Velox - creeply wiggly robot can move on land and water - Roboter, der sich kriechend und wackelnd fortbewegt, tauchen kann und auf Schnee und Eis zurecht kommt - Pliant Energy

30.12.2018 23:56:51, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Techniken von Robotern haben sich im ausgehenden Jahr deutlich weiterentwickelt. Es gibt Roboter, die laufen oder hüpfen können. Mit Gelenken, die an Tiere oder Menschen erinnern. Velox orientiert sich eher an Schlangen oder Amphibien.

Die "Kurzbeschreibung":

> four dimensional objects with a hyperbolic geometry that allows the robot to swim like a ray, crawl like a millipede, jet like a squid, and slide like a snake.’

Ein vierdimensionales Objekt mit einer hyperbolischen Geometrie, die es dem Roboter erlaubt, zu schwimmen wie ein Roche, zu kriechen wie ein Tausendfüßler, zu schwimmen wie ein Tintenfisch und zu gleiten wie eine Schlange.
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velox, a creepy wiggly robot that can move on land and water

https://www.designboom.com/technology/velox-amphibious-robot-pliant-energy-12-30-2018/

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Das ist ein "kleiner flacher schwarzer Kasten", der links und rechts so eine Art "festen Gummistreifen" hat. Dieser kann über kleine Hebel aus dem Inneren auf und abbewegt werden. Bei entsprechender Steuerung ergeben sich daraus im Wasser Schwimmbewegungen, die an Rochen erinnern.

Auf Schnee oder Eis können diese beiden Kufen entweder senkrecht gestellt werden, so daß sie in den Schnee einschneiden. Oder sie liegen waagerecht und produzieren Auf-Ab-Wellenbewegungen.

Das Video auf YouTube:

Ice-skating Robot Also Swims

https://www.youtube.com/watch?v=JVq0adTn0_w

Da startet Velox auf dem Eis.

Bei Pliant Energy

https://www.pliantenergy.com/home-1/

werden Vorzüge aufgeführt: Diese wellenförmigen Bewegungen funktionieren in so ziemlich jedem, auch schwierigem Gelände. Das Gerät ist aufgrund seiner Bauweise stabil, es kann nicht umkippen. Die Ideen wurden wohl wesentlich von Amphibien übernommen, die ebenfalls auf "schwierigem Gelände" klarkommen. Und die Risiken sind im Vergleich zu einem Propellerantrieb deutlich geringer.

Drunter werden Anwendungsmöglichkeiten aufgezählt:

- Der Einsatz unter Wasser oder als remote operierendes System, das problemlos vom Land ins Wasser und zurück wechseln kann.

- Als Retter für Personen, die ins Eis eingebrochen sind. Velox kann ein Seil bringen, wenn das Eis keinen Menschen tragen würde.

- Zum Ersatz von Propellerantrieben in Situationen, wo ein Propellerantrieb Probleme bereitet: Etwa in Korallenriffen oder Mangroven.

- Einsatz in Wasser, das mit Trümmern durchsetzt ist. Für ein Gerät mit Propellerantrieb wäre ein Einsatz undenkbar.

Dann folgen Bilder: Eisbär-Beobachtung "auf die Entfernung", freies Schwimmen unter Eis. Einsatz bei der Seenotrettung. Da werden auch schon Drohnen per Luft eingesetzt, aber die dürften bei kräftigem Wind oder Regen Schwierigkeiten bekommen.

Interessant ist auch der Einsatz im flachen Wasser mit vielen Pflanzen. Da werden keine Sedimente aufgewühlt.

Mir fallen da noch ganz andere Einsatzmöglichkeiten ein. Wenn es in einem Gebäude brennt oder qualmt: Da kann man so einen Roboter auf Erkundungstour schicken.

Better to transport Tricycle - tricycle created with recycled plastic - ein Dreirad-Lastenrad aus recyceltem Kunststoff für Mexico City - von Thomas Hoogewerf

29.12.2018 23:49:55, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Transportfahrrad, hergestellt aus recycelten Kunststoffteilen. Bei dem sich einzelne Teile problemlos austauschen und damit ersetzen lassen.

Thomas Hoogewerf, Student an der Design Academy Eindhoven, hat dieses Fahrrad nach einer Zeit in Mexico City entworfen. Die Hauptteile des Fahrrads sind aus recyceltem Kunststoff, verstärkt mit Metallteilen.

Ein Ziel war es, das Dreirad lokal herzustellen. Aus vorhandenen Materialien und zu möglichst günstigen Preisen.

Mexico City ist für seinen hohen Verkehr bekannt. Viele Bewohner verbringen Stunden im Stau. Hoogewerf fiel auf, daß die Stadt zusätzlich sehr viel Plastikmüll produziert. Sein Projekt begann damit, daß er dokumentierte, wo überall Plastik eingesetzt wird.
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Thomas Hoogewerf tackles congestion in Mexico City with recycled plastic tricycle

https://www.dezeen.com/2018/12/27/thomas-hoogewerf-better-to-transport-tricycle-mexico-city-design/

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Ein Problem: Colaflaschen:

> "Plastic is a very good material to use for hygiene, especially for consumption in the streets," explained Hoogewerf. "Mexico is one of the biggest, if not the biggest, Coca Cola consumer in the world, producing a large amount of PET bottles. Landfills in this mega city are growing and no real actions are taking place to solve this issue."

In Mexico wird sehr viel Cola konsumiert.

Er konzentrierte sich darauf, eine Art Open Source - Lösung zu entwickeln. Ein Recyclingprozess, der ein Produkt erzeugt, das für viele erreichbar und nützlich ist.

Die Technik: Plastikabfall wird unter Druck und Hitze gepresst. Dabei können unterschiedlichste Kunststoffe als Ausgangsmaterial verwendet werden.

> "Since plastic waste can become very difficult to wash and separate between varying plastic types, the pressing technique is a very workable method to also accept more hard-to-handle plastics," he said.

Plastikmüll zu reinigen und in verschiedene Typen aufzuteilen sei schwierig. Das Pressen sei einfacher und kann unterschiedlichste Typen verarbeiten.

Die Designs und die Hinweise zur Herstellung sind in einem Wiki online zugänglich.

Auf seiner Website

Better to transport

http://thomashoogewerf.nl/projects/BTT-bike.html

gibt es das Wiki als Unterseite:

http://thomashoogewerf.nl/PlasticProductions/index.php?title=Main_Page

Da finden sich auch einige Hinweise, wie das mit dem Pressen funktionieren könnte.

Dock Inn - 64 guest rooms using repurposed shipping containers - in Warnemünde eröffnet Deutschlands erstes Hostel basierend auf Schiffscontainern - von Holzer Kobler Architekturen und Kinzo Architekten

28.12.2018 23:54:48, Jürgen Auer, keine Kommentare

Oh, da staune ich nicht schlecht. In Südafrika, in Venezuela. Und nun auch in Warnemünde in Deutschland. Dort wurde das Dock Inn eröffnet. Das bietet 64 Zimmer - die aus ehemaligen Schiffscontainern bestehen.

Mindestens vier Ebenen stehen übereinander. Davon mindestens 13 nebeneinander, so daß die 4 Ebenen auch die Maximalhöhe sein könnten.

Ferner gibt es mindestens ein Hauptgebäude, das einen eigenen Kern zu haben scheint.
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Harbor town in Germany unveils urban-chic hostel made out of repurposed shipping containers

https://inhabitat.com/harbor-town-in-germany-unveils-urban-chic-hostel-made-out-of-repurposed-shipping-containers/

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Das Hostel befindet sich am Hafen in Warnemünde. Das ist natürlich die passende Umgebung.

Es gibt 64 Zimmer = 64 Schiffscontainer mit 188 Betten. Die meisten mit Ausblick über den Hafen. Es gibt unterschiedliche Größenordnungen. Container, die eher privat sind und Container mit bis zu 8 Betten.

Ferner gibt es eine ganze Menge Räume drumherum:

> The hostel also has a number of social areas such as a large lounge, computer room, galley kitchen, on-site restaurant and even a spa on the rooftop level.

Eine große Lounge, ein Computerraum, eine Küche, ein Restaurant und ein Spa. Dafür wurden diverse recycelte Materialien genutzt, etwa Holz von alten Paletten.

Merkwürdigerweise findet sich bei http://holzerkobler.com/de gar nichts.

Dafür bei Kinzo Architekten:

Container-hostel

https://kinzo-berlin.de/en/work/container-hostel-in-warnemuende/

Demnach ist das Hostel schon 2017 fertiggestellt worden. Jeder der Container hat ein Maß von 12 x 2.5 m.

Auf der Hotelseite

Dock Inn

https://www.dock-inn.de/

gibt es u.a. Pläne, wie die verschiedenen Zimmertypen aussehen. Teils sind auch zwei Container zu einem Zimmer zusammengebaut. Das sind dann 50 Quadratmeter Platz.

Kirie Octopus created from a single piece of paper - cut picture, die japanische Kunst, aus einem Blatt Papier Teile herauszuschneiden - ein Oktopus von Masayo Fukuda

27.12.2018 23:54:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Als Programmierer bin ich es ja - eigentlich - gewohnt, daß mit der Zeit sehr große und komplexe Gebilde entstehen. An denen immer wieder weitergebaut und damit die Komplexität erhöht wird. Aber: Beim Programmieren macht man ständig Fehler. Und die kann man auch ständig korrigieren.

Ganz anders sieht das bei bestimmten Kulturtechniken aus, bei dem solche Korrekturmöglichkeiten gerade nicht existieren.

Das Ergebnis ist dann etwas, das man zwar sieht. Aber nicht wirklich versteht, wie das möglich sein soll.

Das gilt bsp. für die japanische Kunst des Kirie (切り絵, literally ‘cut picture’). Da werden aus einem Blatt Papier "einfach" einige Stücke herausgeschnitten.

Das Ergebnis: Ein großer Oktopus, der dreidimensional wirkt. Aber in Wirklichkeit aus einem einzigen Stück Papier entstanden ist.
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Kirie Octopus Cut From a Single Piece of Paper by Masayo Fukuda

http://www.spoon-tamago.com/2018/12/27/kirie-octopus-masayo-fukuda/

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Diese Technik des paper-cuttings gibt es weltweit. Die japanische Variante reicht allerdings weit in die Vergangenheit zurück.

Die übliche Form besteht darin, aus einem weißen Papierblatt Teile herauszuschneiden und das Ergebnis auf einen dunklen Hintergrund zu legen.

Masayo Fukuda hat seit 25 Jahren Erfahrung darin.

Das Verblüffende bei diesem Oktopus besteht darin, daß er so wirkt, als seien das verschiedene Papierbahnen, die übereinander liegen würden. Tatsächlich ist es aber "nur" ein einziges Stück Papier.

Ein Blogbeitrag von ihr

再投稿します。10/5切り絵制作日記(ツイッターの呟き)タコをモチーフ(デザイン)とした図案〜下描き完成まで〜

https://www.kirie-masayo.com/entry/2018/12/27/202943

zeigt diverse Einzelschritte, wie sich das aus ersten Linien heraus entwickelt.

Auf Twitter

https://twitter.com/kiriken16/status/1078062563718393856

gibt es dieses Bild ebenfalls.

Sripayong - thai restaurant with floating charred wood lamellae - Familienrestaurant in Chiang Mai nutzt einen Rahmen von schwarzen Holzlamellen als Schattenspender und Durchblick - von Sher Maker in Thailand

26.12.2018 23:53:58, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein Familienrestaurant in Chiang Mai, Thailand. Das Geschäft sollte von der bisherigen Generation auf die nächste Generation übergehen. Aufbruch und Kontinuität sollten in einem neuen "Gebäude" zum Ausdruck kommen.

Aber die bestehende Küche sollte natürlich weiterverwendet werden. Und Thailand liegt in den Tropen. Damit werden an ein Gebäude ganz andere Herausforderungen gestellt. Kalte Winter gibt es dort nicht. Dafür kann es sehr warm, schwül und feucht werden.

Die Architekten von Sher Maker entwickelten eine Lösung, die bsp. hier in Deutschland völlig undenkbar wäre.

Die eigentliche Konstruktion besteht aus einem Stahlgerüst, das fest in der Bodenplatte verankert ist. Der Boden ist teils glatt, teils mit großen Fliesen belegt. Das ebenfalls schwarz gestrichene Stahlgerüst trägt einerseits das Dach, andererseits die Holzlamellen.

Umrahmt wird das gesamte Gebäude von einem Gitter aus senkrechten schwarzen Holzlamellen. Grob geschätzt sind die Holzlamellen immer ungefähr genauso breit wie die sich anschließenden freien Abstände. Ferner gehen die Holzlamellen nicht bis zum Boden. Sondern enden vielleicht 15 oder 25 Zentimeter vor dem Boden. So daß ein deutlicher Spalt frei bleibt.

Die Wirkung: Einerseits ist das Innere des Restaurants klar abgetrennt. Andererseits kann man von innen gut nach außen durchsehen. Die Lamellen sorgen für eine Reduktion der Sonneneinstrahlung. Und lassen gleichzeitig Luft durch.
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the boundaries of this thai restaurant are defined by floating charred wood lamellae

https://www.designboom.com/architecture/sher-maker-sripayong-boundaries-thai-restaurant-charred-wood-lamellae-12-26-2018/

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> walls need to be the restaurant’s boundary, but they have to make the visitors comfortable’

so die Architekten. An der Restaurantgrenze war etwas notwendig, aber diese "reduzierten Wände" machen es für die Besucher angenehmer.

Auf der Seite von Sher Maker:

https://www.shermaker.com/copy-of-the-localist

findet sich unten ein Hinweis:

> The original area of ​​the restaurant is a non-regularity of structure system. With a relatively exposed open field and vast space. Many function mix together without nice management planning.

Demnach war das ein sehr offener und groß wirkender Bereich. Eine Mischung aus verschiedenen Funktionen, ohne eine richtige Planung. Die erste Idee bestand darin, ein neues Gebäude zu bauen, das an die vorhandene Küche anschließen sollte. Und das die Größe des Restaurants durch neue Grenzen deutlich macht.

> We design boundary system to use the elements of the battens wall were lift up floating above the ground. This wall use for limit the point of view and filter sunlight. ,But in the meantime, building users can still see through out from inside.

Aber dann wurde als "Grenzsystem" eine solche Lamellenwand entwickelt, die nicht auf dem Boden beginnt, sondern über diesem schwebt. Das reduziert Einblicke von außen nach innen und reduziert die Sonneneinstrahlung.

> Dark colors choose for create a shading gradient level of light and shadow from outside to inside. To solve the problem of glare light from the external concrete floor. And make inside shady and cool.

Die dunklen Farben wurden gewählt, weil das für Schatten sorgt. Und weil wohl ein Betonboden sonst für Reflexionen gesorgt hätte. Damit ist es im Innern schattig und kühl.

Das Holz ist einfaches, gebeiztes Holz, das zu normalen Marktpreisen erhältlich war.

> We want to save cost for the owner and we want to mix just basic material and simple idea to be a new interested building.

Die Architekten wollten für den Besitzer Geld sparen und einen Mix aus normalem Material und einer einfachen Idee umsetzen, um ein neues, interessantes Gebäude zu erstellen.

Ramel - a coffee cup made of sand - The foundry erstellt Kaffeebecher mit Wüstensand als Grundstoff

25.12.2018 23:54:24, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland ist Sand eher selten. Ok, in Kinderspielplätzen und auf Baustellen: Da taucht Sand auf. Und Böden hier in Berlin sind relativ sandig.

Ganz anders sieht das in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emirate aus. Designer in Dubai waren von der Monotonie kommerzieller Designs gelangweilt.

> the company looked at the most abundant and unused natural resource in the UAE

Sie sahen sich um - und stießen auf die großzügig existierende und nicht genutzte natürliche Ressource: Sand.
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the foundry designs a coffee cup made of sand

https://www.designboom.com/design/foundry-ramel-sand-coffee-cup-12-25-2018/

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Die Merkmale von Wüstensand, umgesetzt in Alltagsgegenstände.

> ‘ramel’ has the ability to shift shape into functional and aesthetic products that emerge from their environment rather than adopting their surrounding. as a homage to a global culture, the foundry has designed and produced the humble coffee cup using this new material.

Das Ziel ist es, ein Produkt zu schaffen, das im größeren Maßstab hergestellt werden kann. Nun ist das ein Mischobjekt - einerseits aus Sand, andererseits aus Keramik.

Allerdings wird auch auf der Website

RAMEL C01

https://thefoundry.ltd/collections/our-products/products/ramel-c01

nicht so ganz klar, wie diese Becher eigentlich hergestellt werden. Dabei sehen die Becher ja durchaus schick aus.

Auf

Ramel Cups, Molding Desert Sand to Reimagine the Bedouin Coffee Cup

http://www.herskhazeen.com/ramel-cups/

findet sich unten ein Bild, das eine Halbform zeigt.

> The sand is molded into the ceramic surface by controlling mold moisture, casting time, glaze type and firing temperatures.

Demnach gab es viel "Trial and error", weil der Wüstensand verschiedenste Materialien wie Eisen, Kalzium, Silikate, Aluminium und Magnesium enthält. Jeder Becher ist damit individuell.

Three-Dimensional Murals - Dreidimensionale Murals auf zweidimensionalen Hauswänden - die verblüffenden Bilder von Astrograff

24.12.2018 23:54:08, Jürgen Auer, keine Kommentare

Man nehme eine zweidimensionale Hauswand, von denen es in Großstädten genügend gibt. Darauf malt man - ein Bild, das sehr dreidimensional wirkt.

Das Ergebnis: Scheinbar neue Dimensionen, obwohl das doch nur - eine flache Hauswand ist.

Der Künstler Astrograff hat sich auf solche Bilder spezialisiert.

Auf Instagram ein Bild aus New York: Ein riesiger Weg, den man fast schon beschreiten möchte. Neugierig darauf, was hinten, nach der Biegung zu sehen ist.

https://www.instagram.com/p/BIDG392By1S/

Seine Website zeigt von diesem Gemälde Bilder, wo man das Haus im Kontext sieht:

New York: This is my first wall in New york for the project ” @notacrimecampaign aCrime ” , Organised by @streetartanarchy Art Anarchy .

http://astrograff.com/?mgt_portfolio=sloko

Ein unscheinbares Wohnhaus mit Erdgeschoss, drüber drei Stockwerke. Fenster gibt es auf den beiden anderen Seiten. Wahrscheinlich endet das Grundstück an dieser Wand, so daß das folgende Grundstück auch bebaut werden könnte. Damit gibt es dort keine Fenster.

Oder ein Haus in Chicago:

http://astrograff.com/?mgt_portfolio=2216

Auch da ist die Seitenfront bemalt. Allerdings geht es dort in ein "schwarzes Nichts".

Da schimmert noch die originale Backsteinstruktur durch. So daß man "eigentlich" sieht, daß das nur ein Bild sein kann.

Eine andere Variante sind buchstabenähnliche Gebilde, die wie in die Wand eingelassen wirken.

https://www.instagram.com/p/BCQni6EijPl/

In Mailand gibt es ein bemaltes Dach, in dem scheinbar ein riesiger Wassertrichter eingebaut ist.

https://www.instagram.com/p/BUHZlvVjpMZ/

Auf dem Instagram - Account

https://www.instagram.com/astro_odv_cbs/

wirkt es so, als ob sich dieser spezielle dreidimensionale Stil erst so etwa 2016 entwickelt hat.

Teils scheint es diese Bilderwelten auch auf Leinwand zu geben.

Clever - a lightweight stackable desk for mexican schools - flexible, wetterbeständige und stapelbare Schulstühle mit Tischen für mexikanische Schulen - von Nos

23.12.2018 23:53:36, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Deutschland mag man bei Stühlen und Tischen für Schüler an alles mögliche denken. Die Wetterbeständigkeit ist aber normalerweise kein Kriterium.

Ganz anders sieht das in anderen Gegenden der Welt aus. So beschäftigte sich das mexikanische Designstudio Nos mit den Angeboten an Tischen und Stühlen für ländliche Schulen in Mexiko. Mexiko liegt größtenteils in den Subtropen. Daraus entstand "Clever": Eine bezahlbare Kombination aus Stuhl und Tisch, stabil auch in extremen Wettersituationen, einfach zu nutzen. Und stapelbar.

Das Prinzip: Ein Stuhl aus einem Stück mit Rückenlehne. Darauf kann eine Art Ring aufgesteckt werden, der einen kleinen Tisch bereitstellt.

In der Rückenlehne hat es eine Öffnung mit einer Art Haken. Daran läßt sich ein Rucksack einhängen.

Unterhalb der Sitzfläche hat es einen waagerechten Schlitz. Da können Bücher abgelegt werden.

Trennt man beide Elemente, lassen sich die Stühle und die Tischaufsätze jeweils stapeln. Das Material ist eine Art Kunststoff, das mittels einer Metallform wohl gegossen bzw. gepresst wird.

Damit können die Elemente sowohl in einem festen Gebäude als auch auf Kies und unter einfachen Bedingungen genutzt werden. Ein Bild zeigt einen einfachen offenen Schulraum: Ein Gestänge trägt das Schrägdach, es gibt keine Wände. Der Boden ist entweder aus Beton oder aus grobem Schotter.
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nos designs clever, a lightweight stackable desk for mexican schools

https://www.designboom.com/design/nos-clever-school-desk-lightweight-stackable-12-22-2018/

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Die Seite von Nos:

CLEVER- SCHOOL DESK - Pupitre ergonómico, fabricado en rotomoldeo.

http://nos.mx/en/proyecto/pupitre-2/

Dort wird die Herstellung als Rotomolding = Rotationsguss beschrieben. Sprich: Es gibt eine Hohlkörperform, in die pulverförmiges Thermoplast eingebracht wird. Durch Rotation lagert sich das relativ gleichmäßig am Rand ab, so daß ein Gegenstand mit konstanten Eigenschaften erzeugt wird.

Eine Wirkung: Man kann sich sehr unterschiedlich hinsetzen. Und dreht den Tisch einfach passend mit.

Ein kleines Video auf Vimeo:

Pupitre Clever

https://vimeo.com/293629468

Dort sieht man, daß die Elemente in unterschiedlichsten Kombinationen angeordnet werden können: Paarweise nebeneinander mit Gängen dazwischen. Als Vierergruppen, so daß ein Tisch aus vier Elementen entsteht. Oder auch eine Art Konferenztisch aus 2 * 6 Elementen. So daß Schüler temporär in unterschiedlich großen Kleingruppen zusammenarbeiten können.

Bookworm-Bookshelf - ein Bücherregal zum Reinsetzen und Schmökern - von Atelier 010 aus Rotterdam

22.12.2018 23:54:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier die Bücher im Bücherregal. Dort der Sessel oder der Schreibtisch, an dem das Buch gelesen wird. So dürfte das in diversen Wohnungen üblicherweise sein.

Eine andere Lösung hat das Atelier 010 aus Rotterdam gefunden: Ein "Bücherregal", das aus einer Doppelschleife von zwei Holzbändern besteht. Dazwischen ist ein gewisser Abstand plus Trennstützen: So gibt es verschiedene kleine Kammern, die mit Büchern gefüllt werden können.

Das "Bücherregal" steht auf dem Boden und hat einen zusätzlichen Fuß an der Seite, auf daß es nicht umfällt.

Damit bildet aber die innere Holzschleife eine Sitzfläche. So daß man sich in das Bücherregal hineinsetzen und dort direkt lesen kann.
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Die Site des Studios:

BOOKWORM CLASSY

https://atelier010.nl/portfolio_page/bookworm-classy/

Demnach:

> CLIENT: private commision

war das wohl ein einzelner Auftrag von 2016. Es gibt jedoch die weitere Seite

Bookworm-Bookshelf

http://bookworm-bookshelf.nl/

> Bookworm is a single piece of furniture that combines a chair and bookshelf in one. The shelf is curved into a cocoon for avid readers. The lower half of the curve can be used as a reading chair. From the top of the bookshelf a simple light bulb hangs to provide the reader with a direct, overhead light source.

Ein Stuhl und ein Bücherregal, kombiniert in einem Stück. Das Bücherregal als Kokon für eifrige Leser. Mit einer einfachen Glühbirne, die den Leser mit direktem Licht versorgt.

Das gibt es klassisch, da ist das Holz direkt zu sehen. Oder in verschiedenen Farben.

Man kann sich senkrecht reinsetzen, so daß die Wand dahinter als Rückenlehne dient. Oder man setzt sich in der Längsrichtung ganz hinein, so daß der eher senkrechte Teil auf der rechten Seite zur Rückenlehne wird. Nur schaukeln darf man dann nicht.

Mobile first - Google liefert inzwischen mehr als die Hälfte aller Websites aus dem Mobile Index aus - Problem fehlende Alt-Attribute bei Bildern

21.12.2018 23:55:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Vor über zwei Jahren hatte Google damit begonnen, das Mobile-First - Indizieren zu propagieren. Dahinter steckt zunächst, daß die Mehrzahl der Suchanfragen von mobilen Geräten kommen. Nimmt nun Google die Desktop-Ansicht als Basis des Index, so sieht der mobile Nutzer womöglich Dinge, die ihm auf der von ihm anschließend besuchten mobilen Seite gar nicht angezeigt werden.

Deshalb die Grundidee: Das, was mobilen Nutzern angezeigt wird, ist Basis für den Index. Dies ist das Mobile-first - Prinzip.

Von da an zogen Websites Schritt für Schritt vom Desktop- in den mobilen Index um. Das wirkt sich vorrangig so aus, daß der Smartphone Googlebot crawlt, nicht der Desktop-Googlebot.

Inzwischen ist mehr als die Hälfte aller Websites im mobilen Index drin.
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Mobile-First indexing, structured data, images, and your site

https://webmasters.googleblog.com/2018/12/mobile-first-indexing-structured-data.html

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> we now use mobile-first indexing for over half of the pages shown in search results globally.

Websites ziehen in den mobilen Index um, wenn Tests zeigen, daß die Sites dafür fertig sind. Websitebetreibern wird ein Hinweis in der Google Search Console angezeigt. Dort gibt es auch ein Url Inspection Tool, mit dem der Sitebesitzer sehen kann, wie die Seite in den Index gekommen ist.

Wer responsives Webdesign nutzt, der sollte sich nicht allzuviele Gedanken darum machen.

Bei Websites ohne responsives Webdesign gibt es zwei große Schwachpunkte:

Zum einen setzen Website-Betreiber auf Desktop-Versionen strukturierte Daten ein. Diese fehlen aber häufig auf der mobilen Variante. Sprich: Strukturierte Daten sollten einheitlich (desktop und mobil) bereitgestellt werden. Wenn diese Elemente bis jetzt angezeigt wurden, mobil aber fehlen, dann entfallen sie, wenn die Website in den mobilen Index kommt.

Ein wichtiger Hinweis:

> Note that a page does not need to be mobile-friendly in order to be considered for mobile-first indexing.

Eine Website müsse nicht mobil-freundlich sein, damit sie in den mobile-first - Index kommt. Sprich: Über kurz oder lang kommen alle Websites da rein. Die Frage ist nur, ob das für den Websitebetreiber positive oder negative Konsequenzen hat.

Die zweite große Schwäche: Fehlende alt-Attribute bei Bildern. Die sind wichtig für mobil genutzte Screenreader ebenso wie für Suchmaschinen.

> Without alt-text for images, it's a lot harder for Google Images to understand the context of images that you use on your pages.

Ohne Alt-Attribute ist es schwerer, den Inhalt des Bildes zu verstehen, das auf der Website genutzt wird.

Das Beispiel aus dem Beitrag

> <img src="cute-puppies.png" alt="A photo of cute puppies on a blanket">

ist simpel. Aber damit wird eben einigermaßen klar, was das Bild darstellt. Ein bloßer Bildername "puppies15.png" ermöglicht keine Einschätzung.

The orange Phone Booths - Obsolete Phone Booths in Shanghai transformed in new urban landmarks - ausgemusterte Telefonzellen werden in Shanghai zu kleinen Ruheinseln transformiert - 100architects

20.12.2018 23:58:38, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die Technik ändert sich. Zu DDR-Zeiten gab es im Osten von Berlin kaum Telefonzellen. Mit der Wende wurden diverse aufgestellt. Und mit dem Aufkommen von Smartphones wieder überflüssig. Die Telekom hat die meisten Telefonzellen längst abgebaut.

In Shanghai wurden dortige Telefonzellen dagegen auf eine interessante Art und Weise umgestaltet. So daß sie "kleine Inseln" anbieten. Leute können sich hinsetzen. Mit ihrem Smartphone spielen. Oder einen mitgebrachten Kaffee trinken.
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100architects transforms obsolete phonebooths into new urban landmarks in shanghai

https://www.designboom.com/architecture/orange-phone-booths-100architects-shanghai-12-20-2018/

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Die umgestalteten Telefonzellen sind zu einer breiten Seite hin offen. Und dürften einen Einsatz bekommen haben. Mit einer Sitzgelegenheit. Einer Möglichkeit, eine Tasche hinzuhängen. Und einer Ebene, auf der man den Kaffee abstellen oder das Smartphone hinlegen kann.

Diese Einsätze sind einheitlich, in einem kräftigen Rot- oder Orangeton gestaltet. Nachts auf eine "anlockende Weise" beleuchtet.

Die Ausgangsfrage war: Wie können Telefonzellen im Zeitalter von Smartphones neu genutzt werden?

Nun gibt es dort freies WiFi, freie USB-Ladegeräte, Zeitungs- und Abstellflächen. Ebenso ist weiterhin ein Telefon dabei. Das kann für einen Notruf genutzt werden.

Ein weiterer Gedanke war, daß die Telefonzellen zu "Kapseln" werden. Deshalb das Dach und die Öffnung der Zellen in Richtung von Fußgängern, nicht zur Straße.

Es gibt drei Typen: Einer mit drei Würfeln auf der linken Seite. Der zweite Typ hat links und rechts eine Bank. Dazwischen das Telefon und ein Bügel, der von oben vorne nach unten hinten geht und dazwischen eine Ablagefläche bereitstellt. Schließlich eine schmale Telefonzelle, die lediglich Platz für eine Person bietet.

Das ganze Projekt scheint sich allerdings auf eine Straße, die Yuyuan Road zu beschränken.

Ein kleines Video auf Vimeo

100architects transforms obsolete phonebooths into new urban landmarks in shanghai

https://vimeo.com/307441132

Bei 100Architects:

ORANGE PHONE BOOTHS - YuYuan Lu | Shanghai | China

https://100architects.com/project/orange-phonebooths/

> Every major city in the world has a network of public phone booths on most streets, which was crucial to the running of the city, however a couple of decades phonebooths throughout the world became obsolete. In a lot of places, they had even become urban trash bins or even worst, public toilets.

Jede größere Stadt in der Welt habe ein solches Netzwern an öffentlichen Telefonzellen. Das wesentlich war für Gäste in der Stadt. Nun wurden sie überflüssig. Sie wurden zu städtischem Müll. Oder sogar zu öffentlichen Toiletten.

> We were hired to rethink the role of those urban objects in our contemporary city with the current needs and conditions of the real potential users of today. after analyzing the booths, the answer was clear. We had to turn them into urban mini capsules that facilitate interaction among people.

Die Agentur wurde damit beauftragt, die Rolle dieser urbanen Objekte in unseren heutigen Städten neu zu denken. Die Antwort war klar: Sie müssen zu Mini-Kapseln werden, die Interaktionen ermöglichen.

Früher waren Telefonzellen ein Schutz. Geschlossen, ein Hauch von Privatheit. Heute ist die Welt über-verbunden. Deshalb wurden die ehemaligen Telefonzellen nicht schließbar, sondern offen gestaltet.

Die drei Außenwände sind mit diffusen Scheiben gestaltet. Plus LED-Beleuchtung. So daß die gesamte Box in der Nacht nach allen Seiten hin leuchtet.

Auf der Seite sieht man auch Bilder, in denen andere Personen die Boxen nutzen.

Hizkuntza - Sunset in Baiona / Bayonne - Simple Whale Mural is transformed, shows a boat with sailors - Mural in Bayonne, das sich in der Dunkelheit verändert - Reskatestudio

19.12.2018 23:54:22, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bayonne liegt im äußersten Südwesten von Frankreich, nicht weit von der spanischen Grenze entfernt. Zu Bilbao sind es etwa 150 Kilometer.

Dort gibt es ein spannendes Mural, ein Wandgemälde auf der Seitenfläche eines Hauses.

Tagsüber sieht das eher unspektakulär aus: Ein Wal mit aufgerichteter Schwanzflosse, in einem Weißton. Nur wenige konturierende Linien für die Augen und die Flossen. Der Rest der Wand ist in einem dunklen, fast schwarzen Ton gestrichen.

Aber wenn es dunkel wird: Dann wird im Bauch des Wals plötzlich ein Boot mit Seeleuten sichtbar. Vier Ruderer, hinten gibt einer Kommandos. Vorne steht jemand mit einer Harpune.
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When the Sun Sets in Baiona, a Seemingly Simple Whale Mural Reveals a Belly Full of Sailors

https://www.thisiscolossal.com/2018/12/hizkuntza/

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Das ist eine Kollaboration zwischen María López and Javier de Riba, beide aus Barcelona. Beide treten unter dem Namen Reskatestudio gemeinsam auf.

> The placement of the whalers inside the whale’s belly suggests an ambiguous power dynamic: did the whale swallow the sailors, or did they overtake the beast and turn it into a ghost of its former self?

Das Mural ist an der Patxa Plaza zu finden. Ein Platz, bei dem sich viel um die baskische Kultur dreht.

Auf Behance gibt es dieselben Bilder, zusätzlich ein paar von der Entstehung:

https://www.behance.net/gallery/71734139/Hizkuntza-Wall-(Baiona-French-Basque-Country)

Das Prinzip dieser in der Dunkelheit leuchtenden Farben nutzen die beiden bei diversen weiteren Projekten. Ferner dieses Sich-Beziehen auf die lokale Kultur.

Auf Instagram

Reskatestudio

https://www.instagram.com/reskatestudio/

sind einige davon zu sehen. Etwa dieses:

https://www.instagram.com/p/BHlw62shI7S/

Tagsüber wirkt das wie ein stilisierter Saturn: Eine Kugel und ein Ring drumherum. Die Wand drumherum ist nicht gestrichen. In der Nacht wird der Kopfhelm eines Tauchers draus. Der Saturn-Ring wird zum Atemschlauch.

Auf der Website

Hizkuntza

http://www.reskatestudio.com/store/p4/hizkuntza.html

gibt es das Walbild in einer Papierversion. Ebenfalls mit solchen strahlenden Farben: So daß das Bild im Tageslicht lediglich den Wal zeigt. In der Dunkelheit kommt das Boot zum Vorschein.

Hizkuntza - so der Titel des Murals - ist baskisch und heißt "Sprache".

Tyre Soled Driving Loafers - Loafers made with recycled tires - schicke Slipper-Schuhe, mit recycelten Reifen als Sohle - von Hugs & Co in London

18.12.2018 23:54:28, Jürgen Auer, keine Kommentare

Kräftige Autoreifen bringt man normalerweise mit Dingen wie Wasser, Dreck oder Schlamm in Verbindung. Durch die sich die Reifen durchwühlen. Dafür sind Reifen gedacht. Das führt aber zu Problemen, wenn es darum geht, Reifen wiederzuverwenden. Oft ist Stahl zur Verstärkung mit dabei. Damit lassen sich solche Reifen nicht mit üblichen Methoden aufbereiten.

Das Londoner Unternehmen Hugs & Co hat nun Schuhe entwickelt, die abgenutzte Reifen verwenden, um daraus Schuhsohlen herzustellen. Ergebnis: Diese "Tyre Soled Driving Loafers" haben Sohlen, die mit der Haltbarkeit von Autoreifen mithalten können. Da bringt der Rohstoff für die Sohlen quasi von zu Hause her bereits starke Eigenschaften mit.
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These stylish, work-appropriate loafers are made with recycled tires

https://inhabitat.com/these-stylish-work-appropriate-loafers-are-made-with-recycled-tires/

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Die Herstellung (bzw. das Recycling) erfordert wohl nur einen Bruchteil der Energie, die sonst für normale Schuhsohlen notwendig ist. Und das erzeugt ein Produkt, das quasi zwangsläufig langlebig ist.

Eigentlich waren die Schuhe ursprünglich als bequeme Schuhe zum Autofahren gedacht. Aber sie können auch bei der Arbeit, am Abend oder am Wochenende getragen werden.

Das Material kommt teils handverlesen aus Italien. Die Sohlen kommen derzeit von Michelin aus Spanien, von Reifen, die ihr Lebensende als Reifen erreicht haben.

Die Unterseite von Hugs & Co

THE TS1 MODEL - THE BRITISH DRIVING LOAFER

https://www.hugsandco.com/collections/tyre-sole-driving-loafers

Ein paar Größen sind grade ausverkauft, andere noch erhältlich.

Aufgrund des "Ursprungs" der Sohlen müßten diese Sohlen zwangsläufig deutlich mehr aushalten als typische Schuhsohlen.

Eigentlich müßte man diese Idee nicht nur für solche Slipper, sondern zuallererst für kräftige Outdoor-Schuhe nutzen.

Energy Vault: energy storing concrete bricks as key to proliferation of renewables - Energiespeicher durch Betonquader - wie eine Art statischer Wasserspeicher

17.12.2018 23:58:25, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein großes Problem bei der Umstellung auf regenerative Energien besteht darin, daß die Spitzenzeiten der Erzeugung nicht unbedingt den Verbrauchsspitzenzeiten entsprechen. Folglich sollte der bsp. durch Wind- oder Solarenergie erzeugte Strom gespeichert werden. Das kann man in Form von Batterien machen. Dafür fehlen Kapazitäten, außerdem sind Batterien mit diversen problematischen Stoffen verknüpft.

Oder es werden Wasserspeicher in Form von Pumpspeicherkraftwerken genutzt: Bei Stromüberschuß wird der Strom genutzt, Wasser den Berg hinaufzupumpen und oben in einem Stausee zu speichern. Später kann das Wasser wieder zur Stromgewinnung genutzt werden. Allerdings setzt das ein entsprechendes Gelände voraus und ist mit Eingriffen in die Landschaft verbunden.

Energy Vault basiert auf einer ähnlichen Idee. Nur daß statt des Wassers - Klötze aus Beton genutzt werden.
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Energy-storing concrete bricks could be key to proliferation of renewables

https://www.dezeen.com/2018/12/17/energy-vault-energy-storing-concrete-bricks-technology/

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Das Video direkt auf YouTube:

Energy-storing concrete bricks could be key to proliferation of renewables

https://www.youtube.com/watch?v=hXbtjdg0XKI

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Die Idee ist eine Art Kran mit sechs Auslegern. Um ihn herum stehen diverse gleichartige Betonquader. Bei Stromüberschuß holt sich der Kran außenstehende Betonquader und stapelt diese übereinander. So daß er sich selbst in einen hohen Turm aus diesen Quadern einmauert. Die Technik ist natürlich nicht neu. Jeder hohe Baukran ist so aufgebaut, auch wenn dieser normalerweise nur einen Ausleger hat.

Wird Strom benötigt, geht das in der umgekehrten Richtung. Die schweren Betonquader treiben nun durch ihr Gewicht Generatoren an und erzeugen damit Strom.

Praktisch funktioniert das damit ähnlich wie ein Wasserspeicher. Nur auf einer sehr viel geringeren Fläche.

Die Effizienz liegt wohl bei bis zu 90 %. Es gibt ja bereits bei Straßenbahnen schon lange eingebaute Generatoren, welche einen Großteil der Bewegungsenergie beim Bremsen wiederverwerten können.

Ein einzelner solcher Speicher kann eine Kapazität von 10 - 35 MWh haben. Die Anlagen würden unbemannt funktionieren, kontrolliert von einem Kontrollzentrum. Das Ganze so per Software kontrolliert, daß jeder Quader wieder genau an dem Platz abgestellt wird, von dem er ursprünglich geholt wurde.

Die Betonquader haben unten eine Stahlplatte, drüber Beton. Oben eine zweite Abschlußplatte.

Mit dem indischen Unternehmen Tata Power soll es 2019 einen ersten 35 MWh - Prototypen geben.

Da genügt jede ebene Fläche. Eine bestimmte Topographie ist nicht notwendig. Ferner nutzt sich das System nicht wie Batterien ab. Deren Kapazität sinkt mit jedem Lade- und Entladevorgang, so daß sie irgendwann ausgetauscht werden müssen.

Auf der Website

Energyvault

https://energyvault.ch/

gibt es ein kleines Video https://vimeo.com/300998735 - das eine solche Anlage als Simulation mitten in einer öden Landschaft zeigt.

Der Teufel dürfte natürlich im Detail stecken. Angefangen beim Kran, der reibungslos in verschiedensten Wettersituationen funktionieren muß.

Mal sehen, ob der geplante Prototyp im nächsten Jahr in Betrieb geht. Ein "Wasserspeicher ohne Wasser".

California: 2029 new city buses only electric - 2040 all city buses emission free - Kalifornien will ab 2029 nur noch elektrische Busse neu zulassen

16.12.2018 23:58:37, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Deutschland ist es für hiesige Kommunen sehr schwer, elektrisch betriebene Busse zu kaufen. Die Autohersteller haben dieses Thema gewaltig verschlafen.

Kalifornien geht nun mit gutem Beispiel voran: Ab 2029, also in gut zehn Jahren, sollen alle neu zugelassenen Busse nur noch elektrisch betrieben werden.

Und ab 2040 soll die gesamte Flotte umgestellt sein, so daß alle Busse, die noch fossile Brennstoffe nutzen, ausgemustert werden müssen.
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California says all city buses have to be emission free by 2040

https://techcrunch.com/2018/12/15/california-says-all-city-buses-have-to-be-emission-free-by-2040/

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Das erfordert, daß 14.000 E-Busse neu produziert werden.

Mary Nichols, chair of the California Air and Resource Board (CARB): California has

> “to push standards that are more progressive” than the federal government because of the state’s chronic air pollution, which is linked to asthma and heart disease

Kalifornien müsse progressiver sein als die Regierung, denn in Kalfornien gäbe es eine chronische Luftverschmutzung mit der Folge von Asthma und Herzproblemen.

Der Beitrag zitiert Trump, der weiterhin nicht an zu heftige Schreckenszenarien glaubt. Die Konsequenz:

> Instead of wait on the administration to change its mind, California’s new Innovative Clean Transit rule will force California’s public bus lines — many of which currently run on natural gas or diesel fuel — to shift to either electric power or hydrogen fuel cells.

Anstatt auf die Bundesregierung zu warten, bis diese ihre Meinung ändert, will die kalifornische Regierung lieber dafür sorgen, daß öffentliche Buslinien auf Elektrizität oder Wasserstoffzellen wechselt.

Der Wechsel könnte dazu führen, daß Firmen, die elektrische Busse herstellen, massiv davon profitieren. So gibt es ein grade mal 14 Jahre altes Unternehmen Proterra (Burlingame, Ca), das etwa 500 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt hat, um elektrische Busse zu produzieren. Ferner gibt es in China ein großes Unternehmen BYD, das in diversen chinesischen Städten an der Elektrifizierung der Busse beteiligt ist. Das streckt bereits seine Fühler nach Kalifornien aus.

Gegenüber solchen Zielen wirkt die deutsche Politik lahm. Als ob hier das Luftproblem nicht in diversen Städten ebenfalls gravierend wäre.

Bonpland 2169 Garden Tower - seven storey building with internal gardens - Hochhaus mit eingebauten Gartenflächen für jede Etage - Adamo Faiden in Buenos Aires

15.12.2018 23:52:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einem siebenstöckigen Hochhaus aus Beton denkt man normalerweise nicht unbedingt an Grünflächen. Da soll eben möglichst viel Platz zum Wohnen oder für Büros zur Verfügung stehen.

Aber in Buenos Aires geht das auch deutlich anders. Da wurde nun der Bonpland 2169 Garden Tower fertiggestellt. Schon der Begriff "Garden Tower" klingt wie ein Widerspruch. Hier aber trifft der Begriff genau:

Denn jedes Stockwerk hat - auf zwei Seiten - private Gärten. So daß zwei Seiten des Hauses grün sind. Von unten bis nach oben.

Die Front ist meist mit einem groben Maschendrahtgitter gestaltet. Kleine Vögel dürften da problemlos durchkommen. Pro Etagenfront gibt es zwei milchglasartige Elemente, die das Maschengitter unterbrechen. Und die sich drehen lassen. So daß man ohne Blick durch das Gitter nach draußen sehen kann.
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Metal mesh covers garden tower in Buenos Aires by Adamo-Faiden

https://www.dezeen.com/2018/12/15/adamo-faiden-bonpland-2169-garden-tower-buenos-aires/

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1068 Quadratmeter sind das insgesamt. Es gibt 13 Einheiten. Also je eine Einheit pro Seite mit einem solchen Garten. Das oberste Stockwerk ist etwas schmaler, das dürfte die 13. Einheit sein.

Die Einheiten können für verschiedenste Zwecke genutzt werden:

> "The building is prepared to be residential, office, studio, or whatever the inhabitant decides to do with it"

Zum Wohnen, als Büro, Studio. Oder was die Nutzer sonst wünschen.

Die Einheiten sind symmetrisch aufgebaut. Innen ein großer Raum, außen der "aerial garden", dazwischen eine Glastür, die die gesamte Höhe ausfüllt.

Die drehbaren Elemente können als Drehtüren oder als Fenster betrachtet werden. Das Gitter sorgt für Abstand. Über diese Dreh-Fenster können die Bewohner in direkten Kontakt mit der Außenwelt treten. Innen gibt es eine eingebaute Küche auf der einen und ein Bad auf der anderen Seite.

Eine Beschreibung durch das Unternehmen:

> "Almost everybody agrees that our cities should be compact, dense and programmatically diverse," said the firm in a project description. "Instead of projecting a container to host previously established programmes, we offered a structure open to different appropriations."

Städte sollten kompakt, dicht und thematisch vielfältig sein. Aber anstatt einen Container zu entwickeln, der vorhandene Konzepte beheimatet, bieten wir eine Struktur an, die für verschiedenartige Nutzungen geeignet ist.

Die Seite der Architekten:

Bonpland 2171 building. Buenos Aires

https://www.adamo-faiden.com/bonpland-2171-building/

Dort gibt es eine Folge von 25 Bilder. U.a. mit einem Querschnitt des Gebäudes. Die Treppen sind im Inneren, zwischen den beiden Flügeln.

Die Räume auf der einen Seite (wohl im Schatten liegend) sind etwas kleiner als die auf der anderen Seite.

Insgesamt dürfte die so geschaffene, übereinandergestapelte Grünfläche der bebauten Fläche entsprechen. So daß das, was an Boden durch die Räume und das Treppenhaus versiegelt wurde, nun in Form von übereinandergestapelten Grünflächen wiedergewonnen wurde.

Tippet Rise Art Center in Montana - new pavilion designed by Francis Kere - ein Pavillon mit einem Dach aus unzähligen senkrechten Hölzern

14.12.2018 23:57:23, Jürgen Auer, keine Kommentare

Das Tippet Rise Art Center in Montana ist ein Kunstzentrum, das auf einer Ranch in Süd-Zentral-Montana nördlich vom Yellowstone National Park liegt. Ursprünglich war das eine Schafsranch der Künstlerin Isabelle Johnson. Eröffnet 2016 ist es Heimat für einige Outdoor-Skulpturen. Geöffnet ist es nur im Juli, August und September.

Dort soll im nächsten Sommer ein neuer Pavillon entstehen. Designt von Francis Kéré als die jüngste der skulpturalen Gebäude in der dortigen Landschaft.
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tippet rise art center to break ground on francis kéré-designed pavilion

https://www.designboom.com/architecture/francis-kere-pavilion-tippet-rise-art-center-montana-12-14-2018/

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Auf einer Fläche von 1.900 Quadratfuß (176 Quadratmeter) orientiert sich der Pavillon an den traditionellen Togunas der Dogon Kultur von Mali.

Das Dach besteht aus unzähligen senkrechten Holzstäben, dazwischen getrocknetes Hirse-Stroh (millet straw). So daß das Dach einerseits vor der Sonne schützt, es andererseits aber eine gewisse Ventilation durch die Zwischenräume zuläßt. Genutzt wird Holz der lokalen Ponderosa-Kiefer und von Lodgepole Pine, das ist die Küstenkiefer. Damit ergibt sich ein "rain of light", ein Regen von Licht, der von oben durchdringt.

Peter und Cathy halstead, die Gründer des Tippet Rise Art Center:

> at tippet rise, we want the buildings to have the material and formal integrity of sculptures and the sculptures to have the scale and presence of architecture, with both kinds of structure rooted deeply in the experience of land and sky,’

Wir möchten hier Gebäude haben, die das Material und die Gestalt von Skulpturen haben. Und die Skulpturen sollen sich an der Architektur orientieren, so daß die Strukturen tief verwurzelt sind in der Gestalt des Landes und des Himmels.

Auf der Seite von Kéré Architecture

http://www.kere-architecture.com/projects/project-overview/

findet sich ganz unten ein Hinweis:

A Pavilion for Tippet Rise Art Center

http://www.kere-architecture.com/projects/pavilion-tippet-rise-art-center

Auf einem Einzelbild

http://www.kere-architecture.com/files/5815/2768/8330/project-overview-web.jpg

ist noch eine Version zu sehen, in welcher der Pavillon zusätzlich von einer Art Holzsteg umgeben ist.

Auf der Seite des Tippet Rise Art Center https://tippetrise.org/ ist noch kein Hinweis zu finden. Dafür gibt es auf der Website und im Programm für 2018

https://tippetrise.org/program-books/2018-program-book

diverse Bilder. Diese zeigen u.a. die bereits vorhandenen Skulpturen.

Zum Vergleich: Montana hat eine Fläche von 380.838 Quadratkilometern, das ist größer als ganz Deutschland mit 357.385. Aber in Montana leben weniger als eine Million Menschen.

A Billion Cockroaches to fight against food waste - Kakerlaken zur Vernichtung von Essensabfällen - eine wachsende Branche in China

13.12.2018 23:53:02, Jürgen Auer, keine Kommentare

In China wächst die Zahl der Menschen. Eine Folge: Die Menge der Essensabfälle wächst so dramatisch an, daß Deponien damit überfordert sind. Die Folge: Es werden Milliarden von Kakerlaken eingesetzt, um die Essensreste zu verarbeiten.
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In China, a billion cockroaches are leading the fight against food waste

https://inhabitat.com/in-china-a-billion-cockroaches-are-leading-the-fight-against-food-waste/

Basis ist ein Bericht von Reuters, der einige Bilder zeigt:

Bug business: Cockroaches corralled by the millions in China to crunch waste

https://www.reuters.com/article/us-china-cockroaches/bug-business-cockroaches-corralled-by-the-millions-in-china-to-crunch-waste-idUSKBN1O90PX?feedType=RSS&feedName=environmentNews

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Eine Fabrik außerhalb von Jinan verarbeitet pro Tag 50 Tonnen Küchenabfälle, indem diese an Kakerlaken verfüttert werden. Die Kakerlaken werden später zu proteinhaltigen Nahrungsmitteln.

Shandong Qiaobin chairwoman Li Hongyi:

> “It’s like turning trash into resources”

Shandong Qiaobin Agricultural Technology ist das Unternehmen, das diese Fabrik betreibt. Das Unternehmen hofft, weitere drei Fabriken eröffnen zu können. Dann würde es ein Drittel der Essensabfälle von Jinan verarbeiten.

Früher wurden Essensreste an Schweine verfüttert. Aber das wurde gestoppt, als die Afrikanische Schweinepest ausbrach. Nun wächst die Zahl der Firmen, die Kakerlaken einsetzen. Ferner gibt es wohl auch diverse Privatpersonen, die sich mit der Kakerlakenzucht beschäftigen.

Liu Yusheng, ebenfalls von Shandong Qiaobin:

> “Cockroaches are a bio-technological pathway for the converting and processing of kitchen waste,”

Kakerlaken seien die biotechnologische Lösung für die sinnvolle Verarbeitung von Küchenabfällen. Teils werden die Kakerlaken an Schweine oder Fische verfüttert. Teils zu pharmazeutischen Produkten weiterverarbeitet.

Cultural Production Zone: Pico Colectivo stacks Shipping Containers to create a cultural center - zwei alte Gebäude werden durch Schiffscontainer zum Kulturzentrum - Venezuela

12.12.2018 23:54:19, Jürgen Auer, keine Kommentare

Zwei alte, flache Gebäude. Aus rohem Beton, eine Ebene, mit Flachdach. Das Pico Colectivo hat - unter Verwendung von drei oder vier ausrangierten Schiffscontainern - daraus eine kleine Perle gemacht. Drei der Container kamen auf die Flachdächer. Beim vierten wurde eine Wand komplett entfernt. Dieser wurde schräg an das Haus gestellt. So daß er die Treppe zu den Containern und zur zusätzlich geschaffenen Dachfläche auf den Containern bildet.

Das Ganze in kräftigen Farben gestrichen. Fertig ist ein kleines kulturelles Zentrum mit dem Namen "Cultural Production Zone". Zu finden in Guácara in Venezuela.
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pico colectivo stacks shipping containers to make cultural center in venezuela

https://www.designboom.com/architecture/pico-colectivo-cultural-production-zone-guacara-venezuela-12-11-2018/

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Das Video aus dem Beitrag direkt auf Vimeo:

pico colectivo stacks shipping containers to make cultural center in venezuela

https://vimeo.com/305702189

Das Ergebnis:

> By repurposing shipping containers, the design creates a variety of functions including: urban garden, cafeteria, image and audiovisual laboratory, recording studio and music room, gallery, multipurpose workshop, skate plaza, sports court and a stage for presentations.

Nun gibt es einen urbanen Garten. Eine Cafeteria. Räume für Bilder. Der bisherige Betonklotz wurde zum Musizier- und Übungsraum. Der eine langgestreckte Schiffscontainer kann für Filmvorführungen, Vorträge und Workshops genutzt werden. Leute können skaten, Sport treiben. Und es gibt Ausstellungsflächen.

Teile der Wand, die von dem als Treppe fungierenden Container entfernt wurden, dienen nun als Dach der Cafeteria oberhalb der Schiffscontainer.

Die beiden Gebäude waren zurückgelassene Ruinen nach Straßenprotesten. Es gab staatliche Zuschüsse für die Technik und wohl auch für das Aufstellen der Container.

> The design uses shipping containers to accommodate the spaces and stacks them to create multiple structures into a single, more complex system.

Durch die Schiffscontainer wurde der zur Verfügung stehende Raum gewissermaßen vervielfacht, damit ließen sich unterschiedliche Strukturen in einem neuen Gesamtsystem erstellen.

Ein Bild zeigt, wie das davor aussah: Trostlos, ein kahler Betonbau.

Auf der Seite des Pico Colectivo:

ZONA DE PRODUCCIÓN CULTURAL: UNIDADES DE CREACIÓN URBANA

http://picocolectivo.org.ve/2018/03/30/zona-de-produccion-cultura-unidades-de-creacion-urbana/

Die Startseite

http://picocolectivo.org.ve/

zeigt diverse weitere solcher Projekte, mit denen solche neue, kleine Strukturen entstehen. Ferner ist das eine weitere Variante für ein Upcycling Shipping Containers: Schiffscontainer, die nicht verschrottet werden, sondern die mit ihrer speziellen Ästhetik ein neues Leben beginnen.

Between Two Worlds - Nendo designed Escher Exhibition opens in Melbourne National Gallery of Victoria - Escher-Ausstellung in Melbourne eröffnet - mit einer Gestaltung von Nendo

11.12.2018 23:53:59, Jürgen Auer, keine Kommentare

In der National Gallery of Victoria in Melbourne wurde am 02.12.2018 eine Ausstellung zu Maurits Cornelis Escher eröffnet. 157 Stücke aus der Sammlung des Gemeentemuseums in Den Haag sind dort zu sehen. Der Titel der Aussstellung: "Between Two Worlds".

In einer Gestaltung von dem Studio Nendo von Oki Sato. Die zwar nicht "unmögliche Geometrien" enthält. Die aber in ihrer Darstellung an die Kunst von M.C. Escher anknüpft.
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Nendo-designed Escher exhibition opens at Melbourne's National Gallery of Victoria

https://www.dezeen.com/2018/12/11/nendo-escher-exhibition-melbourne-national-gallery-of-victoria/

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Das Studio hat das einfache Motiv eines stilisierten Hauses als Basis genommen, um die Ausstellung mit intensiven Schwarz-Weiß - Gestaltungen zu umgeben. Das Haus wurde als Objekt ausgewählt, weil es Raum / Space darstellt.

So führt der Weg zur Tür der Ausstellung durch einen Raum, der an den Seiten und am Boden mit vielen dieser Häuser bedeckt ist.

Dann gibt es einen 17 Meter langen Korridor, ganz in Schwarz. Da werden helle Animationen auf den Boden und die Wände projiziert.

Das Haus-Motiv taucht auf als Sitzgelegenheit in einem Raum, der ältere Escher-Werke zeigt. Eine langgezogene, weiße Sitzbank, die aussieht, als sei sie aus vielen dieser Häuser zusammengesetzt. Im nächsten Raum taucht das Haus als Muster des Bodens auf.

Dann folgt ein Raum, in dem diverse dieser Häuser aufgestellt sind. Außen schwarz, die Kanten und innen weiß. In den hinteren Reihen öffnen sich die Dächer.

Der nächste Raum ist noch verwirrender:

> In the next room black metal pipes holding Escher works appear to float in space. Visitors can walk around the gallery and when viewed from certain angles, the black pipes form the outline of a house.

Schwarze Metallrohre halten weiße Flächen, darauf Escher-Werke. Die einzelnen Rohre wirken zunächst willkürlich senkrecht, waagerecht und schräg geformt. Bis man auch hier das Haus-Motiv wiederfindet.

> This area is dedicated to Escher's work that explores extreme perspectives and optical illusions.

Der nächste Raum ist rund. In der Mitte gibt es etwas, das als Kronleuchter bezeichnet wird:

> Further on, a huge chandelier hangs in the middle of a circular gallery. It is made of more than 55,000 small flat black and white houses, and has 17 pieces of art displayed around them that all relate to the idea of reflections and geometric forms.

Die Seite der Gallerie

Between Two Worlds

https://www.ngv.vic.gov.au/exhibition/escher-x-nendo-between-two-worlds/#home

02. December 2018 - 07. April 2019

zeigt leider keine weiteren Bilder der Ausstellungsräumlichkeiten.

Ein paar weitere Bilder der Räumlichkeiten fanden sich hier:

Nendo Channels MC Escher in New Immersive Installation

http://www.spoon-tamago.com/2018/12/11/nendo-mc-escher-ngv-melbourne/

Da wirkt der Raum mit den senkrechten Rohren plötzlich aufgeräumt und übersichtlich. Den Kronleuchter sieht man aus der Entfernung, so daß sich die Darstellung des gesamten Raumes besser erschließt.

Auf der Seite von Nendo

http://www.nendo.jp/en/news/

ist unter

2018.11.26 Mon
Collaborative exhibition “Escher x nendo | Between Two Worlds” at the National Gallery of Victoria (NGV), Melbourne Australia

ein PDF eingebunden:

http://www.nendo.jp/wp/wp-content/uploads/2018/11/Between_Two_Worlds_object_akihiro_yoshida.pdf

Das zeigt bsp. die Logik dieses Raumes mit Häusern von oben.

Luxembourg: First country to offer all public transportation for free - Luxemburg will ab dem nächsten Sommer alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos anbieten

10.12.2018 23:57:30, Jürgen Auer, keine Kommentare

Die eine Strategie der öffentlichen Entscheidungsträger besteht darin, den öffentlichen Personennahverkehr regelmäßig teurer zu machen. Mit dem Ergebnis, daß immer mal wieder Kunden abspringen und auf andere Fortbewegungsmöglichkeiten setzen.

Eine andere Strategie besteht darin, die Preise deutlich zu verbilligen. In Wien gibt es das Modell "Ein Euro pro Tag", so daß die Jahreskarte dort 365 Euro kostet. Die Wirkung: Eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen.

Luxemburg will im nächsten Sommer noch einen Schritt weitergehen: Alle öffentlichen Verkehrsmittel sollen kostenlos werden.
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Luxembourg will be the first country to offer all public transportation for free

https://inhabitat.com/luxembourg-will-be-the-first-country-to-offer-all-public-transportation-for-free/

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Xavier Bettel, der wiedergewählte Premierminister in Luxemburg, hat das nun angekündigt.

Die Hauptstadt Luxemburg ist klein, hat nur etwa 110.000 Einwohner. Aber täglich kommen 400.000 Leute aus der Umgebung in die Stadt. Insgesamt hat Luxemburg etwa 600.000 Einwohner, also grade mal 2 Berliner Bezirke zusammen. Von den Nachbarländern pendeln täglich etwa 200.000 Personen nach Luxemburg.

Schon in diesem Sommer wurde die Abschaffung der Tickets für alle unter 20 Jahren beschlossen. Aktuell kostet ein Ticket etwas im Bereich von 2 Dollar, also ungefähr 1,76 Euro. Dafür kann man zwei Stunden am Stück fahren. Im Jahr 2020 sollen alle Tickets abgeschafft werden.

Die Quelle ist ein Artikel im Guardian:

Luxembourg to become first country to make all public transport free

https://www.theguardian.com/world/2018/dec/05/luxembourg-to-become-first-country-to-make-all-public-transport-free

Da wird auch erwähnt, daß sich das auch auf Züge bezieht:

> Fares on trains, trams and buses will be lifted next summer

Eine Studie hatte ergeben, daß 2016 jeder Autofahrer 33 Stunden pro Jahr im Stau gestanden sei.

Manches sei noch unklar. So gibt es in den Zügen noch erste und zweite Klasse. Da ist noch nicht entschieden, wie damit umgegangen werden soll.

Hier in Berlin gibt es - zumindest in der Theorie - ähnliche Überlegungen. Etwa eine Übernahme des Wiener Modells. Ferner wurde auch hier das Ticket für Schüler abgeschafft:

Rot-Rot-Grün: Berliner Schüler bekommen kostenloses BVG-Ticket

https://www.tagesspiegel.de/berlin/rot-rot-gruen-berliner-schueler-bekommen-kostenloses-bvg-ticket/23712452.html

Ab dem 01. August 2019 gibt es das Schülerticket kostenlos.

Berlin hängt also Luxemburg mit Blick auf Schüler ein Jahr hinterher. Mal sehen, ob bei dem "größeren Thema" der Preise für alle auch noch mehr geht.

Anti Coyote Vests for small dogs - wenn der Hund wie ein Punk aussieht - eine Weste aus Kevlar mit Spikes und Coyote Whiskers, die den Hund grösser wirken lassen - von CoyoteVest

09.12.2018 23:52:34, Jürgen Auer, keine Kommentare

In Deutschland gibt es relativ wenige gefährliche Wildtiere, die Haustieren gefährlich werden könnte. Wobei die Diskussion um Wölfe grade losgeht.

In anderen Gegenden der Welt ist das deutlich anders. So gibt es in den USA Kojoten, die auch Präriewolf oder Steppenwolf genannt werden. Von der Größe her sehen Kojoten wie kleinere Wölfe aus.

Ein Paar hatte in den USA vor einigen Jahren einen kleinen Hund verloren. Der von einem Kojoten geschnappt wurde.

Daraufhin haben sie "Anti Coyote Vests" entwickelt: Schutzwesten für kleine Hunde.
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Anti-Coyote Vests For Dogs Are More Punk Rock Than You’d Expect

https://designyoutrust.com/2018/12/anti-coyote-vests-for-dogs-are-more-punk-rock-than-youd-expect/

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Die Westen bestehen aus drei Schichten Kevlar. Schon das sorgt dafür, daß ein Zubeißen schwierig ist. Auf den Westen sind drei Längsstreifen für einen Klettverschluss angebracht.

Damit lassen sich zwei Reihen Stacheln anbringen. Wobei die Stacheln wohl nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff sind.

In einer mittleren Reihe lassen sich Borsten aus Nylon anbringen. Die lassen den Hund zum einen größer wirken als er ist. Zum anderen sollen diese Angreifer erheblich stören, wenn diese zubeißen wollen. Solche Borsten an den Augen dürften sehr unangenehm sein.

2014 hatte der Erfinder dieser Anti Coyote Vests einen Hund in San Diego verloren, den ein Kojote geschnappt hatte. Der Hund wurde niemals mehr gefunden.

In dem Beitrag ist ein Tweet eingebunden:

https://twitter.com/nwchap/status/1070048435368210432

Demnach gibt es in Australien auch Elstern, die Radfahrer am Kopf attackieren. Diese schützen sich davor, indem sie diverse bunte, aufstehende Borsten an ihren Fahrradhelmen anbringen und damit das Näherkommen der Elstern erschweren. Dieses Schutzprinzip scheint sich also schon anderswo bewährt zu haben.

Auf der Website

Coyote vest

https://www.coyotevest.com/

gibt es eine Rubrik Videos. Da

San Diego couple invents vest to protect dogs from coyote attacks

https://www.youtube.com/watch?v=UsEJGf54EOQ

> A local couple's invention came about after their dog was killed by a coyote.

ahnt man das Problem. Leute sind mit ihren Hunden draußen. Irgendwo taucht ein Kojote auf. Dann bekommt der Hund eine solche Weste angelegt.

Teddy Bear Museum - Anti Bear Farming Campaign: The Footprint Poster - ein Poster auf dem Boden, das durch die darüberlaufenden Personen Gitter zeigt - von Supernormal Voice aus Seoul

08.12.2018 23:57:16, Jürgen Auer, keine Kommentare

Zwar sehr alt (vom Sommer 2010), aber mit einer interessanten Idee umgesetzt.

In Südkorea werden diverse Bären (das Plakat nennt 1140 Bären) in Käfigen gehalten, um Bärengalle zu gewinnen. Diese wird in der asiatischen Medizin verwendet. Das größte Problem sei, daß sich in Südkorea niemand dafür interessiert.

Das Teddy Bear Museum, das Teddybären ausstellt, hatte deshalb diese Kampagne in Auftrag gegeben.
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Teddy Bear Museum Anti Bear Farming Campaign: The Footprint Poster

http://www.adeevee.com/2010/08/teddy-bear-museum-anti-bear-farming-campaign-the-footprint-poster-outdoor/

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Das Video auf YouTube:

The footprint poster ( Anti bear farming campaign )

https://www.youtube.com/watch?v=0f-W4qawJRk

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> In S.Korea, about 1140 bears are kept in small and dirty cages for gall bladder extraction to be used in asian medicine. The biggest reason behind maintaining "Bear Farming" is that koreans don't have interests in it. Thus, we made the public realize that how much influence "indifference" has on bears via a large poster treated with transparent adhesive materials.

Es wurde ein großes Poster auf den Boden aufgebracht. In der Mitte ein großer Bär. Drumherum zunächst alles weiß. In einer Ecke ein QR-Code.

Allerdings bestand das Poster aus verschiedenen Teilen: Teils trittfest. Teils löste sich das mit der Zeit ab.

Ergebnis: Da Leute über das Plakat hinüberliefen, wurde mit der Zeit eine Gitterstruktur sichtbar: Der Bär war "hinter Gittern", der QR-Code war im Käfig.

Die Fußspuren der Leute / die Gleichgültigkeit hatte den Bären hinter Gitter gebracht.

Das Poster wurde im Museum, in U-Bahnstationen und in Gebäuden angebracht.

Alleine im Museum wurde das Poster von 410.000 Personen gesehen. 67.000 meldeten sich auf der Kampagnenseite, die über den QR-Code zugänglich war.

Walmarts are being cleaned by autonomous robots - Walmarts setzt in ersten Filialen autonome Reinigungsmaschinen ein, um die Böden zu reinigen

07.12.2018 23:54:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Staubsauger, die autonom in der Wohnung Staub saugen und anschließend feucht durchwischen: Inzwischen gibt es solche Möglichkeiten für Privatnutzer. Aber nun haben diese Techniken auch schon die Reife erreicht, daß sie in größeren Maßstäben eingesetzt werden.

So gibt es seit Anfang Oktober ein Video auf YouTube, das einen autonomen Robot beim Einsatz in einer Walmart-Filiale zeigt.
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Walmarts are Now Being Cleaned by Autonomous Robots

https://www.core77.com/posts/81599/Walmarts-are-Now-Being-Cleaned-by-Autonomous-Robots

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Das Video direkt:

This Self-Driving Floor Scrubber Adds Polish

https://www.youtube.com/watch?v=rcMCFe6XVC0

> Much like a self-driving car, the Auto-C Autonomous Cleaner uses assisted autonomy technology to clean and polish floors, freeing up associates to take care of other tasks. It’s another piece of technology that’s making Walmart more efficient.

In Walmarts gibt es - so ein Photo in dem Beitrag - Spill Response Stations: Kleine Anbauten an den Regalen zum Bereitstellen von Besen, einer Handschaufel und weiteren Putzutensilien.

Aber:

> Perhaps what is interesting, is that those spill response stations' days are numbered. Walmart is rolling out autonomous robot floor cleaners.

Die Tage dieser Spill Response Stations seien gezählt. Stattdessen werden autonome Reinigungsmaschinen eingesetzt.

In dem Video berichtet ein Mitarbeiter, daß das Reinigen des Bodens bis jetzt immer einen Mitarbeiter zwei Stunden beschäftigt habe.

Wobei der eingesetzte autonome Robot einem Gerät zu entsprechen scheint, wie es davor von einem Mitarbeiter eingesetzt wurde. Der saß drauf und lenkte das Gefährt. Nun kann es sich autonom bewegen.

Er zeigt die Anwendung: Am Bildschirm wird die Route ausgewählt. Die Gurte werden eingehängt, weil sich sonst Leute auf das Gefährt draufsetzen. Dann drückt er einen blauen Knopf - und das Reinigungsgerät macht sich an die Arbeit.

Das ist damit ein typisches Beispiel dafür, daß körperlich anstrengende Arbeiten langfristig von Maschinen erledigt werden. So daß die Arbeitsplätze, die bislang nur geringe Qualifikationen erforderten, nun wegfallen.

Man mag das gut oder schlecht finden. Praktisch ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch hier nicht mehr Mitarbeiter am Abend solche Geräte teils manuell durch die Gegend schieben. Stattdessen wird der autonome Robot vorbereitet und arbeitet dann eigenständig.

Bundesfinanzhof: Kein steuerbarer Leistungsaustausch bei platzierungsabhängigen Preisgeldern, damit kein Vorsteuerabzug für Betriebsausgaben - V R 21/16

06.12.2018 23:54:41, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wenn ein Unternehmen Kosten hat, dann ist die Abzugsfähigkeit der darin enthaltenen Vorsteuer ein wesentliches Thema. Aber das setzt voraus, daß das Unternehmen selbst Einnahmen hat, für die es Umsatzsteuer abführt.

Aber was ist, wenn ein "Pferdebetrieb", der jedenfalls keine Zucht und keinen Pferdehandel betreibt, als Einnahmen nur platzierungsabhängige Preisgelder erwirtschaftet? Die Pferde wurden von einem anderen Unternehmen betreut. Es gab ein Urteil, das die Anerkennung der Kosten als Betriebsausgaben versagte, damit entstand die Pflicht zur Zurückzahlung der zunächst verrechneten Vorsteuer. Das Unternehmen ging insolvent. Der Insolvenzverwalter bestritt die Steuerrückstände.

Der Bundesfinanzhof hat nun - unter Berücksichtigung einer EuGH-Entscheidung - das Urteil aufgehoben und es zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen.
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Umsatzsteuer: Kein steuerbarer Leistungsaustausch bei platzierungsabhängigen Preisgeldern

Urteil vom 2.8.2018 V R 21/16

https://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=pm&Datum=2018&nr=38591&pos=0&anz=65

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Der Kernsatz:

> Die Teilnahme an einem Pferderennen ist nicht umsatzsteuerbar, wenn dem Eigentümer der Rennpferde lediglich ein platzierungsabhängiges Preisgeld gezahlt wird. Mit Urteil vom 2. August 2018 V R 21/16 hat sich der Bundesfinanzhof (BFH) der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union angeschlossen, wonach die Teilnahme an einem Wettbewerb (Pferderennen) grundsätzlich keine gegen Entgelt erbrachte Dienstleistung darstellt. Etwas anderes gilt lediglich, wenn für die Teilnahme ein Antrittsgeld oder eine andere unmittelbare Vergütung gezahlt wird.

Ob ein Teilnehmer bei einem solchen Rennen gewinnt oder nicht: Das läßt sich nicht in voraus abschätzen. Also sind die Einnahmen auch nicht steuerbar, damit ergibt sich keine Umsatzsteuerpflicht aus diesen Einnahmen.

Der Fall:

> Der Streitfall betraf eine GmbH, deren Zweck u.a. im Kauf und Verkauf sowie der Ausbildung von Pferden bestand. Sie erklärte Umsätze aus Verkaufserlösen und Preisgeldern und machte Vorsteuern aus dem Kauf von Pferden, eines LKW nebst Anhänger sowie eines Pkw geltend. Das Finanzamt versagte den Abzug der geltend gemachten Vorsteuerbeträge. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage unter Hinweis auf das Abzugsverbot für Repräsentationsaufwendungen ab.

Allerdings gab es nicht systematische Käufe und Verkäufe. Die Pferde waren auf dem Gelände eines anderen Unternehmens untergebracht. Das Unternehmen hatte selbst keine Weideflächen.

In der Revision muß geklärt werden, ob alle erklärten Umsätze aus Pferderennen in voller Höhe nicht steuerbare Preisgelder sind. Oder ob darin auch Antrittsgelder enthalten sind, für die Umsatzsteuer anfällt.

Das Urteil bzw. die zugrundeliegende EuGH-Entscheidung hat Auswirkungen auf diverse ähnliche Konstellationen. Immer dann, wenn es unklar ist, ob bei einer Teilnahme überhaupt Einnahmen entstehen, dürften diese als nicht steuerbar gelten.

Palm Leather created from Palm leaves - Palm-Leder hergestellt aus Palmenblättern - geringere Umweltbelastung bei der Herstellung - von Tjeerd Veenhoven - Niederlande

05.12.2018 23:53:57, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei der Herstellung von Leder wird so manches an problematischen Substanzen benötigt, die für Menschen und die Umwelt schädlich sind. Ferner stören sich Tierschützer daran, daß Leder verwendet wird. Damit gibt es immer wieder die Suche nach Alternativen.

Der Niederländer Tjeerd Veenhoven hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich lederähnliche Teppiche bzw. Vorleger herstellen lassen. Das Ausgangsmaterial: Palmblätter. Das Ergebnis bezeichnet er als "Palm Leather", also Palm-Leder. Angesichts von etwa 80 Millionen Palmen ist das natürlich eine interessante Basis.
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Dutch designer creates leather alternative from palm leaves

https://inhabitat.com/dutch-designer-creates-leather-alternative-from-palm-leaves/

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Ihm war das Muster und die Struktur von Palmenblättern aufgefallen. Daraufhin ließ er sich von einem Bekannten in Indien etwas Ausgangsmaterial zusenden.

Mit Glycerin, Wasser und ein paar weiteren Materialien konnten die Palmblätter weicher gemacht werden, so daß sie besser biegsam waren.

Motiviert war er davon, daß eine geringere Fleischproduktion der Umwelt gut tun würde. Das reduziert natürlich auch das Angebot an Leder.

Das Palm-Leder braucht vergleichsweise wenig Wasser zur Herstellung im Vergleich zur Lederherstellung. Ferner sind keine problematischen Chemikalien notwendig. Im Gegenteil: Alle benötigten Stoffe sind für Menschen genießbar und unproblematisch in bezug auf die Umwelt.

Erst produzierte er in den Niederlanden. Dann wurde das nach Indien verlegt. Inzwischen ist die Fabrik in die Dominikanische Republik umgezogen.

Die Palmblätter werden in schmalen Streifen auf einem Gewebe befestigt. Ferner lassen sich die Blätter verschiedenartig einfärben.

Inzwischen fangen andere Unternehmen an, sich dafür zu interessieren. Das Unternehmen sucht nach Möglichkeiten, wie Palm-Leder auch in anderen Zusammenhängen genutzt werden könnte.

Eine Option könnten Autohersteller sein. Die ihren Kunden so eine lederfreie Alternative anbieten könnten.

Auf der Seite des Studios

Palm Leather

http://www.tjeerdveenhoven.com/portfolio_page/palm-leather/

finden sich einige weitere Informationen. Demnach scheint die Grundentwicklung schon von 2011 zu sein.

Grafeoiphobia - furniture collection for desk-shy, bed-happy workers - Büromöbel für Personen, die gerne im Liegen arbeiten - von Geoffrey Pascal

04.12.2018 23:50:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Für mich persönlich wäre das ja nichts. Ich habe kein Problem damit, im Sitzen zu arbeiten. Aber andere arbeiten lieber auf der Couch. Oder gar im Bett. Aber da ich fast nur am Computer arbeite und Laptops sehr ungemütlich finde, haben mich Bett oder Couch nie als Arbeitsort interessiert.

Der Designer Geoffrey Pascal hatte während seines Studiums an der Design Academy Eindhoven selbst Schwierigkeiten, am Schreibtisch zu arbeiten. Dann las er von einer wachsenden Zahl von Personen, die im Home Office im Bett arbeiten.

Daraufhin entstand eine Kollektion von mehreren "Büromöbeln", die jeweils aus verschiedenen Einzelelementen bestehen. Und die es ermöglichen, höchst unterschiedliche Positionen einzunehmen.
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Grafeoiphobia is a furniture collection for desk-shy, bed-happy workers

https://www.dezeen.com/2018/12/04/grafeoiphobia-office-furniture-geoffrey-pascal-bed-desk/

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Die Elemente ermöglichen es, im Liegen oder auch schräg auf dem Bauch liegend zu arbeiten.

"Fear of desks" - die Angst vor Schreibtischen steckt hinter dem Wort "Grafeoiphobia".

Seine Erfahrung:

> "When I am working behind a desk sitting on chair, I always have the feeling of being forced to work, that I have to get it done. I feel stress and pressure, which doesn’t make me more productive, it is rather the opposite"

Wenn er an einem Schreibtisch sitzt, hat er immer das Gefühl, zur Arbeit gezwungen zu sein, "to get it done". Das streßt ihn und macht ihn unproduktiv.

Daraufhin beschloss er, täglich im Bett zu arbeiten. Das verändert für ihn die Beziehung zu seiner Arbeit, das sei komfortabler. Weniger stressig, mehr fokussiert.

Allerdings störten ihn auch manche Dinge. Der Mix zwischen Schlafen und Arbeiten sei ein Problem, die Hygiene sei problematisch. So wollte er die positiven Elemente in die Arbeitswelt transferieren.

Eine Kombination ist vom "angelehnten Arbeiten im Bett" inspiriert. Mit einem Laptop. Die verschiedenen Elemente lassen sich anpassen - für verschieden große Personen.

Eine zweite Kombination ermöglicht eine seitliche schräge Position. Da gibt es eine Art Beistell-Element, das eine Tischfläche bereitstellt.

Die Kombination "The Flying Man" ermöglicht ein Liegen auf dem Bauch. Da steht der Laptop ebenfalls auf einem kleinen Tisch.

Die Elemente wurden bei der Design Academy Eindhoven Graduate Show 2018 vorgestellt. Die fand im Rahmen der Dutch Design Week im Oktober statt.

> It is one of many projects exploring the death of the desk, in response to the growing number of nomadic workers, changing expectations from employees and recent evidence that extended periods of sitting can be unhealthy.

Unter

We need to stop shaming those who want to work lying down

https://www.frameweb.com/news/workspace-desk-lying-down

finden sich ein paar weitere Dinge dazu.

Kayabuki no Sato has Fire Sprinklers camouflaged as Huts - kleiner Ort in der Präfektur Kyoto mit traditionellen Strohdach-Farmhäusern - 62 Feuersprinkler verstecken sich in kleinen Hütten

03.12.2018 23:50:07, Jürgen Auer, keine Kommentare

Teils kennt man das Problem ja auch aus Norddeutschland. Klassische Häuser mit Reetdächern sehen schick aus. Aber die Dächer sind brandgefährdet. Fängt so ein Dach erst einmal Feuer, kann das ganze Haus abbrennen.

Kayabuki no Sato, ein kleiner Ort in der Präfektur Kyoto in Japan, ist bekannt für seine traditionellen Farmhäuser. Die mit steilen Strohdächern ausgestattet sind. Aber wenn man im Ort diverse Feuersprinkler sichtbar aufgebaut hätte, dann würden diese den Gesamteindruck des Dorfes doch erheblich stören.

Die Lösung: Es gibt diverse Feuersprinkler, 62 insgesamt. Aber diese verstecken sich in kleinen Hütten. Bei Bedarf klappen die Dächer auf. Die Wasserkanone fährt nach oben. Und schießt los.
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Fire Sprinklers in Kayabuki-no-Sato, Kyoto are Camouflaged as Huts

http://www.spoon-tamago.com/2018/12/02/the-fire-sprinklers-of-kayabuki-no-sato-in-kyoto/

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Das war eine ganz offizielle Entscheidung: Einerseits sollte der Ort vor den verheerenden Folgen eines Brandes geschützt werden. Andererseits sollte die Authentizität der Dorfgestaltung erhalten bleiben.

> When activated, the huts open up like transformers and sprinklers spray water high into the sky, covering the farmhouses with water.

Die Anlage wird zweimal im Jahr getestet. Meist im Mai und im Dezember. Inzwischen lockt auch das Touristen an.

かやぶきの里 一斉放水

https://kyotomiyama.jp/event/kayabuki-water-discharge

Auf Facebook

Kayabuki no Sato

gibt es ein kleines Video, das dies etwas ausführlicher zeigt.

Wenn man sich per Google-Maps

Miyama Kayabuki no Sato

etwas hineinzoomt, findet man ein paar dieser kleinen Hütten. Die sich so unauffällig in das Ortsbild einfügen.

Einerseits eine durchaus aufwendige Lösung. Andererseits ist das so deutlich angenehmer.

The 90-Grade-Vase or the Impossible Triangle Vase - eine Vase, die den Nutzer in die Irre führt - von Cuatro Cuatros

02.12.2018 23:58:53, Jürgen Auer, keine Kommentare

Eine Vase, in der eine Rose steckt. Ganz einfach. Oder doch nicht? Ansonsten hat ein Dreieck drei Seiten. Wenn eine Seite auf dem flachen Tisch liegt und die zweite Seite senkrecht nach oben geht und die Rose trägt:

Wo ist dann die dritte Seite?

Der Künstler Cuatro Cuatros hat eine Vase erschaffen, die den Betrachter in die Irre führt. Sie wirkt wie ein Realität gewordener Ausschnitt aus einem Escher-Bild. Eine faszinierende optische Illusion.
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the impossible triangle vase by cuatro cuatros challenges your perception

https://www.designboom.com/design/impossible-triangle-vase-cuatro-cuatros-challenges-perception-12-02-2018/

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Als Vorlage diente eine Zeichnung. Wenn man dann - bei "geschickter Betrachtung" - das passende dreidimensionale Objekt anfertigt, dann funktioniert das.

> depending on the point of view, both ends of cuatro cuatros’ vase coincide and make it look like a closed figure. the effect appears and disappears, provoking an interaction with the viewer. when the effect is created, our perception deceives us and makes us see unreal things.

In Abhängigkeit von der Position des Betrachters verschmelzen die Enden der Vase und bilden scheinbar eine geschlossene Figur.

Die Website

http://www.cuatrocuatros.com/index.php?/proyectos/90/

zeigt die Vase leider auch nur genau aus dieser Richtung. Wenn man die Bilder etwas länger ansieht, dann löst sich das auf: Das müßten drei gleich lange Vierkantstäbe sein. Die jeweils im 90° - Winkel miteinander verbunden sind. Zwei liegen auf dem Tisch, der dritte ragt senkrecht in die Höhe.

So daß die Vase von anderen Seiten her betrachtet gänzlich unspektakulär wirkt. Erst, wenn man die Vase aus einer bestimmten Richtung anblickt, scheinen die beiden Enden miteinander zu verschmelzen. So daß sich der Eindruck eines Escher-Dreiecks ergibt.

Eigentlich sollte der Künstler ein kleines Video erstellen, bei dem die Kamera um die Vase herumwandert. Dann müßte die Darstellung irgendwann einmal "umspringen" zum Escher-Dreieck.

Aus 20 Dollar 640 Dollar - Payless opens Fake Luxury Shoe Shop - budget-freundliches Schuhunternehmen Payless übernimmt Armani Shop in Santa Monica, verkauft günstige Schuhe unter dem Fake Brand Palessi

01.12.2018 23:57:40, Jürgen Auer, keine Kommentare

Über die Influencer-Auswüchse kann man ja durchaus den Kopf schütteln. Das US-Unternehmen Payless, das günstige Schuhe anbietet, hat jetzt etwas Interessantes versucht.

Ein ehemaliges Armani-Geschäft in Santa Monica wurde übernommen. Da kamen die eigenen Schuhe rein. Und ein paar Schilder zur Fake-Marke Palessi. Dann wurden die Türen geöffnet.

Den Interessenten wurde suggeriert, daß es sich um hochwertige Luxusware handeln würde. Tatsächlich war das nur die übliche Kollektion. Allerdings mit deutlichen Preisaufschlägen.

Der größte Aufschlag: Sneakers, die sonst 19,99 Dollar kosteten, wurden für 640 Dollar verkauft.

Das Ergebnis: In wenigen Stunden erzielte das Geschäft einen Umsatz von 3000 Dollar.
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Payless Opens Fake Luxury Shoe Shop Where They Trick Influencers By Selling $20 Shoes For $640

https://www.boredpanda.com/payless-shoes-fake-store-palessi/

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Wenn man die 640 Dollar von den 3000 abzieht, bleiben 2.360 Dollar übrig. Das wären also 10 Verkäufe für jeweils etwa 236 Dollar.

In zwei sehr kurzen Videos (15 und 30 Sekunden)

The Payless Experiment (15 Sekunden)

https://www.youtube.com/watch?v=7YR2bovjfMU

> Payless set up a fake store to showcase the quality of our shoes. Why pay $200+ when you can pay $19.99? Find great styles at Payless.com

The Payless Experiment (30 Sekunden)

https://www.youtube.com/watch?v=xpqqKRlqZfU

ist das im Zeitraffer zu sehen. Szenen vom Aufbau, Leute, die sich "sehr begeistert" über die Schuhe äußern. Und die ungläubig reagieren, wenn sie aufgeklärt werden.

> Palessi turned out to be a big hit, with fashionistas complimenting the quality and style of the footwear. In a brilliant marketing move, Payless used the hilarious ‘gotcha moments’ of their shoe reveals into an ad campaign.

Schließlich wurden die so gesammelten Äußerungen zu den beiden Kurz-Videos zusammengeschnitten. Als eine treffende Werbekampagne.

Payless CMO Sarah Couch:

> “The campaign plays off of the enormous discrepancy and aims to remind consumers we are still a relevant place to shop for affordable fashion”

Ein hoher Preis heißt nicht automatisch eine hohe Qualität bzw. eine entsprechende Marke. Damit geht es auch deutlich günstiger.

Das erinnert an ein Twitter-Photo, das kürzlich kursierte. Diese tollen Berge in Norwegen, wo sich Leute an den Rand von Felsen hinsetzen, sich ablichten lassen und solche - nun sehr gleichartig aussehende - Bilder auf Instagram einstellen. Praktisch gab es dort eine lange Warteschlange. Von diversen Leuten, die sich "einsam auf dem Felsen" ablichten lassen wollten.

Haven - Origami Tandem Kayak - erstes faltbares Kajak für zwei Personen, das sich zusammengepackt von einer Person transportieren lässt - vom kalifornischen Unternehmen Oru Kayak

30.11.2018 23:53:49, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einem Kajak für zwei Personen: Da denkt man doch gleich daran: Wie transportiert man das zum Einsatzort? Mit dem Auto, mit einem speziellen Dachträger?

Offenkundig ist der Transport eines sperrigen Kajaks eine eigene Herausforderung.

Das in Kalifornien heimische Unternehmen Oru Kayak hat deshalb ein zusammenfaltbares Kajak entwickelt. Das im gefalteten Zustand so kompakt ist, daß es sich zumindest einigermaßen von einer einzelnen Person transportieren läßt.
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"First origami tandem kayak" folds down to suitcase size

https://www.dezeen.com/2018/11/30/haven-foldable-tandem-oru-kayak/

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Das Video mit dem Ausklappen direkt auf YouTube:

"First origami tandem kayak" folds down to suitcase size

https://www.youtube.com/watch?v=MoeIZ4ymdsI

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> Californian company Oru Kayak has designed a foldable kayak that can be easily carried on one's back for easy transportation and use.

Die japanische Falttechnik Origami wurde als Vorbild genommen. Das Kajak wiegt 18 kg.

> "When folded into a box, the Haven is the world's only tandem kayak designed to be carried by one person," said the company in a statement.

In dem Video sieht man, daß das, was zusammengepackt die orangene Hülle des Kajaks ist, vom Rest abgenommen wird. Aus dem "Rest" wird das eigentliche Kajak auseinandergefaltet. Die orangenen Hüllen kommen dann als Innenteile und Sitze in das Kajak rein.

Man braucht maximal 10 Minuten, um das Kajak zusammen zu bauen.

Die Daten:

> When fully open, the kayak measures 31 inches (79 centimetres) wide. When packaged together, the box measures 33 by 15 by 29 inches (83 by 38 by 73 centimetres).

83 * 73 Zentimeter bei einer Tiefe von 38 Zentimetern ist einerseits ein "ordentlicher Packen". Aber andererseits bedeutend kleiner als ein übliches Kajak.

Auf der Seite des Unternehmens gibt es auf der Startseite ein Video: Leute holen diesen Packen aus dem Auto, fahren damit Rad (der Kajak-Packen auf dem Rücken) oder nutzen öffentliche Verkehrsmittel, um zum Wasser zu kommen.

Die Unterseite:

THE HAVEN

https://www.orukayak.com/products/the-haven-tandem-kayak

Demnach ist Haven noch ganz neu, aktuell in der "Pre-Order-Phase". Im Mai 2019 sollen die ersten Kajaks ausgeliefert werden.

Hinzu kommt, daß sich so ein Kajak problemlos in einer Wohnung verstauen läßt, ohne daß es allzu viel Platz wegnimmt. Das könnte dazu führen, daß sich Leute für Kajaks interessieren, die bis jetzt aufgrund der Sperrigkeit der "Sportgeräte" davon Abstand genommen hatten.

Amsterdam Light Festival - Edition 7 - vom 29. November 2018 bis zum 20. Januar 2019 - verschiedenste Licht-Installationen, zugänglich vom Land und Wasser

29.11.2018 23:47:06, Jürgen Auer, keine Kommentare

Wer in den nächsten Wochen nach Amsterdam kommt, der sollte womöglich Zeit am Abend einplanen. Für einen Rundgang zum Amsterdam Light Festival. Dieses findet zum siebten Mal statt.

Auf den ersten Blick mag das ähnlich wie das Festival of Lights hier in Berlin wirken. Allerdings kann beim Festival of Lights quasi jeder Haus- oder Grundstücksbesitzer mitmachen, der sein Gebäude entsprechend beleuchtet. Das gibt es seit 2005.

Bei der Amsterdamer Version, die mit der diesjährigen siebten Edition deutlich jünger ist, gibt es dagegen einen Vorlauf von 15 Monaten. In dem internationale Künstler ihr Konzept einreichen, das bewertet und schließlich ausgewählt wird. Ferner liegt das Amsterdamer Festival (nach meinem Geschmack) erheblich günstiger, nämlich im "richtigen Winter". Also zu einer Zeit, wo die Tage wirklich kurz und die nächste wirklich lang sind. Ferner umspannt es fast zwei Monate. Die Berliner Version startet dagegen manchmal schon im September und ist mit 10 - 14 Tagen deutlich kürzer.
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Eine Ankündigungsseite mit diversen Bildern: Amsterdam Light Festival: 29. November 2018 - 20. Januar 2019

https://www.holland.com/de/tourist/planen-sie-ihren-urlaub/veranstaltungen/amsterdam-light-festival-4.htm

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Die Kunstwerke sind wohl "nur" von 17:00 - 23:00 zu sehen. Ok, da fängt das eigentlich in Berlin erst richtig an.

Die Seite des Festivals:

EDITION#7: THE MEDIUM IS THE MESSAGE

https://amsterdamlightfestival.com/en/edition-7

Demnach gibt es 30 Kunstwerke zu besichtigen. Rund um das Motto des Kanadiers Marshall McLuhan: "The Medium is the Message".

600 Künstler hatten Vorschläge eingereicht, nur 30 davon wurden ausgewählt.

Leider gibt es dort vom aktuellen Festival noch kaum Bilder. Dafür hier

https://amsterdamlightfestival.com/en/work-method

den Hinweis, daß die Vorbereitungen über 15 Monate laufen. Eine Einreichzeit November bis Januar, die Auswahl und Kuration im Februar und März, die schrittweise Umsetzung vom April bis November. Die Showtime vom November bis Januar. Nach dem Festival werden einige der Exponate in eine Dauerausstellung Light Art Collection übernommen. Die wandert um die Welt.

Ein paar mehr aktuelle Bilder gibt es bei Designboom:

amsterdam light festival 2018 illuminates the city's streets and canals

https://www.designboom.com/art/amsterdam-light-festival-11-29-2018/

Da gibt es große Lampen. ‘light a wish’, bei denen nicht ganz klar ist, wie das gemacht ist. Das sieht aus als wären das große, rotierende und frei fliegende Teile. ‘starry night’, ein Bildschirm mit Strukturen, die an van Gogh erinnern. Eine große "Spider on the bridge", die aus 80 kleinen Spinnen besteht, die sich bewegen können. Plus diverse weitere Installationen.

Die 30 Installationen scheinen alle sehr kompakt beieinander zu sein:

https://amsterdamlightfestival.com/en/map

Alle liegen rund um De Wallen, die gesamte Strecke ist 8,5 km lang, Start- und Endpunkt fallen einigermaßen zusammen. Sämtliche Installationen lassen sich auch auf einer Bootstour besichtigen.

Sprich: Konzeptionell unterscheidet sich das Amsterdamer Light Festival doch deutlich vom Berliner Festival of Lights.

Nera - world's first fully 3D printed electric motorcycle - weltweit erstes elektrisches Motorrad, dessen nicht elektrische Komponenten aus dem 3D Drucker stammen - NOWlab von BigRep

28.11.2018 23:56:17, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ein elektrisches Motorrad, dessen nichtelektrische Komponenten so ziemlich vollständig aus dem 3D-Drucker stammen? Inklusive Rädern?

Was sich vor zehn Jahren noch wie Science Fiction angehört hätte, wurde inzwischen realisiert: BigRep hat - hier in Berlin - den Prototypen eines elektrischen Motorrads erstellt. Der - mit Ausnahme der elektrischen Komponenten - per 3D-Drucker gedruckt wurde.

Inklusive solcher Dinge wie Räder ohne Gummireifen und ohne Luft.

Das ist ein gemeinsamer Prototyp von NOWlab und BigRep, die bereits im Mai luftlose Fahrradreifen vorgestellt hatten.
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BigRep reveals 'nera', the world’s first fully 3D-printed electric motorcycle

https://www.designboom.com/technology/bigrep-nera-3d-printed-electric-motorcycle-11-22-2018/

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Daniel Büning, Mitgründer von NOWlab:

> the nera combines several innovations developed by NOWlab, such as the airless tire, functional integration and embedded sensor technology

Es wurden nicht einfach Konzepte bisheriger Motorräder übernommen. Sondern der Prototyp enthält wohl einiges an technischen Neuerungen:

> among the many innovations featured in nera are the airless tires with customized tread; a lightweight rhomboid wheel rim, as well as flexible bumpers (instead of suspension) and the electric engine, which is fitted in a customizable case.

Die luftlosen Reifen mit einem angepaßten Profil. Bei der "rhomboid wheel rim" fehlt mir etwas die Kenntnis, was das sein könnte. Eine "rautenförmige Rad-Felge". Plus innovative Stoßdämpfer und ein elektrischer Antrieb, der in einem anpassbaren Gehäuse untergebracht ist.

Das kleine Video direkt auf YouTube:

#NERAbike: World-First Fully 3D Printed e-Motorcycle

https://www.youtube.com/watch?v=s4p59wk_0R4

Demnach ist allerdings NOWlab eine Abteilung von BigRep.

NOWlab - Additive Manufacturing Innovation

https://bigrep.com/nowlab/

Die Bilder des fahrenden Motorrads wurden jedenfalls in Berlin gemacht. In der Gegend zwischen dem Reichstag und den dortigen Gebäuden vom Bundestag.

"A New Era" - daraus wurde der Name Nera abgeleitet.

Der Beitrag vom Mai zu den luftlosen Fahrradreifen:

3D-printed airless bike tires - luftlose Fahrradreifen aus dem 3D-Drucker - mit Druckern von BigRep aus Berlin

https://blog.server-daten.de/de/2018-05-07/3D-printed-airless-bike-tires---luftlose-Fahrradreifen-aus-dem-3D-Drucker---mit-Druckern-von-BigRep-aus-Berlin-258

Interessant finde ich, daß ich zum wiederholten Mal von solchen Dingen nicht in Berliner oder deutschen Zeitungen lese, sondern davon über solche US-Online-Magazine erfahre.

Ferner wäre es "eigentlich wünschenswert", wenn das nicht bloß bei Prototypen bliebe, sondern wenn solche Produkte auch zur Marktreife entwickelt werden würden.

Drivelines Studios - Upcycling 140 Shipping Containers into an Apartment Complex - aus Schiffscontainern Apartments machen - eine siebenstöckige Variante in Johannesburg, Südafrika - von LOT-EK

27.11.2018 23:46:21, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ehemalige Schiffscontainer in Wohnungen umwandeln: Das gibt es schon in verschiedenen Varianten. Die mir bis jetzt bekannten Versionen waren allerdings meist höchstens einstöckig: Also zwei Ebenen Schiffscontainer. Oder bsp. eine Familie in den USA, die mehrere Container hintereinanderstellt.

Technisch werden Schiffscontainer aber gestapelt: Im Schiff und auf dem Land. Also sollten sie es auch aushalten, zu Nutzungszwecken gestapelt zu werden. Schließlich werden sie bei ihrer originalen Verwendung bis oben hin mit Waren gefüllt. In einer Wohnung bleibt dagegen der meiste Raum ungenutzt.

In Südafrika wurden nun sieben Ebenen übereinandergestapelt. Dies dreimal und vier Container der Länge nach, so daß sich ein Gebäude aus 4 * 7 * 3 = 84 Containern ergibt. Allerdings fehlen nach hinten 3 der hintersten Reihen, so daß ein Komplex aus 72 Containern besteht. Davon gibt es zwei Stück - macht 144 Container.
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LOT-EK upcycles 140 shipping containers into an apartment complex in South Africa

https://inhabitat.com/lot-ek-upcycles-140-shipping-containers-into-an-apartment-complex-in-south-africa/

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Im zweiten Block fehlen 4 der hintersten Reihen, da sind nur die Reihen 2, 4 und 6 belegt. Damit entstehen auf den Freiflächen Wege zu den Wohnungen bzw. Aufenthaltsflächen für die Bewohner.

Im Inneren scheinen die Wände der Container entfernt worden zu sein. So daß sich Räume über den ganzen Querschnitt des Gebäudes erstrecken. Die Treppenhäuser liegen zwischen den beiden "Containerstapeln", aber außerhalb der Container. Das sind zusätzliche Elemente.

Die Dreiecksstruktur wurde in die Außenhaut eingeschnitten, so daß relativ große Fenster entstehen. Nach außen hin, zur Straße wirkt der Komplex eher abgeschottet, distanziert. Aber der Innenbereich zwischen den beiden Containerhäusern könnte sehr belebt sein.

Im Erdgeschoß sind Läden drin. Die anderen Elemente dienen als Wohnungen. Die gesamte Struktur befindet sich auf einem dreieckigen Grundstück, so daß die Spitzen der beiden Blöcke relativ nahe beieinanderstehen. Die Flächen liegen zwischen 300 und 600 Qadrat Fuß, also 27,8 - 55,74 Quadratmeter.

Wie eine Anschlagtafel soll das Gesamtgebäude funktionieren:

> “As in a billboard, the building outer facades are straight and flush with the lot line while the facades in the inner courtyard are articulated by the staircases, the elevator tower and the bridges connecting all levels, and by the open circulation paths activated by the units spillover onto their outdoor space.”

Die äußeren Fassaden sind gerade und eben. Die Fassaden im Innenhof sind durch die Treppen, einen Liftturm und die Brücken charakterisiert, die alle verschiedenen Ebenen miteinander verbinden. Hinzu kommt eine "offene Zirkulation". Nach außen hin dürften die Wohnungen eher ruhig sein. Aber wenn im Innenhof etwas los ist, dann strahlt das auf alle Wohnungen aus.

Auf der Seite von LOT-EK

Drivelines Studios

http://www.lot-ek.com/DRIVELINES-STUDIOS

gibt es unten eine durchlaufende Bilderfolge von Baubildern. Nach der Vorbereitung des Untergrunds wurden die Container aufeinander gestapelt. Erst dann erfolgte das Ausschneiden der dreieckigen Elemente. Plus der Einbau von Toiletten und Abwasserleitungen.

Für das europäische Klima dürfte das im Winter zu kalt sein. Eine Isolierung scheint es nicht zu geben. Wobei die Temperaturen in Johannesburg laut Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Johannesburg ) minimal bei +4° - +16° im Juni liegen. Das entspricht ungefähr der Berliner Temperatur im April und Oktober. Also der Zeit, in der man normalerweise auch hier ohne Heizung auskommt.

Für dieses Upcycling von Schiffscontainern zu Wohn- und Arbeitszwecken gibt es inzwischen einen eigenen Begriff: Cargotecture. LOT-EK scheint sich vorrangig mit solchen Entwicklungen zu beschäftigen. Auf der Startseite

http://www.lot-ek.com/

gibt es Hinweise zu diversen weiteren Projekten mit Schiffscontainern.

Skytray - MahaNakhon in Bangkok opens with Observation Deck to the public - 314 Meter hoher Wolkenkratzer in Bangkok eröffnet mit Glasboden-Plattform - Büro Ole Scheeren

26.11.2018 23:35:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Einmal 300 Meter nach unten gucken? In Bangkog wurde von dem MahaNakhon, einem neu gebauten Hochhaus, die Aussichtsplattform für die Öffentlichkeit freigegeben. Das Hochhaus selbst wurde schon im Jahr 2016 eröffnet. Aber die Aussichtsplattform war wohl etwas später dran.

Allerdings: Da kann man auch waagerecht in die Ferne blicken. Man kann aber auch senkrecht nach unten sehen. Denn ein stählerner Rahmen ragt über das Gebäudedach hinaus. Und ist mit einem kräftigen Glasboden ausgestattet. So daß der Blick von einem benachbarten, niedrigeren Hochhaus diverse Personen von unten auf dieser Glasscheibe zeigt.
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the observation deck of MahaNakhon by ole scheeren opens to the public in bangkok

https://www.designboom.com/architecture/ole-scheeren-mahanakhon-skyscraper-bangkok-observation-deck-opening-11-26-2018/

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314 Meter bzw. 1.030 Fuß hoch.

Ole Scheeren vom gleichnamigen Büro Ole Scheeren:

> ‘the idea behind MahaNakhon was to take the life of the city and bring it up the tower in a dramatic, spiralling movement’

Die Idee hinter dem Hochhaus sei, das Leben der City zu nehmen und dieses in den Turm zu bringen. 4,5 x 17,5 Meter ist die Fläche groß, Skytray genannt. Die höchste Möglichkeit, Höhenangst zu erleben. Mit der Hoffnung, daß dies die beglückendste Touristenattraktion in Bangkog werden könnte.

Dabei hat das Gebäude "nur" 77 Stockwerke, die einzelnen Stockwerke sind als relativ hoch, im Schnitt 4 Meter. 150.000 Quadratmeter Fläche, 200 Wohnungen, ein Hotel mit 150 Zimmern.

Ferner ist das Gebäude selbst alles andere als konventionell. Das ist kein "gerader Turm". Sondern es gibt mittendrin eine sich schräg nach oben ziehende Struktur aus zurückgesetzten und vorspringenden Elementen. Ähnlich ist ein zweiter Abschnitt unterhalb der Spitze gestaltet.

> what from a distance evokes a sense of being unfinished – a tower still under construction – reveals itself to be not a formal gesture, but a geometric ‘erosion’ that generates actual living spaces: terraces, balconies, floating living rooms and apartments with sweeping views that merge the tropical outdoors with the indoors.

Aus der Entfernung mag das wie ein unvollständiger Turm wirken, wie ein Turm, an dem gerade noch gebaut wird. Aus der Nähe werden Terrassen, Balkone und Apartments mit unterschiedlichen Blickwinkeln daraus.

Beim Büro Ole Scheren gibt es eine Meldung dazu:

Opening of Observation Deck Marks Completion of Büro Ole Scheeren’s MahaNakhon Tower in Bangkok

http://buro-os.com/opening-of-observation-deck-marks-completion-of-bu%CC%88ro-ole-scheerens-mahanakhon-tower-in-bangkok/

Ein Gedanke:

> The 77-storey complex embodies a radical manifestation of the potential of the skyscraper to invigorate its urban context. The design dismantles the traditional formula of an inert and hermetic totem by opening up the tower to reveal the scale of human inhabitation inside the building.

Ein radikales Manifest dessen, was mit Wolkenkratzern im städtischen Kontext möglich sei. Das Design demontiert die traditionelle Form von einem hermetischen Totem, indem der Turm geöffnet wird für die Bewohner.

Vom Turm ist nicht nur - wie sonst üblich - der Fuß für die Öffentlichkeit zugänglich. Sondern eben auch die Spitze.

Den Auftrag gab es 2008. Die letzten 10 Jahre hat das Büro nun mit diesem Projekt verbracht.

Lego-Murals - Gebäude als Lego-Architekturen - drei Lego-Murals russischer Künstler rund um das Street Art Festival Stenograffia

25.11.2018 23:52:37, Jürgen Auer, keine Kommentare

Mit Lego kann man phantasievolle und bunte Häuser bauen. Also liegt es doch nahe, daß man Häuser so bemalt, als wären sie aus großen Lego-Bausteinen aufgebaut. Und das ausschmückt mit Lego-Männchen, die in den Häusern wohnen.

Rund um das russische Street Art Festival Stenograffia haben einige Urban-Art - Künstler drei große Murals erschaffen. Die diese Idee der Lego-Architektur umsetzen.
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Stenograffia verwandeln normale Gebäude in Lego-Architektur

http://urbanshit.de/stenograffia-verwandeln-haeuser-in-bunte-lego-welten/

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Das eine ist ein flacher, grauer Bau. Der grade zum zweiten Mal erstellt wird. Mit Mauern aus Lego.

Der zweite, kleine Würfel: Da hat ein Legomännchen die Tür offen und begrüßt Gäste. Auf der anderen Seite guckt ein zweites Männchen zum Fenster heraus.

Das dritte Mural erstreckt sich über die Brandwand eines etwa 6 - 8 - geschossigen Hauses.

Da sind insgesamt vier Stockwerke zu sehen, die verschiedene Szenen in Wohnungen darstellen.

Die Seite des Festivals stellt das letzte Haus dar.

Открытая власть

http://stenograffia.ru/news/0-449.html

Zieht man Google-Translate zu Rate, dann handelt es sich bei dem Haus um ein Verwaltungsgebäude des Rathauses in der Stadt Berezovsky. Das sei das erste Mal, das ein Verwaltungsgebäude im postsowjetischen Russland Gegenstand von Straßenkunst geworden sei. Die Idee stammt vom Bürgermeister Yevgeny Pissov.

Die Stadt versteht sich als "Stadt für Kinder". Deshalb wurde nach einem Thema gesucht, das alle Bewohner anspricht. Deshalb der Vorschlag an die Mitarbeiter von Stenograffia, daß Lego-Bausteine in dem Bild vorkommen sollten. Eigentlich hätte das auf ein neunstöckiges Haus gehört. Aber das ließ sich nicht realisieren, damit wurde dieses Verwaltungsgebäude genutzt. Offenbar führt das Mural immer wieder zu hitzigen Diskussionen zwischen Kindern und ihren Eltern.

Im nächsten Jahr soll ein Kinderkrankenhaus neu gestrichen werden.

Digitalisierung: Asien ist euphorisch, Europa skeptisch Online Umfrage in 9 Ländern im Auftrag des Vodafone Instituts

24.11.2018 23:58:45, Jürgen Auer, keine Kommentare

Ok, eigentlich könnte man ja sagen: Das Ergebnis verwundert nicht. Europa und vor allem Deutschland ist skeptisch, was die Digitalisierung angeht. Interessant sind allerdings ein paar Details der Studie, die vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag des Vodafone Instituts durchgeführt wurde.
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Digitalisierung – Asien euphorisch, Europa skeptischer

https://www.vodafone-institut.de/de/studien/digitalisierung-asien-euphorisch-europa-skeptischer/

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Befragt wurden etwa 9000 Personen in 9 Ländern. Einerseits sind "die meisten" der Befragten der Digitalisierung gegenüber positiv eingestellt. Allerdings:

> Nationen in Westeuropa und die USA sind weit weniger euphorisch (nur um die 50 Prozent) als wirtschaftlich aufstrebende Nationen wie China, Indien oder neu EU Bulgarien (um die 80 Prozent).

50 % zu 80 % heißt, daß 30 % der Personen in den einen Ländern fehlen, in den anderen Ländern dazu kommen. Oder auch (wenn man gewisse Schwankungen mit dazu nimmt): In manchen Ländern sind 4 von 10 Personen positiv eingestellt, in anderen Ländern 8 von 10. Also doppelt so viele Personen.

Auffallend ist, daß es in aufstrebenden Nationen kaum Geschlechterunterschiede gibt. In Westeuropa und den USA sind Frauen dagegen deutlich skeptischer (25 % pro). Was wiederum bei einem Gesamtwert von 50 % und einer angenommenen 50:50 - Verteilung bei den Befragten hieße, daß Männer in Westeuropa und den USA auf 75 % kämen - also fast in der Höhe der anderen Staaten.

"Sparen von Ressourcen" durch smarte Systeme und eine Verbesserung der Verkehrssysteme. Da gäbe es den größten Nutzen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen China/Indien und Europa:

> Deutliche Mehrheiten in China und Indien gehen davon aus, dass durch die Digitalisierung ältere Menschen mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Vor allem in Europa findet sich für diese These allerdings keine Mehrheit.

Interessant ist ein Hinweis aus Indien von Parijat Chakraborty, Executive Director, Ipsos India zu der Studie. Man muß seine Sätze vertauschen, um den Unterschied zu Deutschland zu sehen:

> Die Mehrheit der Inder hatte vor zehn Jahren noch nicht einmal Zugang zu Festnetztelefonen. Heute können sie auf eine Vielzahl von Technologien zurückgreifen. Es ist eine neue und fortschrittliche Welt, die sich plötzlich vor ihnen öffnet.

Sowie:

> Mobile Unternehmen und andere Akteure des Ökosystems haben eine phänomenale Arbeit geleistet, indem sie erschwingliche Technologien für viele Herausforderungen des täglichen Lebens entwickelt haben.

In Westeuropa gibt es diese Techniken schon seit langem. Damit wird die Neuartigkeit, die mit der Digitalisierung kommt, gar nicht richtig wahrgenommen.

Ähnlich Lifeng Liu, CEO, Ipsos China:

> Früher waren Infrastrukturen und Gesellschaftssysteme in Asien sehr schlecht. Die Menschen haben jetzt das Gefühl, dass die Vorteile der neuen Technologien und die Gewinne durch die Akzeptanz neuer Technologien auf dem asiatischen Markt höher sind.

Damit verbreiten sich Techniken wie das mobile Bezahlen deutlich schneller.

Die Daten stammen aus dem ersten Teil der Studie und wurden im Oktober veröffentlicht. In bezug auf Pessimismus schneiden da Deutschland, Großbritannien und die USA ähnlich ab.

Ein zweiter Teil der Studie beschäftigt sich mit "The Tech Divide", den Teil gab es jetzt:

Deutsche empfinden ihr Land als digital abgehängt

https://www.vodafone-institut.de/de/studien/deutsche-empfinden-ihr-land-als-digital-abgehaengt/

> 59 Prozent der befragten Deutschen stimmen der Aussage zu, dass ihr Land bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich hinterherhinkt. Dies ist der höchste Wert aller befragten Länder, noch vor Indien (57 Prozent) und Bulgarien (55 Prozent). Am wenigsten pessimistisch sehen sich in dieser Hinsicht China (27 Prozent) und Schweden (16 Prozent). Auch im direkten Vergleich der Nationen bzw. Kontinente gelten USA, China und Schweden als digitale Elite-Nationen.

Da gibt es also einen klaren Unterschied zwischen Deutschland (sehr pessimistisch) und den USA, die bei dieser Frage zu 33 % mit "ja" antworten.

Ferner wären in China (24 %) und Indien (22 %) deutlich mehr Leute bereit, sich in ihrer Freizeit digital fortzubilden. In den USA liegt der Wert nur bei 13 %, in Deutschland und Schweden nur bei 6 %.

Wenn man sich die Studienergebnisse ansieht, dann könnte man auch sagen: Wer viel hat, der hat viele Verlustängste. Wer wenig hat, der sieht für sich neue Möglichkeiten.

Ten Ton Copper Staircase - die Treppe im neuen Experimentarium in Kopenhagen - als Doppel-Helix mit 10 Tonnen Kupfer als Umhüllung - von CEBRA

23.11.2018 23:55:00, Jürgen Auer, keine Kommentare

Bei einer Treppe in einem Museum denkt man vielleicht an ein "rein funktionales Stück". Klein, eng, so daß viel Platz für die Exponate bleibt. Dabei können doch Treppen selbst ausladend oder einschüchternd sein. Etwa Treppenhäuser in historischen Gerichtsgebäuden.

Wie kann dann eine Treppe in einem Museum aussehen, das "Experimentarium" heißt? Das diverse Ausstellungsobjekte bietet, mit denen Besucher interagieren können.

Im Experimentarium in Kopenhagen wurde jedenfalls eine grandiose neue Doppeltreppe eingebaut. In Form eines doppelten Bandes mit zwei Eingängen. Die sich quasi freischwebend, wie eine DNA-Doppelhelix, nach oben schrauben. Die eigentlichen Stufen und das Geländer, von innen betrachtet, sind schlicht weiß.

Von außen und am Boden ist dagegen die gesamte Treppe mit Kupfer überzogen. So daß sich ein riesiges Kupfergebirge auftürmt.
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A 10-Ton Copper Staircase Designed by CEBRA Floats Above Copenhagen’s Redesigned Experimentarium Museum

https://www.thisiscolossal.com/2018/11/a-10-ton-copper-staircase/

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Die Treppe geht über vier Stockwerke und erschließt diese. Die Idee stammt von dem dänischen Architekturbüro CEBRA. Sie ist etwa 300 Fuß, also etwa 91,4 Meter lang. 20.000 Pfund Kupfer wären etwa 9071 kg Kupfer, die da verbaut sind.

2011 hatte CEBRA einen internationalen Wettbewerb gewonnen, um das Gebäude zu gestalten. Dabei sollte die Ausstellungsfläche verdoppelt werden. Hinzu kommt eine Dachterrasse, mehr Platz für Mitarbeiter und ein großes Café.

Auf der Museumsseite gibt es einen interaktiven Plan:

Welcome to our interactive map

https://www.experimentarium.dk/interactive-map-of-experimentarium/

Da sieht man, wie sich die Treppe - rechts in den Querschnitten angedeutet - als Doppelhelix an den Ausstellungsflächen vorbei nach oben schraubt.

Auf der Seite der Architekten

https://cebraarchitecture.dk/project/experimentarium/

enthält das zweite Bild der dortigen Bilderfolge eine Skizze, wie die Treppe in das Gebäude eingepaßt ist. Eines der letzten Bilder zeigt einen Blick von ganz oben durch die Helix.

Ein älterer Artikel bei Archdaily vom 28.11.2017

CEBRA's Spiral Staircase Floats Weightlessly With 10 Tons of Copper

https://www.archdaily.com/883937/cebras-spiral-staircase-floats-weightlessly-with-10-tons-of-copper

zeigt diverse Aufnahmen vom Bau. Die Treppe besteht im Kern aus Beton (wohl Stahlbeton), die ganzen Kupferplatten wurden von außen her angebracht. Ferner gibt es dort ein paar Skizzen, die das Verhältnis der beiden Stränge zueinander zeigen. Die ganze Konstruktion scheint sehr symmetrisch zu sein. Etwas, das man bei den ersten Bildern nicht so direkt sieht.

Weitere Bilder gibt es auf Instagram:

https://www.instagram.com/cebra_architecture/

Dort

https://www.instagram.com/p/Bp11SaoCpc5/

findet sich der Hinweis:

> Once again, the popular science centre @Experimentarium has won the title “Best Museum for Children” awarded by Børn i Byen (Children in the City, Copenhagen).

House Usuki with sloped Roof to sit - Haus in Usuki (Japan) mit einem heruntergezogenen und begehbaren Dach mit Blick auf die Umgebung - von Kenta Eto Architects

22.11.2018 23:51:26, Jürgen Auer, keine Kommentare

Grundflächen in Städten sind in der Regel eher teuer. Wird ein Grundstück mit einem Haus bebaut, dann hat man zwar im Haus Platz. Der Platz außerhalb reduziert sich jedoch um die Hausfläche. Hinzu kommt, daß das Haus eine Nordseite hat, hinter der es ohnehin nicht sonnig ist.

Bei einem Haus in Japan, dem "House Usuki", wurde deshalb eine ganz eigene Lösung gebaut. Das Haus hat nicht ein symmetrisches Schrägdach. Sondern es wird auf einer Haushälfte von einer senkrechten Wand begrenzt, die bis zum Dachgiebel hochgeht. Das ist ohnehin die zur Straße orientierte nördliche Seite.

Auf der anderen Seite ist das Dach bis zum Boden verlängert. So daß zum einen das Haus von der Seite her wie ein großes rechtwinkliges Dreieck aussieht. Und zum anderen ist das Dach damit begehbar. Es gibt also eine zusätzliche Fläche in der Sonne, die bei typischen Häusern vom Dach belegt ist, aber nicht begehbar ist.
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kenta eto's 'house usuki' in japan has sloped roof you can sit on and admire the view

https://www.designboom.com/architecture/kenta-eta-house-usuki-japan-sloped-roof-11-22-2018/

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Die Stadt Usuki liegt in der Präfektur Ōita, auf der Insel Kyūshū. Das ist die südlichste der großen Inseln von Japan. Usuki liegt dort im Osten, einerseits am Meer, andererseits sind Teile der Stadt von Bergen umgeben.

> the surroundings are characterized by mountainous terrain and scattered fields and houses.

Das Haus sollte nicht die Landschaft drumherum stören, stattdessen eine eigene Erweiterung sein. Das Dach hat eine Neigung von 24 Grad, so daß man direkt nach oben steigen kann. Wobei das von vorne her betrachtet vergleichsweise flach aussieht. Betrachtet man das Haus dagegen von der Seite, wirken diese 24 Grad doch schon ziemlich steil.

Dort kann man sich hinsetzen und den Blick auf die Landschaft genießen.

Im Inneren sind die Küche, das Wohnzimmer, das Schlafzimmer und das Bad im ersten Stock angesiedelt. Ein Hobbyraum und ein Kinderzimmer sind im zweiten Stock.

Die Südseite, die vom heruntergezogenen Dach begrenzt wird, hat damit einen kleinen zusätzlichen Innenhof.

Die Dachbalken, die das Dach halten, setzen sich im Inneren in der Form von schmalen Balken an der Decke fort.

Auf der Seite der Architekten

臼杵の家 - Usuki's House

https://www.eto-atl.com/blank-9

findet sich der Hinweis, daß das Haus eine Fläche von 98,12 Quadratmetern bietet.

Wer da eine Arbeit hat, für die er am Laptop sitzt: Der könnte die Dachfläche sogar als Arbeitsplatz nutzen.

Ein Photo aus der Entfernung, wohl mit einer Drohne gemacht, das Paar auf dem Dach verteilt. Da fragt man sich schon fast, warum es nicht schon längst sehr viel mehr dieser Häuser gibt.

Big Arse Toilet - 3D printed toilet that converts human waste into electricity - einfach transportierbare Toiletten aus dem 3D Drucker für abgelegene Orte in Indien und Afrika - Konzept von Spark Architects

21.11.2018 23:43:31, Jürgen Auer, keine Kommentare

Hier in Europa gibt es die Kanalisation, Toiletten in jeder Wohnung und Kläranlagen. Aber in ländlichen Gegenden von Indien oder Afrika? Das Architekturbüro Spark Architects hat ein Konzept für Toiletten erstellt, die mit örtlichen Materialien per 3D-Drucker hergestellt werden können. Und die es - über einen großen Tank im Boden - ermöglichen, Biogas herzustellen und daraus schließlich Strom zu gewinnen.

Das Konzept basiert auf einer örtlich schon genutzten Idee der "Biogas Dome". Gedruckt werden soll es aus einem Mix von Bambusfasern und Bio-Polymer Harzen.
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Spark's Big Arse toilet could generate electricity in remote Indian villages

https://www.dezeen.com/2018/11/21/big-arse-toilet-spark-architects-3d-printed-generates-electricity/

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Die per 3D-Druck gedruckten Teile sollen einzeln so leicht sein, daß sie per Drohne zu ihrem Einsatzort geflogen werden können.

Spark:

> "There is a worldwide shortage of safe, hygienic sanitation especially in countries such as India and Africa where open defecation is a major contributing cause of disease"

Es gibt einen weltweiten Mangel an sicheren und hygienischen Sanitäranlagen. Speziell in Ländern und Kontinenten wie Indien und Afrika, wo offene Toiletten wesentlich für diverse Krankheiten sind.

Traditionell gibt es dort bereits solche Biogas-Dome. Dieses Konzept greift die Toilette auf. Ausscheidungen von Menschen, Tieren und Bioabfälle können so verarbeitet werden. Das Biogas läßt sich entweder direkt zum Kochen nutzen. Oder es kann eine micro combined heat and power - Turbine antreiben und damit Strom erzeugen.

Ferner ist oben ein Windrad angebracht, das Windenergie in Strom umwandelt. Das Dach ist mit Solaranlagen bestückt, die ebenfalls Strom liefern.

Der eigentliche Toilettenblock wird am Stück gedruckt. Die Bambusfasern sind in Indien wohl weit verbreitet, da gäbe es genügend Material.

> "This is more sustainable and lightweight strategy than using more commonly used 3D printing materials such as plastics and cement."

Das sei nachhaltiger und leichter als die Nutzung der üblichen Materialien zum 3D-Druck wie Kunststoff und Zement.

Auf der Seite von Spark

http://sparkarchitects.com/portfolio_page/spark-gives-a-sht/

gibt es die Bilder etwas größer.

Aktuell scheint das allerdings eher eine Konzeptstudie zu sein. So daß es noch keinen eingesetzten Prototypen zu geben scheint.

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