Village Super Market - Brick and Bamboo Marketplace in rural Bangladesh - ein Marktplatz in Khulna verknüpft traditionelle Techniken mit heutigen Anforderungen - Tjep und Vaastukalpa Architects

07.10.2018 23:53:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im ländlichen Bangladesh gibt es vom Solidaridad Network Projekte, die versuchen, die ländliche Infrastruktur zu stärken. Indem Village Super Markets (VSM) errichtet werden. Marktplätze, die einerseits traditionelle Verkaufsstände für Händler bereitstellen. Andererseits Räume für Unterricht und für die örtliche Community bereitstellen. Im Distrikt Khulna wurde nun der erste einer ganzen Reihe dieser "Village super Markets" gebaut. Das Ziel: Den lokalen Bauern Möglichkeiten anbieten, daß diese besser ihre Produkte vermarkten und anbieten können.

Die Projekte werden in Zusammenarbeit mit der dortigen niederländischen Vertretung entwickelt. Aktuell konzentriert sich das auf die Orte Bagherhat, Khulna, Jessore, Satkhira und Narial.
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tjep. + vaastukalpa architects design brick and bamboo marketplace in rural bangladesh

https://www.designboom.com/architecture/tjep-marketplace-solidaridad-vaastukalpa-architects-bangladesh-10-06-2018/

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Das soll neue Möglichkeiten für tausende kleine Händler, Familien und Produzenten bieten.

Daniel Knoop, internationaler Programm-Koordinator von Solidaridad, über seine Zusammenarbeit mit Tjep:

> ‘I first came across frank tjepkema when he created this stand-out sustainable farming-entertainment concept ‘oogst’,’ says knoop. ‘I was intrigued how a designer approached topics like agricultural development and sustainable economics from a completely fresh angle.’

Er sei fasziniert davon gewesen, wie ein Designer solche Themen der landwirtschaftlichen Entwicklung und Wirtschaft von einer komplett anderen Sicht her betrachtet.

Vor Ort war Vaastukalpa Architects beauftragt, ein Architekturunternehmen aus Bangladesh:

Village Super Market - Khulna

http://www.vaastukalpa.com/village-super-market-khulna.html

Da gibt es noch ein paar weitere Bilder, allerdings keine weiteren Texte.

Das Design orientiert sich an den örtlichen "Arots": Kleine, hölzerne Hütten, die von lokalen Händlern genutzt werden. Der Markt ist entlang von drei Hauptfunktionen aufgebaut.

> ‘the market function along one axes (horticulture and aquaculture), the facilitating of social and educational functions for the local farmers along the other axes (retail and information center), and finally the surrounding tech village where food is processed and cooled using state of the art hardware.’

Die eine Achse ist für Garten- und Fischereierzeugnisse, die sozialen und unterrichtenden Funktionen für die lokalen Farmer bilden die beiden anderen Achsen. Ferner gibt es hinreichend Technik, so daß die Lebensmittel nach heutigen Erfordernissen verarbeitet und gekühlt werden können.

Es wurde auf traditionelle Handwerksfähigkeiten zurückgegriffen. Dort gibt es historische Techniken für Backsteine mit einer charakteristischen Rotfärbung. Das kombiniert mit der Verwendung von Bambus. Wobei die roten Backsteine wohl teilweise grau getüncht wurden, so daß das für ungeübte europäische Augen wie Beton wirkt.

Auf einem Bild (während der Bauarbeiten) sieht man aber, daß auch die bogenförmigen Strukturen aus Backsteinen erstellt sind. Der obere Teil des Bogens könnte aber auch aus Beton sein.

Die Grundfläche umfaßt 1637 Quadratmeter, der aufgesetzte erste Stock 385 Quadratmeter.

Der genaue Standort:

Village Super Market Dumuria

Laut Google-Maps sind das ungefähr 20 Kilometer Luftlinie bis zum Zentrum von Khulna.

Örtliche Zeitungsberichte:

Country's first village super market to open at Dumuria

http://today.thefinancialexpress.com.bd/trade-market/countrys-first-village-super-market-to-open-at-dumuria-1536939436

Demnach ist der Markt Mitte September eröffnet worden. Im November soll wohl nochmals eine Eröffnung folgen, dann "offiziell".

> Solidaridard Network Asia, a Netherlands-based organisation, has conceptualised the VSM with an objective to ensure fair price of agro produces through farmers' direct participation.

Etwa 1.500 Händler und Erzeuger können dort ihre Waren anbieten. Es gibt 30 Auktionszentren. Laut

Village super markets at Khulna, Jashore soon

http://www.daily-sun.com/post/338216/2018/09/24/Village-super-markets-at-Khulna-Jashore-soon

wird ein zweiter Markt in Kürze in Jashore eröffnet. Auf der oben verlinkten Karte sieht man, daß der Markt in Khulna relativ weit außerhalb der Stadt Khulna liegt.

Ferner können mehr als 50.000 lokale Erzeuger von diesem Markt profitieren. Wahrscheinlich wird jeder einzelne Händler nur an einzelnen Tagen dort anwesend sein, so daß sich die Marktkapazität und die Wirkung auf die umliegenden Dörfer entsprechend vervielfältigt.

Building 113/114, Pier 70 in San Francisco - vast Shipyard, later Warehouse becomes Gusto Headquarters - riesige Schiffswerft, später als Warenhaus genutzt, wird zu Gusto's Headquarter - Umbau von Gensler

06.10.2018 23:48:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was macht man mit einer riesigen ehemaligen Schiffswerft im Pier 70 in San Francisco? Zwischen den beiden Weltkriegen war das eine der größten Industriezentren in San Francisco. Aktuell ist es eines der noch am besten erhaltenen Industriekomplexe des 19. Jahrhunderts westlich des Mississippis.

Die Werft wurde später als Warenhaus genutzt. Mächtige Stahlstreben und Kräne, mit denen Schiffsteile von einer Seite der Werft auf die andere Seite transportiert werden konnten, gibt es bis heute.

Mit hohem Aufwand abreißen? Oder umbauen? Gusto, ein Unternehmen, das HR Software entwickelt, brauchte Platz. Das Architekturunternehmen Gensler hat die Werft umgebaut. Und dabei die Originalstruktur teils bewahrt. Die Stahlstreben und die Kräne gibt es weiterhin.
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Vast warehouse at San Francisco's Pier 70 becomes Gusto headquarters by Gensler

https://www.dezeen.com/2018/10/06/gusto-headquarters-warehouse-pier-70-san-francisco-gensler/

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Die Gegend um den Pier 70 herum sollte ohnehin umgestaltet und wiederbelebt werden. Die ehemalige Werft ist dort eines der größten Gebäude.

Innen war das Gebäude baufällig. Aber es sollten Büroarbeitsplätze nach heutigen Standards entstehen. Gleichzeitig sollte das historische Erbe - die Stahlsäulen und die Kräne - erhalten bleiben.

Teils ist der gesamte Raum nach oben bis zum Metalldach frei. Das ist eine riesige Lounge, mit Sofas und verschiedenen Arbeitstischen. Zum Arbeiten und für informelle Meetings.

Eine Projektbeschreibung von Gensler:

> "The building was reborn as a larger-than-life living room where Gusties and their guests go shoeless for an unprecedented workplace experience"

Das Gebäude wurde wiedergeboren als ein "larger-than-life" - Lebensraum, wo Mitarbeiter und ihre Gäste ohne Schuhe hineingehen können.

Teils wurden wohl neue Querstahlträger eingezogen, die Platz für eine immer noch hohe erste Etage bereitstellen. Da gibt es zwei minimalistische Treppen aus schwarzem Metall, über welche die erste Etage zugänglich ist. Diese neu eingebauten Stahlelemente stehen in einem deutlichen Kontrast zu den historischen Stahlelementen.

Unten gibt es die größeren Büroabschnitte und Meeting-Flächen. Oben gibt es eher kleinteilige Büros und Küchenbereiche. Dort teils mit Ausblick nach draußen - durch die historischen Backsteinwände.

Bei Gensler

Gusto

https://www.gensler.com/projects/gusto

finden sich nur relativ wenige Hinweise. Demnach ist das ein Headquarter für etwa 300 Mitarbeiter.

> Design elements, such as the company shoe cubby, a living plant wall, and an employee-painted mural depicting their customers, honor Gusto’s culture and transform a cavernous open space.

Diverse Designelemente des Unternehmens sollten übernommen werden.

Bei Google findet man zwar per "pier 70 san francisco, Shipyard" diverse Bilder. Ein Bericht von 2016 über die Umbauarbeiten:

Rehab to Save Historic Shipyard Building From Collapse

https://www.enr.com/articles/38777-rehab-to-save-historic-shipyard-building-from-collapse

> Crews install a building-within-a-building to stabilize the former Bethlehem Steel machine shop at San Francisco’s historic Pier 70

Demnach wurde in das kathedralenartige Gebäude quasi ein zweites Gebäude aus Stahlstreben eingezogen, weil die ursprüngliche Konstruktion die Zwischenebenen jedenfalls nicht mehr hätte tragen können. Eine Höhe von 62 Fuß, knapp 19 Meter. Demnach stammt die Schiffswerft aus dem 19. Jahrhundert. Dort gibt es auch eine Außenansicht des Gebäudes. Der Zustand:

> “There were bricks falling down literally every day. You’d walk into this building and you’d have patches where you could see daylight through the walls.”

Backsteine fielen teils täglich herunter. Man konnte das Tageslicht durch die Löcher sehen. Da findet sich auch der offizielle historische Name des Gebäudes: Building 113/114. Ein Teil von Pier 70 dient bis heute als Schiffswerft, weil es dort das größte Trockendock an der Westküste gibt.

Die Werft hatte das Erdbeben von 1906 überstanden. Sucht man nach "Building 113/114, Pier 70, San Francisco", finden sich weitere Bilder und Hinweise:

Plans And Timing For Pier 70’s Historic Rehab Revealed

http://www.socketsite.com/archives/2013/12/plans_and_timing_for_pier_70_historic_core_rehabilitati.html

Map of Pier 70 Structures

http://www.pier70sf.org/mappage/mappage.htm

Schön, daß diese alten Gebäude nicht abgerissen, sondern so - als Gebäude im Gebäude - zu neuem Leben erweckt werden.

Green Spark - plant microbial fuel cells - PMFC - Pflanzen produzieren Strom per Photosynthese - Folge von Keramiktöpfen mit Pflanzen als Batterie - von Elena Mitrofanova

05.10.2018 23:53:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Pflanzen können per Photosynthese Strom produzieren. Allerdings ist der üblicherweise zu schwach, um sinnvoll genutzt werden zu können.

Die in Moskau tätige Elena Mitrofanova (Elena Mitro) hat nun ein spezielles keramisches Gefäß entworfen. Das hat eine schräge Hauptöffnung für die Pflanze. Und zusätzlich drei weitere Öffnungen. Zwei für Anoden- und Kathodenanschluß, der dritte dient zur Bewässerung.

Ferner läßt sich das Gefäß in eine kleine, durchsichtige Kunststoffschale einlegen und daran aufhängen. So daß an einem großen Kreis insgesamt 86 dieser Keramiktöpfe hängen. Damit lassen sich zwei Smartphones gleichzeitig aufladen.
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plant installation uses the power of photosynthesis to produce renewable energy

https://www.designboom.com/design/elena-mitro-green-spark-plants-produce-electricity-10-04-2018/

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Die Pflanzen nutzen Licht und Kohlendioxid aus der Luft, um per Photosynthese organisches Material zu erzeugen. Im Wurzelbereich gibt es Bakterien, die Strom erzeugen. Die Anode ist oben, die Kathode ist unten unterhalb einer Wasserschicht. Dort befindet sich zusätzlich eine Öffnung, durch die Sauerstoff von unten reinkommen kann. Ein einzelner Topf kann eine Spannung bis zu 0,7 Volt erzeugen.

Ein Video zeigt die Herstellung der Keramiktöpfe und den Aufbau der gesamten Anlage:
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Green Spark (05:00)

https://www.youtube.com/watch?v=pHvwewmB3Qo

> The installation Green Spark is a research project that shows the cutting edge technology where plants are used to produce renewable energy.

In dem Video sieht man, wie aufwendig die Herstellung von allen Einzelteilen ist.

Der Wurzelbereich der Pflanzen enthält zusätzlich Fäden aus Kohlenstoff-Fasern. Die eigentliche Stromerzeugung findet also im Wurzelbereich statt, wo Bakterien organische Komponenten verarbeiten und dabei freie Elektronen produzieren.

Diverse der kleineren Einzelteile wurden mit CNC-Techniken hergestellt, so daß alle 86 Töpfe gleichartig gestaltet sind.

Beim Einsetzen der Pflanzen (03:08) sieht man, wie eine ordentliche Menge von Kohlefäden um den Erdballen herumgewickelt wird, bevor die Pflanze in den Topf gesetzt wird. Da kam allerdings eine Pflanze nur auf etwa 0,11 Volt.

Schließlich folgte der Bau der Gesamtanlage und die Verkabelung. Das scheint irgendwo in Moskau im öffentlichen Raum aufgebaut worden zu sein, so daß bsp. Schulklassen die Anlage besichtigen können.

Auf der Website von Elena Mitrofanova

http://elenamitro.com/

findet sich dieses Projekt aktuell noch nicht. Dort gibt es aber ein älteres Projekt mit Moos:

Moss Voltaics

http://elenamitro.com/my-product/moss-voltaics/

Da wurden zwei Typen von Keramikgefäßen entwickelt, bei denen zwei größere übereinander und daneben vier kleinere übereinander angeordnet sind, so daß sich eine stapelbare Struktur ergibt. In einer solchen Großkomponente werden die Zellen in Serie verknüpft, mehrere dieser Komponenten werden parallel geschaltet.

Da Moos sehr anspruchslos ist, kann das als eine Fassadenstruktur genutzt werden.

Da ließen sich mit 2 Quadratmetern Fassadenfläche LED-Lampen betreiben. 4 Quadratmeter genügen für ein Smartphone. Mit 8 Quadratmetern ließe sich ein Laptop betreiben.

Air filtering bus - Go-Ahead startet in Southampton Bus mit Dach-Filtersystem von Pall Aerospace zur Filterung der Aussenluft - aufgesetzt auf das Dach

04.10.2018 23:22:37, Jürgen Auer, keine Kommentare

Busse, die im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden, sorgen für einen gewissen Teil der Umweltbelastung in Städten. Elektrisch betriebene Busse werden derzeit noch kaum eingesetzt.

Aber in Großbritannien hat das dortige Verkehrsunternehmen Go-Ahead nun eine andere Maßnahme ergriffen. Ein Prototyp wurde mit einem Aufsatz versehen, der einen Luftfilter von Pall Aerospace enthält. Dieses Unternehmen stellt normalerweise Filter für Flugzeuge und Schiffe her.

Der Filter auf dem Busdach fängt Luft aus der Umgebung ein und filtert Partikel heraus. Die gefilterte Luft wird hinten wieder abgegeben.
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Air-filtering bus takes to the streets in the UK

https://www.dezeen.com/2018/10/04/air-filtering-bus-go-ahead-uk-transport-technology/

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David Brown, Chief Executive von Go-Ahead:

> "We want this pilot to show that buses should be looked at as not just the solution to congestion in cities, but also as a solution to the air quality problem"

Busse sollen nicht nur die Verstopfung in den Städten reduzieren, sondern können auch einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten.

> "As the bus removes the ultrafine particles from the air as it travels along the route, it is helping solve the air-quality problems of the city," he continued. "This bus will clean the air on its route 1.7 times a year to a height of 10 metres — imagine the change we could make to air quality if all buses had this technology."

Die Luft auf der Fahrstrecke wird 1,7 mal pro Jahr auf einer Höhe von 10 Metern gereinigt. Man möge sich ausdenken, was das ausmacht, wenn alle Busse diese Technik nutzen würden.

Für die Fahrgäste habe der Filter keine negativen Effekte. Southampton wurde ausgewählt, weil das eine der am stärksten verschmutzten Städte sei. Wobei Go-Ahead wohl nicht in London aktiv ist.

Auf der Website von Go-Ahead findet sich die Info:

Go-Ahead launches pollution-busting bus to clean up urban air

https://www.go-ahead.com/en/media/news/2018/GAG-pollution-busting-bus.html

Demnach wurde das schon am 27.09.2018 gestartet. Da gibt es weitere Daten:

> The air filter is manufactured by Pall Aerospace, the world’s largest aerospace and defence filtration company. If all Bluestar buses were fitted with this technology it would clean the air in the Southampton area 16 times a year to a height on 10 metres, not only making an important change to air quality, but to people’s lives.

Wenn alle Bluestar - Busse (wohl eine spezielle Serie, für die sich dieser Aufsatz eignet) mit dieser Technologie ausgestattet werden, dann würde die Luft in Southampton 16 mal pro Jahr in einer Höhe von 10 Metern gereinigt werden.

Schätzungen des Departments for Environment Food and Rural Affairs gehen davon aus, daß die Luftverschmutzung die Lebenserwartung der Bewohner um sechs Monate reduziert.

Der eingebaute Filter soll 99,5 % aller Feinpartikel entfernen.

Laut "Busverkehr in Berlin" https://de.wikipedia.org/wiki/Busverkehr_in_Berlin sind hier etwa 1.400 Busse mit täglich 300.000 Kilometern Fahrleistung unterwegs. Hier hätte so ein Filter sicherlich auch gewisse Auswirkungen. Ein Baustein für eine saubere Luft wäre das.

Rock Print Pavilion built by a construction robot using loose stones and string - Konstruktionsroboter baut Pavillon aus losen Steinen und Schnüren - von der ETH Zürich im Gewerbemuseum Winterthur

03.10.2018 23:51:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann man aus losen Steinen und einer Endlos-Schnur eine Säule bauen? Die nun sogar durchaus tragfähig ist? Eine verblüffende Entwicklung gibt es an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, die aktuell vom morgigen 04.10.2018 bis zum 04.11.2018 im Gewerbemuseum Winterthur zu besichtigen ist. Dort läuft aktuell eine Ausstellung "Hello, Robot. Design between human and machine".

Die vom Konstruktionsroboter gebauten Säulen bestehen aus diversen Schichten einer Endlosschnur, die einfach in feinen Schleifen zunächst auf den Boden, dann auf die einzelnen Steinschichten gelegt werden. Die Steine sind kleine Steine, die wohl auch als Bruchmaterial von Abrißarbeiten anfallen könnten. Unregelmäßig geformt, teils relativ scharf- und spitzkantig.
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construction robot builds 'rock print pavilion' using loose stones and string

https://www.designboom.com/architecture/eth-zurich-rock-print-pavilion-gewerbemuseum-winterthur-10-03-2018/

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Der Roboter arbeitete 4 Wochen an insgesamt 11 Drei-Meter-Säulen. Verbaut wurden wohl 30 Tonnen Steine und 120 Kilometer Schnur. Etwas unklar ist, ob später tatsächlich das 8-Tonnen-Stahldach auf diese Säulen abgesenkt werden soll. Aktuell gibt es noch eine Lücke zwischen Säulenspitze und Pavillon-Dach.

Ausgangspunkt ist ein Forschungsprojekt, das an der ETH läuft: "Design and robotic fabrication of jammed architectural structures".

Simple, lose und granulare Ausgangsmaterialien: Wie lassen sich diese nutzen? Die Steine sollen sich gegenseitig verklemmen, so daß deshalb die Säule stabil ist.

Das Recycling ist einfach - man muß nur die Schnur wieder aufwickeln, dann zerbröselt die ganze Säule, das Material kann an anderer Stelle wiederverwendet werden.

Auf der Seite vom Gewerbemuseum

Thu 04.10.18 – Sun 04.11.18 - Rock Print Pavilion

https://www.gewerbemuseum.ch/en/exhibitions/rock-print-pavilion

finden sich leider keine weitergehenden Informationen. Lediglich der Hinweis, daß das im Freien, auf dem Kirchplatz vor dem Gewerbemuseum zu sehen ist.

Weitergehende Hinweise finden sich auf der Unterseite des Forschungsprojektes:

Design and Robotic Fabrication of Jammed Architectural Structures, ETH Zurich, 2015-2019 - ETH Zurich Research Grant project

http://gramaziokohler.arch.ethz.ch/web/e/forschung/275.html

Die "Jamming" - Technik des Ineinander-Verklemmens wird normalerweise eher im Mikro-Bereich genutzt. Hier geht es dagegen darum, das im Makro-Bereich mit kleinen Steinen einzusetzen.

Ein dort eingebundenes Video von Vimeo (November 2017)

Rock Print: A Manistone

https://vimeo.com/238725946

zeigt sowohl den Aufbau als auch den späteren "Abbruch" einer solchen Säule.

Man sieht sehr schön, daß einfach eine Lage Schnüre auf den Boden gelegt wird. Dann kommt eine erste Schicht kleiner Steine. Die werden mit Rütteln und Klopfen zusammengeschoben. Dann kommt die nächste Lage Schnüre drauf - und die nächste Runde Steine. Beim Klopfen fallen später am Rand ein paar Steine runter. Aber das macht nichts.

Ab 01:50 beginnt der "Abriss": Die Schnur wird einfach nach oben weggezogen. Die Steine fallen nach unten. Dort bildet sich ein wachsender Schuttberg.

Unklar ist mir allerdings, wie stabil so eine Säule gegen Seitendruck ist. Allerdings wiegt jede einzelne 3-Meter-Säule knapp 3 Tonnen, so daß sich bereits damit eine gewisse Stabilität ergeben könnte. Ferner sind die Säulen in dem Video deutlich schmaler als jene, die grade in Winterthur aufgebaut werden.

Nuatan - Bioplastic could answer the plastic pollution crisis - corn starch, sugar and cooking oil - Bioplastik für 3D-Druck geeignet, Fische können das essen - vom Crafting Plastics Studio

02.10.2018 23:51:25, Jürgen Auer, ein Kommentar

So allmählich wird das Thema weltweit bekannt: Plastik findet sich überall - und wird aufgrund der langen Haltbarkeit zum Problem. Beim London Design Festival 2018 wurde nun eine Lösung vorgestellt, die womöglich einen Teil des Plastikmülls reduzieren könnte.

Das Crafting Plastics Studio, gegründet von Vlasta Kubušová und Miroslav Král, hat es geschafft, aus den natürlichen Rohstoffen Maisstärke, Zucker und Speiseöl einen Stoff namens Nuatan herzustellen.
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Nuatan is the bioplastic that could answer the plastic pollution crisis

https://inhabitat.com/even-fish-can-eat-nuatan-the-bioplastic-that-could-answer-the-plastic-pollution-crisis/

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Dieser:

> Nuatan has the possibility to “replace all the packaging we know,” because it is so safe that even fish can eat it.

Entwickelt wurde Nuatan innerhalb von 6 Jahren an der Slovak University of Technology. Das Material

> is enduring, rapidly degradable and safe to ingest.

Also einerseits dauerhaft, andererseits schnell abbaubar und auch dann sicher, wenn es geschluckt wird. Es ist dauerhafter als andere Materialien (bis zu 15 Jahre) und es hält Temperaturen bis 100°C / 212°F aus.

Die Aussage der Erfinder:

> “For the first time, a fully bio-based, biodegradable material can be considered as a competitor in terms of properties and processability,”

Zum ersten Mal sei ein komplett bio-basiertes und abbaubares Material ein Konkurrent für klassisch genutzte Stoffe. Die Anwendungsmöglichkeiten seien sehr vielfältig. Denn der Gebrauch sei nicht auf "blow-forming" beschränkt, wie das für traditionelles Plastik gilt.

> Crafting Plastics Studio designed the material to succeed in any production chain. “We’re using it for 3D printing, injection molding and other plastic manufacturing technologies,” the team said.

In unterschiedlichsten Produktionsketten ließe sich das einsetzen. Etwa für 3D-Printing, Spritzgussverfahren und andere industrielle Techniken.

Industrielle Kompostierer hätten keine Schwierigkeiten damit, das Material zu zerlegen.

> The possible solution to replacing single-use plastics such as plastic bags, plates, straws, water bottles, cutlery and others is found in the patented combination of naturally derived Polyacid Acid (PLA) from corn starch with Polyhydroxybutyrate (PHB), which is corn starch that has been processed by microorganisms.

Genutzt werden einerseits Polyacid-Acid-Ketten, die aus Maisstärke hergestellt werden. Dazu kommen Polyhydroxybutyrate, die entstehen, wenn Maisstärke durch Mikroorganismen zersetzt werden.

Weil der Ausgangsstoff nicht auf Kohlenstoffen basiert, kann das im menschlichen oder tierischen Körper zerlegt werden, ohne Schaden anzurichten. Ferner ist die Herstellung energieschonender:

> At a lower energy and resource consumption value than traditional petroleum-based plastics, Nuatan ticks all the boxes regarding environmental sustainability and climate change relief.

Aktuell sind die Produktionskosten noch ziemlich hoch. Aber die könnten bei einer höheren Nachfrage sinken.

Auf der Website

Crafting Plastics

https://www.craftingplastics.com/

gibt es oben ein Bild, das teilweise zersetzte Brillengestelle in Erde mit Würmern zeigt.

Mal sehen, ob sich das in den nächsten Jahren im größeren Maßstab weiterentwickeln könnte.

> “We are hoping to find collaborators who want to include it in the right products, and not combine it with other materials, so it’s a mono-material,” Kubušová said. Faithful to their ethical and capable inception, the team made a very valid point — “If we can find the right collaborators, it can change things a lot.”

Die Gründer hoffen, die richtigen Geschäftspartner zu finden, die das in den richtigen Produkten verwenden und es nicht mit anderen Materialien kombinieren. Es ist ein Mono-Material.

Tiny Bubble Dome - sleep under the Stars - kleine, durchsichtige Kugeln zum Übernachten - im Finn Lough Resort auf einer Halbinsel im Lower Lough Erne in Nord-Irland

01.10.2018 23:57:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einmal unter den Sternen schlafen? Das gibt es inzwischen in verschiedenen Varianten. Eine sehr eigene Variante gibt es in Nordirland. Auf einer Halbinsel am Lower Lough Erne. Das ist einer von zwei Seen der Lough Erne (Lower Lough Erne und Upper Lough Erne) im Flussgebiet des Erne. Die Gegend wird intensiv von Anglern und von Bootstouristen genutzt.

Normalerweise endet das Draußen-Sein, wenn man abends ins Bett geht, um zu schlafen. Anders ist das bei diesen Bubble Domes. Da liegt man im Bett - und blickt auf die Sterne über einem.

Eine 180°-Kugel umgibt die müden Schläfer und ermöglicht den Blick in den Wald und auf die Sterne.
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These Tiny Bubble Domes Let You Sleep Under The Stars

https://designyoutrust.com/2018/10/these-tiny-bubble-domes-let-you-sleep-under-the-stars/

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Jeder dieser Bubble Domes hat ein großes Doppel-Himmelbett, ein eigenes Badezimmer, eine Kaffeemaschine, flauschige Sessel und ein tägliches Frühstück. Wobei die Bubble Domes Teil einer größeren Anlage sind, wo wohl weitere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Das Frühstück

> daily breakfast, which you can eat while you watch the sun rise

kann allerdings direkt im Bubble Dome eingenommen werden.

Auf der Website der Anbieter

Bubble Domes

https://www.finnlough.com/en/accommodation/bubblehouse

gibt es auf der Zwischenseite

https://www.finnlough.com/en/accommodation

eine Luftaufnahme von dem Gelände. Es scheint mehrere davon zu geben. Allerdings ist unklar, wieviele das genau sind.

Wer den genauen Standort sucht. Per Google-Maps-Suche nach

Finn Lough Resort

findet sich die genaue Lage.

Die Informationen zum Lough Erne fanden sich bei Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Lough_Erne ).

Wenn man sich allerdings die Rezensionen bei Google-Maps durchliest, dann sind diese "durchaus ambivalent". Teils sind Gäste sehr begeistert. Teils sind die Wege zu den Kuppeln aber auch unbefestigt, mit großen Pfützen - und unbeleuchtet. Dann gibt es Stellen, wo das wohl durchaus streng riecht. Eine Hochzeitsreise ging dagegen eher schief. Keine Möglichkeit, den Gutschein um einen Monat zu verlängern, also wurde zu einem unpassenden Zeitpunkt angereist. Tagsüber seien die Blasenkuppeln sehr heiß, nachts sehr kalt. Hinzu kommt, daß die Kuppeln eher schlicht ausgestattet sind. Kein Spiegel, keine Garderobe.

Das ist allerdings technisch zu erwarten. Das scheint eben nur eine simple Kunststoffhülle zu sein, wobei auch kein Hinweis zu finden war, wie diese Kuppeln eigentlich stabilisiert werden. Damit fällt nicht nur das Sternenlicht von oben herein, sondern es ist eben nachts auch entsprechend kalt. Oder es regnet.

Das wird offiziell als Fünf-Sterne-Hotel angepriesen. Dazu paßt aber manches nicht, u.a. wird auch in einer anderen Kommentierung die fehlende Außenbeleuchtung bemängelt. Da kollidiert womöglich das Interesse an einer "dunklen Umgebung" für die Bubble Domes mit dem Bedürfnis der Gäste, erst einmal ohne dreckige Schuhe in die "Wohnung für eine Nacht" zu kommen.

The Modern Fire Table - Sound reactive Fire Table with Flames - dance to Music from integrated Sound System - zur Musik tanzende Flammen - von Music City Fire Company - Nashville, Tennessee

30.09.2018 23:51:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Erfindungen sind einfach Hingucker - dabei ist das eine Erfindung, die nur in der Kombination aus Hingucken und Hinhören funktioniert. Und das womöglich im Halbdunkel.

Ein großer Kasten aus dunklem Holz. Mit einer Flammenwand, bei der es sich wohl um die Verbrennung von Gas handeln dürfte. Dazu ein Soundsystem. Und die Flammen - tanzen zur Musik.
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Amazing Sound Reactive Fire Tables With Flames That Dance to Music From an Integrated Sound System

https://laughingsquid.com/sound-reactive-fire-tables/

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Der Artikel enthält ein paar Instagram-Videoschnipsel, die zwar einen Eindruck vermitteln, aber alle kurz sind. Je nach Musikgeschmack und Beleuchtung gibt das ganz unterschiedliche Eindrücke.

Etwa die Beispiele hier:

A Fire Table Dancing To Michael Jackson's 'Thriller

https://geekologie.com/2018/09/a-fire-table-dancing-to-michael-jacksons.php

Zu Michael Jackson's "Thriller".

Oder zu Notorious B.I.G. "Hypnotize". Und 12th South Trunk - Money for Nothing.

Allerdings sind das immer nur maximal Ein-Minuten-Schnipsel. Eindrücklicher ist die 5-Minuten-Version von

Can you feel the "Wind of Change"?

https://www.youtube.com/watch?v=9b0Guce1trs

> Our Resonate system featuring the Scorpions! "Wind of Change"

Beim Gesang gehen die Flammen teils komplett aus. Ferner ist der Raum ziemlich dunkel. Durch die Scheiben ergibt sich zusätzlich ein Spiegelungseffekt.

Das klappt auch mit unmittelbar produzierter Musik:

Instrument 1 making beats on Music City Fire Systems at Rail Yard Studios in Nashville! (00:38)

https://www.youtube.com/watch?v=Uwa0ZIpCETQ

Die Website:

THE MODERN FIRE TABLE

https://www.themodernfiretable.com/

Demnach gibt es verschiedene Typen. Teils als eher kleine Form, ein Würfel. Teils aus mächtigen Holzbalken und mit Stahlstreben, die nach ehemaligen Eisenbahnschienen aussehen.

Die Preise liegen zwischen 4499 Dollar und 8999 Dollar. Wobei die technische Basis immer dieselbe zu sein scheint, sich die Kosten aber am Aufwand für die Hülle orientieren. Der gläserne Schutz ist extra. Ferner findet sich dort die Bestätigung - das wird mit Propangas betrieben.

Hinweise zur Technik finden sich auf der Unternehmeswebsite:

Music City Fire Company

https://www.musiccityfirecompany.com/

Die Geräte lassen sich per Smartphone steuern, die Anbindung erfolgt per Bluetooth oder WiFi. Damit lassen sich auch vorhandene eigene Musikdatenquellen einbinden. Ferner kann ein LED System angeschlossen werden. Da findet sich ein kleiner Hinweis zur eigentlichen Technik:

> Introducing Reactive Fire Technology™.
>
> At the heart of each Music City Fire product is our patented embedded technology-driven interface. This technology analyzes the music input and enables a precise fire-sound reaction with flames that dynamically represent the sound of the music in the flames. This exclusive patented technology is the power behind the products’ unique reactive flame array.

Die Technologie analysiert den musikalischen Input und ermöglicht eine präzise Reaktion der Flammen, die den Sound dynamisch darstellen. Das ist patentiert.

Alternativ gibt es drei weitere Modi - gleichmässige Flammen, die nicht reagieren. Nur-Flammen ohne Musik. Oder Nur-Musik ohne Flammen - für heiße Sommerabende.

House TP with levitating greenhouse in Mechelen, Belgien - Hintergebäude wird bis auf eine Stahlstrebe entkernt und erhält gläsernes Gartenhaus für Urban Farming als Aufsatz - von dmvA

29.09.2018 23:58:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Frau, die gerne Urban Farming betreiben möchte, kauft ein Haus in Mechelen, Belgien. Das Haus besteht aus zwei Teilen, einem vorderen, höheren Teil und einem hinteren, niedrigeren Teil. Der hintere Teil wird eigentlich nicht benötigt, könnte abgerissen werden. Aber unten liegt alles im Schatten, so daß sich die gewonnene Fläche nicht für Urban Farming eignet.

Was tun?

Die Architekten von dmvA haben dafür eine verblüffende Lösung entwickelt. Der hintere Teil wurde entkernt. Da blieben nur Außenmauern und eine Stahlstrebe stehen. Dann wurden weitere Stahlträger eingefügt. Auf diese Stahlträger wurde eine Art Wintergarten oder Gewächshaus montiert. Das ist nun auf der Höhe des ersten Stocks. Bekommt damit genügend Licht ab. Und läßt sich zum Urban Farming verwenden.
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dmvA suspends greenhouse for urban farming over steel rods in belgium

https://www.designboom.com/architecture/dmva-floating-greenhouse-09-28-2018/

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Urban Farming ist in der Stadt eigentlich zu begrüßen. Aber das Hintergebäude liegt nördlich des Hauptgebäudes, ist also damit schon verschattet. Ein Abriß hätte zwar eine größere Fläche bereitgestellt. Aber ohne Sonne würde dort nichts wachsen.

Eine der drei Stahlstreben ist original. Das sieht danach aus, daß die Strebe, auf der das Gartenhaus in Längsrichtung draufsteht, original ist.

Ferner ist auch das Haus so gestaltet, daß der Schlafraum und das Bad im sonnenarmen ersten Stock sind. Von dort her kommt man über eine kleine Treppe zum Gartenhaus.

Das Wohnzimmer und die Küche sind dagegen im zweiten Stock untergebracht. Dort gibt es auf der Südseite eine Terrasse mit direkter Sonneneinstrahlung.

Im Erdgeschoß gibt es auf der Seite zum Innenhof ebenfalls noch einmal einen kleinen Aufenthaltsraum, der auch als weiteres Schlafzimmer genutzt werden kann.

In dem Artikel gibt es unten zwei Skizzen: Die eine zeigt das Gelände davor und danach. Da sieht man, wie die Entkernung des Hintergebäudes erst den Innenhof erzeugt und wie das Gartenhaus dort im ersten Stock eingehängt ist.

Die zweite Skizze zeigt einen Querschnitt und die Ausrichtung zur Sonne. Bei einer Gebäudehöhe von zwei Stockwerken über dem Erdgeschoss liegt der Boden des Innenhofes komplett im Schatten. Selbst das jetzt eingehängte Gartenhaus dürfte noch meist verschattet sein.

Auf der Seite der Architekten

dmvA

http://www.dmva-architecten.be/

finden sich zwar alle möglichen Häuser. Das House TP ist aber noch nicht mit aufgeführt. Unter

dmvA - house tp . mechelen

https://afasiaarchzine.com/2018/09/dmva-9/

findet sich ein weiterer Hinweis: Demnach war die Front zur Straße früher etwas problematisch, eine dunkle Stelle in der Straße. Nun gibt es dahinter eine Garage und Platz für Fahrräder. Aber nicht "hermetisch abgeschottet", sondern mit einem senkrechten Metallgitter gestaltet, das einerseits hinreichend blickdicht ist, andererseits schemenhaft doch Licht durchläßt. Ferner ist die gesamte Hausfront weiß gestrichen. Die Wirkung:

> This kind of gate provides sufficient privacy, but still gives an open, light impression. Previously, the dark corner at the gate was a problematic spot in the street, but with the intervention of dmvA it has become a fresh corner that revives the street.

Unten hat es noch eine weitere Skizze des Erdgeschosses, wo man sieht, wie das Auto in diesen relativ schmalen Teil eingeparkt wird. Das Haus ist zur Straße hin deutlich schmaler und weitet sich nach hinten.

Smarthus - das smarte Haus: Traum oder Alptraum? Karikierende Werbespots von REMA 1000 lassen das Smarthus nach der Zahnarztspritze zum Alptraum werden - die Sprachsteuerung versteht nichts mehr

28.09.2018 23:55:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Persönlich kann ich bis heute nichts mit der Vorstellung eines "smarten Hauses" anfangen. Ständig per Sprachsteuerung irgendwelche Dinge beauftragen, die dann elektrisch oder wie durch Zauberhand passieren: In so einer Wohnung würde ich mich nicht so wirklich wohl fühlen.

Aber wenn jemand in so einem "Schmuckstück" wohnt: Dann kann es durchaus Tücken geben. Etwa dann, wenn der Bewohner das Haus per "Open Door" anweist, die Tür zu öffnen. Das Haus antwortet mit "Door open", öffnet die Tür - und schließt sie hinterher wieder.

Aber nun - hat der Bewohner einen Zahnarzttermin. Dort gibt es eine Spritze. Und anschließend schüttet es. Er steht im Regen. Und kommt nicht mehr rein, weil die Sprachsteuerung ihn nicht versteht.
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Ein intelligentes Haus und seine Folgen

https://www.wihel.de/ein-intelligentes-haus-und-seine-folgen/

Das Video direkt auf YouTube (01:20):

SMARTHUS | Det enkle er ofte det beste | REMA 1000

https://www.youtube.com/watch?v=sgJLpuprQp8

"Das Einfache ist oft das Beste". Die Spots stammen von REMA 1000, einem norwegisch-dänischen Discounter. Zusätzlich taucht eine Nachbarin auf, die einen guten alten Hausschlüssel hat.

Als er dann zurückkommt, antwortet die Anlage auf sein unverständliches "Open Door" mit "Wrong Voice Command". Das passiert bereits nach 27 Sekunden, dann nimmt das Drama und die Verzweiflung seinen Lauf. "Repeat that" - geht eben nicht, wenn man eine Spritze bekommen hat.

"I didn't understand that" - meint die Anlage schon ganz verzweifelt. Und statt "Hey, open door" - sehr verzweifelt - versteht die Anlage nun "Play on the floor" und spielt das passende Lied ab. Dann kommt - im strömenden Regen - die Nachbarin.

Irgendwie kommt er doch wieder in seine Wohnung. Dann gehen die Mißgeschicke weiter. Er will "Fire", die Anlage versteht "Higher" und macht die Musik lauter.

Da gibt es noch weitere Videos, die das fortsetzen (00:45)

SMARTHUS | Stekeovn | REMA 1000 - Backofen

https://www.youtube.com/watch?v=tsBK13YBs2s

Da versteht der Backofen die Temperaturanweisung nicht. Und der vom Zahnarzt geplagte Bewohner wird verzweifelt und verzweifelter. Ein Ausspruch - und die Anlage beginnt mit "Making Smoothi" - bemerkt dabei aber nicht, daß kein Becher druntersteht. Er verzweifelt und ruft "Nein", die Nachbarin sieht das auf die Entfernung - und schiebt für ihre Kinder ein REMA-Gericht in den Backofen.

Die Bestellung eines asiatischen Gerichts bei Takeaway

SMARTHUS | Takeaway | REMA 1000

https://www.youtube.com/watch?v=JeP8IJvAaE0

klappt natürlich auch nicht, obwohl hier der vermittelte Gesprächspartner ein Mensch zu sein scheint. "Schop huhiey" statt "Chop Suey" ist nun wirklich nicht verständlich. Die Nachbarin ist wieder mit dem Essen für ihre Kinder beschäftigt. Dann bekommt der Ärmste nicht einmal seinen Kühlschrank auf: Fridge Open Door - schlecht verständlich nach einem Zahnarzttermin.

SMARTHUS | Kjøleskap | REMA 1000

https://www.youtube.com/watch?v=fgjKijkGewo

Spätestens bei solchen Dingen wie dem Öffnen des Kühlschranks: Ich will mich doch in meiner eigenen Wohnung nicht nur per Sprachsteuerung bewegen. Und ich will mich auch nicht ständig mit so einer Anlage unterhalten müssen.

REMA 1000 bietet wohl u.a. diverse vorgekochte Gerichte an, die man nur noch in die Mikrowelle stellen muß.

Macro Shots taken inside Instruments - Makroaufnahmen aus dem Inneren von Musikinstrumenten - Violine, Cello und Kontrabass von innen - von Adrian Borda, Rumänien

27.09.2018 23:50:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was sind das für Aufnahmen? Auf den ersten Blick denkt man, das könnten alte Gemäuer sein. Durch Löcher in den Dächern fällt Licht, das durch den Staub gebrochen und sichtbar ist.

Aber auf den zweiten Blick verwundert die Form der Löcher. Die sehen zu gleichmäßig, zu wenig nach einem alten Gemäuer aus. Die kennt man doch. Aber doch aus einem ganz anderen Zusammenhang.

Der rumänische Künstler und Photograph Adrian Borda hat verblüffende Aufnahmen aus dem Inneren von Musikinstrumenten erstellt.
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Unbelievable Macro Shots Taken Inside Instruments By The Romanian Artist Adrian Borda

https://designyoutrust.com/2018/09/unbelievable-macro-shots-taken-inside-instruments-by-the-romanian-artist-adrian-borda/

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Inspiriert war er von einer alten Print-Kampagne der Berliner Philharmoniker. Um die Aufnahmen zu erstellen, nutzte er eine Sony NEX-6 Camera kombiniert mit einer Samyang 8mm Fisheye Linse. Die kamen in die Instrumente rein. Ferner nutzte er eine Remote-Kontrolle, so daß er eine Vorschau der Aufnahmen bereits sehen konnte.

Die Aufnahmen sind im Rahmen einer Reise entstanden.

> “Done with a full frame mirrorless, using the smartphone as a wireless remote, a very useful tool to preview the images. I was on a trip, I didn’t had my flashes, I used the light bulb from the ceiling, and dragging the cello all around the room to change the angle of the light”

Mit einer spiegellosen Kamera, das Smartphone als kabellose Remote-Steuerung sei das ein sehr hilfreiches Tool, um die Bilder im Vorfeld zu kontrollieren. Er war auf einer Reise, er hatte nicht seine Blitze dabei. So nutzte er das Licht, das durch die Öffnungen in der Instrumentendecke kam. Und postierte das Cello im Raum auf verschiedenartige Weise, um den Lichteinfall zu variieren.

Auf seiner Website

Adrian Borda

http://www.adrianborda.com/

finden sich diverse surrealistische Bilder. Dort bezeichnet er sich als surreal Painter und als "inner traveler", als innerer Reisender.

Photos von ihm gibt es auf 500px:

Adrian Borda

https://500px.com/adrianborda

Einerseits diverse Landschaftsaufnahmen. Dann auch diese Aufnahmen von Instrumenten. Sowie diverse Makroaufnahmen von Tieren: Spinnen, Insekten, Bienen, ein fliegender Marienkäfer.

Da findet sich auch eine Aufnahme aus dem Inneren eines Saxophons:

https://500px.com/photo/169290351/inside-a-saxophone-by-adrian-borda

und eine aus dem Inneren einer Gitarre:

https://500px.com/photo/169128719/while-my-guitar-gently-weeps-by-adrian-borda

Sowie eine Makroaufnahme aus dem Inneren einer Uhr:

https://500px.com/photo/234441369/the-time-chamber-by-adrian-borda

Wobei mir da der Vergleich fehlt, wie "groß" die Uhr real ist.

SPRY - waterproof drone submerges under water and flies - erste Drohne, die gleichzeitig tauchen und fliegen kann - gemeinsame Entwicklung von SwellUSA und Urban Drones

26.09.2018 23:47:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ist das ein bloßes Spielzeug oder läßt sich das irgendwann einmal für sinnvolle Zwecke nutzen? Die beiden Unternehmen SwellUSA und Urban Drones haben gemeinsam eine Drohne entwickelt, die sowohl tauchen als auch fliegen kann. Natürlich so, daß man dazwischen nichts ändern oder anpassen muß. Ferner ist die Remote-Konsole wasserdicht. Die Drohne kann also bei Bedarf auch unter Wasser gesteuert werden.
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This Is the First Waterproof Drone to Fly in the Air and Submerge in Water

https://mymodernmet.com/spry-waterproof-drone/

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Alex Rodriguez, CEO von Urban Drones, spricht davon, daß es so etwas bis jetzt nur in Science Fiction - Romanen bzw. Filmen gegeben habe:

> “The Spry’s ability to submerge under water and fly in the air makes it the most versatile drone ever created. We’ve only seen this in science fiction movies”

Und weiter:

> “Watersport enthusiasts have always liked drones, but the fear of losing their drone in the water has always been an obstacle that affects their creativity and we’re happy to say that with the Spry, we’ve removed that barrier.”

Wassersport-Fans hatten Drohnen schon immer gemocht. Allerdings gab es bis jetzt das Risiko, daß die Drohne ins Wasser fällt. Etwas, das den Einsatz zwangsläufig beschränkt. Diese Barriere sei nun überwunden.

Eine eingebaute Kamera ist hinter einer Art Kuppel. Die Fluggeschwindigkeit ist mit 43 Meilen / Stunde bzw. 70 km/h ziemlich hoch, die Gesamtflugzeit beträgt 17 Minuten.

Eigentlich gibt es sogar drei Einsatzszenarien:

> The Spry is a waterproof drone that can submerge like a submarine, float and navigate like a boat, and fly in the air.

Spry kann untertauchen wie ein U-Boot, wie ein Boot auf dem Wasser schwimmen und navigieren - und fliegen.

Auf den ersten Blick denkt man, das sei nur eine Spielerei. Aber wenn man das in dem Video

Spry Waterproof Drone Testing in the real world

https://www.youtube.com/watch?v=-C0aSJQfvTI

sieht, wie gleich mal am Anfang die Drohne ins Wasser geworfen wird. Oder wie später Drohne und Remotecontroller zur Surferin ins Wasser geworfen werden und diese die Steuerung aus dem Wasser fischt und die Drohne starten läßt: Spätestens wenn man an Rettungsschwimmer und Strandüberwachungen denkt, eröffnet eine wasserfeste Drohne ganz neue Möglichkeiten. So ein Gerät ließe sich auch bei nicht zu starkem Regen problemlos einsetzen.

Auf Kickstarter

SPRY: A waterproof drone that submerges under water & flies

https://www.kickstarter.com/projects/swellprousa/spry-a-waterproof-drone-that-submerges-under-water

gibt es eine Kampagne, die ursprünglich grade mal etwa 23.000 Euro (umgerechnet) einsammeln wollte. Das war nach 45 Minuten erreicht, aktuell liegt der Betrag bei 159.844 Euro, das 6,7 - fache des ursprünglichen Betrags. Das wasserfeste Steuerungsgerät, das auf dem Wasser schwimmt, ist ebenso eine Weltneuheit.

In dem Video, das oben bei Kickstarter eingebunden ist, sieht man (etwa 01:35), wie sich die Kamera innerhalb der Kuppel drehen läßt, um Aufnahmen aus der gewünschten Richtung zu erstellen. Für Wassersportler ist das natürlich hervorragend.

Ebenso gibt es Steuerungen "follow me" - dann folgt die Drohne bsp. dem Sportler auf dem Surfbrett.

Folgerung: Längerfristig könnte so eine Drohne ganz neue Einsatzmöglichkeiten schaffen, weil so eine Mischnutzung dafür sorgt, daß Wasser kein Risiko mehr ist. So daß die Drohne auch für Personen interessant ist, die an den Schwimm- und Tauchmöglichkeiten nicht direkt interessiert sind. Etwa, weil es nur um Aufnahmen über Wasserflächen / Flüssen / Seen usw. geht. Landet die Drohne dann doch einmal im Wasser, wäre das bei einem anderen Modell ein Totalschaden. Mit der Folge, daß womöglich bereits erstellte Aufnahmen endgültig verloren wären. Für die Spry ist das irrelevant.

Sculptural Assemblages - Skulpturen, aufgebaut aus einzelnen Schichten, so dass dreidimensionale Objekte erscheinen - von Thomas Deininger

25.09.2018 23:55:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Fisch. Zumindest sieht das - aus der Entfernung und im richtigen Winkel - wie ein Fisch aus, der da an der Wand zu schweben scheint.

Aber kommt man näher bzw. blickt man schräg oder gar von der Seite auf den Fisch: Dann zerfällt dieser in diverse, teils sehr weit auseinanderliegende Schichten. Und es sind lauter "komische Materialien" verwendet. Jedenfalls nichts, was nach Teilen eines Fisches (Haut, Flossen) aussieht.

Aber dann wandert die Kamera wieder auf den ursprünglichen Platz zurück: Und das Gebilde an der Wand - wird wieder zum Fisch.

Der Künstler Thomas Deininger hat diverse dieser "Sculptural Assemblages" erschaffen.
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Sculptural Assemblages by Thomas Deininger Are Three-Dimensional Tricks of the Eye

https://www.thisiscolossal.com/2018/09/sculptural-assemblages-by-thomas-deininger/

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Er begann 1994 mit diesen Techniken, indem er gefundene Gegenstände nutzte, um diese zu neuartigen Objekten zusammenzubauen.

Ähnlich ein Kopf:

After Valasquez

https://www.instagram.com/p/BlgKr1vHrxN/

Aus der Entfernung wirkt das wie ein Gemälde, das mit absichtlich wenigen Farben und einer eher grob-flächigen Gestaltung arbeitet. Beim Näherkommen enthält der Kopf diverse Mini-Köpfe, Armteile von kleinen Puppen und ähnliches. So daß man sich fragt, wie das sein kann. Obwohl die Kamera ja eigentlich grade die Auflösung gezeigt hat.

Der Fisch auf Instagram:

https://www.instagram.com/p/BkiITnJhz_S/

Und das geht auch mit Gemälden wie diesem Bild, das die Sternennacht von Vincent van Gogh ( https://de.wikipedia.org/wiki/Sternennacht ) - ja was eigentlich: Nachmacht, nachahmt, neu gestaltet, neu erschafft:

https://www.instagram.com/p/Blu9AJtljrI/

> I faithfully analyzed every stroke of paint and found a plastic equivalent. The honor was all mine.

Mehr von ihm gibt es auf seinem Instagram-Account

@tdeininger

https://www.instagram.com/tdeininger/

Auf YouTube fand sich

Plastic Pointillism | Painting with Junk

https://www.youtube.com/watch?v=MQbe20glwXU

> Thank you to anyone who brought in junk for us to use and to everyone single person who glued a piece of this crazy puzzle together. Special thanks to Kristina Gosh for teaching us more about Tom Deininger and for all your wonderful help.

Da hat eine Schul- oder Kunstklasse ein größeres Kunstwerk für das Schulgebäude erschaffen. Das dort nun von der Decke hängt und sich an der Technik von Thomas Deiniger orientiert.

Der Ausdruck "Painting with Junk" trifft das ziemlich gut. Verschiedenartigste Plastikteile werden dreidimensional zusammengesetzt. So daß aus der Entfernung diese Einzelbestandteile unsichtbar werden und ein plastischer Körper oder ein vielfältig strukturiertes Gemälde erscheint.

Dabei ist das eigentlich - nur Kopfkino.

Electric Scooter - Emergency Rooms say People are getting really hurt - Anstieg von 8 auf 21 Unfälle mit E-Scootern in vier Monaten in einem Krankenhaus, teils schwere Kopfverletzungen

24.09.2018 23:46:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die fußbetriebenen Roller sind ja seit einiger Zeit auch in Deutschland sehr häufig zu sehen. Oft werden sie von Kindern und Jugendlichen genutzt.

Aber in den USA gibt es einen Trend, auf den die Washington Post nun hingewiesen hat. Alleine ein einziges Krankenhaus in Salt Lake City berichtete darüber, daß die Zahl der Verletzten, bei denen Electric Scooter eine Rolle spielten, von 8 auf 21 Unfälle gestiegen sei.
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Emergency Rooms Say People Are Getting Really Hurt on Electric Scooters

https://gizmodo.com/emergency-rooms-say-people-are-getting-really-hurt-on-e-1829268481

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Dabei sind es meist die Fahrer selbst, die sich Verletzungen zuziehen. Troy Madsen, ein Arzt am University of Utah Health’s Emergency Department:

> “Most of the patients with these injuries specifically reported that they were riding an e-scooter or a rental scooter”

Die meisten Patienten waren mit einem eigenen oder einem gemieteten E-Roller unterwegs. Dort fiel auf, daß 80 Prozent der Unfälle in diesem Jahr in einem schmalen Zeitfenster vom 15.08.2018 - 15.09.2018 zu beobachten waren.

Die Verletzten waren zwischen 20 und 50 Jahre alt. Meistens gab es Verletzungen, weil die Leute versuchten, ein Fallen zu verhindern.

Die Art der Verletzungen: Mehr als die Hälfte waren Frakturen und Verrenkungen von Fußknöcheln, Handgelenken, Ellenbogen und Schultern, ferner Verstauchungen und Risswunden. Ferner gab es diverse Kopfverletzungen. Besonders bedenklich: Viele trugen keinen Helm.

Ähnliche Berichte wurden von sieben anderen Krankenhäusern bestätigt. Darunter schwere Kopfverletzungen, die teils von Fehlfunktionen produziert wurden. Teils führten unebene Flächen zu Unfällen. Ferner gab es Zusammenstöße mit Fahrzeugen und Fußgängern.

In einem früheren Beitrag hatte die "Washington Post" bereits davon berichtet, daß ein Notfallarzt aus San Francisco von 10 schweren Unfällen mit E-Scootern pro Woche berichtet hatte.

In den USA gibt es bereits solche Electric Scooter zum Ausleihen. Diese werden auf die Minute genau abgerechnet und lassen sich überall abstellen.

Allerdings sind damit nicht nur die Roller gemeint. Sondern auch E-Roller wie jene von Lime, die es bereits hier in Berlin gibt. Ein 24-Jähriger war bei einem solchen Unfall bereits gestorben.

Sam Torbati, medical director of the Ruth and Harry Roman Emergency Department at Cedars-Sinai in Los Angeles:

> “An electric scooter is pretty much a moped, just a little slower”
> “People seem to feel safe since it looks like a recreational tool, but it comes with potential for serious injury.”

Ähnliche Warnungen gab es schon für Deutschland. Diese E-Scooter bringen zwar einen Helm mit. Aber wer sie ohne Handschuhe und mit normalen Straßenschuhen und Hosen nutzt: Bei einem Sturz führt das sofort zu heftigen Schürfwunden. Nicht ohne Grund haben Motorradfahrer nicht nur einen Helm, sondern entsprechende Lederschutzkleidung an.

Der Ausgangsartikel in der Washington Post zeigt ebenfalls die "einfachen" Roller, die es auch von Lime zu geben scheint.

Hospital ER reports 161 percent spike in visits involving electric scooters

https://www.washingtonpost.com/technology/2018/09/24/hospital-er-reports-percent-spike-visits-involving-e-scooters/

Da ist allerdings die Rede davon, daß es in Salt Lake City erst seit Juni 2018 diesen E-Scooter-Verleih gibt. 2017 gab es 8 Verletzte, die immer mit eigenen Rollern unterwegs waren. Wobei die Ärzte davon ausgehen, daß die Personen mit geringen Verletzungen gar nicht in die Notaufnahmen gekommen seien.

Da gibt es Videos auf YouTube, die diese "Roller" zeigen:

Signed up to be a BIRD Mechanic

https://www.youtube.com/watch?v=pNjzmvOQ55I

Sonderlich vertrauenserweckend sehen diese Dinger nicht aus.

Concrete Void - Concrete Factory Building in Bhiwandi, Maharashtra with Monsoon sunken void - Fabrik aus Beton mit Schutz vor Monsunwasser, das sich in einer grossen Senke sammeln kann - von Sameep Padora & Associates

23.09.2018 23:50:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland dürften Fabriken in der Regel hinreichend weit entfernt von möglichen Hochwasserrisiken gebaut werden. Von Hochwasser sind eher Wohngebäude betroffen, die zu nah am Wasser gebaut wurden. Oder in Gegenden, die ursprünglich als Überflutungsgebiete genutzt worden waren, nun aber für andere Zwecke verwendet werden.

Aber wie ist das in einem Land wie in Indien? Wo es regelmäßig kräftige Monsunniederschläge gibt? Monsunregen zeichnet sich dadurch aus, daß es in kurzer Zeit sehr kräftig regnet. Das können aber nur zwei oder drei Stunden sein. Dafür kann es pro Tag zwei bis drei dieser Niederschlagsphasen geben.

Wer da eine Fabrik aus Beton baut: Wie läßt sich diese vor den Wassermassen schützen?

Die indische Architekturfirma Sameep Padora & Associates (sP+a) hat dazu in Bhiwandi im indischen Bundesstaat Maharashtra, etwa 35 km nordöstlich vom Zentrum von Mumbai entfernt, eine interessante Lösung entwickelt.

Ein Gebäude, das ein "riesiges Loch" im Boden hat. Der Bereich ist direkt begehbar, ferner gibt es eine Brücke drüber, die im "trockenen Zustand" etwas überflüssig scheint. Aber dafür existiert mit diesem Loch ein großes Wasserauffangbecken, welches die Fabrik drumherum schützt.
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this factory in india has a sunken void that allows monsoon waters to safely flood the site

https://www.designboom.com/architecture/sameep-padora-concrete-void-factory-bhiwandi-india-09-23-2018/

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Die Fabriken nebenan haben jeweils eine harte Gebäudegrenze. Das "Concrete Void" ist teils doppelstöckig, hat aber an der einen Ecke eine große Öffnung, so daß sich das Gebäude zur Straße hin öffnet. Dort fehlt das Erdgeschoß komplett und ist ersetzt durch eine Brücke, die schräg nach innen führt und das Wasserauffangbecken überbrückt.

Ferner gibt es einen Innenhof, der auf diesem Weg ebenfalls zugänglich ist. Die Produktions- und Büroräume sind um diesen Innenhof herum gebaut.

Im Gebäude gibt es verschiedenartige Bereiche - Produktion, ein Essbereich, ein Verladebereich. Die kräftige Betonstruktur steht in einem deutlichen Gegensatz zu den eher leichtgewichtigen Wänden aus gerippten Metallplatten, die für die umliegenden Fabriken genutzt werden.

Die Architekten:

> ‘the corner void connecting to the central void courtyard creates an extroverted factory type, visually linking to the access road beyond the site as well as offering relief from the impenetrable adjoining building masses’

Der Leerraum an der Ecke, der mit dem zentralen Innenhof verbunden ist, kreiert eine Art extrovertierten Fabriktyp. Der sich visuell mit der Umgebung verknüpft und einen erleichterten Zugang zu diesem ansonsten so undurchdringlichen Gebäude bietet.

Ein Vorteil des Innenhofs: Die inneren Gebäudeteile erhalten natürliches Licht. Ferner werden immer wieder Ziegelsteine verwendet, so daß die reine Betonstruktur aufgelockert ist.

Wenn man den Grundriß des Erdgeschosses betrachtet (Floor Plan / Level 0), dann sieht man, wieviel Fläche dieses Loch einnimmt.

Auf der Seite von Sameep Padora & Associates

Concrete Void

http://www.sp-arc.net/?p=1752

gibt es noch einige weitere Bilder. Demnach ist das Loch 50 Fuß, etwa 15 Meter tief. Das gesamte Grundstück hat eine Fläche von 2000 Quadratmetern, also grob 40 * 50 Meter.

Das beauftragende Unternehmen hätte da auch ein "normales Standardgebäude" hinstellen können. So, wie die anderen Fabriken in der Umgebung auch aussehen. So ist dagegen eine verblüffende Lösung entstanden. Die für die Mitarbeiter zusätzliche Erholungsmöglichkeiten bietet.

Die Informationen zum Monsunregen stammen von Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Monsunregen

 

Boolean Operator - ein Outdoor Pavillon zur Jinji Lake Biennial in Suzhou Shi in der Provinz Jiangsu Sheng in China - von Marc Fornes - Theverymany

22.09.2018 23:54:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Pavillon zur Jinji Lake Biennial, die in Suzhou Shi stattfindet. Aber nicht einfach ein "überdachter Raum", sondern ein Gebilde aus vielen blasenartigen Strukturen, die ineinander übergehen. Die aus dem Boden herauszuwachsen scheinen. Und deren Hülle aus weißem Aluminium kleinteilig porös ist. So daß man von außen her sieht, wo sich andere Personen innerhalb des Pavillons bewegen.
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Boolean Operator / MARC FORNES / THEVERYMANY

https://www.archdaily.com/902478/boolean-operator-marc-fornes-theverymany

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Monumental von der Ausdehnunug und fragil von der Gestaltung der Hülle her. Es ist kein simples "Hülle und Innen", sondern eine Haut, die in alle Richtungen wächst. Das, was innen ist, ist womöglich auch gleichzeitig die Außenhaut.

> Boolean Operator​—so named for the function that determines relationships between statements, geometries or forms—makes an impression from a distance.

Boolean'sche Operatoren schaffen ein Verhältnis zwischen verschiedenen Statements. Der Pavillon liegt in einer Stadt-Struktur - aber er scheint aus einer anderen Welt zu kommen. Er scheint etwas hinter seiner weißen Struktur zu verstecken. Etwas, das man nur dann findet, wenn man die Struktur betritt, sie erkundet.

> Like seeing the full moon on a clear night, you can start to identify its surface, its irregular craters, and its possible depths.

So, wie wenn man den Mond in einer klaren Nacht sieht: Man kann die Struktur erkunden, die Krater, die Tiefen.

Dieses Betreten des Pavillons sei entscheidend: Sich darauf einlassen. Etwas zwischen einem Fahrzeug, das den Besucher "transportiert". Und einem Ziel, das in der Struktur selbst liegt.

> ​Boolean Operator​ transcends the surrounding environment, even as it remains embedded in it.

Inspiriert ist das von Jules Verne.

> Across the 54 volumes that make up his Voyages Extraordinaires, Verne opens portals to other universes, but he also delights in the means of travelling there.

Dessen Reisen zum Mittelpunkt der Welt. Das Schiff, das Captain Nemo zum Meeresboden bringt.

> The ship that takes Captain Nemo to the bottom of the sea is described as both a tactical vehicle and a lush interior, outfitted with an organ, salon, and a formal dining room.

Das Schiff ist sowohl ein taktisches Vehikel als auch mit einem luxuriösen Inneren ausgestattet, einem Salon und einem Speisesaal.

Die Struktur könne man sich nur spielend erarbeiten. Kletternd, sich duckend, sich überwinden, versteckend und suchend.

> Children are the best explorers of this environment, while attending parents wonder how the structure sustains this activity despite being so thin.

Kinder erkunden das ganz einfach, begleitende Erwachsene denken mehr über die Struktur nach.

Auf der Website

BOOLEAN OPERATOR - SUZHOU, CHINA (2018)

https://theverymany.com/suzhou-biennale

lautet die Überschrift: A Vessel that moves you. Ein Fahrzeug, das die Insassen bewegt.

> Typically, we argue for the contextual; here were interested in a point of departure.

Dort gibt es einige Bilder aus den Büchern von Jules Verne. Etwa "Journey to the Center of the Earth" - ebenfalls mit solchen kleinen Bögen, die begehbar sind.

Einerseits einer faszinierende Skulptur bzw. ein faszinierender Pavillon. Andererseits wirken die Texte, die dazu zu finden sind, wie kaum übersetzbar. Man müßte wohl wirklich "von dem Pavillon aufgesogen werden" und ihn von innen her erleben.

Mud Shell - Drones build Emergency Architecture - Drohnen, die eine vorgefertigte Struktur mit Lehm besprühen, um Notunterkünfte zu erstellen - Projekt von Stephanie Chaltiel beim London Design Festival 2018

21.09.2018 23:32:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn man in Notfällen, bei Erdbeben oder anderen Katastrophen, schnell Unterkünfte braucht: Was kann man da machen? Die französische Architektin Stephanie Chaltiel hat auf dem London Design Festival 2018 das Projekt "Mud Shell" vorgestellt.

Das Prinzip: Auf eine vorgefertigte Holzstruktur werden zunächst diverse Stoffstücke gespannt, dann kleine Säcke, bei denen nicht so ganz klar ist, mit was diese gefüllt werden. Schließlich wird aus der Umgebung Matsch produziert, Erde mit Wasser gemischt. Das wird über Drohnen aufgespritzt, so daß als Ergebnis eine relativ feste Struktur entsteht.
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mud-spraying drones that build new homes could spell future for city housing

https://www.designboom.com/architecture/stephanie-chaltiel-mud-shell-drones-emergency-architecture-09-21-2018/

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Eine Idee dabei: Die so geschaffene Notunterkunft besteht aus verschiedenen Schichten von Materialien, die ohnehin in der Nähe sind.

> the project centres around a digital tool that programs drones to ‘spray’ materials onto a prefabricated framework, combining the tech with ancient earth architecture principles such as wattle and daub.

Die Drohnen versprühen das Füllmaterial auf ein vorgefertigtes Framework. So daß diese neuen Techniken kombiniert werden mit uralten Architekturprinzipien des Flechtens und der Nutzung von Lehm zum Hausbau.

> ‘due to its fast construction time and minimal labor requirements, mud shell has the potential to serve in emergency housing situations such as refugee camps‘

Angesichts der schnellen Konstruktionszeit und des geringen Arbeitsaufwandes habe "Mud Shell" das Potential, um in Notfallsituationen, in denen schnell Unterkünfte benötigt werden, zu helfen.

Mit der Drohne könne man das gut kontrollieren und die Hülle in passender Dicke erzeugen.

Einerseits ist die Idee spannend. Andererseits ist das zugrundeliegende Holzgerüst "nicht gerade einfach". Allerdings sind das nur relativ dünne Stangen, die man auch einigermaßen leicht transportieren könnte.

Dann verwendet so eine Konstruktion erhebliche Mengen von Gewebe. Wenn zwei Leute die relativ dicken Schläuche halten, damit die Drohne sprühen kann: Dann kann man sich auch fragen, ob das nicht ohne Drohne, mit mechanischem Auftragen schneller ginge. Diese Lösung bräuchte auch keinen Strom.

2017 gab es dazu schon einmal einen Workshop und ein kleines Video:

MUD SHELLS WORKSHOP IAAC GREEN LAB VALLDAURA 2017

https://vimeo.com/206370533

Damals war das quasi eine Miniaturausgabe, in die noch keine Person reinpaßt. Dagegen ist der jetzige Prototyp deutlich größer und würde für ein paar Leute reichen.

Bundesfinanzhof zur Verlustberücksichtigung bei Aktienveräusserung - Aktienbesitzer können frei entscheiden, wann sie Aktien veräussern - Gegenposition zur Auffassung Finanzverwaltung - VIII R 32/16

20.09.2018 23:50:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer Aktien kauft und sie irgendwann einmal wieder verkauft, der kann einen Gewinn oder einen Verlust machen. Aber: Wenn der Gewinn zu versteuern ist: Läßt sich dann auch der Verlust steuerlich berücksichtigen?

Der Bundesfinanzhof hat einen solchen Fall behandelt. Und festgestellt: Auch ein Totalverlust kann als Verlust in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Das Urteil steht damit im Gegensatz zu einer bisherigen Position der Finanzverwaltungen.
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Verlustberücksichtigung bei Aktienveräußerung - Urteil vom 12.6.2018, VIII R 32/16

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=37726&pos=0&anz=49

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Der Hauptsatz:

> Die steuerliche Berücksichtigung eines Verlusts aus der Veräußerung von Aktien hängt nicht von der Höhe der anfallenden Veräußerungskosten ab. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Juni 2018 VIII R 32/16 gilt dies unabhängig von der Höhe der Gegenleistung und der anfallenden Veräußerungskosten. Damit wendet sich der BFH gegen die Auffassung der Finanzverwaltung (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 18. Januar 2016 IV C 1-S 2252/08/10004, BStBl I 2016, 85).

Der Kläger hatte 2009 und 2010 Aktien zu einem Preis von 5.759,78 Euro erworben. Da gab es einen Totalverlust, er verkaufte die Aktien 2013 für 14 Euro an eine Sparkasse, diese behielt Transaktionskosten in Höhe von 14 Euro ein. In der Einkommensteuererklärung für 2013 machte der Kläger den Verlust von 5.759,78 Euro bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend und stellte u.a. einen Antrag auf Überprüfung des Steuereinbehalts. Das Finanzamt berücksichtigte die Verluste nicht, ebenso wurde der Einspruch zurückgewiesen. Der Klage gab das Finanzgericht statt.

Der Bundesfinanzhof schloß sich dieser Auffassung an. Grund: Jede entgeltliche Übertragung des Eigentums auf einen Dritten sei eine Veräußerung im Sinne des Gesetzes. Und weiter:

> Weitere Tatbestandsmerkmale nennt das Gesetz nicht. Die Erfüllung des Tatbestands der Veräußerung ist entgegen der Sichtweise der Finanzverwaltung weder von der Höhe der Gegenleistung noch von der Höhe der anfallenden Veräußerungskosten abhängig.

Ferner liegt kein Mißbrauch vor, sondern lediglich die Nutzung einer steuerlichen Gestaltungsmöglichkeit:

> Auch einen Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten i.S. des § 42 der Abgabenordnung verneinte der BFH. Der Kläger hat nicht gegen eine vom Gesetzgeber vorgegebene Wertung verstoßen, sondern lediglich von einer ihm durch das Gesetz eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht. Es steht grundsätzlich im Belieben des Steuerpflichtigen, ob, wann und mit welchem erzielbaren Ertrag er Wertpapiere erwirbt und wieder veräußert.

Das Urteil

BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.6.2018, VIII R 32/16 - ECLI:DE:BFH:2018:U.120618.VIIIR32.16.0 - Verlust aus der Veräußerung von Aktien

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&anz=49&pos=0&nr=37732&linked=urt

nennt Details (RN 5): Den Einspruch des Klägers gegen den Bescheid hatte das Finanzamt mit einer Begründung versehen:

> Den Einspruch des Klägers wies das FA mit der Begründung, es liege keine Veräußerung vor, weil der Veräußerungspreis die Transaktionskosten nicht übersteige (BMF-Schreiben in BStBl I 2012, 953), als unbegründet zurück.

An dieser Stelle wirkte sich also das Schreiben des Bundesfinanzministeriums aus. Demnach würde ein Totalverlust, bei dem beim Verkauf praktisch nichts mehr erwirtschaftet werden kann, immer mit einer steuerlichen Nichtberücksichtigung einhergehen.

Gegen das entsprechende Urteil des Finanzgerichts legte das Finanzamt Revision ein. Das Bundesfinanzministerium trat dem Revisionsverfahren bei. Mit der Begründung, es handele sich um einen Mißbrauch (RN 6):

> Sie tragen im Wesentlichen vor, es liege ein Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten gemäß § 42 der Abgabenordnung (AO) vor. Für den Kläger habe der einzige Zweck beim Aktienverkauf gegen einen nur symbolischen, nicht dem realen Wert entsprechenden Kaufpreis darin bestanden, in den Genuss einer Steuerminderung zu kommen. Faktisch hätten die Vertragsparteien einen Veräußerungspreis von 0 EUR vereinbart. Dieses wirtschaftliche Ergebnis habe der Kläger auch erzielen können, wenn er die Aktien in seinem Depot belassen hätte. Die Papiere wären dann wegen ihrer Wertlosigkeit aus seinem Depot schlicht ausgebucht worden. Die Ausbuchung stelle aber weder eine Veräußerung i.S. von § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG dar noch liege einer der Ersatztatbestände des § 20 Abs. 2 Satz 2 EStG vor; jedenfalls wäre der Verlust in diesem Fall nicht bereits im Streitjahr angefallen.

Die Begründung lautet also: Der Kläger hätte die Papiere auch im Depot lassen können, dann wäre es keine Veräußerung gewesen. Daß er sie dennoch verkauft habe, sei ein Mißbrauch.

Das wischte der Bundesfinanzhof beiseite. Eine Veräußerung sei eine entgeltliche Übertragung eines wirtschaftlichen Eigentums auf einen Dritten. Von einer entgeltlichen Übertragung sei auch dann die Rede, wenn wertlose Anteile ohne Gegenleistung oder nur für einen symbolischen Kaufpreis übertragen werden.

Da das Gesetz (RN 14) keine weiteren Kriterien aufstellt, handelt es sich um eine Veräußerung. Diese ist weder von der Höhe der Gegenleistung noch von der Höhe anfallender Veräußerungskosten abhängig.

Ein Mißbrauch liegt auch aus anderen Gründen nicht vor. Es sei das Recht von Steuerpflichtigen, ihre Verhältnisse so zu gestalten, daß keine oder möglichst geringe Steuern anfallen. Der Kläger wollte sich von den praktisch wertlosen Aktien trennen. Das sieht das Gesetz ausdrücklich vor, das geht nur durch eine Veräußerung. Wann er das macht, ist seine Entscheidung.

First Ocean going Solar Yacht - erste ozeangängige Solar Yacht (78 Fuss, 23,7 Meter) kann die Welt umrunden, ohne nachtanken zu müssen - von Solar Impact - Schweiz

19.09.2018 23:55:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einmal auf den Ozeanen um die Welt touren? Und das, ohne Benzin oder Diesel nachtanken zu müssen? Das schweizerische Unternehmen Solar Impact hat nun eine Yacht entwickelt, mit der das möglich ist.

Eine Länge von 23,7 Metern, 300 Quadratmeter Solarpaneele, 70 Tonnen Gewicht.
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world's first ocean-going solar yacht can cruise the globe with no need for a fuel stop

https://www.designboom.com/technology/worlds-first-ocean-going-solar-yacht-solar-impact-09-18-2018/

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320 kWh Strom können an einem sonnigen Tag produziert werden, eine 800 kWh - Batterie dient zur Speicherung. Die reicht für 10 Stunden ohne Sonne. Die Maximalgeschwindigkeit: 22 Knoten.

Allerdings scheinen die Macher ihrer eigenen Entwicklung nicht so ganz zu trauen: Es gibt ein Paar von 65 kW - Diesel, die an wolkigen Tagen als Backup-Antrieb genutzt werden können.

Steuern läßt sich die Yacht von einer Person. Im Normalfall dürfte die Steuerung aber automatisch erfolgen.

Der Rumpf besteht aus zwei torpedoförmigen Stücken, die für den Auftrieb sorgen. Das führt dazu, daß die Yacht auch bei hohen Wellen relativ ruhig im Wasser liegt.

Unter

https://www.solarimpact-yacht.com/tours/SIYVR/

gibt es ein 3D - Modell, das es einigermaßen ermöglicht, sich die Yacht anzusehen.

Ein 15 - Sekunden - Video

https://www.youtube.com/watch?v=wFPDQmtBLSU

scheint zu zeigen, daß auch an den Seitenflächen Solarpaneele befestigt sind. In der Nacht sind diese heruntergeklappt. Am Morgen werden sie aufgeklappt und sorgen für eine zusätzliche Stromgewinnung.

Unter

https://www.solarimpact-yacht.com/

gibt es weitere Informationen. Demnach gab es zwei wesentliche Designziele:

> The innovative solar yacht glides almost silently and without swaying - even over waves several metres high.

Die Yacht ist leise, da im Normalbetrieb nur Solarstrom verwendet wird. Und sie schwimmt ohne Schwankungen, auch dann, wenn es mehrere Meter hohe Wellen gibt.

Das liegt an den beiden torpedoförmigen Stücken und dem SWATH - Prinzip:

> This achieves a physical shaft decoupling that reduces the rolling and heeling of the yacht by up to 90 percent.

Die sollen die Bewegungen der Yacht um bis zu 90 % reduzieren.

Unter

Autonomy

https://www.solarimpact-yacht.com/the-yacht/autonomy

findet sich eine Grafik zur Reichweite: Wenn man mit 5 Knoten im "ECO Mode" fährt, dann ist die Reichweite praktisch unbegrenzt, weil dann der Antrieb relativ wenig Strom benötigt. Im "Travel Mode" kommt man etwa 360 Seemeilen weit. Im Cruising Mode schafft man nur noch 110 Seemeilen. Und im "Speed Mode" mit Höchstgeschwindigkeit reicht der Saft nur noch für 17 Seemeilen.

Querschnittsskizzen finden sich unter

Specification

https://www.solarimpact-yacht.com/the-yacht/specification

Demnach gibt es vier Doppelkabinen, eine große Master-Kabine und eine Kabine für die Besatzung. Wobei alle Kabinen in der untersten Ebene angesiedelt sind, die Master-Kabine ist vorne. Hinten scheint es noch einen größeren Raum zu geben. Die Hauptebene hat im wesentlichen einen großen Raum.

Unter

The Technology

https://www.solarimpact-yacht.com/the-technology

finden sich nochmals einige weitere Daten. Demnach beträgt die gesamte Wohnfläche 220 Quadratmeter. Davon entfallen 100 Quadratmeter auf den großen Saloon im Obergeschoß.

Da ist auch das SWATH-Prinzip näher erläutert. Bei einem normalen Boot ragt der untere Teil des Bootes spitzförmig ins Wasser. Bei einem Katamaran verteilt sich das auf zwei Teile. Bei SWATH gibt es dagegen zwei torpedoförmige Elemente, die aber erst deutlich unterhalb der Wasseroberfläche beginnen. Die Wirkung:

Ein klassisches Schiff kippt bei einer Welle von 6 Fuß in einen Winkel von 63°, abweichend von dem rechten Winkel von 90°. Der Katamaran kippt auf 70°, weil etwas durch die Katamaran-Struktur abgepuffert wird. Ein SWATH-Boot kippt dagegen nur auf 87°. Der Effekt ist, daß das Risiko, seekrank zu werden, bei so einer Yacht bedeutend geringer ist.

Das sind damit zwei Techniken: Zum einen die Solartechnik als "geräuschloser Antrieb". Zum anderen eine Technik mit sehr tiefliegenden Teilen, die für den Auftrieb sorgen und die "auf Abstand" mit dem Oberdeck gekoppelt sind. So daß sich die Wellen zwischen den beiden Torpedos austoben können.

Treewow Villa O - eine hölzerne aufgeständerte runde Ein-Raum-Villa mit einem wogenden Riesendach und einer kurvenförmigen Dachtraufe - in Zhongcun, Provinz Zhejiang in China von Monoarchi

18.09.2018 23:52:50, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie baut man in einem Ort, der in einem uralten Bambuswald liegt, eine Villa? Durch Zhongcun in der Provinz Zhejiang in China fließt ein kleiner Fluß. Am Westufer gibt es eine monumentale Steinwand, die darauf hindeutet, daß der Fluß gerne mal Hochwasser führt und das Gelände überschwemmt ist. Dort wurde eine 80 Quadratmeter große Villa für ein Ferienunternehmen Xband gebaut.

Mit einer beeindruckenden Dachkonstruktion.
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A Circular Villa On Stilts In The Remote Chinese Mountains

https://www.ignant.com/2018/09/18/a-circular-villa-on-stilts-in-the-remote-chinese-mountains/

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Die Villa dürfte etwa einen Meter aufgeständert sein. Auf der runden Grundfläche gibt es ein Schlafzimmer, ein Badezimmer, einen Wohnraum und eine Terrasse. Ein Teil der Terrasse ist so angeordnet, daß sie einen direkten Blick auf den Fluß ermöglicht. Der Ort liegt wohl ziemlich abgelegen. Das Dach besteht aus 57 verschiedenartigen Dachbalken, jeder in einer anderen Länge. Das Ergebnis ist eine Dachtraufe, deren Form und Gestalt sich ständig ändert und verschiedenartige Ausblicke von drinnen nach draußen ermöglicht.

Auf der Seite von Monoarchi

Treewow Villa O

https://www.monoarchi.com/treewow-villa-o

zeigt das allerletzte Bild von 10 Bildern ein Modell der tragenden Holzstruktur. Ein Dachbalkenelement besteht immer aus zwei Einzelbalken, die sich am Dachfirst in einem knapp 90-Grad-Winkel treffen. Der eine Balken geht nach innen zu einer Fläche im ersten Stock. Der andere stützt das Dach nach außen zur Dachtraufe hin.

Dort finden sich weitere Hinweise:

Die Haushöhe von 8 Metern entspricht der Höhe eines ausgewachsenen Bambus. Der Fuß besteht aus einer tragenden Stahlkonstruktion. Drüber ist alles aus Holz. Da ist auch explizit die Rede davon, daß das Haus hinter dem einen Deich gebaut wurde.

Da findet sich eine sehr interessante Beschreibung:

> The crude hand construction of traditional dwellings is different from fine production under standardization and industrialization. The fluctuating roof is not an arbitrary fantasy of the architect. The non-linear eave has extremely high error-tolerant rate, which can be considered as a respect of rural construction to natural laws. During the design and construction process, the architect remained close communications with local craftsmen to achieve a balance between the design form and local construction skills.

Die Handarbeit, die hinter traditionellen Häusern steckt, unterscheidet sich wesentlich von der Produktion, die sich an Standardisierung und industrieller Fertigung orientiert. Die wellenförmige Dachstruktur ist nicht nur eine Phantasie der Architekten. Sondern diese nichtlineare Dachstruktur hat eine extrem hohe Fehlertoleranz. Darin drückt sich der Respekt vor der dörflichen Konstruktion und den "schwankenden Ausgangsstoffen" aus. Während des Konstruktionsprozesses gab es deshalb eine enge Kommunikation zwischen den Architekten und den lokal tätigen Handwerkern, um die Balance zwischen dem Design und den lokalen Konstruktionsmöglichkeiten zu halten.

Unter

China. Monoarchi designs a house in the woods made of bamboo

https://www.domusweb.it/en/architecture/2018/08/24/china-monoarchi-designs-a-house-in-the-woods-made-of-bamboo.html

gibt es 11 Bilder, von denen die letzten drei verschiedene Grundrisse und die Entstehung der Dachstruktur zeigen.

Ausgangspunkt für das Dach ist ein kegelförmiges Spitzdach. Dessen Spitze wird nach unten geschoben, so daß sich eine Struktur mit einem Außen- und einem Innendach sowie eine Innenterrasse ergibt. Die so gewonnene Struktur wird gestaucht und verschoben, um den Zugang zur Dachterrasse und den Ausblick über den Fluß zu ermöglichen.

Das liefert schließlich die Grundstruktur für die Dachbalken.

Ein faszinierendes Kleinod.

Coffee Nap Roasters in Seoul - nicht mit Standard-Sitzplätzen, sondern mit einem Hügel aus 7000 Backsteinen - vom Design Studio Maoom

17.09.2018 23:53:37, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer an einen kleinen Kaffee-Imbiß denkt: Der rechnet mit dem üblichen Inventar: Kleine Tische und Stühle, vielleicht auch Stehtische. Aber wenn man in einer Stadt wie Berlin lebt, dann weiß man auch: Viele Leute setzen sich gerne auf Stufen. In Seoul, im Stadtteil Yeonnam-dong, gibt es ein neues Café, das dies zum Prinzip macht.

Das klassische Inventar mit Stühlen und Tischen sucht man vergeblich. Stattdessen gibt es einen Hügel aus 7000 Backsteinen, der die meiste Fläche einnimmt.
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studio maoom replaces standard seating with a 7,000-brick hill in seoul's coffee nap roasters

https://www.designboom.com/architecture/studio-maoom-brick-hill-seoul-coffee-nap-roasters-cafe-09-17-2018/

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Der Raum ist schlicht: Rechts gibt es eine Backstein-Sitzecke, die sich unter den Scheiben hindurch nach draußen verlängert. Im Hintergrund gibt es die Theke. Neben dieser erhebt sich der Backstein-Hügel, der in der Ecke höher als die Theke ist.

Zusätzlich gibt es links einen großen runden Spiegel.

Das gesamte Café hat eine Fläche von grade mal 50,5 Quadratmetern, davon belegt die hügelartige Struktur 42,05 Quadratmeter. Die Maximalhöhe liegt bei 1,5 Metern.

Ein Bambusbaum am Fuße des Hügels bewegt sich, wenn jemand zur Tür hineinkommt. Die Fenster, die bis zum Boden gehen, ermöglichen den Blick von draußen nach drinnen.

Der Spiegel reflektiert tagsüber die Sonne. Nachts wirkt er mit seiner Hintergrundbeleuchtung wie ein "Mond hinter dem Hügel", der Besucher anlockt.

Ganz hinten gibt es eine Treppe, die erst schnell hoch und dann wieder runtergeht. Dahinter gibt es eine Tür und eine Toilette.

Unter

The Best Food & Cafe Guide to Yeonnam-dong(Seoul)

http://www.strictlyours.com/2018/08/yeonnam-dong.html

> One of the hottest coffee spots in town, the second outpost of Coffee Nap attracts throngs of young Seoulites who are looking for a lovely space to capture selfies. Run by a young team, the cafe, which has a very unique interior, sends out a decent cup of iced latte(5,500KRW)

gibt es einen Beitrag vom August, in dem das Coffee Nap Roasters 2nd unter Punkt 4 aufgeführt ist. Zwar nur ein Blick von außen, aber da sieht man zumindest ein klein wenig, wie das Café mit Personen aussieht. Das Café ist nach drei Seiten hin zum Straßenraum geöffnet.

Die genaue Adresse auf Google-Maps:

Coffee Nap Roasters

Auf Facebook findet sich noch fast nichts, nur ein paar Photos von Gästen:

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=875486465975457&id=373412636182845&__tn__=-R

Auf der Seite des Studios

http://www.d-maoom.com/default/sub2/sub20.php

findet sich leider nur ein Bild, keine weiteren Informationen oder Pläne.

Museum of the Moon - der Mond macht eine Welttournee - eine 23-Fuss- 7-Meter-Mondkugel von Luke Jerram wandert durch die Welt - Will you put the moon back afterwards?

16.09.2018 23:57:09, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kann der Mond eine Welttournee unternehmen? Natürlich. Sie können sich das nicht vorstellen? Aber der Mond macht gerade eine Welttournee.

Luke Jerram hat nach einer Vorlage der NASA eine 23 Fuß große Mondkugel erstellt - in mehreren Exemplaren. Diese ist nun mit der Bezeichnung "Museum of the Moon" weltweit in verschiedenen Ausstellungen zu sehen.
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A Replica of the Moon is Touring the World

http://www.fubiz.net/en/2018/09/14/a-replica-of-the-moon-is-touring-the-world-2/

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> The project visited China, Finland, the United Arab Emirates, Australia…thanks to her maternal and sweet face, the Moon is like a protecting presence for all those who look at her from all over the world.

In diversen Ländern war der Mond bereits. Weitere folgen. Wie eine "geschützte Präsenz" sei das.

Teils ist der Mond draußen zu sehen. Teils innerhalb von großen Gebäuden.

Die Website: My Moon

https://my-moon.org/

Da gibt es den Mond in einer alten Kirche, in einem Schwimmbad, in einem Bürohaus. Auf der About-Seite

https://my-moon.org/about/

gibt es das offizielle Video:

Museum of the Moon | Official Video 4K

https://www.youtube.com/watch?v=3YDOmKezwsI

Demnach tourt der Mond schon seit Ende 2016 durch die Welt. Reaktionen der Leute: Diverse setzen sich auf den Boden oder legen sich sogar flach hin. Der Mond über ihnen.

Der Mond sei für alle Kulturen ein Spiegel, ein "cultural mirror". Über die Jahrhunderte hinweg sei der Mond als Gott und als Planet interpretiert worden. Er fungiert als Zeitgeber, Kalender und als nächtliche Navigationshilfe. Er hat Artisten, Poeten, Wissenschaftler, Schriftsteller und Musiker weltweit inspiriert. Das bläuliche Licht des Vollmondes, das Auf- und Abschwellen oder die unbekannte hintere Seite. Sie inspirieren.

> Different cultures around the world have their own historical, cultural, scientific and religious relationships to the moon.

Auf der Seite gibt es eine durchlaufende Fotoserie, die "My Moon" in diversen Kulturen zeigt.

Unter "Tour dates"

https://my-moon.org/tour-dates/

gibt es einige der nächsten Termine. In Essen gibt es am

> Essen Light Festival, Germany, 26 October – 4 November

die Möglichkeit, den Mond zu sehen.

Unter

Response

https://my-moon.org/response/

finden sich einige Reaktionen.

> “Will you put the moon back afterwards?” Rebecca aged 6 from Kendal, UK.

Ein Photo in einem Schwimmbad in Beijing von @queenie_wangz

https://www.instagram.com/p/Bni3Ly2n_Fa/

Wenn eine Organisation eine interessante Idee hat, dann kann sie ebenfalls Teil dieser Welttournee werden.

GreenBelly - Vertical Urban Garden - Brandwände in Städten als vertikale Gärten nutzen - Biomüll der Anwohner wird zum Kompost - von Alex Losada

15.09.2018 23:54:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

In dem kleinen Ort im Remstal, in dem ich aufgewachsen bin: Da gab es das praktisch nicht: Häuser mit richtig großen Brandwänden. Da waren die Häuser maximal 2 Stockwerke hoch. Hier in Berlin ist das anders: Es gibt diverse Häuser mit vier- bis fünfstöckigen Brandwänden. Aber lassen sich diese nutzen?

Das Projekt GreenBelly hat dazu eine interessante Idee entwickelt. Wenn an einer solchen Brandwand ein Streifen von etwa 3 Metern zur Verfügung steht, dann kann ein modulares System aufgesetzt werden. Das auf mehreren Ebenen Platz für Pflanzen bietet. Sonne und Regen gibt es organisch. Die Bioabfälle der Anwohner können als Kompost der Anlage genutzt werden.
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greenbelly project uses sun, rain, and organic waste to grow vegetable gardens on blind city walls

https://www.designboom.com/architecture/greenbelly-sun-rain-organic-waste-09-13-2018/

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Alex Losada, der Architekt, der diese Idee entwickelt hat:

> with greenbelly, we propose a sustainable project at a manageable scale by recycling spaces, materials, and urban resources, we can make a greener and healthier city, feed people in need or teach the origin of the food to children

Der Weg von der Farm würde sich deutlich verkürzen, weil vor Ort produziert wird. 6 Ebenen könnten bis zu 6.400 kg Nahrungsmittel pro Jahr erzeugen und 162 Quadratmeter "grüne Fläche" in der Stadt erschaffen.

Ferner schafft das einen Platz für die Kommunikation der Anwohner, die ihre Erfahrungen austauschen können.

Ein Video:

GreenBelly: Vertical Urban Garden

https://www.youtube.com/watch?v=Qz_vGCiJDVU

> GreenBelly is a vertical garden that can change the future of cities, by making use of the existing walls to produce fresh food in limited spaces. Using recycled materials and organic waste from neighbours, it is a sustainable project that can change the life of urban dwellers!

Unter

GreenBelly

http://www.greenbelly.org/

wird das Konzept erläutert. Verwendet werden vorrangig recycelte Materialien.

> GreenBelly uses leftover materials in urban environments, such as scaffolding or wooden pallets.

Baugerüste, Holzplatten, die in der Stadt übrig geblieben sind.

> It can provide organic and affordable salads for residents and people with limited resources.

Personen mit geringen Ressourcen können so eigenes Gemüse bekommen.

Die denkbaren Zielgruppen:

> The GreenBelly prototype is designed for big modern cities, but also for the poorest countries where access to food is difficult. It can feed homeless people in difficult times, serve as a recreational hobby for residents, or teach children the value of nature. Therefore, it is not just an urban garden, it is a local project with global benefits.

Nicht nur für moderne Städte, sondern auch für arme Länder, in denen der Zugang zu Nahrungsmitteln schwierig ist. Wohnungslose können so Nahrung erhalten, für Bewohner kann das ein Hobby werden. Für Kinder ein Unterricht. So daß es mehr sei als ein lokaler Garten, ein lokales Projekt.

Auf die Fassade wirkt das wie eine zusätzliche Schicht, daher auch der Name "Green Belly". Das balanciert die Temperatur im Gebäudeinneren aus, es fängt den Regen ab. Und es reduziert Geräusche.

Jedes Modul soll einerseits ein Gemüsebeet mit Erde enthalten. Andererseits sind die Regalstrukturen als Basis für Hydrokulturen gedacht.

Weiter unten findet sich eine Auflistung verschiedener Management-Typen: So kann ein gesamtes GreenBelly von wenigen Personen betreut werden, welche die Ernteergebnisse unten verteilen oder verkaufen. Oder einzelne Module werden an Anwohner vermietet. Ebenso könnten einzelne Module von Schulklassen betreut oder Wohnungslosen zur Verfügung gestellt werden. Schließlich der Betrieb als "Food Center" oder von einem Unternehmen, das Module eigenen Mitarbeitern zur Verfügung stellt.

Im Prinzip gefällt mir die Idee. In der Praxis habe ich allerdings erhebliche Zweifel, daß so ein Anbau genehmigt werden würde. Auf Baugerüste schickt man normalerweise auch keine Schulklassen. Und wenn das "einfach so" aufgebaut wird, dann muß da nur einmal etwas passieren. Und das Konzept ist tot.

Virtual Reality Demonstration of Storm Surge - Virtuelle Realität, welche die Folgen des Hurrikans Florence zeigt - The Weather Channel

14.09.2018 23:40:43, Jürgen Auer, keine Kommentare

Stürme gibt es seit Urzeiten. Das Risiko ist überall in der Nähe von Küsten besonders hoch, wenn sich ein Hurrikan der Küste nähert. So, wie das aktuell im Südosten in den USA, in North Carolina, South Carolina und angrenzenden Gebieten der Fall ist.

Allerdings hat sich die Technik für die Berichterstattung weiterentwickelt. "The Weather Channel", kurz TWC genannt, hat nun (mindestens) zwei Videos veröffentlicht, welche die Technik der "Virtuellen Realität" einsetzen, um die Folgen des Hurrikans darzustellen.
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A Brilliant Immersive Virtual Reality Demonstration of What Storm Surges Look Like at Different Heights

https://laughingsquid.com/virtual-reality-demonstration-of-storm-surges/

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Das erste Video auf YouTube:

Storm Surge Like You've Never Experienced it Before

https://www.youtube.com/watch?v=q01vSb_B1o0

> Hurricane Florence could bring up to 13 feet or more of storm surge to the Carolina coast. What does that look like? We show you like nobody else can.

Das zweite, kürzere Video auf Twitter (mit 8,34 Millionen Views):

https://twitter.com/weatherchannel/status/1040305773664980993

> Storm surge will be a huge factor for Hurricane #Florence Check out what it might look like with @TWCErikaNavarro:

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Das Besondere an Florence ist, daß der Hurrikan zwar von den Windgeschwindigkeiten her wieder langsamer geworden ist. Aktuell ist von einem Hurrikan der Stufe 1 die Rede. Aber er bewegt sich extrem langsam, nur mit 9 km/h. So daß es zu ausgedehnten Regenfällen kommt. Gleichzeitig wird Wasser vom Meer in die Flüsse gedrückt.

Die Wirkung: Das Wasser kann nicht abfließen. Das National Hurricane Center ( https://www.nhc.noaa.gov/ ) hat Karten erstellt, die zeigen, in welchen Abschnitten mit Überflutungen von 3, 6 und 9 Feet zu rechnen sei. Das sind die Karten, die zunächst hinten eingeblendet werden. Mit gelben Flächen, welche die Überflutungszonen zeigen. Gelb heißt 6 Fuß, orange heißt 9 Fuß.

Aber da der Sturm Wasser ins Land hineinschiebt, gibt es weiter drinnen sogar rote Zonen, bei denen mit mehr als 9 Fuß Wasserstand zu rechnen sei.

Dann verschwinden die Karten. Und die virtuelle Realität hat ihren Auftritt. Hinter dem Moderator sind ein Haus und eine Straße zu sehen. Dann füllt sich das mit Wasser.

Bei drei Fuß (91 Zentimetern) schwimmen schon Autos davon. Kleinere Strukturen werden überschwemmt. Dann steigt die Wasserwand hinter dem Moderator auf 6 Fuß (1,82 Meter) an. So daß sie schon seine Kopfhöhe erreicht. Das schwimmende Auto erreicht die Höhe eines Verkehrsschildes. Wenn es überhaupt schwimmt oder nicht komplett untergeht. Bei 9 - 10 Fuß (2,74 - 3 Meter) geht das bis zum ersten Stock von Gebäuden hoch. Das Wasser könnte auch Stromleitungen auf Masten erreichen. Da gibt es kaum mehr sichere Plätze.

Deshalb die Bitte am Ende: Man möge der Evakuierungsanordnung Folge leisten.

Das Video wurde am 12.09.2018 veröffentlicht. Das Video auf Twitter ist kürzer (1:47) und stammt vom 13.09.2018.

Wenn man die Karten gleich mit der Farbeinstufung im Hinterkopf betrachtet, dann scheint es in vielen schwarz gezeichneten Gegenden kaum ein Risiko zu geben. Anders ist das in der Nähe der großen Flüsse.

Die 3 Fuß sind noch einigermaßen zu bewältigen. Aber bei 6 Fuß steht die Moderatorin bereits vollständig im Wasser.

Die Website von "The Weather Channel":

https://weather.com/

Da gibt es auch eine Seite auf deutsch zu Florence:

Hunderttausende ohne Strom: Hurrikan Florence trifft auf Land und bringt Verwüstung mit sich

https://weather.com/de-DE/wetter/ausland/news/2018-09-14-hurrikan-florence-trifft-auf-land-und-bringt-verwustung-mit-sich

Das Twitter-Video ist dort ebenfalls eingebunden.

Bundesfinanzhof zur Arbeitnehmerbesteuerung - Wahlmöglichkeit bei Gewährung von Krankenversicherungsschutz - Einstufung als Barlohn oder Sachlohn - VI R 13/16, VI R 16/17

13.09.2018 23:33:52, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ein Arbeitgeber Arbeitnehmern einen Krankenversicherungsschutz finanzieren möchte: Dann gibt es dafür zwei unterschiedliche Möglichkeiten.

Der Arbeitgeber kann direkt eine Versicherung abschließen, so daß die Arbeitnehmer nur einen Versicherungsanspruch haben. Oder der Arbeitgeber zahlt den Arbeitnehmern zusätzlich Geld aus. Diese sind jedoch verpflichtet, mit einem festgelegten Unternehmen eine entsprechende Versicherung abzuschließen und die Zahlung des Arbeitgebers dafür zu verwenden.

Wie ist das steuerlich zu behandeln? Der Bundesfinanzhof hat in zwei Entscheidungen dazu ein grundlegendes Prinzip benannt. Dieses räumt den Beteiligten eine Wahlmöglichkeit ein. Und benennt die steuerlichen Folgen.
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Arbeitnehmerbesteuerung: Abgrenzung zwischen Bar- und Sachlohn

Urteil vom 7.6.2018 VI R 13/16
Urteil vom 4.7.2018 VI R 16/17

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=37672&pos=1&anz=48

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Der Hauptgedanke:

> Die Gewährung von Krankenversicherungsschutz ist in Höhe der Arbeitgeberbeiträge Sachlohn, wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsvertrags ausschließlich Versicherungsschutz, nicht aber eine Geldzahlung verlangen kann. Demgegenüber wendet der Arbeitgeber Geld und keine Sache zu, wenn er einen Zuschuss unter der Bedingung zahlt, dass der Arbeitnehmer mit einem vom ihm benannten Unternehmen einen Versicherungsvertrag schließt.

Hat der Mitarbeiter also nur Anspruch auf den Versicherungsschutz, ist das Sachlohn. Ansonsten ist das Barlohn.

Die steuerlichen Folgen sind erheblich. Denn Sachbezüge sind bis zu 44 Euro pro Kalendermonat steuerfrei. Liegen die Sachbezüge allerdings aufgrund weiterer Sachbezüge über dieser Grenze, so sind alle Sachbezüge steuerpflichtig. Wenn der Arbeitgeber also eine Versicherung im Umfang von 30 - 40 Euro pro Monat pro Arbeitnehmer abschließt, dann gibt es kaum mehr Spielraum für weitere steuerfreie Sachbezüge. Dazu können (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Sachbezug )

- die Bereitstellung eines Dienstwagens,
- Gutscheine,
- Geschenke,
- Arbeitskleidung,
- ein Kindergartenzuschuß,
- Gesundheitsförderung,
- Fahrtkostenzuschüsse,
- Mahlzeiten

zählen. Wenn der Arbeitgeber kostenlose Getränke (pro Mitarbeiter 2 Euro pro Tag bei 20 Arbeitstagen = 40 Euro) zur Verfügung stellt, dann ist das schon ausgeschöpft.

Zahlt der Arbeitgeber den Arbeitnehmern dagegen mehr aus und sind diese verpflichtet, dieses Geld zur Zahlung von Versicherungsbeiträgen zu verwenden, dann sind einerseits diese Zuschüsse sofort steuerpflichtig. Andererseits wirken sich diese Zahlungen nicht als Sachlohn aus. So daß der Arbeitgeber die vollen 44 Euro pro Mitarbeiter und Kalendermonat weiterhin nutzen kann.

Im Verfahren VI R 13/16 hatte der Arbeitgeber des Klägers bei zwei Versicherungen Gruppen-Zusatzkrankenversicherungen für die Mitarbeiter abgeschlossen. Die monatlichen Beiträge blieben unter 44 Euro. Da hatten die Mitarbeiter nur Anspruch auf den Versicherungsschutz, nicht auf die Auszahlung der Beiträge. Damit war das Sachlohn.

Bei VI R 16/17 gab es einen Aushang, daß Mitarbeiter mit bestimmten Gesellschaften eine Zusatzkrankenversicherung abschließen könnten. Die Mitarbeiter zahlten die Versicherungsbeiträge selbst, bekamen dafür aber einen Zuschuß vom Arbeitgeber, der unter den 44 Euro / Monat lag. Das wurde als Barlohn eingestuft.

Die Pressemitteilung weist ausdrücklich darauf hin, daß Arbeitgeber damit eine Wahlfreiheit haben. Haben Arbeitnehmer Anspruch auf Zuzahlungen, dann ist das sofort steuerpflichtig, tangiert aber die Maximalgrenze für den steuerfreien Sachlohn nicht. Haben Arbeitnehmer dagegen Anspruch auf den Versicherungsschutz, dann ist das Sachlohn.

Mit der Konsequenz, daß Unternehmen, die schon jetzt die 44-Euro-Grenze mit Sachbezügen ausschöpfen, auf solche direkten Versicherungen wohl verzichten dürften.

Riverside Roundabout Egg Sculptures in Los Angeles - first modern roundabout - erster moderner Kreisverkehr, der Regenwasser auffängt und als Kunstwerk eine kleine Oase schafft - von Greenmeme

12.09.2018 23:56:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den USA gibt es viele Straßen. Und häufig Kreisverkehr, um an Kreuzungen einen flüssigen Verkehr zu ermöglichen. Wenn es regnet: Wohin dann mit dem ganzen Wasser? Noch dazu, wenn in unmittelbarer Nähe eine große Brücke ist, so daß von dort her zusätzliche Wassermengen kommen.

Das lokale Studio Greenmeme hat in Los Angeles eine interessante Lösung entwickelt: Öffentliche Kunst kombiniert mit Regenwasser-Management. Und das mit "großen, eiförmigen Skulpturen" aus Granit.
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Striking, solar-powered LA roundabout manages stormwater runoff with art

https://inhabitat.com/striking-solar-powered-la-roundabout-manages-stormwater-runoff-with-art/

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Die Seite von Greenmeme:

Riverside Roundabout

https://greenmeme.com/RIVERSIDE-ROUNDABOUT

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Auf den Inhabitat-Bildern sieht man die Logik der Anlage nicht so gut. Auf der Seite von Greenmeme gibt es Luftbilder. Da sieht man, daß das im Inneren eines Kreisverkehrs ist und daß es in unmittelbarer Nähe eine gewaltige Brücke gibt. Die bei Regen große Wassermengen liefert. Ferner sieht man auf einigen Bildern, daß auf der anderen Straßenseite unmittelbar Wohnhäuser anschließen.

Die "großen, eiförmigen Gebilde" haben innen Gesichter, die gleichzeitig auf der Rückseite als Negative erscheinen. Als Vorlagen dienten einige Personen aus der Umgebung.

Die "richtige Dimension" sieht man erst, wenn man bei Google Maps nach

Riverside Roundabout Egg Sculptures, North San Fernando Road, Los Angeles, Kalifornien, USA

sucht. Da sieht man, daß das unmittelbar neben der Kreuzung zweier Autobahnen liegt.

Das liegt an der Schnittstelle von Riverside Drive und San Fernando Road, der Cypress Park ist nebenan. Darunter befindet sich eine 25.000 Gallonen große Zisterne (etwa 94635 Liter). Irgendwo gibt es auch Solarzellen, wobei man die auf den Bildern nicht so richtig sieht. Damit werden u.a. die "Eier" beleuchtet.

Am Rand des Kreisverkehrs sind lauter Granitscheiben senkrecht nebeneinander aufgestellt. Da kommen Besucher drüber. Aber für Autos ist das ein Hindernis.

Die Pflanzen sind typisch für den dortigen Uferbewuchs.

Neun dieser eiförmigen Skulpturen gibt es insgesamt. Da wurde "Academy Black granite" aus Kalifornien dafür genutzt. Mit CNC-Techniken wurden die Steine in diverse Scheiben geschnitten, die zu den eigentlichen Skulpturen aufgeschichtet wurden.

Zusätzlich zu den Skulpturen gibt es auch einige flache Elemente, die aus diesen Scheiben gefertigt sind. Auf den beiden letzten Bildern bei Greenmeme sieht man, wie sich diese Elemente zum Sitzen nutzen lassen.

Ferner sind zwei Bilder dabei, welche die Anlage beleuchtet in der Nacht zeigen.

Mit der CNC-Technik konnten aus einem Steinblock vier Skulpturen gewonnen werden. Die "Reste", die für die Skulpturen nicht genutzt werden konnten, bilden den äußeren Ring, der die Anlage umgibt.

> Oursten Roundabout Engineering, communicated whether the artwork could and could not impeed on drivers views. This defined the height and density of the nine sculptures.

Die Anordnung und die Höhe der Elemente richtete sich nach den Bedürfnissen der Autofahrer, so daß deren Sichtachsen nicht eingeschränkt wurden.

Zum Schluß wurde in nächtlichen Prüfungen ermittelt, wie die Beleuchtung am besten so gestaltet wird, daß es nicht zu Beeinträchtigungen für den Autoverkehr kommt.

Eine interessante Lösung. Die auf den ersten Blick unscheinbar aussehen mag. Aber bei der sehr viel an Ideen dahintersteckt. Unter anderem

> With a vast inventory of individually cut stone, the cataloging and storage of the pieces were critical to project success.

mußten diese ganzen Steinscheiben geschnitten, katalogisiert und bis zum Zusammenbauen gelagert werden.

Starbucks eröffnet in Mailand opulente erste Filiale in Italien - weltweit grösste Kaffeekette wagt den Schritt in das Land mit einer langen Kaffeekultur - Design als Lockmittel für Kunden

11.09.2018 23:48:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den USA ist Starbucks, 1971 gegründet, seit 1982 ein wachsendes Unternehmen. Erst wurden Kaffeebohnen gekauft und weiterverkauft. Dann kamen Vor-Ort-Kaffeegeschäfte dazu. 1989 gab es 55 Filialen, vorrangig an der US-Westküste. Nach dem Börsengang 1992 waren es 272 Standorte. Ein paar Jahre später bereits 676 US-weit. Ab 1996 begann die weltweite Expansion. 2001/2002 folgten die Schweiz und Österreich, dann Deutschland.

Um ein Land machte Starbucks aber lange einen Bogen: Um Italien. Da gibt es eine lange Kaffeetradition. Da ist der Einstieg besonders herausfordernd.

Aber: Das hat sich nun geändert. In Amsterdam gab es schon seit 2003 eine eigene Rösterei. Nun ist in Mailand eine zweite dazugekommen. Die gleichzeitig die erste italienische Filiale ist. Und die eine beeindruckende Architektur hat.
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Starbucks Uses Opulent Design to Attract Coffee Lovers to Its First Italian Store

https://mymodernmet.com/starbucks-milan-opening/

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In einem historischen Gebäude, das ursprünglich einmal von der Post genutzt wurde, entstand eine 2.300 Quadratmeter große Filiale.

> “Designed as an homage to the Italian espresso culture that inspired Howard Schultz 35 years ago to create the Starbucks Experience, the 2,300-square-meter (25,000 sq. ft.) Reserve Roastery showcases the theatre of coffee roasting, brewing, and mixology in the epicenter of fashion and culture.”

Die italienische Espresso-Kultur hatte Howard Schultz Jahrzehnte zuvor inspiriert. Nun können Kunden dem Schauspiel der Kaffeeröstung, des Brühens und des Mischens direkt zusehen.

Es gibt diverse raumhohe Maschinen, die aber keine Museumsstücke sind, sondern genutzt werden. Ein Unterschied zu Starbucks in den USA: In Italien haben die meisten Bars steinerne Theken und Küchenarbeitsflächen. Das ist auch in der Mailänder Filiale so. Marmor aus Calacatta wird durchgehend verwendet. In den Marmortheken gibt es ein verborgenes Heizsystem, so daß das nicht zu kühl ist.

Der Boden ist von lokalen Kunsthandwerkern gemacht. Ein traditionelles Boden-Mosaik.

Dann gibt es viel aus Bronze. An der Decke Rohrschlangen, die Theke hat einen hölzernen Unterbau. Die Rösterei ist direkt in den Raum integriert. Das ist erst die dritte Filiale, die eine integrierte Rösterei hat.

Integriert ist auch eine Bar, in der es Cocktails und etwas zu essen gibt. Ein Bäcker bietet Brot, Pizza und Süßwaren an.

Am 07.09 wurde die Filiale eröffnet. Seither gibt es immer wieder Warteschlangen um den Block, weil der Andrang so groß ist. Es gibt aber Konflikte, weil Starbucks im Vergleich zu italienischen Anbietern wohl relativ teuer ist. In Italien gibt es guten Cappuccino für 1,20 Dollar (umgerechnet).

Auf Twitter

https://twitter.com/tictoc/status/1037722184402313217

gibt es ein kleines Video mit Befragungen von Gästen und wohl von Mitarbeitern.

Bei Architecuraldigest:

Starbucks Uses Design to Entice Coffee Lovers in Milan

https://www.architecturaldigest.com/story/starbucks-roastery-milan-design

Da wird das erläutert: In den USA wird meist warmes Holz für die Theken genutzt. In Italien ist Marmor üblich. Also wird der eben beheizt.

In Chicago und New York sollen in Kürze ebenfalls Filialen mit eigener Rösterei eröffnen.

Mal sehen, ob sich die Mailänder Filiale längerfristig halten kann. Da sie in der Nähe des Mailänder Doms ist, ist es natürlich auch denkbar, daß sie weniger von Italienern, mehr von Touristen genutzt wird.

Die am Anfang genannten Daten stammen aus dem Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Starbucks .

O-Wind Turbine captures energy in the middle of dense cities - ungerichtete Windturbine erzeugt Strom in Städten - britischer James Dyson Award 2018

10.09.2018 23:58:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Windturbinen denkt man üblicherweise an ländliche Gegenden mit viel Platz. Aber was ist mit den Winden, die es in Städten gibt?

Da gibt es ein wesentliches Problem: Die Windrichtung ändert sich immer wieder. Und Winde gibt es nicht nur einigermaßen horizontal. Sondern auch Steig- und Fallwinde in der Umgebung von Hochhäusern.

Nicolas Orellana und Yaseen Noorani, zwei Studenten der Lancaster University, haben dafür einen Lösung entwickelt. Und für diese den britischen James Dyson Award 2018 erhalten.

Die Lösung nennt sich O-Wind Turbine - omnidirektionale Wind Turbine.
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O-Wind Turbine captures energy even in the middle of dense cities

https://www.dezeen.com/2018/09/10/o-wind-turbine-james-dyson-award-2018-uk/

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Das Problem:

> This is because the architecture of tall buildings throws wind flow into chaos, making conventional turbines, which are only able to capture wind travelling in one direction, close to pointless.

Wind zwischen großen Gebäuden ist chaotisch. Konventionelle Turbinen, die nur in der Lage sind, Wind aus einer Richtung einzufangen, sind praktisch nutzlos. Stattdessen:

> In contrast, the O-Wind Turbine captures wind from all directions, and is designed to attach to balconies or the sides of buildings, where speeds are high.

Die O-Wind Turbine kann auf Winde aus allen Richtungen reagieren. Sie kann an Balkons oder an Außenseiten von Gebäuden angebracht werden, wo die Windgeschwindigkeiten hoch sind.

Leute, die in städtischen Apartments leben, könnten sich so ihren eigenen Strom erzeugen. Bislang gibt es solche Systeme (sowohl Solaranlagen als auch Windanlagen) immer nur für Leute auf dem Land. Wenn nun jeder, der in der Stadt in einer kleinen Wohnung wohnt, sich seinen eigenen Strom erzeugen kann, dann hätte das deutliche Auswirkungen.

Das ist ein interessanter Gedanke, der auch in diesem Video deutlich wird:

O-Wind Turbine. Submission to the JDA 2018

https://www.youtube.com/watch?v=Px74tfTC57g

3 % aller Häuser in Großbritannien hätten irgendeine Art von Energieerzeugung, die sich auf erneuerbare Energien stützt. Aber für Leute in Großstädten gibt es das alles nicht. Die 3 % angewandt auf alle Apartments in Europa hieße, daß 2 Millionen Apartments Strom erzeugen würden. Weltweit wären das 26 Millionen Apartments.

Aktuell ist das eine Kugel mit einem Durchmesser von etwa 25 Zentimetern. Wind kann überall hindurch, die Kugel dreht sich wie ein Globus um eine Achse. Daraus läßt sich Strom gewinnen.

> This powers a generator that converts the energy into electricity, which can either be used directly or fed into the electricity grid.

Wie das genau funktioniert, ist zumindest mir noch unklar. Die Vorstellung allerdings, daß auch Leute, die in Städten leben, über eine Möglichkeit verfügen, auf dem Balkon Strom zu produzieren und direkt zu verbrauchen: Das ist durchaus faszinierend.

Venezia in un giorno - Venice in a day - Venedig in einem Tag - Timelapse Video von Joerg Niggli zeigt Eindrücke aus einer Stadt am Wasser

09.09.2018 23:52:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was passiert eigentlich, wenn man auf einen belebten Platz eine Kamera richtet, diese eine Stunde laufen läßt und das als Timelapse-Video komprimiert?

Noch dazu, wenn der "Platz" meistens kein Platz, sondern das Kanalwasser in Venedig ist? So daß nicht Autos, sondern Boote unterschiedlichster Größe herumfahren, ausweichen, abbiegen.

Und natürlich von Fahrgästen betreten und wieder verlassen werden.

Das Timelapse-Video von Joerg Niggli ist zwar schon 6 Jahre alt. Es stammt von 2012. Aber es ist wohl ziemlich zeitlos.
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Venice in a Day (03:22)

https://vimeo.com/40977797

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> A day in Venice (Venezia) in Italy, from daybreak to sunset in time lapse. It's really a great place and I hope I can share some of its magic with this short video.

Vom Morgen bis zum Abend. Allerdings nicht von einem festen Ort aufgenommen. Stattdessen wechselt der Ort ständig. Teilweise sind auch Aufnahmen dabei, die von einem Schiff oder Boot gemacht wurden. Da geht es dann "sehr flott" durch die Kanäle.

Auffallend sind bereits am Anfang die intensiven Lichter der Kanäle, die als Straßenbeleuchtung dienen.

Dann beleben sich die Kanäle mit Booten. Menschen steigen aus und eilen durch die Gassen. Große Schiffe, Gondel, dazwischen mittlere Motorboote, die auch zum Frachttransport verwendet werden. Wobei zwei Boote nebeneinander stehen und erst das Boot beladen wird, das weiter weg von der Straße ist. So daß das andere Boot als Steg fungiert.

Die einen haben es eilig und "rasen" auf dem Wasser. Die anderen lassen sich Zeit - und sind für die ersteren wie Bremsen.

Dazwischen eine Ansicht hinter einer Statue. Menschen, die davor direkt am Wasser stehen. Venedig ist definitiv nichts für Leute, die ständig die Sorge haben, ins Wasser fallen zu können.

Wenn mehreren Gondeln ein größeres Schiff entgegen kommt: Da wundert man sich, daß alles glatt geht.

Wenn die Sonne untergeht: Ein großer Hof, über den Menschen wuseln. Und ein leuchtend roter Horizont. Da müßte die Aufnahme von einem hohen Turm her gemacht worden sein.

Die Kunst, so etwas zu machen, besteht u.a. darin, die "richtigen Orte" für solche Aufnahmen zu finden.

Mehr von Joerg Niggli findet sich auf seiner Website:

http://www.niggli.com/

Die Liste auf der Startseite geht nur bis Dezember 2012, das Venedig-Video ist verblüffenderweise nicht mit dabei. Dafür gibt es diverse weitere Timelapse-Videos: Etwa von Zürich:

The «HyperZürich» Experiment

http://www.niggli.com/files/982753cdff80dba37f4a591fdfd96b13-101.html

> How fast can you do move with your camera, shooting in continuous mode, and thus creating a hyperlapse?
> The resulting video was shot in 2-3 hours in downtown Zurich.

Mit der Kamera in Zürich unterwegs, ständig filmend. Das zu einem Timelapse-Video komprimiert.

Lighthouse - low cost robot to find leaks in water pipes - kleiner Robot zum Aufspüren von Löchern in Wasserleitungen - 20 Prozent des Trinkwassers versickert - von You Wu - MIT

08.09.2018 23:25:39, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in einem Industriestaat der ersten Welt lebt, der macht sich häufig wenig Gedanken um das Trinkwasser, das aus der Wasserleitung kommt. Allerdings: Das Verfahren ist in gewisser Weise sehr teuer. Denn aufgrund von kleinen Lecks gehen etwa 20 Prozent des gesamten Trinkwassers verloren. Das Wasser fließt einfach aus. Das kann zu Unterspühlungen und Hohlräumen führen, die schließlich Straßen und Gehwege einsacken lassen. Oder das "kleine Loch" wird zu einem richtig großen Loch. Die Leitung platzt und das Wasser geht den Weg nach oben. Dann wird es richtig teuer.

Es gibt zwar Techniken zum Aufspüren von Lecks. Aber die sind wohl derzeit "noch nicht so gut".

You Wu, ein Doktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT), hat einen kleinen Robot entwickelt, der sehr kleine Lecks rechtzeitig aufspüren könnte.
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Lighthouse: Low cost robot to find leaks in water pipes long before they become catastrophic

https://www.jamesdysonaward.org/en-US/2018/project/lighthouse/

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Dort findet sich die Feststellung:

> Currently, water utilities cannot find leaks before they grow into costly pipe bursts. With Lighthouse, they can find leaks months before they break.

Aktuell gäbe es keine wirklichen Hilfsmittel, die Lecks frühzeitig entdecken können. Mit Lighthouse sei das Monate vor einem Brechen möglich.

In den USA gibt es jährlich 240.000 Rohrbrüche, das sind 657 Rohrbrüche pro Tag. Von diesen führen viele zu Absenkungen, also zu weiteren Folgeschäden an der Infrastruktur.

Die Technik: Lighthouse sieht aus wie ein etwas vergrößerter Badminton-Federball. Entscheidend ist eine Art Haut aus taktilen Sensoren. Der Robot füllt das Rohr aus, das er untersuchen soll und schwimmt passiv mit. Kommt er an einem Leck vorbei, ändert sich dort die Strömung. Das kann der Robot aufzeichnen.

Der Robot ist aus weichem Material hergestellt und sehr flexibel. Er kann an jedem Hydranten eingebracht werden, schwimmt eine Weile mit, loggt seine Standorte und die gefundenen Lecks. Mit einem Netz wird er an einem anderen Hydranten eingefangen, dann können die Daten exportiert und graphisch aufbereitet werden. Es sind keine Grabungstätigkeiten notwendig, damit auch keine Unterbrechung des Frischwassersystems.

Lighthouse ist das Ergebnis einer sechsjährigen Forschungsarbeit. Das fing an mit einem Auftrag aus Saudi-Arabien. Da verschwinden etwa 30 % des gewonnenen Süßwassers aus den Leitungen. Die Erkennung von Lecks mit traditionellen Methoden funktionierte dort nicht, da die Pipelines aus Kunststoff sind. Die traditionellen Techniken setzen Metallrohre voraus. Nach drei Jahren, 11 Prototypen und diversen Tests gab es eine erste funktionierende Lösung. Allerdings scheiterte die Lösung 2015 noch daran, daß Turbulenzen in Pipelines ineffektiv verarbeitet wurden. Nach weiteren zwei Jahren gab es 2017 eine erste Lösung, die praktisch funktionierte. Dann gab es diverse Verbesserungen. Etwa ein Algorithmus, der es ermöglichte, auf GPS zu verzichten.

Die Unterschiede zu bisherigen Techniken: Lighthouse findet die schwierigen Lecks, Konkurrenten schaffen das nicht. Diese orientieren sich häufig an den Geräuschen.

> In practice, popular devices such as geophones and acoustic correlators can find leaks losing 10 gallons of water per minute, and that is twice the flow rate of a typical shower.

Diese Techniken finden Löcher, durch die 10 Gallonen Wasser pro Minute abfließt, das sind mehr als 37 Liter bzw. ein mehr als ein halber Liter pro Sekunde. Deutlich mehr als eine übliche Dusche.

> Lighthouse, with its unique tactile sensor, can find leaks that are as small as a 4 millimeter crack that loses just one gallon of water per minute.

Lighthouse findet dagegen Löcher ab 4 Millimetern, die sorgen für einen Verlust von einer Gallone pro Minute. Das Verfahren ist also zehn mal feiner.

Ferner funktionieren die Konkurrenztechniken nur in Metallrohren. Für Lighthouse ist das Röhrenmaterial irrelevant.

Inzwischen wurde ein Unternehmen WatchTower Robotics Co. gegründet.

http://watchtowerrobotics.com/

Das soll die Technik weiterentwickeln und vermarkten. Da ist die Rede davon, daß jeder Wasserrohrbruch etwa 200.000 Dollar an Infrastrukturkosten produziert. Praktisch müßte man mit so einem Gerät die allermeisten Löcher rechtzeitig erkennen und ausbessern können. Das würde zwar ein ständiges proaktives Arbeiten erfordern. Aber dafür gäbe es keine "richtigen Wasserrohrbrüche" mehr.

Ein kleines Video vom März 2017:

MIT Leak Detection Robot for City Water Distribution Systems

https://www.youtube.com/watch?v=CohDhFkyiks

Wenn man so eine Technik weltweit einsetzen würde und dementsprechend Lecks frühzeitig schließt: Das hätte deutliche Auswirkungen. So ein System dürfte sich durch das Vermeiden großer Wasserrohrbrüche von selbst rechnen. Plötzlich auftretende Ermüdungsbrüche ließen sich dadurch zwar nicht vermeiden. Aber das regelmäßige Stopfen kleiner Löcher würde den 20 % - Verlust von Trinkwasser deutlich reduzieren.

The Hololightkeeper - Lighthouse Keeper Cabin projects Tower Hologram - Leuchtturmwächter-Kabine projiziert Leuchtturm-Hologramm ins Meer - interessantes Konzept von studio NAB

07.09.2018 23:49:54, Jürgen Auer, keine Kommentare

Leuchttürme sind uralte Kulturgüter, die Funktionen bereitstellen, die für die Schifffahrt überlebenswichtig sind. Da denkt man eigentlich, daß moderne Techniken kaum eine Rolle spielen könnten.

Das studio NAB hat allerdings ein Konzept entwickelt, das eine ganz neue Möglichkeit darstellt. An der Stelle, wo der Leuchtturm sichtbar sein soll, ist nur Wasser. Aber etwas davon entfernt, näher am Ufer, ragt ein "Mini-Leuchtturm aus dem Wasser heraus. Dieser erzeugt den von Schiffen genutzten Leuchtturm - per Hologramm.
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studio NAB's lighthouse keeper cabin projects a luminous tower hologram into the sea

https://www.designboom.com/design/studio-nab-hololightkeeper-09-07-2018/

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Der "kleine Leuchtturm" steht auf einem Betonpfosten im Wasser und ist über eine Brücke direkt mit dem Ufer verbunden. So daß der Leuchtturmwärter per Fuß dorthin kommen kann. Gedacht ist an eine Kombination aus verstärktem Beton und Stahlplatten.

Die Kabine ist oberhalb dieser Ebene angesiedelt - mit einer Fläche von etwa 30 Quadratmetern. Das Objekt verfügt über eine Windturbine auf dem Dach sowie über Solaranlagen, so daß es eine autonome Stromversorgung hat. Eine Mini-Entsalzungsanlage soll ebenfalls dabei sein, so daß keine Anschlüsse vom Land her notwenig sind.

Von unten kommt man über eine einziehbare Leiter in die Kabine. Diese vereint Arbeits- und Privaträume. Und die Technik, mit der das Hologramm erzeugt und seine Darstellung überprüft werden kann.

> at night, when the guardian works and guides the boats off the coasts, he can control the holographic diffusion in real time.

Eigentlich war ich davon ausgegangen, daß die meisten Leuchttürme gar nicht mehr mit Leuchtturmwärtern besetzt sind. Aber das scheint wohl in manchen Gegenden doch noch der Fall zu sein.

Die eine Längsseite der Kabine ist blickdicht, wohl aus Beton gefertigt. Die andere Längsseite und ein Teil der vorderen Querseite ist komplett verglast, so daß der Leuchtturmwärter einen ungestörten Blick nach draußen hat.

Der 25-Meter hohe Hologramm-Leuchtturm wird in einer Entfernung von 50 Metern erzeugt. Mit Kameras, die in dem geschlossenen Teil der vorderen Querseite eingebaut sind.

Wie bei einem Hologramm üblich, ist das Licht direkt hinter den Kameras quasi unsichtbar und wird erst an der gewünschten Position als leuchtender Gegenstand sichtbar. Dort, wo sich die Strahlen aus den Kameras treffen.

Innen gibt es Bad und Toilette, eine kleine Küchenecke und den Bereich mit den Kameras auf der abgeschlossenen Seite. Die offene Seite ist ein kompletter Bereich, das Bett ist etwas höher per Leiter erreichbar. Das Dach ist bepflanzt.

Auf der Seite von studio NAB

THE HOLOLIGHTKEEPER

https://www.nab-design.com/copie-de-mountains

ist ein Text von 1913 zu finden:

> Even in normal weather, imagine what is our existence in the wet turns where we live without distraction, without pleasure. Work is our only entertainment, if one can say! It is divided into twoquarters: the first, 4 hours of the evening to midnight, the second, of midnight at 7 o'clock inthe morning. In the course of the day, we mustmake the cleanliness of coppers and lantern…And in certain headlights the guards work up tofourteen hours per day…

Eine Arbeit, anstrengend, eintönig, ohne Abwechslung. Arbeit ist die einzigste Unterhaltung. Von wohl 16:00 - 00:00 und von 00:00 bis 07:00 am Morgen. Am Rest des Tages muß die sonstige Arbeit gemacht werden. Oft sind das 14 Stunden am Tag.

Etwa 1.500 Leuchttürme seien noch aktiv.

Aktuell ist das wohl nur eine Studie. Mal sehen, ob so ein Hololightkeeper irgendwann einmal gebaut wird.

Mobike, dockless bike-sharing company, stationsloser Fahrrad-Verleih aus China, zieht sich aus Manchester zurück - zuviel Diebstahl und Vandalismus

06.09.2018 23:24:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Radfahren ist ja eigentlich eine gute Sache. Sofern man ein Fahrrad hat. All jene, die aktuell kein Fahrrad haben, können sich in Großstädten eines leihen. Der Fahrradverleih boomt.

Allerdings führt die Masse der Leihräder inzwischen auch immer wieder zu Problemen. Mobike, der Anbieter der orangenen Räder aus China, hat nun angekündigt, daß er sich aus Manchester zurückziehen wird.
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Dockless bike-sharing company pulls out of Manchester due to "theft and vandalism"

https://www.dezeen.com/2018/09/06/mobike-dockless-bike-sharing-manchester-vandalism-transport-design-news/

Die Pressemitteilung von Mobike UK: Goodbyes are never easy

https://mobike.com/uk/blog/post/goodbyes-are-never-easy

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In Manchester war das Unternehmen seit Juli 2017 aktiv. Manchester war die erste europäische Stadt, in der Mobike aktiv wurde.

Hier in Berlin gibt es Mobike ebenfalls. Dann müßte das Unternehmen erst später hier aufgetaucht sein.

Etwa 250.000 Ausleihen, etwa 180.000 Meilen. Das sind (wenn man den 01.07.2017 als Start nimmt) 432 Tage, also 578 Ausleihen pro Tag.

Nun aber lehrt ein Blick in die Bücher:

> As a private company, we have a duty to ensure our revenues cover our costs since unlike some operators we do not use taxpayer money to help balance our books.

Die Kosten seien zu hoch geworden.

Mobike bleibt in anderen Städten aktiv:

> Goodbyes are never easy, but we hope to see you again in London, Newcastle, Oxford and Cambridge, as well as across Europe in cities including Paris, Berlin, Madrid and Milan.

Der Dezeen-Artikel spricht davon, daß Mobike in 200 Städten aktiv sei. Die Beobachtungen in Manchester:

> Over the past 18 months, Mobikes in Manchester have been thrown in canals, set on fire, hidden in gardens and dumped on pavements.

Fahrräder seien in Kanäle geworfen, angezündet, versteckt in Gärten und auf den Straßen zerstört worden. Im Sommer 2017 gab es Filmaufnahmen, in denen junge Leute Steine auf Mobikes warfen, um sie zu zerstören.

Hier in Berlin gibt es teilweise Vandalismus. Teils aber auch ein merkwürdig gegenteiliges Verhalten: Leihfahrräder werden mit klobigen Schlössern bsp. an Metallbügel angekettet, die in den Boden eingelassen sind. Da hat man den Eindruck, daß Nutzer sich das Rad reservieren wollen, weil sie es regelmäßig nutzen wollen. Damit wird das Fahrrad aber natürlich dem Markt entzogen. Wenn in Manchester beobachtet wurde, daß Fahrräder in privaten Gärten abgestellt werden, dann ist das ein ähnliches Verhalten.

Interessant ist, daß ich immer wieder Gruppen oder Paare sehe, von denen einige Leihräder, andere eigene Räder nutzen. Da hat man den Eindruck, daß einzelne eben kein Fahrrad haben, der Partner oder ein paar Bekannte machen eine Tour. Und die Einzelnen können sich nun daran beteiligen - per Leihfahrrad.

Solar powered autonomous car als Hotel on Wheels - Aprilli Design Studio entwirft eine Autonomous Travel Suite mit E-Autos / electric Vehicles mit Solarstrom als fahrbares Hotel

05.09.2018 23:57:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn Leute viel auf Geschäftsreisen unterwegs sind: Dann warten sie. Auf dem Flughafen auf das Flugzeug, bei der Ankunft auf das Taxi, am Hotel auf das Taxi, das sie zu ihrem Termin bringt.

Was wäre, wenn man an das Hotelzimmer das Taxi gleich mit dranhängen würde? Oder das Hotelzimmer als rollendes Taxi konzipiert?

Das ist eine der Ideen der "Autonomous Travel Suite", die das in Los Angeles beheimatete Aprilli Design Studio in einer Konzeptstudie umgesetzt hat.
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Solar-powered autonomous car could revolutionize travel

https://inhabitat.com/solar-powered-autonomous-car-could-revolutionize-travel/

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Ein Gedanke:

> to provide travelers with a comfortable door-to-door transportation service, complete with a memory foam mattress, kitchen and mini bar, a washroom and work space.

Ein Tür-zu-Tür - Transportservice für Reisende, mit einer Schlafmöglichkeit, einer Küche und Minibar, einem Waschraum und einer Arbeitsmöglichkeit.

Das Ganze elektrisch angetrieben, wobei der Strom von eigenen Solaranlagen geliefert wird.

Dieses "selbstfahrende Hotelzimmer" wäre damit Teil einer Autonomous Hotel Chain, einer autonom funktionierenden Hotelkette. Das Auto wäre ein Mix aus persönlichem gemietetem Auto und Hotelzimmer.

Wenn die E-Autos nicht genutzt werden, docken sie an dem Haupthotel an. So daß sie dieses um weitere Zimmer ergänzen. Gäste könnten wählen, welchen Grad von Luxus und Komfort sie wünschen. Oder sie buchen sich Sonderwünsche dazu. Hinzu kommt ein großzügiger Platz für Gepäck.

Die Fahrzeuge sollen mit "Smart Glass" gebaut werden, das bei Bedarf gedimmt werden kann. So daß ein Blick von Außen nach innen nicht mehr möglich ist.

Ein solches Modell hieße, daß Geschäftsreisende zu dem Termin fahren. Und anschließend womöglich gar nicht mehr ins Hotel zurückkehren, sondern in diesem Vehikel "um die Ecke" parken und dort übernachten.

Der Ursprungsartikel bei Curbed:

Self-driving car is actually a tiny hotel suite on wheels - Never stand in airport security again

https://www.curbed.com/2018/8/20/17760422/self-driving-car-autonomous-travel-hotel-room

Da findet sich der Begriff des "Micro Hotel Room".

Wenn das E-Auto an dem Haupthotel andockt, ergäbe sich ein größerer Raum, eine "parent Suite". Das autonome Hotel könnte zusätzliche Räume für Gymnastik, Spa, Besprechungen und Essen bieten.

Steve Lee, der Erfinder dieses Konzepts, meint, daß diese Autos sogar günstiger sein könnten als viele Hotels. Weil sie die Preise für den Transport und das Hotel kombinieren.

Familien und Gruppen könnten großzügig Platz haben, das sei sowohl privat als auch sehr flexibel. Sicherheitskontrollen (am Flughafen) und Probleme durch Flugverzögerungen würden entfallen. Das ist also auch als Ersatz für Flugzeuge gedacht. Allerdings ist dann die Rede davon, daß sich so ein Konzept nur in dicht bevölkerten Gegenden lohnen würde. Außerhalb seien die denkbaren Probleme mit zu wenig Sonne oder einem nicht vorhandenen Haupthotel zu groß.

Das Konzept ist eines von drei Finalisten beim diesjährigen Radical Innovation Awards. Der Preis wird am 03.10.2018 bekannt gegeben. Interessant daran ist, daß das Konzept zwei Dinge zusammendenkt, die derzeit getrennt sind: Hotelzimmer und der Transport: Von der Privatwohnung in die Stadt des Kunden, dort zum Kunden und wieder zum Hotel zurück.

Auf der Website

http://www.aprilli.com/

finden sich zwar diverse Projekte. Aber die News enden alle 2016, dieses Konzept fehlt.

Porcelain Bowls created with Balloons - feingliedrige Porzellan-Schalen, die mit Luftballons erzeugt werden - die Porzellan-Kunstwerke von Guy Van Leemput

04.09.2018 23:56:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Porzellan-Schalen dürften die meisten Leute an einfarbige, glatte und relativ massive Gegenstände denken. Der in Belgien lebende Porzellankünstler Guy Van Leemput hat jedoch eine ganz eigene Technik entwickelt, um Porzellankunstwerke herzustellen.

Er startet mit einem Luftballon. Auf diesen legt er erste kleine Stücke aus Porzellan-Rohmasse auf. Etwa schnurartige kleine Stücke, die er zu Kreisen formt. Das wird mit Porzellan-Rohmasse verstrichen. Nach einem gewissen Trocknen wird der Ballon angestochen, schrumpft und wird herausgezogen.

Schließlich wird der so erzeugte Rohling gebrannt.
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Bilder bei Fubiz: Porcelain Bowls Made with Balloons

http://www.fubiz.net/en/2018/09/03/porcelain-bowls-made-with-balloons-2/

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Diverse weitere Bilder gibt es auf der Website:

Guy Van Leemput (Belgien)

http://www.guyvanleemput.be/

Dort ist auch ein Video von 2016 verlinkt, das den gesamten Prozess der Herstellung zeigt.

Guy Van Leemput - ondersteboven van porselein - topsy-turvy porcelain (14:52):

https://www.youtube.com/watch?v=hdVgmuvUgjk

> Decoration techniques: Guy Van Leemput shows how he makes a porcelain bowl and fires it upside down.
> Video made for the June 2016 issue of the Dutch digital ceramics magazine 'de kleine K'.

Da sieht man wesentliche Teile der Herstellung einer kleinen Porzellanschüssel. Erst wird der Luftballon aufgeblasen. Dann werden die einzelnen Elemente - teils flächig, teils kleine Porzellanschnüre, die zu Kreisen geformt werden - aufgelegt und mit Inhalt gefüllt.

Das "Zerstören des Luftballons" geschieht sehr vorsichtig. Der wird mit einer eher dicken Nadel angestochen, so daß er nicht reißt, sondern durch Hochziehen die Luft kontrolliert entweichen kann. Anschließend wird der Rohling von innen her behandelt, so daß kleine Löcher, die nun sichtbar sind, mit Porzellanmasse verschlossen werden.

Der Rohling wird schließlich sehr vorsichtig auf einen Ständer gesetzt und ebenso vorsichtig zum Brennofen getragen und dort eingestellt.

Der Brennofen sieht nach einer Eigenkonstruktion aus. Die Frontseite besteht aus diversen einzelnen, nummerierten Steinen, die passend übereinandergeschichtet werden. So daß nach dem Brennen diese Steine der Reihe nach herausgenommen werden und den Blick auf das Ergebnis ermöglichen.

Das Ergebnis ist - wie bei Porzellan üblich - geschrumpft.

Wenn man - mit diesem Video im Hinterkopf - sich nochmals die Porzellanschalen auf der Website ansieht: Dann ist die Außenstruktur dieser Beispielschale eher einfach.

Die "großen Schalen" auf der Website haben sehr einheitliche Strukturen. Muster, die sich gleichförmig über die gesamte Schale ziehen.

Technisch dürfte für die Erstellung einer Schale nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen. Ein Luftballon verliert mit der Zeit Luft, damit schrumpft die Hülle. Die Idee muß also im Vorfeld festgelegt werden, so daß die benötigten Elemente aus der Porzellan-Rohmasse ebenfalls vorgefertigt werden können. Diese müssen zügig auf die "kugelförmige Leinwand" aufgebracht werden.

Die Website enthält die Porzellanarbeiten sortiert nach Jahren. Wenn man sich von 2013 bis 2018 durchklickt, dann sieht es fast so aus, als ob in diesem Zeitraum die Schalen komplexer und gleichmäßiger geworden seien. Weil der Künstler mehr Erfahrung gesammelt hat und damit schneller geworden ist. So daß der Luftballon seine Form besser bewahrt hat.

The Ocean Cleanup - ein System, das den Pazifik vom Plastikmüll befreien möchte - von Boyan Slat 2015 gestartet - nun kurz vor dem Launch

03.09.2018 23:57:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Plastikmüll im Wasser: Wer hier in der Stadt oder auf dem Land, weit weg von der Küste lebt, für den ist das eher ein abstraktes Problem.

Anders sieht das aus, wenn man selbst am Ozean lebt und sieht, was alles angeschwemmt wird.

Der damals 20-jährige Boyan Slat hat 2015 damit begonnen, eine Idee zu entwickeln, wie man die Ozeane vom Plastikmüll befreien könnte.

Das von ihm entworfene System soll in wenigen Tagen, am 08. September 2018, starten.
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World’s Largest Ocean Cleanup System Is Finally Ready to Launch

https://mymodernmet.com/boyan-slat-ocean-cleanup-launch/

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Das System basiert auf einer 2000 Fuß (etwas über 600 Meter) Röhre, die auf dem Wasser schwimmt und in einem Halbkreis gebogen ist. Durch die Strömung bewegt sich die Röhre und sammelt innen Plastikmüll ein. Alle paar Monate soll ein Schiff kommen und das Plastik einsammeln, so daß es an Land recycelt werden kann.

Das System soll in der San Francisco Bay ins Wasser kommen und dann in Richtung Pazifik starten: Zum Great Pacific Garbage Patch.

Vor San Francisco befindet sich wohl eine Gegend, in der die Konzentration von Plastikmüll am größten ist. Da soll das System hin.

Ein Video auf YouTube erklärt das Prinzip:

The Ocean Cleanup Technology, Explained

https://www.youtube.com/watch?v=O1EAeNdTFHU

Ein klassisches "Einfangen" mit Schiffen und Netzen würde tausende von Jahren benötigen. Stattdessen:

> Our passive systems are estimated to remove half the Great Pacific Garbage patch in just five years, and at a fraction of the cost.

Das System besteht aus einer 600 - Meter - Röhre, an der eine 3 Meter tiefe Gitterstruktur hängt. Die aber dicht ist. Die Röhre sorgt für den Auftrieb - und das Plastik kommt nicht über den Rand. Das Gitter sorgt dafür, daß kleinere Teile nicht unten rausschwimmen. Bewegt sich die Röhre, gibt es bei dem Gitter eine Abwärtsströmung, die es Tieren ermöglichen soll, da drunter durchzuschwimmen.

Das System nutzt Wind, Wellen und Strömungen aus. Hauptantrieb soll die Strömung sein. Das System bewegt sich aber schneller fort als Plastik, so daß Plastikmüll eingefangen wird. Das Gitter ist in der Mitte der Röhre tiefer als an den Rändern. Das führt aus physikalischen Gründen dazu, daß die Röhre eine U-Form bildet und Plastik im Inneren konzentriert. Wie ein Trichter.

Das System müßte dann zwangsläufig dorthin driften, wo es auch die höchste Plastikkonzentration gibt.

Solaranlagen sorgen für Licht, es gibt Anti-Kollisionssysteme, Kameras und Sensoren, ferner Antennen, die ständig die Position übermitteln. Ferner liefert es ständig Performancedaten.

Später sollen 60 dieser Systeme im Pazifik aktiv sein. Diese Flotte müßte 50 % des Pazifik-Mülls bewältigen können. Innerhalb von fünf Jahren.

Die Website:

The Ocean Cleanup

https://www.theoceancleanup.com/

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Unter

Technology

https://www.theoceancleanup.com/technology/

finden sich dieselben Informationen in Textform. Plus Grafiken.

Eine 120-Meter-Röhre hatte Tests mit 5 Meter - Wellen gut bewältigt.

Die drei Grundprinzipien:

Autonom: Das System steuert sich selbst.
Energieneutral: Die Energieversorgung basiert auf Solarenergie.
Skalierbar: Das erste System wird diverse Daten liefern. So daß weitere Systeme nach demselben Prinzip gestartet werden können.

Auf dem Instagram-Account

The Ocean Cleanup

https://www.instagram.com/theoceancleanup/

gibt es ein kleines Video, das die Röhre bereits größtenteils im Wasser zeigt:

https://www.instagram.com/p/Bm85amynJIo/

Ein Teil ist noch an Land.

Mal sehen, welche Mengen an Plastik da eingesammelt werden.

Knot - ein simpler, nachhaltiger und verblüffender Stuhl - aus geflochtenem Bambus - ähnlich Feelex - Bambusmöbel - von Qiaolin Gong

02.09.2018 23:52:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Stuhl aus Bambus: Das klingt erst einmal "unaufgeregt". Aber sieht man sich den Stuhl an, dann kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Wie wurde das gemacht?

Leider finden sich kaum Hinweise auf die Herstellung.
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I LOVE YOU, KNOT

http://www.yankodesign.com/2018/08/30/i-love-you-knot/

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> The natural material is bent using a unique crisscross weave that reinforces its natural strength and creates an exquisite, sculptural aesthetic. Lightweight, long-lasting and integrable into a variety of styles, it’s sure to be a timeless addition to any interior.

Die Bambusstreifen sind in einer Art und Weise kreuz und quer miteinander verflochten, daß sich eine ganz eigene, skulpturale Ästhetik ergibt. Leicht, langlebig und integrierbar in eine Vielzahl unterschiedlicher Stile, ist das eine Möglichkeit, jeder Inneneinrichtung etwas Zeitloses hinzuzufügen.

Qiaolin Gong ist Master-Studentin in Hangzhou, China.

https://www.behance.net/gongqiaoli1cba

Dort

Knot Chair Bamboo Furniture

https://www.behance.net/gallery/68918481/Knot-Chair-Bamboo-Furniture

finden sich wenige Hinweise dazu, wie das gemacht wird. Bambus wird in China vielfältig genutzt, in China gibt es 85 % der weltweiten Bambusressourcen.

Häufig wird Bambus nur für geringwertige Produkte mit einer eher kürzeren Lebensdauer genutzt. Bambusplatten werden meist nur als Bodenbelag oder in der Konstruktion genutzt.

Der genutzte Moso-Bambus liefert sehr lange und dicke Streifen, die sich aber mit geeigneten Werkzeugen biegen lassen. Für den menschlichen Körper ist das ein angenehmes Sitzen.

Auf der einen Modellansicht von oben (mit Schrauben) sieht man, wie diese schleifenförmige Struktur aufgebaut ist:

Das sind insgesamt vier lange Streifen, die zu dem Knotenmuster verflochten werden und die jeweils paarweise in den Füßen enden.

Eine zweite Gallerie:

Feelex - Bamboo Furniture

https://www.behance.net/gallery/69212491/Feelex-Bamboo-Furniture

Feelex = Feel and flex. Da tauchen alle Produktionsschritte auf. Wie aus sehr langen flachen Bambusstäben verschiedene, ineinander verflochtene Stühle und Hocker werden.

Das Biegen, so daß sich ein 90°-Winkel ergibt, ist wohl besonders kritisch. Manchmal splittert der Bambus ab.

Am Schluß werden jedenfalls Unebenheiten beseitigt, der Bambus wird poliert. Und am Ende mit Holzöl gewachst.

Infrared Photographs - Infrarot-Photographie - die französische Dordogne in Gelb von Pierre-Louis Ferrer, Guayaquil (Ecuador) in Rot von Vicente Munoz

01.09.2018 23:58:03, Jürgen Auer, keine Kommentare

Landschaften in Infrarot-Aufnahmen: Da werden alle Blätter und das Gras gelb, während Häuser und Steintreppen in ihrer gewohnten Darstellung erscheinen. Oder Pflanzen erscheinen in einem weinroten Ton.

Verblüffenderweise gibt es sowohl bei ThisIsColossal als auch bei DesignBoom je einen Artikel dazu. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Photographen, die mit unterschiedlichen Techniken unterschiedliche Farbtöne erzeugen.
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Infrared Photographs by Pierre-Louis Ferrer Capture French Landscapes in Bright Yellow Hues

https://www.thisiscolossal.com/2018/08/infrared-photographs-by-pierre-louis-ferrer/

infrared photography shot by vicente muñoz uncovers urbanization vs. nature

https://www.designboom.com/art/vicente-mun%CC%83oz-sublimis-infrared-09-01-18/

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Bei den französischen Aufnahmen "badet das Land in Kanariengelb". Er nutzt eine Mischung aus Infrarot- und Ultraviolett-Empfindlichkeit. Verblüffend ist, wie das Gehirn durch die Bilder irritiert wird. Bei Bildern, auf denen fast nur Sträucher und Bäume zu sehen ist (also viel Gelb und wenige Steine der Wege), sagt das Gehirn: "Das ist Wüste". Aber in der Wüste gibt es keine gelben Bäume!

Seine Technik:

> “I use a selective filter that let’s pass a large part of infrared light and a small part of visible light,” Ferrer explains. “The main subjects of this technique are trees and foliage because they react a lot under infrared light.”

Er nutzt einen Filter, der einen hohen Anteil von Infrarot-Licht und einen kleinen Teil des sichtbaren Lichts durchläßt. Hauptgegenstände für solche Photographien sind Bäume und Laub, weil sie stark unter Infrarotlicht reagieren.

Auf seiner Website

Infrarouge

http://www.plferrer.photos/gallery/infrarouge/

finden sich diese gelbgeprägten Aufnahmen noch nicht. Dafür gibt es dort ebenfalls Aufnahmen in diesem weinroten Ton.

Vicente Muñoz verwendet in Guayaquil eine Technik der "Sublimation on Aluminum", deshalb der dortige Projekttitel "Sublimis". Die Serie

> explore the inevitable struggle of man against nature—his desire to control and tame it through the constant thrust of urbanization.

Da wird eine Technik genutzt, die in Kampfgebieten genutzt wird, um Gegner aufzuspüren. Das Filmmaterial wurde wohl 2011 zuletzt produziert, er fand aber noch Material auf dem Sekundärmarkt.

Bei den oberen Photos gibt es großflächige Wälder, die in einem leuchtenden Rot erscheinen. Hafenanlagen sind dagegen nüchtern-grau. Verblüffend ist bei den folgenden Aufnahmen von Bäumen in Städten, daß man so quasi jedes einzelne Blatt sieht, das sich scharf vom Stein-Hintergrund abhebt. Zwei Luftaufnahmen einer Stadt zeigen, wo es überall Bäume gibt. Aber auch: An wievielen Ecken Bäume fehlen.

Die Website:

Sublimis

http://vicentemunoz.xyz/projects/sublimis

> In this series, nature is dramatized and abstracted by a vibrant red color, a product of the interpretation of the infrared signal of the film.

Man müßte solche Aufnahmen mal von Berlin oder anderen Großstädten anfertigen. Wobei Berlin teilweise grüner ist als sich dies Touristen vorstellen können. Denn hier gibt es aufgrund der Blockrandbebauung häufig im Blockinneren diverse Bäume. Nur sind diese von der Straße her gar nicht sichtbar.

MagicScroll - Touch Screen Tablet to roll and scroll - ein Gerät, angelehnt an historische Schriftrollen, zum Rollen und Scrollen - Entwicklung an der Queens University

31.08.2018 23:55:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im Altertum gab es Schriftrollen: Papyrus- oder Pergamentbahnen, mit Text beschriftet, die aufgerollt aufbewahrt wurden. Zum Lesen läßt sich eine Schriftrolle entweder von einem Stab auf einen anderen Stab rollen. Oder man rollt die Schriftrolle etwas auseinander, liest das - und rollt es wieder zurück.

Diese Techniken tauchen nun auch bei MagicScroll auf. Ein Gerät, das einen gerollten Touchscreen enthält, der gesteuert werden kann.

Man hält bsp. das linke Rad fest, dreht das rechte. Das entspricht einem Nach-unten-Scrollen auf der Seite.

Aber: Der nur an der Rolle eingerastete Touchscreen läßt sich an einer Seite auch lösen. Dann hat man einen 7,5 - Zoll - Bildschirm.

Wer will, kann mit der "Stange" auch telefonieren.
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MagicScroll is a flexible, touch-screen tablet that can roll and scroll

https://www.designboom.com/technology/magicscroll-flexible-touch-screen-tablet-08-31-2018/

Das Video zeigt die Verwendungsmöglichkeiten:

An iPad That Fits Your Pocket: Introducing a Roll-up Tablet With Flexible Screen Real Estate

https://www.youtube.com/watch?v=hR6UMm4LcOc

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Das Prinzip:

> A Queen’s University research team has taken a page from history, rolled it up and created the MagicScroll – a roll-able touch-screen tablet designed to capture the seamless flexible screen real estate of ancient scrolls in a modern-day device.

Eine historische Seite, aufgerollt - das Ergebnis ist der MagicScroll. Der innere Zylinder entstand per 3D-Druck. Er enthält zusätzlich die Technik zum Steuern des Bildschirms.

Die eigentlich coole Idee sind die beiden Rollen:

> Two rotary wheels at either end of the cylinder allow the user to scroll through information on the touch screen.

Man muß damit nicht ständig wischen, sondern hat diese "handfesten Räder" in den Händen. Findet ein Nutzer etwas Interessantes, wird aufgeklappt:

> When a user narrows in on an interesting piece of content that they would like to examine more deeply, the display can be unrolled and function as a tablet display.

Vorteile gegenüber einem üblichen iPad:

> Its light weight and cylindrical body makes it much easier to hold with one hand than an iPad. When rolled up, it fits your pocket and can be used as a phone, dictation device or pointing device.

Das Gerät ist leicht, der Zylinder macht die Ein-Hand-Nutzung einfacher. Aufgerollt paßt das in jede kleine Tasche und läßt sich als Telefon, Diktiergerät oder Zeigegerät verwenden.

Bei der Queens University:

an ipad that fits your pocket: introducing a roll-up tablet with flexible screen real estate

http://www.hml.queensu.ca/magicscroll

Die historische Technik als Vorbild:

> “We were inspired by the design of ancient scrolls because their form allows for a more natural, uninterrupted experience of long visual timelines,”

Das Lesen per Schriftrolle ermöglicht ein kontinuierliches, natürliches Lesen.

Der Prototyp enthält eine Kamera. Mit der könnte später das Gerät auch per Gesten gesteuert werden. Die Räder könnten um einen Antrieb ergänzt werden. So daß das Gerät bei bestimmten Ereignissen eigenständig herumrollt.

Später könnte es auch gelingen, die Dimensionen zu verkleinern. So daß das Gerät die Größe eines Stiftes haben kann.

Das Gerät wird bei der MobileHCI vorgestellt. Die findet am 04.09.2018 in Barcelona statt.

Oasia Hotel Downtown in Singapur - 30-stöckiges Green Building im tropischen Klima mit pflanzenbehangener Gitterfassade wird allmählich grün - von Woha Architects

30.08.2018 23:54:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie baut man in den Tropen ein Hochhaus? Aus Stahl und Glas, so wie in Europa und Nordamerika? Da läuft man Gefahr, daß sich das Gebäude ständig aufheizt.

In Singapur hatten deshalb Woha Architects für das Oasia Hotel, ein 30-stöckiges Hochhaus, eine Fassade entworfen, die aus rötlichen Gitterelementen besteht. Und die schrittweise mit Grünpflanzen zuwachsen soll. Da gab es vor etwa 1,5 Jahren einen Bericht bei Inhabitat darüber.

Inzwischen ist die Fassade teilweise schon zugewachsen.
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New images show greenery engulfing Singapore’s tropical skyscraper

https://inhabitat.com/new-images-show-greenery-engulfing-singapores-tropical-skyscraper/

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Innen setzt sich diese Mischung aus "Innen und Außen" fort. Auf dem Dach gibt es einen großen Sky-Garden, der Pools und Bäume enthält. Die eigentliche Dachfläche ist nicht "am Dach". Stattdessen geht die Außenfassade mitsamt dem Pflanzenwuchs noch deutlich über den Sky Garden hinaus, so daß dieser verschattet wird.

Die Fassade besteht aus rotem, maschenartig angeordnetem Aluminium. Mehr als 20 verschiedene Arten von Schlingpflanzen und Rankengewächsen / Reben bevölkern die Fassade. Die Pflanzen wurden auch danach ausgesucht, daß sie pflegeleicht sind und daß sie starke Winde vertragen.

Das Gebäude ist etwa 600 Fuß hoch (182 Meter). Drei massive Veranden gibt es im 6., 12. und 21. Stockwerk. Eine luxuriöse Dachterrasse gibt es im Stock 27.

Von dort geht die Außenkonstruktion noch um 10 Stockwerke nach oben. Die Dachterrasse wirkt damit wie eine versteckte Oase.

Auf der Seite von Woha

Oasia Hotel Downtown

http://www.woha.net/#Oasia-Hotel-Downtown

gibt es diverse Nahaufnahmen des Gitters. Da sieht man auch, daß die Gitterfarbe teils einheitlich rot ist. Teils sind das senkrechte Streifen mit sehr unterschiedlichen Rottönen.

In dem Beitrag vom 08.12.2016

This plant-covered Singapore skyscraper is the tropical building of the future

https://inhabitat.com/this-plant-covered-singapore-skyscraper-could-be-the-tropical-building-of-the-future/

ist die Rede davon, daß das Gebäude ein Modell für Hochhäuser in den Tropen sein könnte. Da die vielen Pflanzen für eine natürliche Kühlung sorgen.

Den Auftraggebern sei es noch nicht mal so um ein besonders ökologisches Gebäude gegangen. Sie wollten einfach nur ein umwerfendes Gebäude. Aber Richard Hassell, einer der Woha-Mitgründer, meint, daß das Gebäude deutlich weniger Energie verbrauchen dürfte. Und:

> “What’s interesting is the emotional appeal it has for people all over the world…Examining the central business districts of so many cities is like looking at the moon from the Earth; one is filled with life, the other is just this collection of dead stone. With Oasia, we’ve seen so many birds and insects flying around the building. People respond so well to seeing a hummingbird flying right outside their office window.”

Die zentralen Geschäftsbezirke in Großstädten: Sie sehen aus wie der Mond von der Erde. Die einen sind voller Leben, die anderen sind nur Ansammlungen toter Steine. Beim Oasia-Hotel sehen wir so viele Vögel und Insekten rund um das Gebäude. Personen reagieren positiv darauf, wenn sie einen Kolibri außerhalb des Office-Fensters sehen.

Wohl wahr. Wenn man auf den Bildern direkt daneben die steinern-gläsernen Klötze sieht: Wo wollen Leute wohl eher arbeiten?

Leider ist das nur ein Hotel. Das müßten Büroarbeitsplätze sein. Und das sollten sich mal andere Städte als Vorbild nehmen.

Eine Million E-Autos in Europa - Schwellenwert vor den USA, aber ein Jahr nach China erreicht

29.08.2018 23:47:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

Im ersten Halbjahr 2018 sind die Verkäufe von E-Autos in Europa (geographisch, nicht nur die EU) deutlich angestiegen. Insgesamt wurden 195.000 Fahrzeuge verkauft, ein 42 % - Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Damit ist die Schwelle von einer Million zugelassener E-Autos erreicht. Die USA dürften diese Schwelle im Laufe des Jahres erreichen. China hatte das schon im letzten Jahr geschafft. Vor etwa einem Jahr.
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Europe officially has more than one million electric cars

https://inhabitat.com/europe-officially-has-more-than-one-million-electric-cars/

Der zugrunde liegende Beitrag im Guardian:

Electric cars exceed 1m in Europe as sales soar by more than 40%

https://www.theguardian.com/environment/2018/aug/26/electric-cars-exceed-1m-in-europe-as-sales-soar-by-more-than-40-per-cent

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In dem Guardian-Beitrag gibt es eine Grafik, welche die aktuelle Verteilung zeigt:

Norwegen führt die Statistik der reinen E-Auto-Verkäufe mit etwas über 20.000 E-Autos an. Gefolgt von Deutschland mit ziemlich genau 20.000.

In beiden Ländern liegt der Anteil der Hybrid-Autoverkäufe bei etwas über 15.000. In Großbritannien gab es dagegen über 20.000 Hybrid-Verkäufe. Dagegen nur etwa 9000 E-Autos.

Die eigentliche Original-Datenquelle bei EV-Volumes:

Europe Plug-in Sales Results for 2018 H1

http://www.ev-volumes.com/country/total-euefta-plug-in-vehicle-volumes-2/

Viktor Irle, ein dortiger Market Analyst:

> “A stock of one million electric vehicles is an important milestone on the road to electrification and meeting emission targets but it is of course not enough.”

Norwegen ist beim Bestand in Europa führend: 21 % BEV (Battery Electric Vehicles, batteriegetriebene Autos) und 16 % PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicles).

In Europa liegt der Gesamtanteil noch bei etwa 2 %, ungefähr zur Hälfte BEV und PHEV. Deutschland liegt leicht unter den 2 %.

Insgesamt wird mit 1,35 Millionen E-Autos am Jahresende gerechnet. Wobei da Hybridautos mitzählen. Das dürfte ein Marktanteil von 2,35 % werden.

Beim Wachstum ist aktuell Deutschland schneller (Guardian):

> However, rapid growth in Germany means Europe’s biggest car market is set to overtake Norway by the end of the year for total sales.

So daß die Zahl der absoluten Verkäufe am Jahresende in Deutschland am höchsten liegen könnte.

Interessant ist, daß es diverse Modelle mit langen Wartezeiten gibt (ev-volumes):

> Models with more than 10 000 unfulfilled orders, each, are Hyundai Kona, VW e-Golf, Jaguar i-Pace and Nissan Leaf and obviously the Tesla Model 3, all of them BEVs.

Also mindestens 5 Modelle mit mehr als 10.000 offenen Bestellungen.

Bei einem aktuellen Marktanteil von 2 % und einem geschätzten Marktanteil von 2,35 % zum Jahresende wären das bei ungefähr gleichem Wachstum Ende 2019 3 % Gesamt-Marktanteil.

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