor. Eine Ansammlung sei nicht mit einer Sammlung vergleichbar, letztere sei dauerhaft. Der typische Verbraucher würde eine nur vorübergehende Ausstellung nicht als Museum ansehen.

> Eine temporäre Ausstellung und eine dauerhaft angelegte Kunstsammlung sei nicht gleichartig.

Dagegen der BFH: Das beruhe auf einer EU-Richtlinie:

> Dabei kann nach Anhang III Kategorie 7 MwStSystRL ein ermäßigter Steuersatz zugunsten der Eintrittsberechtigung für Veranstaltungen, Theater, Zirkus, Jahrmärkte, Vergnügungsparks, Konzerte, Museen, Tierparks, Kinos und Ausstellungen sowie ähnliche kulturelle Ereignisse und Einrichtungen eingeführt werden.

Das betrifft also sowohl Museen als auch Ausstellungen.

Landscape light interventions - Light Installations project concentric Circles and geometric Cubes onto Mountains and Trees - Lichtinstallationen, die Kreise und geometrische Muster auf Berge und Bäume projizieren - von Javier Riera

29.01.2019 23:18:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

In diversen Städten gibt es im Herbst und Winter Lichtinstallationen. Hier in Berlin gibt es das Festival of Lights, in Amsterdam gibt es das "Amsterdam Light Festival". Aber was gibt es außerhalb von Großstädten?

Kreise und geometrische Muster, die nicht auf Häuser, sondern auf Berge oder Bäume projiziert werden. Das hört sich erst einmal simpel an. Das Ergebnis ist allerdings faszinierend.
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Light Installations by Javier Riera Project Concentric Circles and Geometric Cubes onto Mountains and Trees

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/light-installations-by-javier-riera/

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Beim Betrachten dieser - relativ wenigen - Bilder in dem Beitrag geht es zumindest mir so, als würde ich ständig Dinge dazudenken. Beispielsweise das zweite Bild: Das sind doch keine mit runden Scheinwerfern angestrahlten Bäume, sondern eine ganze Armada von Mondsicheln.

Oder das folgende Bild: Als ob der so verwandelte Baum eine Hülle bekommen hätte.

Dabei kommt für den Künstler erst der Baum, dann die Beleuchtung:

> Spanish artist Javier Riera designs and photographs light projections that fit perfectly onto specifically shaped trees and their branches.

Es wird nicht zur Beleuchtungsidee nach einer passenden Umgebung gesucht. Sondern es wird eine Umgebung ausgewählt und für diese eine passende Beleuchtung entwickelt.

> “His hopes the photographs deepen the connection between nature and the audience, allowing the viewer to find a greater appreciation for the multitude of layers that compose the nature world.“

Auf seiner Website

http://javierriera.com/

gibt es noch viel mehr davon. Unter dem gemeinsamen Titel "Landscape light interventions".

Ferner gibt es eine analoge Reihe

Urban Interventions

http://javierriera.com/gallery-category/urban-interventions/

Dort werden bsp. einzelne Bäume im städtischen Kontext "verwandelt".

Dort findet sich auch ein älteres Video, das am Anfang Teile der Logistik dahinter zeigt.

ALAMEDA LLUM 2012 // Javier Riera

https://vimeo.com/53883735

Nichts, das "auf die Schnelle" geht.

DNS Flag day - Aufräumen im DNS - am 01 02 2019 sollen Ausnahmen bei der fehlerhaften Antwort auf EDNS abgeschaltet werden

28.01.2019 22:46:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das DNS, das Domain Name System, ist ein Rückgrat des Internets. Es sorgt dafür, daß ein Klartextname wie blog.server-daten.de aufgelöst wird in die unverständliche und schlecht zu merkende IPv4-Adresse 85.215.2.228 bzw. in die noch unverständlichere IPv6-Adresse 2a01:238:301b::1228.

Für eine breite Nutzung ist diese Namesauflösung also zwingend notwendig. Rechner können sich über IP-Adressen gegenseitig finden. Aber Nutzer benötigen Namen, die aus der jeweiligen Sprache stammen und sich hinreichend leicht merken lassen. Hinzu kommt, daß heutzutage viele Websites auf einer IP-Adresse laufen, so daß der Aufruf der IP-Adresse alleine unverständlich wäre. Der Server muß wissen, welche der gehosteten Websites er anzeigen soll.

Dementsprechend alt ist das System. Der erste RFC mit der Nummer 882 war von 1983, der wurde ersetzt durch den im wesentlichen noch heute gültigen RFC 1035 vom November 1987.

Nach so langer Zeit stellte sich irgendwann einmal die Frage, wie man dieses System so konsistent erweitern kann, daß neue Techniken genutzt werden, ohne daß die bisherigen Lösungen nicht mehr funktionieren.

Die Lösung 1999 war: EDNS, Extension Mechanisms for DNS (EDNS0). Ein kleines Regelwerk, das beschreibt, wie man bestehenden Anfragen und Antworten neue Informationen beifügen kann.

Und eigentlich ist die Regel einfach: Wenn ein Nameserver EDNS0 nicht versteht, dann möge er es ignorieren. Wenn er das Grundkonzept versteht, aber Erweiterungen nicht kennt, dann möge er auf eine bestimmte Art und Weise antworten. Und er möge bsp. bitte nicht "nicht antworten". Denn dann weiß der Anfrager erst recht nicht, was los ist.

Nur: Obwohl es EDNS bereits seit 1999 gibt, gibt es bis heute Nameserver, die diese Regeln nicht konsistent implementiert haben.

Die Konsequenz: In diversen Versionen von DNS-Software wurden immer wieder Ausnahmen eingestrickt, um mit diesen sehr alten Nameservern umgehen zu können.

Damit soll nun Schluß sein. Genauer gesagt: Ab dem 01.02.2019 soll damit Schluß sein. Deshalb gibt es an diesem Tag den DNS Flag Day.
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DNS Flag day

https://dnsflagday.net/

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Mit einer deutlichen Ansage:

> What is happening?
>
> The current DNS is unnecessarily slow and inefficient because of efforts to accommodate a few DNS systems that are not in compliance with DNS standards established two decades ago.

Das vorhandene DNS ist überflüssigerweise langsam und ineffizient, weil es sich an einige DNS-Systeme anpaßt, die bis heute nicht einige Standards einhalten, die bereits 20 Jahre alt sind.

Das soll sich ändern. Deshalb:

> To ensure further sustainability of the system it is time to end these accommodations and remediate the non-compliant systems. This change will make most DNS operations slightly more efficient, and also allow operators to deploy new functionality, including new mechanisms to protect against DDoS attacks.

Mit diesen eigentlich längst überflüssigen Ausnahmen soll ab dem 01.02.2019 Schluß sein. Diverse Anbieter von DNS-Software werden koordiniert die Unterstützung für Ausnahmen an diesem Datum entfernen. Die Wirkung:

> This change will affect only sites operating non-compliant software.

Das wird nur jene betreffen, die immer noch veraltete oder nicht angepaßte DNS-Software einsetzen.

Theoretisch kann es dann passieren, daß Domains unerreichbar sind.

Es gibt eine Testseite

https://ednscomp.isc.org/

mit der sich schon seit langem diese Sachen testen lassen. Ferner hatte ich am letzten Wochenende meine eigene Site

https://check-your-website.server-daten.de/

so angepaßt, daß die wichtigen sieben Tests (einen gab es schon davor, den EDNS0-Test, der Voraussetzung für alle anderen Tests ist, habe ich mir gespart) ebenfalls überprüft werden.

Die minimale Konfiguration:

> Minimal working configuration
>
> The minimal working setup which will allow your domain to survive 2019 DNS flag day must not have a timeout result in any of the plain DNS and EDNS version 0 tests implemented in the ednscomp tool. Failures of the EDNS(1) tests will not cause any immediate problem.

Es sollte bei keinem der Tests ein Timeout geben. Das ist ein Verfahren, wo Nameserver einfach nicht reagieren, so daß der Absender nicht weiß: Nochmals schicken oder was? Das bremst jeden Code aus.

Ein fehlschlagender EDNSV1-Test heißt, daß eine Testanfrage mit der (nicht definierten) EDNS-Version 1 geschickt wird. Da soll (i) kein Abfrageergebnis (stattdessen eine Antwort, bei der das Abfrageergebnis nicht gesetzt ist) zurückgeschickt werden und (2) BADVERS als Status zurückgegeben werden. Da senden manche Nameserver bsp. trotzdem einfach das Abfrageergebnis zurück oder bewerten die Anfrage als erfolgreich.

Das ist in etwa so, wie wenn jemand auf die englische Frage, ob er englisch versteht, zwar auf englisch antwortet. Aber die Antwort völlig unsinnig ist, so falsch, daß sie sich beim besten Willen nicht als Antwort interpretieren läßt.

Mal sehen, ob es ab dem 01.02 Mitteilungen über größere Probleme geben wird.

SmarTuk - modular electric Tuk Tuk for Cambodia - elektrisch angetriebene Autorischka für Kambodscha

27.01.2019 23:05:19, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Europa sieht man solche motorisierten Dreiräder eher wenig. Aber in Südostasien, in Indien und auch in Afrika sind solche Autorischkas weit verbreitet. Sie werden auch "Tuk Tuk" genannt, weil sie oft mit Zweitaktmotoren betrieben werden, die ein entsprechendes Geräusch produzieren.

Nun gibt es mit dem Smartuk ein elektrisch betriebenes Modell, das von Vincent Chan und Andy Lee entwickelt wurde.
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smartuk - a modular, all electric tuk tuk for the streets of cambodia

https://www.designboom.com/design/smartuk-electric-tuk-tuk-01-25-2019/

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Die Grundidee: Ein kompaktes kleines Dreirad, das auch ohne den hinteren Aufsatz unterwegs sein kann. Dessen Gestaltung richtet sich nach den Bedürfnissen des Besitzers.

> the smartuk provides an affordable modular EV tuk tuk that wants to facilitate cambodians with low income the act of mobile selling of foods and goods.

Gedacht für Kambodschaner mit geringem Einkommen bietet der Aufsatz Möglichkeiten, Essen und andere Dinge mobil zu verkaufen. Wichtig dabei ist, daß das Gefährt hinreichend gegen Wasser gesichert ist. Davon gibt es in Kambodscha immer wieder genügend.

Denkbare Nutzungen:

> its uses are many and range from a mobile cafe, to a grocery cart, or just as a vehicle used for the transportation of goods.

Ein mobiles Café, der Verkauf von Lebensmitteln oder einfach als Lieferwagen für Waren.

Auf

SmarTuk

https://www.coroflot.com/vincentchan46/SmarTuk

gibt es ein kleines Video und diverse Skizzen, die u.a. die Maße zeigen.

Allerdings scheint das noch mehr ein Konzept als ein tatsächlich funktionierender Prototyp zu sein.

Auch der Text unter dem Video auf YouTube

SmarTuk -EV

https://www.youtube.com/watch?v=jFgNtnIYPl4

> Make street vending a pleasurable and measurable to improve the life of the locals” is the mission of this project. To design and provide an affordable modular EV TukTuk, to help the Cambodian with low income and to better facilitate the act of mobile selling of foods and goods. By incorporating tracking device communicating with a mobile app, our project could provide location of nearby street vendors for the masses, it will also help regulate the current unregulated street vendors in Cambodia.

löst das nicht wirklich auf. Mal sehen, ob das irgendwann zur Marktreife vervollständigt wird.

Bundesfinanzhof bezweifelt Umsatzsteuerbefreiung für medizinische Hotline - Vorabentscheidungsersuchen zum EuGH - XI R 19/15

26.01.2019 23:57:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Berufswelt entwickelt sich weiter. Alte Berufe werden hinfällig, neue entstehen. Damit entwickeln sich auch neue Fragestellungen.

Eine solche neue Frage hat nun der Bundesfinanzhof dem Europäischen Gerichtshof im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens vorgelegt.
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Umsatzsteuerbefreiung für medizinische Hotline bei Gesundheitstelefon und Patientenbegleitprogrammen zweifelhaft - Beschluss vom 18.9.2018 XI R 19/15

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&nr=39033&pos=0&anz=3

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Heilbehandlungen sind innerhalb der EU umsatzsteuerfrei. Aber wenn eine GmbH im Auftrag von Krankenkassen telefonische Beratungen durchführt: Gilt das als Heilbehandlung oder nicht?

Der konkrete Fall:

> Im Streitfall betrieb die Klägerin im Auftrag gesetzlicher Krankenkassen ein sog. Gesundheitstelefon zur Beratung von Versicherten in medizinischer Hinsicht. Sie führte zudem Patientenbegleitprogramme durch, bei denen bestimmte Versicherte auf der Basis von Abrechnungsdaten und Krankheitsbildern über eine medizinische Hotline situationsbezogene Informationen zu ihrem Krankenbild erhielten.

Wer führte diese Tätigkeiten aus? Jedenfalls meistens keine Ärzte:

> Die telefonischen Beratungsleistungen wurden durch Krankenschwestern und medizinische Fachangestellte erbracht, die größtenteils auch als „Gesundheitscoach“ ausgebildet waren. In ca. einem Drittel der Fälle wurde ein Arzt hinzugezogen, der die Beratung übernahm bzw. bei Rückfragen Anweisungen oder eine Zweitmeinung erteilte.

Die Klägerin war laut Vorspann eine GmbH.

Der Beschluß

BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 18.9.2018, XI R 19/15 - ECLI:DE:BFH:2018:VE.180918.XIR19.15.0

EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung medizinischer Telefonberatung

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&anz=3&pos=0&nr=39042&linked=ant

nennt diverse Beispiele für die erbrachten Beratungsdienstleistungen. Dabei handelte es sich aber auch bsp. nur um den Hinweis, welche weiteren Ärzte es zu einem Thema in der Nähe gibt.

Die Klägerin hatte das als Heilbehandlung eingestuft, folglich umsatzsteuerfreie Umsätze angemeldet. Das Finanzamt war anderer Meinung und setzte Umsatzsteuervorauszahlungen fest. Das angerufene Finanzgericht wies die Klage ab.

> Es führte aus, die telefonischen Beratungsleistungen der Klägerin seien nicht als ärztliche Heilbehandlungen von der Umsatzsteuer befreit. Die im Rahmen des Gesundheitstelefons erteilten Informationen beruhten nicht auf medizinischen Feststellungen, die von entsprechendem Fachpersonal getroffen worden seien, sondern allein auf den Angaben des Anrufers zu dem Krankheitsbild, zu dem dieser sich habe weiter informieren wollen, sei es zur Art der Diagnose, der Behandlungsmöglichkeiten oder der Präventionsmaßnahmen.

Lediglich etwa 60 - 70 % der Anfragen standen im Zusammenhang mit einer vorherigen Krankheitsdiagnose. Es hätte keine Ferndiagnosen, sondern lediglich weitergehende Informationen oder Auskünfte zu Diagnosen gegeben. Ferner hätten die Beratungsdienstleistungen keinen therapeutischen Zweck, der sei aber für eine Anerkennung erforderlich. Schließlich seien weder Leistungen ärztlich verordnet noch im Rahmen individueller Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt worden.

Der Bundesfinanzhof vertritt die Meinung, daß die Leistungen eher nicht steuerfrei seien und schloß sich im wesentlichen der Argumentation des Finanzgerichtes an. Da es sich aber um die Frage der Auslegung einer EU-Richtlinie handelt, ging das weiter zum Europäischen Gerichtshof.

37 surreal Photo Manipulations - Photo-Manipulationen mit surrealen Ergebnissen die es so gar nicht geben kann - von Zulkarnain Ismail aus Malaysia

25.01.2019 23:15:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer an Photoshop denkt, der denkt - zwangsläufig - auch an Bildmanipulationen. Da wird optisch operiert, Flecke oder zu große Rundungen verschwinden.

Aber es gibt auch noch diese ganz andere Variante der Photo-Manipulation.

Die mit dem Ergebnis einhergeht, daß das Endergebnis gar nicht sein kann, surreal und irreal ist.

So daß das Photoshop-Bild zum eigenen Kunstwerk wird.

Zulkarnain aus Malaysia hat diverse dieser Bilder entwickelt.
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37 Surreal Photo Manipulations That Challenge Logic

https://www.boredpanda.com/digital-manipulations-photoshop-zulkarnain-ismail/

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> He draws inspiration from photography and nature is one of the main subjects of his art. Thanks to his amazing skill set, he manages to seamlessly combine different images into surreal compositions.

Das aktuell oberste Photo in dem Beitrag ist so eine Verschmelzung zweier Welten: Ein Surfer, der von einer Gruppe Hunde gezogen wird. Und bei der Welle, auf der die Hunde laufen, weiß man nicht, ob das Wasser oder Schnee ist.

Oder die Riesenschildkröte, deren Rückenpanzer von lauter Bäumen bewachsen ist und die ein geradezu winziges Boot begleitet.

Schließlich die Erdkugel oder Sonne, die an einem Hang liegt und aus deren Inneren sich ein Lavastrom ergießt.

Manche Photos scheinen eher Spielereien zu sein.

Aber der riesige Fisch, der zwischen den Bäumen schwimmt und auf den kleinen Wanderer sieht: Das ist eine eigene Bildsprache.

Oder der alte Mann, der die Wolken gießt.

Ob es dem Elefant in der U-Bahn zu eng ist? Das Zebra auf dem Zebrastreifen einer Großstadt. In passendem Schwarz-Weiß.

Der kleine Junge mit Giraffen-Rucksack, der aus der U-Bahn kommt. Wo bereits Giraffen auf ihn warten.

Oder der Tintenfisch, der den Zebrastreifen "überschwebt", neben den Berufstätigen.

Auf Instagram

en.ps

https://www.instagram.com/en.ps/

kann man sich direkt durch die 110 Einzelbilder durchscrollen. Da gibt es noch diverse weitere Bilder. Etwa eine Giraffe auf einem Park-Picknik.

Auf

https://www.icanvas.com/canvas-art-prints/artist/en-ps?product=canvas&sort=popular

findet sich eine kleine Beschreibung:

> Zulkarnain Ismail was born in 1985 and raised in Malaysia and graduated with Bachelor of Multimedia. He is hugely inspired by photography. He loves combining images in unusual ways, and the act of simply playing with composition and lighting, inspires a lot of ideas. Nature is present in most of his works.

Bilder in unüblicher Weise miteinander kombinieren, so daß eine eigene Bilderwelt entsteht.

Scout - the Autonomous Delivery Vehicle from Amazon starts in Snohomish County - Amazon startet Scout ein autonomes Auslieferungsfahrzeug

24.01.2019 23:22:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin bevölkern tagsüber und abends Auslieferungsfahrzeuge die Straßen. Manchmal parken gleich mehrere hintereinander, womöglich auch noch in der zweiten Reihe. Kürzlich stellte Continental die Idee eines autonomen Fahrzeugs mit Robots vor, die ausschwärmen und Pakete anliefern. Aber das war nur ein Konzept.

Konkret hat nun allerdings Amazon ein solches Projekt gestartet. Im Snohomish County, das ist ein County in den USA in der Nähe von Seattle im Bundesstaat Washington.
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Amazon Rolls Out Scout, Their Autonomous Delivery Vehicle - And, we know why it isn't being tested in a major city

https://www.core77.com/posts/82834/Amazon-Rolls-Out-Scout-Their-Autonomous-Delivery-Vehicle

Das kleine, 46 Sekunden lange Video vermittelt einen Eindruck:

Amazon Scout

https://www.youtube.com/watch?v=peaKnkNX4vc

> Amazon Scout is a fully-electric delivery system from Amazon designed to safely get packages to customers using autonomous delivery devices. Learn more: http://amazon.com/scout

Ein kleiner Wagen, nicht so sonderlich groß, der gemächlich in einem kleinen Ort unterwegs ist. Er nutzt den Zebrastreifen, kann Personen ausweichen und bleibt vor dem Haus mit der Empfängerin stehen. Diese kommt heraus, der Deckel geht auf. Sie nimmt ein Paket heraus und geht wieder.

Sprich: Man sieht auch noch diverse Grenzen.

- Das Gefährt ist relativ klein. Allzuviel läßt sich da nicht transportieren.
- Der Empfänger muß daheim sein. Ok, das ist ein zentrales Problem bei allen Lieferdiensten.

Der Text von Amazon:

> "We're starting with six Amazon Scout devices, delivering packages Monday through Friday, during daylight hours. The devices will autonomously follow their delivery route but will initially be accompanied by an Amazon employee. We developed Amazon Scout at our research and development lab in Seattle, ensuring the devices can safely and efficiently navigate around pets, pedestrians and anything else in their path."

Die Scouts sind nur tagsüber unterwegs. Sie werden aktuell von einem Mitarbeiter begleitet. Sechs Scouts sollen erst einmal unterwegs sein und Erfahrungen sammeln.

Der Text bei core77 führt aus, warum der Test in so einer ländlichen Gegend durchgeführt wird:

> San Francisco: It would get stuck on a hill.
> New York: It would get tagged.
> Boston: Someone would kick it over.
> Detroit: Someone would set it on fire.
> Philadelphia: Someone would tag it, kick it over and set it on fire.
> Los Angeles: It would get hit by a car.

San Francisco ist zu bergig, in New York würde das Fahrzeug bemalt werden. In Boston würde jemand dagegen kicken, in Detroit würde es in Flammen aufgehen. In Philadelphia passiert das alles auf einmal. Und in Los Angeles würde es von einem Auto getroffen werden.

Sprich: In "eher unfreundlichen Gegenden" bekäme so eine autonome Lösung schnell gewisse Probleme. Ähnliches zeigt sich teilweise bereits jetzt im Umgang von Stadtbewohnern mit Leihfahrrädern. Die eben aufgrund eigener kommerzieller Interessen der Betreiber die Gehwege vollstellen und auch hier in Berlin manchmal gewissen Aggressionen ausgesetzt sind.

Persönlich sehe ich das ganz praktische Problem, daß so ein kleines Fahrzeug nur eine geringe Geschwindigkeit und eine geringe Kapazität mitbringt. Angesichts der Entfernungen, die auf dem Land mal schnell größer sein können, wäre eines dieser zuckelnden Fahrzeuge womöglich den halben Tag unterwegs, um nur wenige Pakete auszuliefern. Ferner müßte es entweder zentrale Sammelplätze geben. Oder ein Lieferwagen bringt diverse dieser Kleinzusteller an einen Ort und läßt sie von dort ausschwärmen bzw. verteilt sie auf einer Route und sammelt sie später wieder ein.

Spätestens dann stellt sich die Frage, ob nicht ein vollgepacktes Lieferauto, das üblicherweise nicht zu jenen oben genannten Problemen führt, nicht sogar effizienter ist als ein Lieferauto, das mit solchen Robots vollgepackt ist und das diese aussetzt und später wieder einsammelt.

California teen diver finds tons of Golf Balls in the water - Alex Weber, kalifornische junge Taucherin findet tonnenweise Golfbälle im Meer vor Kalifornien

23.01.2019 23:39:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Verschmutzung durch Plastikmüll wird so allmählich zu einem Großthema. Dabei scheint es Quellen für Massen von Plastikmüll zu geben, die man kaum für möglich gehalten hätte.

So schwamm die vor zwei Jahren 16-jährige Taucherin Alex Weber in Carmel in Kalifornien im Wasser. Und sah auf dem Boden so dermaßen viele weiße Golfbälle, daß sie den Sand nicht mehr sah. Sie entschloß sich, soviele mitzunehmen, wie sie konnte. Aber in den folgenden Monaten holten sie und ihr Vater viele Golfbälle aus dem Wasser, mehrere hundert Pfund. Bei 5 Golfschulen in der Nähe gab es immer Nachschub.
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California teen finds golf balls are a major source of plastic waste in our oceans

https://inhabitat.com/california-teen-finds-golf-balls-are-a-major-source-of-plastic-waste-in-our-oceans/

Die ursprüngliche Quelle:

Teenage Diver Finds Tons Of Golf Balls Rotting Off California

https://www.npr.org/2019/01/17/686257550/teenage-diver-finds-tons-of-golf-balls-rotting-off-california

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Schließlich wandte sie sich an jemanden von der Stanford University, der sich mit dem Thema Plastik im Ozean beschäftigte. Er begann, mit ihr zu tauchen. Dazu nutzten sie ein Kajak, das mit Golfbällen vollgefüllt wurde. Das Kajak wurde so voll, daß sie selbst nicht mehr hineinpaßten, sondern das Kajak schwimmend zum Ufer brachten.

Das größte Risiko beim Tauchen seien nicht die Haie gewesen. Sondern die Golfbälle, die erneut einschlugen.

> "When we were out there," he says, "We'd hear, 'plink, plink,' and we'd look up on the hill and there'd be golf balls flying in off the course right into the ocean where we were doing collections."

Plink, plink. Solche Massen von Golfbällen kamen dazu.

> Golf balls are coated with a thin polyurethane shell, and overtime as the shells degrade, they emit toxic chemicals. The balls also degrade into microplastic pieces that marine animals eat.

Golfbälle sind mit einer dünnen Schicht Kunststoff überzogen. Wenn sich das zersetzt, werden toxische Chemikalien freigesetzt. Die Bälle zersetzen sich in Mikroplastik, die im Magen von Tieren landet.

> Over two years, they found more than 50,000 golf balls. The source: five golf courses.

Auf der Website

https://www.theplasticpick-up.org/

gibt es ein Bild von einer Zeitung:

https://www.theplasticpick-up.org/blog/girl-removes-amazing-sum-of-golf-balls-off-pebble-beach-in-study

Da sieht man diverse Fässer mit den gesammelten Golfbällen.

Inzwischen ist Alex Weber 18 und will Meereswissenschaft studieren. Sie meint, es sei schlecht, daß Golfbälle so schwer seien. Wären sie leichter, würden sie an der Oberfläche schwimmen. Leute würden das sehen und wären schockiert.

Traditional Lace Patterns spray painted onto Museums, Residences and Walls - traditionelle Spitzenmuster als Murals auf Wänden von Museen Häusern und Mauern - die polnische Künstlerin NeSpoon

22.01.2019 22:58:30, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Murals bzw. Graffiti denkt man vielleicht zunächst an abstraktere Zeichnungen und kräftige Farben. Einen ganz anderen Ansatz nutzt die polnische Künstlerin NeSpoon.

Sie nutzt traditionelle Spitzenmuster als Vorlagen für ihre Murals. Deren symmetrische Gestaltung paßt gut zu alten Häusern, wenn diese ebenfalls bestimmte Regelmäßigkeiten bzw. bei der Gestaltung der Fassade aufweisen.

Teils erscheinen die Gebäude in diesem "neuen Gewand" wie unwirklich eingehüllt. Als habe jemand tatsächlich eine riesige Spitzendecke gestrickt und diese um das Gebäude gelegt.
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Traditional Lace Patterns Spray-Painted onto Museums, Residences, and Walls by NeSpoon

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/lace-murals-nespoon/

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Das erste Gebäude in dem Artikel zeigt das Museum of Fine Art and Lace (Musée des Beaux-arts et de la Dentelle) in Alençon. Wobei nicht ganz klar war, ob das Haus tatsächlich das Museum selbst ist. Das Bild findet sich aktuell auch auf der Startseite des Museums ( http://museedentelle.cu-alencon.fr/ ).

Die Wandbemalung basiert auf Designs der französischen lace makers Brigitte Lefebvre and Thérèse Lemoine. Das Bild, das als Vorschaubild auftaucht, entstand in Schweden. Zum NO LIMIT Festival, in Borås.

Besonders faszinierend finde ich die Gestaltung dieser "einfachen Holzhütte".

> Lofoten, Norway (2017)

auf den Lofoten, also sehr weit im Norden. "Zufallsbesucher" werden dort nie hinkommen.

Im Behance-Profil

NeSpoon

https://www.behance.net/NeSpoon

findet sich ein interessanter Hinweis zu ihrer Arbeit:

> I create works that are somewhere in between street art, pottery, painting, sculpture and jewelery. I would like to make positive art and to deal with positive emotions.

Dinge, die irgendwo zwischen Street Art, Töpferei, Malen, Skulpturen und der Herstellung von Schmuck liegen.

> Most of my work consist of prints of traditional laces, made in clay or painted on the walls. They are hand made, by the folk artists.

Das meiste ihrer Arbeiten basiert auf Bildern traditioneller Spitzenkunst.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/nes.poon/

gibt es noch diverse weitere Arbeiten zu sehen.

Etwa diese Brücke:

https://www.instagram.com/p/BMTFReihAeY/

In Berlin wäre die beschmiert. So wirkt sie bald schon unwirklich und "eingehüllt".

VAC Library - Climbing frame library with aquaponics system to keep vegetables, koi carp and chickens - Aquaponik System verbindet Koi Karpfen, Hühner und Gemüsezucht mit einer Kletteranlage für Kinder

21.01.2019 23:46:32, Jürgen Auer, keine Kommentare

Alles auf einmal. Das könnte man denken, wenn man sich ein kleines System ansieht, das in Hanoi entstanden ist.

Die Idee der Aquaponik besteht ja darin, daß Fische Ausscheidungen produzieren, die für Pflanzen als natürlicher Dünger wirken. Pflanzen wachsen also nicht in der Erde, sondern in einer Hydrokultur. Gleichzeitig reinigen die Pflanzen das Wasser so gut, daß es wieder zurück zu den Fischen geleitet werden kann. So daß üblicherweise ein geschlossener Wasserkreislauf existiert, der nur dann Nachschub benötigt, wenn bsp. Gurken geerntet oder Fische entnommen werden.

In Hanoi wurde nun so ein System aufgesetzt. Das gleichzeitig ein riesengroßes Holzgestell nutzt, das sowohl Halterungen für die Pflanzenkübel als auch Platz für Hühner und Kinder bietet. Allerdings gibt es da nicht nur Klettermöglichkeiten, sondern auch kleine Einheiten, wo sich die Kinder relativ weit oben hinsetzen und bsp. lesen können.
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Climbing-frame library in Vietnam has a thriving aquaponics system

https://www.dezeen.com/2019/01/20/vac-library-farming-architects-hanoi/

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Entwickelt wurde das von Farming Architects:

> Farming Architects designed the library and city farm hybrid as a way for children to learn about self-sustaining ecosystems.

Für die Koi-Karpfen gibt es einen Teich. Der Teich kann über eine Reihe von flachen Elementen aus Beton überquert werden. Für diverse Hühner ist ebenfalls Platz. Diese liefern Eier und düngen das Gemüse.

Das Holzgestell besteht aus diversen Einzelteilen, die sich modular zusammensetzen lassen. Es läßt sich - je nach Interesse - an verschiedenste örtliche Gegebenheiten anpassen. Auf dem Dach sind Solarpaneele untergebracht. Den Boden bilden ein paar einfache Betonklötze als Sitzgelegenheiten.

Eingelassen sind diverse dieser kleinen Würfel. Die einen sind mit Kinderbüchern gefüllt. Andere sind Behälter für Pflanzen.

Die Grundidee wurde bei Kunden für deren Privatwohnungen entwickelt, die Behälter für Fische mit Behältern für Pflanzen kombinieren wollten.

Der Name VAC ist ein zusammengesetztes Kunstwort:

> The project's name is an acronym of three Vietnamese words: Vườn (garden), Ao (pond) and Chuồng (cage).

Farming Architects hatte ein ähnliches Konzept in einem Café in Hanoi umgesetzt. Dort wurden ein Wasserfall, ein Fischteich und die Zucht von Nahrungsmitteln miteinander kombiniert.

Auf der Website von Farming Architects

Thư viện VAC phố thị/ VAC-LIBRARY

http://farmingstudio.com/project/thu-vien-vac-pho-thi-vac-library/15/

> A special project that carries the traditional Vietnamese horticulture, aquaculture & animal husbandry, from rural to urban areas.

gibt es genauere Hinweise, wie das funktioniert: Traditioneller Gartenbau, Aquaponik und Haustiere, transformiert vom Land in städtische Gegenden.

Dort ist auch die ganze Anlage als "zerlegte Skizze" dargestellt.

Clip - Cork Street Bench hooks onto lightpoles - Korkbank zum Hinsetzen, die sich um einen Laternenpfahl herumwindet - vom projecto cosimo

20.01.2019 23:56:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie kann man den Platz in Städten sinnvoll nutzen? Hier in Berlin sieht man das in der Innenstadt immer mal wieder: Daß Sitzgelegenheiten fehlen. Steht umgekehrt vor einem Haus eine Bank, dann lassen sich dort immer mal wieder Leute nieder.

Eine sehr schöne Möglichkeit solcher "kleiner Sitzgelegenheiten" ist "Clip": Ganz unten ist eine runde Metallplatte mit einem senkrechten Stab. Dort werden erst drei dicke runde Korkscheiben draufgestapelt. Dann folgt ein viertes Element mit einer Erweiterung, die eine Öffnung für den Laternenpfahl bereitstellt.

In dieses Korkelement sind bereits Leerräume eingeschnitten. In diese werden zwei Metallbügel gelegt,die den Laternenpfahl umgeben und hinter diesem zusammengeschraubt werden können. Ferner werden diese Metallbügel mit einer zusätzlichen Metallplatte fest mit dem senkrechten Stab verbunden.

Nun können an den Teilen der Metallbügel, die um den Laternenpfahl herumgehen, weitere Korkelemente angebracht werden. Schließlich kommt oben ein letztes großes Korkstück drauf, das über eine Platte mit der Stange drunter verschraubt wird.

Ergebnis: Eine kleine Sitzgelegenheit, die sehr schick aussieht.
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cork street bench by projecto cosimo hooks onto lightpoles

https://www.designboom.com/design/projecto-cosimo-clip-cork-street-bench-lightpoles-01-20-2019/

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Das Video vom Zusammenbauen direkt auf YouTube:

João Pestana Luis Caldeira

https://www.youtube.com/watch?v=eHqQ7z0Uk6Y

> CLIP! is a bench designed to provide high comfort in the outdoor environment, which arises in response to the need for mechanical protection of public lighting poles, placed in areas shared by pedestrian and the cars, and the scarcity of rest spaces in the city.

Ergebnis: Die Sitzbank ist so mit dem Laternenpfahl verbunden, daß dieser einerseits gar nicht berührt wird. Andererseits läßt sich die Sitzbank auch nicht so leicht entfernen.

Bei Beschädigungen können einzelne Teile der Bank ausgetauscht und der Rest weiterverwendet werden. Das Material:

> the material has been chosen for its multifunctional features — cork of national portuguese extraction is light, elastic and compressible, impermeable to liquids and gases, slow combustion, highly resistant to friction, hypoallergenic, and soft.

Leicht, elastisch, komprimierbar. Unempfindlich gegen viele Stoffe. Und angenehm weich. Das gibt es in Portugal in Blöcken zu 100 x 50 x 22 Zentimetern, daraus ergaben sich die Maße.

Leider fand sich keine Information darüber, in welcher Stadt diese kleinen Bänke eingebaut wurden.

Print your City - create custom street furniture with 3D-print and recycling - Zero Waste Lab in Thessaloniki ermöglicht das 3D-Drucken von Stadtmöbeln aus Plastikabfall

19.01.2019 23:58:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Thema Plastikmüll bzw. Recycling von Haushaltsmüll scheint derzeit einen verblüffenden Boom zu erleben. Das in Rotterdam beheimatete Studio "The new raw" hat dazu eine Initiative "Print your City" entwickelt, die nun nach Thessaloniki erweitert wurde. Dort gibt es das Zero Waste Lab.

Die dortige Möglichkeit: Bewohner können ihren Plastikmüll vorbeibringen. Der wird als Grundlage für 3D-gedruckte Stadtmöbel genutzt. Von diesen gibt es verschiedene Formen. Das gemeinsame Prinzip: Einerseits gibt es Platz für einen kleinen Baum. Andererseits kann man sich auf die Fläche draufsetzen.
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'zero waste lab' by the new raw turns citizens' plastic waste into 3D-printed street furniture

https://www.designboom.com/design/zero-waste-lab-the-new-raw-plastic-waste-3d-printed-furniture-01-17-2019/

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Die Stadtmöbel sollen in der Stadt aufgestellt werden, die Bewohner können entscheiden, wo das sein soll. Ferner kann jedes Teil "Anhängsel" erhalten:

> a bike rack, a mini gym, a tree pot, a dog feeding bowl, or a bookcase

Die Prototypen wurden im Sommer 2018 gedruckt und auf der Nea Paralia verteilt, das ist die Hauptpromenade von Thessaloniki am Wasser.

Nach dem Start gab es wohl über 3000 Designvorschläge.

Neue Objekte sollen nun im Hanth Park aufgestellt werden.

Damit sollen insgesamt 4 Tonnen Plastikmüll verarbeitet werden.

Der Plastikmüll wird wohl zu Granulat zerhäkselt, das dient als Basis für den Druckprozess.

Ein kleines Video auf Vimeo zeigt den Drucker im Einsatz und den Weg des Plastiks zum Drucker:

The New Raw - Print Your City: Robotic 3D printing with recycled plastics

https://vimeo.com/311304894

Daß dies allerdings grade ausgerechnet von Coca Cola Griechenland unterstützt wird, finde ich etwas schräg. Schließlich tragen die Colaflaschen sehr massiv zum Plastikmüll bei. Und von diesem "Zuckerwasser" halte ich ohnehin nichts, da gibt es gesündere Getränke.

Erhellender ist ein Video, das sich auf

Print Your City — Amsterdam

https://thenewraw.org/Print-Your-City-Amsterdam

findet. Aktuell wird viel vom Plastikmüll verbrannt - mit entsprechenden Folgen. So dagegen wird der Müll erst zerkleinert und wohl in Granulat umgearbeitet. Das kann zum Drucken genutzt werden. Dort gibt es auch Bilder, die einige der Elemente im Querschnitt zeigen.

Ein großer Vorteil: Wenn ein solches Teil beschädigt wird, läßt es sich wieder leicht "zerlegen" und erneut als Ausgangsstoff zum Drucken nutzen.

Trepo - Graphically designed Ceramic Vessels produce Zoetrope Aminations when spun on a wheel - Keramikschalen produzieren Animationen, wenn sie auf eine drehende Scheibe gesetzt werden

18.01.2019 23:50:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manchen Gegenständen wohnt ein Zauber inne, der auf den ersten Blick gar nicht sichtbar ist.

So hat der Keramikkünstler Kenny Sing von Turn Studio eine Reihe von Schalen erstellt, die zunächst ganz unscheinbar aussehen. Ok, ein paar Muster bzw. kleine Öffnungen sind drin.

Aber setzt man eine dieser Schalen auf eine Scheibe, die rotieren kann: Dann ergeben sich plötzlich Muster und Bewegungen.

Das knüpft an Zoetrope an: Jene Geräte vor der Erfindung des Films, die durch Drehungen die Illusion von bewegten Gegenständen erzeugen.

Da läuft dann die Spirale nach außen, verwandelt sich in kleine Würfel, die sich drehen. Und zum Gefäßrand hin werden die Würfel wieder zu kleinen Punkten.
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Graphically Designed Ceramic Vessels Form Zoetrope Animations When Spun on a Pottery Wheel

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/ceramic-vessel-animations-by-turn-studio/

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Die Muster wurden am Computer entworfen und dann auf die getöpferten Gefäße aufgebracht.

> These elements act as static designs until they are activated by a pottery wheel.

Wenn die Schale "nur so dasteht", dann ist das einfach nur ein Muster. Man "sieht" nichts. Erst, wenn die Schale gleichmäßig gedreht wird, zeigt sich diese Bewegung.

Ein Video

Trepō - Zoetrope Pottery

https://vimeo.com/311829811

> An exploration of pottery, modern graphic design, and traditional animation techniques

zeigt die Herstellung von so einem Gefäß.

Eine Unterseite

Trepō - An exploration of pottery, modern graphic design, & traditional animation techniques

http://turn.studio/project-trepo/

zeigt die vier Schalen, die erschaffen wurden Wobei die unterste Schale die komplizierteste Version darstellt.

Da findet sich ein interessanter Hinweis:

> This ceramic series implements a 19th-century optical illusion of animation, also known as a zoetrope, onto a series of shallow vessels. Zoetope, derived from the Greek zōḗ life + tropḗ turn and trepō I Turn, I transform, I convert, inspired the name of the series and truly speaks to the primary drivers behind not only this series of work, but also the Turn Studio brand. Leveraging new technologies while nodding to the past, to a 19th century children’s toy, a sense of playfulness and wonder surrounds this body of work.

Einerseits implementiert diese Keramikserie eine Technik aus dem 19. Jahrhundert. Das führte zu dem Namen trepō für die Serie. Andererseits weist dies darauf hin, daß neue Techniken verwendet werden, um diese alten Techniken mit neuem Leben zu erfüllen.

Und weiter:

> The playful patterns hide behind their stillness, waiting to be spun at just the right speed, and viewed at just the right frame rate, to reveal their true magical selves. With each calculated rotation, each frame of the animation takes the place of its previous frame, a flip-book who’s every page is seen at once.

Die Muster sind zunächst versteckt, wenn die Schale stillsteht. Sie warten darauf, aufzutauchen, wenn sich die Schale mit der richtigen Geschwindigkeit dreht. Ist die passende Geschwindigkeit erreicht, ergibt sich eine neue Bewegung, wenn jedes Element den Platz des Vorgängers einnimmt und so etwas ganz Neues sichtbar wird.

World's largest 3D-printed Concrete pedestrian Bridge completed - 26,3 Meter - weltweit bislang grösste 3d-Betonbrücke für Fussgänger wurde in Shanghai fertiggestellt

17.01.2019 23:39:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Brücken per 3D-Druck herstellen: Da gibt es in den Niederlanden schon ein interessantes Projekt, bei dem aus Metall gedruckt wird.

In Shanghai wurde nun die bislang größte 3D-Brücke für Fußgänger fertiggestellt. Das Design stammt von Professor Xu Weiguo von der Tsinghua University (School of Architecture) - Zoina Land Joint Research Center for Digital Architecture, inspiriert wurde die Gestaltung von der historischen Anji Bridge in Zhaoxian, China.

Die Breite beträgt 3,6 Meter.
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World's Largest 3D-Printed Concrete Pedestrian Bridge Completed in China

https://www.archdaily.com/909534/worlds-largest-3d-printed-concrete-pedestrian-bridge-completed-in-china

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Technisch besteht die Brücke aus 44 Hohlteilen, die Geländer dagegen aus 68 Einzelteilen.

Der Entwicklungsprozess beinhaltete die Herstellung eines 1:4 - Modells, das verwendet wurde, um die Funktionsfähigkeit des Verfahrens zu testen. Ferner sollte es beweisen, daß eine so gebaute Brücke hinreichend stabil ist.

Die tatsächliche Brücke wurde anschließend von zwei Roboter-Druckern gedruckt, die 450 Stunden beschäftigt waren (18,75 Tage). Das führt zu einem deutlich verkürzten Produktionsprozess.

In die Brücke wurden diverse Sensoren eingebaut, so daß ein Real-time-monitoring System existiert. Mit diesem können Belastungen und Schwingungen der Brücke überwacht werden. Die Ergebnisse lassen sich für die weitere Entwicklung solcher Brücken nutzen.

Ein weiterer Hinweis fand sich hier:

The world’s largest concrete 3D printed pedestrian bridge

http://news.tsinghua.edu.cn/publish/thunewsen/9670/2019/20190116161602224500923/20190116161602224500923_.html

> It adopts the structure of a single arch to bear the load, and the distance between the abutments is 14.4 meters.

Ein einzelner Bogen trägt die Last. Die Spanne zwischen den beiden Seiten beträgt 14,4 Meter.

Immerhin stehen auf dem oberen Bild doch sehr viele Leute drauf. Leider fehlt der Hinweis, wieviele das sind.

Da findet sich ein Hinweis darauf, daß das dort entwickelte System weltweit sehr innovativ sei:

> There are three main innovation points of the system, taking the leading position in this field internationally. The first is the printing tool of the robot arm, which avoids plugging in extrusion process and collapse during the material’s layer stacking; For the print path generation and operating system, it integrates form design, print path generation, material pumping, printing tool’s movement, robot arm movement and other systems to work together; the third is a unique printing material formula, which has reasonable performance and stable rheology.

Drei Hauptinnovationen kennzeichnen es:

Zum einen das Drucktool des Roboterarms. Das vermeidet wohl Unterbrechungen beim Druckprozess.

Dann wird die Berechnung des Druckerpfades, das Design, das Pumpen des Materials und die Bewegungen aller Komponenten hinreichend gut aufeinander abgestimmt.

Schließlich gibt es eine besondere Mischung des Druckmaterials. Das wahrscheinlich einerseits hinreichend flüssig sein sollte, andererseits so fest sein sollte, daß der gedruckte Gegenstand nicht zerläuft. Und das über eine Druckdauer von vielen Stunden hinweg.

Ein großer Kostenvorteil ergibt sich daraus, daß keine Betonarmierungen oder Einschalungen benötigt werden.

Interessant ist der Belag des Brückenbogens. Das sieht man auf einem Bild im ersten Beitrag.

> The pavements of the bridge are generated from the form of brain corals, and white pebbles are filled in the voids of the pattern.

Da wurde ein Gittermuster gedruckt, das aus lauter kleinen Zellen besteht. Die dazwischenliegenden Leerräume wurden mit kleinen weißen Kieselsteinen gefüllt.

Das vorletzte Bild bei archdaily zeigt die Brücke im Querschnitt: Zwei Lager an den Ufern, dazwischen der Brückenbogen. Der eigentliche Gehweg bildet eine weitere, flache Schicht drüber.

Gigantic Circular Ice Patch in the Presumpscot River in Westbrook, Maine - Riesiger kreisförmiger Eisblock hat sich in Westbrook (Maine) gebildet

16.01.2019 23:54:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge gibt es einfach nur im Winter. Erst dann, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum hinreichend niedrig sind. Nicht so wie grade hier in Berlin, wo es bislang tagsüber noch ein paar Plusgrade hatte.

In Westbrook (Maine) hat sich im dortigen Presumpscot River so etwas Faszinierendes entwickelt: Westbrook liegt westlich von Portland, nördlich von Boston. Im US-Bundesstaat Maine, also im östlichsten Bundesstaat der USA.

Der Presumpscot River fließt durch das Stadtgebiet. An einer Stelle hat sich eine riesige Eisscheibe entwickelt, die geradezu perfekt rund aussieht.

Die Scheibe ist so groß, daß sie deutlich mehr als die Hälfte der Flußbreite an dieser Stelle belegt.
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A Gigantic Circular Ice Patch Formed in a River in Westbrook, Maine

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/gigantic-circular-ice-patch/

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Wie groß die Scheibe im Verhältnis zur Flußbreite ist, sieht man auf einer Aufnahme, wenn man bei thisiscolossal etwas runterscrollt. Das graue Gebäude rechts ist ein nicht so ganz kleines Parkhaus, das von der Fläche her lässig in die Scheibe hineinpassen dürfte.

Nach Auskunft von Tine Radel, Westbrook’s marketing und Communications Manager, dreht sich der Eisblock langsam im Gegenuhrzeigersinn und zeigt keine Tendenzen, seinen Platz zu verlassen.

Das Video auf Vimeo

Westbrook, Maine Ice Disk - Presumpscot River

https://vimeo.com/311380574

> On January 14, 2019 the City of Westbrook, Maine was notified of a large ice disk in the Presumpscot River. Drone Videographer Tina Radel captured this video.

Durch das langsame Drehen, das durch die Lage der Eisscheibe begünstigt wird, dürften sich einerseits immer wieder weitere Eisansätze abstoßen oder glattschleifen.

Andererseits dürfte dieses Drehen dazu geführt haben, daß der Eisblock überhaupt erst zu dieser beeindruckenden Größe herangewachsen ist.

In der Mitte des Videos (etwa ab 01:28) fliegt von links unten ein Vogel auf die Eisscheibe. Er verschwindet fast in dieser riesigen Eislandschaft.

Robot Dogs and driverless Vans as delivery system of the future - fahrerlose Transporter und Robot Dogs als zukünftiges Liefersystem der Zukunft - ein Modell von Continental und ANYbotics

15.01.2019 23:49:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ich hier in Berlin morgens zu bestimmten Zeiten eine Runde drehe, dann passiert es immer wieder, daß Lieferfahrzeuge verschiedener Dienstleister quasi hintereinanderstehen. Hier ein Wagen der Deutschen Post, dort ein Hermes, dann kommt ein UPS. Und dazwischen immer wieder weiße Lieferwagen, die im Auftrag von Amazon unterwegs sind.

Aber wer weiß: Womöglich wird diese Phase langfristig nur eine Übergangsphase sein. Bis zur vollständigen Autonomisierung dieser Liefertätigkeiten.

Wie das gehen könnte, zeigt ein Konzept, das zwei bislang getrennte Ideen - einfach miteinander kombiniert.

Einerseits gibt es immer mehr Konzepte fahrerloser Transporter. Transporter, die meist relativ gemächlich unterwegs sind und batteriebetrieben sind. Continental hat so ein Modell u.a. entwickelt, CUbE genannt.

Andererseits gibt es bsp. von ANYbotics das Konzept von kleinen Robotern, die auf vier Beinen laufen und "ziemlich standfest" sind. Die Roboter können Türen öffnen, Fahrstuhl fahren und dabei kleine Lasten transportieren.

Kombiniert man beide Modelle, dann landet man bei dem Modell, das nun bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt wurde:

Ein autonomes Lieferfahrzeug transportiert sowohl Pakete als auch ein paar dieser quadrupedal robots. Bis zu einem ersten Ort. Dort schwärmen die robots aus, verteilen die Pakete. Kehren wieder zurück. Und weiter geht die Fahrt.
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robot dogs in driverless vans are the delivery system of the future

https://www.designboom.com/technology/continental-anybotics-robot-dogs-delivery-01-14-2019/

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Auf YouTube gibt es mehrere Videos von der CES:

CES 2019: Continental robotic delivery dog

https://www.youtube.com/watch?v=4z4uf2sqJmg

Da sieht man, wie sich einer dieser dog robots langsam aus dem Auto heraus bewegt, dann einen umgefallenen Roller übersteigt, ein paar Treppenstufen eine Veranda hochgeht, einmal mit seinem "Vorderfuß" klingelt und das Paket abwirft. Das wurde so vorgeführt.

Das andere ist ein Zusammenschnitt, das Simulationen zeigt, die natürlich deutlich glatter und eleganter aussehen.

This Robot Delivery Dog Can Bring Your Parcel Right To Your Doorstep

https://www.youtube.com/watch?v=ssrk9bW2xBk

> ANYbotics and Continental have partnered up for CES 2019 to demonstrate a holistic concept of autonomous delivery. In "cascaded robot delivery," a driverless shuttle deploys robot dogs that can get the parcels to the recipients' doorsteps or drop them off inside their parcel lockers.

Dabei ist es klar, daß die tatsächlichen Bewegungen von so einem Robot Dog aktuell noch eher langsam sind. Das dürfte nur eine Frage der Zeit und Entwicklung sein, bis diese Roboter schneller unterwegs sein werden.

Für Continental geht es dabei um die Logik der "letzten Meile":

> ‘with the help of robot delivery, Continental’s vision for seamless mobility can extend right to your doorstep,’ said ralph lauxmann, head of continental’s systems & technology, chassis & safety division. ‘our vision of cascaded robot delivery leverages a driverless vehicle to carry delivery robots, creating an efficient transport team.’

Praktisch werden damit zwei sehr verschiedenartige Technologien, die zunächst einmal wenig miteinander zu tun haben, zu einer neuen Logik zusammengefaßt. Ein "effizientes Transport-Team".

Allerdings ist das Ganze bislang nur ein Konzept. Es gibt noch keinen Plan, das tatsächlich umzusetzen.

The Bailong Elevator in Zhangjiajie, China - glass lift climbs 326 meter (1070 feet) - Glasaufzug erklimmt einen Berg mit Aussicht

14.01.2019 23:52:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ich muß gestehen: Beim ersten Blick auf dieses Bild dachte ich, daß das eine Montage aus einem alten Film sei. Also Fiktion, nicht Wirklichkeit. Vielleicht, weil da auch noch Schnee liegt. Doch Bilder gibt es auch vom Sommer.

Der Bailong Elevator (wörtlich: Der Hundred Dragons Elevator, der Hundertdrachen-Fahrstuhl) wurde ab 1999 gebaut und 2002 eröffnet.

Vier nebeneinander postierte Stahlgerüste ermöglichen es drei Kabinen, hoch und runter zu fahren.

Bei einer Gesamthöhe von 326 Metern ist das etwas unter der Gesamthöhe des Berliner Fernsehturms (368 Meter). Aber dessen Kuppel ist 207,53 Meter hoch, da packt dieser Lift nochmals 120 Meter drauf.
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World’s Tallest Outdoor Elevator Climbs an Amazing 1,070 Feet Up a Mountain Cliff in Zhangjiajie, China

https://laughingsquid.com/worlds-tallest-outdoor-elevator-zhangjiajie-china/

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Der Fahrstuhl ermöglicht einen Ausblick auf die Wuling Mountain Range. Dort gibt es diverse Felsen und Bergsäulen. Senkrecht, mehrere hundert Meter hoch, mit Bäumen bewachsen.

Wulingyuan

https://en.wikipedia.org/wiki/Wulingyuan

Die Gegend gehört zum Weltkulturerbe. Der Fahrstuhl hat seit 2015 einen Eintrag im Guinness World Records als höchster Outdoor Lift.

Unter

Bailong Elevator: The Highest Outdoor Elevator in The World张家界百龙电梯

https://www.youtube.com/watch?v=ENV6I4eY0-c

gibt es ein Video, bei dem das Hochfahren einer Kabine von einer Drohne begleitet wird.

Ein zweites, älteres Video

Zhangjiajie-Elevator Bailong

https://www.youtube.com/watch?v=ukK8aDGyqoY

zeigt Aufnahmen aus der Kabine beim Hochfahren. Da hat man den Eindruck, daß der Fuß des Fahrstuhls bereits ziemlich weit oben liegt. Das ist quasi in Echtzeit aufgenommen. Eine Fahrt nach oben dauert mindestens eine Minute.

Definitiv nichts für Leute, denen schnell schwindelig wird.

Popcorn Bay near Corralejo, Canary Islands, Fuerteventura looks like paved with popcorn - Strand im Norden von Fuerteventura sieht aus, als wäre Popcorn ausgestreut

13.01.2019 23:50:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Internet und die damit möglichen weltweiten Verteilungsmöglichkeiten führen dazu, daß Besonderheiten, die zwar lokal schon seit langem bekannt sind, aber bislang nie überregional bekannt wurden, nun plötzlich weltweit verbreitet werden. Der mir bislang auch nicht bekannte "Popcorn Bay" ist ein schönes Beispiel dafür. Obwohl das auf Fuerteventura liegt. Man könnte also sagen: Von Berlin her "fast um die Ecke" auf den kanarischen Inseln.

Das ist ein Strandabschnitt im Norden von Fuerteventura, nicht weit von der Nordspitze der Insel entfernt, nahe Corralejo. Da gibt es keinen Sand. Dafür Teile, die wie Popcorn aussehen. Von der Ferne sieht man das noch nicht, da sieht das nur nach einem "hellen Strand" aus. Aber wenn man sich das aus der Nähe ansieht, dann fällt einem Popcorn ein.
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This Canary Island Beach Has Sand That Looks Exactly Like Popcorn

https://mymodernmet.com/popcorn-bay-fuerteventura/

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Die Erklärung ist eigentlich eher simpel:

> The strange, irregular fragments are actually pieces of white coral that have washed ashore. Mixed with the volcanic rocks and sand on the beach, the coastline looks like a delicious sweet and salty combination of popcorn and black pepper—just don’t be tempted to take a bite!

Das sind Teile weißer Korallen, die dort im Laufe der Jahrtausende angespült wurden. Das gemischt mit dem vulkanischen Gestein und dem Sand führt zu dem Eindruck, daß die Küste wie ein Gemisch aus Popcorn und schwarzem Pfeffer aussieht.

Die genaue Lage bei Google-Maps:

 

Popcorn Bay - Fuerteventura

 

Natürlich gibt es diesen Strandabschnitt schon lange. Das ist nichts, was über Nacht entsteht, sondern das dürfte schon seit Jahrhunderten oder einigen Jahrtausenden so sein. Aber:

> The phenomenon isn’t new to the area, but Popcorn Bay has become popular amongst Instagrammers recently, who have been posting images of themselves with the endless supply of popcorn-shaped coral.

Nun hatten Instagrammer das entdeckt und Photos gepostet. Damit verbreitete sich das.

An manchen Stellen ist der Boden einheitlich weiß.

https://www.instagram.com/p/BmglTbWHbo4/

zeigt dagegen einen Abschnitt, wo größere glattgeschliffene Steine vulkanischen Ursprungs mit weißen Teilen gemischt sind. An anderen Stellen vermischt sich das auch bereits deutlich mit dem Sand.

New Water Tower in Varberg as elongated wave - Neuer Wasserturm für Varberg als langgestreckte Welle - von White Arkitekter

12.01.2019 23:31:20, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Berlin gibt es zwar einige historische Wassertürme. Aber diese werden längst nicht mehr im Sinne ihres eigentlichen Zweckes genutzt. Sondern wurden zu Wohn- oder Gewerberäumen umgebaut.

Anders sieht das im schwedischen Varberg aus. In der dortigen, flachen Landschaft bestand Bedarf für einen neuen Wasserturm. Der - als "richtiger Turm" - nur eine begrenzte Menge Wasser speichern kann.

Was macht man, wenn dieses Volumen nicht genügt? White Arkitekter hat eine elegante Lösung gefunden: Ein Wasserturm, gebaut auf einer "gewissen Anhöhe". Der nicht aus einem Turm, sondern aus diversen gleichartigen Elementen besteht, die hintereinandergestellt werden und zusammen den Wasserspeicher ergeben. So daß die "Wasserwelle" auf die Entfernung sichtbar ist und ein neues Wahrzeichen, einen Orientierungspunkt in der Fläche erzeugt.
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white arkitekter forms water tower in the shape of an elongated wave in varberg

https://www.designboom.com/architecture/white-arkitekter-water-tower-varberg-sweden-01-11-2019/

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Ein Quader, der das Wasser aufnimmt. Dieser wird auf zwei Stelzen gestellt, die vom Rand der beiden Schmalseiten zum Boden gehen. Dann wird der Quader in der Mitte etwas durchgedrückt, so daß eine leicht bogenförmige Struktur draus wird. Ebenso wird er von den Seiten her etwas eingedrückt, so daß die abschließenden Flächen nicht mehr plan, sondern leicht nach innen gebogen sind und sich Schattenmuster ergeben.

Von diesem Einmal-Element wurden acht nebeneinandergestellt. Der eigentliche Wasserzufluß ist in der Mitte zu finden, zwischen dem vierten und dem fünften Element.

Und schon ist eine elegante, graue Welle fertig, die aufgrund der 8 Elemente viel Wasser bereitstellen kann, ohne zu klobig zu werden.

Von den zwei Querseiten her betrachtet sieht das wie ein mächtiges Band in der Landschaft aus.

Laut der Website der Architekten

Wavy water tower wins architecture competition in Varberg

https://whitearkitekter.com/news/wavy-water-tower-wins-architecture-competition-in-varberg/

ist das bislang allerdings nur der gewonnene Wettbewerb, der Wasserturm ist noch nicht gebaut. VÅGA wird der Name sein.

> The creative and bold design will contribute to Varberg’s vision of being the Westcoast’s creative hub

Da gibt es schon einige Punkte, die als Wahrzeichen gelten:

> Varberg has several landmarks, from the 16th Century fort and the classic cold water bathhouse to the UNESCO World Heritage site Grimeton Radio Station and Sweden’s first windfarm. The new horizontal water tower adds to Varberg’s future image.

Ein Fort aus dem 16. Jahrhundert, ein Badehaus, eine Radiostation und Schwedens erste Windfarm. VÅGA soll da mit dazu zählen.

Der Auftrag war ganz offiziell ein doppelter:

> City-owned waste and water management company Vivab organised the competition asking for a water tower that would contain ten thousand cubic metres of water and provide a landmark for the city.

Ein Wasserturm, der 10.000 Kubikmeter Wasser fasst und ein neues Wahrzeichen werden kann. Heißt: Jedes einzelne Element fasst 1250 Kubikmeter Wasser.

Leider finden sich keine genauen Maße. Bei einem Quader und einer Breite von 4 Metern wäre das eine Höhe von 10 Meter und eine Länge von 25 Metern pro Element, um auf 25 * 10 * 4 = 1250 Kubikmeter zu kommen.

Best Drone Imagery - Dronestagram Annual Photo Awards - Drohnenbilder als neue Kunstform - die besten Drohnenphotos der Plattform Dronestagram

11.01.2019 23:49:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Drohnen, mit denen man Bilder aus der Luft aufnehmen kann, gibt es erst seit ein paar Jahren. Damit hat sich die "Kunst der Drohnenphotos" auch erst seither entwickelt.

Seit 2013 gibt es die Plattform www.dronestagr.am, die als "Instagram für Drohnenphotos" gilt. Diese hat nun die besten Drohnenaufnahmen von 2018 gekürt. Mit diversen sehr beeindruckenden Bildern.
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Breathtaking Drone Imagery Tops Dronestagram’s Annual Photo Awards

https://designyoutrust.com/2019/01/breathtaking-drone-imagery-tops-dronestagrams-annual-photo-awards/

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Laut der englischen Wikipedia (Dronestagram - https://en.wikipedia.org/wiki/Dronestagram ) hat die Plattform "nur" etwas über 30.000 aktive Nutzer. Klar - das Hobby ist nicht so ganz billig. Wer nicht Geld für Weltreisen hat, der kann "nur" Photos in seiner erreichbaren Umgebung machen.

Das Siegerphoto: Badende Hippos in Tanzania. Den zweiten Platz gab es für die Aufnahme eines Fischerbootes in Vietnam, das ein riesiges Netz aufgespannt hat. Das drittplatzierte Bild zeigt zwei Personen mit Hunden am Strand, wobei die Drohne über dem Wasser fliegt.

Die anderen Bilder sind aber so ziemlich durchgehend ebenfalls sehr faszinierend.

Der Traktor, hinter dem sich die Farbe der Erde deutlich ändert - von einem Grau- zu einem Braunton.

Die Venetian Islands in Miami - dicht bebaute Inseln, verbunden durch eine Straße.

Muschelfarmen in Spanien, die wie vom Wind verwehte Spielkarten auf dem Wasser wirken. Oder das Photo, das oben als Vorschaubild angezeigt wird: Ein Laster in Russland, der zur Seite gekippt ist und seine Ladung verloren hat.

Und dann: Ein Löwe, der zur Drohne hochsieht.

Bilder von Wüsten, endlosem Sand. Und von bewohnten und verlassenen Gegenden: Dubai versus die Sandwüste in Namibia.

Auf der Seite von Dronestagram

International Drone Photography Contest 2018

http://www.dronestagr.am/winners-announced-2018/

sind nur die drei Gewinnerphotos zu sehen. Es habe mehrere tausend Einsendungen gegeben.

Noch vor 10 Jahren waren solche Bilder kaum zu sehen. Und wenn, dann beschränkten sie sich auf wenige Aufnahmen: Von Flugzeugen oder Hubschraubern. Nun dagegen gibt es weitaus mehr Personen, die solche Aufnahmen erstellen können. Und Plattformen, die ein Teilen und weltweites Weiterverbreiten ermöglichen.

Chip(s) Board - Potato peels as alternative to medium density fiberboard (MDF) - Platten aus Kartoffelschalen als Alternative zu mitteldichten Holzfaserplatten

10.01.2019 23:53:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer für den Innenausbau oder ähnliche Zwecke Material sucht, der kann Festholzplatten verwenden. Oder er nutzt Spanplatten bzw. die ähnlichen mitteldichten Holzfaserplatten (MDF). Die bestehen aus zerfasertem Holz, das zu einem homogenen Holzwerkstoff verpresst wird.

Nachteil: Bei der Herstellung werden Formaldehyd-Harze und andere Stoffe eingesetzt, die später ausdünsten.

Drei Londoner waren entgeistert darüber, als sie bemerkten, welche schädlichen Stoffe da drin waren. Und versuchten, eine Alternative zu entwickeln. Ihre Antwort:

Chip(s) Board. Hergestellt aus Kartoffelschalen. Frei von toxischen Bestandteilen, Chemikalien. Und ohne Formaldehyd. Wenn es weggeworfen wird, dann hat es nicht dieselben negativen Folgen wie MDF-Platten.
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Potato peels offer a sustainable alternative to traditional building materials

https://inhabitat.com/potato-peels-offer-a-sustainable-alternative-to-traditional-building-materials/

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Praktisch geht es um eine Doppellösung:

> Minkley, Nicoll and Cooper wanted to combine the issue of material waste with the problem of food waste, and the result is a sustainable wood substitute made from potato peelings.

Das Problem des Materialverbrauchs und das Problem des Wegwerfens von Essensresten.

> They collected the peelings from manufacturers and then put them through different refinement processes to create a binding agent. This agent is then applied to fibers like potato skins, bamboo, beer hops and recycled wood.

Sie sammelten diverse Kartoffelschalen von Fabriken ein und konnten schließlich etwas herstellen, das man mit Kartoffelschalen, Bambus, Hopfenresten und recyceltem Holz verwenden konnte. Am Ende wurde das in Platten gepresst, die ähnlich wie MDF-Platten sehr vielseitig einsetzbar sind.

Haben diese Platten ihr Lebensende erreicht, lassen sie sich als Dünger nutzen.

Die Details der Herstellung sind aktuell wohl geheim, weil ein Patentanmeldeverfahren läuft. Der Pressprozess ist zwar ähnlich wie bei MDF,

> but they replace formaldehyde-based resins with waste-derived, biodegradable binders.

Die Bindemittel wurden durch biologisch abbauubare Binder ersetzt.

Auf

Chip[s] Board® have developed a range of innovative and sustainable circular economy materials using potato waste.

https://www.chipsboard.com/materials/

sieht man diverse Beispiele, wie diese Platten aussehen.

BeMA - Beirut Museum of Art with a facade of mismatched balconies - WORKac stellt die Pläne für das neue Museum of Art in Beirut vor

09.01.2019 22:31:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Gebäude sind schon von außen her echte Hingucker. Das US-Büro WORKac hat nun seine Pläne für das neue Museum of Art in Beirut / Libanon vorgestellt. Gekürzt BeMA.

Und das Ergebnis: Die Fassade ist nicht nur Außenhülle und schottet alles drinnen von der Welt da draußen ab. Sondern die Fassade enthält diverse unterschiedliche Balkone, runde Elemente, große Fensterscheiben und ähnliches. So daß die Balkone zum Flanieren einladen und wohl auch teils selbst als "Ausstellungsräume" nutzbar sind.
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Balconies will double as exhibition space in WORKac's Beirut Museum of Art

https://www.dezeen.com/2019/01/08/beirut-museum-of-art-lebanon-workac-architecture/

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Wenn man in dem Vorschaubild diesen letzten Rest des Gebäudes links daneben sieht. Das mit einer spiegelnden Hülle die Welt da draußen abweist. Da lädt bereits die Hülle des neuen Museums ein, dieses zu betreten und zu erkunden.

Das neue BeMA ist ein Würfel. Mit der bald unglaublichen Zahl von

> BeMA will take a cube-shaped form, wrapped by seventy "Mediterranean" style balconies, and made from stone and glass fibre reinforced concrete (GFRC) cladding.

siebzig mediterranen Balkonen. Auf allen 4 Seiten. Wenn man sich durch das erste Bild durchzählt, kommt man bereits auf ungefähr 20 Balkone.

Die Kunst soll auf die Balkone ausstrahlen, damit nach außen.

> WORKac's intention is that art will "spill out" onto the balconies, as well as creating meeting spaces – creating "a new type of flexible exhibition space".

Zusätzlich wird damit eine neue Art eines flexiblen Ausstellungsraumes gewonnen. Die Grenze zwischen Innen und Außen soll absichtlich aufgehoben werden, so daß sich das Museum vom typischen "weißen Würfel" verabschiedet.

Die Dimensionen: 6 Stockwerke über der Erde, vier darunter. Wobei spätere Skizzen zeigen, daß das erste Untergeschoss einen großen Veranstaltungsraum enthalten soll. 2700 Quadratmeter Ausstellungsfläche sollen zur Verfügung stehen.

> Alongside the exhibition spaces, seventy percent of the BeMA will be dedicated to space for educational programs and public events, a library, offices and a cafe and a rooftop restaurant from which to view the city.

70 % der Fläche soll für Programme und Events, eine Bibliothek, Büros, ein Cafe und ein Dachterrassen-Restaurant zur Verfügung stehen.

> Below ground level, there will be a black box theatre and workshops for collection storage and restoration.

Unten gibt es ein großes Theater und Räume für Sammlungen und Restauratoren.

Der Artikel oben enthält unten weitere Bilder. U.a. ein Modell der Fassade "am Stück". Die Fassade soll an diversen Stellen Platz für Pflanzen bieten. Teils gibt es Treppen in der Fassade. Die einzelnen Elemente sind allerdings nicht direkt verbunden, sondern immer nur über Innenräume zugänglich. Wobei die durchschnittliche Minimaltemperatur in Beirut im Winter bei über 10°C liegt. In kühleren Gegenden wäre so eine Gebäudekonzeption wahrscheinlich kaum mehr denkbar.

Querschnittsbilder zeigen, daß ab dem dritten Stockwerk einige Ebenen gegeneinander versetzt sind. Damit ergibt sich in der dritten Etage ein Raum mit einer höheren Raumdecke im Vergleich zu anderen Räumen derselben Etage. Dafür ist die fünfte Ebene in diesem Gebäudeteil nicht ganz so hoch. Auf der anderen Seite steht dagegen im fünften Stockwerk ein höherer Raum zur Verfügung.

Die Website von WORKac

https://work.ac/work/beirut-museum-of-art/

zeigt zusätzlich das Gebäude als Würfelmodell.

Little Tree Library - Big old stump gets a library - 100 Jahre alter Baumstumpf wird zur kleinen Little Free Library - Familie in Idaho belebt den Baumstumpf neu

08.01.2019 23:14:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manchmal müssen alte Bäume ja gefällt werden. Vielleicht haben sie bei einem Sturm wesentliche Äste verloren, vielleicht haben Schädlinge dem Baum zu sehr zugesetzt. Oder er war einfach zu alt.

Der Baumstumpf und die Wurzeln bleiben aber oft noch im Boden. Diese bilden oft ein eigenes Geflecht, so daß die Entfernung bei einem alten Baum sehr aufwendig wäre.

Eine Familie in Idaho hatte so einen Baumstumpf vor ihrem Haus. Mit einem so großen Durchmesser, daß wohl mehr als zwei Erwachsene notwendig sein dürften, um den Baumstumpf zu umschließen.

Nun wurde er zu neuem Leben erweckt. Indem eine kleine "Little Free Library" eingebaut wurde.
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Little Tree Library: A Clever Twist on the Donation-Based Community Library Gives New Life to a Big Old Stump

https://www.thisiscolossal.com/2019/01/little-tree-library/

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Es wurde einfach ein quaderförmiges Holzvolumen herausgeschnitten. Innen zwei weitere Holzbretter mitsamt Beleuchtung eingebaut. Davor gibt es eine Tür, drüber eine Lampe. Und der Baumstumpf wurde oben auf beiden Seiten abgeschrägt und bekam zusätzlich ein kleines Dach. Fertig ist die "Little Tree Library". Hinzu kommen diverse kleine Holzbücher, die über der Tür angebracht wurden. Ferner die Steinplatten, die erst den Zugang ermöglichen.

Das basiert auf der "Little Free Library":

https://littlefreelibrary.org/

Ein Programm, das in 88 Ländern existiert und über 75.000 registrierte Little Free Libraries kennt. Das sind kleine Boxen, mit einer Tür zum Aufklappen. Es werden Bücher eingestellt, die man sich ausleihen oder durch andere Bücher ergänzen kann.

Man kann solche Boxen auf der Website kaufen. Das sind gewissermaßen überdimensionale Vogelhäuser, die auf Pfosten aufgestellt werden.

Oder man baut sich eine eigene Lösung, wie das die Familie in Idaho getan hat.

Die lokale Newsstation KREM hatte ein kleines Video dazu gedreht.

https://www.facebook.com/TaylorViydoKREM/videos/295084731359177/

Unter

https://littlefreelibrary.org/ourmap/

kann man suchen, wo es überall solche Little Free Libraries gibt. In Deutschland gibt es ein paar wenige. Eine Suche nach UK listet in Großbritannien nur sehr wenige, in der Ukraine dagegen eine ganze Reihe von Standorten.

Population Mountains - 3D Data Visualization - Global Density as Detailed Population Mountains - 3D-Datenvisualisierung - Bevölkerungsdichte als Berg dargestellt - von Matt Daniels

07.01.2019 23:42:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in Europa oder in den USA lebt: Da kann es manchmal durchaus schwer fallen, sich vorzustellen, wie es in anderen Gegenden der Welt zugeht.

Ein Thema, bei dem das besonders deutlich wird: Wieviele Personen leben eigentlich anderswo?

Matt Daniels hat deshalb das Projekt "Human Terrain" entwickelt. Das beruht darauf, daß er die Daten zu Bevölkerungszahlen an bestimmten Orten so visualisiert, daß dort farbige Säulen gesetzt werden. Je mehr Säulen es gibt und je höher diese sind, umso mehr Personen leben dort. Das Ergebnis sind "Population Mountains":
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Human Terrain, 3D Data Visualizations That Measure Global Density as Detailed Population Mountains

https://laughingsquid.com/human-terrain-global-density-as-population-mountains/

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> What stands out is each city’s form, a unique mountain that might be like the steep peaks of lower Manhattan or the sprawling hills of suburban Atlanta. When I first saw a city in 3D, I had a feel for its population size that I had never experienced before. …The 3D view left me with a better understanding of the world’s center of “human” mass, especially the weight of Africa and Asia.

Jede Stadt formt ihren individuellen Berg. In Lower Manhattan gibt es scharfe Spitzen. In Atlanta sind das eher ausgedehnte Hügel. Als er das Ergebnis seiner eigenen Arbeiten zum ersten Mal sah, bekam er ein Gefühl für die Populationsdichte, das er davor nie hatte. Bis hin zur Verteilung der Weltbevölkerung, insbesondere auf Afrika und Asien.

Die eigentliche Seite:

Population Mountains

https://pudding.cool/2018/12/3d-cities-story/index.html

Boston, New York mit etwa 18 Millionen, Philadelphia und Washington D.C. Dazwischen sehr viel freie Fläche. Im 3D-Bild (auf der Seite herunterscrollen) sieht man aber, daß in New York deutlich mehr Personen leben als in den anderen Städten. Erst recht wird das deutlich, wenn man sich ein Modell der ganzen Welt ansieht.

Da sind Indien und China sehr dicht besiedelt. In Afrika und Amerika gibt es fast nur an den Küsten große Zentren.

Seine Einsicht aus der US-Perspektive:

> From my perspective (albeit a US-centric one), it was eye-opening to see how the world’s population is so unevenly distributed. For example, compare the West Coast of the United States to Java, an island in Indonesia (home to 140 million people).

In den USA gibt es San Francisco im Norden, Los Angeles und San Diego. Auf Java gibt es große Zentren in Jakarta und Bandung.

Das weltweite Wachstum:

> In 1993, there were 14 cities with over 10 million people. Today, 20 additional cities qualify (and another 11 will by 2030), with many sprouting from farmland in our lifetimes.

1993 gab es 14 Städte mit mehr als 10 Millionen Mensche. Inzwischen gibt es 20 weitere, 11 weitere werden bis 2030 dazu kommen. Mir fällt da nur der lokale Bezug ein. Berlin hat inzwischen 3,6 - 3,7 Millionen, dürfte bis 2030 maximal auf 4 - 4,5 Millionen kommen. Aber das Umland ist dünn besiedelt, von 10 Millionen ist das weit entfernt.

Dann kann man diverse Städte in verschiedenen Größen sehen. Paris mit 10,9 Millionen ist deutlich spitzer als das eher flächige London (9 Millionen). Die 5,7 Millionen in Singapur sind dagegen allerdings "Wolkenkratzer".

Ganz anders dagegen das Bild in KINSHASA, DRC (13.1M people):

> Since 2001, Kinshasa has grown from the 38th to 23rd largest city in the world. One of the biggest challenges facing this city is transportation: getting to Kinshasa is difficult, and you can see this in the population data.

Kinshasa ist ein isolierter Berg. Ganz anders ist die Situation in Lagos:

> LAGOS, NIGERIA (13M people)— Compared to Kinshasa and Luanda, Lagos is surrounded by cities and development (Nigeria is the most populous country in Africa). The city is predicted to be the largest in the world by 2100 (estimated to reach over 100 million people).

Da gibt es drumherum diverse weitere große Städte.

Aber das ist alles nichts gegenüber den Bevölkerungsdichten in Indien - etwa Bengaluru, das als Silicon Valley von Indien gilt.

Oder die Gegend des Pearl River Deltas:

> PEARL RIVER DELTA, CHINA (50M-100M people)— This is actually three cities: Hong Kong (7.4 million people), Shenzhen (11.9 million), Guangzhou (12.6 million).

Das ist eine Mega-Region, in der etwa ähnlich viele Personen wie in ganz Großbritannien leben. Oder vergleichbar mit der Ostküste der USA - Boston, NYC, Philadelphia, Baltimore, and DC.

Wer selbst zoomen möchte: Unter

https://pudding.cool/2018/10/city_3d/

gibt es die Karte direkt.

Wenn man sich nach Deutschland durchzoomt, dann ist ganz Deutschland Flachland. In Polen gibt es dagegen gleich im Westen deutlich höhere Population Mountains.

Wobei ich da allerdings grade ein paar Daten überprüft habe. Da werden Kleinstädte wie Dębno (~~14.000 Einwohner) als Berge dargestellt. Lipiany hat laut Wikipedia etwa 5000 Einwohner.

Wenn man mit der Karte etwas rumspielt: Dann denkt man bei Australien erst an einen Fehler. Aber da gibt es so wenige Personen, daß es kaum "Berge" gibt.

Timber clad Polish Kindergarten - Kids can play on the green roof - holzverkleideter Kindergarten mit riesiger Spielfläche auf dem Dach - von Biuro Toprojekt

06.01.2019 23:56:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Von unten her sieht der neue Kindergarten im polnischen Żory schick aus. Eine Außenwand aus lauter senkrecht angebrachten dunklen Holzelementen. Man könnte auch an eine einstöckige Firmenzentrale denken.

Aber das "Geheimnis" des Gebäudes erschließt sich nicht vom Blick von der Straße her. Innen gibt es verschiedenste Zimmer. Aber zusätzlich kann man - bevor man das Gebäude betritt -, gleich links die Holztreppe nutzen. Und kommt damit auf das Dach, das praktisch komplett als zweite Ebene für die Kinder zur Verfügung steht.

Ferner gibt es ein Atrium, einen kleinen rechteckigen Innenhof, der im Flachdach ausgespart ist. Von dem führt eine zweite lange Holztreppe nach oben. Auf dem Dach gibt es eine große Holzfläche, die zwei Kreise und den dazwischenliegenden Innenhof einschließt. In beiden Kreisen soll wohl später Gras wachsen. Ebenso in den Bereichen außerhalb der Holzfläche.
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Timber-clad Polish kindergarten encourages kids to play on the green roof

https://inhabitat.com/timber-clad-polish-kindergarten-encourages-kids-to-play-on-the-green-roof/

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Das Gebäude wurde schon 2017 fertiggestellt und hat inzwischen diverse Preise bekommen. U.a. eine Nominierung für den European Union Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award 2019.

Drumherum gibt es sehr viele Einfamilienhäuser. Das Grundstück ist dreieckig, nebenan gibt es eine Schule. Erst wurde an eine zweistöckige Lösung gedacht, dann wäre außerhalb nur relativ wenig Platz zum Spielen übriggeblieben. Stattdessen paßte sich das Gebäude an den freien, dreieckigen Platz an. Und:

> “Instead, we decided to have a one-story building with rounded corners, which filled almost all of the possible surface, and for the outdoor play, we designed a large roof terrace.”

Das Gebäude füllt nun das meiste des vorhandenen Platzes aus. Und schafft mit der Dachebene eine fast ebenso große Fläche zum Spielen für die Kinder.

Durch das Atrium kommt Tageslicht in das Innere hinein, außerdem ist das ein Stück “piece of the outside world”, wenn Regen oder Schnee dort hinunterfällt.

Die Seite der Architekten:

KINDERGARTEN / 2017

http://www.toprojekt.com/en/projekty/przedszkole-zory-kleszczowka/

Da gibt es gleich oben eine Luftaufnahme, die das gesamte Gelände zeigt. Die Schule dürfte 2/3 bis 3/4 des gesamten Grundstücks belegen. Wenn man sich auf dem verbleibenden Dreieck ein zweistöckiges Gebäude vorstellt, dann bliebe nur noch ein kleiner Außenbereich übrig. So können die Kinder "sich selbst aufs Dach steigen" und haben damit - bei einigermaßen ordentlichem Wetter - doppelt so viel Platz zur Verfügung.

Mountain house in mist - Countryside book house in Liangjiashan - leuchtende Bibliothek aus Holz für ein Bergdorf in China - von Shulin Architectural Design

05.01.2019 23:57:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

Liangjiashan, ein Bergdorf in China. Gut versteckt, Liangjiashan Village, Liucheng Town, Wuyi, Jinhua, Zhejiang wird als Ort genannt. Selbst Google Maps findet nur vage Hinweise.

Lauter schlichte, kleine und wahrscheinlich auch sehr alte Häuser. Aus gestampftem Lehm hergestellt. Dazwischen ein Haus, das wie eine "Erleuchtung" wirkt. Spätestens dann, wenn das - wohl mit einer Drohne oder vom benachbarten Hügel aus - am Morgen oder Abend photographiert wird.

Da sieht man, daß das Haus auf Stelzen steht. Und daß das ganze Haus leuchtet.

Der Grund: Das ist ein Bücherhaus für Jung und alt, dessen Wände aus Holzrahmen bestehen. Dazwischen lauter Scheiben mit senkrechten Linien. Ergebnis: Man kann von drinnen nach draußen sehen. Aber es bleibt eben unscharf. Gleichzeitig leuchtet das Haus von innen heraus.

Deshalb auch der Name des Hauses: Mountain house in mist (Nebel).
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suspended wooden book house is clad in translucent panels by shulin architectural design

https://www.designboom.com/architecture/suspended-wooden-book-house-shulin-architectural-design-12-18-2018/

Bei Archdaily gibt es keinen Text, dafür deutlich mehr Bilder und Zeichnungen.

Mountain House in Mist / Shulin Architectural Design

https://www.archdaily.com/907416/mountain-house-in-mist-shulin-architectural-design

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Durch die Stelzen wirkt das Haus einerseits fast wie ein Ufo. Andererseits gibt es für die 10 Holzstelzen einen sehr praktischen Grund, den man bei Archdaily relativ weit hinten findet.

Für das Haus gibt es eine Ebene. Das nächste Haus ist bereits eine Ebene tiefer. Aber hätte man das Haus ebenerdig gebaut, dann würde Haus mit der Dachkante an die nächste Ebene anstoßen, so daß es zur dortigen "Brücke" keine Verbindung gäbe. Dort befindet sich ein Spielplatz für Kinder.

So wurde das Haus auf Stelzen gesetzt. Zum Hang hin gibt es damit einen ebenerdigen Zugang. Über eine Treppe am Haus kommt man zur zusätzlichen Zone "unterhalb" des angehobenen Hauses. Dort ergibt sich ein kleiner Innenhof. In der Mitte ein Miniteich, über dem das Gebäude eine bis zum Dach durchgehende Öffnung hat. So daß das Gebäude selbst in zwei Bereiche aufgeteilt wird. Eine kleinere und eine größere Seite. Durch die beiden Bereiche am Rand kommt man von einer zur anderen Seite (Bild 43 bei Archdaily).

Verblüffend ist, wie unterschiedlich das Haus von verschiedenen Blickrichtungen her wirkt. Vom Hang / Spielplatz her betrachtet wirkt das Haus wie ebenerdig. Eine kleine Hecke verbirgt den Blick auf die Pfeiler.

Von einem Standpunkt unterhalb erhebt sich das Haus wie ein Ufo.

Lead Architect Liu Dongying:

> ‘the setting of the patio looks like it is waiting for a certain time – for the sun to cast in a beautiful shadow, for the rain to drip ripples, or for the breeze to blow in,’

> ‘at those moments, the patio is set as special space waiting for its significance of being created. the essence of rural architecture as I understand is a state in which people and space, people and nature, and people and time coexist harmoniously. this patio, makes it happen by including sunlight, rain and air into the interior space.’

Das Setting des Innenhofes wirkt, als ob er auf etwas warten würde: Auf die Sonne, die Schatten produziert, auf den Regen, der von oben die kleine Wasserfläche auffüllt. Oder auf eine Brise, die durchfegt.

Der Innenhof wartet auf seine Bedeutung, die ihm zukommen wird.

New York City bans polystryrene foam and packing peanuts - New York verbannt Styroporteller und Verpackungen ebenso wie Styroporschnitzel ab 2019

04.01.2019 23:52:42, Jürgen Auer, keine Kommentare

In deutschen Zeitungen habe ich noch gar nichts davon gelesen. Dafür klagt bsp. Berlin gerne über den Müll, der von Einwegkaffeebechern produziert wird und sucht noch nach Lösungen.

New York City ist da einen Schritt weiter. Mit dem neuen Jahr sind Styroporteller, Verpackungen für Lebensmittel aus Styropor und die "packing peanuts" untersagt.
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New York City bans polystyrene foam starting January 1

https://inhabitat.com/new-york-city-bans-polystyrene-foam-staring-january-1/

Der Beitrag, auf den die Meldung zurückgeht:

Polystyrene Foam Containers Out in Nation's Largest City

https://www.nrdc.org/experts/eric-goldstein/polystyrene-foam-cups-clamshells-and-packing-peanuts-are

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Das geht auf einen Beschluß von 2013 zurück.

> Back in 2013, the City Council authorized the statute that states NYC restaurants, food vendors and stores can’t possess, sell or offer polystyrene foam containers for food and beverages.

Das betrifft Restaurant, Essensdienste und Läden, die auch keine Styroporcontainer zum Warm- oder Kalthalten einsetzen dürfen.

Ferner wurde der Bann auf Styroporschnitzel erweitert. Das sind diese kleinen Styroporteile, die für Verpackungen verwendet werden, bei denen Leerraum mit Styroporschnitzeln gefüllt wird. Der zweite Link oben enthält Beispielphotos.

Es gibt noch eine Übergangszeit bis Ende Juni. Ab dann sind 250 Dollar für das erstmalige Ertapptwerden fällig.

Diverse Essenszulieferer haben solche Verpackungen bereits aussortiert und Kaffeebecher, Styroporteller und aufklappbare Behälter durch andere Gegenstände ersetzt.

> Such substitutes include products made of compostable paper, aluminum, corn or sugarcane, or other, more easily recycled plastics, in addition of course to reusable containers.

Diese sind teils aus kompostierbarem Papier, Aluminium oder Mais als Rohstoff. Oder aus Kunststoff, der besser recycelt werden kann.

Ein Problem bsp. bei den Styropor-Kaffeebechern ist, daß diese in sehr kleine Teile zerbröseln. Das nun in großen Mengen Straßen und Parks verunreinigt. Und von dort in die Kanalisation und ins Wasser wandert. Gleichzeitig sind sie mehr als hundert Jahre haltbar. Ferner verunreinigen sie oft gesammeltes Plastik, das - ohne diese Verunreinigung - noch weiterverwertet werden könnte.

Die Kosten für Ersatzlösungen liegen oft nur ein oder zwei Penny drüber.

Die Regelung wurde sowohl von der Bloomberg- als auch von der folgenden De Blasio-Administration unterstützt.

Ornament Now: Cake Vases - Swedish spit cake technique used to create unique ceramic vases - Erika Emeren nutzt schwedische Technik der Kuchenherstellung zur Herstellung individueller Keramikvasen

03.01.2019 23:54:04, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Keramikvasen denkt man normalerweise an "feste, glatte Gegenstände", nicht unbedingt an Techniken, die in der Küche zur Herstellung von Kuchen verwendet werden. Erika Emeren von der Design Academy Eindhoven hat aber diese beiden Bereiche zusammengebracht.

Und damit Cake Vases, Kuchen-Vasen aus Keramik erschaffen, von denen jede einzelne individuell ist.
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Erika Emeren uses Swedish spit-cake technique to create decorative vases

https://www.dezeen.com/2018/12/31/erika-emeren-spit-cake-vases-design/

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Ein Video

Erika Emeren uses spit-cake technique to create decorative vases

https://www.youtube.com/watch?v=v3kXPvMmuR8

zeigt die Technik, die mit "gewissen Seiteneffekten" einhergeht:

Ein Pappzylinder mit einem Holzblock drin ist waagerecht so befestigt, daß er auf der einen Seite drehbar gelagert ist und auf der anderen Seite von einem Bohrer langsam angetrieben wird. Über den Pappzylinder ist eine Schicht Zeitung geklebt, dahinter ein Heizgerät.

Wenn Heizung und Bohrer laufen, wird relativ dickflüssige Keramik auf den rotierenden Pappzylinder gespritzt. So daß das Rotieren für eine gleichmäßige Verteilung sorgt und sich nach diversen Runden ein Zylinder ergibt. Dessen Struktur aus dicken und dünnen Teilen erinnert komplexe Pflanzen oder Wurzelgeflechte.

> Cake Vases are created by applying slip clay to a rotating cylinder of papier-mâché using a piping bag, similar to those used in pastry making and cake decorating.

Genutzt wird dazu eine Art Spritzbeutel, wie man ihn auch verwendet, um Kuchen zu dekorieren.

Das Ergebnis benötigt noch einen Boden und wird anschließend gebrannt. Die Folge: Jede Vase ist völlig individuell.

In Schweden scheint es dazu ein besonderes Gebäck zu geben:

> The production method is based on the tradition of making Spettekaka, which translates as spit-cake, a traditional confection from Emeren's homeland of Sweden.

> The cake is made by baking batter around a dowel used for spinning. A similar technique can also be found in traditional cakes in other European countries like France and Poland.

Laut Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Spettekaka ) besteht der Teig aus Eiern, Kartoffelstärke und Zucker. Ähnlich wie bei der Baumkuchenherstellung läßt man das auf einen rotierenden Holzspieß vor einem offenen Feuer laufen.

Emeren hatte die Technik am European Ceramic Workcentre in Oisterwijk entwickelt.

> "There is this notion that folk art is supposed to be regional, but in the world of food, we can see how it has often worked as a cultural exchange".

Volkskunst würde man normalerweise mit einem regionalen Bezug verbinden. Aber in der Welt des Essens gibt es einen kulturellen Austausch.

> "In my work I hope to contribute to a language in objects, which extends beyond national borders. Cakes are fun and joyous, it is something meant to be shared."

In ihrer Arbeit will sie eine "Sprache der Objekte" entwickeln, die nationale Grenzen überschreitet. Kuchen sind lustig und fröhlich, es ist etwas, das man teilen könne.

Letsencrypt - kostenlose und automatisierte Zertifikate für Websites - Wachstum im vergangenen Jahr und Ausblick

02.01.2019 23:55:03, Jürgen Auer, keine Kommentare
Statistik zum Anstieg der von Letsencrypt ausgelieferten Zertifikate.

Letsencrypt startete Ende 2015 als CA, also als Certificate Authority mit der Möglichkeit, kostenlose und automatisiert beantragbare Zertifikate zu erhalten.

Damals war noch weniger als die Hälfte des Webtraffics verschlüsselt. Ganz zu schweigen von 2008 oder noch früher. Da gab es Zertifikate nur für ausgewählte Websites, weil auf einer IP-Adresse nur ein Zertifikat installiert werden konnte. Damit war Verschlüsselung als Massennutzung undenkbar, da sich bei Massenhostern viele Websites eine IP-Nummer teilten.

2013 führten die Snowden-Enthüllungen zu einem Umdenken. Die Gründung von Letsencrypt war eine Folge davon.

Zum Jahreswechsel gab es einen Blogbeitrag. U.a. mit einer neuen Statistik und einem Ausblick auf 2019.
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Looking Forward to 2019

https://letsencrypt.org/2018/12/31/looking-forward-to-2019.html

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Die 50 % - Schwelle des verschlüsselten Traffics ist schon eine Weile geknackt.

> Most importantly though, the Web went from 67% encrypted page loads to 77% in 2018, according to statistics from Mozilla. This is an incredible rate of change!

Im letzten Jahr ging das um weitere 10 % auf nun 77 % hoch. So Daten von Mozilla.

Die oben sichtbare Statistik zeigt das Wachstum bei der Zahl von Letsencrypt-Zertifikaten.

Etwa 46 Millionen Domains (eine Ebene unterhalb der Top Level Domains) sind aktiv. Das ist die unterste Linie. Etwa 87 Millionen aktive Zertifikate gibt es. Diese decken etwa 152 Millionen vollqualifizierte Domainnamen ab.

Ein Zertifikat kann einen oder mehrere Domainnamen enthalten. Wer bsp. ein Zertifikat für seine Website example.com mit zwei Domainnamen example.com und www.example.com erstellt, der taucht in dieser Statistik mit einer Domain, einem aktiven Zertifikat und zwei vollqualifizierten Domainnamen auf. Wer zusätzlich Namen wie mail.example.com und blog.example.com in sein Zertifikat aufnimmt, hat 4 vollqualifizierte Domainnamen.

2018 kamen bei Letsencrypt ab Mitte März Wildcard-Zertifikate hinzu. So eines nutze ich auch seit Mitte Juli auf server-daten.de, so daß auch der hiesige Blog darüber gesichert ist.

Wesentlich dabei ist, daß sich der gesamte Prozess von der Beantragung des Zertifikats und Überprüfung der Domain-Inhaberschaft bis hin zum Download des Zertifikats über das ACME - Protokoll (Automatic Certificate Management Environment) automatisieren läßt. Die Version 1 wurde von Letsencrypt entwickelt. Zur Version 2 wurde ein Standardisierungsverfahren als RFC gestartet.

Die Statistiken gibt es auf der Seite

https://letsencrypt.org/stats/

Letsencrypt-Zertifikate sind 90 Tage gültig. Inzwischen werden im Schnitt knapp eine Million Zertifikate pro Tag ausgeliefert. Das sind etwa elf Zertifikate pro Sekunde.

Für 2019 ist ein wesentliches neues Feature angekündigt: Die Überprüfung der Domaininhaberschaft von verschiedenen Standorten:

> The feature we’re most excited about is multi-perspective validation. Currently, when a subscriber requests a certificate, we validate domain control from a single network perspective. This is standard practice for CAs.

Das ist zwar Standard. Meine käuflich erworbenen Zertifikate hatte ich immer per Klick auf einen Link in einer Mail bestätigt, da ist die http-Domainvalidierung (spezielle Datei in einem Verzeichnis) oder die dns-Domainvalidierung (ein spezieller DNS-Eintrag) deutlich sicherer. Aber:

> If an attacker along the network path for the validation check can interfere with traffic they can potentially cause certificates to be issued that should not be issued.

Es gibt das sogenannte BGP Hijacking. BGP ist die Abkürzung für das sehr elementare "Border Gateway Protocol", das als Routing-Protokoll dafür sorgt, daß Browser zu Servern finden und die Daten wieder zurückgeschickt werden. Das Protokoll kennt keine internen Absicherungen, so daß Traffic umgeleitet werden kann. Das kann beim Erstellen von Zertifikaten dazu führen, daß ein Nichtberechtigter ein Zertifikat beantragt und es ihm gelingt, den Prüftraffic von Letsencrypt auf seinen eigenen Server umzuleiten.

Die Lösung, die Letsencrypt anstrebt:

> The solution we intend to deploy in 2019 is multi-perspective validation, in which we will check from multiple network perspectives (distinct Autonomous Systems). This means that potential BGP hijackers would need to hijack multiple routes at the same time in order to pull off a successful attack, which is significantly more difficult than hijacking a single route.

Eine Überprüfung von verschiedenen Standorten. Eine Route mag ein Angreifer noch kontrollieren und umleiten können. Wenn die Überprüfung über verschiedene Wege läuft, wird das deutlich schwieriger.

Ferner soll es ein eigenes Certificate Transparency Log geben. Das ist ein Append-Only-Log, bei dem Daten nur angehängt werden können. Zertifikatsanbieter sollen jedes ausgestellte Zertifikat in mindestens zwei dieser Logs protokollieren, so daß fehlerhafte Zertifikatsausstellungen zumindest rückblickend gefunden werden können. Allerdings gibt es nur relativ wenige CT-Protokolle. Die Anforderungen dafür sind gewaltig.

Schließlich sollen die schon für 2018 angekündigten ECDSA-Rootzertifikate kommen. Ich bin mit den hiesigen Zertifikaten im Oktober auf ECDSA (statt RSA) umgestiegen. Die Zertifikate sind - bei gleicher Sicherheit - deutlich kleiner.

Crown Shyness - Trees avoid touching - Bäume, deren Kronen Abstand halten, so dass sich von unten her zellenartige Muster ergeben

01.01.2019 23:57:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Phänomen ist - eigentlich - schon seit langem bekannt. Forscher beschäftigen sich schon etwa seit 100 Jahren damit, Leuten auf dem Land wird das mit Sicherheit schon weitaus länger bekannt gewesen sein. An mir ist das bis jetzt vorübergegangen, obwohl ich eigentlich in einer ländlichen Gegend aufgewachsen bin und auch oft genug im Wald war.

Stehen diverse Bäume bestimmter Arten nebeneinander, dann sind die Kronen nicht miteinander "verfilzt". Sondern halten brav Abstand zueinander, so daß sich größere Lücken ergeben.

Der englische Begriff "Crown Shyness" - Kronenschüchternheit - drückt das treffend aus.

Grade bei mir aus dem Fenster gesehen: Hier gibt es genau das Gegenteil. Sehr hohe Bäume, die ineinander ragen. Auch von diversen Wegen in Berlin kenne ich das. Links gibt es Bäume, rechts gibt es Bäume. Und die Kronen kommen sich oben so nahe, daß bsp. Eichhörnchen problemlos von einer Seite zur anderen gelangen können. Also exakt das Gegenteil einer Crown Shyness.

Umso faszinierender wirken die Bilder in dem folgenden Beitrag, die aus verschiedensten Quellen zusammengetragen wurden.
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Stunning Examples Of “Crown Shyness”, A Phenomenon Where Trees Avoid Touching

https://designyoutrust.com/2018/12/stunning-examples-of-crown-shyness-a-phenomenon-where-trees-avoid-touching/

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Beobachtet wird das mindestens beim Eukalytus und bei der Sitka-Fichte. Über die Gründe wird eher spekuliert.

Es könnte sein, daß dies eine erfolgreiche Abwehr gegen Schädlinge ist. Die so nicht von einer Baumkrone zur nächsten wandern können. Oder daß es eine Maßnahme ist, daß nicht um Licht konkurriert wird.

Eine andere These vermutet, daß sich die Äste bei Wind berühren. Und daß diese Berührungen dazu führen, daß die Äste das Wachstum einstellen.

Da gibt es eine Arbeit von 2015 dazu:

Mechanical abrasion, and not competition for light, is the dominant canopy interaction in a temperate mixed forest

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378112715001486

Da wurde über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren ein älterer Mischwald beobachtet. Der aus vier Baumarten besteht:

Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Carpinus betulus, Tilia cordata - Rotbuchen, Eschen, Hainbuchen und Winterlinden.

Lediglich bei der Esche schien es einen Zusammenhang zum Licht zu geben. Bei den anderen waren mehr als 50 % der Astverkürzungen auf Abbrüche zurückzuführen. Also auf irgendeine Variante einer "mechanical interaction".

> Crown shyness was highest in the Fagus–Fraxinus neighbourhood (average minimum distance: 1.0 m), intermediate in Carpinus–Fagus pairs (0.6 m), and low in Fagus–Fagus (0.2 m) and Fagus–Tilia pairs (0 m; direct contact).

Interaktionen seien meist asymmetrisch gewesen und hingen von der Art ab.

Die meisten Photos in dem obigen Artikel scheinen dagegen Bäume von jeweils einer Art zu zeigen.

Winter's Magic - Ice Crystals in bubbles - Seifenblasen im Winter die zu Eis werden und platzen - ein Makrofilm von Don Komarechka

31.12.2018 23:53:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Es ist Winter auf der Nordhalbkugel der Erde. Hier in Berlin zwar noch nicht, aber anderswo kann es schon deutlich kälter sein. Und mit der Kälte gibt es manche Phänomene, die es eben nur in der Kälte gibt. In anderen Gegenden mag es wärmer sein. Aber manche faszinierenden Beobachtungen sind nur dann möglich, wenn die Temperatur hinreichend unter Null liegt.

Eines dieser faszinierenden Beispiele sind Seifenblasen. Im Frühjahr und Sommer sieht man die auch hier in Berlin immer wieder draußen.

Aber wenn man bei strengem Frost eine Seifenblase erzeugt, dann kann man dieser beim Zufrieren zusehen. Bis sie schließlich platzt.

Der kanadische Filmemacher Don Komarechka hat dazu einen "Kurzfilm" gedreht. "Kurzfilm" dürfte aber eher das falsche Wort dafür sein. Denn die Vorbereitungen und die Durchführung dürfte weitaus mehr als nur "kurz" gewesen sein.
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Winter’s Magic: Dramatic Ice Crystals Formed in Ephemeral Spheres

https://www.thisiscolossal.com/2018/12/winters-magic/

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> A simple mixture of corn syrup, dish detergent, and water creates magical winter snow globes when blown into bubbles on snow.

Ich tippe eher, daß das keine "simple Mixtur", sondern ziemlich viel Ausprobieren war. Bis eine geeignete Mischung gefunden war.

In der Seifenblase bewegen sich die Teilchen - und bilden langsam wachsende Kristalle, die schließlich alle noch flüssigen Bereiche ersetzen.

Der Kurzfilm auf YouTube (02:45):

Winter's Magic - a short film by Don Komarechka

https://www.youtube.com/watch?v=mLcmeEL2SYs

Ein Problem beim Filmen:

> Freezing bubbles are a challenging subject to shoot, even more so with video. For the majority of these shots, the camera has a pre-set focus point and a razor-thin depth of field. Not only does the bubble need to be placed in exactly the right spot, but if the diameter of the bubble is too small or too large, the front will not pass through the focal plane and everything will be out of focus. This can be corrected quickly for stills photography, but requires a complete reset for video most of the time.

Die Kamera wird fest montiert und hat eine genaue Tiefenschärfe. Das setzt aber voraus, daß man die Seifenblase exakt an der richtigen Stelle postiert. Wenn der Durchmesser der Seifenblase zu klein oder zu groß ist, paßt die Front nicht in den Aufnahmebereich rein.

Die meisten Abfolgen sind in Real-time dargestellt:

> Most of the single-bubble shots are played out in real time, with a few cuts for dramatic effect. Some of the multiple-bubble sequences are sped up – they freeze more slowly due to their inner walls but hitting the cold outer air, and being filled with my hot breath. Close-up shots are all real time.

Bei den größeren, die aus mehreren Seifenblasen bestehen, wurde der Film teils etwas beschleunigt. Diese frieren relativ langsam zu.

Er schätzt, daß er etwa 400 Versuche in diesem Film komprimiert hat.

Seine Mischung:

> For those curious, my bubble mixture is 6 parts water, 2 parts dish soap and 1 part white corn syrup. The corn syrup is an important ingredient as it allows the bubble to thicken on the bottom and acts as a cushion to prevent the bubble from popping on impact with the snow.

6 Teile Wasser, zwei Teile Spülmittel und ein Teil Corn Syrup (Maissirup). Der Corn Syrup ist besonders wichtig, damit die Seifenblase nicht beim Auftreffen auf den Schnee gleich platzt.

Unter

Snowflake - Gallery

https://skycrystals.ca/snowflake-gallery/

hat er eine ganze Gallerie von Schneeflocken aufgelistet.

Die Website

https://www.donkom.ca/

zeigt seine anderen Arbeiten. U.a. bietet er auch Workshops zur Makrophotographie an.

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