The Deep Sea - Website to scroll down to the Bottom of the Ocean - Website zeigt das Leben in der Tiefsee

27.12.2019 23:41:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das tierische und pflanzliche Leben auf dem Land ist so einigermaßen bekannt. Ganz anders sieht es dagegen mit dem Leben im Wasser und vor allem in der Tiefsee aus.

Da führen Tiefsee-Erkundungen zu immer wieder neuen Ergebnissen.

Ferner dürfte es so einigen Leuten wie mir gehen: Wie tief können bestimmte Fische tauchen? Keine Ahnung.

Die Website "The Deep Sea" nutzt das "Endlosscrollen" als Technik, so daß der Leser die Tiefe erkunden kann. Simpel gestrickt, nur Bilder und Texte. Aber schön gemacht.
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This Website Lets You to Scroll to the Bottom of the Ocean and Discover Deep Sea Animal Life

https://mymodernmet.com/the-deep-sea/

Die Seite direkt:

The Deep Sea

https://neal.fun/deep-sea/

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10924 Meter: Das ist der tiefste Punkt im Meer.

Ganz oben ist das noch "relativ übersichtlich". Eisbären können bis zu 30 Meter tief tauchen. Flundern schaffen 72 Meter, der Beluga-Wal 78 Meter, Killerwale 108 Meter.

Seelöwen schaffen es tiefer, bis etwa 138 Meter, die Green Sea Turtle bewältigt 170 Meter. Bei etwa 200 Metern beginnt THE TWILIGHT ZONE, die Dämmerzone.

Die THICK-BILLED MURRE DIVE, die Dickschnabellumme, kommt so tief, ähnlich der Wolf Eel, der Seewolf. Bei 270 Metern ist für den Großen Weißen Hai Schluß, der große Tümmler, eine Delphinart, schafft 290 Meter.

> At 332 meters, this is the deepest any human has ever scuba dived. Set by Ahmed Gabr in 2014.

Bei 332 war für tauchende Menschen die Grenze erreicht.

Der Mako Hai schafft 500 Meter, Kaiserpinguine 530 Meter.

In 640 Meter Tiefe gibt es Riesenkrabben:

> The Japanese Spider Crab is the largest known crab with a maximum leg span of 3.8m.

Der große pazifische Oktopus kann bis zu 760 Meter tief runtertauchen.

Pottwale schaffen etwa 900 Meter, getoppt von den

> Leatherback Sea Turtles are the oldest sea turtle species.

die auch noch 50 Meter tiefer zu finden sind. Der BAIRD'S BEAKED WHALE, der Baird-Schnabelwal, kommt 970 Meter tief.

Dort beginnt die Dunkelzone, weil hier keinerlei Sonnenlicht mehr herunterkommt. Das führt zu neuen Anpassungen:

> Many deep-sea creatures cope by creating light themselves - also known as bioluminescence

Tiere haben ihre eigenen Leuchtquellen. Und teils sehr hohe Lebenserwartungen:

> The Orange Roughy can live up to 200 years. Deep sea life often have elongated life spans.

Bei 1300 Metern findet sich ein Fossil:

> Goblin Sharks are known as "living fossils" because they're the only living species of a lineage that has existed for 125 million years.

Auch die Bubblegum-Koralle kann so tief noch existieren.

Yeti-Krabben, die in 1600 Metern Tiefe an hydrothermalischen Quellen leben. Aber selbst dort gibt es noch Tiere, die pendeln:

> Sixgill Sharks spend the day in deep waters and the night in shallow waters. They can be found all over the world.

Eine Tiefe von 1700 Metern. Ebenso Narwale, die bis zu 15 mal pro Tag tief tauchen, um Nahrung zu finden.

Das Essen dort unten ist rar. Die Anpassung bei 2100 Metern:

> Meals are rare in the deep sea. Deep sea creatures have adapted to this - one Giant Isopod in captivity went five years without eating.

Fünf Jahre lang ohne Nahrung auskommen. Der Grönlandhai kommt auch in diese Tiefen, ebenso

> Colossal Squid are the largest known squid species. They can reach a length of 10 meters and weigh up to 700 kg.

Und dann - stolpert man bei 2400 Metern Tiefe über Seeelefanten. Warum die so tief tauchen?

> Black Swallowers can swallow entire fish whole - even those vastly larger than themselves!

Der schafft 2700 Meter. Vampir-Tintenfische fressen maritimen Schnee - organisches Material, das von oben herunterkommt. Knapp 3000 Meter.

Da ist die Grenze für Säugetiere erreicht:

> Cuvier's Beaked Whales are the deepest diving mammals.

Aber nicht für Haie. Der Cookiecutter-Hai

> This shark takes cookie-shaped chunks out of its prey.

ist noch in 3400 Metern Tiefe zu finden.

Bei 3700 Metern ist die durchschnittliche Meerestiefe erreicht. Aber es gibt Stellen, die deutlich tiefer sind. Die Titanic liegt auf 3800 Metern. Bei 4000 Metern beginnt

> THE ABYSSAL ZONE

> The temperature here is near freezing and very few animals can survive the extreme pressure.

Aber selbst dort gibt es noch Haie.

Bei 5400 Metern:

> This is the deepest point of the Manila Trench in the South China Sea.

Bei 6000 Metern beginnt die "Hadal Zone": Mehr Leute waren auf dem Mond als dort. Da ist dann auch noch kaum mehr etwas bekannt.

Bei 7450 Metern:

> This is the deepest point of the Java Trench in the Indian Ocean.

Bei 8600 Metern:

> This is the lowest point of the Puerto Rico Trench.

Bei 8850 Metern würde der Mount Everest komplett reinpassen.

Schließlich der Versuch, "ganz nach unten" zu kommen: An den tiefsten Punkt.

> On January 23rd, 1960, about 9 years before the moon landing, humans went where they never had before.
> Two men, Jacques Piccard and Don Walsh, onboard the submarine Trieste slowly descended into the Mariana Trench

Angesichts des immensen Wasserdrucks wäre jeder Fehler tödlich. Nach 4 Stunden und 47 Minuten hatten sie den tiefsten Punkt erreicht.

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Die Website ist insofern spannend, weil das "angepaßte Scrollen" die Dimensionen der Tiefsee verdeutlichen. Wenn man rechts mit der Maus den Scrollbalken schnell hoch- und wieder runterzieht, sieht man sehr anschaulich, wie das in der Tiefe "immer dunkler" wird.

Wooden BookWorm pavilion in Mumbai - hölzerner Bücherwurm-Pavillon schlängelt sich durch den Garten des Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museums in Mumbai

26.12.2019 23:56:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein hölzerner Bücherwurm schlängelt sich noch bis Ende Dezember durch den Garten des Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museums (CSMVS) in Mumbai.

Entworfen von dem indischen Architekturbüro Nudes soll er Kinder und Erwachsene zum Lesen anregen.

Als Reaktion auf das 4. Ziel der Vereinten Nationen: #Envision2030 Goal 4: Quality Education.

Goal 4: Ensure inclusive and equitable quality education and promote lifelong learning opportunities for all

https://www.un.org/development/desa/disabilities/envision2030-goal4.html

Anstatt sich an der üblichen, manchmal eher einschüchternden Struktur von Bibliotheken, Schulen und Museen zu orientieren, sollte der Pavillon ein

> "fun and welcoming space"

sein, zugänglich für alle.
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Nudes designs wooden book pavilion to encourage reading in Mumbai

https://www.dezeen.com/2019/12/26/wooden-book-worm-nudes-pavilion-architecture-mumbai/

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Ziel sei es gewesen, eine Art Buchlandschaft zu schaffen. So daß Kinder und ihre Eltern eingeladen sind, gleichzeitig zu erkunden und zu lernen.

> "We wanted to make reading a fun activity, encourage children to pick books and read, irrespective of language."

Lesen soll als lustige Tätigkeit erlebt werden, die den Kindern Spaß macht. So daß sie sich Bücher herausgreifen und lesen.

35 Meter ist der gesamte Pavillon lang. Das sind zwei voneinander unabhängige Strukturen aus Holzelementen, die sich nebeneinander durch den Museumspark schlängeln. V-förmige Elemente in wechselnden Höhen und Breiten.

Die Flächen können sowohl für das Abstellen von Büchern als auch zum Hinsetzen genutzt werden. Teilweise ist das in Gerüst so hoch, daß man sich auch im Inneren davon bewegen kann. Da ist es schattiger.

Insgesamt bestehen beide Elemente aus etwa 3600 Holzbauteilen. Platz ist für etwa 12.000 Bücher.

Die modularen Elemente wurden an anderer Stelle vorgefertigt und vor Ort zusammengebaut. Der Pavillon steht noch bis Ende Dezember im Museumsgarten. Dann wird er dort abgebaut und soll an unterschiedlichen Stellen in Indien wieder aufgebaut werden.

> "We are hoping that the BookWorm travels across the country in both rural and urban areas, spreading the message of 'empowerment through education'".

Sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gegenden soll der BookWorm aufgebaut werden. Um die Botschaft "Stärkung durch Bildung" zu verbreiten.

Unterstützt wird das Projekt von der Priyarsi Art Gallery in Mumbai und dem CSMVS Museum.

Moldy Bread shows how many germs are on our hands - Brotscheiben mit gewaschenen und ungewaschenen Händen berührt - deutlicher Unterschied bei der Schimmelbildung

25.12.2019 23:44:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie zeigt man Kindern, daß Händewaschen wichtig ist? Die beiden Pädagogen Jaralee Metcalf und Dayna Robertson vom C.S. Mott Children's Hospital von der University of Michigan in Ann Arbor, westlich von Detroit gelegen, haben sich einen einfachen Test ausgedacht.

Fünf einfache Scheiben Weißbrot. Eine Kontrollscheibe wurde unberührt gelassen. Die nächste wurde von Händen angefaßt, die mit warmem Wasser und Seife gereinigt wurden.

Die dritte Scheibe wurde von Händen angefaßt, die mit einem Desinfektionsmittel gereinigt wurden.

Die vierte Scheibe wurde mit nicht gewaschenen Händen angefaßt. Mit der fünften wurde ein Laptop abgerieben.

Dann kamen alle Scheiben jeweils in eine Kunststoffhülle und wurden ein paar Tage sichtbar aufgehängt.
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Moldy Bread Science Experiment Is a Gross Reminder of How Many Germs Are on Our Hands

https://mymodernmet.com/moldy-bread-science-experiment/

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Das Ergebnis ist beeindruckend: Das Kontrollbrot sah praktisch unverändert aus. Ebenso das Brot, bei dem die Hände mit Wasser und Seife gereinigt worden waren.

Aber schon die mit Händedesinfektionsmittel gereinigten Hände produzierten deutliche Schimmelflecken.

Die Brote, die ungereinigte Hände bzw. den Laptop über sich ergehen lassen mußten, waren großflächig verschimmelt.

Auf

How Clean Are Your Hands?

https://www.mottchildren.org/posts/camp-little-victors/dirty-hands

findet sich eine Anleitung, wie man das mit drei Broten reproduzieren kann: Für das "nicht angefaßte Brot" kann man den Beutel als umgekehrten Handschuh verwenden. Dann wird auf eine Brotscheibe mit ungewaschenen Händen gedrückt. Anschließend werden die Hände gewaschen und das dritte Brot einmal berührt.

Dann möge man die Beutel an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren und täglich notieren, wie sich die Brote verändern. Oder Photos anfertigen.

Auf Facebook

https://www.facebook.com/jaraleer/posts/10212869900302799

findet sich der Hinweis:

> Wash your hands! Remind your kids to wash their hands! And hand sanitizer is not an alternative to washing hands!!

Die Pädagogen waren wohl selbst davon überrascht, daß Händedesinfektionsmittel so wenig Wirkung zeigten.

White Christmas - Blank Ad Space (10K Dollar) to give everyone a break from Ads - kanadische Werbeagentur Wunder mietet Werbeflächen und füllt sie mit weisser Fläche

24.12.2019 23:48:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Werbeagenturen sind üblicherweise damit beschäftigt, Werbeflächen mit mehr oder weniger kreativen Einfällen zu füllen: Sei es auf großflächigen Plakaten, in Zeitungen oder Zeitschriften oder im Radio und Fernsehen.

Die kanadische Werbeagentur Wunder hatte in diesem Jahr eine ganz eigene "White Christmas" - Kampagne durchgeführt.

Sie kaufte für 10.000 Dollar Werbeflächen in Halifax - und ließ diese mit weißem Papier bestücken. Um

> give everyone a break from ads

jedem eine Werbepause zu gönnen.
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Creative Agency Buys $10k Of Blank Ad Space To Give Everyone A Break From Ads

https://designyoutrust.com/2019/12/creative-agency-buys-10k-of-blank-ad-space-to-give-everyone-a-break-from-ads/

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Die genutzten Flächen:

White Christmas

https://wunder.ca/work/white-christmas/

> The campaign includes billboards, transit shelters, bus ads, ferry terminal ads, a full page newspaper ad, social ads, and even radio ads.

Werbetafeln, Überdachungen, Buswerbung, Anzeigen auf Fährterminals, eine ganzseitige Zeitungsanzeige, Werbung in sozialen Medien und sogar eine Radiowerbung.

Das dortige Video zeigt die "weißen Werbetafeln", dort schneite es es bereits.

Creativdirektor Stephen Flynn:

> “As a creative agency we typically spend our time creating ads and promoting brands, but this year we’ve decided to do the opposite and give everyone a break from ads during the holiday season”

Wenn man sich die Bilder ansieht: Da findet sich auch nicht unten oder am Rand irgendein Hinweis darauf, wer dafür verantwortlich ist. Die - damit natürlich gedachte - Werbung soll wohl ausschließlich indirekt stattfinden.

Pictures of Fruit and Vegetables before they were domesticated by humans - Obst und Gemüse - Naturformen und heutige Züchtungen

23.12.2019 23:58:11, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit Gemüse und Züchtungen ist das ja so eine Sache. So bin ich irgendwann einmal über "getrocknete Erbsen" gestoßen. Und stellte erstaunt fest: Eigentlich ist das ein ganz anderes Gemüse als "frische Erbsen". Letztere sind nicht "frisch", sondern teils unreif. Sie basieren auf Züchtungen ab dem 17. Jahrhundert. Getrocknete Erbsen sind dagegen auf dem Feld ausgereift, trocknen dort und sind seit mindestens 10.000 Jahren Nahrungsmittel.

Der folgende Beitrag bei BoredPanda vergleicht acht Gemüse- und Obstsorten: Die ursprüngliche Form versus die heutige Form. Ein Hintergrund sind Diskussionen über gentechnisch veränderte Lebensmittel. Züchtungen sind schließlich nichts anderes als ein "Herumspielen mit der Genetik". Allerdings mit einem sehr viel längeren Zeithorizont.

Das, was wir heutzutage essen, ist so oft das Ergebnis jahrhundertealter Züchtungsversuche.
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Here Are 8 Pictures Of Fruit And Vegetables Before They Were Domesticated By Humans And After

https://www.boredpanda.com/what-fruits-vegetables-looked-like-before/

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Wassermelonen: Da ist ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zu sehen, entstanden zwischen 1645 und 1672. Da hat die Wassermelone große Kerne und sehr viel von dem weißen Fleisch, das heutzutage als eher ungenießbar gilt. Von dem hellroten Fleisch gibt es nur 6 Teilstücke. Da verschwand also durch Züchtungen das weiße Innere und die Kerne wurden deutlich kleiner.

Bananen enthielten in ihrer Wildform sehr große Samen.

Auberginen waren ursprünglich deutlich kleinere, runde Früchte. Da, wo der Stiel ansetzt, gibt es kräftige Stacheln. Heutige Auberginen sind deutlich größer und enthalten vergleichsweise wenige Samen.

Karotten waren ursprünglich weißliche Wurzeln. In Zentralasien gab es im 9. Jahrhundert lila und gelbe Exemplare. Da dürfte es ein langer Weg gewesen sein, bis sich die Karotten kaum mehr gabelten und am Stück blieben.

Bei Mais ist der Unterschied zwischen der historischen und der heutigen Form extrem: Vor etwa 7000 Jahren gab es Vorläufer, die wie rohe Kartoffeln schmeckten und kaum größer als zwei Zentimeter waren. Den Vorläufer gab es nur in Mittelamerika, mit sehr harten Kernen.

Heutiger Mais sieht dagegen ganz anders aus, ist deutlich größer und wird in 69 Ländern angebaut.

Bei Pfirsichen gab es zwar einen Größenzuwachs. Die ersten wurden bereits vor 8000 Jahren in einer chinesischen Provinz angebaut. Die Grundform hat sich seither nur gering verändert.

Bei Kohl gibt es den Wildkohl, aus dem sich verschiedene Arten wie Kohl, Brokkoli, Blumenkohl und Grünkohl entwickelt haben. Wildkohl wächst teils heute noch, etwa in der Nähe von Kalksteinfelsen. Allerdings gibt es da nicht so einen runden Kopf, das ist mehr eine Pflanze mit diversen krautigen Blättern, die keine Einheit bilden. Heutiger Kohl liefert sehr viel mehr an Nahrung aus einer einzigen Pflanze.

Tomaten sind wild deutlich kleiner, wie Beeren. Die wildlebenden Varianten gibt es in Ecuador und Peru bis heute unter dem Namen Johannisbeertomate. Sie werden nicht unbedingt gegessen, sondern dazu genutzt, um bei Züchtungen den Genpool wieder zu ergänzen.

Duke of York Restaurant - Restaurant with a roof garden and retractable glass windows - rundes Restaurant in Chelsea - London mit versenkbarer Glasfront

22.12.2019 23:46:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Gebäude wirken auf den ersten Blick "zwar hübsch", aber auch unscheinbar. Die Besonderheit sieht man erst in "speziellen Situationen".

Das gilt mit Sicherheit für das Duke of York Restaurant, das im Südwesten von London, in Chelsea, am Duke of York Square neu errichtet und nun eröffnet wurde.

Der Platz wurde saniert. Das Restaurant ist nun der letzte Schritt dieser Sanierung.

Es gibt eine Dachterrasse. Diese ist über eine Treppe zugänglich, die in der Verlängerung einer historischen Mauer genutzt werden kann. Damit ergibt sich eine gewisse Spiralform: Man kann auf das Dach, das jederzeit zugänglich ist. Oder man geht um das Gebäude herum.

Eigentlich interessant ist aber das weiße Fasadenelement aus Stahl. An diesem ist das ganze Gebäude quasi aufgehängt. Mit der Wirkung, daß zwischen den Elementen, die zum Boden reichen, viel Platz für sehr große Fensterelemente ist. Es sind keine waagerechten Streben notwendig.

Der eigentliche Clou zeigt sich bei hinreichend warmen Temperaturen: Die großen Fensterelemente können nach unten in einen Kellergraben gleiten. Laut den Architekten ist dies das weltweit erste Beispiel für ein einziehbares, gebogenes Glassystem.
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this restaurant in south-west london has glass windows that can disappear from sight

https://www.designboom.com/architecture/restaurant-south-west-london-glass-windows-disappear-from-sight-nex-12-20-2019/

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Der Dachgarten ist quasi ein Geschenk für die Anwohner. Es gibt große Pflanzkübel mit diversen Kräuterpflanzen. Die Terrasse ist aus Holz, so daß sich Anwohner und Gäste dort sicherlich gerne aufhalten.

Innen gibt es ein neues Restaurant, "Vardo" genannt. Es gibt eine Kette "Caravan Restaurants", die sind Betreiber. Auf

https://www.caravanrestaurants.co.uk/

gibt es zwar einen Hinweis für einen Newsletter zu Vardo, aber das Restaurant ist auf der Website noch nicht gelistet.

Wenn man bei Google-Maps nach

Duke of York Square Food Market

sucht, sieht man das neue Gebäude von oben. Bei StreetView gibt es zwei Versionen - eine vom März 2019 zeigt bereits die Hülle. Andere Bilder sind von 2016, da ist noch nichts zu sehen.

Unten in dem Artikel gibt es weitere Bilder und Querschnitte. Diese zeigen, daß es unter dem Erdgeschoss ein Untergeschoss gibt, das größer ist als die Fläche oben. Toiletten und die Küche sind im Untergeschoss zu finden. So daß der Raum im Erdgeschoss vollständig für die Gäste zur Verfügung steht und die Küche davon keinen Raum abzwackt. Ferner sieht man dort, wie die Glasscheiben am Rand "in die Tiefe" gleiten können.

Die Gebäudetechnik ist geradezu genial, ideal für ein Restaurant. Und mit dem offenen, jederzeit zugänglichen Dachgarten haben auch die Anwohner etwas von dem Gebäude.

Konzipiert wurde das Gebäude von Nex-.

Duke York Restaurant

https://www.nex-architecture.com/projects/duke-york-restaurant/

Von dort:

> Dedicated to sustainability, this is one of the greenest restaurant buildings in London and makes use of a semi-passive system to maximise performance and minimise energy use, with the retractable glazing also enabling the public spaces to be naturally ventilated throughout the year.

Es sei eines der grünsten Restaurantgebäude in London.

Flood-proof commuter suit for rising sea-levels - Nicholas Bennett designt überflutungssicheren Anzug - erster Preis des CreateCOP25 - Wettbewerbs

21.12.2019 23:41:47, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei manchen Unwetterkatastrophen gab es das schon: Es kam zu Überschwemmungen, das Wasser stieg sehr schnell sehr stark an. Was macht da ein Pendler, der im Anzug unterweg ist? Wenn das Wasser bis zu den Knien reicht?

Zur UN Climate Change Conference in Madrid hatte die Künstleragentur Art Partner einen Wettbewerb organisiert. 266 junge Kreative aus 40 Ländern reichten künstlerische Antworten auf die Klimakrise ein. Der Entwurf von Nicholas Bennett gewann den ersten Preis.
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Nicholas Bennett designs flood-proof commuter suit for rising sea-levels

https://www.dezeen.com/2019/12/19/nicholas-bennett-flood-proof-commuter-suit/

Das Video:

Nicholas Bennett designs flood-proof commuter suit for rising sea levels

https://www.youtube.com/watch?v=LSXVVHqwkKc

> First year Goldsmiths student Nicholas Bennett has created waterproof formal footwear for commuters, that can be subtly integrated into a suit and extended into waders to protect it from the floods that might become our daily reality due to climate change.
>
> The project imagines a future where the effects of rising sea levels have become so inescapable, that solutions need to be integrated into our everyday products.

Das Projekt stellt sich eine Zukunft vor, in der die Effekte eines steigenden Meeresspiegels so unausweichlich geworden sind, daß Lösungen in unsere tagtäglichen Produkte integriert werden müssen.

Seine Lösung: Er nahm sich alte Herrenhalbschuhe. Schnitt die Sohlen heraus und zog den Rest über Gummistiefel. Der Büroarbeiter hat also in Wirklichkeit Gummistiefel an, die unten wie Halbschuhe aussehen.

Die Hose läßt sich hochziehen und umdrehen. Drunter gibt es wohl nochmals eine zweite Hose, die ebenfalls nach oben gezogen wird. Dann kommt eine Wathose zum Vorschein, die er sich aus einer alten Überlebenstasche selbst erstellt hat und die wasserdicht mit den beiden Gummistiefeln verbunden ist. Die läßt sich über die beiden bisherigen Hosen drüberziehen und schützt diese.

Damit kann man ins Wasser.

Hat man danach wieder trockenen Boden erreicht, geht das rückwärts.

Er stammt ursprünglich aus North Yorkshire. Einer Gegend, die in diesem Jahr mit heftigen Regenfällen und angestiegenen Flüssen zu tun hatte.

> "My grandparents live within a couple of metres from flood plains and my family was having to deal with all the 'what ifs'," he remembered. "I think looking back I saw flooding as a temporary issue, which is exactly the problem because we just try to fix it with temporary measures."

Seine Großeltern leben nur ein paar Meter von den Überschwemmungsgebieten entfernt und seine Familie mußte sich mit all dem "Was wäre wenn" auseinandersetzen. Rückblickend habe er jedoch Überflutungen als ein temporäres Problem betrachtet. Das sei genau das Problem: Es wird versucht, mit temporären Maßnahmen darauf zu reagieren.

Bei Art Partner

#CreateCOP25 - Meet our winners

https://www.artpartner.com/news/createcop25-winners/

findet sich ein interessanter Hinweis:

> “Concerned by the floods in Yorkshire over the past few years, I wanted to test the space between these old and new worlds, and to see how the suit – a garment with a strong sense of tradition and history – fares against the threat of unpredictable weather. The resulting work may be darkly humorous, but this is fast becoming reality. We have to rethink our skins.”

Er wollte den Raum zwischen diesen alten und den neuen Welten erkunden. Um zu sehen, wie ein Anzug der Bedrohung durch unvorhergesehenes Wetter standhalten könne. Die Arbeit mag wie schwarzer Humor wirken. Aber das könne schnell Realität werden.

Opossum helps a deer by picking ticks off its face - Kamera im Wald zeigt, wie sich ein Reh von einem Opossum Zecken vom Kopf wegfressen lässt

20.12.2019 23:48:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei verbesserten Überwachungskameras mag man an die Überwachung von Innen- und Außenräumen an Häusern oder an Dashcams denken. Allerdings können Kameras auch im Wald und anderswo in der Natur eingesetzt werden. Um Beobachtungen festzuhalten, die so teils noch gar nicht bekannt waren.

Die Vermont Wildlife Coalition hatte auf ihrer Facebook-Seite ein Bild einer solchen Kamera veröffentlicht.

Es zeigt, wie ein Reh bereitwillig einem Opossum seinen Kopf hinstreckt. Und das Opossum sammelt Zecken vom Rehkopf und frißt diese.
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Trail Cam Accidentally Captured The Moment An Opossum Helped A Deer By Picking Ticks Off Its Face

https://www.boredpanda.com/trail-cam-opossum-eating-ticks-deer-vermont-wildlife-coalition/

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Weitere Informationen fanden sich auf

Opossumpower

https://www.opossumpower.org/

einer Website der Opossum Awareness & Advocacy (OPAA) aus Vermont.

Darunter einige Informationen, die unter

Opossums

https://de.wikipedia.org/wiki/Opossums

nicht zu finden waren.

Opossums gehören zu den Beutelratten, sind aber mit 32 - 50 Zentimetern plus Schwanz und einem Gewicht bis zu 5,5 kg deutlich größer und schwerer als Ratten. In den USA werden sie teilweise bekämpft, was aber eher falsch ist.

Denn eine Hauptnahrung - sind Zecken. Opossums können 3000 - 5000 Zecken pro Saison vertilgen. Sie reduzieren damit das Borreliose-Risiko für alle anderen Tiere und für Menschen. Ferner fressen sie Schnecken, Mäuse und andere Schädlinge im Garten. Sie können auch giftige Schlangen angreifen, weil sie gegen deren Gift immun sind. Ferner sind sie sehr reinlich, ähnlich wie Katzen.

Bemerkenswert:

> Most opossums cannot contract or spread rabies due to their very low body temperature.

Die meisten Arten können keine Tollwut übertragen, weil ihre Körpertemperatur sehr niedrig ist. Ferner:

> Opossums have a spectacular immune system, and a lower than average body temperature. This means that they don't carry a whole lot of the standard zoonotic diseases that other animals might carry.

Durch die niedrigere Körpertemperatur können sie biologisch bedingt diverse der typischen Krankheiten gar nicht übertragen.

Laut

Opossums

https://publish.illinois.edu/wildlifemedicalclinic/opossums/

> Opossum body temperature is 90-99 degrees. They have a lower body temperature than most mammals.

liegt die Körpertemperatur zwischen 90 und 99°F, also zwischen 32°C und 37°C.

Das Bild mit dem Reh zeigt, daß andere Tierarten und Opossums kooperativ zusammenarbeiten, zum Wohle beider: Das Reh wird von Zecken befreit, das Opossum findet Nahrung. Da Opossums nachtaktiv sind, können solche Aufnahmen nur mit geeigneten Kameras gemacht werden.

SoapBottle - Zero-Waste Packaging made of soap - Jonna Breitenhuber stellt Behälter für Liquids aus Seife her

19.12.2019 23:43:13, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Ideen zur Vermeidung von Plastikverpackungen hören sich auf den ersten Blick "etwas merkwürdig" an. Die folgende Seifen-Verpackung für Flüssigkeiten scheint aber zu funktionieren.

Die Produktdesignerin Jonna Breitenhuber nutzt wohl eine eigene, schwer lösliche Seifenmischung, um daraus Behälter herzustellen. Diese werden geöffnet, indem man eine Ecke abschneidet.

Jeder Behälter hat ein Loch, so daß man den Behälter daran aufhängen kann. Man kann die Flüssigkeit drin nutzen. Oder etwas von der Hülle nutzen.

Ist der Behälter leer, verbraucht man entweder die Hülle komplett. Oder zerschnipselt sie, wandelt das mit Natron um und verwendet das zum Wäschewaschen.
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Zero-Waste Packaging for Liquids is Made Entirely of Soap

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/soapbottle-jonna-breitenhuber/

Das Video auf Vimeo:

SOAPBOTTLE_Jonna_Breitenhuber_Film

https://vimeo.com/317115966

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Das Video startet mit zwei Zahlen, die zumindest deutlich über meinem eigenen Verbrauch liegen: Im Schnitt verbraucht jeder 11 Flaschen mit Duschgel und 10 Flaschen Shampoo pro Jahr. Die Menge würde pro Jahr 1000 olympische Swimmingpools füllen.

Stattdessen SoapBottle: Zum Mix erfährt man nichts. Zu dem Loch gibt es ein kleines Metallelement, das dort drehbar gelagert ist und als Verschluß dient.

Bei der Nutzung sieht man aber, daß der Schriftzug in der Verpackung mit der Zeit verschwindet, die Verpackung also "von außen her" mit der Zeit aufgebraucht wird.

Dann ist das leer. Also kann das wieder zerlegt werden. Schnur und das Metallelement werden entfernt, der Rest mit einer Reibe zerkleinert. Natron und Soda dazu, das ganze gut vermixt eignet sich als Waschpulver. Oder das Stück wird einfach als Seife verbraucht.

Die Seite von Jonna Breitenhuber:

SoapBottle

https://jonnabreitenhuber.de/soapbottle.html

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Wobei für mich unklar ist, ob diese Verpackung für größere Maßstäbe geeignet ist. Die einzelnen Verpackungen fassen immer nur 100 Milliliter. Allzuviel mehr darf das nicht sein, weil sonst die Verpackung schneller verbraucht ist als der Inhalt. Damit bräuchte man sehr viel mehr Verpackungen im Vergleich zu einer 500- oder 1000-Milliliter-Packung. Und von der Seife müßte zwangsläufig ein Teil in die Flüssigkeit übergehen. Ein Effekt, der womöglich unerwünscht ist oder zu Problemen mit dem Inhalt führen kann.

Harbor Air ePlane - First commercial electric plane takes off near Vancouver - weltweit erstes kommerzielles elektrisches Flugzeug von Harbor Air absolviert einen Testflug

18.12.2019 23:49:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

Elektrisch angetriebene Autos gibt es immer mehr. Aber was ist mit einer anderen Transportbranche, der Flugbranche?

In Vancouver in Kanada hat nun die Harbor Air ePlane einen ersten, fünfzehn Minuten langen Testflug absolviert. Das ist ein sechssitziges, voll elektrisch betriebenes Wasserflugzeug. Der Motor wurde vom australischen Ingenieurbüro MagniX entworfen.
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World's first commercial electric plane takes off near Vancouver

https://www.dezeen.com/2019/12/17/worlds-first-commercial-electric-plane-canada-seaplane/

Die Pressemitteilung von Harbor Air:

Harbour Air and magniX Announce Successful Flight of World’s First Commercial Electric Airplane

https://www.harbourair.com/harbour-air-and-magnix-announce-successful-flight-of-worlds-first-commercial-electric-airplane/

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Greg McDougall, CEO und Gründer von Harbour Air Seaplanes:

> "Today, we made history,"
> "I am incredibly proud of Harbour Air's leadership role in re-defining safety and innovation in the aviation and seaplane industry."

Heute hätten wir Geschichte geschrieben. Er sei unglaublich stolz auf die Rolle, die sein Unternehmen dabei einnimmt.

MagniX - CEO Roei Ganzarski:

> In December 1903, the Wright Brothers launched a new era of transportation—the aviation age—with the first flight of a powered aircraft. Today, 116 years later, with the first flight of an all-electric powered commercial aircraft, we launched the electric era of aviation

1903 gab es die Gebrüder Wright mit dem ersten Flug. Heute, 116 Jahre später, startet zum ersten Mal ein vollständig elektrisch angetriebenes Flugzeug.

Ferner verweist er darauf, daß die grundlegenden Techniken seit Ender der 1930-er unverändert seien und daß die Branche seither stagniert.

Der Motor hat 750 PS / 560 kW und heißt Magni500. Die vollelektrische Antriebstechnologie wurde im Juni auf der Paris Air Show vorgestellt und demonstrierte damals, daß es eine saubere Möglichkeit gäbe, Flugzeuge anzutreiben.

Die beiden Unternehmen wollen sich nun auf das Zertifizierungsverfahren für das Antriebssystem konzentrieren, bevor weitere Flugzeuge nachgerüstet werden. Das hört sich danach an, als ob das Flugzeug nicht selbst entwickelt wurde, sondern ein vorhandenes Flugzeug umgebaut wurde.

Die größte Herausforderung, um mehr als 6 Personen gleichzeitig transportieren zu können, besteht darin, daß dafür die Batterien kleiner werden müßten.

Two-Story 3D-printed Building in Dubai - Apis Cor druckt und baut in drei Wochen ein 650-Quadratmeter grosses zweistöckiges Gebäude

17.12.2019 23:50:29, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit lokalem Material in 3 Wochen ein Gebäude drucken. Das hat das Unternehmen Apis Cor aus Boston nun in Dubai gemacht.

Der 3D-Drucker des Unternehmens ist etwa so groß wie ein Auto. Mit einem Kran wurde der Drucker jeweils an die entsprechende Stelle transportiert.

Es handelt sich um einen Auftrag für Stadtverwaltung von Dubai. Verwendet wurden Beton, Gips und firmeneigene Materialien.
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The World’s Largest 3D-Printed Building Just Popped Up in Dubai

https://www.dwell.com/article/worlds-largest-3d-printed-building-apis-cor-6a4b7f45

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Traditionelle Techniken wurden genutzt, um das Fundament zu erstellen, die Fenster einzubauen und um Dächer hinzuzufügen.

Eine Herausforderung in Dubai:

> "The Dubai climate is very harsh — temperature and humidity change significantly even within a day,"

Das Klima ist dort sehr rauh. Temperatur und Luftfeuchtigkeit können sich stark innerhalb eines Tages verändern. Das Druckmaterial muß sich aber immer gleichartig verhalten.

Über die Kosten wurde nichts mitgeteilt. Aber ein zweistöckiges Gebäude in drei Wochen zu errichten ist extrem schnell.

Die Gesamtfläche liegt bei 6,998 Quadrat Foot, etwa 650 Quadratmeter. Die Gesamthöhe beträgt 31 Fuß, etwa 9,4 Meter Höhe.

Ein Video zeigt Teile des Druckprozesses:

The biggest 3d printed building

https://www.youtube.com/watch?v=69HrqNnrfh4

> Apis Cor is happy to announce the recent huge project! Hired by Dubai Municipality we 3D printed the 2-stories administrative building. That’s the biggest building ever 3D printed on-site! The project is unique and groundbreaking and opens a new chapter both in the concrete 3D printing industry and construction industry.

Der Drucker kann natürlich 24 Stunden ackern.

Interessant ist, daß lediglich drei Mitarbeiter von Apis Cor vor Ort waren. Die Hauptaufgabe: Den Drucker immer wieder umsetzen und neu starten.

Bei Apis Cor:

GROUNDBREACKING PROJECT - COLLABORATIVE PROJECT WITH DUBAI MUNICIPALITY

https://www.apis-cor.com/dubai-project

Das Gebäude hat schon eine beeindruckende Ausdehnung. Nicht diese "kleinen Häuser", die man bis jetzt immer mal wieder gesehen hatte.

Auf den Bildern sieht man, daß in die gedruckten Mauern teils Stahlgeflechte hineinkommen. Man baut praktisch die Außenwände per 3D-Druck. Die hinreichend hohe Stabilität erreicht man, indem man so einzelne Pfeiler mit Stahlgeflechten und Beton füllt. Beim "traditionellen Betonbau" müssen dagegen ständig Verschalungen gebaut und wieder entfernt werden.

Auf der Seite gibt es auch Skizzen, die das gesamte Raumvolumen zeigen.

The Rainbow Embassy - Color-blocked Animals and geometric Shapes to transform neglected home - Okuda San Miguel gestaltet im Rahmen der The Unexpected - Reihe in Fort Smith / Arkansas ein Haus

16.12.2019 23:47:32, Jürgen Auer, keine Kommentare

Verlassene Häuser: Was macht man damit? In Großstädten mögen diese abgerissen werden und durch Neubauten ersetzt werden. Anderswo können solche verlassenen Häuser zum Problem werden, weil sie sich womöglich negativ auf die Umgebung auswirken.

Im Rahmen der The Unexpected - Reihe von Justkids in Fort Smith, Arkansas hat der spanische Straßenkünstler Okuda San Miguel ein dortiges, vernachlässigtes Haus neben der Darby Junior High School neu gestaltet.

Mit kräftigen Farben, geometrischen Mustern und zwei stilisierten Tierköpfen.
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Color-Blocked Animals and Geometric Shapes Transform Neglected Home in Installation by Okuda San Miguel

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/okuda-san-miguel-rainbow-embassy/

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Eine Suche bei Google-Maps listet zwar die

Darby Junior High School, North 14th Street, Fort Smith, Arkansas, USA

Aber ein Durchblättern der Umgebung zeigte auf die Schnelle kein passendes Haus.

Das Haus hat eine Veranda und scheint irgendwie etwas verschachtelt konstruiert zu sein. An der Seite gibt es ein zweites Gebäude, vielleicht eine ehemalige Garage.

Der Künstler:

> “This project gave me the possibility to expand on my previous work, adding in more architectonic dimension and completing my vision of mythical animals,”

Das Projekt hat es ihm ermöglicht, seine bisherigen Arbeiten um eine architektonische Dimension zu erweitern.

Er hofft, daß seine Arbeit einen Hauch von Phantasie und Spiel in das tägliche Leben in der Umgebung hineinbringt. Daß die Schüler und Studenten der Schule die Installation genießen und beobachten, wie sich diese während der Jahreszeiten entwickelt.

Bei

The Unexpected

http://www.unexpectedfs.com/

gibt es nur ein Bild zu einer früheren Arbeit von Okuda San Miguel:

http://www.unexpectedfs.com/artists/74-okuda-san-miguel

Er hatte 2016 die

Universal Chapel

http://www.unexpectedfs.com/art/106-drone

gestaltet, 1300 Garrison Ave, Fort Smith 72901.

Sucht man nach der Adresse, findet man diese bunte "universelle Kapelle". Google-Maps zeigt auch ein älteres Photo von 2013 an. Da ist das Haus noch weiß.

Weitere Arbeiten von Okuda San Miguel gibt es auf seinem Instagram-Account:

https://www.instagram.com/okudart/

Dort findet sich ebenfalls ein Bild der 2016-Arbeit.

Kansas City (Missouri): First Major US City to make public transit free - KCMO als Teil der Metropolregion Kansas City will Busfahren kostenlos anbieten

15.12.2019 23:52:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Von Kansas City gibt es zwei Versionen: Kansas City (Missouri - KCMO) ist mit etwa 480.000 Einwohnern die größte Stadt im US-Bundesstaat Missouri. Direkt daneben liegt Kansas City (Kansas), die drittgrößte Stadt in Kansas mit etwa 152.000 Einwohnern.

Beide Städte liegen am Missouri River und bilden zusammen mit umliegenden Counties die Metropolregion Kansas City. Insgesamt leben dort etwa 2 Millionen Menschen.

In KCMO wurde nun beschlossen, einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr zum nächsten Budgetjahr einzuführen.
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Kansas City Becomes First Major U.S. City to Make Public Transit Free

https://www.archdaily.com/929892/kansas-city-becomes-first-major-us-city-to-make-public-transit-free

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In der letzten Woche hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen, daß das Bussystem neben dem 2016 eingeführten Straßenbahnsystem kostenlos sein solle. Der "Zero Fare Transit" zielt darauf ab, ein universelles und systemweites Tarifsystem zu schaffen.

Für den kürzlich gewählten Bürgermeister Quinton Lucas war das eine priorisierte Idee. Derzeit kostet eine Karte 1,50 Dollar, eine Monatskarte 50 Dollar.

8 Millionen Dollar soll das kosten, wenn es 0-Dollar-Fahrpreise gibt.

Der Stadtrat Eric Bunch:

> “When we’re talking about improving people’s lives who are our most vulnerable citizens, I don’t think there’s any question that we need to find that money. It’s money that we as a city, if we want to prioritize public transportation, can find.”

Wenn wir darüber sprechen, das Leben der Menschen zu verbessern, die am schutzbedürftigsten sind: Ich denke nicht, daß es eine Frage ist, ob wir das Geld finden. Es ist Geld, das wir as Stadt finden können, wenn wir den öffentlichen Nahverkehr priorisieren möchten.

Laut

Kansas City becomes first major American city with universal fare-free public transit

https://www.435mag.com/kansas-city-becomes-first-major-american-city-with-universal-fare-free-public-transit/

war die Straßenbahn bereits kostenlos.

Unter

Free bus rides: KCMO Council moves closer to eliminating fares

https://www.kshb.com/news/local-news/kcmo-city-council-to-decide-on-free-bus-fares

gibt es einen Tweet vom Bürgermeister:

https://twitter.com/MayorLucasKC/status/1202717485197332480

> The City Council just took a monumental, unanimous step toward #ZeroFareTransit – setting Kansas City up to soon become the first major metropolitan city with free public bus service.

In Deutschland gibt es - in der Theorie - ähnliche Überlegungen. Auch hier in Berlin, wobei hier von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr die Rede ist. Allerdings wird hier in Berlin als Gegenargument genannt, daß der öffentliche Nahverkehr bereits jetzt an seiner Kapazitätsgrenze arbeitet. Und daß er in den letzten Jahrzehnten eigentlich unterfinanziert war, so daß es zu viele strukturelle Mängel gibt. Diese müßten erst einmal behoben werden, bevor die bei einer kostenlosen Nutzung entstehende zusätzliche Nachfrage bei gleichzeitigem Wegfall der Einnahmen bewältigbar wäre.

Multi-acre magnifying glass - Heliogen creates a ultra-high heat using a precisely aligned array of mirrors - Heliogen erzeugt hohe Hitze zur Zementherstellung

14.12.2019 23:58:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei der Erzeugung von Strom sind grüne Technologien auf dem Vormarsch: Wind- und Solarenergie liefern inzwischen wesentliche Mengen an Strom. Allerdings macht die Erzeugung von Strom weltweit nur weniger als ein Viertel des weltweiten Energiebedarfs aus. Ein Großteil der Verwendung fossiler Brennstoffe entfällt auf industrielle Prozesse und den Transport.

Für beide Bereiche könnte das nun von Heliogen entwickelte System eine Lösung anbieten.

Es basiert auf der computergesteuerten Anordnung von Spiegeln, die Sonnenlicht auf ein Ziel auf einem Turm lenken. Damit gelang es, Temperaturen von über 1000° Celsius zu erzeugen.

Wie eine große Lupe, die das Licht, das auf einer großen Fläche einfällt, in einen relativ kleinen Bereich konzentriert und dort sehr hohe Temperaturen erzeugt.
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Heliogen's 1000C solar-heating technology could be key to low-emission cement

https://www.dezeen.com/2019/12/11/heliogen-1000c-solar-heating-tech-low-emission-cement/

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Hohe Temperaturen sind bsp. erforderlich, um Zement herzustellen. Zement ist einer der wesentlichen Grundstoffe für die Bauindustrie. Bei der Zementherstellung entfallen etwa 50 % der CO2-Emissionen auf die Erzeugung der benötigten Hitze durch Verbrennen. Die andere Hälfte entsteht durch die Umwandlung von Calciumcarbonat in Calciumhydroxid, die läßt sich technisch bedingt nicht einsparen.

Das Unternehmen beschäftigt sich mit zwei Anwendungen:

Zum einen HelioHeat: Da sollen die Temperaturen genutzt werden, um industrielle Prozesse (wie die Zementherstellung) durchzuführen. Ohne daß für die Hitzeerzeugung fossile Brennstoffe benötigt werden.

Zum anderen HelioFuel: Da sollen saubere Kraftstoffe erzeugt werden.

Für letzteres wären Temperaturen von mindestens 1.500° C notwendig. Damit könnte man Wasserstoff oder Synthesegas herstellen, ein Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid.

Das System basiert also nicht auf Photovoltaik-Solarmodulen, die Sonnenenergie direkt in Strom umwandeln. Stattdessen wird die Hitze konzentriert. So daß dies eher Solarwarmwassersystemen entspricht, die in manchen Häusern installiert sind.

Auf der Website

Heliogen

https://heliogen.com/

gibt es ein kleines Video:

Heliogen - Replacing Fuels with Sunlight

https://www.youtube.com/watch?v=0EKx7aEzXb0

> Heliogen is a clean energy company focused on eliminating the need for fossil fuels in all sectors of the economy. Heliogen’s mission is to create the world’s first technology that can commercially replace fossil fuels in industrial processes with carbon-free, ultra-high temperature heat from the sun and to transform sunlight into fuels, including hydrogen, at scale.

Interessant ist dabei natürlich die Frage, wie man diese "Hitze auf dem Turm" so weiterverwenden kann, daß man damit bsp. Eisenerz schmilzt, um daraus Stahl zu gewinnen.

Walking Bicycle 2.0 - The Q baut ein Fahrrad, dessen Hinterrad durch eine Strandbeest-ähnliche Struktur ersetzt ist - das Hinterrad läuft

13.12.2019 23:59:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der Künstler Theo Jansen baut Strandbeest - Skulpturen: Das sind komplexe mechanische Systeme, die sich am Strand eigenständig durch den Wind bewegen können. Aber nicht durch Rollen, sondern in Form von schrittähnlichen Bewegungen.

The Q, ein Bastler und Tüftler, hat sich diese Strandbeest als Vorlage genommen.

Und bei einem Fahrrad das von den Pedalen angetriebene Hinterrad durch eine Strandbeest - ähnliche Struktur ersetzt. Das Ergebnis: Ein Fahrrad, dessen "Hinterrad" läuft.
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Walking Bicycle 2.0

https://theawesomer.com/walking-bicycle-2-0/551384/

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> This design appears much smoother than the one we previously saw, but by no means the fastest way to ride a bicycle.

Es gab wohl eine Vorgänger-Version, die deutlich weniger elegant aussah. Umgekehrt scheint so ein Fahrrad immer noch deutlich langsamer als ein Fahrrad mit zwei Rädern zu sein.

Das Video direkt auf YouTube:

Epic Cycling | Truly Unique Bicycle that Walks

https://www.youtube.com/watch?v=fXXJ1LOqHEk

> In today's video I want to show you symbiosis of bicycle and walking robotic creature Strandbeest!

Wer den Abschnitt über die Konstruktion überspringen möchte: Ab 03:15 wird das Fahrrad erst geschoben, dann wird gefahren.

Zu Strandbeests gibt es diverse Videos: Etwa

STRANDBEEST EVOLUTION 2017

https://www.youtube.com/watch?v=LewVEF2B_pM

> Theo Jansen's work since 1990. He tries to make new forms of live on beaches. His animals get their energy from the wind so they don't have to eat.

Das Fahrrad nutzt zwar nicht mehr den Wind zum Antrieb. Aber das Prinzip, daß eine Drehbewegung in Schritte übersetzt wird, ist dasselbe.

Station of Being - Interactive arctic Bus Stop in Umeå - interaktive Bushaltestelle in Schweden weist mit Licht und Geräuschen auf nächsten Bus hin

12.12.2019 23:25:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge sehen an vielen Stellen in der Welt identisch aus. Etwa Bushaltestellen. Einerseits sollen diese Schutz vor dem Wetter bieten.

Andererseits gibt es Sitzgelegenheiten. Die allerdings häufig nicht genutzt werden. Was zu der interessanten Frage führt: Warum eigentlich setzt sich kaum jemand dort hin?

In Schweden haben das Architecture Studio Rombout Frieling Lab und Forschungsinstitute die "Station of Being" entworfen und einen Prototypen dazu in der Stadt Umeå aufgebaut. Die Bushaltestelle hat einige interessante Merkmale.
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Station of Being is an interactive Arctic bus stop

https://www.dezeen.com/2019/12/11/rombout-frieling-lab-arctic-bus-stop-umea-sweden/

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Mit Licht und Geräuschen werden die Wartenden darauf hingewiesen, daß in Kürze ein Bus kommt. Je nach Ziel des Busses ändert sich das Licht und das Geräusch. Die Idee dabei: Die Wartenden sollen sich nicht ständig damit beschäftigen, nach dem Bus Ausschau halten zu müssen.

Rombout Frieling, der Gründer des Studios Rombout Frieling Lab in Eindhoven:

> "Waiting for the bus can be an annoying experience,"
> "You have to continuously be on the lookout in order to ensure you do not miss the bus."

Das Warten auf einen Bus könne eine lästige Erfahrung sein. Man müsse ständig aufpassen, damit man den Bus nicht verpaßt. Stattdessen hält hier die Station Ausschau nach dem Bus - und informiert die Wartenden.

Diese hätten so 'time for just being', Zeit, um einfach zu sein. Das sei ein Bedürfnis der Leute gewesen, die im nahegelegenen Wissenschaftspark arbeiten.

Die Station wurde von der Stadt Umeå als Prototyp in Auftrag gegeben und im Rahmen des EU-Arktisforums am Jahresanfang eröffnet.

Produziert das Dach bsp. Glasklänge, fährt der nächste Bus zur dort bekannten Glasfabrik.

Interessant ist ein zweites Konzept: Es gibt keine Sitzplätze. Das Dach steht auf vier hinreichend massiven Stelzen, an der Decke sind diverse Lampen befestigt. Von der Decke hängen diverse Holzhülsen, die sich drehen lassen.

Die Beobachtung des Rombout Frieling Lab: Leute würden es bevorzugen, zu stehen, anstatt sich hinzusetzen. Die rotierenden Kapseln schützen die Leute vor Wind und bieten bei Bedarf eine gewisse Privatsphäre.

> "In this work we found, for instance, that one of the reasons why people prefer their car above the bus, is the need for privacy and the need to zone off,"

Bei den vorbereitenden Untersuchungen fanden wir heraus, daß ein Grund, weshalb Leute lieber mit dem eigenen Auto anstatt mit dem Bus fahren, das Bedürfnis nach Privatsphäre sei.

Das sei einer der Gründe, weshalb sie diese Holzkapseln erfunden haben. Die Nutzer können sich in ihre Kapsel hineinlehnen und haben ihre Ruhe. Oder sie drehen mehrere Kapseln zueinander, so daß sich eine Gruppe von Leuten unterhalten kann.

Hergestellt ist die Busstation aus lokalem Holz. Die Kapseln können wohl irgendwie so gedreht werden, daß bei heftigem Schneefall sogar ein Schneepflug dort räumen kann.

Interessant ist die Beobachtung nach der Eröffnung: Die Nutzung stieg um 35 %. Fahrgäste nahmen sich Zeit, die Bushaltestelle kennenzulernen und sich dort zu entspannen.

> "We have seen people meditating, people hugging in pods together and people explicitly choosing to miss their bus and stay a bit longer,"

Leute meditierten, umarmten sich in den Kapseln oder ließen Busse aus, um etwas länger dort zu verweilen.

Die Station wurde zwar speziell für die arktische Gegend entworfen. Aber Frieling glaubt, daß die Station für den Einsatz in unterschiedlichsten Gegenden angepaßt werden könnte. Die Bedürfnisse von Wartenden seien universell.

Mir scheinen beide Konzepte - Licht und Klang, um auf den kommenden Bus hinzuweisen sowie das Konzept der Holzkapseln - sehr interessant zu sein. Die Schutzwirkung der Berliner Bus- und Straßenbahnhaltestellen bei hinreichend scharfem Wind und Regen ist jedenfalls bescheiden.

DISRUPT - Amsterdam Light Festival - achtes Light Festival in Amsterdam zeigt noch bis zum 19.01.2020 20 Installationen auf einem 6-km-Rundweg

11.12.2019 23:41:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Amsterdam hat das diesjährige Amsterdam Light Festival begonnen. Die achte Version des Festivals läuft noch bis zum 19.01.2020.

Wie beim Amsterdamer Festival üblich: Die Skulpturen werden aus Bewerbungen ausgewählt und können über einen relativ kleinen Rundweg besichtigt werden.
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8th Annual Light Festival Illuminates Amsterdam with Glowing Sculptural Installations

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/amsterdam-light-festival/

Der Rundweg:

https://amsterdamlightfestival.com/en/map

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Die Route kann sowohl mit dem Boot als auch zu Fuß bewältigt werden - bei 6,3 Kilometern sollte man da gut zu Fuß sein.

Es gibt insgesamt 20 Installationen:

https://amsterdamlightfestival.com/en/artworks/edition/edition-8

Teils an Land, teils an Brücken. Teils auf dem Wasser. Das diesjährige Thema: DISRUPT. Ein häufiges Thema: Der Klimawandel.

In Amsterdam sind die Tage grade kurz, gegenüber Berlin deutlich verschoben: Sonnenaufgang ist um 08:40, Sonnenuntergang um 16:27. Hier in Berlin ist das alles grade etwa eine halbe Stunde früher. Die Installationen sind allerdings nur von 17:00 bis 23:00 eingeschaltet.

Sehr schön finde ich ja diese Installation "Butterfly Effect", die auch auf dem Vorschaubild zu sehen ist. Von Masamichi Shimada. Sieben große Schmetterlinge auf kleinen Flächen über dem Wasser. Eine magische Szene. Der Butterfly Effect, die Erzeugung von Strukturen aus "kleinen Zufällen", taucht bei dieser Installation direkt auf. Denn die Art und Weise, wie die Flügel leuchten und wie sie Reflektionen auf dem Wasser produzieren, hängt von den vorbeifahrenden Booten ab.

Der Schmetterlingseffekt ist damit nicht Ursache für Zerstörung, sondern erzeugt

> unpredictably beautiful light patterns

unvorhersehbare schöne Lichtmuster.

Ähnlich magisch, aber mit einem anderen Hintergrund: Atlantis von Utskottet. Eine internationale Metropole, am Wasser gebaut. Und es ist nicht klar, ob nicht Atlantis bald in den Fluten versinken wird.

> The title of the artwork, Atlantis, refers to the mythical narrative of an island empire that disappeared following a series of natural disasters.

Interessant ist auch die Skulptur "FEEL LIKE THE KARDASHIANS" von Laila Azra. Ein Kanal wird von beiden Seiten her von je einer großen Gruppe von Menschen-Skulpturen beobachtet, der Kanal wird zum "Roten Teppich".

> Photographers and fans have flocked to the docks on either side of the Amstel lock passage, surprising passengers in passing boats with the flashes of their cameras.

Wenn Boote vorbeifahren, dann reagieren Sensoren und schalten die Lichter ein. Mit dem Ergebnis, daß plötzlich das Boot beleuchtet wird, die Lichter blenden. Und der Blick zum Ufer gegen diese Lichter schwer fällt. So eben, wie es Künstler erleben, wenn sie plötzlich von Paparazzi belagert werden.

Man sieht an diesen Beschreibungen, daß hinter jeder einzelnen Installation mehr steckt als nur ein interessanter Lichteffekt. Das unterscheidet das Amsterdam Light Festival deutlich bsp. vom Berliner Festival of Lights.

World Heritage BVG - Berliner Verkehrsbetriebe will Weltkulturerbe werden - als Idee absurd, als Werbekampagne cool

10.12.2019 23:40:15, Jürgen Auer, keine Kommentare

Man kann ja rätseln: Ist das absurd oder ist das genial? Die BVG, die Berliner Verkehrsbetriebe, haben eine Aktion gestartet.

Die BVG will Weltkulturerbe werden. Also rauf auf jene Liste, auf der in Berlin die Museumsinsel, die Schlösser in Parks in Berlin und Potsdam und die Siedlungen der Berliner Moderne bereits drauf sind.

Allerdings sieht man bereits an diesen aufgenommenen Objekten: Unternehmen gehören eher nicht auf diese Liste.
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Die Website: Nächster Halt: Weltkulturerbe

https://www.bvg-weltkulturerbe.de/

Das - schräge und gute - Video:

BVG – Nächster Halt: Weltkulturerbe

https://www.youtube.com/watch?v=1Pipy_7nyr0

> Du denkst, wir sind komplett bescheuert? Ja, vielleicht. Aber Weltkulturerbe wollen wir trotzdem werden! Denn schließlich gibt es genug Gründe, die für uns sprechen.

Berlin ändert sich ständig. Aber es gibt eine unterschütterliche Konstante: Die BVG. Hält die Mundart am Leben (ein Döner-futternder Fahrgast wird angeraunzt), prägt das Stadtbild und hat ein zeitloses Design. Alle gesprochenen Kommentare sind staatstragend ernst, die dazu gezeigten Szenen sind eher von der Rubrik "Was Berliner mit der BVG durchmachen". "Wir bewegen die Berliner" - der rennt vergeblich zum Bus, der ihm vor der Nase wegfährt.

Man kann dann auch abstimmen: Entweder mit "Ja" oder mit "Ja!".

Das zweite Kriterium der UNESCO (es gibt ein paar, mindestens eines muß man erfüllen):

> die Stätte muss (ii) für einen Zeitraum oder in einem Kulturgebiet der Erde einen bedeutenden Schnittpunkt menschlicher Werte in Bezug auf Entwicklung der Architektur oder Technik, der Großplastik, des Städtebaus oder der Landschaftsgestaltung aufzeigen;

Schnittpunkt menschlicher Werte in Bezug auf die Entwicklung der ... Technik.

> Mobilität ist ein wesentlicher Wert der Menschen. Mobilität ist ein persönliches, soziales und wirtschaftliches Grundbedürfnis. Die BVG bietet diese Mobilität im Kulturraum Berlin 24 Stunden am Tag an.

Damit könnte sich natürlich jedes öffentliche Verkehrsnetz bewerben.

Auf das vierte UNESCO-Kriterium wird ebenfalls Bezug genommen:

> die Stätte muss (iv) ein hervorragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden, architektonischen oder technologischen Ensembles oder Landschaften darstellen, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheitsgeschichte versinnbildlichen;

Da wird auf die Leuchtturmfunktion während der deutsch-deutschen Geschichte verwiesen. Und die Geisterbahnhöfe, die es während der Mauerzeit gab. Das ist einerseits etwas, das es wohl tatsächlich nur hier in Berlin gegeben haben dürfte. Andererseits sind diese Geisterbahnhöfe eben längst Geschichte. Sie sind heute nicht mehr als solche zu erkennen.

Auf die berechtigte Frage

> Wäre die Métro Paris oder die London Underground nicht viel geeigneter?

gibt es nur ein simples "Nö."

Sieht man sich die Liste bei der UNESCO an:

World Heritage List

https://whc.unesco.org/en/list/

dann scheint mir ein Unternehmen, das eben seiner Kerndienstleistung "Öffentlicher Nahverkehr" betreibt, da nicht draufzugehören.

Die offiziellen Regularien:

https://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe

> Für jedes Jahr darf jeder Vertragsstaat zwei Vorschläge zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe einreichen. Diese Vorschläge müssen jedoch bereits zwei Jahre auf der Vorschlagsliste (Tentativliste) enthalten gewesen sein, die jedes Land bei der UNESCO hinterlegt und regelmäßig aktualisiert.

Ein Vorschlag für Deutschland müßte es also erst einmal auf die deutsche Liste schaffen, da müßte er zwei Jahre drauf bleiben. Dann könnte der Vorschlag eine Ebene höher wandern.

Als Werbekampagne ist die Geschichte natürlich eher von der Rubrik "ziemlich gut gemacht".

Liquide Liquide - Céleste Boursier-Mougenot in der Fondation François Schneider im Sommer 2019

09.12.2019 23:40:56, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Kunstwerke sind schon erstaunlich. Von der Fondation François Schneider, einem privaten Kunstinstitut, gibt es The Contemporary Art Centre. Eine Villa im französischen Wattwiller, die für Ausstellungen rund um das Thema "Wasser" genutzt wird.

Quasi die gesamte Villa wurde dem französischen Künstler Céleste Boursier-Mougenot für eine "Ausstellung" vom 08.06.2019 bis zum 22.09.2019 zur Verfügung gestellt.

"Ausstellung" deshalb, weil die Kunstwerke nur einmalig für die dortige Umgebung konzipiert und erstellt wurden.

Das kleine Video auf Twitter zeigt einen Ausschnitt aus der Ausstellung.
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https://twitter.com/iatemuggles/status/1203746786436890627

> no phone in sight, just bowls vibing

Das ist ein großes Becken, gefüllt mit Wasser und Zu- und Abfluss. In diesem Becken schwimmen diverse tönerne Schalen. Stoßen diese aneinander, erzeugt das einzelne Töne. Manchmal gibt es gar keinen Ton. Dann wieder sehr viele.

Bei der Fondation François Schneider

Céleste Boursier-Mougenot - Liquide Liquide

https://www.fondationfrancoisschneider.org/de/celeste-boursier-mougenot-liquide-liquide/

gibt es leider nur relativ knappe Hinweise. Für die Ausstellung habe Céleste Boursier-Mougenot eine "Carte blanche" erhalten. Er konnte die gesamte Villa nutzen.

Genauere Ausführungen gibt es in einem 10-minütigen Video von Marie Terrieux, Director of the Fondation François Schneider und Kuratorin der Ausstellung:

Céleste Boursier-Mougenot: Liquide Liquide / Fondation François Schneider

https://www.youtube.com/watch?v=Cf0_MRlT38w

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Wasser fließt vom Dach der Villa über Teile der Treppenstufen schrittweise nach unten, bewegt auf diesem Weg u.a. das große Becken.

Besucher betreten die Ausstellung auf umgekehrtem Weg: Gestartet wird im Keller. Dort geht es über einen dunklen Raum nach oben. Ein Element ist eine große Fläche, die mit kleinen Glasstücken belegt ist. Wie ein Sandstrand, nur eben aus Glas. 30 Tonnen Glas liegen da rum. Und 130 Tonnen Wasser. 100 Tonnen davon sind stabil, 30 Tonnen sind in Bewegung.

Allen Elementen der Ausstellung ist es eigen, daß die zufällig produzierten Töne eine wesentliche Rolle spielen. Die Geräusche des Wassers, die Geräusche, wenn man auf Glas läuft.

Das Konzept dieser Schüsseln im Wasser, die wie Glocken wirken, findet sich bei YouTube:

Variation, Piscines, Céleste Boursier-Mougenot

https://www.youtube.com/watch?v=mpwBbm22_y0

Ein Video von Anfang 2010, drei kreisförmige Becken.

Und 2013, in Melbourne:

CLINAMEN 2013 by Céleste Boursier-Mougenot at National Gallery of Victoria - Melbourne, Australia

https://www.youtube.com/watch?v=RdCutpuUrX4

> Crockery drifts across the surface of "clinamen", and when gentle currents get these white porcelain bowls clinking, French artist Celeste Boursier-Mougenot creates a changing, chiming soundscape.

Da findet sich eine treffende Beschreibung:

> Céleste Boursier-Mougenot is a French artist and composer who creates large-scale acoustic installations and environments which draw upon laws of nature and the rhythms of everyday life to produce new forms of art and music.

Er erschafft große akustische Installationen und Umgebungen. Diese stützen sich auf Naturgesetze und den Rhythmus des täglichen Lebens, um neue Formen von Kunst und Musik zu erschaffen.

Earth's Place in the Universe - 27 Bilder von der NASA und anderen Quellen zum Verhältnis der Erde zum Universum

08.12.2019 23:35:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kürzlich gab es einen interessanten Hinweis: Die "Lichtverschmutzung" in Städten würde dafür sorgen, daß wir kaum mehr die Sterne am Himmel sehen. Und uns damit abkoppeln von jahrtausealten Erfahrungen, bei denen die Sterne und die Dimensionen des Universums manch eine menschliche Frage doch relativiert.

Bei BoredPanda fand sich eine Sammlung von 27 Photos: Wie groß oder winzig sind die Erde, die Planeten, die Sonne zueinander. Und wie groß im Verhältnis zum "restlichen Universum"? Der Text enthält u.a. ein paar gute Vergleiche.
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27 Photos That Will Make You Understand Earth’s Place In The Universe

https://www.boredpanda.com/earth-compared-to-other-objects-in-universe/

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Unser Sonnensystem besteht aus einem Stern (der Sonne), acht Planeten, drei allgemein anerkannten Zwergplaneten (Ceres, Pluto, Eris). Und diversen Monden, Asteroiden und ähnlichem. Die Masse beträgt 1,0014 Sonnenmassen. Heißt: 99,86 % der Gesamtmasse ist in der Sonne.

Jupiter, der größte Planet: Ein Radius von 69.911 Km, eine Oberfläche von 6,1419 × 1010 km², etwa 122 Erden. Im Vergleich zur Sonne aber winzig, da er nur etwa ein Tausendstel der Sonnenmasse enthält.

Die Sonne ist "etwas größer": Etwa 12.000 mal die Erde.

Der Mond ist etwa 384.400 km von der Erde entfernt. In diesen "Zwischenraum" passen alle Planeten nebeneinander rein.

Eine Photomontage zeigt Nordamerika auf der Jupiter-Oberfläche. Ein kleiner grüner Fleck. Die Saturnringe sind so breit, daß die Erde sechsmal hineinpassen würde.

Wenn die Erde Ringe wie Saturn hätte: Wie würden diese aussehen? Von Equador, Alaska, dem Nordpol oder Washington?

Interessant ist die Entwicklung der Beobachtungstechnik: Ein Bild von Pluto von 1994 versus eines von 2018: 1994 gab es nur grobe Pixel. 2018 sieht das wie ein Mond- oder Mars-Aufnahme aus.

Das Titelbild ist nicht Sciene Fiction. Es zeigt den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko, der von der Rosetta-Sonde untersucht wurde. In Relation zur Größe von Los Angeles Downtown. Man ahnt, was passieren könnte, wenn ein Komet auf die Erde krachen würde.

Photomontagen - neben der Sonne direkt die Planeten. Die Planeten sind Winzlinge.

Die Erde, vom Mond her gesehen: Einigermaßen sichtbar. Die Erde, vom Mars her gesehen: Nur ein winziger Punkt am Himmel.

Die Erde, vom Saturn her gesehen: Ebenfalls ein winziger Punkt.

> Around 2.9 billion miles away, just beyond Neptune, we seem smaller than a grain of salt.

Die Erde, direkt neben der Sonne montiert: Ein Winzling.

Allerdings: Das Sonnensystem ist nur eines. Die Zahl der Sterne im Universum ist höher als die Zahl der Sandkörner an den Stränden der Erde.

Das bedeutet:

> Which means that our sun is just a grain of sand in the whole picture, especially compared to such giants like VY Canis Majoris.

Unsere Sonne ist nur ein Sandkorn im "ganzen Bild". Speziell dann, wenn man die Sonne mit einigen "großen Sternen" vergleicht. Da ist die Sonne nur ein kleiner Winzling. Würde VY Canis Majoris im Zentrum unseres Sonnensystems postiert werden, würde er bis zur Umlaufbahn des Saturn reichen.

> If the Sun was scaled down to the size of a white blood cell, the Milky Way would be the size of the continental United States

Würde man die Sonne auf die Größe einer weißen Blutzelle verkleinern, dann hätte die Milchstraße die Größe der USA.

Allerdings sehen wir von der Milchstraße auch nur einen winzigen Ausschnitt. Auf der ganzen Milchstraße ist ein kleiner gelber Kreis montiert: Nur Sterne dort können wir überhaupt sehen.

Eine weitere Photomontage zeigt die winzige Milchstraße im Vergleich zum Andromeda-Nebel und zwei weiteren Galaxien: M87 und IC 1101. Die Milchstraße - ein kleiner Fleck. Andromeda - deutlich größer, wie ein Reiskorn. M87 ist kugelförmig, erheblich größer, aber noch weniger als eine halbe Fingerkuppe. IC 1101 - da passen vier Finger drüber.

Schließlich die Größe eines Schwarzen Loches: Bei 4 Licht-Tagen nimmt die Neptun-Umlaufbahn (8,3 Lichtstunden) nur einen kleinen Teil davon ein.

Chicken Caravan - solar powered coop on wheels - Designers on Holiday bauen solargetriebenen mobilen Hühnerstall, der sich morgens automatisch öffnet

07.12.2019 23:42:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hühner im Freien zu halten: Das hört sich einerseits gut an. Andererseits führt das zwangsläufig zu einem Problem. Denn Hühner würden in der Natur eher am Waldrand leben. So daß einerseits das Feld erreichbar ist. Andererseits aber der geschützte, sichere Bereich immer in unmittelbarer Nähe ist.

Die Wirkung: Gibt es einen Stall, dann bleiben die Hüher immer in der Nähe des Stalls, so daß dieser Bereich völlig überweidet werden würde.

Also funktioniert es nicht, wenn man einen festen Stall und bsp. eine Wiese von 500 Quadratmetern hat. Die Hüher würden nur unmittelbar in der Nähe des Stalles picken.

Eine Lösung: Mobile Ställe, die ihren Standort wechseln können.

Designers on Holiday in Kalifornien haben so eine Lösung gebaut: Den Chicken Caravan, einen Hühnerkorb auf Rädern. Entwickelt für das Ökologiezentrum in San Juan Capistrano.
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a solar-powered chicken caravan by doh studio is a 'coop on wheels'

https://www.designboom.com/design/solar-powered-chicken-caravan-doh-studio-coop-12-06-2019/

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Das Prinzip: Dort gibt es Felder, die bewirtschaftet werden. Sind diese abgeerntet, wird der Hühnerstall dorthin geschoben. Die Reste werden zur Nahrung für die Hühner, diese düngen den Boden gleichzeitig. Ist dort alles weg, kann der Wagen woanders hingeschoben werden.

Ein Sensor öffnet die Tür des Stalls automatisch beim ersten Sonnenlicht und schließt sie am Abend wieder. Sonarpaneele laden den Motor auf. Ferner gibt es einen tragbaren Zaun, der aber auf den Bildern nicht zu sehen ist. Die Seitenflächen sind von oben her beweglich eingehängt und können von unten her aufgeklappt werden. Damit steht zusätzlicher, schattiger Raum am Boden zur Verfügung. Ferner wird der Stall so belüftet.

Die Aluminiumverkleidung sorgt dafür, daß der Stall nicht zu warm wird. Ferner ist er so leicht, daß er per Hand geschoben werden kann.

Der Chicken Caravan erinnert an den älteren Beitrag:

Huhn an Bord - Torflok zieht mobilen Hühnerstall für 1000 Hennen herum - Geflügelhof Onken in Friedeburg Ostfriesland mit tierfreundlichem Eigenbau

https://blog.server-daten.de/de/2017-11-08/Huhn-an-Bord---Torflok-zieht-mobilen-Huehnerstall-fuer-1000-Hennen-herum---Gefluegelhof-Onken-in-Friedeburg-Ostfriesland-mit-tierfreundlichem-Eigenbau-78

Mit demselben Problem: 1000 Hühner, die meist nur im Bereich von 20 - 30 Meter um den mobilen Hühnerstall herum picken.

Interessant daran ist, daß dieses "natürliche Verhalten" der Hühner zwangsläufig dafür sorgt, daß die Hühner nicht da picken, wo gerade frisch gepflanzt wurde. Sofern nur der Chicken Caravan richtig platziert wird.

Beim

The Ecology Center

https://www.theecologycenter.org/

finden sich noch keine Hinweise auf den Chicken Caravan.

Prehistoric Safari - Holographic Dinosaurs Stalk the Streets of Paris - Julien Nonnon erzeugt dynamische 3D-Projektionen von Dinosauriern im Jardin d'Acclimatation - Park in Paris

06.12.2019 23:24:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Großflächige Fassaden gibt es einerseits in Großstädten reichlich. Andererseits sind Murals, große Wandbilder auf Brandwänden, meist sehr aufwendig. Der französische Künstler Julien Nonnon hat eine eigene, temporäre Lösung entwickelt, mit der er bis zum 05.01.2020 Häuser in Paris gestaltet.

Er nutzt eine "video-mapping technology", die sich aus Fotografie, Video, Architektur und Szenografie zusammensetzt, um 17 3D-Projektionen von Arten aus der Kreidezeit zu erstellen.

Diese projiziert er auf Wände im Jardin d'Acclimatation, einem traditionsreichen Pariser Vergnügungspark.

Dort sind nun T-Rex, ein Triceratops und weitere ausgestorbene Arten zu sehen. Allerdings erst bei Einbruch der Dunkelheit, von 18:00 - 22:00.
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Towering Holographic Dinosaurs Stalk the Streets of Paris in Projections by Julien Nonnon

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/julien-nonnon-holographic-dinosaurs/

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Inspirieren ließ er sich von den Büchern von Sir Arthur Conan Doyle, Jules Verne und Michael Crichton. Ebenso von Filmen von Steven Spielberg.

Auf Instagram

juliennonnon

https://www.instagram.com/juliennonnon/

finden sich einige wenige Bilder. Teils sind die 3D-Projektionen auch dynamisch.

https://www.instagram.com/p/B42a88dKLzH/

Da versucht ein Dinosaurier, zuzuschnappen.

Auf Instagram gibt es auch ältere Arbeiten von ihm zu sehen, welche dieselbe Grundtechnik nutzen. Etwa ein Elefant auf einer Brandwand.

Oder Tiere wie Eulen, Füchse, Adler oder Hirsche, die auf Berghügel projiziert wurden.

Auf YouTube gibt es ein kleines Video:

PREHISTORIC SAFARI // REVEAL // JARDIN D'ACCLIMATATION - PARIS

https://www.youtube.com/watch?v=NRn57DdPUwk

In dem Park gibt es wohl ohnehin ein Fahrgeschäft, so daß Zuschauer an fauchenden Dinosauriern vorbeifahren.

Weitere Informationen gibt es beim Jardin d'Acclimatation:

Prehistoric Safari

https://www.jardindacclimatation.fr/agenda/prehistoric-safari

Demnach sind die relativ statisch auf die Häuser projizierten Dinosaurier, die bei ThisIsColossal zu sehen sind, eher nur Beiwerk zur eigentlichen Show im Jardin d'Acclimatation.

Coconut Octopus: How a coconut is used to roll away - Amphioctopus marginatus versteckt sich in zwei Kokosnuss-Schalen und rollt einen Hang hinunter

05.12.2019 22:09:33, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Werkzeugverwendung bei Tieren gilt üblicherweise als ein Kriterium dafür, daß diese Tierart besonders intelligent ist: Ein Werkzeug erfüllt seinen Zweck nur indirekt, über den Gebrauch. Manche Oktopus-Arten haben da erstaunliche Kompetenzen entwickelt.

So gibt es im westlichen Pazifischen Ozean den Amphioctopus marginatus, einen mittelgroßen Oktopus mit einer Mantellänge von 8 Zentimetern und Fangarmen von etwa 15 Zentimetern. Von diesen war seit 2009 bekannt, daß sie halbe Kokosschalen, die im Wasser lagen, sammelten und für sich daraus "kleine Hütten" bauten.

Der Amphioctopus marginatus wird deshalb im Englischen auch Coconut Octopus ( https://en.wikipedia.org/wiki/Amphioctopus_marginatus ) genannt.

Aber es gab - ausgebuddelt vom Octolab.tv und bei Laughingsquid gepostet - 2013 eine noch weitaus faszinierendere Beobachtung, die bei der Suche nach "Coconut Octopus" noch gar nicht auftaucht.

Ein Oktopus, der zwei halbe Kokosschalen um sich herum hält. Mit seinen Saugnäpfen hält er sich im Inneren der beiden Schalen fest. Und mit dieser "kugelförmigen Umhüllung" rollt er einen Hang im Wasser hinunter.
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How Coconut Octopuses Use Their Namesake Shell

https://laughingsquid.com/how-coconut-octopuses-use-their-shell/

Das Video direkt auf YouTube:

The Crafty Coconut Octopus

https://www.youtube.com/watch?v=biuoagnGCFQ

> The Coconut octopus has learned to use a coconut shell as a true mobile home.
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Am Anfang ist der Oktopus noch "etwas schief" in den beiden Kokosnuss-Hälften versteckt. Auf der einen Seite gibt es einen großen Spalt zwischen den beiden Schalen. Irgendwann bremst er ab und fängt an zu laufen, die eine Kokosnussschale auf der linken Seite, die andere auf der rechten Seite so halb untergeklemmt. So bei etwa 01:12 irritiert ihn irgendetwas. Er zieht die beiden Kokosnusschalen über sich drüber. Und diesmal paßt das fast schon perfekt. Eine "fast geschlossene Kokosnuss" rollt den Hang hinunter.

Das Octolab scheint das Video vor drei Wochen ausgebuddelt zu haben:

The Crafty Coconut Octopus

https://octolab.tv/the-crafty-coconut-octopus/

Da sich ein Oktopus auf seinen Beinen staksend fortbewegen kann, kann er gleichzeitig die Kokosnussschalen transportieren. Diese sind einerseits ein Schutzschild, andererseits eine Art Camouflage / Tarnung. Denn mögliche Feinde sehen womöglich nur die Kokosnussschalen, die scheinbar vom Wasser bewegt werden.

> This small engineer has transformed his coconut into a true mobile home. It has become the wheel itself! Pulling the breaks is also a piece of cake: taking a couple of its eight suckered arms out does the trick.

Dieser kleine Ingenieur hat seine Kokosnuss in ein wirklich mobiles Heim verwandelt.

How much costs US Healthcare? Brits try to guess and react with great surprise when they hear the real price - Briten, gefragt nach den Kosten des US-Gesundheitssystems

04.12.2019 22:23:01, Jürgen Auer, keine Kommentare

Verschiedene Industriestaaten haben historisch unterschiedliche Lösungen für einige der zentralen Fragen entwickelt, mit denen sich eine Gesellschaft beschäftigt.

Angefangen beim Wahlsystem und den großen Parteien, fortgesetzt beim Rechtssystem, bei Fragen der Polizeiorganisation und diverser sozialer Fragen. Wie werden Schulen organisiert? Wie Universitäten und Ausbildungen?

Ein zentrales Thema ist das Gesundheitssystem. Gibt es eine Krankenversicherung? Und wenn Zuzahlungen notwendig sind: Wieviel kostet das?

JOE, ein Verleger aus Großbritannien, hat gestern ein Video veröffentlicht. Briten wurden gebeten, zu schätzen, wieviel bestimmte medizinische Leistungen kosten. Leistungen, die bsp. in Großbritannien oder auch in Deutschland im Rahmen der Krankenversicherung kostenlos sind.

Dann wurden ihnen die tatsächlich in Rechnung gestellten Kosten genannt. Und sie waren "sehr überrascht". Würde man dieselbe Umfrage in Deutschland durchführen, wäre das Ergebnis sicherlich ähnlich.
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Brits Try To Guess How Much US Healthcare Costs, React With Great Surprise When They Hear The Real Prices

https://www.boredpanda.com/british-people-guess-healthcare-services-us-price/

Das Video direkt auf YouTube:

True cost of US healthcare shocks the British public

https://www.youtube.com/watch?v=Kll-yYQwmuM

> In the UK, an ambulance callout costs you £0 in medical bills. The birth of your child costs you £0 in medical bills. In the USA, it's a different story.

Einmal die Ambulanz rufen? In Großbritannien ist das kostenlos. In den USA kostet das 2.500 Dollar. Ein zweiter Passant schätzte 100 - 200 Dollar.

Zweimal einen EpiPen nutzen (einen Epinephrin-Autoinjektor nutzen, um eine ernste allergische Reaktion zu stoppen): Geschätzt 80 Dollar, tatsächlich 600 Dollar.

Eine Geburt: Geschätzt wurden 100 - 200 Dollar. Tatsächlich liegt der Schnitt bei etwa 10.000 Dollar und kann bis auf 30.000 Dollar hochgehen.

Im Durchschnitt geben andere Industrieländer etwa die Hälfte des US-Wertes für Behandlungen aus.

Interessant ist ein Blick auf die Gründe:

In den USA werden Ärzte und Krankenpflegepersonal deutlich besser bezahlt als anderswo. So verdienten Allgemeinmediziner 2016 im Schnitt 218.173 Dollar im Jahr, das entspricht dem doppelten Durchschnitt der Werte anderer Länder. Etwa 86.607 USD in Schweden und 154.126 USD in Deutschland.

Bemerkenswert hoch sind die Verwaltungskosten. Diese machen 8 % der gesamten Gesundheitsausgaben aus. In anderen Ländern liegt diese Quote bei 1 - 3 Prozent. Ferner berichten Personen aus dem Gesundheitsbereich über einen hohen eigenen Verwaltungsaufwand. Viel Zeit wird aufgewendet, um sich mit Versicherungsansprüchen zu beschäftigen und klinische Daten zu melden.

Schließlich werden pro Kopf 1443 Dollar für Medikamente ausgegeben. Die durchschnittlichen Ausgaben von 11 verglichenen Ländern lagen bei 749 Dollar. Die Schweiz war mit 939 Dollar am nächsten im Bereich der US-Kosten.

Die höhere Bezahlung von medizinischem und pflegerischem Personal ist natürlich positiv. Da liegt in Deutschland einiges im Argen.

Hand-Stitched Photographs mimic the Opacity and Divisiveness of the Berlin Wall - Diane Meyer bestickt Photographien, um zu zeigen, wo früher die Berliner Mauer die Umgebung zweigeteilt hat

03.12.2019 23:53:44, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einerseits ist die Berliner Mauer längst Geschichte. Grade hier in Berlin, vor Ort, geht es um zukünftige Dinge. Die Berliner Mauer stand 10.316 Tage. Seit dem 06.02.2018 war die Mauer dieselbe Zeit wieder offen bzw. wurde abgerissen und entsorgt.

Andererseits ist die Vorstellung einer durch eine Mauer geteilten Stadt so irreal, daß dies für jüngere Leute heute kaum mehr vorstellbar ist. Vor allem dann, wenn man die Gegenden, die durch die Mauer getrennt waren, nur von Photos kennt.

Die Künstlerin Diane Meyer hat eine faszinierende Methode entwickelt, die Mauer auf heutigen Bildern wieder sichtbar zu machen.
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Hand-Stitched Photographs by Diane Meyer Mimic the Opacity and Divisiveness of the Berlin Wall

https://www.thisiscolossal.com/2019/12/stitched-photographs-diane-meyer/

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Sie bestickt Photos, wobei sie Garn aus Farben verwendet, das den Originalbildern hinreichend nahe kommt. Das Ergebnis sind verblüffende "verschwommene Bilder", die markieren, wo die Mauer ursprünglich stand und den Blick auf "das dahinter" verwehrt hat.

43 Bilder hat sie so erstellt.

In der New Yorker Klompching Gallery sind diese Arbeiten aktuell ausgestellt:

DIANE MEYER: BERLIN - NOVEMBER 14, 2019 – JANUARY 10, 2020

https://www.klompching.com/diane-meyer-berlin-exhibition-2019

Teile der Photographie wurden durch Kreuzstichstickereien verdeckt, die direkt in das Photo eingenäht wurden. Die Stickerei ähnelt Pixeln und kombiniert die digitale Bildgebung mit einem analogen, taktilen Prozess.

> In many images, the embroidered sections represent the exact scale and location of the former Wall offering a pixelated view of what lies behind. In this way, the embroidery appears as a translucent trace in the landscape of something that no longer exists but is a weight on history and memory.

In vielen Bildern (nicht in allen) markieren die gestickten Bereiche den genauen Maßstab und die Position der ehemaligen Mauer. Damit erscheint die Stickerei als eine durchscheinende Spur in der Landschaft von etwas, das nicht mehr länger existiert, aber Gewicht in der Historie und im Gedächtnis hat.

Auf der Gallerieseite finden sich alle 43 Bilder. Darunter sind auch einige Bilder, bei denen nur kleine quadratische Bereiche bestickt sind. Etwa ein Bild vom Tempelhofer Flughafen oder ein Bild aus Hohenschönhausen, wohl von der dortigen Gedenkstätte.

Das allererste Bild von den Galleriebildern (Bernauer Straße) zeigt die Stickereien sehr genau.

1/3 House - House in Norway with 2/3 empty space - Paar lässt sich in Norwegen ein Drittel-Haus bauen, das später unter dem bestehenden Dach um weitere Räume erweitert werden kann

02.12.2019 23:16:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Lösungen sind so verblüffend, daß man sich fragt: Warum sind Leute nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen.

Ein junges Paar im ländlichen Norwegen möchte sich ein Haus bauen. Aber sie haben kein großes Budget zur Verfügung. Allerdings gibt es genügend Platz.

Und "eigentlich" wollten sie zunächst ein kleines Haus, das sich aber später, wenn Kinder dazu kommen würden, erweitern ließe.

Die - verblüffende und doch logische - Lösung von Rever & Drage: Es wurden eine Bodenplatte und ein Haus mit einem Dach erstellt. Aber 2/3 des Volumens ist lediglich überdacht, darunter leer. Im hinteren Drittel gibt es ein kleines Haus mit Erdgeschoss und einem Stockwerk.

Der Effekt: Wenn später Kinder dazu kommen, kann das Haus innerhalb dieser Außenhülle ausgebaut werden.
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Rever & Drage builds one third of a house for a deer hunter in Norway

https://www.dezeen.com/2019/11/29/rever-drage-1-3-house-deer-hunter-norway/

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Die Architekten:

> "The simple economic concept is that the owners have now built the part that they could afford, while the rest has untapped potential for what life might bring"

Die Eigentümer haben ein simples ökonomisches Konzept berücksichtigt: Sie haben sich nur das bauen lassen, was ihr Budget derzeit zulässt. Der Rest ist ungenutztes Potential für das, was das Leben bringen mag.

Außerdem läßt sich dieser "Vorraum" für diverse andere Zwecke nutzen. So wollte der Mann ein gemütliches Zuhause. Die Frau arbeitet als Hirschjägerin und wollte praktische Räume, um Waffen und Fleischwerkzeuge lagern zu können.

Das Haus ist traditionell gebaut, mit asymmetrischen Fensterkreuzen und vertikalen Außenhölzern in einem hellgrau-braunen Ton. Der offene Teil wirkt dagegen sehr abstrakt, mit großen, dreieckigen Eingängen. Hier wurden lange Hölzer horizontal verarbeitet, die sehr dunkel gefärbt sind.

Gebaut wurde es in Øksendal, einem von Bergen überschatteten Gebiet in Sunndal. Das Haus hat - wie üblich in der dortigen Gegend - einen Holzrahmen. Aber die Architekten nutzten Brettschichtholz, um das Haus effizienter zu machen.

Derzeit basiert das Haus auf einem "warmen Kern": Im Erdgeschoß umgeben die Küche und ein großer Esstisch U-förmig einen Raum mit Toilette, Waschbecken und Waschmaschine. Dieser Raum hat auch einen Ausgang zum unbebauten, überdachten Bereich. Eine Treppe führt nach oben. Im ersten Stock sind das Schlafzimmer, ein großer Wohnraum und ein TV-Raum um das Badezimmer mit Dusche herum angeordnet.

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Fazit: Hätte sich das Paar nur ein geschlossenes Haus bauen lassen, dann wäre das für Kinder zu klein gewesen. Ein "richtig großes Haus" wäre nicht finanzierbar gewesen. So gibt es ein Mittelding. Und die Option, das Haus später deutlich zu erweitern.

New South Wales (Australia) starts world first mobile phone detection cameras - Handynutzung am Steuer durch Infrarotaufnahmen erkennen - in der Testphase bereits 100000 erwischte Autofahrer

01.12.2019 22:46:35, Jürgen Auer, keine Kommentare

New South Wales, der australische Bundesstaat an der Südostküste von Australien, in dem auch Sydney liegt, macht nun Ernst. Seit heute sind erste Kameras aktiv, die Autofahrer automatisch erfassen und darauf scannen, ob sich diese während der Fahrt mit Smartphones beschäftigen.

Die Kameras sollen die erste Sitzreihe in Autos auswerten. Anschließend untersucht Software per künstlicher Intelligenz, ob womöglich eine - in Australien ebenfalls verbotene - Smartphonenutzung des Fahrers vorliegt. Falls ja, werden die Daten jemandem zur Überprüfung vorgelegt. Bestätigt sich die Einschätzung der Software, dann gibt es in den ersten drei Monaten (also bis Ende Februar) "nur" eine Verwarnung. Ab dann kostet das: Strafpunkte und Geld.

Ein Artikel in einer australischen Zeitung vom 30.10.2019:
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Mobile phone detection cameras to start targeting drivers by year's end

https://www.9news.com.au/national/mobile-phone-detection-cameras-to-start-targeting-drivers-by-years-end/7bb75013-6b08-4394-8147-36b13a01eee7

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Dort ist noch von einem Start Ende des Jahres die Rede.

Die Seite der zuständigen Behörde:

Mobile phone detection cameras: Cameras targeting illegal phone use across NSW

https://roadsafety.transport.nsw.gov.au/stayingsafe/mobilephones/technology.html

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> Mobile phone detection cameras will start targeting illegal phone use across NSW on 1 December and will include fixed and transportable trailer-mounted cameras. Together, these cameras will target illegal mobile phone use anywhere, anytime.

Das System funktioniert sowohl bei Tag als auch bei Nacht, ferner bei jedem Wetter.

Die Konsequenzen:

> Warning letters will be issued for the first three months. Following this period, the penalty for offending drivers is five demerit points and a $344 fine ($457 in a school zone). The penalty increases to 10 demerit points during double-demerit periods.

Erst gibt es schriftliche Warnungen. Dann gibt es fünf Punkte und 344 Dollar. Wird jemand in einer Schulzone damit erwischt, sind das 457 Dollar. Bei einer Wiederholung gibt es 10 Punkte.

Während der Testphase wurden bereits mehr als 100.000 Fahrer beim illegalen Smartphone-Nutzen ertappt. Das wären mal flott 34 Millionen Dollar Einnahmen, das System dürfte sich schnell rechnen.

Ziel: Die Zahl der schweren Verletzungen bis 2021 um 30 % abzusenken (im Vergleich zum Niveau 2008-2010).

Schätzungen eines Forschungszentrums (Monash University Accident Research Centre) gehen davon aus, daß etwa 100 tödliche und schwere Verletzungen innerhalb von fünf Jahren vermieden werden können. Laut einem Guardian-Artikel gab es im letzten Jahr insgesamt 354 Todesopfer in NSW, in diesem Jahr bislang 329.

Das Programm soll über drei Jahre ausgebaut werden, so daß am Ende (2022/2023) 45 Kameras aktiv sind, die etwa 135 Millionen Autos pro Jahr checken. Bilder, auf denen die Software nichts Verdächtiges entdeckt, sollen innerhalb einer Stunde endgültig gelöscht werden. Diese werden "unbetrachtet durch Menschen" gelöscht. Technisch werden Infrarot-Aufnahmen genutzt.

> In NSW from 2012 to 2018 (provisional) , there were 158 casualty crashes involving a driver or rider using a handheld mobile phone, resulting in 12 deaths and 212 injuries.

Es gab zwischen 2012 und 2018 158 Unfälle, bei denen ein Fahrer mit Smartphone-Nutzung involviert war. Damit 12 Tote und 212 Verletzte. New South Wales hat etwa 7,5 Millionen Einwohner.

Schätzungen (aus dem ersten Link) gehen davon aus, daß über 1 Million Fahrer pro Jahr erwischt werden. Was auch bedeutet: Mehr als 300 Millionen Einnahmen.

Assistant NSW Police Commissioner Michael Corboy:

"What we need is a system to change the culture"

Dem kann man nur zustimmen. Wenn man hier in Berlin sieht, wieviele Autofahrer am Steuer ein Smartphone nutzen und damit sich und andere gefährden: Australien sollte das System weltweit exportieren.

Life Expectancy and Mortality Rates in the United States - sinkende Lebenserwartung in den USA von 2014 - 2017 aufgrund von Drogen-/Alkoholmissbrauch und Suizid der 25-64-Jährigen

30.11.2019 23:18:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Über einen Artikel in der FAZ stieß ich auf ein Thema, von dem ich zwar schon gehört hatte. Aber US-Forscher hatten nun nochmals genauer hingesehen.

Und Zahlen gefunden, die alarmierend sind.

Anderswo, in Afrika, Mittel- und Südamerika oder Asien, fehlen Leuten oft notwendige Dinge. Reines Wasser ist bereits ein Luxus - siehe den Beitrag vor ein paar Tagen über eine Wasseraufbereitungsanlage in Kenia.

In Industrieländern sind solche Infrastrukturen eigentlich selbstverständlich. Eine Wirkung: In Industrienationen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung sehr hoch. Und sie stieg in den letzten Jahrzehnten an.

Das gilt "fast überall". Die Ausnahme sind die USA. Die waren wohl schon seit längerer Zeit das "Schlußlicht" beim Wachstum. Aber seit 2014 stieg die Lebenserwartung nicht mehr langsam an, sondern ging zurück. Drei Jahre in Folge.

Forscher hatten sich Daten zwischen 1959 und 2016 zur Lebenserwartung und zu ursachenspezifischen Sterblichkeitsraten für den Zeitraum 1999 - 2017 aus zwei Datenquellen gezogen - aus der US Mortality Database und der CDC WONDER. Die Analysen konzentrierten sich auf Todesfälle in der Lebensmitte (25 - 64 Jahre), die hinreichend fein gegliedert waren: Nach Geschlecht, Rasse / ethnischer Zugehörigkeit, sozioökonomischem Status und geografischer Lage (einschließlich der 50 Bundesstaaten).
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Life Expectancy and Mortality Rates in the United States, 1959-2017

https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/2756187

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Das Ergebnis: Einerseits stieg die Lebenserwartung in den USA von 1959 bis 2016 von 69,9 Jahren auf 78,9 Jahre. Andererseits gab es in den drei Jahren ab 2014 einen Rückgang.

Grund für den Rückgang: Ab den 90-er Jahren stieg die Sterblichkeit im Bereich der 25 - 64-Jährigen an. Das führte zunächst zu einem langsameren Anstieg der Lebenserwartung, schließlich war der Effekt so stark, daß die durchschnittliche Lebenserwartung sank.

Die genauen Daten:

> During 2010-2017, midlife all-cause mortality rates increased from 328.5 deaths/100 000 to 348.2 deaths/100 000.

Pro 100.000 Einwohnern gab es also - wohl pro Jahr - 20 zusätzliche Todesfälle.

Die Gründe:

> By 2014, midlife mortality was increasing across all racial groups, caused by drug overdoses, alcohol abuse, suicides, and a diverse list of organ system diseases.

Drogenmißbrauch bzw. Überdosierung, Alkoholmißbrauch und Selbstmord sind die drei Haupttodesursachen. Und eine vielfältige Liste von organischen Erkrankungen. Bei denen es sich laut dem FAZ-Artikel hauptsächlich um Krankheiten handelt, die mit einer ungesunden Lebensweise zusammenhängen: Übergewicht, unbehandelter hoher Blutdruck und Nierenversagen.

> The increase in midlife mortality during 2010-2017 was associated with an estimated 33.307 excess US deaths

Der Anstieg der Sterblichkeit im Bereich der 25 - 64-Jährigen zwischen 2010 und 2017 führte zu einer geschätzten Zahl von 33.307 "Exzess-Toten". 32,8 % dieser gab es in den vier Bundesstaaten der Ohio Valley states (West Virginia, Ohio, Indiana, Kentucky). Die stärksten Anstiege gab es in den New England - Bundesstaaten und den Ohio Valley States:

> New England (New Hampshire, 23.3%; Maine, 20.7%; Vermont, 19.9%) and the Ohio Valley (West Virginia, 23.0%; Ohio, 21.6%; Indiana, 14.8%; Kentucky, 14.7%)

Laut dem Wikipedia-Artikel zu West-Virginia ( https://de.wikipedia.org/wiki/West_Virginia ) waren dort 38,1 % der Bevölkerung 2017 übergewichtig, das ist der höchste Anteil unter allen Bundesstaaten.

Die Relevanz der Untersuchung:

> The implications for public health and the economy are substantial, making it vital to understand the underlying causes.

Die Implikationen für die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft sind erheblich. Es ist wichtig, die zugrundeliegenden Ursachen zu verstehen.

Der FAZ-Artikel:

Sinkende Lebenserwartung : Amerika ist gebeutelt vom „Verzweiflungstod“

https://www.faz.net/aktuell/wissen/usa-krisenursachen-fuer-sinkende-lebenserwartung-16504092.html

Die Vorschaugrafik ist in dem oben verlinkten Artikel nicht sichtbar. Sie ist dort aber als og:image definiert. Sie scheint die Entwicklung der Lebenserwartung in den US-Bundesstaaten zu zeigen. Hawaii (HI) liegt mit über 80 Jahren an der Spitze, Mississippi (MS) am Ende. Die schwarze Kurve zeigt den US-Durchschnitt. Die südlichen Bundesstaaten (grün dargestellt) liegen größtenteils unter dem US-Durchschnitt.

Tongji University Bridge - two robotic fabrication methods combined to create one bridge - 3D-Metalldruck und Filament Winding kombiniert für die Erstellung einer Brücke

29.11.2019 23:47:05, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Brücke, die gänzlich leicht und durchsichtig aussieht und trotzdem bis zu 20 Personen trägt?

Studenten, die am DigitalFUTURES International 2019 Summer Workshop der Tongji University in Shanghai teilgenommen hatten, kombinierten zwei verschiedene, relativ neue robotergestützte Fabrikationsmethoden, um eine ungewöhnliche Brücke zu erstellen.

Die Basis der Brücke bildet ein großformatiger 3D-Metalldruck, wie er auch technisch für die erste MX3D-Brücke ( https://blog.server-daten.de/de/2018-04-03/Die-MX3D-metal-bridge---4-Roboter-drucken-in-6-Monaten-eine-12-5-Meter-lange-Metallbruecke---Installation-2019-am-Oudezijds-Achterburgwal-in-Amsterdam---vom-joris-laarman-lab-224 ) in Amsterdam verwendet wird.

Die zweite Technik ist das "Filament Winding", bei dem dünne Kohlenstofffasern und Glasfasern gewickelt werden. So wurden die Stufen und die Handläufe erzeugt.
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Two robotic fabrication methods entwine to make Tongji University bridge

https://www.dezeen.com/2019/11/29/robotic-fabricated-hybrid-bridge-technology/

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Beide Techniken sparen Geld, Material und Energie im Vergleich zu traditionellen Techniken wie der subtraktiven Herstellung oder dem Gießen von Bauteilen. Es sind weder Schalungen noch Formen notwendig. Stattdessen kann die Gestaltung der Brücke relativ frei festgelegt werden.

Genutzt wurde eine Software zur Topologieoptimierung, mit der es möglich war, alles unnötige Material zu entfernen. Die Wirkung:

Für die 11,4 Meter lange Brücke wurden 263 Kilogram Stahl benötigt. Der Stahlrahmen ist an der dünnsten Stelle 20 Zentimeter dick.

Erbaut wurde die Brücke in zwanzig Tagen von 2 * 2 = 4 Robotern. Je zwei pro Fertigungsmethode.

Die Brücke wurde vor Ort vormontiert und dann über einem Wasserspiel am Tongji University's College of Architecture and Urban Planning installiert. Da war sie von Juli bis Oktober 2019 zu sehen, scheint also schon wieder abgebaut worden zu sein.

Der Architect und Tongji University Academic Philip F. Yuan, der die Gruppe anleitete:

> "Robotic fabrication is a high-precision manufacturing technology, combining with advanced structural analysis and optimisation method"
> "This project proves intelligent construction has a great potential for material and energy saving in the architecture field"

Die Herstellung per Roboter ist eine hochpräzise Fertigungstechnologie, die mit fortschrittlichen Optimierungstechnologien kombiniert wird.

Das Projekt beweist, daß so ein intelligentes Bauen ein großes Potential hat, Material und Energie bei der Entwicklung von Gebäuden einzusparen.

Weiter unten gibt es Bilder, die zeigen, wie die Brücke aus zwei Metallplatten als Auflagen, der 3D-gedruckten Metallstruktur und diversen kleinen Elementen, bestehend aus Kombinationen von Stufen und Handläufen, zusammengesetzt ist.

Die eigentliche Metallstruktur wirkt wie ein sehr dünnes Skelett. Um Dimensionen von jenen kompakten Strukturen entfernt, die sonst für Brücken verwendet werden.


Zu der zweiten Technik, dem Filament Winding, gibt es ein großes Projekt der Universität Stuttgart von 2016, das im Innenhof des V&A Museums in London aufgestellt wurde.

Robotically fabricated carbon-fibre pavilion opens at the V&A

https://www.dezeen.com/2016/05/18/robotically-fabricated-carbon-fibre-pavilion-opens-va-museum-london-university-of-stuttgart-achim-menges/

Da wurden allerdings nur Dachstrukturen eines Pavillons gewickelt, also keine tragenden Teile.

Squirrels carrying a nut over a lake - Dick van Duijn lichtet Eichhörnchen im Herbst am Wasser ab

28.11.2019 23:41:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Für manche Jobs wäre ich völlig ungeeignet. Das gilt auf jeden Fall für eine Tätigkeit als Photograph. Dieser teils hohe Reiseaufwand, das Suchen nach Motiven. Bei Landschaftsbildern bleibt die Landschaft wenigstens still. Aber bei Tierbildern ist das womöglich ein Mix aus einem langen Warten und einem sehr schnellen Reagieren.

Umso faszinierender finde ich es dann, wenn sich Leute beruflich darauf spezialisieren und mit der Zeit eine einzigartige Bildersprache entwickeln.

Das gilt etwa für den Photographen Dick van Duijn. Er photographiert besonders gerne im Herbst. Denn dann gibt es viele bunte Farben, so daß die Tiere vor diesem Hintergrund erscheinen.

Und er photographiert gerne Eichhörnchen. So entstanden einige neue Photos.
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Photographer Waits Hours To Capture The Autumn Idyll Of Squirrels Carrying A Nut Over A Lake (8 Pics)

https://www.boredpanda.com/squirrel-animals-photography-dick-van-duijn/

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An einem Montag in einem Wald in den Niederlanden. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Hinter den Eichhörnchenbildern steckt für ihn keine große Philosophie:

> “I just like to photograph them. They are very photogenic with a high cuddling rate”

Er photographiert sie einfach gerne. Sie sind sehr fotogen mit einem hohen Kuschelfaktor.

Er photographiert auch andere Tiere. In dem Beitrag gibt es diverse Bilder ohne Eichhörnchen. Aber Eichhörnchen stellen eine besondere Herausforderung dar, weil sie so wendig sind.

Das Photo mit dem springenden Eichhörnchen sei das schwierigste gewesen.

Normalerweise würde man sich im Vorfeld auf einen bestimmten Punkt konzentrieren, die Kamera entsprechend vorbereiten und hoffen, daß das Eichhörnchen durch diesen Bereich springt und man dann rechtzeitig abdrückt.

> But in this case, I took the photo out of hand tracking the jump of the squirrel.

In diesem Fall hat er wohl die Kamera mitgeführt.

Auf Instagram

https://www.instagram.com/dickvanduijn/

finden sich grade die Eichhörnchen-Bilder ganz oben.

Photos von ihm gibt es unter

Hollandpix

https://www.hollandpix.com/

zu kaufen. Da kann man wohl große Bilder auf Papier erhalten, die als Wandbilder genutzt werden können.

Interstellar - Restaurant in the Centro Citibanamex illuminated with 250000 LED lights - temporäres Restaurant in Mexico City mit 250.000 LED-Lampen beleuchtet

27.11.2019 23:31:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wie gestaltet man ein 200 Quadratmeter großes Restaurant? Da gibt es sicherlich die unterschiedlichsten Ideen. Eine beeindruckende Variante gibt es in Mexico City.

Im dortigen Centro Citibanamex, einem großen Kongresszentrum mit 185.000 Quadratmetern, gibt / gab es das Interstellar. Ein Restaurant, mit schwarzen Wänden.

An den Seiten und der Decke mit insgesamt 250.000 LED Lampen bestückt.

Wobei die Decke und die Wände nicht waagerecht oder senkrecht verlaufen. Sondern es dort so eine Art "wellenförmige Struktur" gibt, so daß die Lichter eine zusätzliche Dynamik erhalten.
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250,000 LED lights illuminate the 'interstellar' restaurant in mexico city

https://www.designboom.com/architecture/250000-led-lights-interstellar-restaurant-mexico-city-11-27-2019/

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Drei Unternehmen haben das gemeinsam gestaltet: Almazán y Arquitectos Asociados, Concepto Taller de Arquitectura und das Pin Studio. Wobei sich bei den beiden ersteren nichts auf deren Website findet. Das Pin Studio hat dagegen eine solche "Himmelsstruktur" bereits bei einem anderen Projekt umgesetzt ( http://www.pinstudio.mx/maison.html ).

Das Ziel:

> ‘convert the void into content, intertwining time and space in order to create a visually spectacular environment.’

Die Leere in Inhalt umzuwandeln, Zeit und Raum miteinander verbinden, um eine visuell spektakuläre Umgebung zu schaffen.

Die Tische sind eigentlich mit verspiegelten Oberflächen gestaltet. So daß sich die unzähligen Lichter dort spiegeln, während die Gäste essen. Auf den Bildern werden aber teils schwarze, teils weiße Tischdecken genutzt, so daß dieser Effekt kaum sichtbar ist.

Ein dortiges Essen soll ein Erlebnis ‘outside this world’ sein. Ferner gibt es am Eingang ein Bücherregal, in das man eintauchen kann. Eine Reihe von Büchern hängt von der Decke, das wirkt, als würden die Bücher schweben.

Allerdings findet sich da auch der Hinweis:

> the ephemeral interstellar restaurant has been formed as part of millesime mexico 2019 – an interactive haute cuisine event that takes place in the city’s citibanamex center.

Offenbar war das nur eine relativ kurzzeitige Installation im Rahmen des Millesime Mexico 2019.

Auch auf der Website des

Centro Citibanamex

https://www.centrocitibanamex.com/en/

findet sich kein Hinweis zu diesem Restaurant.

Walala Pump & Go - Vintage Gas Station transformed into a colorful landmark - Camille Walala und Justkids transformieren verlassene Tankstelle in Fort Smith (Arkansas) in ein buntes Wahrzeichen

26.11.2019 23:53:10, Jürgen Auer, keine Kommentare

Der folgende Beitrag beginnt mit einer interessanten Feststellung: Verlassene Gebäude seien in Städten (in den USA) weit verbreitet. Wieviele es davon gibt und wie sehr diese das Stadtbild prägen, weiß ich nicht.

In Fort Smith, Arkansas, an der Kreuzung von der Grand Avenue und der 11th Street, gibt es eine Tankstelle, die schon seit langem verlassen ist. Die in London lebende französische Künstlerin Camille Walala wurde von Justkids eingeladen, dieses Gebäude wiederzubeleben.
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This Artist Turned An Abandoned Gas Station Into An Beautiful Landmark In Just A Week

https://designyoutrust.com/2019/11/this-artist-turned-an-abandoned-gas-station-into-an-beautiful-landmark-in-just-a-week/

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Die Adresse findet man bei Google-Maps, wenn man den folgenden Suchausdruck nutzt:

1101-1199 N C St, Fort Smith, AR 72901, Vereinigte Staaten

Die 1101 N C St geht vom Südwesten nach Nordosten und kreuzt dabei die Grand Avenue. Zoomt man sich rein, sieht man die Tankstelle, aktuell Stand Mai 2018.

Mit Unterstützung von Bewohnern, der Künstlerin Nate Meyers (Buffalo) und dem globalen Kreativhaus Justkids wurden die Außenflächen des Gebäudes neu gestaltet. Große, weithin sichtbare Farbflächen, gelbe Dächer (obwohl die nur von oben zu sehen sind) und große Streifenmuster.

Justkids

https://www.justkidsofficial.com/

ist schon mehrfach in Arkansas aktiv geworden und hatte dort eine Serie von "The Unexpected" gestartet.

https://www.justkidsofficial.com/projects/unexpectedproject2018

Im Rahmen dieser Serie wurde Camille Walala angesprochen.

CAMILLE WALALA TRANSFORMS VINTAGE SERVICE STATION IN FORT SMITH

https://www.justkidsofficial.com/projects/alexbavard-bulky-downtownfortsmith

> Justkids invited Camille Walala to The Unexpected for the first time; taking over all dimensions of a 1950’s neglected service station at the main intersection of Grand Avenue and 11th street.
>
> Marking the welcoming entrance of Downtown Fort Smith, Walala Pump & Go gas station features the French artist eclectic trademark tribal pop style of vibrant geometric color patterns that highlight existing elements with a dynamic brio.

Camille Walala hatte für sich entdeckt, daß ihre Formen und Farben am besten auf hinreichend großen Flächen funktionieren. Damit war die Einladung zu diesem Projekt natürlich passend.

Eine zweite Darstellung gibt es bei DesignBoom:

camille walala transforms vintage gas station into a colorful landmark in arkansas

https://www.designboom.com/art/camille-walala-gas-station-arkansas-justkids-11-12-2019/

Dort gibt es auch ein kleines Video, bei dem die Künstlerin zu Wort kommt.

Keyna installs first solar power plant to transform ocean water into drinking water - in Kenia wurde das erste Solarkraftwerk installiert, das Ozeanwasser in Trinkwasser umwandelt

25.11.2019 23:01:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

In den Industrieländern ist sauberes Wasser meist eine Selbstverständlichkeit. Bis hin dazu, daß nicht das saubere Leitungswasser zum Trinken verwendet wird, sondern Mineralwasser in Glas- oder Kunststoffflaschen gekauft und getrunken wird.

Ganz anders sieht das in anderen Gegenden der Welt aus. Dort kann sauberes Trinkwasser so wertvoll sein, daß für alle anderen Zwecke bsp. Salzwasser aus dem Ozean verwendet wird. Mit dem Effekt, daß bsp. Salzwasser zum Waschen die Haut angreift.

Insgesamt haben etwa 2,2 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser.

Die NGO Give Power hat nun in Kenia in der Stadt Kiunga am Ozean, nahe der Grenze zu Somalia, das erste Solarkraftwerk installiert, das Ozeanwasser in Trinkwasser umwandelt.
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Kenya Installs The First Solar Power Plant That Transforms Ocean Water Into Drinking Water

https://www.boredpanda.com/kenya-installs-solar-powered-plant-trasforms-ocean-water-to-drinking-water/

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Die beiden Wasserpumpen können 25.000 Personen mit Wasser versorgen.

Der Entsalzungsprozess, der das Salzwasser in Trinkwasser umwandelt, ist sehr energieintensiv und damit teuer. In Kiunga wurde eine "Solar Water Farm" installiert, die Sonnenenergie mithilfe von Solarkollektoren zur Stromerzeugung nutzt. Die erzeugten 50 Kilowatt Energie treiben zwei Wasserpumpen 24 Stunden am Tag an.

In der dortigen Gegend hat mehr als ein Drittel der Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Lange Wege, oft mehr als eine Stunde, waren notwendig, um an Wasser zu kommen. Also wurde Salzwasser zum Baden und zum Waschen der Kleidung verwendet.

Hayes Barnard, der Präsident von GivePower:

> “You see children inside of these villages, and they’ve got these scars on their stomachs or their knees because they got so much salt in their wounds. They were basically poisoning their families with this water.”

Sie sehen Kinder in diesen Dörfern, mit Narben am Bauch oder an den Knien, weil sie so viel Salz in den Wunden hatten. Das Wasser hat diese Menschen geradezu vergiftet.

Über die Website von GivePower

https://givepower.org/

fand sich ein kleines Video vom letzten Jahr:

Water For Kiunga

https://www.youtube.com/watch?v=a69712Yb3Hk

Das sieht danach aus, als ob im letzten Jahr eine erste Pilotanlage erstellt und getestet wurde.

Unterhalb des Videos gibt es weitere Hinweise:

> Compared to most traditional water wells, one GivePower solar water farm produces a higher quality of water over a longer period of time — powered by renewable energy, and delivered in an economically sustainable, and affordable, manner.

Im Vergleich zu den traditionellen Wasserbrunnen produziert eine Solar Water Farm eine höhere Qualität von Wasser über einen längeren Zeitraum. Angetrieben durch erneuerbare Energie.

Ferner findet sich ein "Größenhinweis": Eine Anlage kann 20.000 Gallonen Wasser pro Tag produzieren, eine halbe Gallone braucht jeder Mensch pro Tag, das sind 1,89 Liter.

Angesichts der Daten von dem Video (plus der dortigen Bilder) sieht das eher danach aus, als ob es den Durchbruch in Kiunga schon im letzten Jahr gegeben hat.

Kids in Finland commuting to school by bicycle in snow at -22F/-30C - Kinder in Finnland nutzen Fahrräder, um bei -30 Grad Celsius in die Schule zu fahren

24.11.2019 23:43:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge sind doch einfach beruhigend. In Städten wie Berlin pflegt ja der Verkehr zusammenzubrechen, wenn es einen Hauch von Schnee gibt. Oder Eltern fahren ihre Kinder täglich im Auto zur Schule, so daß der Nachwuchs keine Chance hat, rechtzeitig eigene Erfahrungen zu sammeln.

Der Autor des folgenden Beitrags war gebürtiger New Yorker und eingefleischter Städter, zog dann jedoch auf eine ländliche Farm im Süden. Eigentlich lebt er dort sehr abgeschieden, mußte aber zu einem Termin bei einer Physiotherapie. Dortiges Gesprächsthema: Der angekündigte Schnee und Befürchtungen, daß der lokale Supermarkt nichts mehr hätte.

Und die Einsicht: Anderswo geht das ganz anders. Etwa in Finnland. Dort war er in Helsinki, bei einem heftigen Schneesturm. Und beobachtete: Es wurde kein Schnee geschaufelt. Sondern lediglich Kies gestreut.

Ferner ist es in vielen Teilen von Finnland üblich, daß Kinder das ganze Jahr über mit dem Fahrrad zur Schule fahren.
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Kids in Finland Commuting to School by Bicycle and Sled, in Snow, at Negative-22 Degrees

https://www.core77.com/posts/91450/Kids-in-Finland-Commuting-to-School-by-Bicycle-and-Sled-in-Snow-at-Negative-22-Degrees

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Ein Tweet von Pekka Tahkola:

https://twitter.com/pekkatahkola/status/1093297261604265985

> 1000 out of 1200 kids in this school in #Oulu, #Finland, arrive by #bicycle, even in winter. 100-150 walk, rest by ski, kicksleds and car. This day it was -17°C.

1000 der 1200 Kinder in dieser Schule in Oulu kommen per Fahrrad, auch im Winter. 100 - 150 laufen, der Rest kommt per Ski, Kicksleds / Tretschlitten oder Auto. Die -17°C sind allerdings noch "warm" gegenüber -30°C.

Ein zweiter Tweet zeigt diese Kicksleds (oben als Vorschaubild sichtbar):

https://twitter.com/pekkatahkola/status/1093374254073012226

Vorne kann eine zweite Person drauf oder die Schultasche. Der Nutzer geht zwischen den Kufen, schiebt den Tretschlitten an der Stange und kann sich auf die Kufen stellen, um zu gleiten.

Allerdings haben die Kinder keine "besonderen Fahrräder". Im Gegenteil: Das sind normale Fahrräder, die im Sommer mit denselben Reifen genutzt werden. In Oulu liegt von November bis April Schnee. Oulu liegt am oberen östlichen Ende der Bottnischen Meerbusen. Die Stadt ist mit etwa 200.000 Einwohnern die größte Stadt in Nordfinnland, die fünftgrößte Stadt in Finnland und die nördlichste Großstadt der Europäischen Union.

Pekka Tahkola:

> The bike and walking paths are so well maintained that riders don't need special tires or gear to navigate them.

Die Fahrrad- und Wanderwege sind so gut gepflegt, so daß Radfahrer keine speziellen Reifen benötigen.

Wenn man die Bilder sieht, dann ist das etwas, das mir jeden Winter auffällt: Dort liegt eine geschlossene Schneedecke. Auf der läßt sich gut gehen und gut fahren. Hier dagegen soll Schnee immer möglichst entfernt werden. Gelingt das nicht vollständig, gibt es einen ständigen Wechsel zwischen Schnee und anderen Flächen. Das ist deutlich heikler.

Bridge over the Dřetovice Stream created with ultra-high performance concrete (UHPC) - 10 Meter lange Brücke aus ultrahochfestem Beton überspannt tschechischen Fluss

23.11.2019 23:29:14, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei Betonkonstruktionen denkt man üblicherweise an Beton mit einem Kern aus Stahlarmierungen. Eine andere Technik, den Beton zu verstärken, besteht darin, ultra-high performance concrete, ultrahochfesten Beton zu entwickeln. Das ist Beton, der sich durch eine besonders hohe Dichtigkeit und Festigkeit auszeichnet.

Eine Verbesserung besteht darin, Körner hinzuzufügen, die deutlich kleiner als typische Zementkörner sind. Mit der Wirkung, daß diese Körner den Platz zwischen den Zementkörnern auffüllen und der Beton damit deutlich dichter wird. Durch die höhere Dichtigkeit kann Wasser schlechter eindringen, so daß der Beton deshalb stabiler ist.

Eine zweite Variante besteht darin, den Wassergehalt auf einen Wert w/z-Wert < 0,25 zu reduzieren.

Eine dritte Verbesserung besteht darin, Fasern, etwa Stahlfasern beizumischen.

Das Ergebnis ist ein Beton, der weitaus belastbarer ist, aber auch deutlich mehr kostet. Etwa 5 - 20 mal mehr als Normalbeton.

In Tschechien wurde nun in einer Zusammenarbeit zwischen AOC architects und dem Klokner Institute an der Czech Technical University (CTU) in Prag eine interessante Brücke aus UHPC entwickelt.

Sie überspannt den Fluß Dřetovice und führt zu einem Friedhof des nahe gelegenen Ortes Vrapice, etwa 30 km nordwestlich von Prag. Bei Google-Maps sieht man, daß der Fluß südlich des Ortes ungefähr in West-Ost-Richtung fließt.
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czech cemetery exhibits bridge fabricated of ultra-lightweight black concrete

https://www.designboom.com/architecture/aoc-concrete-bridge-klokner-institute-ctu-prague-11-23-19/

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Das Design der Brücke basiert auf dem Konzept des ‘portal between the world of the living and the dead’ - das Portal zwischen der Welt der Lebenden und der Toten.

Die Spannweite der Brücke, die lediglich auf zwei Sockeln aufliegt, beträgt 10 Meter. Genutzt wird eine doppelt gekrümmte Form, so daß die Brücke leicht in zwei Richtungen verspannt ist.

Mit einer Querschnittsbreite von 1,5 Metern und einem Gesamtmaterialverbrauch von etwa 1,4 Kubikmetern wiegt die Brücke etwa 3 Tonnen. Ferner wurden schwarze Pigmente beigemischt und die Oberfläche patiniert.

Während des Entwurfs wurde ein Prototyp gebaut und einer Belastungsprüfung unterzogen.

In Deutschland gibt es nur relativ wenige Bauwerke, die UHPC nutzen. Die erste UHPC-Konstruktion ist die Gärtnerplatzbrücke

http://regiowiki.hna.de/G%C3%A4rtnerplatzbr%C3%BCcke

in Kassel von 2007. Diese ist mit 137 Metern allerdings deutlich länger. Bei

Gärtnerplatzbrücke in Kassel: Verbundkonstruktion im neuen Klebeverfahren

https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/massivbau/gaertnerplatzbruecke-in-kassel-verbundkonstruktion-im-neuen-klebeverfahren/1857.htm

fand sich der Hinweis, daß die Fahrbahnplatten der Brücke lediglich 8,5 Zentimeter dick sind. Das ist ein Viertel der üblichen Konstruktion. Mit der Konsequenz, daß solche Brücken deutlich leichter sind.

Bundesfinanzhof: Zweckbetrieb einer gemeinnützigen Einrichtung im Wettbewerb mit der Regelbesteuerung unterliegenden Unternehmen: Eingeschränkte Anwendung des ermässigten Umsatzsteuersatzes - XI R 2/17

22.11.2019 23:48:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Gemeinnützige Einrichtungen, die Umsätze erzielen, können in der Regel für diese Umsätze den ermäßigten Steuersatz beanspruchen. Aber was ist, wenn diese Einrichtungen zusätzlich Zweckbetriebe betreiben, die in Konkurrenz zu anderen Unternehmen treten, welche der Regelbesteuerung unterliegen?

In einem solchen Fall hat der Bundesfinanzhof nun entschieden, daß für ein zusätzlich betriebenes Café jedenfalls nicht automatisch der ermäßigte Steuersatz gilt.
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Eingeschränkte Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes bei gemeinnützigen Einrichtungen - Urteil vom 23.7.2019 XI R 2/17

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&nr=42740&pos=0&anz=76

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Der Fall (Vorinstanz FG Berlin-Brandenburg):

> Der Kläger unterstützt als gemeinnütziger Verein Menschen mit Behinderung, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands der Hilfe bedürfen. Seinem Begehren, die im öffentlichen Betrieb (Bistro und Toilette) erbrachten Umsätze mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% zu besteuern, weil auch behinderte Menschen dort arbeiteten, folgte das Finanzamt nicht.

Das Finanzgericht sah das genauso. Der Bundesfinanzhof bestätigte die Entscheidung, hob das Urteil aber aus anderen Gründen auf und verwies es zurück an die Vorinstanz.

Laut dem Urteil

BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.7.2019, XI R 2/17 - ECLI:DE:BFH:2019:U.230719.XIR2.17.0 - Zum ermäßigten Steuersatz bei Zweckbetrieben

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2019&anz=76&pos=0&nr=42878&linked=urt

betreibt der Kläger einerseits eine anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen. Zusätzlich wurde ab 2007 ein Café betrieben: Dort wurden drei Arbeitsplätze für behinderte Menschen geschaffen, die zu 100 % gefördert wurden, ferner zunächst zwei, später ein nicht behinderter Arbeitnehmer beschäftigt.

Laut UStG dürfen Zweckbetriebe, die den ermäßigten Steuersatz beanspruchen, nicht im unmittelbaren Wettbewerb mit Unternehmen stehen, die der Regelbesteuerung unterliegen. Oder diese Leistungen verwirklichen unmittelbar die steuerbegünstigten Zwecke selbst.

Beides war hier nicht erfüllt: Das Café tritt in Konkurrenz zu anderen gastronomischen Einrichtungen, die der Regelbesteuerung unterliegen. Und die Gastronomieumsätze dienten den Zwecken der Besucher, es waren keine gemeinnützigen Leistungen.

Allerdings ging das Verfahren trotzdem zurück an die Vorinstanz. Denn diese hatte nicht ermittelt, ob der ermäßigte Steuersatz aus anderen Gründen hätte Anwendung finden können. Dann nämlich, wenn Speisen zur Mitnahme abgegeben werden, sind diese Umsätze nur mit dem ermäßigten Steuersatz zu versteuern.

Das Urteil könnte für diverse gemeinnützige Einrichtungen die Wirkung haben, daß diese die Umsätze ihrer Zweckbetriebe überprüfen müßten, ob für diese wirklich der ermäßigte Steuersatz genutzt werden kann.

Heaven Bloom - 140 metal flowers that move to the music - metallische Blumen, die aus einer Betonwand herausragen und sich im Rhythmus der Hintergrundmusik öffnen - Installation in Taiwan

21.11.2019 23:47:27, Jürgen Auer, keine Kommentare

Blüten, die aus einer senkrechten Betonwand "herauskommen"? In Taiwan hat das Designbüro Whyixd 140 "kinetische Blumen" in der Lobby eines Gebäudes installiert.

Das Gebäude ist von der Natur inspiriert. Das führte zu der Idee, eine Installation zu schaffen, die Blumen imitiert. Die mechanisch angetriebenen Blumen öffnen und schließen sich im Rhythmus der Hintergrundmusik in der Lobby.
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whyixd hangs 140 metal flowers that move to the music on a taiwan building lobby

https://www.designboom.com/design/whyixd-heaven-bloom-metal-flowers-dynamic-lobby-taichung-city-taiwan-11-15-2019/

Das Video direkt auf Vimeo:

《扉花 Heaven Bloom》 kinetic installation,2019

https://vimeo.com/368204274

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Wenn man sich das Video ansieht, dann sieht man, daß jede einzelne dieser Blumen eine komplexe mechanische Technik nutzt, bei der eine sich langsam drehende Scheibe dafür sorgt, daß die metallischen Blütenblätter auf- und wieder zuklappen. Beim Aufklappen erscheint diese ganze Technik, beim Zuklappen verschwindet sie wieder.

Ein Gedanke der Installation ist, daß die Blumen als Samen in die Betonwand gesät wurden, so daß diese aus der Oberfläche herausblühen. Die Blumen imitieren den "Nanhu Rhododendrom". Eine Blume, die nur auf einem der Berge in Taiwan wächst, dem Nanhu Big Mountain. Mit 3.742 Metern ist dies der fünfthöchste Berg in Taiwan.

Der Nanhu Rhododendrom paßt sich an die extremen klimatischen Bedingungen an. Bevor die Blume blüht, hat sie eine rostgelbe Farbe. Die Blume ist jedoch weiß, so daß sie rund um den Berggipfel wie weiße Schneeflocken wirkt.

Bei Whyixd:

Heaven Bloom - Kinetic Installation 2019

https://www.whyixd.com/heavenbloom2019/2019/11/6/-heaven-bloom-kinetic-installation2019

Die Gesamtgröße der Installation: 7.3(m) x 1(m) x 7.8(m).

Demnach müßten die einzelnen Blüten ziemlich weit aus der Wand herausragen und ziemlich groß sein.

Biodegradable Plates and Bowls out of leaves from the Palash Tree - Vistaraku in Hyderabad stellt Einwegplatten und Schalen aus Blättern her - gegründet von Madhavi und Venu Vippulancha

20.11.2019 22:32:14, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einwegteller werden in Industrieländern oft aus Kunststoff hergestellt. Mit bekannt negativen Folgen. Stehen bestimmte Pflanzen zur Verfügung, gibt es auch ganz andere Lösungen.

So gibt es auf dem indischen Subkontinent den Palash Tree, Malabar-Lackbaum genannt. Er dient der Lackschildlaus als Futterpflanze, deren Absonderungen können zu Schellack verarbeitet werden.

Die Blätter haben natürliche antibakterielle und antiseptische Eigenschaften. Sie eignen sich deshalb gut, um Speisen auf ihnen anzurichten.

Vistaraku in Hyderabad hat eine Methode entwickelt, um aus diesen Blättern Einwegplatten und Schalen herzustellen.
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Making Biodegradable Plates and Bowls Out of Leaves

https://laughingsquid.com/biodegradable-plates-bowls-made-out-of-leaves/

Das Video direkt auf YouTube:

How Leaves Are Made Into Biodegradable Plates

https://www.youtube.com/watch?v=P1td1JYRzNY

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Die beiden Gründer Madhavi und Venu Vippulancha hatten im Silicon Valley gearbeitet und zogen nach Indien. Nach einem überstandenen Brustkrebs wollte das Paar naturnäher leben. So entstand die Idee für die Gründung von Vistaraku.

Die Blätter werden von Frauen in der Umgebung gesammelt. Teils sieht das danach aus, als ob einige Blätter zu einem Teller-Rohling zusammengenäht werden. Am Ende kommt der flache Rohling jedenfalls in eine Presse, wird wohl unter Hitze gepresst - und der Teller ist fertig.

Auf Instagram gibt es einen Beitrag mit einem kleinen Video:

https://www.instagram.com/p/B2RZ23cFWpE/

Da sieht man das etwas genauer. Die Blätter werden quasi leicht zusammengenäht, als Unterlage wird ein Stück Wellpappe mit eingepreßt.

Die Website

Vistaraku - Biodegradable leaf plates

https://www.vistaraku.co.in/

gibt es weiter unten ein Bild, wie ein solcher Teller dann zerfällt und

> Our termite friends doing their job right.

von Termiten zernagt wird.

Porcelain Vessels with hundreds of flowers, leaves and branches - Hitomi Hosono erzeugt Porzellanschalen mit Hunderten von Blumen, Blättern und Zweigen

19.11.2019 23:36:18, Jürgen Auer, keine Kommentare

Manche Dinge sieht man: Und kann sich deren Erstellung doch nicht vorstellen. So geht es mir, wenn ich solche Porzellanschalen sehe.

Die in Japan geborene und in London lebende Künstlerin Hitomi Hosono erzeugt Gefäße, die außen und innen mit einer überquellenden Fülle von Blumen, Blättern und Zweigen bedeckt sind.

Als sei ein Blütenteppich von einer Wiese mit lauter kleinen Blüten, dazwischen diversen grünen Blättern, in Porzellan verwandelt worden.
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Magnificently Detailed Porcelain Vessels by Hitomi Hosono Are Blossoming with Hundreds of Flowers, Leaves, and Branches

https://www.thisiscolossal.com/2019/11/vessels-by-hitomi-hosono/

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Die Außenseiten der Gefäße nutzen teils eine "einigermaßen glatte" Struktur, bei der die Pflanzen nur angedeutet sind. Teils sind aber auch Teile der Außenseiten mit solchen plastischen Strukturen gestaltet, wie sie die Innenfläche der Gefäße ausfüllt.

Inspirieren läßt sie sich von Wanderungen in ihrer Nachbarschaft, wo sie Blüten und Blätter sammelt und die Details der Strukturen erkundet.

Diverse weitere Bilder gibt es auf Instagram:

hitomihosono

https://www.instagram.com/hitomihosono/

U.a. einen kleinen Film vom Britischen Museum:

https://www.instagram.com/p/Bd4ej9xhlb3/

Der damit anfängt, daß ein Klumpen Rohmasse auf der Töpferscheibe landet.

Bei der Galerie

Hitomi Hosono

https://www.adriansassoon.com/artists/hitomi-hosono/

finden sich einige weitere Details:

> “It is my intention to transfer the leaf’s beauty and detail into my ceramic work, using it as my own language to weave new stories for objects.”

Es ist ihre Intention, die Schönheit und die Details von Blättern in ihre keramische Arbeit zu transferieren. Sie betrachtet das als ihre eigene Sprache, um neue Geschichten für Objekte zu weben.

Orientiert hat sie sich an der "Jasperware" von Josiah Wedgwood, die etwa 200 Jahre alt ist. Keramische Muster werden als Außendekoration auf einem Gefäß ergänzt.

> First, I design a leaf or flower sprigs by studying organic botanical forms. I analyse the plant forms by looking, touching and drawing. I examine how the veins of a leaf branch and how its edges are shaped. After the completion of original sprig models and the plaster moulds, I press-mould hundreds of leaf sprigs in porcelain and carefully and patiently carve the finer details. I then apply the porcelain leaves in layers onto a form thrown on a potter’s wheel. I apply the leaves so densely that the underlying shape is entirely hidden, like the multitude of green leaves which obscure the branches of a tree.

Erst erstellt sie das Design von einem Blatt oder einem Blütenzweig, indem sie die organischen Vorbilder analysiert. Mit Sehen, Berühren und Zeichnen. Daraus entstehen Originalmodelle und Gipsmodelle. Dann presst sie hunderte von Blattzweigen in Porzellan und ergänzt sorgfältig und geduldig die feineren Details.

Dann trägt sie die Porzellanblätter und -blumen auf eine Form auf, die auf der Töpferscheibe erstellt wurde. Dabei trägt sie die Blätter und Blüten so dicht auf, daß die darunterliegende Form völlig verborgen ist. So, wie die Vielzahl von Blättern eines Baumes die Zweige verdecken.

Große Objekte benötigen bis zu 1,5 Jahre. Ein halbes Jahr, um ein neues Design für Zweige zu entwerfen und die Formen zu bauen. Etwa einen Monat, um die Porzellanelemente zu fertigen. Schließlich 10 - 12 Monate, um langsam zu trocknen.

Ein Video vom letzten Jahr

Hitomi Hosono Talks About Her Exclusive New Collection With Wedgwood

https://www.youtube.com/watch?v=oDYCQ0H8x6E

zeigt Ausschnitte aus dem Arbeitsprozess.

AND Y Café in Rostov on Don - Tetris style orange furniture and cow print tiles in this tiled café - gekacheltes Café in Rostow am Don nutzt tetris-artige Sitzwürfel zur täglichen Neugestaltung

18.11.2019 23:40:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Was macht man, wenn man in einem Café relativ wenig Platz hat? Die Lösung im AND Y - Café in Rostow am Don, von dem russischen Architekten Eduard Eremchuk für das wohl so ziemlich komplett gekachelte Café:

Er orientierte sich einerseits am gekachelten Design einer U-Bahn-Station.

Und andererseits an Tetris: Würfelförmige Sitzgelegenheiten auf Rollen, deren Position sich problemlos verändern kann. Wie fallende Tetris-Würfel.
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Cow-print tiles and Tetris-style orange furniture feature in Russian cafe

https://www.dezeen.com/2019/11/18/and-y-cafe-eduard-eremchuk-russia/

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Das Café befindet sich auf einem Platz nahe der Don State Public Library. Aufgrund der vielen Universitäten in der Umgebung ging der Betreiber von vielen Besuchern aus.

Der Architekt:

> "The shapes of the furniture were inspired by Tetris cubes, which are also transformable and very mobile,"

Die Inspiration für die Form kam von Tetris-Würfeln, die auch wandelbar und sehr beweglich sind.

> "The space came out very flexible and you can change its organisation literally every day."

Der Raum wird so zu einem sehr flexiblen Raum. Die Raumaufteilung kann tagtäglich geändert und neu angepaßt werden.

Die Würfel bestehen aus einem feinen Metallgitter. Sie wurden von der ortsansässigen Firma Delo hergestellt. Ein langer Tisch hat runde Säulenständer und wurde ebenfalls von einem lokalen Unternehmen gebaut. An den Fenstern gibt es ähnliche Tische mit hohen Stühlen für einzelne Gäste.

Leider kam als Vorschaubild nicht das erste Bild im Beitrag raus. Im Raum gibt es zusätzlich diverse größere "Tetris - Elemente". Mit der Länge von fünf Würfeln plus einem Würfel in der Mitte. Da können die Würfel in der Mitte zum Lesen oder zum Abstellen eines Getränks genutzt werden. Das auf Rollen - das lädt geradezu dazu ein, daß die Elemente im Laufe eines Tages mehrfach ihre Position ändern.

Um den Zweck der verschiedenen Raumteile sichtbar zu machen, ist der Gästebereich mit weißen Fliesen verkleidet. Der Küchenbereich hat dagegen eine einheitliche Wand aus hellblauen Fliesen. Die Toilette hat dagegen eine Art "Endlos-Kuhmuster" als Kachelung enthalten. Inklusive der Innenseite der Tür. Wird die Tür geöffnet, sieht man damit sofort, daß hier ein anderer Bereich beginnt.

Auf der Seite von Eduard Eremchuk

AND Y

https://eduarderemchuk.com/andy/

sind dieselben Bilder deutlich größer zu finden. Die Gesamtfläche beträgt 120 Quadratmeter. Ansonsten gibt es nur relativ wenige Pflanzen in großen, runden Töpfen, die aber ebenfalls leicht verschiebbar sein dürften. Plus einige Bildschirme, die von der Decke herunterhängen.

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